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Heinz Strunk – Der goldene Handschuh

„Der goldene Handschuh“ ist ein Tatsachenroman des Autors Heinz Strunk, der den Serienmörder Fritz Honka in den Mittelpunkt stellt. Honka war in den 1970er Jahren in Hamburg aktiv und ermordete mindestens vier Frauen, deren Leichen durch Zufall entdeckt wurden. Seine Opfer waren gescheiterte Existenzen ohne soziales Netz, weshalb niemand sie als vermisst meldete. Honka gabelte sie in den übelsten Kneipen im Bezirk St. Pauli auf, darunter auch das Lokal „Zum goldenen Handschuh“. Er wurde im Juli 1975 verhaftet und im Dezember 1976 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Das Gericht ordnete eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik aufgrund verminderter Schuldfähigkeit an. Er starb 1998. Zu Recherchezwecken erhielt Strunk Einsicht in Honkas Prozessakten, die bis dahin verschlossen im Hamburger Staatsarchiv lagerten. Der daraus entstandene Roman ist eine von Kritikern gelobte Milieustudie, die mir von einem Kollegen empfohlen und ausgeborgt wurde.

Fritz Honka ist ein Frauenmörder. Innerlich verkommen und äußerlich entstellt, findet er seine Opfer am untersten Bodensatz der Gesellschaft. Er ist ein Verlierer, der von einem besseren Leben träumt und seinen verstörenden Fantasien nicht entkommen kann. Er weiß, er ist ein Säufer, ein bedauernswerter Tropf, eine Niete. Doch Frauen lassen sich selbst für einen wie ihn auftreiben. Die Verlorenen. Die Verzweifelten. Diejenigen, die längst nicht mehr auf bessere Tage hoffen. In der Hamburger Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ geht Honka auf die Jagd. Dort kreuzen sich die Wege aller sozialen Klassen. Arm und Reich trinken Schulter an Schulter, Jung und Alt begegnen sich in den ranzigen Schatten der schäbigen Kaschemme. Im „Handschuh“ ist das Elend zu Hause. Und es ist kein Privileg der Unterschicht.

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Kim Harrison – Bluteid

Kim Harrison begann ihre Karriere unter ihrem echten Namen Dawn Cook als High Fantasy – Autorin. Anfang der 2000er wagte sie eine radikale Veränderung und schrieb den ersten Band der „Rachel Morgan“ – Reihe, der von ihrem Verlag Ace abgelehnt wurde. Sie fand zwar einen neuen Verlag, ihre Vertreter_innen wollten jedoch einen Neuanfang – mit einem neuen Namen. Ihre Lektorin wählte das Pseudonym Kim Harrison aus, damit sie im Buchhandel neben Laurell K. Hamilton einsortiert würde. Um die Abgrenzung von Dawn Cook noch deutlicher zu gestalten, empfahl sie ihr sogar, sich eine Perücke zu besorgen. Deshalb wurde Kim Harrison als Rothaarige bekannt, obwohl sie eigentlich blond ist. Mittlerweile kann sie auf die Perücke verzichten. Trotz ihres überwältigenden Erfolgs ist meine Beziehung zu der Reihe etwas schwierig, daher sind seit meinem letzten Ausflug in die Hollows vier Jahre vergangen. „Bluteid“ ist der achte Band und ein gewohnt turbulentes Abenteuer mit der Hexe Rachel Morgan.

Mithilfe ihrer Freunde hat Rachel Morgan schon einiges überstanden. Dieses Mal kann sie sich jedoch nicht darauf verlassen, dass ihr Ivy und Jenks den Hintern retten. Der Hexenzirkel für moralische und ethische Standards hat es auf sie abgesehen. Ihre Vorwürfe sind lächerlich. In Wahrheit geht es nicht um Rachels vermeintliche Verbrechen. Der Zirkel hat erfahren, dass sie die Schülerin eines Dämons und zum Teil selbst ein Dämon ist. Sie sehen in ihr eine Bedrohung und planen, sie entweder magisch und körperlich zu kastrieren oder lebenslang in Alcatraz verschwinden zu lassen. Als sie herausfindet, dass sowohl ihr Erzfeind Trent Kalamack als auch ihr Ex-Freund Nick ihre Finger im Spiel haben, beschließt sie, zurückzuschlagen. Sie entwirft einen riskanten Plan, um den Zirkel, Trent und Nick loszuwerden. Dafür muss sie allerdings bei Trent einbrechen – und sich den Erinnerungen an ihre gemeinsame Kindheit stellen…

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Heinz Buschkowsky – Neukölln ist überall

Ich lebe seit etwa 12 Jahren in Berlin-Neukölln. Ich ahne, dass einigen jetzt bereits ein kalter Schauer über den Rücken läuft und andere große Augen kriegen und fragen „Neukölln? Ist das nicht dieser Problembezirk? Mit der Rütli-Schule und so?“. Ja, ist es. Es ist ebenfalls der traurige Schauplatz, an dem ein junges Mädchen in einem Koffer verbrannt wurde. Das war gar nicht weit von meiner Wohnung.

Als ich hierherzog, hätte ich mir niemals vorstellen können, zu bleiben. Ich – das Kind aus dem Osten der Stadt, aufgewachsen in Marzahn, wo sich der Anblick von Plattenbausiedlungen quasi in meine Netzhaut brannte – zog damals in den vierten Stock eines Altbaus nahe der belebten Hermannstraße, zu meinem damaligen Freund. Meine Beziehung zu diesem Mann überlebte die Zeit nicht – meine Beziehung zu Neukölln hingegen vertiefte sich mit einer Intensität, die ich niemals für möglich gehalten hätte.

Als unsere Beziehung endete, suchte ich eine eigene Wohnung, die sich schon damals kaum finden ließ. Ich wollte eigentlich zurück in den Osten, weil ich mich dort verwurzelt fühlte und mir die in Frage kommenden Bezirke – speziell Prenzlauer Berg, Pankow und Friedrichshain – einfach so viel hipper und cooler erschienen als Neukölln mit seinem hohen Einwandereranteil und der daraus resultierenden Atmosphäre. Leider (oder glücklicherweise) wollte man mich im Osten nicht. Ich fand keine Wohnung. Ich suchte ein halbes Jahr und schraubte meine Ansprüche zähneknirschend immer weiter herunter. Irgendwann landete ich bei der Hausverwaltung meines Ex-Freundes. Sie hatten eine kleine 2-Zimmer-Wohnung im Angebot, im ersten Stock desselben Hauses, in dem mein Ex damals noch lebte (er zog später aus). Ich besichtigte die Wohnung, bekundete mein Interesse und erhielt den Zuschlag. Tja. Da war ich nun, wieder in Neukölln. Übergangsweise. Dachte ich.

Ich weiß nicht, wann es passiert ist. Vermutlich gab es keinen spezifischen Schlüsselmoment, wahrscheinlich war es ein gradueller Prozess, den ich gar nicht bewusst wahrnahm. Die Jahre vergingen und meine Pläne, den Bezirk wieder zu verlassen, rückten immer mehr in den Hintergrund. Ich begann, mich wohl zu fühlen. Ich lernte das pure Leben, das hier durch die Straßen pulsiert, die zentrale Lage, die unzähligen Spätis und Kneipen, das Tempelhofer Feld und die kulturelle Vielfalt zu schätzen. Ich erfreute mich an den grünen Oasen in meinem Kiez, die meiner Hündin so viele Möglichkeiten für Spiel und Spaß bieten. Ich fand einen Freundeskreis, wuchs Stück für Stück in diese Welt hinein. Und irgendwann wachte ich eines Morgens auf und stellte fest, dass ich nicht mehr gehen wollte. Ich hatte mich in Neukölln verliebt.

Diese Rezension zu Heinz Buschkowskys politischer Analyse „Neukölln ist überall“ ist für mich daher sehr persönlich. Buschkowsky war von 2001 bis 2015 Neuköllner Bezirksbürgermeister der SPD. Sicher ist er einigen von euch bekannt, denn er war stets eine popularisierende Persönlichkeit und eckte mit Zitaten wie „Multikulti ist gescheitert“ sogar in seiner eigenen Partei an. Wo immer er auftrat und sich äußerte, erregte er Aufsehen. Vor der Lektüre seines Buches war ich aufgrund der Medienberichte selbst kein Fan von ihm. Ich empfand seine Kritik an meinem geliebten Bezirk als zu harsch und als beleidigend. Natürlich hat Neukölln einige Probleme, aber die resignierte Frustration, die ich aus Buschkowskys Äußerungen heraushörte, wurde meiner Lebensrealität nicht gerecht. Von „Neukölln ist überall“ hatte ich ebenfalls nur Negatives gehört. Lesen wollte ich es trotzdem, aus dem kindischen Impuls heraus, Neukölln verteidigen zu wollen. Ich wollte Buschkowsky widersprechen, seine Thesen in der Luft zerreißen und das Buch mit dem guten Gefühl schließen, es besser zu wissen als dieser meckernde alte Mann.

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Verfasst von - 4. September 2018 in Non-Fiction, Politik, Rezension

 

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Charlie Huston – No Dominion

Charlie Huston, Autor der „Joe Pitt“-Romane, wusste früh, dass er seinen vampyrischen Detektiv nicht auf ewig begleiten würde. Obwohl er mit dem Gedanken spielte, die Reihe ohne festgelegten Abschluss zu konzipieren, langweilte ihn die Idee bereits, bevor er mit dem Schreiben begonnen hatte. Nach dem zweiten Band „No Dominion“ beschloss er, dass „Joe Pitt“ überschaubare fünf Bände umfassen sollte. Dadurch musste er harte Entscheidungen für seinen Protagonisten treffen, intensivierte aber auch seine Schreiberfahrung. Mich motiviert die Aussicht auf einen Abschluss, die Reihe konsequenter als bisher zu verfolgen.

Eigentlich möchte Joe Pitt nur in Ruhe gelassen werden. Leider ist er als unabhängiger Vampyr in Manhattan gezwungen, Aufträge der konkurrierenden Clans anzunehmen, um seinen Geldbeutel und Blutvorrat aufzustocken. Seit dieser schmutzigen Geschichte mit der Kleinen erlebt Joe allerdings eine Durststrecke. Ihm gehen die Ideen aus, also wendet er sich an seinen alten Freund Terry, Anführer der Society. Terry bietet ihm einen dubiosen Job an. Es kursiert eine neue Droge. Dass es überhaupt einen Stoff gibt, der nicht sofort vom Vyrus aus dem System gespült wird, ist überraschend genug, doch dieses Zeug hat es in sich. Falsch dosiert verwandelt es Vampyre in rasende Berserker. Joe soll herausfinden, wer die Droge herstellt. Bemüht, schnell Antworten zu finden, stößt er bald auf eine Spur. Diese führt tief in die Hood, in das Territorium von DJ Grave Digga. Sieht so aus, als wäre diese Sache deutlich größer, als er angenommen hatte. Aber Joe wäre nicht Joe, würde ihn das davon abhalten, einigen Leuten kräftig auf die Füße zu treten…

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Verfasst von - 22. August 2018 in Rezension, Science Fiction

 

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Daryl Gregory – We Are All Completely Fine

„We Are All Completely Fine“ von Daryl Gregory hat eine interessante Entstehungsgeschichte. Es erschien 2014, ein Jahr, bevor Gregory den lovecraftischen Horror-SciFi-Fantasy-Young Adult-Roman „Harrison Squared“ veröffentlichte. Diese Veröffentlichungsreihenfolge entspricht allerdings nicht der Reihenfolge, in der Gregory die Bücher geschrieben hat. „We Are All Completely Fine“ entstand nach „Harrison Squared“ und hätte ohne den YA-Roman wohl nie das Licht der Welt erblickt. In diesem geht es um den jungen Harrison, der seine Stadt Dunnsmouth vor einer Monsterinvasion retten muss. Nachdem er diese Geschichte abgeschlossen hatte, fragte sich Gregory, welche Konsequenzen sie für seinen Protagonisten haben könnte. Wie schlüge sich Harrison als Erwachsener? Garantiert wäre er traumatisiert, müsste Psychopharmaka schlucken und eine Therapie absolvieren. Was wäre, wenn es allen Held_innen von Monster- und Horrorgeschichten so erginge? Was wäre, wenn sie einmal die Woche zusammenfinden würden – in einer Selbsthilfegruppe?

Wir treffen uns einmal die Woche: Harrison, Barbara, Stan, Martin, Greta und die Leiterin unserer Gruppe, Dr. Jan Sayer. Wir alle haben Schreckliches erlebt. Wir tragen Wunden, Narben und unser ganz privates Trauma mit uns herum. Niemand glaubte uns. Man erklärte uns für verrückt, geistesgestört, psychotisch. Erst Dr. Jan hörte uns zu und gab uns einen sicheren Ort, um über unsere Erfahrungen zu sprechen. Wir sind die exklusivste Selbsthilfegruppe der Welt. Wir wurden vom Unnatürlichen berührt. All die Menschen, die an unseren Geschichten zweifeln, sollten sich eins fragen: was wäre, wenn sie wahr sind?

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Verfasst von - 15. August 2018 in Horror, Rezension

 

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Kendare Blake – Girl of Nightmares

Im Frühling 2016 wurde bekannt, dass Kendare Blake die Filmrechte von „Anna Dressed in Blood“ an Stephenie Meyer verkaufte. Die Produktionsfirma der „Twilight“-Autorin legte sofort los, benannte Regisseurin, Drehbuchautorin und einen Teil des Casts. Seitdem wurde es still um das Projekt. Vielleicht wurde „Anna Dressed in Blood“ einfach nur hinter Meyers Serien-Realisierung ihres Romans „The Chemist“ zurückgestellt – vielleicht wurde die Verfilmung aber auch gecancelt. Wir haben ja schon oft erlebt, dass solche Projekte im Sande verlaufen. Für mich hat der Film allerdings ohnehin keine Priorität, obwohl ich mir vorstellen könnte, ihn mir anzusehen. Die Fortsetzung „Girl of Nightmares“ war definitiv wichtiger.

Cas, Carmel und Thomas verdanken ihre Leben einem Geist: Anna Korlov, besser bekannt als Anna Dressed in Blood. Sie opferte sich, um die drei zu schützen und zog den schrecklichen Obeahman hinab in die Hölle. Cas weiß, dass Carmel und Thomas die beängstigenden Ereignisse dieser Nacht hinter sich lassen möchten, doch er kann nicht vergessen, was Anna für sie getan hat. Er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Er träumt oft von ihr – blutige, unheimliche Albträume. Als er beginnt, Anna auch tagsüber zu sehen, zweifelt er an seinem Verstand. Die Visionen sind verstörend; sie wirkt gequält, gehetzt und verzweifelt. Ist es möglich, dass es sich gar nicht um Halluzinationen handelt? Versucht Anna, um Hilfe zu rufen? Sofort ist Cas fest entschlossen, Anna zu retten. Die einzigen, die ihm einen Weg in die Hölle weisen können, sind die Mitglieder des mysteriösen Ordens, der sein Athame erschuf. Diese verfolgen allerdings ganz eigene Pläne, für die Cas nicht unbedingt überleben muss. Und in der Hölle wartet schon der Obeahman auf ihn…

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Sue Klebold – A Mother’s Reckoning: Living in the Aftermath of the Columbine Tragedy

Am 20. April 1999 um 11:19 Uhr betraten Eric David Harris und Dylan Bennet Klebold die Columbine High-School in Colorado durch den Westeingang und eröffneten das Feuer. Sie trugen je zwei Schusswaffen, schwarze Trenchcoats, schwarze Hosen und eigens für den Anlass bedruckte T-Shirts. Erics Brust zierte der Schriftzug „Natural Selection“; auf Dylans Shirt prangte das Wort „Wrath“. Innerhalb einer knappen Stunde warfen sie selbstgebastelte Rohrbomben sowie Molotowcocktails und verschossen wahllos insgesamt 188 Kugeln. Sie töteten 12 Schüler_innen und einen Lehrer. 21 Menschen wurden zum Teil schwer verwundet. Kurz nach 12 Uhr begingen Eric und Dylan in der Bibliothek ihrer Schule Selbstmord. Ihr Amoklauf war als Bombenanschlag geplant. Die in der Cafeteria deponierten, selbstgebauten Sprengsätze explodierten aufgrund eines technischen Fehlers nicht.

125 Worte. Ich brauchte 125 Worte, um eines der schlimmsten Schulmassaker in der US-amerikanischen Geschichte zusammenzufassen. Schockierend, wie wenig die Fakten dieser Tragödie verlangen.
Der Amoklauf an der Columbine High-School war nicht die erste Schulschießerei, die das Land erlebt hatte. Es war jedoch die erste Schulschießerei, die globales Aufsehen und Medieninteresse, sowie eine hitzige Debatte über Mobbing, Ego-Shooter, gewaltverherrlichende Musik und das Waffenrecht auslöste. Das Massaker hatte weitreichende Konsequenzen. Nicht zuletzt wird der nachfolgende Anstieg von Amokläufen an Schulen „Columbine Effekt“ genannt, weil viele Täter_innen angaben, von Eric Harris und Dylan Klebold inspiriert worden zu sein. Die Generation, die nach dem 20. April 1999 in den USA geboren wurde, wird als „Generation Columbine“ betitelt – Kids, die eine Welt ohne Schulschießereien gar nicht kennen. Columbine ist die Mutter aller Schulmassaker.

Als Eric Harris und Dylan Klebold ein beispielloses Blutbad anrichteten, war ich 8 Jahre alt. Ich erinnere mich nicht daran, dass die Vorfälle in Colorado in irgendeiner Form in meinem Leben thematisiert wurden und auch meine Eltern konnten auf meine Nachfrage hin keine Situation rekonstruieren, in der wir darüber gesprochen hätten. Columbine rückte erst sehr viel später ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit: ich begann, mich mit Schul-Amokläufen im Allgemeinen auseinanderzusetzen, um zu verstehen, was die Täter_innen bewegte und wie es möglich war, dass ihr Schmerz und ihre Verzweiflung teilweise jahrelang unbemerkt blieben.
Als ich entdeckte, dass Dylans Mutter Sue Klebold 2016 ein Buch veröffentlicht hatte, das den Titel „A Mother’s Reckoning: Living in the Aftermath of the Columbine Tragedy“ trug, stand für mich sofort fest, dass ich es kaufen und lesen wollte. Meine Motivation war sehr simpel. Ich wollte es begreifen. Ich wollte begreifen, wie man so etwas überlebt.

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Verfasst von - 8. August 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Oliver Dierssen – Fledermausland

Oliver Dierssen, Jahrgang 1980, ist hauptberuflich Kinder- und Jugendpsychiater. Nach drei eher unglücklichen Schreibversuchen setzte er sich 2008 an seinen Debütroman „Fledermausland“. Die Idee war, „ein Buch zu schreiben, das man in der Bahnhofsbuchhandlung Hannover kauft, dann im ICE nach München flott durchliest und in München gut gelaunt aussteigt“. Statt das Manuskript einfach an Verlage zu schicken, nahm Dierssen an dem Heyne-Schreibwettbewerb „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ teil und schaffte es unter die besten Fünf. 2009 veröffentlichte Heyne den Roman; 2010 erhielt er den Deutschen Phantastik Preis als „Bester deutschsprachiger Debütroman“. Ich entschied mich, „Fledermausland“ im März 2018 zu lesen, weil ich nach „Vaterland“ von Robert Harris dringend etwas zum Lachen brauchte.

Fragte man Sebastian Schätz, wann genau sein Leben völlig außer Kontrolle geriet, würde er ohne zu zögern antworten: in der Nacht der Fledermaus. Seit ihn das fürchterliche Biest heimtückisch angriff, ist nichts mehr, wie es sein sollte. Erst muss er sich mit unwirschen Sanitätern herumplagen, die sein Fledermausproblem nicht ernstnehmen. Tags darauf wird er auf der Kinotoilette von einem depressiven Typen überfallen, der sich als Theodor vorstellt und behauptet, ein Vampir zu sein. Und wann ist eigentlich dieser Domowoj in seinem Spülschrank eingezogen? Sebastians Leben mutiert rasant zu einem chaotischen Mahlstrom, dabei will er doch eigentlich nur seine umwerfende Angebetete Kim davon überzeugen, endlich seine Freundin zu werden. Ist denn die ganze Welt verrückt geworden? Als dann auch noch Zwerge von der GEZ auf seiner Couch sitzen und ihm verbieten wollen, Kim jemals wiederzusehen, reicht es Sebastian. Es wird Zeit, den Dingen auf den Grund zu gehen, ob es diese Dinge nun geben sollte oder nicht!

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Verfasst von - 28. Juni 2018 in Fantasy, Humor, Rezension, Urban Fantasy

 

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Dan Wells – Ich will dich nicht töten

Dan Wells wollte High Fantasy-Autor werden. Er schrieb jahrelang Bücher und Kurzgeschichten, ohne sich selbst als Vertreter des Horror-Genres zu verstehen, obwohl all seine Werke einen düsteren Unterton enthielten. Wir verdanken es Brandon Sanderson, dass Wells dieser Düsternis eines Tages nachgab. Ja, DER Brandon Sanderson. Sie sind befreundet, führen gemeinsam den Podcast „Writing Excuses“ und leben beide in Utah. Es wundert mich etwas, dass Wells bisher nicht auf die naheliegende Option zurückgriff, um High Fantasy und Düsternis zu verbinden: Grimdark. Allerdings wäre er in diesem Subgenre vielleicht niemals veröffentlicht worden und ich könnte euch nicht vom dritten Band der „John Cleaver“-Reihe, „Ich will dich nicht töten“, berichten, also war seine Entscheidung für Horrorliteratur möglicherweise Schicksal.

Wie provoziert man eine Dämonin? Man erklärt ihr am Telefon, dass man zwei ihrer Freunde umgebracht hat. Seit John Niemand anrief und sie herausforderte, nach Clayton zu kommen, lauert er darauf, dass sie sich zeigt. Er ist im Nachteil – er hat keine Ahnung, wie sie aussieht oder über welche Kräfte sie verfügt. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als ihren ersten Zug auszuharren. John wartet auf eine Leiche. Als das erste Opfer gefunden wird, kann er es kaum glauben: der ermordete Pfarrer trägt die unverwechselbare Handschrift des Handlangers, eines berüchtigten Serienmörders. John ist überzeugt, dass Niemand die Handlangerin ist und der spektakuläre Mord eine Botschaft für ihn war. Fieberhaft beginnt er, Beweise zu analysieren, um ihre Identität aufzudecken. Von Ehrgeiz erfüllt ist er blind für den riskanten Pfad, den er einschlägt und ignoriert die Warnzeichen, dass er die Menschen, die ihm am meisten bedeuten, in Gefahr bringt…

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Verfasst von - 3. Mai 2018 in Mystery, Rezension, Thriller, Young Adult

 

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Montagsfrage: Schreib mir eine Geschichte?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Ist es zu fassen, dass nächstes Wochenende schon wieder Ostern ist? Das Jahr rast vor sich hin und ich habe das Gefühl, ich stehe am Rand der Laufbahn und kann nur verdattert zuschauen. Wir werden zu Ostern nicht viel unternehmen. Am Samstag werden wir vielleicht mit ein paar Freunden angrillen, weil eine Freundin nächste Woche Mittwoch für ein halbes Jahr in die USA reist und wir dementsprechend nicht mehr viele Gelegenheiten haben, Zeit mit ihr zu verbringen. Ich bewundere ihren Mut, hier alles stehen und liegen zu lassen, um sich diesen Traum zu erfüllen. Sie wird 6 Monate mit Freund und Hund im Camper durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten tuckeln. Ein großes Abenteuer, für das ich selbst einfach zu ängstlich bin. Am Sonntag steht dann das jährliche Familienessen an und das war es auch schon mit unseren Plänen. Wie feiert ihr denn Ostern?
Bevor alle versuchen, die dicksten Eier zu finden, steht allerdings erst einmal der Start in die neue (kurze) Woche an, den ich wie immer mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja begehe.

Wenn du schon mal daran gedacht hast, ein Buch zu schreiben, welches Genre wäre es?

Fantasy. Garantiert würde ich einen Fantasy-Roman schreiben. Man sagt ja, angehende Autor_innen sollen das Buch schreiben, das sie selbst gern lesen würden. Die Fantasy ist mein Lieblingsgenre, also liegt es für mich nahe, mich schriftstellerisch daran zu versuchen. Ich glaube zwar nicht, dass ich direkt kopfüber in die Königsklasse der High Fantasy hineinspringen würde, weil sie in meiner Vorstellung zu anspruchsvoll für eine Debütautorin ist (es muss ja Gründe haben, dass diverse Autor_innen Jahre an ihren Büchern arbeiten – ja, ich meine sie, Mr. George R.R. Martin), aber ein Ausflug in die Urban Fantasy scheint mir durchaus eine Option zu sein. Ein weiterer Rat, von dem man immer wieder liest, besagt, dass man über das schreiben soll, was man kennt. Ich würde mir diesen Rat vermutlich wörtlich zu Herzen nehmen und als Setting Berlin wählen. In meinem Kopf spukt seit Jahren die Idee einer Geschichte herum, in der es um kleine Wesen geht, die den reibungslosen Ablauf des Berliner U-Bahnnetzes überwachen, aber bisher fehlt mir der Kern des Ganzen: der Konflikt. Den braucht jede Geschichte und solange mir dazu nichts einfällt, muss ich mich im Grunde gar nicht erst ransetzen. Ich sag’s immer wieder: Schreiben ist schwer.

In welchem Genre würdet ihr euch als Schriftsteller_innen tummeln?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Montag!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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