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Schlagwort-Archive: Vampire

V.B. Marlowe – Shadow, Shadow

2016-05-27 - Marlowe Shadow Shadow

„Shadow, Shadow“ von V.B. Marlowe war eines der ersten Bücher, die ich bei Netgalley angefragt habe. Das muss Anfang 2015 gewesen sein. Obwohl ich mich sehr darüber gefreut hatte, dass mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde, landete es auf dem SuB. Ich las es nicht sofort, denn ich fühlte mich nicht in der richtigen Stimmung für die Geschichte. Über ein Jahr versauerte es zwischen hunderten anderer Bücher, bis es mir im Mai 2016 wieder einfiel. Ich wollte mit Altlasten aufräumen, also wurde es höchste Zeit, „Shadow, Shadow“ endlich eine Chance zu geben.

In Shadow Pines verschwinden seit jeher ungewöhnlich viele Menschen. Es heißt, die Kleinstadt sei auf entweihtem Boden gebaut und werde heimgesucht von den Schatten einer Sekte, die im 19. Jahrhundert gelyncht wurde… Natürlich glaubt niemand diese Geschichte, erst recht nicht die rebellische Harley Fox. An ihrem 16. Geburtstag erhält sie jedoch ein sonderbares Geschenk: eine Schattenbox. Sie ist nicht die einzige. Brock, der Goldjunge der Stadt, Gianna, Shadow Pines‘ strebsame Kämpferin für die kleinen Dinge und Teaghan, die ständig gehänselt wird, bekommen ebenfalls jeweils eine Box. Angeblich verleihen ihnen die Boxen die Macht, einen Menschen ihrer Wahl verschwinden zu lassen und den Schatten zu übergeben. Sie müssen sie nicht nutzen, doch sollte nur eine oder einer von ihnen davon Gebrauch machen, sind auch die anderen gezwungen, sie einzusetzen. Sonst holen sich die Schatten ihre Liebsten. Ungläubig entscheiden Harley, Brock, Gianna und Teaghan die Boxen wegzuschließen. Doch die Aussicht, einen verhassten Menschen loszuwerden, ist verlockender, als sie ahnten. Schnell gerät die Situation außer Kontrolle und die vier müssen sich eingestehen, dass am Mythos der Schatten vielleicht mehr dran ist, als sie wahrhaben wollten…

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Anonymus – Das Buch ohne Gnade

2016-03-26 - Anonymus Das Buch ohne Gnade

Seit ich im Juni 2014 „Das Buch ohne Namen“ und „Das Buch ohne Staben“ gelesen habe, bin ich ein Fan des Bourbon Kid. Ich kann nicht genau erklären, warum ich diesen durchgeknallten Serienmörder sympathisch finde und vielleicht sollte mir das zu denken geben, aber ich weiß zumindest, warum ich die ersten beiden Bände der gleichnamigen Reihe liebe. Sie sind Trash. Sie sind Punk. Sie sind hart, dreckig und auf absurde Weise komisch. Die unbarmherzige Einstellung des Autors gegenüber seinen Figuren imponiert mir. Trotzdem mussten knapp zwei Jahre vergehen, bis ich mir endlich den dritten Band „Das Buch ohne Gnade“ vornahm. Wieso ich die Fortsetzung so lange verschleppt habe, kann ich ebenfalls nicht erklären. Vielleicht sind zwei Abenteuer mit dem Bourbon Kid genug für zwei Jahre?

Einmal im Jahr erfreut sich das Hotel Pasadena eines großen Auflaufs von Gästen. Jedes Jahr an Halloween veranstaltet der Inhaber des Hotels, Nigel Powell, ein Festival unter dem Motto „Back from the Dead“. Mitten in der Wüste, auf Devil’s Graveyard, treffen halbwegs talentierte Möchtegernmusiker, Kneipensternchen und abgebrannte Verzweifelte aufeinander, um sich in einem Gesangswettbewerb zu messen. Sie alle begehren das Preisgeld: einen Vertrag über 1 Million Dollar mit Nigel Powell. Kaum jemand weiß, dass Devil’s Graveyard ein gewaltiges Untotenproblem hat. Dieses Jahr sind die auferstandenen Toten jedoch die geringste Sorge der Teilnehmer. Dieses Jahr hat sich der Bourbon Kid selbst zur Party eingeladen und all die Lokalberühmtheiten müssen sich fragen, welches das schlimmere Übel ist: die Zombies oder der schlecht gelaunte Serienkiller aus Santa Mondega?

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Verfasst von - 5. Mai 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Wortmagie’s Buchige Schnitzeljagd zum Welttag des Buches – Rätsel #5

Wortmagies Buchige Schnitzeljagd zum Welttag des Buches

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir sind über den Berg. Den Großteil der Rätsel der Buchigen Schnitzeljagd zum Welttag des Buches haben wir hinter uns. Einschließlich heute stehen uns noch 3 Rätsel bevor, die gelöst werden wollen. Ich fiebere bei jeder und jedem von euch mit und drücke so fleißig meine Däumchen, dass sie bereits ganz blau anlaufen. 😀 >>> Weiterlesen & Mitmachen!

 
 

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Montagsfrage: Das hässlichste Buchcover?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

So früh im Jahr und schon musste ich einen meiner guten Vorsätze brechen. Ich hatte eigentlich vor, gestern bereits die nächste Rezension zu veröffentlichen, wie angekündigt, nur leider erweist sich die Besprechung von „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski als etwas widerspenstig. Tja. Ihr werdet euch also noch bis Mittwoch gedulden müssen. Heute ist Montag und den Start in die neue Woche möchte ich natürlich wie immer mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja begehen:

Es wird immer nach den schönsten Buchcovern gefragt, aber welches ist für dich das mit Abstand hässlichste?

In meinem Regal finden sich einige unschöne Cover. Die meisten davon sind Klassiker, die ich von meinem Großvater geerbt habe und die bei alten DDR – Verlagen erschienen sind (z.B. Aufbau-Verlag). Oft zeigen die Cover nichts anderes als den Titel, weshalb ich diese Bücher einfach mal außen vor lasse. Ich besitze auch einige Titel von Stephen King, die teilweise bereits in den 80ern erschienen sind und dementsprechend aus heutiger Sicht nicht mehr die ansprechendsten Cover haben. Aber so richtig hässlich finde ich sie nicht. Sie sind eben nur alt und das ist okay.
Ich denke, das absolut und unangefochten hässlichste Buch in meinem Bücherregal ist „Necroscope: Das Erwachen“ (Necroscope #1) von Brian Lumley. Schaut mal:

Das Erwachen

Ich bin mir nicht sicher, was das für ein Vieh sein soll. Vermutlich irgendein Tiefseefisch. An sich hätte ich nichts gegen diese Abbildung, wenn sie denn etwas besser integriert wäre. Schließlich gehört die „Necroscope“ – Reihe zur Horror-Literatur. Aber so sieht das Cover einfach nur reißerisch und billig aus. Ich finde es wirklich ganz furchtbar hässlich. Über den Inhalt kann ich unglücklicherweise noch nichts sagen, da ich es noch nicht gelesen habe. Ich weiß, es soll um Vampire und Nekromantie gehen, weshalb ich das scheußliche Stück überhaupt gekauft habe. Der Klappentext ist leider nicht sehr aussagekräftig. Angeblich ist die Reihe jedoch ein internationaler Mega-Erfolg. Vom Verlag Blitz habe ich übrigens auch noch nie gehört. Laut Website gibt es diesen Verlag bereits seit 20 Jahren und soweit ich das erkennen kann, haben sie sich auf das Horror-Genre spezialisiert, in allen Formen. Das heißt, sie verlegen zum Beispiel H.P. Lovecraft, aber auch Edgar Wallace und Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik.

Ich hoffe sehr, dass auf „Necroscope: Das Erwachen“ das Motto „Don’t judge a book by its cover“ zutrifft, denn wenn das Cover auch nur irgendwie auf den Inhalt schließen lässt, erwartet mich wohl eine sehr enttäuschende Lektüre.

Welches Cover findet ihr besonders scheußlich?

Ich freue mich schon richtig aufs Stöbern in euren Antworten, weil manche Cover garantiert so hässlich sind, dass ich einfach nur darüber lachen muss. 😀
Ich wünsche euch allen einen tollen Tag und einen entspannten Start in die Woche!
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 18. Januar 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Chloe Neill – Teuflische Bisse

„Teuflische Bisse“

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Reihe: Chicagoland Vampires #9

Originaltitel: Wild Things

Autor: Chloe Neill

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 412

Verlag: Egmont LYX

Sprache: Deutsch

ISBN: 3802595483

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 30.05.2015

Bewertung:

Die Chicagoland Vampires – Serie nähert sich langsam aber sicher ihrem Ende. Laut der Autorin Chloe Neill umfasst ihr Vertrag mit ihrem Verlag 13 Bücher und sie schreibt auf ihrer Website, dass sie davon ausgeht, dass die Reihe mit dem 13. Buch abgeschlossen ist. In Amerika wird Band 12 voraussichtlich im März 2016 veröffentlicht. Hier in Deutschland hinken wir nicht so weit hinterher wie bei manch anderen Reihen; Band 10 erscheint noch dieses Jahr. Behält Egmont LYX das Tempo bei, könnte das Finale 2017 veröffentlicht werden.

Nach den Ausschreitungen gegen Übernatürliche in Chicago spitzt sich die Situation für Haus Cadogan immer weiter zu. Die Bürgermeisterin möchte an Ethan Sullivan ein Exempel statuieren und klagt ihn wegen des Mordes an Harold Monmoth an, obwohl Ethan zweifellos aus Notwehr handelte. Schweren Herzens trifft er die Entscheidung, sich der Gerichtsbarkeit der Stadt zu entziehen, bis seine Unschuld bewiesen ist. Begleitet von Merit kommt er bei den Formwandlern unter, die sich gerade auf ihr wichtigstes Fest vorbereiten: Lupercalia. Es ist eine große Ehre für Merit und Ethan, dass sie diesem Ereignis beiwohnen dürfen, doch während der Eröffnungszeremonie werden sie Zeugen eines schrecklichen magischen Angriffs auf die Werwesen. Erst als das Chaos abgeklungen ist, wird klar, dass eine Formwandlerin seit dem Angriff spurlos verschwunden ist. Merit wird mit der Aufgabe betraut, sie zu finden. Dieser Fall ist eine echte Herausforderung für die Hüterin, denn die Formwandlerin ist nicht die erste Übernatürliche, die vermisst wird. Merit muss herausfinden, was vor sich geht – und zwar schnell. Der Frieden zwischen den Übernatürlichen Chicagos liegt in ihren Händen.

Ich denke, es ist gut, dass die Chicagoland Vampires – Reihe bald abgeschlossen ist. Sie begeistert mich einfach nicht mehr genauso wie zu Beginn. Natürlich las sich „Teuflische Bisse“ flüssig und ich kann nicht behaupten, dass ich mich gelangweilt hätte. Aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas. Es ist immer das Gleiche, der Handlungsaufbau verändert sich nicht. Jedes Mal gibt es ein bis zwei große Probleme, die sich über mehrere Bücher hinziehen und zuspitzen. Zusätzlich wird Merit in jedem neuen Band mit einem akuten Problem konfrontiert, das sie so schnell wie möglich lösen muss. In jedem Band steht sie vor diesem verdammten Whiteboard und spielt Detektivin. Ich verstehe nicht, wieso Chloe Neill nicht einfach mal was anderes ausprobiert; ich habe so gehofft, dass Merit endlich eine echte Aufgabe erhält und nicht das investigative Mädchen für alles bleibt. Sie verdient Besseres. Dabei ist der Fall der verschwundenen Supras an sich eine von Neills besseren Ideen, die ich durchaus spannend fand. Nur nahm dieser Handlungsstrang meines Erachtens nach leider einen viel zu kleinen Stellenwert ein. Ich wurde ständig von all den anderen Verwicklungen abgelenkt: das Greenwich Presidium, das Haus Cadogan noch immer das Leben schwer macht, Gabriels Prophezeiung bezüglich Merits und Ethans Zukunft und ach ja, Ethan soll auch noch ins Gefängnis, was Merit natürlich ganz furchtbar aus der Bahn wirft, weil sie ihn ja ach so sehr liebt. Ging mir diese Gefühlsdudelei zwischen den beiden vielleicht auf die Nerven, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Meiner Meinung nach nimmt diese Beziehung mittlerweile regelrecht ungesunde Formen an, weil Merit völlig darin zu verschwinden scheint. Sie verliert ihren Biss, ist nicht mehr so witzig und ganz bestimmt nicht mehr so unabhängig und stark, wie ich sie kennengelernt habe. Ihr Denken dreht sich ständig nur um Ethan. Wenn ihr mich fragt, ist diese Beziehung das Musterbeispiel eines obsessiven Abhängigkeitsverhältnisses. Sicher hängt das auch mit ihrer Ausgangssituation zusammen, da Merit sich Ethan zwangsläufig unterordnen muss und sie niemals gleichgestellt sein werden. Er ist ihr Meister. Quasi ihr Vorgesetzter. Sie schaffen es nicht, diesen Fakt aus ihrer Beziehung herauszuhalten. Dadurch entstehen Situationen, die ich als weibliche Leserin als äußerst unangenehm empfinde. Es hat mich geschüttelt, als Ethan während des Liebesspiels immer wieder „Du bist mein!“ zu Merit sagte. Er behandelt sie wie ein Objekt, das er besitzen kann und sie lässt es mit sich machen. Mein feministisches Bewusstsein beging während dieser Szene Selbstmord.
Darüber hinaus glaube ich, dass auch Chloe Neill merkt, dass ihre Serie an Qualität verloren hat. Kennt ihr diesen Trick aus Fernsehserien, eine neue Figur zu integrieren, wenn den AutorInnen nichts mehr einfällt und die Einschaltquoten sinken? Chloe Neill hat das in „Teuflische Bisse“ auch getan, nur hat sie gleich mal ein ganz neues übernatürliches Volk eingeführt. Sie ging dabei für mein Empfinden allerdings so stümperhaft vor, dass es nichts zur Geschichte beigetragen hat. Ich weiß nicht, wozu diese Supras auftauchten und habe fast nichts über sie erfahren; das Ganze wirkte eher wie ein Nebenschauplatz und mir fehlte eindeutig dieser WTF-Moment. Vielleicht will sie in den Folgebänden noch was draus machen – da sie das Etablieren versaut hat, ist mir das aber ziemlich egal.

Ich weiß nicht, ob ich Chicagoland Vampires bis zum Finale durchhalte. Ich befürchte, dass die Reihe nun kontinuierlich schlechter wird und es irgendwann auch nichts mehr bringt, beide Augen fest zuzudrücken. Ich bin jetzt wirklich weit gekommen, aber in vier Bänden kann Chloe Neill noch eine ganze Menge Quatsch zusammen schreiben. Ich denke, ich werde von Band zu Band entscheiden, ob ich ihr noch eine Chance gebe. Der nächste Band „Auf den letzten Biss“ wird es wohl in mein Regal schaffen, doch danach – schauen wir mal.

 
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Verfasst von - 24. Juni 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Holly Black – The Coldest Girl in Coldtown

„The Coldest Girl in Coldtown“

the coldest girl in coldtown

Autor: Holly Black

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 422

Verlag: Little, Brown Books for Young Readers

Sprache: Englisch

ISBN: 0316213098

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 08.03.2015

Bewertung:

Holly Black ist eine Bestsellerautorin, die es aus irgendeinen Grund erst jetzt in mein Bücherregal geschafft hat. Ich habe keine Ahnung, warum ihre Werke bisher an mir vorbei gegangen sind, denn ihre erste Veröffentlichung „Tithe: A Modern Faerie Tale“ fand bereits 2002 statt. Seitdem war sie sehr fleißig und konnte besonders im Young Adult Bereich Erfolge verzeichnen. Außerdem ist sie eng mit Cassandra Clare befreundet, mit der sie seit letztem Jahr an einer gemeinsamen Fantasy-Serie arbeitet: Magisterium.
„The Coldest Girl in Coldtown“ ist ein Einzelwerk, auf das ich durch Yvos Blog It’s All About Books aufmerksam wurde und von dem ich erst annahm, es sei eine YA Dystopie. Falsch gedacht – es ist Urban Fantasy.

Coldtowns: abgeschottete Städte hinter dicken Mauern. Gefängnisse der Verdammten. Seit bekannt wurde, dass Vampire keine mystischen Sagengestalten, sondern die blutige Realität sind, entstanden diese streng gesicherten Städte auf der ganzen Welt. Käfige für uralte Bestien, die ebenso tödlich wie glamourös sind. Aber sie sind auch ein Zufluchtsort für Aussteiger, frustrierte Jugendliche und all diejenigen, die sterben wollen, um das Leben zu spüren.
Tana weiß, dass Coldtown gefährlich ist, ganz gleich, was die Medien ihr weismachen wollen. Doch als sie eines Morgens nach einer wilden Party in einem Haus voller Leichen erwacht, ist Springfield der einzige Ort, an den sie gehen kann. Ihr Ex-Freund Aiden ist infiziert und sie selbst – nun, sie weiß es nicht. Dann ist da auch noch der Vampir Gavriel, der ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint. Zu dritt machen sie sich auf den Weg nach Springfield und Tana muss lernen, dass der Unterschied zwischen Jäger und Beute weniger eindeutig ist, als sie dachte…

„The Coldest Girl in Coldtown“ war eine etwas komplizierte Lektüre für mich, weil ich lange nicht richtig wusste, was ich damit anfangen soll. Die alternative Realität, die Holly Black konstruierte, fand ich interessant und glaubhaft, doch ich kam nicht richtig an die Protagonistin Tana heran. Ich hatte keine gute Verbindung zu ihr. Trotz dessen empfand ich das Buch insgesamt als überraschend tiefsinnig, weswegen es letztendlich für vier Sterne reichte.
Ich denke, das zentrale Thema dieses Romans ist die Versuchung. Mithilfe der Vampire erschuf Holly Black für die Menschen eine Möglichkeit, alle gesellschaftlichen Zwänge abzulegen und zu einer rohen, ungefilterten Version ihrer selbst zu werden. Keine Ketten, keine Scham, keine Reue. Eine recht attraktive Aussicht, auch für Tana. Sie weiß, dass sie der Versuchung nicht nachgeben sollte, weil es neben all den augenscheinlichen Vorteilen auch bedeutete, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Leider konnte ich bis zum Ende nicht vollständig nachvollziehen, wie genau Tana über die Vampire denkt. Anfangs ist sie fasziniert von ihnen, doch im Laufe der Geschichte ändert sich das. Ich habe nicht mitbekommen, wann das passiert ist und wodurch es ausgelöst wurde. Holly Black hat mich nicht daran teilhaben lassen. Auch fiel es mir schwer, zu verstehen, warum Tana nach dem Blutbad im Haus ihrer Freunde überhaupt nach Springfield fährt, statt die Polizei zu rufen. Dafür gab es eigentlich keinen rationalen Grund. Doch ich bin bereit, dieses Verhalten einfach ihrem Schockzustand zuzuschreiben und es damit gut sein zu lassen.
Die Vampire selbst sind kurz gesagt Monster. Blutrünstig, kaltherzig, skrupellos. Spitzenprädatoren aus dem Bilderbuch. Ich fand sie äußerst überzeugend, da sie wunderbar eine weitere zentrale Frage transportieren: warum sind Monster für uns so reizvoll? In diesem Zusammenhang gefiel mir auch die mediale, finanzielle Ausschlachtung der Vampire sehr gut. Ich halte dieses Verhalten der Medien für realistisch. Es sieht ihnen ähnlich, blutgierige Unsterbliche zu Superstars zu machen und sie bis zur Grenzwertigkeit zu vermarkten. Holly Black bewies hier eine treffende, scharfe Sichtweise auf bestimmte Mechanismen unserer Gesellschaft.
Mein Lieblingscharakter des Buches war eindeutig Gavriel. Er ist verrückt. Wirklich. Total irre. Ich hatte das Gefühl, als kenne nur er allein ein delikates Geheimnis, das ihm gegenüber allen anderen einen Vorteil verschafft. Als bewege er sich auf einer völlig anderen Ebene des Seins. Zwar sind auch all die anderen Charaktere auf ihre eigene Art Freaks, aber Gavriel toppt sie alle.

„The Coldest Girl in Coldtown“ ist ein interessanter YA-UF Roman, der mich in verschiedenen Punkten positiv überrascht hat. Holly Black ist eine bemerkenswerte Autorin, von der ich gern noch mehr lesen möchte. Sie macht mich neugierig, weil ihre Art zu schreiben nicht das übliche YA-Wischiwaschi ist. Sie scheut sich nicht, blutige Details zu beschreiben und behandelt ihre Charaktere als vollwertige Individuen, die mehr zu bieten haben als nur oberflächliche Klischees.
Ich denke, „The Coldest Girl in Coldtown“ ist die richtige Lektüre für LeserInnen, die die Nase voll haben von kitschigen, romantischen Young Adult Urban Fantasy Romanen und es lieber handfest mögen. Holly Black beweist, dass nicht nur Männer derbe Urban Fantasy schreiben können. Lasst ihr euch auf ihre Welt ein, werdet ihr merken, wie verlockend die Versuchung des Monströsen sein kann.

 
 

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Faith Hunter – Fluch des Blutes

„Fluch des Blutes“

Skinwalker - Fluch des Blutes

Reihe: Jane Yellowrock #2

Originaltitel: Blood Cross

Autor: Faith Hunter

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 448 Seiten

Verlag: LYX

Sprache: Deutsch

ISBN: 3802583884

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 23.01.2015

Bewertung:

Sagt mal, kennt ihr die Jane Yellowrock – Reihe von Faith Hunter eigentlich? Da nur zwei Bände der Serie auf Deutsch übersetzt wurden und LYX sie danach abgebrochen hat, habe ich das Gefühl, dass Jane relativ unbekannt ist. Als Skinwalker ist sie eine besondere Heldin mit besonderen Fähigkeiten, selbst in der verrückten Welt der Urban Fantasy, denn mithilfe von Fetischen kann sie sich in jedes beliebige Tier verwandeln – ein Erbe ihrer Cherokee-Wurzeln. Außerdem hütet Jane zusätzlich ein außergewöhnliches Geheimnis. 😉
Begonnen habe ich die Serie schon vor einiger Zeit, zwischen der Lektüre von Band eins und zwei lagen jetzt bestimmt mehrere Jahre. Wieder einmal habe ich bewusst darauf verzichtet, der ersten Band noch einmal zu rekapitulieren, denn ich wollte sehen, ob Faith Hunter es auch Quereinsteigern ermöglicht, ihre Geschichte zu verstehen.

Jane konnte den Leberfresser töten, doch während ihren Ermittlungen stieß sie auf mehrere junge Rogues – irgendjemand erschafft junge Vampire und lässt sie unkontrolliert morden. Dieser Umstand verstößt gegen die uralten Gesetze der Vampire, weswegen der Vampirrat Jane damit betraut, den Schöpfer zu finden. Sie rechnet nicht damit, dass dieser Auftrag übermäßig kompliziert werden könnte – wie sehr sie sich doch täuscht. Schon bald findet sie sich inmitten des Gewirrs der Vampir-Politik wieder, die von jahrhundertealten Fehden und Intrigen beherrscht wird. Jane muss einsehen, dass sie sich zur Aufklärung des Geheimnisses um den Rogue-Schöpfer nicht allein auf ihre besonderen Stärken verlassen kann, sondern Hilfe braucht. Diese bekommt sie auch, allerdings ausgerechnet in Form von George Dumas und Rick La Fleur – zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und Janes Blut mächtig in Wallung bringen…

Für mich war „Fluch des Blutes“ zu diesem Zeitpunkt genau die richtige Entscheidung. Es ist nicht raffiniert, es ist nicht anspruchsvoll, es ist nicht sonderlich geistreich – und dadurch perfekt als Zwischendurch-Lektüre. Ein eifriges Hoch auf brain candy! Wenn ich mental mit anderen Dingen (wie Uni-Kram) beschäftigt bin, brauche ich ein Buch wie dieses: leichte, spannungs- und actiongeladene Unterhaltung, um mich zu entspannen. Dementsprechend habe ich mir während des Lesens wenig Gedanken über „Fluch des Blutes“ gemacht, ich glitt in die Geschichte hinein und genoss es einfach, Jane bei ihren Abenteuern zu beobachten. Sie ist eine wirklich angenehme Protagonistin, eine starke Heldin mit einem großen Herzen, das so manches pikante Geheimnis birgt. Ich kann mich gut mit ihr identifizieren, weil sie für meine Begriffe genau die richtige Mischung aus genretypischen Eigenschaften und Individualität darstellt. Sie ist wild und unbezähmbar, liebevoll und leidenschaftlich, impulsiv und trifft Entscheidungen selten logisch begründet, sondern verlässt sich meist auf ihre Instinkte. Außerdem kann sie überhaupt nicht lügen, was ich besonders sympathisch finde.
Der Fall, an dem Jane arbeitet, beleuchtet nicht nur die Feinheiten der Vampir-Kultur genauer, sondern auch das Verhältnis zwischen Vampiren und Hexen. Ich fand vor allem letzteres durchaus interessant, obwohl ich sagen muss, die Erklärung, der Konflikt bestünde schon so lange, dass niemand mehr wüsste, wie er entstand, war mir zu lasch und kaum plausibel – jahrhundertealte Vampire, hallo? Faith Hunter hat es sich mit dieser Aussage sehr einfach gemacht; für meinen Geschmack hätte sie hier mehr Kreativität zeigen und sich dafür an anderer Stelle ein wenig zusammen reißen müssen. Der Fall an sich ist in meinen Augen unnötig verschachtelt und verzwickt; ich bin überzeugt, Hunter hätte ihn mit weniger AkteurInnen wesentlich eleganter gestalten können. Für einen so komplizierten Aufbau hätte sie eine deftige Portion Krimi/Thriller-Erfahrung gebraucht, die sie aber nun mal nicht hat. So hat mich die Auflösung verwirrt und ich hatte das Gefühl, ein paar Punkte falsch gedeutet oder nicht mitbekommen zu haben. Ehrlich gesagt wirkte es sogar ziemlich an den Haaren herbei gezogen, zu gekünstelt und erzwungen. Trotzdem gefiel mir der finale Showdown gut, einfach weil es richtig zur Sache geht. Für eine derbe Prügelei bin ich eben immer zu haben. 😀

„Fluch des Blutes“ ist eines der Bücher, bei denen es eine große Rolle spielt, mit welchen Erwartungen man die Lektüre beginnt. Ich hatte im Grunde gar keine, daher hat es mich trotz einiger Mängel wirklich gut unterhalten. Ich wollte eigentlich nur herausfinden, ob ich die Jane Yellowrock – Reihe weiter verfolgen möchte oder nicht. Eine definitive Entscheidung konnte ich nicht treffen, aber dem nächsten Band „Mercy Blade“ (nur in Englisch erhältlich) werde ich eine Chance geben. Ich mag Jane und für Zwischendurch ist die Serie angenehm kurzweilig. Wenn ihr euch für Jane Yellowrock interessiert, empfehle ich euch nachdrücklich, mit dem ersten Band zu beginnen und keinesfalls quer einzusteigen, denn dafür ist „Fluch des Blutes“ absolut nicht geeignet. Ich möchte ja nicht, dass euch Janes großes Geheimnis kalt erwischt. 😉

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 29. Januar 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Jennifer Rardin – Ein Quantum Blut

„Ein Quantum Blut“

ein quantum blut

Reihe: Jaz Parks #3

Originaltitel: Biting the Bullet

Autor: Jennifer Rardin

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 413 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 345352585X

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 24.11.2014

Bewertung:

Habt ihr Jennifer Rardin schon mal gegoogelt? Ich habe es getan, um ein bisschen mehr über die Autorin der Jaz Parks – Romane herauszufinden. Dabei musste ich feststellen, dass Jennifer Rardin schon nicht mehr lebt. Ich finde das wirklich traurig, denn sie ist verfrüht und überraschend im Alter von 46 Jahren verstorben, im September 2010. Die Veröffentlichung der beiden letzten Bände ihrer Urban Fantasy – Reihe hat sie nicht mehr erlebt, konnte Jaz‘ Abenteuer allerdings noch abschließen. Mich freut das von Herzen, weil ich kaum etwas so tragisch finde wie eine/n AutorIn, der/die vor der Vollendung ihres oder seines Werkes stirbt. Obwohl ich von der Jaz Parks – Reihe nicht gerade begeistert bin, lässt es mich nicht kalt, dass ich Rardins Vermächtnis im Regal stehen habe.

„Ein Quantum Blut“ ist der dritte Band der Serie und konfrontiert Jaz und Vayl ein weiteres Mal mit einer Herausforderung. Ihr neuster Fall sieht vor, dass sie einen mächtigen Zauberer und Nekromanten eliminieren, der weltweit Terroranschläge durchgeführt hat und ein Verbündeter des Raptors Edward Samos ist. Dafür müssen sie in den Iran reisen und sich mit einem Spezialkommando zusammentun. Schnell zeigt sich, dass der Auftrag die eine oder andere Überraschung bereithält, denn das Spezialkommando wird von niemand anderem als Jaz‘ Zwillingsbruder David geleitet. Dieser ist zutiefst besorgt, weil sein Team von einem Maulwurf infiltriert wurde.
Währenddessen kann sich Vayl kaum auf den Fall konzentrieren, hat ihm doch eine iranische Seherin versprochen, ihn mit seinen Söhnen zusammenzubringen. Jaz‘ ist mehr oder weniger auf sich selbst gestellt und entdeckt dabei nicht nur neue Fähigkeiten an sich selbst, sondern auch neue Feinde und dass der Auftrag nicht so einfach gestrickt ist, wie sie glaubte…

Und wieder war es viel zu viel. Wie schön wäre es gewesen, wenn Jennifer Rardin nicht schon wieder neue Gegner eingeführt hätte, zusätzlich zu den bereits bekannten. Es muss bereits eine Warteschlange für diejenigen geben, die Jaz schaden wollen. Sie kämpft in „Ein Quantum Blut“ nicht nur gegen den Zauberer/Nekromanten, sondern auch gegen Zombies, Dämonen, Schröpfer und die Mahghul, eine Rasse, die sich von schlechten Gefühlen ernährt. Noch im letzten Band war der Endgegner ein mächtiger Schröpfer, jetzt sind diese Fieslinge nicht mehr wirklich bedrohlich und eher lächerlich dargestellt. Ich verstehe das nicht.
Doch nicht nur bezüglich der Gegner übertrieb Rardin meiner Empfindung nach maßlos, auch Jaz‘ Figur mutiert immer mehr zur unglaubwürdigen Superheldin. Was sie mittlerweile alles kann, ist erstaunlich. Damit meine ich nicht mal ihre physischen Fähigkeiten wie den Schwertkampf, sondern all den übernatürlichen Kram. Sie kann Supras spüren, sie beherrscht die Astralprojektion, sie besucht die Hölle und kämpft in einer Zwischenebene gegen einen gefährlichen Dämon. Sie bräuchte nur noch ein Cape und eine nette Erkennungsmelodie.
Zusätzlich ist mir da etwas aufgefallen, das sich auf meinem Interesse an Genderstudies gründet. Jaz ist der einzige weibliche Charakter, der als Retterin auftreten darf. In „Man lebt nur ewig“ war das noch nicht so offensichtlich, aber in „Ein Quantum Blut“ wird systematisch jede andere weibliche Figur ausgeschaltet, die ihre Rolle gefährden könnte. Cassandras Fähigkeiten haben so etwas wie einen Kurzschluss. Die Sanitäterin aus Davids Team kommt nicht mit Vayl zurecht und wird deswegen gleich auf den ersten 100 Seiten heim geschickt. Grace, eine Soldatin, ist von Beginn an so unsympathisch beschrieben, dass es keine Möglichkeit gibt, sie zu mögen. Später wird sie oft komplett außen vor gelassen und schießt sich dann auch noch selbst ins Aus, weil sie Befehle missachtet. Aus der Gender-Perspektive ist das interessant, weil es ein Phänomen ist, das auch in Horrorfilmen sehr oft auftritt. Dort ist es das sogenannte „final girl“, das den Tag rettet. Ich werde auf jeden Fall in diese Richtung recherchieren und versuchen, herauszufinden, ob es Artikel gibt, die eine mögliche Existenz des „final girl“ auch in Urban Fantasy – Romanen belegen oder untersuchen.
Da wir schon beim Thema Rolle der Frau in „Ein Quantum Blut“ sind, möchte ich unbedingt erwähnen, dass ich mit Jennifer Rardins Darstellung vom Iran nicht zufrieden bin. Verschleierte Frauen, öffentliche Hinrichtungen, eine aus westlicher Sicht komplett rückständige Gesellschaft. Ich bezweifle, dass Rardin vor Ort war; schreibt man über ein Land, das man noch nie besucht hat, sollte man sehr vorsichtig sein, nicht nur ethnische Klischees zu reproduzieren. Auf mich wirkte ihr Bild sehr voreingenommen, ich glaube nicht, dass es der Lebensrealität im Iran gerecht wird.

Ich bin fertig mit der Jaz Parks – Reihe. Ich werde nicht mehr weiterlesen, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es noch besser wird. Meine Sympathie für die Charaktere reicht nicht aus, um über all die Mängel hinweg zu sehen.

 
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Verfasst von - 5. Dezember 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Jennifer Rardin – Man lebt nur ewig

„Man lebt nur ewig“

Man lebt nur ewig

Reihe: Jaz Parks #2

Originaltitel: Another One Bites The Dust

Autor: Jennifer Rardin

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 401 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453533127

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 22.11.2014

Bewertung:

Wie ich bereits in der Rezension zum ersten Band der Jaz Parks – Reihe („Ein Vampir ist nicht genug“) schrieb, besitze ich drei Bände der Serie. Eigentlich gibt es insgesamt acht Bände; der Heyne-Verlag hat aber meines Wissens nach nicht vor, weiter zu übersetzen. Solltet ihr also mit dem Gedanken spielen, sie zu lesen, solltet ihr euch darauf einstellen, entweder gleich die gesamte Reihe auf Englisch zu kaufen oder euch zumindest bewusst sein, dass es ab Band vier nur im Original weitergeht. Außerdem ist der zweite Band in Deutsch – wie ebenfalls bereits erwähnt – vergriffen. Ich habe meine Ausgabe von „Man lebt nur ewig“ durch etwas Glück ergattert, sodass ich sie heute für euch rezensieren kann.

Schon zwei Monate nach den Ereignissen in Miami sind Jaz und Vayl erneut mit einem kniffeligen Auftrag beschäftigt. Der hochgefährliche chinesische Vampir Chien-Lung hat eine geniale Erfindung gestohlen. Eine von Bergmanns genialen Erfindungen: eine Rüstung, die sich auf zellulärer Ebene mit ihrem Träger verbindet und ihn quasi unverwundbar macht. Die gute Nachricht ist, dass Chien-Lung sich noch immer in den USA aufhält, in Texas. Die schlechte Nachricht lautet, entkommt er, wird er mithilfe des Raptors die chinesische Volksarmee mit Bergmanns Rüstung ausstatten, um dann die USA und China in einen Krieg zu zwingen. Damit noch nicht genug, sind Vampire nicht Jaz‘ und Vayls einziges Problem. Chien-Lung hat einen Pakt mit einer dämonischen Spezies namens Schröpfer, die ihren Opfern die Seelen rauben und diese daran hindern, Frieden zu finden.
Jaz und Vayl wissen, dass sie allein keine Chance haben, Chien-Lung aufzuhalten. Also arbeiten sie dieses Mal im Team: gemeinsam mit Cole, Cassandra und Bergmann setzen sie alles daran, Chien-Lung zu eliminieren, bevor er und der Raptor die Welt ins Chaos stürzen können.

Ich tue mich mit „Man lebt nur ewig“ genauso schwer wie mit dem Vorgängerband. Es ist wirklich schade, doch meine alten Kritikpunkte blieben nicht nur bestehen, es kamen auch noch ein paar neue hinzu.
Die Handlung dieses Bandes fußt auf Chien-Lungs Plan, einen Krieg zwischen den USA und China auszulösen, damit der Raptor die Weltherrschaft an sich reißen kann. Auf mich wirkte dieser Ansatz paranoid und keinesfalls plausibel oder glaubhaft. Die Story hätte auch ohne diesen Quatsch gut funktioniert; schließlich handelt es sich bei der Rüstung um Bergmanns Erfindung, zu der er eine fast schon mütterliche Beziehung hat. Sie zurückzuholen hätte als Motivation völlig ausgereicht.
Glücklicherweise ist das nur die Hintergrundgeschichte, die ich den Großteil des Buches über einfach ignorieren konnte. Das Actionlevel ist erneut sehr hoch; beim finalen Kampf hat Jennifer Rardin für meine Begriffe allerdings über die Stränge geschlagen und diesen unnötig in die Länge gezogen.
Durch die Ereignisflut kamen meiner Empfindung nach dieses Mal die Charaktere zu kurz. Obwohl ich sie im Prinzip alle mag, war ich von ihren krassen Stimmungswechseln irritiert. Ich konnte ihre Reaktionen oft nicht nachvollziehen. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt innerhalb von Sekunden. Immer wieder beschlich mich das Gefühl, etwas Wichtiges in der Situation nicht mitbekommen zu haben, das diese Schwankungen gerechtfertigt hätte; es fehlte der entscheidende Funken zum Verständnis von Jennifer Rardins Gedankengängen
Ebenfalls unverständlich blieb für mich, wieso sie das Potential der besonderen Verbindung zwischen Jaz und Vayl ungenutzt ließ. Sie sind sverhamin und avhar – keine Ahnung, was das eigentlich bedeutet, weil Rardin es nicht erklärt. Ich hätte erwartet, dass zumindest Jaz unbedingt herausfinden möchte, worauf sie sich da eingelassen hat, welche Verpflichtungen und Rechte daran hängen, aber nein, nichts dergleichen. Das ist wirklich schade, es hätte mich brennend interessiert.
Hinzu kommt, dass ich immer noch nicht begriffen habe, wie genau Vampire und andere Supras in die Gesellschaft integriert sind. Anscheinend ist ihre Existenz allgemein bekannt und es gibt wohl einige menschliche Hardliner, die sie komplett ablehnen, aber mehr verrät Rardin nicht. Wie lebt ein angepasster Durchschnitts-Vampir? Vayl kann man ja schlecht als Beispiel nehmen, als CIA-Agent ist er alles andere als gewöhnlich. Mir ist wichtig, so viel wie möglich über das Urban Fantasy – Universum zu wissen, in dem ich mich bewege, aber in diesem Punkt enttäuschte mich Rardin bisher auf ganzer Linie.

„Man lebt nur ewig“ konnte meine Meinung der Jaz Parks – Romane leider nicht ändern. Zwar sind die Charaktere gewohnt sympathisch und die Handlung ist aufregend, aber für meinen Geschmack gibt es zu viele Ungereimtheiten. Es ist, als hätte ich einfach keinen Draht zur Autorin Jennifer Rardin. Ich habe oft Probleme, ihre Gedankengänge nachzuvollziehen und finde ihre Ideen irrational und übertrieben.
Erneut kann ich keine Leseempfehlung aussprechen. Es gibt weit bessere Urban Fantasy – Reihen und ich bin nicht traurig, dass ich nur noch den dritten Band im Regal stehen habe. Ich glaube nicht, dass ich darüber hinaus weiter lesen werde.

 
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Verfasst von - 4. Dezember 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Jennifer Rardin – Ein Vampir ist nicht genug

„Ein Vampir ist nicht genug“

Ein Vampir ist nicht genug von Jennifer Rardin

Reihe: Jaz Parks #1

Originaltitel: Once Bitten, Twice Shy

Autor: Jennifer Rardin

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 398 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453533119

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 19.11.2014

Bewertung:

„Ein Vampir ist nicht genug“ von Jennifer Rardin ist eines der sehr seltenen Rereads für mich. Vor Jahren habe ich den ersten Band der Jaz Parks – Reihe schon einmal gelesen und war begeistert. Ich wollte unbedingt weiter lesen. Dummerweise war es nicht so einfach, die beiden deutschen Folgebände zusammen zu bekommen, weil der zweite Band vergriffen ist. Es hat gedauert, bis ich sie hatte und dann hat es noch einmal gedauert, bis ich Lust hatte, wieder mit Jaz zu tanzen. So vergingen die Jahre – doch jetzt war ich endlich bereit. Mir war klar, dass ich noch einmal von vorn beginnen musste, denn durch die lange Zeit hatte ich nur noch verschwommene Erinnerungen an die Handlung des ersten Bandes.

Eigentlich wollte Jasmine „Jaz“ Parks keinen Partner. Doch es hätte schlimmer kommen können. Wer würde nicht mit einer CIA-Legende zusammen arbeiten wollen? Vayl, Jaz‘ neuer Partner und Boss, ist ein 300 Jahre alter Vampir aus Rumänien, der schon seit Jahrzehnten erfolgreich für die CIA arbeitet. Gemeinsam bringen sie übernatürliche und menschliche Kriminelle zur Strecke. Ihre neuste Zielperson ist ein plastischer Chirurg, der eine Terrorgruppe unterstützt – nichts Außergewöhnliches. Doch im Laufe des Falls stellt sich heraus, dass sie an einer viel größeren Sache dran sind, denn diese Terrorgruppe verfolgt einen diabolischen Plan. Mithilfe eines Dämons wollen sie ein Virus in Umlauf bringen, dass für Menschen und Vampire gleichermaßen gefährlich ist, um letztendlich die Weltherrschaft zu erlangen. Können Jaz und Vayl das Schlimmste verhindern?

Tja, so kann’s gehen. Was ein paar Jahre ausmachen können. Ich kann meine damalige Begeisterung nicht mehr völlig nachvollziehen, denn jetzt erhält „Ein Vampir ist nicht genug“ nur noch zwei statt vier Sterne von mir. Vielleicht habe ich mich damals einfach mitreißen lassen, denn Jaz ist durchaus eine sympathische Protagonistin. Sie ist der Inbegriff der tough heroine und ich kann verstehen, dass besonders junge Frauen sich mit ihr identifizieren möchten. Sie kann mit verschiedenen Waffen umgehen, beherrscht mehrere Kampfsportarten und ist insgesamt voll und ganz unabhängig. Sie muss nicht gerettet werden, sondern ist selbst die Retterin. Ihr Partner Vayl ergänzt Jaz auf vielerlei Weisen, denn wo Jaz aufbrausend und unbeherrscht reagiert, ruht er in sich selbst. Ein großer Teil seiner Attraktivität stammt von der Aura der Mystik, die ihn umgibt. Als LeserIn spürt man von Anfang an, wie sehr es zwischen Jaz und ihm knistert und man wartet im Grunde nur darauf, dass sie sich näher kommen.
So gern ich beide Charaktere mag, es gibt einen Punkt, über den ich einfach nicht hinweg komme. Vayl und Jaz begehen Morde. Sie sind professionelle Auftragskiller. Aber weil sie für die CIA töten, also im Namen der amerikanischen Regierung, hat Jennifer Rardin die Situation so dargestellt, als wäre das etwas Edles und Erstrebenswertes. Weder Vayl noch Jaz haben jemals Gewissensbisse. Weder Vayl noch Jaz hinterfragen jemals ihren Auftrag. Rardin lässt durchscheinen, dass ihre Existenz ein gut gehütetes Geheimnis ist – das lässt den Rückschluss zu, dass jede ihrer Operationen außerhalb des Rechtssystems stattfindet. Ich bin absolut dafür, dass Kriminelle bestraft werden. Aber ich halte gar nichts davon, dass eine undurchsichtige Behörde entscheidet, wer es verdient zu sterben. Vayl und Jaz verhalten sich in meinen Augen nicht patriotisch, sondern sind – und hier liegt die Ironie – selbst kriminell.
Darüber hinaus empfand ich die Handlung als zu groß. Trotz Rardins flüssigem und sehr leichtem Schreibstil wirkt der Plot unfokussiert und sprunghaft. Die Zielperson, Vampire, das Virus, die Terrorgruppe und dann auch noch ein Dämon – nicht zu vergessen, dass es den Bösen um die Weltherrschaft geht. Mir war es einfach zu viel, als müsste Rardin immer noch einen drauf setzen. Statt ständig neue Feinde ins Feld zu werfen, hätte sie sich meines Erachtens nach intensiver mit den bereits einführten beschäftigen müssen. So waren die Erklärungen und Hintergründe geradeso ausreichend, um mich nicht völlig unbefriedigt zurück zu lassen, aber von Liebe zum Detail kann keine Rede sein.
Was dafür zur Genüge auftaucht, sind merkwürdige, gewollt lustige Vergleiche. Rardin schreibt aus Jaz‘ Ich-Perspektive. Anscheinend war sie der Meinung, Jaz brauche unbedingt eine besonders lustige Ader und benutzte deswegen eine übertriebene Menge absurder Gleichnisse, die ich – ich gebe es zu – nicht immer verstanden habe. Ich weiß nicht, wozu das gut sein sollte; mich hat es eher verwirrt und dementsprechend mit der Zeit auch genervt.

Vielleicht hätte ich nicht so lange damit warten sollen, die Jaz Parks – Reihe weiter beziehungsweise erneut zu lesen. Hätte ich die zwei Folgebände nicht bereits gekauft, würde ich die Reihe aus heutiger Sicht wohl nicht weiter verfolgen. Aber gut, sowas passiert.
„Ein Vampir ist nicht genug“ zeichnet sich vor allem durch ein hohes Actionlevel aus. Die Geschichte geht nicht sonderlich in die Tiefe, bietet dafür aber jede Menge Aufregung und zwei sympathische ProtagonistInnen. Für mich entschuldigt dies allerdings trotzdem nicht die Tatsache, dass Vayl und Jaz staatlich bestellte Mörder sind.
Entscheidet selbst, ob ihr es mit Jaz Parks versuchen möchtet. Mich hat „Ein Vampir ist nicht genug“ beim Reread nicht mehr vom Hocker gerissen, daher kann ich keine Leseempfehlung aussprechen.

 
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Verfasst von - 3. Dezember 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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