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Montagsfrage: Die holde Weiblichkeit?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Reisepass ist beantragt! Ja, mein Termin am Freitag fand tatsächlich statt und nun mahlen die Mühlen der Bürokratie. Es war eine seltsame Erfahrung, in Corona-Zeiten ein Amt zu besuchen. Ich durfte das Gebäude erst ca. 10 Minuten vor meinem Termin betreten. Eine Sicherheitsbeamtin wachte darüber, dass niemand gegen diese Vorschrift verstößt und hakte auf einer Liste alle Termine ab. Ich habe sie in Gedanken „Torwächterin“ getauft. Eine weitere Abweichung vom normalen Betrieb besteht darin, dass ich für die Abholung abermals einen Termin vereinbaren muss. Das war vor Corona nicht nötig, aber jetzt ist es eine Vorsichtsmaßnahme. Glücklicherweise ist das weniger schwierig als einen Termin für die Beantragung zu bekommen, für die Abholung steht wohl ein tägliches Kontingent zur Verfügung. Ich soll einfach schon mal eine Mail schreiben und um einen Termin in ca. vier Wochen bitten. Darum kümmere ich mich heute, ich hoffe, dass das wirklich so reibungslos funktioniert wie versprochen. Oh und ich muss dafür zu einem anderen Bürgeramt fahren. Die Dokumentenausgabe wurde anscheinend je nach Bezirk zentralisiert. Dennoch, ich bin optimistisch.

Außerdem möchte ich euch heute ein kurzes Update zum Conan/Howard-Projekt geben: ich bin jetzt bei Conan angekommen und arbeite die Stichpunkte aus, die ich für meinen Text benutzen werde. Ich habe beschlossen, dass ich das Kapitel „Conan in der Popkultur“ kurz halten werde, denn eigentlich braucht uns das nicht zu kümmern. Uns geht es schließlich um den literarischen Conan, nicht um die Film- oder Comicvariante. Es fällt mir schwer, das Projekt nicht noch weiter ausufern zu lassen, als es ohnehin schon ist, doch an gewissen Stellen muss ich Grenzen ziehen. Ich denke, es wird vier große Kapitel geben: Howards Biografie, Howards Werk neben Conan, Conan und eine Leseanleitung. Über den letzten Punkt bin ich mir aber noch nicht ganz einig.

Solange ich hinter den Kulissen weiterhin fleißig an Conan arbeite, ist die Montagsfrage von Lauter&Leise als Lebenszeichen meinerseits besonders wichtig für mich. Heute möchte Antonia folgendes wissen:

Sollten weibliche Autoren mehr aus der Sicht weiblicher Protagonisten schreiben?

Vorneweg möchte ich festhalten, dass Antonia die heutige Frage zusätzlich in drei Unterfragen unterteilt:

1. Sollten wir generell mehr Literatur von weiblichen (oder non-binären) Autor_innen lesen, weil die Perspektive dieser Autor_innen jahrhuhndertelang oft nicht zur Sprache kam?

2. Sind weibliche Autor_innen die einzigen, die ihre Perspektive deutlich machen können?

3. Brauchen wir dazu per se eine Protagonistin?

Darüber hinaus ist „weiblich“ hier heute ein Platzhalter, der symbolisch für die gesamte Vielfalt der Menschheit steht. Es kann nach Belieben auch POC, Queer oder jede andere Spielart von Diversität eingesetzt werden. Antonia möchte im Grunde auf alle lange Zeit literarisch unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen hinaus. Ich werde beim „weiblich“-Beispiel bleiben, weil ich selbst eine weiße, heterosexuelle Europäerin bin und mich demzufolge am besten mit diesem Attribut identifizieren kann.

So, nun, da der Disclaimer steht, kommen wir zum Eingemachten. Ich habe ein prinzipielles Problem mit dem Verb „sollen“ im Kontext der Lektüreauswahl. Wer entscheidet denn, was ich lese? Nur ich selbst. Das heißt, nur ich selbst lege fest, welche Bücher in meinem Regal und auf meinem Nachttisch landen, niemand sonst. Dadurch ist „sollen“ meiner Ansicht nach die falsche Formulierung, weil ich es vermeide, mir Vorschriften aufzuerlegen. Ich lese, was ich möchte, nicht, was ich lesen soll, weil glücklicherweise niemand da ist, der oder die mir meine Auswahl diktieren könnte. In Bezug auf die Frage kann ich dementsprechend bloß antworten, dass ich nicht finde, dass ich mehr Autorinnen lesen sollte.

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder versucht, den Anteil der weiblichen Autoren in meiner Buchauswahl zu erhöhen, weil mir durchaus bewusst ist, dass der literarische Kanon bis heute von weißen Männern dominiert wird. Ich wollte gern ein ausgeglicheneres Verhältnis herstellen. Ich bin spektakulär gescheitert. Offenbar wecken Bücher von männlichen Autoren eher mein Interesse als Bücher von weiblichen Autoren. Obwohl ich bewusst darauf achten wollte, häufiger Schriftstellerinnen den Vorzug zu geben, zeigte meine Jahresendstatistik jedes Mal, dass ich mehr Schriftsteller lese. Deshalb habe ich beschlossen, diese Tendenz zu akzeptieren und das Verhältnis von Autorinnen zu Autoren zukünftig aus meiner Statistik zu streichen. Es erscheint mir nicht mehr zeitgemäß, diese Unterscheidung überhaupt vorzunehmen, weil ich das Konzept von Diversität als real anerkenne und mir darüber im Klaren bin, dass diese Welt mehr als eine binäre Geschlechtereinteilung zu bieten hat. Ich empfinde diese Aufschlüsselung mittlerweile als exkludierend und denke, dass sie fälschlicherweise impliziert, dass das Geschlecht oder Gender von Autor_innen für mich eine Rolle spielt. Das ist nicht der Fall, ich suche ein Buch nicht aus, weil es von einer Frau, einem Mann oder einer Transperson geschrieben wurde. Ich wähle es aus, weil mich die Geschichte neugierig macht und interessiert. Ich habe die bewusste Entscheidung getroffen, diese Unterschiede nicht mehr anzusprechen, denn ich glaube, dass ich damit ein Statement abgebe, das sehr viel mehr meiner Weltsicht entspricht. Wahre Gleichberechtigung, wahrer Feminismus (Feminismus ist laut meiner Definition das Bestreben, eine Gleichbehandlung aller Geschlechter/Gender zu erreichen) ist dann gegeben, wenn keine Unterschiede auftreten und sie dementsprechend auch nicht thematisiert werden müssen. Folglich ist meine Buchauswahl trotz des höheren Anteils männlicher Autoren feministisch, weil das Geschlecht/Gender kein Aspekt ist, der dabei von irgendeiner Bedeutung für mich ist. Es ist mir egal. Alle bekommen grundsätzlich die gleiche Chance, mein Interesse zu wecken. Deshalb gibt es keinen Anlass für mich, gezielt mehr Autorinnen zu lesen.

Eine kleine Ausnahme stellt die High Fantasy dar, denn ich bemühe mich weiterhin, die mutigen schreibenden Schildmaiden dieses extrem männerdominierten Genres zu unterstützen. Die Gründe hierfür sind gesellschaftlicher Natur; mir ist aufgefallen, dass männliche High Fantasy – Autoren meist mehr Aufmerksamkeit und Werbung erhalten als weibliche, was dazu führt, dass in diesem Rahmen nicht ebenso viele Schriftstellerinnen bekannt sind wie Schriftsteller. Um allen dieselbe Chance einräumen zu können, muss ich erst mal das gesamte Spektrum kennen, also verfolge ich noch immer die Mission, meinen Horizont zu erweitern und mehr Frauen zu entdecken, die sich in meinem Lieblingsgenre herumtreiben. Solange vom Buchmarkt kein Gleichgewicht hergestellt wird, muss ich es eben selbst tun und das heißt, bewusst nach den unterrepräsentierten weiblichen High Fantasy – Autorinnen zu suchen, was jedoch nicht bedeutet, dass ich wahllos jedes Buch kaufe und lese, auf dessen Cover ein weiblicher Name prangt.

Die zweite Unterfrage erscheint mir ebenfalls problematisch, weil sie einen ernstzunehmenden Mangel an Empathie andeutet. Im Endeffekt sagt Antonia mit dieser Formulierung, dass sich nur eine Frau in eine Frau hineinversetzen kann. Das ist schlicht nicht wahr. Das Schöne an Vielfalt ist ja, dass wir trotz unserer Verschiedenheit alle eines gemeinsam haben: wir sind Menschen. Unsere Empfindungen unterscheiden sich weniger, als es uns durch überholte sexistische Vorurteile gern weisgemacht werden will, was sich zum Beispiel wunderbar aus unseren Hirnstrukturen ableiten lässt. Es ist natürlich richtig, dass Frauen oder andere Personen des nicht-binären Spektrums wahrscheinlich Erfahrungen sammeln, mit denen Männer niemals konfrontiert werden und andersherum. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass sich ein Mann grundsätzlich nicht vorstellen kann, was es bedeutet, als Frau die Welt zu erleben und mit ihr zu interagieren. Ob dieses Potential auch genutzt wird, ist eine ganz andere Frage, doch ich glaube, dass die Fähigkeit dazu in uns allen existiert. In einigen mehr, in anderen weniger und in einigen Fällen ist sicherlich eine bewusste Auseinandersetzung mit einer bestimmten Thematik von Nöten, um sie zu aktivieren, aber wir können es alle.

Würde ich beispielsweise entscheiden, ein Buch mit einer Hauptfigur zu schreiben, die sich nicht mit den binären Geschlechterrollen identifiziert, müsste ich Zeit und Aufwand investieren, um herauszufinden, wie so eine Person fühlt, wahrnimmt und interagiert, mit welchen Schwierigkeiten und Konflikten sie konfrontiert ist und wie sie ihre Selbstwirklichung gestaltet, weil ihre Erlebenswelt weit von der meinen entfernt ist. Dennoch bin ich fest überzeugt, würde ich diese Recherchen umsetzen und in Kauf nehmen, könnte auch ich ein gutes, überzeugendes und sensibles Buch schreiben (vorausgesetzt, ich hätte das erforderliche schriftstellerische Talent). Wenn ich mich auf eine andere Perspektive einlasse, könnte ich lernen, sie einzunehmen. Antonia hat selbstverständlich Recht, jede Perspektive ist einzigartig, doch das bedeutet nicht, dass wir alle kleine Inseln sind, die isoliert im Universum herumschwimmen, auf ewig unverstanden und einsam. Wir können Brücken zueinander bauen und durch diese Brücken können sich wunderschöne Erfahrungen ergeben. Die Mischung aus männlicher Weltsicht und Empathie für eine weibliche Weltsicht kann unheimlich bereichernd sein. Ich denke, dass Autor_innen, die sich trauen, einfühlsam aus einer Perspektive zu schreiben, die nicht der ihren entspricht, zu mehr Verständnis zwischen uns allen beitragen. Nichtdestotrotz stimme ich Antonia zu, dass es eine gute und lange überfällige Entwicklung in der Literatur ist, dass mittlerweile beinahe jede Erfahrung auch aus erster Hand beleuchtet wird. Dieser Fortschritt trägt ebenfalls dazu bei, unser Verständnis für einander zu vergrößern und ist zweifellos ein Privileg, das geschätzt werden sollte.

Kommen wir zur letzten Frage. Hier bin ich mit Antonia vollkommen einer Meinung: für die Repräsentation ist es nicht primär von Belang, ob eine weibliche Figur die Hauptrolle in einer Geschichte einnimmt. Viel entscheidender ist, wie diese Repräsentation umgesetzt wird. Wie viele Bücher von Autorinnen gibt es, in denen die Protagonistin ein wandelndes Klischee ist? Sie sind Legion. Es hat schon seine Gründe, dass ich kein Fan der Chic-Lit bin. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Kombination einer weiblichen Autorin und einer weiblichen Protagonistin nicht automatisch eine Sexismus-freie Repräsentation garantiert. Es ist hingegen durchaus möglich, dass ein Mann eine Geschichte schreibt, in der eine weibliche Figur lediglich eine Nebenrolle einnimmt, diese dafür allerdings realistisch, lebendig und vorurteilsfrei charakterisiert ist. Daher denke ich nicht, dass weibliche Hauptfiguren nötig sind, um eine weibliche Weltsicht sensibel und glaubhaft zu transportieren.

Letztendlich bin ich der Meinung, dass Klischees und Vorurteile über Geschlecht, Gender, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Religion, sozialen Status und so weiter auf der Makroebene der Literatur grundsätzlich nichts zu suchen haben. In einer perfekten Welt würden all diese Punkte bei der Konzipierung einer Geschichte und bei der Behandlung von Autor_innen keine Rolle spielen. Leider leben wir (noch) nicht in einer perfekten Welt und unsere Wahrnehmung selbiger hat Einfluss auf jeden Moment in unseren Leben und demzufolge auch auf den Entstehungsprozess von Büchern. Umso wichtiger ist es, dass Autor_innen beim Schreiben reflektiert und selbstkritisch vorgehen. Dann ist es möglich, unsere gesellschaftlichen Konflikte zu thematisieren, ohne verletzende Annahmen zu reproduzieren. Denn dass sie darüber schreiben, halte ich für unabdingbar, um unseren gesamtgesellschaftlichen Fortschritt voranzutreiben. Wenn wir nicht darüber lesen, sprechen, diskutieren, werden wir sie auch nicht überwinden.

Wie betrachtet ihr die Repräsentation von Vielfalt in der Literatur?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bezaubernden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Joe Abercrombie – Königskrone

Joe Abercrombies Bemühungen, das Universum der „Shattered Sea“Trilogie weniger patriarchalisch zu gestalten, stoppten nicht bei weiblichen Figuren. Um der Bruchsee eine einzigartige Kultur zu verleihen, entwarf er ein auf binären Paaren basierendes Götterpantheon, das die üblichen Gender-Assoziationen mit Aspekten der Welt umdreht. Typische „Männerdomänen“ erhielten eine Göttin, traditionell weibliche Bereiche hingegen einen Gott. Dadurch ergibt sich eine Beziehung zwischen dem oder der Gläubigen und der Gottheit, die beinahe an eine Ehe erinnert und automatisch gesellschaftliche Konflikte provoziert, weil die Gegensätzlichkeit der göttlichen Paare schwer vereinbar ist. Im Finale „Königskrone“ manifestiert sich dieser Konflikt besonders deutlich, denn die Bruchsee begibt sich – zum Unmut von Vater Friede – in die Arme von Mutter Krieg. 

Prinzessin Skara von Throvenland wollte eine tapfere Herrscherin sein. Doch als ihre Heimat von den Truppen des Hochkönigs überfallen und ihre Familie auf Großmutter Wexens Befehl ermordet wird, bleibt ihr keine andere Wahl, als ihren Mut hinunterzuschlucken und zu fliehen. Bei ihrer Cousine, Königin Laithlin von Gettland, findet sie Asyl. Fest entschlossen, ihr Königreich zurückzuerobern, schließt sie sich der Rebellion von Gettland und Vansterland gegen den Hochkönig und seine Gelehrte an. Sofort muss sich die 17-Jährige zwischen zwei starrsinnigen Königen behaupten und beweisen, dass sie mehr als ein verängstigtes junges Ding ohne Land ist. Zu Skaras Leidwesen wird die Bruchsee allerdings nicht allein von Königen regiert. Bald gerät sie in das undurchsichtige Netz des berüchtigten Vater Yarvi, der keine Skrupel hat, ihre Lage für seine Ziele auszunutzen. Noch immer lechzt der Gelehrte nach Rache und wird nicht eher ruhen, bis die gesamte Bruchsee in den Feuern von Mutter Krieg brennt. Ist Skara schon bereit für das gefährliche Spiel der Macht? 

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Joe Abercrombie – Königsjäger

Rezensionsheader Königsjäger

Bereits als Joe Abercrombie den dritten Band seiner „First Law“-Trilogie schrieb, „Königsklingen“, wurde ihm bewusst, dass er sich in Sachen Gleichberechtigung nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Nicht nur ist das „First Law“-Universum ein striktes Patriarchat, er hatte auch vergleichsweise wenig weibliche Charaktere in die Geschichte integriert. In seiner „Shattered Sea“-Trilogie wollte er das ändern. Da Gettland eine von den Wikingern inspirierte Gesellschaft darstellt, konnte er Frauen wichtige Aufgaben übertragen: finanzielle Entscheidungen, Handel und Haushaltsführung liegen ganz in weiblicher Hand. Dennoch gibt es sogar in Gettland Ausnahmen. Eine dieser Ausnahmen ist die Protagonistin des zweiten Bandes „Königsjäger“, Dorn Bathu.

Alles, was Dorn Bathu je wollte, ist, für ihr Land und ihren König zu kämpfen. Sie ist nicht wie andere Mädchen: weder kann sie nähen, noch kochen und sie versteht auch nichts von Haushaltsführung. Sie versteht sich nur auf den Gebrauch eines Schwertes. Leider hat ihr Ausbilder etwas dagegen, dass eine Frau die Truppen Gettlands verstärkt und stellt ihr während ihrer letzten Prüfung eine unmögliche Aufgabe. Dorn scheitert – mit fatalen Folgen. Geächtet und verzweifelt erwartet sie das Urteil ihres Königs. Doch als sich ihre Zelle öffnet, steht dort nicht der Vollstrecker, sondern Vater Yarvi. Der Gelehrte bietet ihr an, sie rauszuholen, im Austausch für ihre Dienste. Sie soll ihn auf eine völlig verrückte Reise um die halbe Welt begleiten, als Mitglied der seltsamsten Crew, die jemals ein Schiff bemannte. Vater Yarvis undurchsichtige Pläne sind Dorn ein Rätsel. Aber was hat sie schon zu verlieren?

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Verfasst von - 12. Dezember 2019 in Fantasy, Low Fantasy, Rezension

 

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[Lieber Literaturnobelpreis, wir müssen reden] Kapitel 3: Ein unpolitischer Preis für politische Menschen?

Ein unpolitischer Preis für politische Menschen?

Heute beschäftigen wir uns mit den bisherigen Literaturnobelpreisträger_innen. Wir wollen untersuchen, welche Menschen in der Vergangenheit mit dieser prestigeträchtigen Auszeichnung geehrt wurden und welche Ideale sie verkörperten. Schauen wir doch mal, was die Schwedische Akademie in ihnen sah.

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Ira Levin – The Stepford Wives

Rezensionsheader The Stepford Wives

„The Stepford Wives“ von Ira Levin erschien 1972. Damit fiel die Veröffentlichung zufällig (?) in das Jahr, in dem das Equal Rights Amendment vom US-Senat angenommen wurde. Dieser Verfassungszusatz sollte die Gleichstellung der Geschlechter in den USA vorantreiben und Frauen weitreichende Rechte zusichern, stieß in den Bundesstaaten jedoch auf erbitterten Widerstand. Gegner_innen des ERA beriefen sich auf traditionelle Geschlechterrollen, prophezeiten, dass Frauen zum Militärdienst gezwungen und schützende Gesetze, die zum Beispiel Unterhaltsansprüche regelten, null und nichtig würden. Phyllis Schlafly, eine der Schlüsselfiguren der Oppositionsbewegung, behauptete, der Zusatz sei lediglich ein Vorteil für junge Karrierefrauen, der die Sicherheit von Hausfrauen im mittleren Alter, die keinen Beruf erlernt hatten, hingegen bedrohte. In diesem Kontext war „The Stepford Wives“ beinahe prophetisch, denn darin geht es um eben jene Hausfrauen, die Schlafly gefährdet sah.

Als Joanna und Walter Eberhart mit ihren Kindern nach Stepford zogen, hofften sie, ein neues Leben fernab vom Trubel der großen Stadt beginnen zu können. Stepford ist ein malerisches Idyll ruhiger Straßen und freundlicher Nachbarn, ein Paradies des gehobenen Mittelstandes. Doch während sich die Kinder schnell einleben und Walter Anschluss in der exklusiven Men’s Association findet, wird Joanna das Gefühl nicht los, dass sich hinter der lächelnden Fassade des Örtchens ein schmutziges Geheimnis verbirgt. Es sind die Frauen. Sie sind nett und höflich, aber sie scheinen neben der obsessiven Erfüllung ihrer Haushaltspflichten keine Interessen zu haben. Sie sind zu perfekt. Irgendetwas stimmt nicht in Stepford und Joanna muss herausfinden, was vor sich geht – bevor es zu spät ist.

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Verfasst von - 13. November 2019 in Rezension, Science-Fiction

 

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Montagsfrage: Unbeachtet, vergessen, unbekannt?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das Projekt „Diskutieren wir den Literaturnobelpreis“ nimmt Gestalt an. Ich habe angefangen, den Beitrag zu schreiben und bin mehr denn je überzeugt, dass wir diese kritische Auseinandersetzung brauchen. Ich bin allerdings noch nicht sicher, welche Ausmaße das Ganze annehmen wird. Um meine Argumente fundiert darzulegen, muss ich natürlich erst mal eine Faktenlage schaffen und wie immer kann ich mich einfach nicht kurz fassen. Mir schwant, dass ich das Projekt aufteilen muss. Es kann also gut sein, dass wir uns das Thema in Etappen und mehreren Beiträgen vornehmen müssen.
Aber das soll euch noch nicht kümmern, denn heute beantworte ich erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise und für morgen habe ich etwas ganz Besonderes für euch vorbereitet. Spürt ihr die Neugier? Dann schaut morgen vorbei! 😉

Welches Buch ist eher unbekannt, sollte aber ein Klassiker sein?

Um die heutige Frage zu beantworten, bin ich meine Rezensionen durchgegangen und habe abgewartet, bei welchem Buchtitel es in meinem Inneren klickt. Über die Jahre habe ich selbstverständlich eine Menge gute Bücher gelesen, aber nur wenige, die meiner Meinung nach unbedingt in den erlesenen Kreis der Klassiker aufgenommen werden sollten. Am Ende meiner kleinen Recherche blieben vier Bücher übrig: „Kings of the Wyld“ (The Band #1) von Nicholas Eames, ein Reihenauftakt, der hoffentlich eines Tages zu den Klassikern der High Fantasy zählt; „The long way to a small, angry planet“ (Wayfarers #1) von Becky Chambers, das uns lehrt, das intergalaktische Toleranz möglich ist; „The Power“ von Naomi Alderman, das definitiv nicht unbekannt, für den Status „Klassiker“ allerdings noch etwas jung ist und „Beauty Queens“ von Libba Bray. Ich möchte heute über „Beauty Queens“ sprechen, weil es meiner Ansicht nach am dringendsten gesteigerte Aufmerksamkeit benötigt.

Libba Bray ist eine erfolgreiche Young Adult – Autorin, die einigen von euch vielleicht durch ihre Reihe „The Diviners“ oder die Trilogie „Der Geheime Zirkel“ ein Begriff ist. Zu diesen Geschichten kann ich nichts sagen, denn ich habe sie (noch) nicht gelesen. Mein erster Kontakt mit Bray ereignete sich im Februar 2015, als ich „Beauty Queens“ auf meine Wunschliste setzte. Der Einzelband hatte meine Neugier durch das Cover und die absurd klingende Inhaltsangabe geweckt. Die Ausgangssituation ist schnell erklärt: die 50 Teilnehmerinnen des Miss Teen Dream Schönheitswettbewerbs stürzen mit ihrem Flugzeug über einer kleinen einsamen Insel ab und müssen in der Wildnis auf sich selbst gestellt überleben. Ich erwartete jede Menge unterhaltsames Teenagerdrama, Zickerei und Tränen vor einer paradiesischen Kulisse und freute mich auf einige Lacher auf Kosten der potenziellen Schönheitsköniginnen.

Was Libba Bray mir tatsächlich präsentierte, ist ein sensationelles Buch über weibliches Empowerment. Diese Geschichte hinterfragt jedes Genderklischee und kritisiert die gesellschaftlichen Mechanismen von Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und ganz allgemein Diskriminierung in jeder Couleur. Es ist eine zynische, spitzzüngige Satire, deren abenteuerliche, manchmal comicähnliche Handlung einen lockeren, bittersüßen Rahmen für die bedeutende Entwicklung der Figuren bietet. Auf der Insel entdecken unsere unerschrockenen Heldinnen nämlich, dass sie den Quatsch mit dem Schönheitswettbewerb gar nicht nötig haben. Sie erkennen, wie viel Stärke in ihnen steckt und erkämpfen sich Selbstbestimmung. „Beauty Queens“ ist ein breit grinsendes Ausrufezeichen des Feminismus, ein Buch, das Emanzipation mit viel schrägem Humor freudig feiert und Leser_innen vermittelt, dass wahre Selbstliebe nicht von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen abhängt. Es ist wichtig, befreiend und absolut lesenswert.

Meiner Meinung nach gebührt „Beauty Queens“ nicht nur das Prädikat „Klassiker“, sondern gehört in Lehrpläne weltweit. Es ist vor allem für junge Leser_innen bedeutend, weil es eine Botschaft verbreitet, die in unserer modernen Zeit oft viel zu kurz kommt: Du bist okay wie du bist. Du bist genug. Verschwende dein Potential nicht damit, unrealistischen Idealen nachzujagen. Es sollte in jedem Bücherregal einen Ehrenplatz haben, verschenkt und vorgelesen werden, Preise gewinnen, öffentliche Diskussionen anregen und in aller Munde sein. Ich bin entsetzt, dass es nie ins Deutsche übersetzt wurde und insgesamt nicht die Beachtung erhält, die es verdient. Deshalb plädiere ich heute vehement für diesen außergewöhnlichen Roman und fordere euch auf, das gute Stück sofort euren Listen hinzuzufügen. Lasst euch von der Sprachbarriere nicht aufhalten; es ist Jugendliteratur und liest sich sehr leicht, selbst, wenn ihr die englische Sprache nicht gewohnt seid. Ich versichere euch, der Aufwand lohnt sich. Befreien wir „Beauty Queens“ aus seinem tragischen Dasein im Tal der vergessenen Bücher.

Welches Buch sollte eurer Meinung nach unbedingt zu den Klassikern zählen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sensationellen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Erica Fischer – Aimée & Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943

Rezensionsheader Aimée & Jaguar

Homosexualität war im nationalsozialistischen Deutschland strafbar. Im Dritten Reich betrachtete man schwule Männer als entartet und als eine Bedrohung für den Staat, da man fürchtete, sie versuchten, interne Strukturen zu unterwandern und diese von innen heraus zu zerstören. Seit 1934 wurden Homosexuelle verstärkt verfolgt, interniert und ermordet. Laut Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches genügten bereits „begehrliche Blicke“, um eine Verhaftung und teilweise sogar eine sofortige Deportation zu rechtfertigen.

Die Zahl der Verurteilungen stieg bis Kriegsbeginn 1939 stetig an. Wikipedia verzeichnet für das Jahr 1935, in dem §175 in Kraft trat, 2.363 Schuldsprüche – 1938 waren es 9.536. Männer, die auf sogenannte „Umerziehungsmaßnahmen“ nicht wie gewünscht reagierten, wurden in Konzentrationslager verschleppt und gezwungen, ein Symbol zu tragen, das ihre sexuelle Orientierung für alle sichtbar machte: den rosa Winkel. Wie viele schwule Männer in den KZs umgebracht wurden, ist rückblickend schwer zu ermitteln, weil nicht klar ist, wie viele von ihnen für ihre Zugehörigkeit zu einer anderen verfolgten Bevölkerungsgruppe interniert wurden. Schätzungen zufolge wurden etwa 10.000 Schwule in die KZs gebracht, von denen circa 53% die Qualen der Lager nicht überlebten.

Paradoxerweise richtete sich der Hass der Nazis primär auf schwule Männer, nicht auf Homosexuelle im Allgemeinen. Lesbische Frauen waren von Paragraf 175 nicht betroffen; es existieren allerdings Hinweise darauf, dass Lesben aus anderen Gründen inhaftiert und in den KZs für entsprechendes Verhalten bestraft wurden. Dennoch zweifelt der Historiker Alexander Zinn an, dass eine gezielte Verfolgung homosexueller Frauen stattfand. Seine These ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen, was ich in der Position der Frau im Nationalsozialismus begründet sehe. Das Dritte Reich war strikt patriarchalisch. Frauen hatten sich um Küche, Kinder und Kirche zu kümmern und sollten sich sonst bevorzugt im Hintergrund halten. Ich glaube, dass die alten Säcke der Parteispitze um Hitler gar nicht auf die Idee kamen, Frauen könnten so etwas wie eine individuelle sexuelle Identität besitzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr völliges Unverständnis des weiblichen Geschlechts, die vollkommene Reduzierung der Frau auf ihre Rolle als Mutter, Ehe- und Hausfrau, Lesben vor einer dem Paragrafen 175 ähnlichen Gesetzgebung schützte. Den Nazis fehlte einfach die Fantasie. Doch selbst wenn ihnen bewusst war, dass sich einige Frauen zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlten, sahen sie darin eventuell nicht dieselbe Bedrohung, die sie in schwulen Männern vermuteten.

Woran auch immer es lag, homosexuelle Frauen konnten ihre Orientierung freier ausleben als homosexuelle Männer, obwohl Denunzierungen selbstverständlich möglich waren. Wie hoch das Risiko konkret war, hing stark davon ab, wie stabil und zuverlässig das soziale Netz der Frauen war. Wer sich in einem eingeschworenen Freundeskreis bewegte und sich sonst nichts zu Schulden kommen ließ, war vor einer Entdeckung relativ sicher. Diese Faktenlage erklärt, wieso Lilly Wust und Felice Schragenheim verhältnismäßig offen in einer lesbischen Beziehung leben konnten.

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Verfasst von - 3. September 2019 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Trudi Canavan – The High Lord

Rezensionsheader The High Lord

Wie viele Autor_innen entwickelte Trudi Canavan früh den Wunsch, Geschichten zu erzählen. Als sie in der Grundschule war, hätte sie allerdings beinahe den Mut verloren. Sie langweilte sich während der Geschichtsstunde der Schulbibliothekarin und beschwerte sich. Diese fragte, ob sie an ihrer Stelle erzählen wolle. Die kleine Trudi nutzte ihre Chance und spann eine Variante von „Die kleine Meerjungfrau“, an deren Ende der Prinz starb. Das gefiel ihrem jungen Publikum gar nicht und sie erfuhr erstmals, wie Fans reagieren, wenn man ihre Lieblingsfigur tötet. Heutzutage begeht Canavan solche Kardinalsfehler natürlich nicht mehr, doch das heißt nicht, dass das Finale ihrer „The Black Magician Trilogy“, „The High Lord“, ganz ohne Verluste auskäme.

Gildenmeister Akkarin hat Sonea in der Hand. Sie hasst den mächtigen Magier, der offiziell als ihr Mentor auftritt und dessen dunkles Geheimnis schwer auf ihrem Gewissen lastet. Doch dann beginnt Akkarin, sein Protegé zu ermutigen, Bücher seiner privaten Bibliothek zu lesen. Verbotene Bücher, die ein völlig neues Licht auf die Geschichte der Magier-Gilde werfen. Sonea findet heraus, dass die Praktiken, die heute als schwarze Magie geächtet sind, einst offen gelehrt wurden – bis eine schreckliche Katastrophe die Gilde überzeugte, diese unter Strafe zu stellen. Akkarin eröffnet Sonea, dass die Mordfälle, die Imardin in Angst und Schrecken versetzen, die Spitze eines uralten Konflikts zwischen der Gilde und den verbannten Magier_innen Sachakas sind, die noch immer nach Rache dürsten. Er behauptet, er allein könne einen Angriff der sogenannten Ichari verhindern und bringt Sonea in eine verzwickte Lage. Entweder, sie vertraut Akkarin und riskiert, für düstere Absichten benutzt zu werden oder sie setzt die Zukunft der Gilde aufs Spiel, indem sie ihn verrät. Wie wird sie sich entscheiden?

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Verfasst von - 9. Juli 2019 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Trudi Canavan – The Novice

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Die Autorin Trudi Canavan stammt aus Australien. Ihr Heimatland ist die Fantasy betreffend etwas eigen. In einem Interview von 2011, als viele australische Schriftstellerinnen den Weltmarkt stürmten, beschrieb sie, dass in Australien eine klare Genderdiskrepanz in der Literatur zu beobachten ist: Frauen lesen und schreiben Fantasy, Männer lesen und schreiben Science-Fiction. Merkwürdig, denn in Europa und Nordamerika ist gerade die High Fantasy ja noch immer eher „Männersache“, wie man so schön sagt. Scheint, als müsste ich mich mal in Down Under umschauen, um weibliche High Fantasy meiner Bibliothek hinzuzufügen. Canavan gilt als Vorreiterin, ihre „The Black Magician Trilogy“ feierte global Erfolge. „The Novice“ ist der zweite Band, in den ich große Hoffnungen setzte.

Sonea ist ein historisches Phänomen. Als erstes Kind der Slums wird sie in der Magier-Gilde von Imardin ausgebildet. Nachdem ihre beachtlichen Kräfte unkontrolliert aus ihr hervorbrachen, fiel es ihr schwer, ihr Misstrauen den Magier_innen gegenüber zu überwinden. Doch nun ist sie eine von ihnen, eine Novizin. Leider wird sie von ihren Mitschüler_innen, Sprösslingen der Adelshäuser, nicht mit offenen Armen empfangen. Jeden Tag lassen sie sie spüren, dass sie anders ist. Nur ihre Freundschaft mit ihrem Mentor Lord Rothen hilft ihr, die grausamen Streiche zu erdulden und sich auf ihr Ziel zu konzentrieren. Gemeinsam tragen sie die Bürde des Wissens um die finsteren Machenschaften des Gildenmeisters Akkarin. Auf Geheiß des Gildenverwalters Lorlen bewahren sie das Geheimnis. Ihre einzige Chance, Akkarin das Handwerk zu legen, ist Lord Dannyl, der als Botschafter nach Elyne berufen wurde und dort heimlich in der Vergangenheit des Gildenmeisters forscht, um herauszufinden, wie dieser von schwarzer Magie verführt wurde. Wird er ihnen die dringend benötigten Antworten liefern, bevor Akkarin die Gilde korrumpieren kann?

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Verfasst von - 3. Juli 2019 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Laurell K. Hamilton – Blue Moon

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Eines der wichtigsten Ereignisse in der Biografie von Anita Blake ist der Tod ihrer Mutter bei einem Autounfall, als sie 8 Jahre alt war. Dieses Schlüsselerlebnis ist kein Zufall und nicht rein fiktiv. Die Autorin Laurell K. Hamilton schöpfte hierfür aus ihrer eigenen Vergangenheit. Ihre Mutter Suzie Klein starb 1969 ebenfalls bei einem Autounfall. Hamilton war damals erst 6 Jahre alt. Sie wuchs deshalb bei ihren Großeltern auf. Ihre Großmutter war eine starke Frau, die Hamiltons Bewusstsein für das Übernatürliche früh prägte. Sie glaubte felsenfest an Geister, schwor, selbst Geister gesehen zu haben und erzählte ihrer Enkelin Geistergeschichten. Mit diesem Wissen finde ich es naheliegend, dass Anita Blake eine Nekromantin ist, die mit den Toten kommunizieren kann. Ob Hamiltons Großmutter ihr wohl auch Geschichten über Werwölfe erzählte? Diese stehen im achten Band „Blue Moon“ erneut im Fokus.

Anrufe mitten in der Nacht bedeuten für Anita Blake selten gute Nachrichten. Normalerweise wird sie von der Polizei von St. Louis an einen Tatort gerufen. Dieses Mal ist die Angelegenheit allerdings persönlich. Richard wurde in Tennessee festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Selbstverständlich sind diese Anschuldigungen lächerlich. Begleitet von ihren Werleoparden und Mitgliedern des Thronos Rokke – Rudels reist sie nach Myerton, wo Richard die örtliche Trollpopulation studieren wollte. Dort angekommen zeigt sich, dass es sich nicht um ein Missverständnis handelt. Richard wurde hereingelegt. Anita muss herausfinden, wer ihm die Vergewaltigung anhängte und wieso man ihn loswerden will – und zwar schnell, denn bald ist Vollmond…

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