RSS

Schlagwort-Archive: Wirtschaft

Aileen P. Roberts – Das magische Portal

Rezensionsheader Das magische Portal

Aileen P. Roberts war das Pseudonym der deutschen Fantastik-Autorin Claudia Lössl, die tragischerweise im Alter von 40 Jahren am 05. Dezember 2015 verstarb. Sie hinterließ ihren Ehemann Stephan, mit dem sie unter dem Sammelpseudonym C.S. West ebenfalls fantastische Romane verfasste, und ihre Tochter. Die Schriftstellerin litt unter einer schweren Krankheit, wovon offenbar nicht einmal ihr Verlag Goldmann Kenntnis hatte. Die Nachricht ihres Todes überraschte Fans wie Verleger gleichermaßen. Ich möchte ihrer Familie an dieser Stelle mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Ich wusste nicht, dass sie nicht mehr unter uns weilt, als ich „Das magische Portal“, den ersten Band der „Weltennebel“-Trilogie, las. Durch ihre Bücher bleibt sie auf ewig in Erinnerung.

Was hat die unscheinbare Mia bloß an sich, dass sich Darian zu ihr hingezogen fühlt? Weder entspricht sie seinem Typ, noch verkehrt sie in denselben sozialen Kreisen. Er ist beliebt und wohlhabend, sie hingegen wird von allen „die Vogelscheuche“ genannt. Als sie sich auf einer Studienreise nach Schottland näherkommen, erkennt Darian, dass sein Interesse an Mia über eine harmlose Schwärmerei hinausgeht. Sie verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: sie ist kein Mensch. Sie stammt aus einem magischen Land namens Albany, dessen königliche Familie vor 25 Jahren Opfer einer heimtückischen Verschwörung wurde. Nur der jüngste Prinz überlebte und wurde durch den Weltennebel in Sicherheit gebracht. Von Verzweiflung getrieben offenbart sie Darian die Wahrheit: er ist Albanys verschollener Prinz, der Thronerbe und muss schnellstmöglich zurückkehren, um sein geknechtetes Volk zu erlösen. Obwohl Mias Geschichte verrückt klingt, glaubt Darian ihr. Doch die Reise nach Albany fordert Opfer und schon bald muss Darian einsehen, dass er in seiner Heimat vielleicht nicht willkommen ist…

👉 Weiterlesen

Werbeanzeigen
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Markus Heitz – AERA: Die Rückkehr der Götter

2012, als sich alle Welt wegen des Mayakalenders in die Hose machte, beschäftigte sich der Fantastik-Autor Markus Heitz mit den damit verbundenen Vorhersagen. Er fand heraus, dass dort keineswegs die Rede vom Weltuntergang war. Vielmehr versprachen die Prophezeiungen Veränderung. Er grübelte, was in unserer modernen Zeit als gravierende Veränderung durchgehen könnte. Eine Idee nahm Gestalt an: eine reelle Manifestation antiker Götter. Doch sein Zeitplan ließ es nicht zu, sie sofort umzusetzen. Erst 2015 hatte Heitz genug Luft, um sich diesem Gedankenspiel zu widmen. Dann sollte es schnell gehen. Er entschied, „AERA: Die Rückkehr der Götter in 10 E-Book-Episoden zu veröffentlichen und die Printausgabe hintenanzustellen. Da ich Printausgaben jedoch bevorzuge, wartete ich auf das Taschenbuch und las die irre Geschichte 2018 am Stück.

Die Welt erbebt im Angesicht göttlicher Präsenz. Sieben Jahre ist es her, seit die antiken Götter zurückkehrten und die Menschheit ins Chaos stürzten. Sie eroberten die Moderne im Sturm, lösten Kriege aus und demonstrierten ihre uneingeschränkte Macht. Im Jahr 2019 hat sich die Lage beruhigt. Eine neue Ordnung ist entstanden. Doch einige Zweifler gibt es noch immer. Malleus Borreau blieb Atheist. Er glaubt nicht, dass es sich bei den Entitäten, denen aufopferungsvoll gehuldigt wird, wahrhaft um Götter handelt. Sein Misstrauen stigmatisiert ihn als Außenseiter und ist das Geheimnis seines beruflichen Erfolgs. Als Ermittler bei Interpol untersucht er Verbrechen, die mit den Göttern in Zusammenhang stehen. Sein neuster Fall bringt jedoch sogar seine ehernen Überzeugungen ins Wanken. Auf der ganzen Welt verschwinden religiöse Artefakte. Leichen bezeugen die Skrupellosigkeit der Diebe und an den Tatorten taucht ein rätselhaftes Symbol auf. Ein Symbol, das Malleus schon einmal gesehen hat und das ihm noch immer Albträume beschert…

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Jane Nickerson – Strands of Bronze and Gold

Als Kind fürchtete ich mich schrecklich vor dem Märchen „Blaubart“. Die unheimliche Geschichte des reichen Adligen, der seine Ehefrauen ermordet und ihre Köpfe aufbewahrt, jagte mir eine Heidenangst ein. Ursprünglich stammt das Märchen von dem französischen Autor Charles Perrault aus dem Jahr 1697; historisches Vorbild für die Figur des Blaubart war der Serienmörder Gilles de Rais, ein Mitstreiter von Jeanne d’Arc. Heute fasziniert mich das grausame Märchen, weil es erstaunlich sexualisierte Lesarten zulässt und die Moral der Erzählung eher Erwachsene als Kinder anspricht. „Strands of Bronze and Gold“ von Jane Nickerson ist eine Adaption von „Blaubart“, die in den Südstaaten der USA in der Mitte des 19. Jahrhunderts spielt.

1855: Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 17-jährige Sophie Petheram zu ihrem Paten. Obwohl sie ihn noch nie gesehen hat, ist sie bereit, im Herzen Mississippis ein neues Leben zu beginnen. Das opulente Anwesen Wyndriven Abbey entzückt Sophie. All ihre Träume von Reichtum und Luxus scheinen sich zu erfüllen und ihr Pate, Monsieur Bernard de Cressac, ist ein attraktiver, kultivierter Gentleman, dessen charmante Komplimente Sophie schmeicheln. Abend für Abend essen sie gemeinsam, doch tagsüber ist sie sich selbst überlassen. Gelangweilt streift sie durch die langen Flure des Anwesens. In einem der zahllosen Zimmer entdeckt sie Kleider, Erinnerungsstücke und Gemälde von drei Damen. Sophie wusste, dass Monsieur de Cressac Witwer ist, aber sie ahnte nicht, dass er bereits dreimal verheiratet war. Ein kalter Schauer erfasst sie, als ihr auffällt, dass alle drei Frauen rotes Haar hatten – wie sie. Was ist mit ihnen geschehen? Warum ist Sophie wirklich in Wyndriven Abbey? Beunruhigt erforscht sie die Vergangenheit ihres Paten und erkennt, dass sie sich in einem goldenen Käfig befindet, den sie vielleicht nie mehr verlassen kann…

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Naomi Alderman – The Power

2012 wurde die aufstrebende britische Autorin Naomi Alderman für das Mentorenprogramm der Rolex Arts Initiative ausgewählt und ein Jahr lang von der preisgekrönten kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood betreut. Damals hatte Alderman gerade ihren dritten Roman veröffentlicht und steckte mitten in der Konzeption ihres nächsten Buches. Atwood und Alderman verbrachten viel Zeit miteinander. Sie begannen, eine gemeinsame Kurzgeschichte über Zombies zu schreiben, die online veröffentlicht werden sollte. Den Anstoß hierfür lieferte Atwood, inspiriert von Aldermans zweiter Karriere als Spieldesignerin der populären Fitness-App Zombies, Run!. Parallel unterstützte sie ihren Protegé bei ihrem neuen Projekt. Das Ergebnis ihrer intensiven Zusammenarbeit waren „The Happy Zombie Sunrise Home“ und, 3 Jahre nach Abschluss des Mentorenprogramms, der Science-Fiction Roman „The Power“.

Es geschieht über Nacht. Die Revolution beginnt mit dem elektrischen Knistern an den Fingerspitzen eines jungen Mädchens. Es breitet sich aus, rasend schnell. Überall erwacht die Gabe der Frauen und verleiht ihnen Macht. Die Macht, zu verletzen. Die Macht, zu töten. Die Welt verändert sich. Die Ära der Frauen ist angebrochen. Stück für Stück erobern sie, was ihnen zusteht. Notfalls mit Gewalt. Doch wie viel weibliche Macht kann die Welt ertragen?

👉 Weiterlesen

 
4 Kommentare

Verfasst von - 24. Juli 2018 in Rezension, Science-Fiction

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Susie Orbach – Bodies: Schlachtfelder der Schönheit

Susie Orbach ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Psychoanalyse und der Psychotherapie. Als Expertin für Essstörungen und das enge Verhältnis von Körper und Selbstwertgefühl führt sie seit Jahrzehnten eine Praxis in London, gründete 1976 das „Women’s Therapy Centre“, veröffentlichte mehrere Bücher (darunter der Bestseller „Anti-Diät-Buch“) und behandelte Prinzessin Diana wegen ihrer Bulimie. Sie ist eine engagierte Feministin, die unermüdlich die Prozesse unserer Gesellschaft demaskiert, die unser Körpergefühl zielgerichtet unterminieren, Unsicherheiten bewusst provozieren, aus selbigen profitieren und uns in einen Krieg gegen den eigenen Körper treiben. Sie trug entscheidend zur feministischen Debatte bei, in der das Empfinden von Körperlichkeit heute mehr denn je als essenzieller Faktor für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit angesehen wird.

👉 Weiterlesen

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Arne Dahl – Neid

Der schwedische Autor Arne Dahl heißt eigentlich Jan Lennert Arnald. Ich vermute, dass er ein weiches Pseudonym nutzt, weil er seine schriftstellerische Tätigkeit von seiner Arbeit als Literaturwissenschaftler für die Schwedische Akademie, die jährlich den Nobelpreis für Literatur vergibt, trennen will. Aktuell gehört Arnald nicht zum Nobelkomitee und ich konnte leider nicht herausfinden, ob er in der Vergangenheit mit der Auswahl der Preisträger betraut war, aber die Vorstellung ist schon ziemlich cool.
Sein Pseudonym Arne Dahl, das meiner Ansicht nach übrigens wesentlich einprägsamer ist als Jan Lennert Arnald, kenne ich als Autor der politischen Thriller-Reihe „Opcop“, auf die mich mein Vater 2015 aufmerksam machte. Vom dritten Band „Neid“ erwartete ich erneut eine spannende, extrem intelligente Handlung voller politischer Implikationen.

Einem dänischen Wissenschaftler wird in Stockholm auf offener Straße die Kehle durchgeschnitten. Der Mord gleicht einer Hinrichtung, brutal, provokant und inszeniert. Der wichtigste Zeuge floh unbemerkt vom Tatort: ein rumänischer Bettler, der das Smartphone des Toten an sich nahm und jetzt im Besitz hochsensibler Daten ist, die ihn ebenfalls das Leben kosten könnten. Leider will der europäischen Operativeinheit Opcop niemand verraten, an welchem geheimen, brisanten Projekt der Wissenschaftler zuletzt arbeitete. Der verschwundene Rumäne ist ihre beste Spur, da Opcop bereits mit Hochdruck gegen die Bettlermafia und den europäischen Menschenhandel ermittelt.
Währenddessen wird die französische EU-Parlamentarierin Marianne Baillard mit kompromittierenden Fotos erpresst und bedroht. Sie plant, einen Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen, der ganz Europa verändern würde. Wer würde über Leichen gehen, um sie aufzuhalten?
Irgendwie sind beide Fälle miteinander verbunden. Nun liegt es bei der Opcop-Gruppe, herauszufinden, welche Parallelen bestehen, bevor weitere Menschen sterben.

👉 Weiterlesen

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 25. Juli 2017 in Politik, Rezension, Thriller

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Marissa Meyer – Cinder

2016-11-25-meyer-cinder

Ein metallener Fuß, eine metallene Hand, Chips und Drähte unter ihrer Haut – Cinder ist ein Cyborg. Glaubt man der Gesellschaft, ist sie wertlos, weil sie kein richtiger Mensch mehr ist. Ihre Stiefmutter Adri teilt diese Meinung. Jeden Tag lässt sie Cinder spüren, dass die Vormundschaft für sie eine Belastung ist, während sie ihre leiblichen Töchter nach Strich und Faden verwöhnt. Ihr Repertoire neuer Schikanen ist endlos. Dankbar für jede Gelegenheit, Adri zu entkommen, verbringt Cinder den Großteil ihrer Zeit in ihrem kleinen Laden auf dem Markt in Neu-Beijing. Sie nutzt ihr beachtliches Talent als Mechanikerin, um hier etwas Geld zu verdienen. Nie hätte sie angenommen, dass ihr tadelloser Ruf bis in den Palast reichen könnte. Sie fällt fast in Ohnmacht, als eines Tages Kronprinz Kai vor ihr steht und sie bittet, seine beschädigte Androidin zu reparieren. Schon bald könnte aus dem Prinzen der neue Kaiser des Eastern Commonwealth werden, denn sein Vater, Kaiser Rikan, liegt im Sterben, infiziert von der Seuche, die bereits Tausende seiner Untertanen dahinraffte. Cinder nimmt den royalen Auftrag an, unwissend, dass sie damit eine Lawine interstellaren Ausmaßes lostritt. Denn in Cinders verschütteter Vergangenheit liegen Geheimnisse, von denen sie nichts ahnt. Geheimnisse, die nicht nur ihr Leben, sondern auch die Beziehungen zu Luna, dem Königreich des Mondes und somit die Zukunft der gesamten Erde bedrohen. Cinder mag kein richtiger Mensch mehr sein. Aber wertlos ist sie nicht.

>>> Weiterlesen

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Montagsfrage: Fiktion vs. Non-Fiktion?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich freue mich, dass meine neue Kategorie „Literarisches Kochen“ gut bei euch ankam! Das Sturmwelten Curry erhielt einige Likes, woraus ich mal schließe, dass es euch nicht stört, wenn auf einem Buchblog auch mal gekocht wird. 😉 Voraussichtlich werde ich am kommenden Samstag das nächste Rezept ausprobieren. Ich möchte dem Lieblingsmenschen eine Freude machen. Ich habe mich noch nicht für ein Gericht entschieden, also lasst euch überraschen, was es wird. 😉
Bis zum Wochenende ist es allerdings noch ein bisschen hin, heute ist ja gerade mal Montag und somit Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Wie ist bei dir das Verhältnis zwischen Fiktion und Non-Fiktion, wenn du dein Leseverhalten betrachtest?

Ich würde behaupten, das Verhältnis pendelt sich etwa bei 85:15 ein. Die Fiktion überwiegt bei weitem. Die Non-Fiktion schleicht sich eher still und heimlich in mein Leseleben. Ich lese sehr, sehr selten Sachbücher, Biografien oder ähnliches. Ginge es ausschließlich nach diesen Genres, läge das Verhältnis vermutlich bei 95:5. Fiktive Geschichten machen mir einfach mehr Spaß. Aber – und das ist ein dickes, fettes Aber – das beinhaltet eben auch Fiktion, die mit non-fiktiven, reellen Fakten untermauert ist. In politischen Thrillern trifft man diese Mischung oft. Erst gestern habe ich mich mit meinen Eltern darüber unterhalten, dass ich gern Bücher lese, die mir durch eine fiktive Erzählung etwas über Geschichte, Wirtschaft und Politik beibringen. Es fällt mir leichter, auf diese Weise zu lernen, als einen Wikipedia-Artikel nach dem anderen zu wälzen. Spannend verpacktes Wissen bleibt in meinem Kopf besser hängen. Ich versuche, so all die Punkte abzudecken, die meine Schulbildung ausklammerte, die mich interessieren und die meiner Ansicht nach bedeutsam für ein umfassendes Verständnis der aktuellen Weltlage sind. Es ist mir wichtig, zu begreifen, was auf der Welt passiert und dank toller politischer Autor_innen wie zum Beispiel Tom Rob Smith, Arne Dahl oder Frank Schätzing muss ich dafür keine trockenen Abhandlungen lesen, sondern kann die Vorzüge der Fiktion genießen. Ich lerne beiläufig, nebenbei, was es sehr viel einfacher macht, komplizierte Zusammenhänge zu verinnerlichen. Oftmals spreche ich parallel zur oder nach der Lektüre mit meinen Eltern über das Gelesene, um den Bezug zur Gegenwart und Realität zu verhärten und zu intensivieren. Ich frage so lange nach, bis ich glaube, mir ein Gesamtbild machen zu können. Das heißt, obwohl ich selten zu Literatur greife, die keine fiktive Geschichte erzählt, ist die Non-Fiktion trotzdem präsent und ich bin dankbar dafür, dass ich mein Wissen auf diese Weise erweitern kann.

Wie präsent ist die Non-Fiktion in eurem Leseleben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

K.J. Parker – Sharps

2015-07-17 - Parker - Sharps

K.J. Parker ist ein Pseudonym. 17 Jahre schrieb der britische Autor Tom Holt unerkannt unter diesem Namen. Im April dieses Jahres wurde das Geheimnis gelüftet. Der Autor historischer Romane Tom Holt erfand K.J. Parker, um vorurteilsfrei schreiben zu können. Er wollte ernst genommen werden, weil seine Karriere mit humoristischer Fantasy begann. Dieser Schritt war sehr erfolgreich, denn er gewann mit seinen Fantasy-Romanen zwei Awards und wurde für zahlreiche weitere nominiert. „Sharps“ war mein erster Berührungspunkt mit der Arbeit K.J. Parkers, den ich gern als vollwertige, wenn auch fiktive Persönlichkeit akzeptiere.

40 lange, blutige Jahre lagen die Nationen Scheria und Permia im Krieg. Nun wird nicht mehr gekämpft, von Einigkeit sind die beiden Länder jedoch weit entfernt. Um den Frieden zwischen ihnen zu stabilisieren, wird ein Fechtteam aus Scheria nach Permia geschickt. Vier FechterInnen, ihr Teambetreuer und ein politischer Offizieller sollen dem ehemaligen Feind die Hand reichen und durch den populären Sport zur Völkerverständigung beitragen. Die Tour bietet dem Team allerdings weder Spaß noch die Möglichkeit, wirklich mit dem Volk Permias in Kontakt zu kommen. Es häufen sich Ungereimtheiten und unliebsame Zwischenfälle, Blut wird vergossen. Die FechterInnen werden zu Spielbällen der Politik beider Länder, deren Mächte die Friedensmission zu korrumpieren gedenken. Können sie ihre Mission trotz dessen zum Erfolg führen und so einen erneuten Krieg verhindern?

Wow, was für ein anspruchsvolles, intelligentes Buch. „Sharps“ muss sich hinter all den komplexen Fantasy – Reihen definitiv nicht verstecken – obwohl es ein Einzelband ist. Die Brillanz dieser Geschichte liegt eindeutig in der detailreichen Darstellung politischer und wirtschaftlicher Umstände, Konsequenzen und Intrigen. Die tatsächliche Handlung spielt sich im Hintergrund und oft im Geheimen ab; was K.J. Parker schwarz auf weiß niederschrieb, sind die Folgen dieser versteckten Handlung. Auf diese Weise ergibt sich ein äußerst spannungsgeladenes Gesamtbild, das ich in seiner Struktur ungewöhnlich und beeindruckend finde. Ich glaube nicht, dass ich schon einmal einen ähnlich weitsichtigen, erwachsenen Low Fantasy – Roman gelesen habe. „Sharps“ war eine Herausforderung; nicht nur hinsichtlich der englischen Sprache, sondern auch bezüglich der beschriebenen politischen Situation. Der noch immer schwelende Konflikt zwischen Scheria und Permia ist kompliziert, da es in beiden Ländern verschiedene Strömungen gibt, die völlig entgegen gesetzte Interessen verfolgen. Die Wirtschaft wünscht sich Frieden, weil Krieg ein teures Unterfangen ist, das den Zugriff auf wichtige Rohstoffvorkommen verhindert. Die alte Militäraristokratie hingegen möchte die Macht der Wirtschaft beschneiden und selbst erneut die Führung übernehmen, die sie im Laufe des Krieges an Banken und Minenbesitzer verlor. Beide Länder sind so gut wie bankrott und durchleben eine Phase der Schwäche und Unsicherheit, solange der Frieden nicht bindend festgeschrieben ist. Aus dieser Ausgangslage heraus wird das Fechtteam aus Scheria ins ehemals feindliche Permia geschickt, als Zeichen des guten Willens. Das Team selbst ist ein zusammengewürfelter Haufen von Menschen, deren patriotische Gefühle keinesfalls ausreichend sind, um für den Traum der Einheit Scherias und Permias mit dem Degen zu kämpfen. Sie alle wurden mehr oder weniger in den Dienst gepresst und ungenügend auf die Mission vorbereitet. Von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass das ganze Vorhaben unweigerlich zum Scheitern verurteilt sein musste und je mehr Hindernisse sich den FechterInnen in den Weg stellten, desto deutlicher wurde, dass undurchsichtige Kräfte im Hintergrund an Schräubchen drehten, die Scheria und Permia erneut in einen Krieg stürzen könnten. Es entstand eine Atmosphäre, in der ich das Gefühl hatte, niemandem mehr trauen zu können, nicht einmal dem Autor. Geheimnisse und Intrigen in Hülle und Fülle lenkten die Szenen in Richtungen, die ich unter keinen Umständen vorhersehen konnte. Immer wieder war ich bis ins Mark erschüttert und überrascht, meine Erwartungshaltung wurde alle paar Seiten gekippt, bis ich überzeugt war, der ungläubige Ausdruck habe sich in mein Gesicht gebrannt. Es ist nicht ganz einfach, sich gedanklich durch eine Geschichte zu bewegen, in der man sich nicht sicher fühlt – aber mir hat das einen Heidenspaß gemacht. Es war eine neue, extravagante Erfahrung, weil meine Beziehung zu „Sharps“ dadurch von gänzlich anderer Natur war, als ich es sonst gewohnt bin. Ich sollte mitdenken und zusehen, aber nicht teilnehmen, sondern verstehen lernen. Ich war Gast; ich musste mich nicht um Identifikation mit den zwiespältigen, ambivalenten Charakteren oder um ein fundiertes Wissen der dargestellten Welt bemühen. Mein Fokus sollte sich auf das Durchschauen des politischen und wirtschaftlichen Tanzes richten, den Scheria und Permia aufführen und ich denke, das ist mir durchaus gelungen.

„Sharps“ ist eigenwillig, aber exzellent. K.J. Parker ist kein gutmütiger Märchenonkel, der eine Geschichte voller Mantel und Degen – Romantik erzählt. Sein Verstand und seine Fantasie sind rasiermesserscharf, mit einem Hang zu Bissigkeit und Zynismus. Ich fand diesen Roman fabelhaft, obwohl er mir einiges abverlangt hat, weil er nach seinen eigenen Regeln spielt. Er ist unkonventionell und fordernd; es gibt keinen Anker, an dem sich die LeserInnen festhalten oder orientieren könnten. Es gibt ja nicht einmal Kapitel. Das macht es schwierig, „Sharps“ zu empfehlen, denn diese Form der recht experimentellen Fantasy ist vermutlich nicht jedermanns Sache. Daher möchte ich euch raten, vor dem Kauf unbedingt in die Leseprobe von Orbit Books reinzuschnuppern. Für mich ist „Sharps“ ein Geheimtipp, doch ich kann einfach nicht einschätzen, ob andere das genauso empfänden.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 29. Juli 2015 in Fantasy, Low Fantasy, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Arne Dahl – Gier

„Gier“

gier

Originaltitel: “Viskleken”

Reihe: Opcop #1

Autor: Arne Dahl

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 528 Seiten

Verlag: Piper

Sprache: Deutsch

ISBN: 3492303102

Genre: Thriller > Politik

ausgelesen am: 02.01.2015

Bewertung:

Dass ich „Gier“ und „Zorn“ von Arne Dahl lesen wollte, war eine Spontanentscheidung. Ich unterhielt mich mit meinem Vater über seine Leseziele für das Jahr 2015 und er erwähnte, dass er fest vorhabe, den dritten Teil der Opcop – Reihe „Neid“ zu besorgen und zu lesen. Ich wusste natürlich schon lange, dass er ein Fan von Arne Dahl ist, die Buchrücken sind im Regal schwer zu übersehen. Aber ich habe mich nie näher dafür interessiert. Nach all den YA – Dystopien, die ich Ende 2014 gelesen habe, hatte ich jedoch das Gefühl, mal wieder ein Buch für Erwachsene lesen zu müssen. Also stellte ich ihm die entscheidende Frage: „Papa, worum geht es da eigentlich?“

In „Gier“ lernen die LeserInnen die frisch einberufene, streng geheime operative Einheit der europäischen Polizeibehörde Europol kennen. Die Gruppe höchst fähiger PolizistInnen aus ganz Europa ist ein Experiment, um auszuloten, inwieweit aktive grenzübergreifende Polizeiarbeit möglich ist. Schnell ergibt sich ihr erster Fall: während die Mächtigen der Welt auf dem G20-Gipfel in London darüber beraten, welchen Banken erhebliche Geldmittel zugesprochen werden, stirbt direkt vor der Tür ein junger Chinese bei einem seltsamen und schrecklichen Unfall. Noch mit seinem letzten Atemzug flüstert er mysteriöse Worte, die ausgerechnet Arto Söderstedt hört, der der Opcop-Gruppe angehört. Ein paar Tage später wird in einem Londoner Waldstück die bestialisch zugerichtete Leiche einer Amerikanerin gefunden. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Toten? Opcop ermittelt und Stück für Stück tritt ein kriminelles Netzwerk zu Tage, das mehr als nur ein wenig furchteinflößend ist…

„Gier“ ist hochgradig politisch, klug und komplex. Der Fall ist so verschachtelt und unberechenbar, dass ich nie wusste, was als nächstes passieren wird. Ich liebte diese Ungewissheit, weil ich mich trotzdem nie ausgeschlossen fühlte. Ich habe aktiv mitgerätselt, konnte all die Hinweise aber nicht zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen – ich musste mich auf das Ermittlerteam verlassen. Obwohl dieses aus 11 verschiedenen PolizistInnen besteht und außerdem eine Reihe lokaler Kontaktmänner und –frauen umfasst, hatte ich keinerlei Probleme, sie auseinander zu halten. Das lag daran, dass sie meines Erachtens nach alle eine individuelle Persönlichkeit besitzen. Natürlich ist es nicht möglich, so viele Personen auf 500 Seiten bis ins kleinste Detail kennenzulernen, aber das habe ich auch nicht erwartet. Es war völlig ausreichend, dass ich von jedem und jeder sofort ein bestimmtes Bild vor Augen hatte. Arne Dahl hat großartige Arbeit geleistet; nicht nur stellt er sie alle vor und präsentiert ihre Stärken und Schwächen, er macht auch elegant deutlich, inwiefern sie sich ergänzen. Dadurch ergab sich für mich zusätzlich schnell ein Eindruck der gesamten Einheit, ihres Charakters und der Art und Weise, wie ihre Mitglieder mit einander umgehen und arbeiten.
Ich bin überzeugt, ohne diese Vielzahl an Figuren hätte „Gier“ darüber hinaus nicht funktioniert. Ich denke, Arne Dahl brauchte so viele Charaktere, weil er die Handlung seines Thrillers sonst nicht hätte aufbauen können. Auch ihre unterschiedliche Herkunft spielt nicht nur auf der persönlichen Ebene eine große Rolle, sondern ist auch in Bezug auf die gesamte Einheit wichtig, weil sie dezent immer in ihre Arbeit einfließt.
Die Triebfeder all der Verbrechen, die in Arne Dahls Roman begangen werden, ist gleichzeitig dessen Namensgeber: Gier. Das globale Geflecht aus egoistischen, profitorientierten, skrupellosen Straftaten kennt keine Tabus und erfindet sich stetig neu. Es weiß alle möglichen Umstände zum eigenen Vorteil zu nutzen. Dabei ist es so dicht und engmaschig, dass es schwer ist, überhaupt noch zu definieren, wer keinen Dreck am Stecken hat. Ich fand diesen Blick auf unsere Welt und Gesellschaft sowohl realistisch als auch beängstigend. Ich kam nicht umhin, mich zu fragen: haben wir gegen diese geballte Habgier überhaupt noch eine Chance? Kann unsere Welt je besser sein, solange Geld sie regiert? Natürlich macht es Hoffnung, dass es da draußen Menschen wie die Opcop-Gruppe gibt, dennoch fiel es mir schwer, nicht eine gewisse Entmutigung zu empfinden. Es sind einfach so viele Menschen zu furchtbaren Handlungen bereit, um mit ein paar Scheinen mehr nach Hause gehen zu können. Dementsprechend fand ich das Ende des Thrillers zwar hundertprozentig überzeugend, es hinterließ allerdings auch einen bitteren Beigeschmack, den Arne Dahl vermutlich beabsichtigte.

„Gier“ ist ein beeindruckender politischer Thriller. Ich kann die Begeisterung meines Vaters nun völlig nachvollziehen und schließe mich ihm an: Arne Dahl ist ein hervorragender Autor. Ich war überrascht, dass sich der Roman so leicht und flüssig las und weniger politisches Allgemeinwissen voraussetzt, als ich angenommen hatte. Unvermeidlich ist es jedoch, ein Grundverständnis globaler wirtschaftlicher Vorgänge und Systeme zu haben. Daher glaube ich, dass dieses Buch nicht für alle LeserInnen etwas ist. Wer sich noch nie für das Thema Finanzkrise (Stichwort Lehmann Brothers) interessiert hat, wird kaum Freude daran haben. Es ist anspruchsvoll; Arne Dahl erwartet ein Publikum, das mit all seinen Anspielungen, Andeutungen und Bezügen zur Realität etwas anfangen kann. Wer jedoch ab und zu eine Zeitung aufschlägt und die Wirtschaftsnachrichten nicht überblättert, kann bedenkenlos mit der geheimen operativen Europol-Einheit auf Verbrecherjagd gehen.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 10. Januar 2015 in Politik, Rezension, Thriller

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: