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Schlagwort-Archive: Zombie

Jonathan Maberry – Flesh & Bone

2016-08-23-maberry-flesh-bone

Jonathan Maberrys Zombiepostapokalypse „Rot & Ruin“ ist nicht nur meiner Meinung nach großartig. Sie wurde mit zahlreichen Preisen und Nominierungen ausgezeichnet, darunter der populäre Bram Stoker Award, den Maberry gleich dreimal gewann. Damit befindet er sich in Gesellschaft namhafter Autor_innen wie Neil Gaiman, Stephen King und Joanne K. Rowling. Sein Beitrag zur modernen Horrorliteratur wurde sozusagen offiziell bestätigt. Der dritte Band „Flesh & Bone“ ist einer der Preisträger. 2012 erhielt das Buch den Bram Stoker Award in der Kategorie bester Young Adult – Roman. Für mich spielen diese Auszeichnungen keine Rolle. Ich bin von der Reihe überzeugt und freute mich im August 2016 auf meinen dritten Ausflug in die Zombie-bevölkerte Einöde des Rot and Ruin.

Benny und seine Freunde trauern. Die Ereignisse im wiedererrichteten Gameland hinterließen tiefe Wunden. Umso entschlossener sind sie, endlich den Jet zu finden, den sie vor Monaten am Himmel sahen – für eine bessere Zukunft, für ein Leben, das diese Bezeichnung auch verdient. Es muss draußen im Rot and Ruin Menschen geben, die gegen die Zombieplage ankämpfen, besonders jetzt, da die Zombies zu mutieren scheinen. Doch ihre Reise führt sie vorerst nicht in die Arme von Wissenschaftlern und Militärs, sondern lässt sie die Bekanntschaft eines gefährlichen Todeskults machen. Die Mitglieder der Night Church glauben, dass die Zombies die rechtmäßigen Erben der Erde sind und ihre Aufgabe darin besteht, sie ihnen zu übergeben. Sie wollen der Blasphemie, dem Leben selbst, Einhalt gebieten und sind bereit, für ihren Glauben zu morden. Mitten im Kampf gegen die Night Church erfahren Benny, Nix, Lilah und Chong von Sanctuary, einer geheimen Forschungsbasis im Herzen der Wüste. Sind sie dem Ziel ihrer Reise näher als sie dachten?

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Jonathan Maberry – Dust & Decay

2016-04-22 - Maberry Dust & Decay

Jonathan Maberry kann Jiu-Jitsu. Ist das nicht abgefahren? In seinem englischen Wikipedia-Artikel steht, dass er den schwarzen Gürtel achten Grades hält. Ich kenne mich mit Kampfsportarten nicht aus, schätze aber, dass das eine ziemlich hohe Stufe ist. Maberry begann sein Training im Alter von 6, weil er zu dieser Zeit in einer unsicheren Nachbarschaft lebte. Ich hätte sowas niemals erwartet, weil es einfach nicht zu meinem Bild von Autor_innen passt. Es erklärt allerdings, warum Tom Imura, eine der Figuren seiner Zombie-Postapokalypse „Rot & Ruin“, die ich vor zwei Jahren begann, ebenfalls ein Meister der Kampfkunst ist und sogar mit einem Katana umgehen kann.

Es ist Monate her, seit Benny Imura und Nix Riley während ihrer Abenteuer in der Zombie-bevölkerten Einöde des Rot and Ruin einen Jet über den Himmel fliegen sahen. Seitdem nutzten sie jede freie Minute, um mit Bennys großem Bruder Tom, seines Zeichens Zombiejäger, zu trainieren. Sie planen, ihre Heimat Mountainside zu verlassen – vermutlich für immer. Das Auftauchen des Jets bedeutet, dass es irgendwo auf der Welt noch Menschen gibt, die das Wissen der Vergangenheit bewahrten. Begleitet von Tom, Lilah und Chong werden Benny und Nix das Rot and Ruin durchqueren, um sie zu finden.
Doch bereits der Beginn ihrer Reise gestaltet sich als schwierig. In den letzten Monaten hat sich das Rot and Ruin verändert. Wilde Tiere streifen durch die Landschaft und die Zahl der Zombies ist explodiert. Gerüchten zufolge wurde Gameland neu errichtet. Der Jet verspricht eine bessere Zukunft, aber wie können Benny, Nix und ihre Freunde ihre Heimat guten Gewissens hinter sich lassen, wenn so viel im Argen liegt?

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Stacey Jay – You Are So Undead To Me

„You Are So Undead To Me“

you are so undead to me

Reihe: Megan Berry #1

Autor: Stacey Jay

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 263

Verlag: Razorbill

Sprache: Englisch

ISBN: 1406320757

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 03.10.2014

Bewertung:

Zombies in der Literatur sind ein außergewöhnliches Phänomen. Mir ist aufgefallen, dass sie die einzige nicht-menschliche Lebensform sind, die sowohl in Dystopien als auch in der Urban Fantasy regelmäßig auftauchen. Ist es nicht spannend, dass ihre Existenz je nach Herangehensweise wissenschaftlich oder übernatürlich erklärt werden kann? Je länger ich darüber nachdenke, desto erstaunlicher finde ich das, denn theoretisch könnte man auch eine dystopische Welt erschaffen, in der es Werwölfe und Vampire gibt, ohne auf magische Erklärungen zurückzugreifen. Kennt ihr vielleicht einen Roman, in dem genau das versucht wurde?
Heute möchte ich jedoch erst einmal über „You Are So Undead To Me“ von Stacey Jay sprechen. In diesem Roman haben die Zombies einen übernatürlichen Ursprung.

Megan Berry ist fest überzeugt, dass ihr soziales Leben endlich die entscheidende Wendung nimmt, denn sie hat ein Date mit dem heißesten Typen der Schule. Sie malt sich bereits in schillernden Farben aus, dass er sie bitten wird, ihn zum Homecoming-Ball zu begleiten, als ihre Träume jäh zum Platzen gebracht werden. Denn als es an der Tür klingelt, steht dort ein Toter. Ein Zombie. Megan hatte so sehr gehofft, dass ihr Settler-Erbe in den letzten Jahren verschwunden ist, doch da hat sie sich getäuscht. Es ist und bleibt ihre Aufgabe, den Toten ihre unerledigten Angelegenheiten abzunehmen und ihnen somit Frieden zu schenken. Unglücklicherweise umfasst ihre Berufung auch den Kampf gegen Reanimierte – gefährliche, fleischfressende, mittels schwarzer Magie wiedererweckte Zombies. Wer könnte nur für die Welle Reanimierter verantwortlich sein, die die Stadt heimsucht? Megan muss sich beeilen, um herauszufinden, welche Person schwarze Magie ausübt und warum, denn sonst sind nicht nur ihre Heimat und deren Bewohner gefährdet, sondern auch der Homecoming-Ball!

Ich empfinde „You Are So Undead To Me“ als eine Art Satire. Stacey Jay stellt das High School Leben amerikanischer Teenager so überspitzt dar, dass ich gar nicht anders konnte, als immer wieder zu schmunzeln. Das soziale Gefüge von Jugendlichen ist empfindlich und sensibel, daher war es wirklich witzig, zu beobachten, wie Jay dieses Gefüge mit übernatürlichen Elementen durcheinander wirbelt. Vielleicht wollte die Autorin diesen Effekt gar nicht erreichen, aber das ist für mich völlig unerheblich. So hatte ich nämlich eine Menge Spaß beim Lesen.
Die Handlung des Romans ist einfach gestrickt und von überragender Schreibkunst kann man nicht sprechen, aber er liest sich leicht und flüssig. Megans Mutmaßungen und die ständigen Kämpfe mit bösen Zombies wirken putzig, weil sie einfach so verplant ist. Sie hat keine Ahnung, was vor sich geht, handelt aber trotzdem und genau das macht sie sympathisch. Auf den ersten Blick wirkt sie unfassbar oberflächlich und egoistisch und tatsächlich sind ihre Reaktionen es oftmals auch, doch man merkt schnell, dass sie das Herz am rechten Fleck hat und durchaus Verantwortung übernehmen kann. Sie ist die personifizierte weibliche Pubertät und hat mich nicht nur einmal an mich selbst denken lassen, als ich 15/16 Jahre alt war. Seien wir ehrlich, ALLE Teenager sind oberflächlich und egoistisch, daher konnte ich mit Megan nachsichtig sein und sie trotz dieser Charakterzüge mögen. Außerdem finde ich ihre Settler-Bestimmung einfach toll. Die Idee, dass übernatürlich begabte Menschen dafür zuständig sind, den Verstorbenen Frieden zu schenken, indem sie Unerledigtes für sie übernehmen, gefiel mir ausnehmend gut, weil es mich so sehr an „Casper – Der freundliche Geist“ erinnert. Es spricht ungemein für Stacey Jay, dass sie Megan im Lauf der Geschichte erkennen lässt, was für ein Geschenk diese Gabe ist und wie viel Gutes sie damit tun kann.
Was darf in einem YA Roman niemals fehlen? Richtig, eine Romanze. In „You Are So Undead To Me“ war diese zwar vorhersehbar, allerdings auch zuckersüß. Megan durchlebt eine Achterbahn der Gefühle, in die ich mich sehr gut einfühlen konnte. Erneut fühlte ich mich in meine eigene Teenager-Zeit zurückversetzt und genoss es, mit Megan Unsicherheit, Schmachten und Hoffen zu empfinden.

„You Are So Undead To Me“ ist eine Lektüre, mit der man das eigene Gehirn in einen wohlverdienten Urlaub schicken kann. Es ist brain candy. Leicht zu lesen, leicht zu verstehen und leicht zu fühlen. Es plätschert so dahin, überrascht zwischendurch mit ordentlichen Action-Kicks und ist ansonsten schlicht und ergreifend witzig. Ich werde den zweiten Band „Undead Much“ auf jeden Fall noch lesen, ob ich die Reihe darüber hinaus weiterverfolge, wird sich zeigen.
Wenn ihr an „You Are So Undead To Me“ interessiert seid, ruft euch eure Jugendzeit ins Gedächtnis. Erlaubt euch, noch einmal 15 zu sein. Dann werdet ihr ganz bestimmt eben so viel Spaß damit haben wie ich.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 21. Oktober 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Jonathan Maberry – Rot & Ruin

„Rot & Ruin“

rot & ruin

Reihe: Benny Imura #1 / Rot & Ruin #1

Autor: Jonathan Maberry

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 458 Seiten

Verlag: Simon & Schuster Books for Young Readers

Sprache: Englisch

ISBN: 1442402334

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult & Horror

ausgelesen am: 29.04.2014

Bewertung:

Diejenigen meiner LeserInnen, die aufmerksam „Neuigkeiten & schnelle Gedanken“ verfolgen, wissen, dass ich mich mit Zombies in der Literatur ein wenig schwer tue. Ich finde Handlungen im Umfeld einer solchen Apokalypse oft unlogisch und langweilig, denn die Figuren stellen sich teilweise einfach richtig blöd an. Die Zombies sind in der Regel langsam und dumm, da sollte es intelligenten, zu schneller Bewegung fähigen Lebewesen eigentlich nicht schwer fallen, sich einen Plan zu überlegen, wie man das Ganze denn überleben könnte, ohne aufgefressen zu werden.
Dem ersten Band der Benny – Imura – Reihe „Rot & Ruin“ wollte ich trotz meiner Skepsis eine Chance geben, weil ich die Idee, dem Protagonisten Benny eine Lektion über Menschlichkeit anhand der Zombies zu erteilen, originell und interessant fand.

14 Jahre sind vergangen seit der Nacht, in der sich die lebenden Toten das erste Mal erhoben. Benny Imura war damals noch ein Baby, doch er hütet seine Erinnerung an die Erste Nacht wie einen Schatz. Die Nacht, in der seine Eltern starben und seine Mutter ihn in die Obhut seines großen Halbbruders Tom übergab. Benny ist fest überzeugt, dass Tom ein elender Feigling ist, weil er Bennys Mutter sterben ließ und weglief, statt ihr zu helfen.
Als Benny sich gezwungenermaßen einen Job suchen muss, damit seine Rationen nicht gekürzt werden, ist er alles andere als begeistert, dass ihm keine andere Wahl bleibt, als in das Familiengeschäft einzusteigen, denn das bedeutet, mit Tom arbeiten zu müssen. Außerdem kann Tom wohl kaum ein so cooler Zombiejäger sein wie Charlie Matthias. Oder?
Benny begleitet Tom in die Wildnis, hinaus in das „Rot & Ruin“ hinter dem Zaun, der ihre Stadt vor den Zombies schützen soll. Was er dort erlebt, ändert seine Meinung und Sichtweise radikal. Er muss einsehen, dass er seinen eigenen Bruder nicht kennt und was es wirklich bedeutet, ein Mensch zu sein.

„Rot & Ruin“ hat mich von Beginn an absolut begeistert. Jonathan Maberry hat eine sehr elegante Methode gewählt, um seine LeserInnen in die Gesellschaft seiner Zombie – Postapokalypse einzuführen: er lässt Benny verschiedene Jobs ausprobieren, bevor er in das Familiengeschäft einsteigt. So erklärt er wesentliche Aspekte von Bennys Umfeld, ohne langatmig zu sein oder sich von der Handlung zu distanzieren. Diese baut er feinfühlig mit mehreren Spannungskicks auf, er scheint ein Faible für Geheimnisse zu haben und konnte meine Neugier zielsicher immer wieder neu entfachten. Darüber hinaus fühlte ich mich in der von Maberry geschaffenen Atmosphäre sofort wohl; ich hatte keinerlei Probleme, mir Bennys Heimat Mountainside oder das „Rot & Ruin“ vorzustellen.
Dies trifft auch auf die Figuren des Romans zu, besonders Benny fand ich extrem realistisch. Ich hatte keine Zweifel an der Angemessenheit von Bennys Reaktionen und Handlungen. Er ist überaus glaubwürdig und durchlebt eine sehr deutliche Entwicklung, die, obwohl vielleicht etwas vorhersehbar, überzeugend ist. Dementsprechend sind natürlich auch Bennys Beziehungen nicht statisch, sondern entwickeln sich ebenso wie er selbst. Mir gefiel es sehr gut, wie weit seine Erfahrungen im „Rot & Ruin“ die Natur seiner Verbindungen beeinflussen, dass er von selbst hinterfragt und reflektiert und auch in der Lage ist, seine Meinung bezüglich Personen zu ändern.
Die Botschaft des Buches ist so deutlich wahrzunehmen, dass sie genauso gut in roten Leuchtlettern auf dem Cover stehen könnte. Bei manchen Büchern fällt es den LeserInnen vielleicht schwer, herauszufinden, was der Autor oder die Autorin eigentlich erreichen wollte, doch nicht so im Fall von Jonathan Maberry. Der gesamte Roman widmet sich der Tatsache, dass Menschen in der Lage sind, wirklich furchtbare Dinge zu tun und hierbei weitaus grausamer sind, als es ein Zombie je sein könnte. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, doch ich mochte deren Umsetzung und Einarbeitung sehr, daher ist das für mich kein Kritikpunkt.

Der Auftakt der Benny – Imura – Reihe hat mich komplett abgeholt und überzeugt. Für mich war es die richtige Entscheidung, es mit „Rot & Ruin“ zu versuchen, obwohl ich sonst kein großer Fan von Zombie – Romanen bin. Ich werde die Serie in jedem Fall weiter begleiten und habe die nächsten drei Bände bereits auf meine Wunschliste gesetzt.
Ich kann diese sehr besondere Zombie – Dystopie allen LeserInnen empfehlen, die eine spannende Handlung voller aufzudeckender Geheimnisse mögen und eine Menge vielschichtige, sich entwickelnde Charaktere zu schätzen wissen. Ich kann dem kleinen Zitat auf dem Cover meiner Ausgabe nur zustimmen:

„This book is full of heart… They just don’t beat anymore.“

(Nächster Band: Benny Imura #2 – “Dust & Decay” – Jonathan Maberry – ISBN: 1442402369)

 

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Charlie Huston – Stadt aus Blut

„Stadt aus Blut“

StadtausBlut

Reihe: Joe Pitt #1

Originaltitel: Already Dead

Autor: Charlie Huston

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 320

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453675274

Genre: Fantasy > Urban Fantasy & Horror & Thriller

ausgelesen am: 19.02.2014

Bewertung: 

Beschäftigt man sich intensiver mit dem Genre Urban Fantasy, fällt schnell auf, dass es häufig einen bemerkenswerten Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Autoren gibt. Männer schreiben in der Regel völlig andere Urban Fantasy als Frauen. Oft gehen sie wesentlich rationaler und wissenschaftlicher an die Thematik heran; außerdem spielen Romantik und Erotik eine eher untergeordnete Rolle, während die Handlung von blutigen Konflikten geprägt ist. Viele weibliche Autoren romantisieren und idealisieren die Welt des Übernatürlichen, Männer hingegen neigen dazu, deren brutale Schattenseiten darzustellen.

Dies trifft auch auf Charlie Hustons „Stadt aus Blut“ zu, der erste Roman seiner Reihe um den Protagonisten Joe Pitt. Joe ist ein unabhängiger Vampyr (ja, die Schreibweise ist beabsichtigt) in Manhattan, der sich seinen Lebensunterhalt mit kleineren Aufträgen der verschiedenen ansässigen Clans verdient. Dazu gehört auch, infizierte Zombies aufzutreiben und auszuschalten, bevor sie größeren Schaden anrichten können. Ein solcher Fall ist es, der Joes Leben erheblich verkompliziert. Plötzlich steht er zwischen den Clans und muss nebenbei noch einen von zu Hause ausgerissenen Teenager aufspüren. Doch damit nicht genug ist das Mädchen die Tochter eines des wohlhabendsten und einflussreichsten Ehepaars Manhattans. Ihr Verschwinden scheint mit ihrem Vater zusammenzuhängen, dem eine Biotech-Firma gehört, in der er auch als Chefforscher arbeitet. Für ihn sind sowohl das Zombie-Bakterium als auch das Vampyr-Vyrus hochinteressant…

Die Handlung von „Stadt aus Blut“ ist rasant, spannend und blutig; Gewalt nimmt einen erheblichen Stellenwert ein. Es ist auffällig, dass der Plot zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wird und komplett ohne Kapitel auskommt. Charlie Huston verwendete ausschließlich Absätze, um seine Geschichte zu unterteilen. Ich mochte das, denn es passt sehr gut zu den sich schnell entwickelnden Ereignissen. Die Kombination von Vampiren und Zombies tritt in Urban Fantasy Romanen eher selten auf; mir gefiel es daher, dass die obligatorischen Werwölfe in „Stadt aus Blut“ nicht auftauchen und sich die Vampirgesellschaft stattdessen mit Infizierten des Zombie-Bakteriums auseinander setzen muss. Die Herangehensweise an Vampirismus sowie Zombiismus als Krankheiten mit verschiedenen Ursachen empfand ich ebenfalls als positiv. Zwar ist die Darstellung einer Infektion als Ursache bei Zombies nicht ungewöhnlich, doch die Entscheidung, Vampire als Opfer eines Virus zu präsentieren, ist eine gelungene Abwechslung zu den sonst üblichen magischen oder übernatürlichen Hintergründen. Zusätzlich beschreibt Charlie Huston den „Vyrus“ als lebenden, parasitären Organismus, während  die Verwandlung in anderen Vampirromanen oft mit einem Biss mehr oder weniger abgeschlossen ist.  Ein Unterschied findet sich auch in der Konstruktion der Gemeinschaft der Vampire. In der Regel strebt diese einigermaßen übereinstimmende Ziele an; optional ist sie heftig zerstritten, ihre Bemühungen entsprechen jedoch meist einheitlichen Motiven. In „Stadt aus Blut“ ist dies nicht Fall; die Clans könnten kaum unterschiedlicher sein. Ich halte die Zerrissenheit untereinander für realistisch; es ist nur natürlich, dass unterschiedliche Gruppierungen auch unterschiedliche Ziele verfolgen. Inmitten dieser verschiedenen Strömungen steht der Protagonist Joe Pitt, der ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben führen möchte ohne Anbindungen an einen der Clans. Selbstredend, dass er damit oft aneckt. Joe erzählt seine Geschichte selbst als Ich-Erzähler, dadurch offenbart sich dem Leser schnell sein sarkastischer, zynischer Charakter. Er ist keine herausragend facettenreiche Figur, doch das ist auch gar nicht nötig. Mit seiner schonungslos ehrlichen und pragmatischen Art gewann er trotz dessen meine Sympathie, darüber hinaus besticht er durch seine Menschlichkeit, die ihm auch das „Vyrus“ nicht nehmen konnte. Seine Rolle als Rebell in einer feststehenden Gesellschaft wurde von Husten noch unterstrichen, indem er ihm eine Vergangenheit als Punk gab, ein nettes Detail, das darüber hinaus auch seine Entwicklung während seines Daseins als Vampir betont. Es verdeutlicht, dass Joe als Vampir erwachsen wurde und sich seine Wünsche und Ziele verändert haben.

Insgesamt gefiel mir der Auftakt der Reihe um Joe Pitt sehr gut. „Stadt aus Blut“ ist ein Roman für Leser, die Urban Fantasy mögen, aber Abwechslung zu all den weiblichen Helden mit ihrem dominant geschilderten Liebesleben suchen. Charlie Huston verzichtet auf romantische Szenen und konzentriert sich auf das Wesentliche: das Leben der Vampire in Manhattan. Sein Protagonist Joe Pitt ist kein Held; er ist einfach nur ein Kerl, der ohne äußere Zwänge leben möchte und sich mal besser, mal schlechter über Wasser hält. Somit füllt der Autor eine realistische Nische in einem häufig idealisierten Genre. Leser, die von drastischen Gewaltbeschreibungen abgestoßen sind, sollten jedoch auf „Stadt aus Blut“ verzichten.

(Nächster Band: Joe Pitt #2 – „No Dominion“ / „Blutrausch“ – Charlie Huston – ISBN: 1841495271 / 3453433300)

 

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