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Schlagwort-Archive: Yoga

Montagsfrage: Braucht man eigentlich Kochbücher?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Den wortmagieblog gibt es mittlerweile seit sechs Jahren. In all dieser Zeit pflege ich bei jedem Buch, das ich lese, eine feste Routine: Lesen, Notizen verfassen, Buch auf dem Stapel für ausstehende Rezensionen zwischenparken, Rezension schreiben, Buch zurück an seinen Platz im Regal stellen. Repeat. So geht das seit sechs Jahren in Dauerschleife. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie merkwürdig es sich anfühlt, diese Routine zu durchbrechen. Samstagabend habe ich „Gardens of the Moon“ ausgelesen, den ersten Band der bombastischen High Fantasy – Reihe „Malazan Book of the Fallen“ von Steven Erikson. Wer meine Geschichte mit diesem Epos verfolgte, weiß, dass es sich dabei für mich um einen Reread handelt. Ich bin von den deutschen Übersetzungen zum englischen Original gewechselt und fange jetzt noch einmal von vorne an. Im Voraus habe ich allerdings entschieden, die Bände, die ich bereits gelesen habe, nicht erneut zu rezensieren. Dadurch fallen beinahe alle Punkte meines Lesen-Notizen-Rezension-Kreislaufs weg. Ich saß Samstag da und wusste gar nicht, was ich tun sollte, weil es so seltsam war, nicht meine üblichen Schritte zu durchlaufen. Am Ende habe ich doch ein paar Gedanken notiert, nur für mich selbst, denn ich hatte das Gefühl, sonst nicht mit der Lektüre abschließen zu können. Ich möchte nicht riskieren, meine Eindrücke sofort wieder zu vergessen, was früher (vor der Geburt des wortmagieblogs) oft der Fall war. Abgesehen von meiner leichten Verunsicherung, die durch das Abweichen von meiner Routine entstand, war es übrigens eine großartige Leseerfahrung. Auch bei der dritten Lektüre ist das Buch immer noch brillant. Ich bin gespannt, wie sich der weitere Reread gestaltet und ob ich es irgendwann genießen kann, meine Routine ausnahmsweise schleifen zu lassen.
Die Montagsfrage gehört mittlerweile fast eben so lange zu meiner Blog-Routine, also beantworte ich natürlich auch heute die neue Frage von Antonia von Lauter&Leise!

Braucht man eigentlich Kochbücher?

Ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen, aber ich brauche sie nicht. Ich besitze ein richtiges Kochbuch, das ich meiner Erinnerung nach im Hausflur gefunden habe, habe es allerdings noch nie benutzt. Zusätzlich besitze ich eine selbstgeschriebene Rezeptsammlung, die meine Mutter für mich zusammenstellte. Darin sind all die Rezepte meiner Kindheit und Jugend, damit ich sie selbst nachkochen kann. Die verwende ich auch, obwohl ich gestehe, dass ich eigentlich immer dieselben Gerichte daraus koche und diese mittlerweile so ziemlich auswendig kann. Man kann das sicher als Kochbuch gelten lassen, Antonia meint heute allerdings eher die gekaufte Variante mit Hochglanzbildern.

Ich habe erst vor ein paar Jahren angefangen, mir selbst das Kochen beizubringen. Das liegt daran, dass ich sehr früh ausgezogen bin und erst spät das Bedürfnis entwickelte, mich nicht ständig von Fertigprodukten zu ernähren. Anfangs habe ich hauptsächlich am Wochenende für mich und den Lieblingsmenschen gekocht. Damals habe ich oft auf Fixtütchen zurückgegriffen. Mit diesen Tüten braucht man kein Kochbuch, weil das Rezept ja direkt draufsteht. Parallel dazu wagte ich meine ersten tapsigen Schritte bei Chefkoch. Der Lieblingsmensch und ich sind bei der gemeinsamen Essensplanung ziemliche Nieten. Wir können selten weit im Voraus entscheiden, was wir wann essen wollen, also war es meist Samstag, wir hatten beschlossen, dass gekocht werden sollte und mussten dann ein Gericht auswählen. Die Wahl online zu treffen, war für uns schon damals die beste Option, um auf unsere spontanen Gelüste zu reagieren und sie ist es noch. Ein Kochbuch zu kaufen verlangt eine gewisse Zielgerichtetheit, die uns beiden einfach abgeht, denn dazu muss man überlegen, was man vielleicht irgendwann einmal austesten möchte, man muss sicher sein, dass die meisten Rezepte darin den eigenen Geschmack treffen und so weiter und so fort. So sind wir nicht, wir denken erst an unsere kulinarische Versorgung, wenn es akut wird. Das heißt, bereits als ich mit dem Kochen begann, war es für mich nicht naheliegend, ein Buch zu konsultieren.

Dann habe ich Yoga für mich entdeckt. „Was hat das mit dem Kochen zu tun?“, werdet ihr euch fragen. Nun, ich behaupte, dass niemand, der Yoga regelmäßig praktiziert und sich mit der Philosophie dahinter auseinandersetzt, sich dagegen wehren kann oder will, dass die Achtsamkeit, die man auf der Matte erlebt, sich auch in andere Bereiche ausweitet. Das Bedürfnis, gut zu mir selbst zu sein, manifestierte sich bei mir in einem erhöhten Bewusstsein für die Nährstoffe, die ich meinem Körper zuführe. Ich wollte keine Fixtüten mehr verwenden, denn ich kann nicht kontrollieren, was darin alles enthalten ist und das ist ja bekanntermaßen eine Menge Schrott, besonders Konservierungsstoffe, Zucker und Salz in rauen Mengen. Also habe ich eines Tages online nach einem alternativen Rezept für ein Gericht gesucht, das ich sonst immer mit Fixtüte gekocht hatte. Mir eröffnete sich eine ganz neue Welt. Ich hatte damals schon einen Account bei Pinterest, den ich hauptsächlich für Frisuren-Inspirationen nutzte. Mir wurde klar, dass Pinterest sehr viel mehr zu bieten hat und Rezepte dort in Hülle und Fülle zu finden sind, für jede Ernährungsweise, für jeden Anlass, für jeden Geschmack. Seitdem habe ich eine umfangreiche Pinnwand mit hunderten von Rezepten für jede Lebenslage. Ich entdeckte aufwendige Rezepte, Feierabend-Rezepte, vegetarische und vegane Rezepte, Rezepte mit Zutaten, die ich schon längst einmal verwenden wollte (z.B. Kürbis), Pasta-Rezepte, Basis-Rezepte (z.B. für Soßen) – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich erhielt die Möglichkeit, mich deutlich gesünder zu ernähren und begann, wirklich Spaß am Kochen zu empfinden. Meine Experimente in der Küche sind in 99% der Fälle von Erfolg gekrönt, wodurch ich das Selbstbewusstsein entwickelte, meinen Fähigkeiten zu vertrauen.

Dadurch hielt selbstgekochtes Essen auch unter der Woche Einzug. Meist koche ich unter der Woche für mich allein, denn der Lieblingsmensch isst viele Lebensmittel nicht, die ich wahnsinnig lecker finde, darunter Feta, Pilze und Zucchini. Außerdem kann ich so selbst entscheiden, wie oft ich Fleisch essen oder wann ich zum Beispiel auf Kohlenhydrate verzichten möchte. Das ist schwieriger, wenn man Kompromisse schließen muss. Mittlerweile kann ich mir vorstellen, eines Tages hauptsächlich vegetarisch zu leben, ich möchte das aber nicht von heute auf morgen beschließen und Knall auf Fall meine Ernährung umstellen, weil das meiner Ansicht nach wenig Erfolgsaussichten hätte, sondern mich langsam daran gewöhnen, immer weniger Fleisch zu essen. Wurst als Belag habe ich bereits verbannt. Das kann ich vom Lieblingsmenschen nicht verlangen. Der wilde Mix aus Gerichten, den ich heute koche (und ich probiere oft Neues aus, weil es mir einfach Spaß macht), ist mit keinem Kochbuch vereinbar, zumindest habe ich noch keines gefunden, das all meine Vorlieben gleichermaßen aufgreift. Ich müsste mir eine kleine Bibliothek aus Kochbüchern zulegen, um dieselbe Vielfalt zu erreichen, die Pinterest mir bietet. Ich sehe keinen Grund, das zu tun, weil das ganz schön ins Geld ginge. Kochbücher sind nämlich oft teuer. Warum sollte ich ein kleines Vermögen ausgeben, wenn ich Abwechslung in der Küche auch erreichen kann, ohne einen einzigen Cent zu investieren?

Darüber hinaus habe ich auch keinen Bezug zu Kochbüchern. Ihre Verwendung wurde mir nicht vorgelebt. Meine Mutter greift beim Kochen eher auf Rezepte zurück, die sie entweder schon seit Jahrzehnten kennt oder die sie in Zeitschriften findet, ausschneidet und ihrem eigenen Ordner hinzufügt. Demzufolge ist es für mich völlig natürlich, eine eigene (digitale) Sammlung anzulegen, weil ich das so von Zuhause kenne. Ich kann mich nur an eine Handvoll Situationen erinnern, in der ich Mama mit einem Kochbuch gesehen habe und das waren dann meist Werke, die sie seit DDR-Zeiten besitzt. Die Hochglanzvariante, auf die Antonia anspielt, gab es in unserem Haushalt nicht.

Antonia verlangt, das Kochbücher heute in der Konkurrenz zu Online-Rezepten mehr bieten müssen als bloße Kochanleitungen. Sie möchte, dass Kochbücher im Grunde die gesamte Kultur des Selbstkochens vermitteln, also alles, was damit zusammenhängt, vom günstigen Einkauf gesunder Zutaten bis zur Frage, warum man eigentlich lieber selbst kochen sollte. Ich befürworte das, weil es ja bekannt ist, dass unsere gesellschaftlichen Ernährungsgewohnheiten den Bach runtergehen. Das Ergebnis einer wohlhabenden, bequemen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Kinder, die immer dicker werden, nicht mehr wissen, dass Erdbeeren zu Weihnachten nicht normal sind und echte Kühe keine lila Flecken haben. Jede Möglichkeit, gesunde Ernährung zu propagieren und den Menschen beizubringen, wie man diese ins eigene Leben integrieren kann, sollte genutzt werden. Das ist zwar nicht die Lösung des Problems, weil nur Personen, die ohnehin schon ein Interesse daran haben, ein solches Kochbuch kaufen werden, aber es ist sicher hilfreich, diesen Personen einen Leitfaden an die Hand zu geben. Ich persönlich habe dennoch keinen Bedarf. Vielleicht liegt das daran, dass ich etwas älter bin als Antonia, wahrscheinlicher finde ich allerdings, dass ich einfach einen anderen Hintergrund habe.

Erstens wurde mir maßvolle, gesunde Ernährung von Kindesbeinen an mitgegeben. Meine Mutter hat immer viel selbst gekocht. Zweitens bin ich mit dem Grundsatz aufgewachsen, dass überall gespart werden kann, nur nicht am Essen und an diese kleine private Regel halten sich der Lieblingsmensch und ich bis heute. Bio-Lebensmittel sind teurer, aber das ist es Wert, sich durch ihre Verwendung besser zu fühlen. Drittens habe ich meinen Papa früher recht häufig zum Einkaufen begleitet. Er brachte mir bei, wie man Obst und Gemüse auswählt, Preise vergleicht, ja sogar, wie man eine Einkaufstasche sinnvoll und platzsparend packt. Viertens ist die Philosophie des Yoga eine starke Motivation, mich besser um mich selbst zu kümmern und darüber nachzudenken, wie ich meinen Körper behandle. Auf der Matte achtsam zu sein und zu erleben, wie gut sich das anfühlt, weckt in mir an jedem Tag das Bedürfnis, diese Achtsamkeit grundsätzlich auszuüben und mir auch die Zeit dafür zu nehmen, um meiner selbst willen. Fünftens ist der beste Weg, sich daran zu gewöhnen, öfter selbst zu kochen, es einfach zu tun. Wenn Rezepte gelingen, wenn man auf dem Teller ein wohlschmeckendes Essen vorfindet, dessen Zutaten man bis ins kleinste Detail kennt, für das man selbst gearbeitet hat, ist das ein großartiges Gefühl, ein Erfolgserlebnis. Spaß in der Küche entsteht, wenn man weiß, was man tut und nicht bei jedem Schritt unsicher ist, das ist zumindest meine Erfahrung. Ich hatte früher keinen Spaß am Kochen, weil dieser Akt immer mit viel Anspannung verbunden war. Wird es schmecken? Wie viel Salz muss da eigentlich ran? Wann muss ich die Soße ansetzen, damit alles gleichzeitig fertig ist? Und wie zerlegt man überhaupt einen Brokkoli? Diese Fragen beantwortete ich mir Stück für Stück, indem ich Erkenntnisse sammelte oder mir von Google helfen ließ, weil die Weiten des Internets deutlich besser dazu geeignet sind, spezifische Schwierigkeiten zeitnah aus dem Weg zu räumen. Ich weiß heute, wie ich mich beim Kochen am wohlsten fühle, Stress vermeide und wie ich mit Gewürzen und Zutaten umgehen muss.

Diese Punkte hätte mir kein Kochbuch der Welt beibringen können. Heute käme ich nie auf die Idee, mir ein Kochbuch zu kaufen, weil ich es eben nicht muss und nicht brauche. Pinterest has my back.

Verwendet ihr Kochbücher?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen genialen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Verlesene Urlaube?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe es geschafft! Der Weiße Wal ist besiegt! Am Samstag habe ich „Moby Dick“ von Herman Melville ausgelesen. Ja, es war langatmig. Manchmal auch ganz schön langweilig. Aber insgesamt fand ich die Lektüre wesentlich verdaulicher, als ich befürchtet hatte. Mehr dazu dann natürlich in der ausstehenden Rezension. Ich wollte euch nur berichten, dass ich den Kampf mit „Moby Dick“ nicht nur überlebt habe, sondern glorreich triumphierte! 😀
Getragen von diesem Hochgefühl starte ich heute in die neue Woche, natürlich wie immer mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Sollte man auf Reisen lesen?

Urlaubsfragen kann ich leider nur theoretisch beantworten, weil ich Chilli zuliebe meinen Urlaub ja maximal auf Balkonien verbringe. Ich fahre nicht weg. Ich finde es einfach nicht richtig, sie wegzugeben, um mir eine schöne Zeit machen zu können. Ich mache mir lieber eine schöne Zeit mit ihr. Seit sie schlagartig alt wurde und ihr ihre Knochen und Gelenke solche Probleme bereiten, dass sie an manchen Tagen kaum laufen kann, ist die Helikopter-Hundemama in mir außerdem mehr denn je überzeugt, dass niemand angemessen für sie sorgen kann außer mir selbst und meinem Ehemann. Ich hätte im Urlaub keine ruhige Minute, weil ich mir permanent Sorgen machen würde. Ich habe ihr versprochen, dass ich sie bis zu ihrem Lebensende niemals länger weggebe, als es unbedingt nötig ist. Eine Urlaubsreise ist nicht unbedingt nötig.

Dennoch gestehe ich, dass ich in den letzten Jahren durchaus zunehmendes Fernweh verspüre, womit wir jetzt auch zur Frage kommen. Ich kann mir vorstellen, recht bald nach Chillis Tod eine Reise zu unternehmen, um zu entspannnen, wieder zu mir zu finden und in einer Umgebung zu trauern, die mich nicht die ganze Zeit an sie erinnert. In meiner Fantasie besteht dieser Urlaub aus Sonne, weißem Sandstrand, türkisblauem Meer, Schlafen, Essen, Yoga und eben ganz viel Lesen. Genau darin liegt für mich die Antwort auf die heutige Frage: es kommt darauf an, was für einen Urlaub man plant, wohin man fährt oder fliegt und welchen Zweck er erfüllen soll. Sollte ich diesen Trip tatsächlich buchen, werde ich ins Reisebüro marschieren und der netten Person hinter dem Tresen sagen, dass ich an den wundervollsten, langweiligsten Ort der Welt fliegen möchte. Keine Kultur. Keine Ausflüge. Hübsch anzusehen, aber ohne Tiefgang. An so einem Ort ist es überhaupt nicht schlimm, den Urlaub zu verlesen.

Reisen, die hingegen dazu gedacht sind, Entspannung und Kultur zu vereinen, sollten meiner Meinung nach nicht ausschließlich hinter den Seiten eines Buches verlebt werden. Es ist völlig okay, Strandtage einzuplanen und dafür ausreichend Lesestoff mitzunehmen, doch ich denke, wenn man schon in einem fremden Land ist, das auf eine reiche Geschichte zurückblickt, sollte man sich auch bemühen, dieses Land kennenzulernen. Ich träume zum Beispiel schon lange von einer Reise nach Schottland oder Irland, was aktuell mit Hund aufgrund der Quarantänebestimmungen ziemlich unmöglich ist. Mal davon abgesehen, dass ich vermutlich keine Strandtage organisieren würde, möchte ich dort in Land, Natur, Leute, Kultur und Mythologie eintauchen. Ich möchte etwas erleben, alle Eindrücke tief in mich aufsaugen und das geht hinter einem Buch einfach nicht. Also würde ich auf exzessives Lesen verzichten, um nichts zu verpassen.

Man erfährt die Welt nicht, wenn man ihr entflieht. Lesen ist eine Form der Realitätsflucht. Ein Urlaub, der der Konfrontation mit der vergangenen und gegenwärtigen Realität des jeweiligen Landes gewidmet ist, sollte meiner Ansicht nach deshalb nicht verschwendet werden, indem man ihr entschwindet.

Was haltet ihr von verlesenen Urlauben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen jubeltollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Inspirationsquelle?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich melde mich heute kurz aus meinem Rezensionsurlaub, um die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja zu beantworten. Ich muss sagen, bisher tut es mir wirklich gut, mal nicht gehetzt von einer Rezension zur nächsten zu springen und mir keine Gedanken über Veröffentlichungstermine machen zu müssen. Ich genieße das. Vielleicht verlängere ich meinen produktiven Urlaub sogar noch etwas. Ich denke drüber nach und halte euch auf dem Laufenden. 😉

Inspirieren dich beim Lesen die Handlungen mancher Figuren für dein eigenes Leben oder trennst du Fiktion strikt davon, weil es nicht real ist?

Ich denke schon, dass mich fiktive Figuren in Büchern manchmal inspirieren, allerdings eher indirekt. Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich irgendwann einmal dachte „Stimmt, das könnte ich eigentlich auch machen“. Aktiv beeinflussen sie vielleicht meine Lektüreauswahl, weil ich hin und wieder mal eines der Bücher, die eine Romanfigur liest, ebenfalls lesen möchte. Doch darüber hinaus sind es wohl hauptsächlich bestimmte Verhaltensweisen und Werte, die ich auf mein eigenes Leben übertrage. Mut, Ehrlichkeit, Loyalität, Toleranz – diese Tugenden spielen in vielen Geschichten eine Rolle und ich bemühe mich redlich, mir ein Beispiel an meinen fiktiven Held_innen zu nehmen.  Ich glaube ganz fest daran, dass man durch das Lesen zu einem besseren Menschen werden kann, wenn man offen für die Botschaften der Autor_innen ist.

Möchte man die reale Welt verändern, muss man bei sich selbst anfangen. Das ist nicht immer leicht, aber ich versuche, Negativität aus meinem Leben zu verbannen. Grundsätzlich. Keine fiesen Gedanken, weder in Bezug auf mich selbst, noch in Bezug auf andere Menschen. Im Alltag übe ich das durch kleine mentale Spiele. Bin ich unterwegs, begegne ich natürlich zwangsläufig anderen Menschen. Egal, wer mir entgegenkommt oder gegenübersitzt, ich versuche, irgendetwas Positives an dieser Person zu finden, für das ich ihm oder ihr dann still in meinem Kopf ein Kompliment ausspreche. Dadurch hindere ich mich selbst daran, von den Menschen genervt zu sein oder gedanklich über sie zu lästern.
Für mich selbst hilft mir meine tägliche Yoga-Praxis, mich so zu akzeptieren, wie ich bin und mich gut zu fühlen. Find what feels good. Exhale the Bullshit.
Doch das Leben besteht eben nicht nur aus Alltag, immer wieder sind wir mit außergewöhnlichen Situationen konfrontiert, die uns schnell wie eine Katastrophe erscheinen. In solchen Momenten helfen mir meine Romanheld_innen. Die haben nämlich oft Probleme eines ganz anderen Kalibers zu lösen. Mache ich mir das bewusst, relativiert das die Herausforderungen meines Lebens. Ich denke „Wenn XY das schaffen konnte, schaffst du auch jenes“. Ich ziehe mich an ihnen hoch und sammle dadurch den Mut, weiterzumachen und mich meinen Problemen oder Krisen zu stellen. Also ja, insofern lasse ich mich durchaus von fiktiven Figuren inspirieren. 🙂

Beeinflussen euch die Handlungsweisen fiktiver Figuren?

Ich freue mich wie immer auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Top 5 auf der Leseliste?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Habt ihr mitbekommen, dass dieses Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben wird? Das ist das erste Mal seit 75 Jahren der Fall! Anscheinend ist das Komitee in eine weitreichende Belästigungs- und Korruptionsaffäre verwickelt, sodass seine Neutralität nicht länger gegeben ist. 2019 soll der Preis dafür dann doppelt vergeben werden. Ich habe die Meldung bisher nur im Radio gehört, daher fällt es mir noch etwas schwer, mir vorzustellen, was da hinter den Kulissen der Schwedischen Akademie abgelaufen ist. Wer hat da wen belästigt/bestochen/genötigt und wofür? Geht es da wirklich um die Auszeichnung herausragender Literaten oder hat der Eklat gar nichts mit der Vergabe an sich zu tun? Ich muss mich unbedint näher mit den Details beschäftigen, denn ich finde, als gut informierter Bücherwurm ist es meine Pflicht, darüber Bescheid zu wissen. Falls jemand von euch da besser im Bilde sein sollte – klärt mich gern auf.
Ebenfalls Bescheid wissen sollte ich über die aktuelle Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja, die heute folgendes wissen möchte:

Welche Bücher sind aktuell die Top 5 auf eurer Leseliste?

Ich muss euch enttäuschen. Ich kann die heutige Frage nicht beantworten. Ich führe keine Leselisten. Ich weiß, dass viele von euch diese Organisation des eigenen Leseverhaltens als nützlich und hilfreich erachten, aber für mich ist es keine Option. Ich entscheide immer aus dem Bauch heraus, welches Buch ich als nächstes lesen möchte. Ich lege mich nur sehr, sehr, sehr selten vorher fest. Tatsächlich befinde ich mich just in diesem Moment in der Situation, dass ich meine nächste Lektüre auswählen muss. Ich durchforste dafür meine digitale Bibliothek und lausche auf die Signale, die mein Bauch mir sendet. Ich versuche, meinen Kopf völlig auszuschalten, denn der ist diesbezüglich eine ahnungslose, bedauernswerte Blindschleiche. Er hat keinen blassen Schimmer, welche literarischen Bedürfnisse in mir schlummern. Er fährt nur mit vollkommen nutzlosen rationalen Ratschlägen auf. Zum Beispiel möchte er mich darauf hinweisen, wie viele englische Bücher ich im Vergleich zu deutschen Büchern gelesen habe und drängt mich, die Ausgewogenheit im Auge zu behalten. Er möchte nicht, dass ich als nächstes einen Einzelband von Robert Jackson Bennett lese, weil meine letzte Reise mit diesem Autor ja noch nicht so lange her ist und ich schließlich auf Abwechslung achten sollte. Niedlich, oder? Wie ein Hund, der versucht, mit einem Stock im Maul durch eine Tür zu gehen.
Im Endeffekt kann ich mich nur auf meinen Bauch verlassen, was die Lektüreauswahl betrifft. Er ist meine Wunderwaffe, der Superheld, der immer Die Antwort (Großschreibung beabsichtigt) kennt. Bald komponiert ihm jemand eine Erkennungsmelodie und schneidert ein schickes Kostüm. Eine Leseliste widerspricht seinem Vorgehen, weil das bedeuten würde, meine akuten Vorlieben im Voraus zu kennen, was einfach nicht möglich ist. Niemand weiß, was ich als nächstes lesen möchte, bis es soweit ist. Spontanität ist das A und O, weil meine Leseentscheidungen pure Momentaufnahmen sind. Ich lasse mich von meiner Intuition leiten, höre zu, was mein tiefstes Inneres mir mitzuteilen hat. Im Yoga sagt man, man versucht, eine Verbindung zu sich selbst herzustellen. Genau das strebe ich auch bei der Lektüreauswahl an. Mit einer Liste klappt das nicht, weil sie… steril ist. Vorgefertigt. Sie spricht nicht zu mir, so doof das klingt. Sie verursacht mir nur ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich nicht an die im Voraus getroffenen Entscheidungen halten möchte, während sich der Bauch im Hintergrund scheckig lacht und in unregelmäßigen Abständen „Ich hab’s dir gleich gesagt“ hervorprustet. Leselisten beinhalten für mich nur unnötigen Druck und Frust. Also verzichte ich auf diese Form der Organisation. Seltsam. Das ist vielleicht der einzige Aspekt in meinem Leben, in dem ich mich wirklich völlig spontan verhalte.

Welche 5 Bücher führen eure Leseliste an, falls ihr eine pflegt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen grandiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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