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27. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! 😀 Ich muss sagen, mittlerweile freue ich mich immer richtig darauf, zu lesen, in welchen Büchern eure Nasen zur Zeit stecken. Für mich selbst ist es auch irgendwie wichtig geworden, weil es eine tolle Gelegenheit ist, schon vor der Rezension zu einem Buch meine Gedanken zu ordnen. Die Aktion wird abwechselnd von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer betreut, die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Sturmwelten“, den ersten Band der Sturmwelten-Trilogie von Christoph Hardebusch und bin auf Seite 437.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Der Anblick der Todsünde allein verbreitete schon genug Schrecken, ebenso wie die schwarze Flagge, sodass viele Schiffe sich widerstandslos ergaben.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Oh man, oh man, oh man. 😀 Es macht ja solchen Spaß, durch die Ozeane der Sturmwelt zu schippern. Ich liebe die Atmosphäre und ich liebe es, dass immer mal wieder solche Sätze fallen wie „Sie ist eine Tochter der See“ oder „Du trägst die See in dir“. Das weckt in mir die Sehnsucht, auch auf einem Schiff anzuheuern und wild, stolz und frei über die Weltmeere zu kreuzen. Glücklicherweise fällt mir immer rechtzeitig wieder ein, dass die heutige Schifffahrt nichts mit meinen romantischen Vorstellungen zu tun hat. 😉
Ich finde es ganz erstaunlich, wie viel Ruhe Christoph Hardebuschs Roman ausstrahlt. Beim Lesen fühle ich mich zutiefst entspannt, selbst wenn die Handlung gerade ziemlich aufregend ist. Vermutlich liegt es daran, dass Hardebusch sich viel Zeit genommen hat und seine Trilogie sehr bedächtig beginnt. Er führt seine LeserInnen ganz gemächlich in seine Welt ein und lässt sie die sehr unterschiedlichen Hauptcharaktere in Ruhe kennenlernen. Erst jetzt, nach über der Hälfte, wurde zum ersten Mal das schwarze Schiff vom Klappentext erwähnt. Mir gefällt das sehr gut, denn mal ehrlich, in einer Trilogie mit rund 1.700 Seiten ist Eile unnötig. Kein Grund, den Spannungsbogen direkt zu Beginn explodieren zu lassen und schon alles Pulver zu verschießen.
Einen kleinen Kritikpunkt muss ich trotzdem bemängeln, obwohl dieser nicht so schwer ins Gewicht fällt. Ich hätte mir eine ausführlichere Erklärung der Interaktion von Magie und Religion gewünscht. Anscheinend sind die Fähigkeiten von Magiern und Klerikern entgegen gesetzt; Magier können Magie wirken, Kleriker neutralisieren sie. Trotzdem ist die Beziehung zwischen Magiern und Klerikern nicht feindlicher Natur, vielmehr interagieren sie und arbeiten miteinander statt gegeneinander. Das ist wirklich interessant und ein toller Ansatz, aber leider erfährt man all das nur so nebenbei. Am Anfang war ich davon etwas verwirrt und musste erst einmal verstehen, wer jetzt zu welcher Gruppe gehört und was das bedeutet. Ein paar erläuternde Sätze wären hilfreich gewesen. Das ist allerdings wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt, der meinen Spaß nicht mindert – Jammern auf hohem Niveau eben. 😀

Übrigens sieht es ganz gut aus bezüglich des dritten Bandes, der ja vergriffen ist (schaut mal HIER vorbei, wenn ihr die ganze Geschichte lesen wollt). Die eBay-Auktion endet morgen und noch bin ich Höchstbietende! 😀

4. Schreibt ihr euch gerne Zitate aus Büchern ab? Sammelt ihr sie und habt ihr vielleicht sogar ein Lieblingszitat?

Nein, ich schreibe mir keine Zitate aus Büchern ab. Ich sehe darin nicht wirklich einen Sinn, weil ich nicht daran glaube, dass ich mir diese Zitate dann im Nachhinein regelmäßig durchlese. Nicht mal Fotos schaue ich mir in regelmäßigen Abständen an. Also klemme ich mir den Aufwand. Stattdessen markiere ich mir besondere Stellen in Büchern, wenn sie mir sehr gefallen. In Romanen mache ich das in der Regel mit Bleistift und/oder Post-it, bei Sachbüchern kommt auch gern mal der Textmarker zum Einsatz, weil ich denke, ich soll aus dem Buch was lernen, also kann ich auch richtig damit arbeiten. Wenn ich ein Buch dann nach Jahren wieder aufschlage, weiß ich sofort, was mich damals begeistert hat. Als ich z.B. das Zitat aus „Unter Null“ rausgesucht habe, war das überhaupt kein Problem, weil ich es mit Bleistift angestrichen hatte. Erstaunlicherweise helfen mir diese Markierungen aber auch, Textstellen im Gedächtnis zu behalten. Ich erinnere mich dann leichter. Ich weiß bis heute noch, welcher Absatz in „Die Straße“ von Cormac McCarthy mich am meisten beeindruckt hat und ich weiß auch noch, wie wundervoll ich das Gleichnis der ausgestopften Vögel in „Blonde“ von Joyce Carol Oates fand. Das heißt, ich brauche keine physische Zitate-Sammlung, weil ich die Passagen, die mich wirklich begeistern, in meinem Gedächtnis abspeichere. Selbstverständlich nicht auswendig und Wort für Wort, aber ich erinnere mich sehr wohl daran, um was es ging und habe ein ungefähres Gefühl dafür, wo die Stelle im Buch zu finden ist. Mir reicht das. 🙂
Ein wirkliches Lieblingszitat habe ich nicht, aber da ich eben schon Cormac McCarthy erwähnte, möchte ich euch besagten Absatz nicht vorenthalten:

„Im grauen Licht ging er hinaus, blieb stehen und erkannte einen Moment lang die absolute Wahrheit der Welt. Das kalte, unerbittliche Kreisen der hinterlassenschaftslosen Erde. Erbarmungslose Dunkelheit. Die blinden Hunde der Sonne in ihrem Lauf. Das alles vernichtende schwarze Vakuum des Universums. Und irgendwo zwei gehetzte Tiere, die zitterten wie Füchse in ihrem Bau. Geliehene Zeit, geliehene Welt und geliehene Augen, um sie zu betrauern.“
(„Die Straße“, S. 118)

Was lest ihr im Moment? Sammelt ihr Zitate? Welches ist euer liebstes?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Gedanken und Kommentare! 😀

 
7 Kommentare

Verfasst von - 27. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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