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Montagsfrage: Lesen und Lachen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin endlich in 2019 angekommen. Nein, das ist kein Aprilscherz, ich habe den Rezensionsrückstand von 2018 vollständig aufgearbeitet und darf mich nun der Lektüre des neuen Jahres widmen. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Ich hoffe, dass ich dieses Tempo beibehalten und somit vielleicht die Frequenz meiner Rezensionen steigern kann, sodass ich pro Woche zukünftig vier statt drei Beiträge veröffentliche. Das wäre super, weil ich auf diese Weise wahrscheinlich meine jährliche Rezensionsquote aufbessern könnte, die 2018 recht enttäuschend war. Irgendwann muss ich die Auswirkungen meines blöden Reitunfalls ja mal überwinden. 😉 Bevor ich auch heute weiter fleißig die nächste Besprechung tippe, gönne ich mir aber eine kleine Pause und beantworte die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Welches humoristische Buch gehört in den Schrank jedes Lesers oder jeder Leserin?

Ich bin tatsächlich kein großer Fan humoristischer Literatur. Geschichten, die bewusst darauf abzielen, die Leser_innen zum Lachen zu bringen und auf diese Weise zu unterhalten, erscheinen mir meist überdreht. Ich finde sie selten lustig, weil sie meinen Humor nicht treffen. Das ist schade, denn ich lache gern und halte mich eigentlich nicht für eine übertrieben ernste Person. Glücklicherweise gab es einen Autor, bei dem ich mit meinem offenbar ziemlich nischigen Humor genau richtig bin: Terry Pratchett. Seine „Scheibenwelt“-Romane sind zum Schreien komisch, aber intelligent und oft sehr gesellschaftskritisch. Pratchett hatte ein zuverlässiges Gespür für absurde, paradoxe Situationen und gesellschaftliche Abläufe. Im Rahmen der Scheibenwelt setzte er diese fröhlich in Szene und betonte so, wann und in welchen Kontexten Menschen sich vollkommen hirnrissig benehmen. Seine Romane enthalten viel Wahrheit, sind aber stets mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich besuche die Scheibenwelt sehr gern und bin immer noch ein bisschen traurig, dass Pratchett 2015 viel zu früh verstorben ist.
Wann immer mich jemand fragt, mit welchem „Scheibenwelt“-Band man am besten beginnen sollte (die Reihe umfasst 41 Bände), antworte ich: „Gevatter Tod“. Dabei handelt es sich um Band #4, doch da Pratchett allerhöchstens eine sehr lose, lockere Chronologie vorsah, spielt es keine Rolle, mit welcher Geschichte oder Figur man einsteigt. Deshalb empfehle ich grundsätzlich den ersten Auftritt meiner absoluten Lieblingsfigur: TOD höchstpersönlich. Ich finde, „Gevatter Tod“ muss man gelesen haben und sollte sich wirklich in jedem Bücherregal der Welt befinden. Schließlich gibt es kein besseres Zitat als „Ich bin nicht tot. Ich bin TOD“.

Welche literarische Komödie sollte man eurer Meinung nach gelesen haben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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M.L. Rio – If We Were Villains

Das Theater ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Amerikanerin M.L. Rio. Ihre erste Rolle übernahm sie in der ersten Klasse, entdeckte kurz darauf Shakespeares Stücke und entwickelte eine unsterbliche Leidenschaft für ihn. Sie studierte Englisch und Dramatik und zog nach ihrem Abschluss nach London, um am renommierten King’s College ihren Master in Shakespeare Studies zu machen. 2016 gewann sie zum 400. Todestag Shakespeares eine Reise zu Hamlets dänischem Schloss Kronborg und war die erste Person, die dort seit 100 Jahren übernachtete. Rio ist ein Shakespeare-Nerd. In den ersten Semestern ihres Masterstudiums begann sie, ihren Debütroman zu schreiben, der sowohl ihrer Begeisterung fürs Theater als auch für den alten Barden Ausdruck verleiht: „If We Were Villains“.

„Das Leben ist eine Bühne“ – für Oliver Marks und seine Freunde war dieses Sprichwort Realität. Ihre exklusive Ausbildung an der elitären Dellecher Kunsthochschule überzeugte sie davon, sich als Erben Shakespeares zu verstehen. Glorreiche Tage voller Verse und Dekadenz. Sie lebten und atmeten ihre Rollen, nahmen sie in Besitz, bis ihre Rollen auch von ihnen Besitz ergriffen. Sogar abseits der Bühne verkörperten sie die Charaktere, denen sie Leben einhauchten. Ihre Leidenschaft schweißte sie zusammen. Sie waren unzertrennlich, unbesiegbar. Doch in ihrem Abschlussjahr entflammte eine nie gekannte Rivalität. Ihre Lehrer_innen änderten die Besetzung und provozierten einen Konkurrenzkampf, der ihre Gemeinschaft vergiftete. Aus Freunden wurden Feinde und eines Morgens war ein Mitglied ihrer Clique tot. 10 Jahre später wird Oliver aus dem Gefängnis entlassen und kehrt nach Dellecher zurück, um die Wahrheit zu offenbaren. Noch einmal durchlebt er seine schmerzvollen Erinnerungen an die überreizten Monate, die in einer katastrophalen Tragödie endeten. Hat er das furchtbare Verbrechen, für das er büßte, wirklich begangen?

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Verfasst von - 12. September 2018 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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Heinz Buschkowsky – Neukölln ist überall

Ich lebe seit etwa 12 Jahren in Berlin-Neukölln. Ich ahne, dass einigen jetzt bereits ein kalter Schauer über den Rücken läuft und andere große Augen kriegen und fragen „Neukölln? Ist das nicht dieser Problembezirk? Mit der Rütli-Schule und so?“. Ja, ist es. Es ist ebenfalls der traurige Schauplatz, an dem ein junges Mädchen in einem Koffer verbrannt wurde. Das war gar nicht weit von meiner Wohnung.

Als ich hierherzog, hätte ich mir niemals vorstellen können, zu bleiben. Ich – das Kind aus dem Osten der Stadt, aufgewachsen in Marzahn, wo sich der Anblick von Plattenbausiedlungen quasi in meine Netzhaut brannte – zog damals in den vierten Stock eines Altbaus nahe der belebten Hermannstraße, zu meinem damaligen Freund. Meine Beziehung zu diesem Mann überlebte die Zeit nicht – meine Beziehung zu Neukölln hingegen vertiefte sich mit einer Intensität, die ich niemals für möglich gehalten hätte.

Als unsere Beziehung endete, suchte ich eine eigene Wohnung, die sich schon damals kaum finden ließ. Ich wollte eigentlich zurück in den Osten, weil ich mich dort verwurzelt fühlte und mir die in Frage kommenden Bezirke – speziell Prenzlauer Berg, Pankow und Friedrichshain – einfach so viel hipper und cooler erschienen als Neukölln mit seinem hohen Einwandereranteil und der daraus resultierenden Atmosphäre. Leider (oder glücklicherweise) wollte man mich im Osten nicht. Ich fand keine Wohnung. Ich suchte ein halbes Jahr und schraubte meine Ansprüche zähneknirschend immer weiter herunter. Irgendwann landete ich bei der Hausverwaltung meines Ex-Freundes. Sie hatten eine kleine 2-Zimmer-Wohnung im Angebot, im ersten Stock desselben Hauses, in dem mein Ex damals noch lebte (er zog später aus). Ich besichtigte die Wohnung, bekundete mein Interesse und erhielt den Zuschlag. Tja. Da war ich nun, wieder in Neukölln. Übergangsweise. Dachte ich.

Ich weiß nicht, wann es passiert ist. Vermutlich gab es keinen spezifischen Schlüsselmoment, wahrscheinlich war es ein gradueller Prozess, den ich gar nicht bewusst wahrnahm. Die Jahre vergingen und meine Pläne, den Bezirk wieder zu verlassen, rückten immer mehr in den Hintergrund. Ich begann, mich wohl zu fühlen. Ich lernte das pure Leben, das hier durch die Straßen pulsiert, die zentrale Lage, die unzähligen Spätis und Kneipen, das Tempelhofer Feld und die kulturelle Vielfalt zu schätzen. Ich erfreute mich an den grünen Oasen in meinem Kiez, die meiner Hündin so viele Möglichkeiten für Spiel und Spaß bieten. Ich fand einen Freundeskreis, wuchs Stück für Stück in diese Welt hinein. Und irgendwann wachte ich eines Morgens auf und stellte fest, dass ich nicht mehr gehen wollte. Ich hatte mich in Neukölln verliebt.

Diese Rezension zu Heinz Buschkowskys politischer Analyse „Neukölln ist überall“ ist für mich daher sehr persönlich. Buschkowsky war von 2001 bis 2015 Neuköllner Bezirksbürgermeister der SPD. Sicher ist er einigen von euch bekannt, denn er war stets eine popularisierende Persönlichkeit und eckte mit Zitaten wie „Multikulti ist gescheitert“ sogar in seiner eigenen Partei an. Wo immer er auftrat und sich äußerte, erregte er Aufsehen. Vor der Lektüre seines Buches war ich aufgrund der Medienberichte selbst kein Fan von ihm. Ich empfand seine Kritik an meinem geliebten Bezirk als zu harsch und als beleidigend. Natürlich hat Neukölln einige Probleme, aber die resignierte Frustration, die ich aus Buschkowskys Äußerungen heraushörte, wurde meiner Lebensrealität nicht gerecht. Von „Neukölln ist überall“ hatte ich ebenfalls nur Negatives gehört. Lesen wollte ich es trotzdem, aus dem kindischen Impuls heraus, Neukölln verteidigen zu wollen. Ich wollte Buschkowsky widersprechen, seine Thesen in der Luft zerreißen und das Buch mit dem guten Gefühl schließen, es besser zu wissen als dieser meckernde alte Mann.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 4. September 2018 in Non-Fiction, Politik, Rezension

 

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Erfahrungsbericht zum Reread von Harry Potter und Die Heiligtümer des Todes

Abschiedsschmerz, Wehmut und tiefe Liebe

Am 27. Oktober 2007 endete eine Ära. Der letzte Band der „Harry Potter“ – Reihe erschien auf dem deutschen Markt. Ich war damals 18 Jahre alt. Ich werde euch nicht anlügen. Ich werde nicht behaupten, ich hätte Erinnerung daran, wie ich diese erste Lektüre des Finales empfand. Natürlich gibt es diverse kurze Gefühlsfetzen, die ich mit „Harry Potter und Die Heiligtümer des Todes“ verbinde, aber ich kann keine allgemeine Einschätzung meiner damaligen Leseerfahrung anbieten. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Ich glaube jedoch, dass sich meine Emotionen nicht allzu stark davon unterschieden, was ich heute vor dem Reread des siebten Bandes empfand. Wehmut. Abschiedsschmerz. Neugier. Aufregung.

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Erfahrungsbericht zum Reread von Harry Potter und Der Feuerkelch

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Die Schatten werden länger

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Es ist seltsam. Je weiter Marina aka DarkFairy und ich in unserem „Harry Potter“ – Reread voranschreiten, desto unzuverlässiger werden meine Erinnerungen. Bereits beim dritten Band, „Harry Potter und Der Gefangene von Askaban“, ließ mich mein Gedächtnis im Stich; ich weiß nicht mehr, wann ich ihn das erste Mal in den Händen hielt. An meine erste Begegnung mit „Harry Potter und Der Feuerkelch“ habe ich ebenfalls keine konkreten Erinnerungen, allerdings ist ein Teil meines Ichs fest überzeugt, dass ich den vierten Band zu Weihnachten von meinen Eltern geschenkt bekam. Obwohl ich nicht in der Lage bin, Momentaufnahmen von diesem Weihnachtsabend abzurufen, besteht dieser Teil darauf, dass es so gewesen ist. Theoretisch ist das möglich, denn „Der Feuerkelch“ erschien im Oktober 2000 auf dem deutschen Markt. Ich war 11 Jahre alt, alt genug für eine Eule aus Hogwarts, die sich leider bis heute nicht blicken ließ.

16 Jahre später freute ich mich sehr auf den Reread des vierten Bandes, weil ich ihn stets als unheimlich aufregend empfand. Zwei Großereignisse erwarteten mich, die Quidditch-Weltmeisterschaft und das Trimagische Turnier, an dem Harry unfreiwillig teilnehmen würde.
Nachdem ich während des Rereads von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ anfangs Schwierigkeiten hatte, mich an die Bilder meiner Fantasie zu erinnern und immer wieder von den Darstellungen der Verfilmung überwältigt wurde, versuchte ich, möglichst gelassen an „Der Feuerkelch“ heranzugehen und mich nicht unter Druck zu setzen. Ich habe gelernt, dass meine Vorstellungskraft am besten funktioniert, wenn ich sie frei fließen lasse und nicht zu viel darüber nachdenke. Da ich bereits vor der Lektüre einige meiner eigenen Bilder abrufen konnte, war ich zuversichtlich, dass es auch beim Lesen klappen würde. Ich lag richtig. Meine Bilder überlagerten die Film-Darstellungen. Hin und wieder wollte sich ein vorwitziges Film-Bildchen in den Vordergrund drängen, doch in diesen Fällen konnte ich, wie bereits beim Lesen von Band 1 und 2, dieses einfach bewusst nach hinten schieben. Ich sah, was ich sehen wollte und fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt.

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Verfasst von - 21. Februar 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Montagsfrage: Unvergessliche Zitate?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin mit der Beantwortung der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja heute ziemlich spät dran. Das liegt daran, dass wir gestern aus unserem Kurzurlaub zurückgekommen sind und ich dringend ein bisschen erholsamen Schlaf in meinem eigenen Bett nachholen musste. So schön der Trip war, zu Hause schläft es sich eben doch am besten. 🙂 Heute habe ich noch frei, aber morgen geht der Ernst des Alltags wieder los. Daher habe ich fest vor, den Tag heute ruhig und entspannt anzugehen. Bloß kein Stress.

Gibt es ein Zitat aus einem Buch, das dir in letzter Zeit im Gedächtnis geblieben ist?

Ich nehme mir immer wieder vor, besondere Zitate, die mir gut gefallen, durch einen Post-it zu markieren. Dummerweise bin ich in 98 Prozent der Fälle zu faul, aufzustehen und einen Post-it zu holen. Oder ich bin unterwegs und habe keine dabei. Deswegen vergesse ich die großartigen Sätze, die ich mir unbedingt merken möchte, dann leider meist ganz schnell wieder. Aber hin und wieder bleibt doch mal etwas hängen. Im Januar habe ich „Garou“ von Leonie Swann gelesen, die Fortsetzung ihres Schafskrimis „Glennkill“. Die Denkweise der Schafe ist herrlich erfrischend und gradlinig; sie übertragen den Horizont ihrer Welt auf alles um sie herum. Auf ihrer Weide in Frankreich steht ein alter Schrank. Nebenan, auf der Ziegenweide, steht eine alte Kommode. Die Möbelstücke gehören offenbar zu einem Set und sehen sich deshalb sehr ähnlich. Die Schafe hingegen haben ihre eigene Erklärung gefunden, warum Schrank und Kommode die gleiche Farbe und annähernd die gleiche Form haben:

„Die Kommode war so etwas wie das Lamm des Schrankes, so viel war klar.“ (S. 116)

Ich könnte mich kugeln vor Lachen. Ist das nicht ein wundervoller, putziger Erklärungsansatz? Eigentlich ist diese Sichtweise gar nicht so weit hergeholt, denn eine Kommode ist durchaus die kleinere Variante eines Schrankes, wie ein Lamm eben auch die kleinere Variante eines Schafes ist. Dieser eine Satz zeigt ganz deutlich, wie die Schafe aus Glennkill denken und welcher Logik sie folgen. Ich habe mich beim Lesen so köstlich darüber amüsiert, dass sich dieses Zitat fest in meinem Gedächtnis verankert hat, sogar ohne Post-it.

Welches Zitat hat sich in eurem Kopf festgesetzt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabelhaften Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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Montagsfrage: Lieblingsklassiker?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Hach, was hatte ich für ein wundervoll lese-intensives Wochenende! Seit ich am Donnerstag mit „Broken Dolls“ fertig geworden bin, habe ich weitere 3 Bücher verschlungen (eine ganze Trilogie) und nebenbei noch mit „Harry Potter und Die Kammer des Schreckens“ angefangen. Ich war fleißig und bin jetzt auch wieder in meinem Soll für die Goodreads-Lesechallenge. Negativ ist natürlich nur, dass mich dieses Tempo bei den ausstehenden Rezensionen noch weiter zurückgeworfen hat. Der Stapel wird immer höher. Glücklicherweise muss ich diese Woche nur Montag und Dienstag arbeiten – vielleicht schaffe ich es ja, endlich mal ein bisschen was abzuarbeiten.
Heute beschäftige ich mich aber erst einmal mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja, die heute fragt:

Falls ihr Klassiker lest, habt ihr (einen) besondere(n) Favoriten und wenn ja, warum?

Ich lese Klassiker. Ich versuche, jedes Jahr 2 bis 3 zu lesen. Dieses Jahr habe ich diese Sparte bisher sträflich vernachlässigt, weil ich nicht das Gefühl hatte, für schwere bzw. bedeutsame Kost in der Stimmung zu sein. Ich finde, das ist bei Klassikern existenziell, um sie genießen zu können.
Es gibt einige Klassiker, die ich großartig finde, doch ich denke, den ersten Platz in meinem persönlichen Ranking teilen sich zwei Bücher: „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe und „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde.

Ich liebe „Faust“, seit ich ihn in der Schule lesen musste. Einerseits bewundere ich Goethe dafür, dass er sein ganzes Leben an diesem Stück geschrieben hat, andererseits hängt meine Leidenschaft für diese epische Geschichte mit der Figur des Mephistopheles zusammen. Er ist ein Teufel ganz nach meinem Geschmack: intelligent, gerissen und voller bissiger Ironie; ein Verführer, Lügner und Manipulator. Von ihm stammt eines meiner liebsten Zitate der gesamten Literaturgeschichte:

Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

Ich wünsche mir schon seit Jahren, endlich einmal eine Aufführung des „Faust“ zu sehen, aber leider ist es nicht so einfach, eine Inszenierung zu finden, die klassisch statt modern ist. Ich bin kein Fan moderner Interpretationen klassischer Stücke und ich glaube, wenn sie den Mephistopheles beispielsweise in Jeans und T-Shirt stecken würden, wäre ich äußerst enttäuscht. Ich möchte eine Aufführung mit tollen Kostümen und Kulissen sehen, die meiner Vorstellung der Figuren und Szenen nahe kommt. Es gibt eine Verfilmung von 1960 mit Will Quadflieg (Faust) und Gustaf Gründgens (Mephistopheles) in den Hauptrollen, die mir sehr gut gefällt – eine Inszenierung dieser Art wünsche ich mir.

„Das Bildnis des Dorian Gray“ ist eine moralische Geschichte. Es ist eine Geschichte mit einer deutlichen Botschaft, die seelischen Verfall anprangert. Taten haben Konsequenzen, die jeder Mensch selbst tragen muss. In Dorian Grays Gesicht mögen sich seine Sünden nicht abzeichnen, doch in seinem Inneren lassen sie ihn Stück für Stück verfaulen. Oscar Wilde lehrt seine Leser_innen, welchen Wert es hat, ein guter Mensch zu sein und dafür liebe ich ihn. Stilistisch ist dieses Buch ein wahres Juwel. Es ist wundervoll geschrieben; witzig, geistreich und voller Lebensweisheiten. Wenn ich so darüber nachdenke, wird es wohl auch in diesem Fall mal wieder Zeit für einen Reread. 🙂

Welche Klassiker begeistern euch?

Ich bin gespannt, welche Klassiker euch gefallen und freue mich schon auf eine Stöberrunde! Außerdem freue ich mich natürlich wie immer auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen (nicht allzu nassen) Montag!
Alles Liebe,
Elli

 
 

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I can’t get over it, this is my job: Mein Abend mit Peter V. Brett

Bericht zur Lesung

Hallo ihr Lieben! 🙂

Donnerstag Abend hatte ich das große Glück, wieder einmal einer Lesung beiwohnen zu dürfen. Die Otherland Buchhandlung veranstaltete abermals einen Abend mit einem der ganz großen Namen der High Fantasy – Literatur: Peter V. Brett. Seine Reihe „Demon Cycle“ gehört zu meinen liebsten Entdeckungen des letzten Jahres, obwohl mir mittlerweile bewusst ist, dass die Bücher hinsichtlich des weiblichen Rollenbilds, das sie vermitteln, nicht ganz unproblematisch sind. Trotzdem bewundere ich den New Yorker für sein originelles und intelligentes Design, denn die Geschichte, die er erzählt, unterscheidet sich stark von der traditionellen Fantasy mit all ihren Magiern, Elben und Zwergen. Ich freute mich sehr darauf, ihn kennenzulernen.

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27. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! 😀 Ich muss sagen, mittlerweile freue ich mich immer richtig darauf, zu lesen, in welchen Büchern eure Nasen zur Zeit stecken. Für mich selbst ist es auch irgendwie wichtig geworden, weil es eine tolle Gelegenheit ist, schon vor der Rezension zu einem Buch meine Gedanken zu ordnen. Die Aktion wird abwechselnd von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer betreut, die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Sturmwelten“, den ersten Band der Sturmwelten-Trilogie von Christoph Hardebusch und bin auf Seite 437.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Der Anblick der Todsünde allein verbreitete schon genug Schrecken, ebenso wie die schwarze Flagge, sodass viele Schiffe sich widerstandslos ergaben.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Oh man, oh man, oh man. 😀 Es macht ja solchen Spaß, durch die Ozeane der Sturmwelt zu schippern. Ich liebe die Atmosphäre und ich liebe es, dass immer mal wieder solche Sätze fallen wie „Sie ist eine Tochter der See“ oder „Du trägst die See in dir“. Das weckt in mir die Sehnsucht, auch auf einem Schiff anzuheuern und wild, stolz und frei über die Weltmeere zu kreuzen. Glücklicherweise fällt mir immer rechtzeitig wieder ein, dass die heutige Schifffahrt nichts mit meinen romantischen Vorstellungen zu tun hat. 😉
Ich finde es ganz erstaunlich, wie viel Ruhe Christoph Hardebuschs Roman ausstrahlt. Beim Lesen fühle ich mich zutiefst entspannt, selbst wenn die Handlung gerade ziemlich aufregend ist. Vermutlich liegt es daran, dass Hardebusch sich viel Zeit genommen hat und seine Trilogie sehr bedächtig beginnt. Er führt seine LeserInnen ganz gemächlich in seine Welt ein und lässt sie die sehr unterschiedlichen Hauptcharaktere in Ruhe kennenlernen. Erst jetzt, nach über der Hälfte, wurde zum ersten Mal das schwarze Schiff vom Klappentext erwähnt. Mir gefällt das sehr gut, denn mal ehrlich, in einer Trilogie mit rund 1.700 Seiten ist Eile unnötig. Kein Grund, den Spannungsbogen direkt zu Beginn explodieren zu lassen und schon alles Pulver zu verschießen.
Einen kleinen Kritikpunkt muss ich trotzdem bemängeln, obwohl dieser nicht so schwer ins Gewicht fällt. Ich hätte mir eine ausführlichere Erklärung der Interaktion von Magie und Religion gewünscht. Anscheinend sind die Fähigkeiten von Magiern und Klerikern entgegen gesetzt; Magier können Magie wirken, Kleriker neutralisieren sie. Trotzdem ist die Beziehung zwischen Magiern und Klerikern nicht feindlicher Natur, vielmehr interagieren sie und arbeiten miteinander statt gegeneinander. Das ist wirklich interessant und ein toller Ansatz, aber leider erfährt man all das nur so nebenbei. Am Anfang war ich davon etwas verwirrt und musste erst einmal verstehen, wer jetzt zu welcher Gruppe gehört und was das bedeutet. Ein paar erläuternde Sätze wären hilfreich gewesen. Das ist allerdings wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt, der meinen Spaß nicht mindert – Jammern auf hohem Niveau eben. 😀

Übrigens sieht es ganz gut aus bezüglich des dritten Bandes, der ja vergriffen ist (schaut mal HIER vorbei, wenn ihr die ganze Geschichte lesen wollt). Die eBay-Auktion endet morgen und noch bin ich Höchstbietende! 😀

4. Schreibt ihr euch gerne Zitate aus Büchern ab? Sammelt ihr sie und habt ihr vielleicht sogar ein Lieblingszitat?

Nein, ich schreibe mir keine Zitate aus Büchern ab. Ich sehe darin nicht wirklich einen Sinn, weil ich nicht daran glaube, dass ich mir diese Zitate dann im Nachhinein regelmäßig durchlese. Nicht mal Fotos schaue ich mir in regelmäßigen Abständen an. Also klemme ich mir den Aufwand. Stattdessen markiere ich mir besondere Stellen in Büchern, wenn sie mir sehr gefallen. In Romanen mache ich das in der Regel mit Bleistift und/oder Post-it, bei Sachbüchern kommt auch gern mal der Textmarker zum Einsatz, weil ich denke, ich soll aus dem Buch was lernen, also kann ich auch richtig damit arbeiten. Wenn ich ein Buch dann nach Jahren wieder aufschlage, weiß ich sofort, was mich damals begeistert hat. Als ich z.B. das Zitat aus „Unter Null“ rausgesucht habe, war das überhaupt kein Problem, weil ich es mit Bleistift angestrichen hatte. Erstaunlicherweise helfen mir diese Markierungen aber auch, Textstellen im Gedächtnis zu behalten. Ich erinnere mich dann leichter. Ich weiß bis heute noch, welcher Absatz in „Die Straße“ von Cormac McCarthy mich am meisten beeindruckt hat und ich weiß auch noch, wie wundervoll ich das Gleichnis der ausgestopften Vögel in „Blonde“ von Joyce Carol Oates fand. Das heißt, ich brauche keine physische Zitate-Sammlung, weil ich die Passagen, die mich wirklich begeistern, in meinem Gedächtnis abspeichere. Selbstverständlich nicht auswendig und Wort für Wort, aber ich erinnere mich sehr wohl daran, um was es ging und habe ein ungefähres Gefühl dafür, wo die Stelle im Buch zu finden ist. Mir reicht das. 🙂
Ein wirkliches Lieblingszitat habe ich nicht, aber da ich eben schon Cormac McCarthy erwähnte, möchte ich euch besagten Absatz nicht vorenthalten:

„Im grauen Licht ging er hinaus, blieb stehen und erkannte einen Moment lang die absolute Wahrheit der Welt. Das kalte, unerbittliche Kreisen der hinterlassenschaftslosen Erde. Erbarmungslose Dunkelheit. Die blinden Hunde der Sonne in ihrem Lauf. Das alles vernichtende schwarze Vakuum des Universums. Und irgendwo zwei gehetzte Tiere, die zitterten wie Füchse in ihrem Bau. Geliehene Zeit, geliehene Welt und geliehene Augen, um sie zu betrauern.“
(„Die Straße“, S. 118)

Was lest ihr im Moment? Sammelt ihr Zitate? Welches ist euer liebstes?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Gedanken und Kommentare! 😀

 
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Verfasst von - 27. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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08. 08. 2014 – Die John-Green-Lesewoche: Tag #7 & Tag #8

JohnGreenLesewoche

Heute ist nun der Abschluss der John-Green-Lesewoche von All these special words. Da ich gestern mit ein paar weltlichen Dingen beschäftigt war, kam ich nicht dazu, die Frage des Tages zu beantworten. Also hole ich das heute nach.

Frage 1: Begründe deine drei absoluten Lieblingszitate aus John Greens Büchern!

Das ist wirklich schwierig, weil ich ja nur das eine Buch gelesen habe und mir während dessen nichts aufgefallen ist, das ich so grandios fand, dass ich es mit einem Post-it markiert hätte. Ich fand „Paper Towns“ zwar überraschend tiefsinnig und es gefiel mir wirklich gut, aber kein einzelner Satz hat mich richtig vom Hocker gehauen. Ich habe jetzt trotzdem 3 Sätze rausgesucht, die ich zwar nicht als Lieblingszitate bezeichnen würde, die in meinen Augen aber stellvertretend für die Geschichte sind.

„All along – not only since she left, but for a decade before – I had been imagining her without listening, without knowing that she made as poor a window as I did.“
(Paper Towns, Seite 199)

Quentins Gedanke ist extrem ehrlich. Er hat etwas erkannt, das uns nur allzu selten bewusst ist: viel zu oft lassen wir uns von unserer Vorstellung von einer Person beeinflussen, statt unvoreingenommen zu sein und einfach zuzuhören. Und oft genug sind wir enttäuscht, wenn die Person unserer Vorstellung von ihr oder ihm nicht gerecht wird. Was wiederum sehr ungerecht ist.

„The truth is that whenever I went up to the top of the SunTrust Building – including that last time with you – I didn’t really look down and think about how everything was made of paper. I looked down and thought about how I was made of paper. I was the flimsy-foldable person, not everyone else. And here’s the thing about it. People love the idea of a paper girl. They always have. And the worst thing is that I loved it, too. I cultivated it, you know? Because it’s kind of great, being an idea that everybody likes. But I could never be the idea to myself, not all the way. And Agloe is a place where a paper creation became real. A dot on the map became a real place, more real than the people who created the dot could ever have imagined. I thought maybe the paper cutout of a girl could start becoming real here also. And it seemed like a way to tell that paper girl who cared about popularity and clothes and everything else: ‚You are going to the paper towns. And you are never coming back.'“
(Paper Towns, Seite 294)

Ein langes Zitat, aber in meinen Augen das wichtigste, das Margo im gesamten Buch zu sagen hat. Wir alle haben das Bedürfnis, unser Leben und uns selbst zu etwas Echtem zu machen. Wir möchten wahrhaft leben. Doch manchmal ist uns nicht klar, dass wir nicht wirklich uns ausleben, sondern bloß die Erwartungen erfüllen, die andere von uns haben. Weil wir gemocht und akzeptiert werden möchten. Weil uns das Bild gefällt, das andere von uns haben. Weil wir eine Menge dafür tun würden, dieses Bild zu sein. Dabei ist das natürlich unsinnig. Warum setzen wir uns unter Druck, um andere zufrieden zu stellen? Warum sind wir nicht ehrlich und können uns so akzeptieren, wie wir sind? Ich finde, es ist eine Sache, ein besserer Mensch werden zu wollen, aber eine ganz andere, ein besserer Mensch in den Augen anderer sein zu wollen. Manchmal haben wir Angst vor uns selbst, vor all unseren negativen Eigenschaften. Es erfordert eben Mut, zu sich selbst zu stehen. Aber es lohnt sich.

„When did we see each other face-to-face? Not until you saw into my cracks and I saw into yours. Before that, we were just looking at ideas of each other, like looking at your window shade but never seeing inside. But once the vessel vracks, the light can get in. The light can get out.“
(Paper Towns, Seite 302)

Was Quentin sagen möchte, ist in meinen Augen, dass wir uns manchmal verletzlich und angreifbar machen müssen, um unseren Gegenüber wirklich zu sehen. Vertrauen erzeugt Vertrauen erzeugt Vertrauen. Lasse ich jemanden meine Fehler sehen, lässt er oder sie mich vielleicht auch seine oder ihre sehen und gemeinsam erreichen wir eine neue Ebene der Verbindung.

So viel zu den Zitaten. 🙂 Kommen wir zu Frage 2:

Wie erfolgreich war deine Woche? Hast du nun alle John-Green-Bücher gelesen?

Tja, nicht so erfolgreich, wie ich es gern gehabt hätte. Aber ich habe John Green zumindest kennengelernt und freue mich jetzt darauf, bald „Will Grayson, Will Grayson“ zu lesen. Ich weiß noch nicht, ob ich danach noch weitere Bücher von ihm lesen möchte. Ich werde auf jeden Fall beobachten, was er sonst noch veröffentlichen wird. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich noch eine große Liebe. 😀

Danke an Kim für diese tolle Lesewoche. Es hat wirklich viel Spaß gemacht, auch wenn ich von der DHL sabotiert wurde. 🙂

 
 

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