RSS

Schlagwort-Archive: unnötig

Montagsfrage: Was macht der SuB?

Hallo ihr Lieben! 🙂

In Berlin haben wir am Wochenende den ersten wirklich heißen Tag des Jahres erlebt. Das Thermometer kletterte auf bis zu 30°, doch da eine Gewitterfront im Anmarsch war, hatten wir dazu hohe Luftfeuchtigkeit und etwa ab 17 Uhr Dauerregen, Blitz und Donner. Damit ist der Sommer nun wohl endgültig angekommen. Der Lieblingsmensch hat bei uns im Schlafzimmer bereits die bewährten Rettungsdecken vor die Fenster geklebt, um die Hitze draußen zu halten. Ich bin gespannt, wann es ihn packt und er sich die restlichen Fenster ebenfalls vornimmt. Lange kann es nicht mehr dauern. 😉 Meteotolog_innen befürchten ja, dass wir einem historisch heißen Sommer entgegenblicken. Sollte diese Prognose tatsächlich eintreten, bin ich sehr froh, dass Chilli das nicht mehr erleben muss. In den letzten Jahren fiel es ihr schwerer und schwerer, mit hohen Temperaturen umzugehen. 2019 wurde es so schlimm, dass ich oft Angst hatte, sie allein zu lassen, weil ich besorgt war, dass sie einen Hitzschlag erleiden könnte, während wir arbeiten sind. Ich vermisse sie sehr, aber ich bin dankbar, dass sie jetzt an einem Ort ist, der immer angenehm temperiert ist und sich nicht mehr mit diesem Problem herumschlagen muss. Ihre Bettchen stehen übrigens immer noch hier. Ich konnte sie immer noch nicht aussortieren. Es geht mir mittlerweile die meiste Zeit wieder gut, ich mache Fortschritte in meinem Trauerprozess. Morgen wird trotzdem noch mal ein schwieriger Tag: ich habe Geburtstag und werde ihn das erste Mal seit über einem Jahrzehnt ohne sie verbringen. Meine Familie wird vorbeikommen und ich habe einem Kumpel versprochen, mich nachmittags um seine Hündin zu kümmern, weil er einen wichtigen Termin hat, aber dennoch… Ich denke, der leere Platz, den Chilli hinterlassen hat, wird mir morgen besonders auffallen.
Puh, okay, lassen wir das. Schauen wir lieber, wie die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise lautet.

Wie sieht eigentlich euer SuB aus? Versucht ihr ihm momentan entgegenzuwirken?

Unverändert zahlreich. Ich bewege mich weiterhin im hohen dreistelligen Bereich (700+) und plane nicht, dieses Niveau aktiv zu senken. Wir haben schon sehr oft darüber gesprochen, dass ich das ganze Aufhebens, das Buchblogger_innen um ihren SuB veranstalten, albern, unnötig und stressig finde. Von Platzgründen mal abgesehen, die ich für das einzig gültige und vernünftige Argument halte, finde ich die Debatte darum, wie viele ungelesene Bücher man eigentlich besitzen darf und sollte, wirklich überflüssig. Ich habe die Worte „dürfen“ und „sollen“ übrigens bewusst gewählt, weil so häufig das schlechte Gewissen erwähnt wird, das dadurch entsteht, dass viele Bücherwürmer offenbar ein starkes Bedürfnis haben, neue Bücher zu kaufen, sich anschließend aber irgendwie dafür schämen. Ich verstehe nicht wieso. Ich habe in meinem Leben bisher mehr Bücher gelesen, als sich aktuell auf meinem SuB befinden. Ich habe ausgerechnet, dass mir theoretisch ausreichend Lebenszeit zur Verfügung steht, um auch alle Bücher auf meinem SuB zu noch zu lesen, bevor ich sterbe (vorausgesetzt, ich werde nicht krank, blind oder ähnliches). Das Verhältnis stimmt also und ich wage zu behaupten, dass das bei den meisten so ist. Wozu dann all das Drama? Ich habe immer noch nicht begriffen, woher das schlechte Gewissen rührt. Vielleicht kann mir das heute jemand nachvollziehbar erklären?

Dem SuB entgegenzuwirken bedeutet, keine oder nur wenig neue Bücher zu kaufen. Mein Kaufverhalten bei Büchern ist stark von der Verfügbarkeit abhängig, weil ich meine Lektüre überwiegend gebraucht erwerbe. Auf einige warte ich jahrelang – sind diese plötzlich zu einem akzeptablen Preis verfügbar, wäre es dumm, nicht zuzuschlagen. Mich deswegen mies zu fühlen, käme mir nie in den Sinn. Für mich gibt es beim Buchkauf nur eine Regel: es wird um der Bücher willen gekauft, nicht um des Kaufens willen. Das heißt, selbst wenn ich meine Beobachtungslisten bei Gebrauchthändlern durchgehe und einige Exemplare günstig angeboten werden, spricht mich keines davon an, kaufe ich nicht nur, um etwas gekauft zu haben. Ich muss mich über den spezifischen Kauf freuen, das ist das oberste Gebot. 2020 ist deshalb bisher ein recht SuB-freundliches Jahr. Ich habe vergleichsweise wenig gekauft, weil nur wenige der verfügbaren Bücher meine Begeisterung wecken konnten. Das kann sich natürlich noch ändern, doch zur Zeit bin ich offenbar recht genügsam.

Interessant ist, dass dieser Trend seit April mit meinem Blogprojekt zu Robert E. Howard und Conan zusammenhängt. Seitdem warte ich nämlich darauf, dass ein ganz bestimmtes Buch in meinen Listen als verfügbar aufploppt: „Heroes in the Wind: From Kull to Conan“. Dabei handelt es sich um eine Sammlung der Kurzgeschichten von Robert E. Howard, die neben Conan vermutlich auch einige seine anderen Figuren enthält. Welche und wie viele weiß ich leider nicht, aber ich hoffe, dass ich mit diesem Buch zumindest den Großteil seiner Fiktion auf einen Schlag abdecken kann. Dummerweise ist diese Ausgabe des Verlags Penguin bereits 2009 erschienen und ist heute, 11 Jahre später, vergriffen und wirklich nur noch gebraucht zu bekommen. Andere umfängliche Sammlungen gibt es derzeit nicht. Was man kaufen kann, vor allem als E-Books, sind einzelne Sammlungen, die nach Genre sortiert sind. Das passt mir nicht in den Kram. Ich will nicht viele einzelne digitale Versionen, die sich am Ende vielleicht noch stark überschneiden, ich hätte gern eine Gesamtausgabe seines Werks als Print, von einem etablierten Verlagshaus, dem ich vertrauen kann, dass sie das ganze Beiwerk, das nach Howards Tod veröffentlicht wurde, ignorieren und ausschließlich die originalen Versionen seiner Geschichten abdrucken. Da kommt momentan bloß dieses Buch in Frage, das ich so unbedingt haben will, dass mein Bedürfnis, andere Bücher zu kaufen, davon völlig überlagert ist. Ich werde sehen, wie lange das anhält. Es ist nämlich durchaus möglich, dass ich auch hier wieder Jahre warten muss.

Abschließend möchte ich noch mal dafür plädieren, den SuB nicht länger als Schandfleck zu begreifen. Bücher sind etwas Gutes, es ist überhaupt nicht schlimm, viele davon zu besitzen, selbst wenn sie überwiegend ungelesen sind. Lesen ist schließlich kein Wettstreit, auch nicht mit euch selbst.

Was macht euer SuB zur Zeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bombastischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kim Harrison – Blutsbande

Rezensionsheader Blutsbande

„Blutsbande“ ist für mich der letzte „Rachel Morgan“-Band. Ich breche die Reihe ab. Ich habe wirklich versucht, mit der Protagonistin Rachel auszukommen, aber es funktioniert nicht. Wir passen nicht zusammen. Ein geeigneter Moment, um zurückzuschauen und euch zu erzählen, wie die Reihe entstand. Der erste Band „Blutspur“ begann als Kurzgeschichte, die Kim Harrison schrieb, als sie unter ihrem echten Namen Dawn Cook veröffentlicht werden wollte. Anfang der 2000er war der Kurzgeschichtenmarkt äußerst bizarr. Harrison wusste, dass sie dieses Level niemals erreichen würde, also schrieb sie die merkwürdigste Szene, die ihr einfallen wollte, steckte eine Hexe, einen Pixie und eine Vampirin in eine Bar und wartete ab, was passierte. Ihre Kurzgeschichte trug den Titel „Life is a Bowl of Cereal“ und wurde später das erste Kapitel von „Blutspur“. Obwohl ich es sympathisch finde, dass „Rachel Morgan“ ihren Anfang mit einer Trotzreaktion nahm, hindert es mich dennoch nicht daran, Rachel nun Lebewohl zu sagen.

Endlich ist Rachel Morgan die haltlosen Vorwürfe des Hexenzirkels los. Dummerweise bringt ein offizieller Status als Dämon allerdings haufenweise bürokratische Unannehmlichkeiten mit sich. Rachel darf nicht mal Autofahren. Deshalb überlegt sie nicht lange, als ihr die Inderland Security einen Deal anbietet: hilft sie ihnen dabei, eine grausige Mordserie aufzuklären, bekommt sie ihren Führerschein zurück. Die ritualisierten Morde weisen auf dämonische Aktivitäten hin, Rachel erkennt jedoch schnell, dass die Tatorte inszeniert sind. Nicht von Dämonen, nicht von Inderlandern, sondern von Menschen. Eine radikale Hassgruppe entführt Hexen und experimentiert mit ihnen, um einen Weg zu finden, alle Übernatürlichen vom Antlitz der Erde zu tilgen. Bisher ohne Erfolg. Bisher. Denn jetzt, da Rachel die Ermittlungen übernommen hat, befindet sich die eine Zutat, die dazu beitragen könnte, alle Inderlander auszulöschen, in greifbarer Nähe: Rachels Blut …

👉 Weiterlesen

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Montagsfrage: Buchcommunities?

Hallo ihr Lieben 🙂

Da bin ich wieder. Nach meiner trauerbedingten Pause möchte ich versuchen, langsam wieder in den Blog-Alltag zu starten. Ich danke euch allen für eure lieben Worte und Beleidsbekundungen. Euer Mitgefühl hat mich wirklich berührt und obwohl es mir Chilli natürlich nicht zurückbringt, half es mir sehr, zu wissen, dass ich nicht allein bin. Ich habe mich mittlerweile einigermaßen in meinem neuen Leben ohne Hund eingefunden. Es tut noch immer weh und ich vermisse sie furchtbar, aber ich glaube ganz fest daran, dass sie, wo auch immer sie jetzt ist, glücklich, gesund und munter durch die Gegend springt. Am Samstag haben wir ihre Asche in unserem Park im Rahmen einer kleinen Trauerfeier mit Freunden und Familie verstreut. Sie ist frei. Ich finde Trost in dem Gedanken, dass es für sie jetzt keine irdischen Fesseln mehr gibt und sie gehen kann, wohin sie will. Ich trage sie für immer in meinem Herzen, als Tattoo auf der Haut und bald auch einen kleinen Teil ihrer Asche in einer Kette um meinen Hals. Ich möchte sie stolz machen. Ich bemühe mich, nach vorn zu schauen und mich wieder aufzurappeln. Diese Woche wird es zwar noch keine Rezensionen geben, ich möchte es gemächlich angehen, doch der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise möchte ich mich heute stellen. Schritt für Schritt zurück in die Normalität. Für dich, mein Schatz.

Was haltet ihr von Buchcommunities wie Goodreads oder LovelyBooks?

Huch, das ist ja meine Frage. Na wie gut, dass ich heute Spätschicht habe und erst nachmittags zur Arbeit muss. Ich hoffe, ihr habt ebenfalls etwas Zeit mitgebracht, denn ich habe wirklich einiges zu berichten.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Markus Heitz – Die Zwerge

Rezensionsheader Die Zwerge

Markus Heitz tanzt gern auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Seine Romane kokettieren mit vielen Genres: in seinem Portfolio tummeln sich Urban Fantasy, Dark Fantasy, Science-Fiction, Thriller, Historische Fiktion und Dystopien. Doch seine Wurzeln liegen in der High Fantasy. Für sein 2002er Debüt „Schatten über Ulldart“ erhielt er den Deutschen Phantastik-Preis. Dennoch gelang ihm der Durchbruch erst 2003 mit „Die Zwerge“. Tatsächlich wurde der Reihenauftakt so erfolgreich, dass Heitz bis heute keine Informationen über ein neues Projekt veröffentlichen kann, ohne direkt nach einer Fortsetzung gefragt zu werden. Mittlerweile existieren fünf Bände; der erste ist für mich ein Reread, weil ich die Reihe vor Jahren schon einmal begonnen habe, ohne sie weiterzuverfolgen.

Zwerge tragen Bärte. Zwerge sind mutig und für jeden Kampf bereit. Zwerge schützen das Geborgene Land vor den scheußlichen Kreaturen Tions. Zumindest steht es so in den Büchern. Tungdil erhielt nie die Gelegenheit, sein Volk kennenzulernen. Er wuchs als Findelkind unter Menschen auf. Er ist ihnen und seinem Mentor, dem Zauberer Lot-Ionan, sehr dankbar, aber solange er nicht einmal weiß, welchem Stamm er angehört, wird er niemals lernen, ein richtiger Zwerg zu sein. Deshalb ist Tungdil aufgekratzt wie selten zuvor, als Lot-Ionan ihn für einen Botengang auf Reisen schickt. Endlich wird er die Welt sehen! Vielleicht wird er sogar andere Zwerge treffen? Doch je weiter ihn sein Weg führt, desto deutlicher kündigen sich düstere Zeiten für das Geborgene Land an. Orks terrorisieren Dörfer und Ortschaften. Albae schleichen meuchelmordend durch die Nacht. Eine dunkle Macht breitet sich gierig in den Königreichen aus. Unversehens stolpert Tungdil mitten in ein Abenteuer, das seine ganze zwergische Entschlossenheit fordert. Er muss beweisen, dass auch er Zwerg genug ist, das Geborgene Land zu verteidigen!

👉 Weiterlesen

 
2 Kommentare

Verfasst von - 10. September 2019 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Erica Fischer – Aimée & Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943

Rezensionsheader Aimée & Jaguar

Homosexualität war im nationalsozialistischen Deutschland strafbar. Im Dritten Reich betrachtete man schwule Männer als entartet und als eine Bedrohung für den Staat, da man fürchtete, sie versuchten, interne Strukturen zu unterwandern und diese von innen heraus zu zerstören. Seit 1934 wurden Homosexuelle verstärkt verfolgt, interniert und ermordet. Laut Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches genügten bereits „begehrliche Blicke“, um eine Verhaftung und teilweise sogar eine sofortige Deportation zu rechtfertigen.

Die Zahl der Verurteilungen stieg bis Kriegsbeginn 1939 stetig an. Wikipedia verzeichnet für das Jahr 1935, in dem §175 in Kraft trat, 2.363 Schuldsprüche – 1938 waren es 9.536. Männer, die auf sogenannte „Umerziehungsmaßnahmen“ nicht wie gewünscht reagierten, wurden in Konzentrationslager verschleppt und gezwungen, ein Symbol zu tragen, das ihre sexuelle Orientierung für alle sichtbar machte: den rosa Winkel. Wie viele schwule Männer in den KZs umgebracht wurden, ist rückblickend schwer zu ermitteln, weil nicht klar ist, wie viele von ihnen für ihre Zugehörigkeit zu einer anderen verfolgten Bevölkerungsgruppe interniert wurden. Schätzungen zufolge wurden etwa 10.000 Schwule in die KZs gebracht, von denen circa 53% die Qualen der Lager nicht überlebten.

Paradoxerweise richtete sich der Hass der Nazis primär auf schwule Männer, nicht auf Homosexuelle im Allgemeinen. Lesbische Frauen waren von Paragraf 175 nicht betroffen; es existieren allerdings Hinweise darauf, dass Lesben aus anderen Gründen inhaftiert und in den KZs für entsprechendes Verhalten bestraft wurden. Dennoch zweifelt der Historiker Alexander Zinn an, dass eine gezielte Verfolgung homosexueller Frauen stattfand. Seine These ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen, was ich in der Position der Frau im Nationalsozialismus begründet sehe. Das Dritte Reich war strikt patriarchalisch. Frauen hatten sich um Küche, Kinder und Kirche zu kümmern und sollten sich sonst bevorzugt im Hintergrund halten. Ich glaube, dass die alten Säcke der Parteispitze um Hitler gar nicht auf die Idee kamen, Frauen könnten so etwas wie eine individuelle sexuelle Identität besitzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr völliges Unverständnis des weiblichen Geschlechts, die vollkommene Reduzierung der Frau auf ihre Rolle als Mutter, Ehe- und Hausfrau, Lesben vor einer dem Paragrafen 175 ähnlichen Gesetzgebung schützte. Den Nazis fehlte einfach die Fantasie. Doch selbst wenn ihnen bewusst war, dass sich einige Frauen zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlten, sahen sie darin eventuell nicht dieselbe Bedrohung, die sie in schwulen Männern vermuteten.

Woran auch immer es lag, homosexuelle Frauen konnten ihre Orientierung freier ausleben als homosexuelle Männer, obwohl Denunzierungen selbstverständlich möglich waren. Wie hoch das Risiko konkret war, hing stark davon ab, wie stabil und zuverlässig das soziale Netz der Frauen war. Wer sich in einem eingeschworenen Freundeskreis bewegte und sich sonst nichts zu Schulden kommen ließ, war vor einer Entdeckung relativ sicher. Diese Faktenlage erklärt, wieso Lilly Wust und Felice Schragenheim verhältnismäßig offen in einer lesbischen Beziehung leben konnten.

👉 Weiterlesen

 
2 Kommentare

Verfasst von - 3. September 2019 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Rebecca Wild – Verräter der Magie

Rezensionsheader Verräter der Magie

Rechtfertigt die Arbeit an einem neuen Buch die Vernachlässigung des medialen Auftritts? Diese Frage stelle ich mir anlässlich meiner Recherchen zur Salzburger Autorin Rebecca Wild. Seit etwa zwei Jahren herrscht bei ihr beinahe Funkstille. Ihr letztes Buch erschien 2017. Ihre Website ist veraltet und nicht voll funktionstüchtig. Es finden sich keine aktuellen Interviews. Im Mai 2019 erklärte sie auf Facebook, was bei ihr los ist. Sie arbeitet an der Veröffentlichung eines Thrillers. Ein bedeutender Genrewechsel, denn bisher war sie in der Fantasy- und Young Adult – Ecke zu finden, zu der auch ihr 2012er Debüt „Verräter der Magie“ zählt. Ich verstehe, dass sie dieses Projekt beschäftigt, trotzdem finde ich, dass eine gepflegte Website heutzutage die Mindestanforderung ist, sucht eine Person die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Frau Wild, viel Erfolg mit dem Thriller, aber ich empfehle, an dieser Stelle nachzubessern.

Ein kühler Hauch im Nacken, explodierende Kopfschmerzen, Ohnmacht – und plötzlich ist Kira nicht mehr allein in ihrem Körper. Sie ist geschockt, als sie begreift, dass ihr ungebetener Gast ausgerechnet Cian Kingsley ist, die einzige Person, die sie aufrichtig hasst. Cian ist ein mächtiger, einflussreicher Magier, dessen hartherzige Gesetze alle nicht-menschlichen Spezies in abgeriegelte Reservate sperren, einschließlich Kira. Sie muss die arrogante Nervensäge so schnell wie möglich loswerden. Leider ist das nicht so einfach, denn Cian wurde ermordet. In der Verzweiflung seiner letzten Augenblicke spaltete er seine Seele ab und schlüpfte in Kiras Kopf. Ihre einzige Chance besteht darin, ihm zu helfen, herauszufinden, wer ihn tötete und warum. Doch je mehr Zeit sie mit Cian verbringt, desto weniger stört sie seine Anwesenheit. Sie beginnt sogar, ihn zu mögen und Kira muss sich fragen, ob sie überhaupt noch will, dass er sie verlässt …

👉 Weiterlesen

 
2 Kommentare

Verfasst von - 14. August 2019 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Bernhard Trecksel – Nebelgänger

Rezensionsheader Nebelgänger

Fragt man Bernhard Trecksel nach seinen literarischen Einflüssen, taucht dort ein Name auf, den man nicht allzu häufig liest: Wolfgang Hohlbein. Der aufstrebende Autor gibt bereitwillig zu, dass ihn Hohlbeins Romane prägten und betont, wie viel er für die deutsche Fantasy leistete. Ohne dessen „Der Hexer“-Reihe, die zum Cthulhu-Mythos zählt, hätte er niemals erst H.P. Lovecraft, dann Robert E. Howard und schließlich das gesamte Sword and Sorcery – Subgenre für sich entdeckt. Wie wichtig dies für seinen Werdegang war, zeigt seine „Totenkaiser“-Trilogie. Diese der High Fantasy zuzurechnen, wäre verfremdend. Nein, es handelt sich um Low Fantasy. Nach der Lektüre des zweiten Bandes „Nebelgänger“ kategorisiere ich den Dreiteiler sogar als Grimdark.

Ormgair hätte Fomor niemals betreten dürfen. Die Lügen und Intrigen der verweichlichten Stadtlinge widern ihn an. Ihretwegen liegt sein Leben in Trümmern. Sein Stamm wurde ausgelöscht. Sein Mündel Morven ist tot. Rachedurst ist das einzige, das den alten Ambosskrieger noch antreibt. Er schwor, Morvens Mörder für seine Tat bluten zu lassen: Fennek Greskegard, der in seinem wahnhaften Bestreben, den Thron Fomors an sich zu reißen, über Leichen geht. Leider wird der Inquisitor gut beschützt. Ormgair kommt nicht an ihn heran. Fest entschlossen, Greskegard seiner gerechten Strafe zuzuführen, ergreift er ungewöhnliche Maßnahmen. Er bittet den Totenkaiser um Hilfe. Aber Clach hat sich verändert. Seine Heimkehr von den Toten hat einen Preis: er soll die Wiederauferstehung der Titanen verhindern. Über Fomors Grenzen hinweg gedeiht die Verschwörung, die die mächtigen Giganten zu erwecken trachtet. Ihre Puppenspieler verbergen sich meisterhaft. Clach dringt tief in die vergessenen Geheimnisse einer vergangenen Zeit ein. Doch schon bald führt ihn sein Weg dorthin zurück, wo alles begann – nach Fomor.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Laurell K. Hamilton – Obsidian Butterfly

Rezensionsheader Obsidian Butterfly

Der Auftragskiller Edward ist meine absolute Lieblingsnebenfigur der „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton. Ich liebe seine Kompromisslosigkeit, seinen tödlichen Pragmatismus und seinen ganz speziellen Sinn für Humor. Vielleicht sollte es mir zu denken geben, wie sehr ich eine Figur, die mühelos als Soziopath durchgeht, mag, aber es beruhigt mich, dass ich mit meiner Sympathie nicht allein dastehe. Edward erfreut sich einer soliden Fanbasis, was die Autorin eingangs überraschte. Dank seiner großen Popularität erfuhr sie, dass ihre Leser_innen sich ebenso sehr für ihn interessieren wie sie selbst. Deshalb widmete sie „Obsidian Butterfly“ allen Edward-Fans, denn der neunte Band rückt ihn ins Rampenlicht.

Es gibt nur einen Menschen auf der Welt, den Anita Blake fürchtet. Mit seinen babyblauen Augen wirkt Edward wie ein netter Typ, doch Anita kennt sein wahres Gesicht: er ist ein Kopfgeldjäger, ein eiskalter Killer und vielleicht der einzige, der gut genug ist, sie zu töten. Dennoch verbindet sie eine eigenwillige Freundschaft. Deshalb zögert sie nicht, als er sie bittet, ihm bei den Ermittlungen in einer besonders grausamen Mordserie in New Mexico zu helfen. Dort angekommen stößt Anita jedoch bald an ihre Grenzen. Nicht nur belasten sie die grausigen Details des Falls und ihre Ahnungslosigkeit, welches Wesen verantwortlich sein könnte, sie erhält auch unverhoffte, tiefe Einblicke in Edwards Leben, die sie auf eine harte Probe stellen. Kann sie akzeptieren, dass sogar Edward versucht, sich ein Stück Normalität zu bewahren? Vielleicht sind sie sich doch ähnlicher, als sie dachte…

👉 Weiterlesen

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 16. Juli 2019 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Montagsfrage: Hardcover oder Taschenbuch?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin ein Trampel. Das ist nun keine neue Erkenntnis, ich war nie graziös oder leichtfüßig und habe immer schon Schrankecken mitgenommen, Gegenstände fallen lassen, Flecken verursacht und manchmal eine wahre Schneise der Verwüstung hinterlassen. Oftmals liegt das daran, dass sich mein Kopf in völlig anderen Gefilden herumtreibt und ich mich nicht auf das konzentriere, was ich mache. Am Freitag hat der Elefant im Porzellanladen, der hinter meinem menschlichen Äußeren lauert, wieder einmal voll zugeschlagen. Ich saß gerade vor meinem zweiten Morgenkaffee und wollte Zucker einrühren. Mist, Zucker alle. Ich will also aufstehen, um in der Küche den Zucker aufzufüllen, reiße dabei meinen Laptop mit, der gegen meine Kaffeetasse kracht, die direkt rechts daneben steht und schon hatte ich den Salat. Kaffee überall und leider auch auf meinem Laptop. Nun ist das nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Ich habe sofort reagiert, habe den Lappi umgedreht, damit die Brühe runtertropfen kann und gar nicht erst in die Schaltkreise im Inneren gelangt. Erst wirkte es, als hätte das ausgereicht. Er funktionierte weiterhin, gab keine komischen Geräusche von sich und verhielt sich insgesamt unauffällig. Erleichtert arbeitete ich an meiner offenen, unvollendeten Rezension weiter. Doch dann begann die Tastatur, aufzumucken. Einige Tasten reagierten nicht, andere reagierten, obwohl ich sie nicht berührt hatte. Ich fuhr den Laptop runter und gab ihm eine Pause, nach der ich ihn wieder anschaltete. Unglücklicherweise beruhigte sich die Tastatur nicht mehr, im Gegenteil, es wurde schlimmer, bis ich gar nicht mehr tippen konnte. In diesem Moment war mir klar, dass ich handeln musste. Der Laptop musste zu einem Profi, so schnell wie möglich, bevor der Kaffee die gesamte Hardware zerfressen konnte. Das stellte sich als schwierig heraus, weil es in unserer Umgebung tatsächlich kaum PC-Reparatur-Services gibt. Ich brachte eine erfolglose Odyssee durch den halben Kiez hinter mich. Das hätte ich mir sparen können, die Lösung war ein einfacher Anruf. Ein paar Straßen weiter gab es bis Anfang des Jahres einen Elektronikexperten, dem ich bisher immer vertraut hatte, der aber leider Ende Januar schließen musste. An den verrammelten Türen klebte jedoch ein Zettel mit einer Telefonnummer, die ich dann eben anrief. Und siehe da, er macht weiterhin Hausbesuche. Er kam vorbei und sammelte meinen kaffeeverseuchten Laptop ein.
Gestern Abend erhielt ich dann eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Er läuft wieder. Die Schlechte: Die Tastatur ist beschädigt und muss ersetzt werden. Mittwoch oder Donnerstag bekomme ich ihn zurück. Bis dahin erlaubt mir mein lieber Ehemann, seinen Laptop zu nutzen, worauf ich allerdings nur zugreife, wenn er nicht da oder beschäftigt ist. Sonst komme ich mir wie ein Störenfried vor. Ich werde die Zeit ohne Laptop sicher rumkriegen, schließlich muss ich arbeiten und habe in meiner Freizeit genug Aufgaben zu erledigen, die keinen Bildschirm erfordern (Rezensionsnotizen zum Beispiel), aber ein bisschen amputiert fühle ich mich schon. Ich hatte gerade erst einen schönen Vorlauf mit meinen ausstehenden Rezensionen herausgearbeitet, der verpufft jetzt natürlich. Aber gut, ich will nicht undankbar sein. Ich hatte Glück im Unglück, es hätte schlimmer und vor allem deutlich teurer kommen können. Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ist daher auch eine Art Genesungskarte an meinen armen Laptop, der jetzt operiert werden muss. Werde bald gesund, ich warte hier auf deine Heimkehr!

Hardcover oder Taschenbuch?

Ich bin schon immer ein Taschenbuch-Mädchen. Wie ich oben beschrieben habe, bin ich ziemlich tollpatschig, manchmal gedankenlos und nicht gerade die Eleganz in Person. Dazu passen Taschenbücher einfach besser, weil ich bei ihnen kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich die Seiten bekleckere, zu schwungvoll umblättere und dabei einreiße oder sie rücksichtslos in meinen Rucksack stopfe. Hardcover wirken auf mich stets edel und hochwertig; schön, aber unpraktisch. Eigentlich ist das Quatsch, denn theoretisch halten Hardcover durch die stabilere Machart deutlich mehr aus. Dennoch, ich möchte nicht kaputt machen, was hübsch ist. Deshalb fühle ich mich mit Taschenbüchern deutlich wohler, die meiner Ansicht nach weitere Vorteile haben. Meistens sind sie leichter, kleiner und handlicher. Ich bin ein Riesenfan der englischsprachigen Verlage Del Rey und Bantam, weil es ihnen gelingt, 700-Seiten-High Fantasy-Schmöker so weit zu komprimieren, dass das Buch am Ende trotzdem bequem in meine Hand passt. Normalerweise ist mir das wesentlich wichtiger als eine schicke Aufmachung und der Punkt, den Antonia anspricht, das sogenannte „Rundlesen“ (also die Knicke im Buchrücken), bereitet mir selten Kopfschmerzen. Manchmal versuche ich, darauf zu achten, wenn mir ein Buch viel bedeutet, aber packt mich erst einmal die Lesewut, ist dieser Vorsatz schnell vergessen. Ich betrachte das mittlerweile beinahe als Auszeichnung, die beweist, dass mich eine Geschichte wirklich gefesselt hat und wie Antonia bereits anmerkte, lässt sich das auch nicht immer vermeiden. Außerdem sind Taschenbücher in der Regel günstiger. Ja, das spielt durchaus eine Rolle, wenn man so viele Bücher kauft wie unsereins. Schließlich hat niemand einen Goldesel im Keller. Ich sehe ein, dass Hardcover einen höheren Preis rechtfertigen, nur brauche ich das einfach nicht. Ich brauche weder luxuriöses Papier noch einen Schutzumschlag. Schutzumschläge sind meiner Meinung nach ohnehin eine vollkommen sinnlose Erfindung, die im Alltag mindestens genauso anfällig für Knicke und Risse sind wie Taschenbücher, weshalb ich sie immer zu Hause lasse und als Platzhalter im Regal verwende. Nervt eh nur. Erst letzte Woche habe ich mich darüber hinaus mit der lieben Marina aka DarkFairy darüber unterhalten, dass ich mich frage, ob Taschenbücher eventuell nachhaltiger und weniger ressourcenaufwendig sind als Hardcover. Für mich liegt diese Vermutung nahe und ich bin gern bereit, mich mit gräulich-bräunlichem Recyclepapier zufriedenzugeben, wenn die Umwelt dadurch weniger leidet. Letztendlich zählt sowieso nur der Inhalt, wozu also mehr Geld ausgeben, riskieren, dass ein schniekes Hardcover Opfer meines inneren Elefanten wird, mich mit Schlepperei und Unhandlichkeit quälen und dann möglicherweise auch noch die Umwelt unnötig schädigen? Nein, ich bleibe ein Taschenbuchfan, Punkt.

Bevorzugt ihr Hardcover oder Taschenbücher?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen kaffeeunfallfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Justin Cronin – The City of Mirrors

Das Finale der „The Passage“-Trilogie, „The City of Mirrors”, erschien im März 2016, sechs Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Bandes „The Passage“ – deutlich später als geplant. Diese Verzögerung hatte einen spezifischen Grund. 2012 wurde beim Autor Justin Cronin Prostatakrebs diagnostiziert. Er musste sich einer schweren, mehrstündigen Operation unterziehen. Soweit ich weiß, geht es ihm heute gut, aber natürlich veränderte diese Erfahrung seinen Blick auf das Leben und die Geschichte, die er erzählen wollte. Es kostete ihn Zeit, herauszufinden, wie er seine neue Wahrnehmung, die sich unter anderem in gesteigerter Religiosität äußert, in „The City of Mirrors“ einfließen lassen wollte, obwohl das Ende der Trilogie von Anfang an feststand. Geschichten sind letztendlich eben immer auch Spiegelbilder ihrer Schöpfer_innen.

Die Virals sind verschwunden. Seit 20 Jahren wurden keine Infizierten gesichtet. Langsam beginnen die Menschen, der Sicherheit zu trauen. Sogar Peter, obwohl er sich noch immer fragt, was nach ihrem verheerenden Kampf gegen die Zwölf mit Amy geschah und ihn seltsame Träume quälen. Tagsüber ist er ein verantwortungsbewusster Vater, doch nachts entschwindet er in eine betörende Fantasiewelt. Der optimistische Ausbau der Städte lenkt ihn nur bedingt von seinem grotesken Doppelleben ab. Sein alter Freund Michael Fisher hingegen beteiligt sich nicht am Wiederaufbau der Zivilisation. Er widmet seine ganze Energie einem verrückten Plan, um die Menschheit zu retten, weil er nicht daran glaubt, dass die Virals wirklich ausgelöscht sind. Er hat Recht. Einer ist noch übrig. Der Eine, klüger, gerissener und boshafter als alle anderen. Der Erste, der je infiziert wurde: Zero…

👉 Weiterlesen

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 16. Mai 2019 in Dystopie, Rezension, Science-Fiction

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: