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Joe Abercrombie – Blutklingen

2016-10-29-abercrombie-blutklingen

Joe Abercrombie ist in sein „First Law“ – Universum zurückgekehrt. Im Januar 2017 wird die Anthologie „Schattenklingen“ bei uns veröffentlicht. Obwohl ich sonst kein Fan von Kurzgeschichten bin, kann ich es kaum erwarten. 13 neue Geschichten mit Glokta, Logen und all den anderen! Da es bis Januar ja nicht mehr allzu lang hin ist, wurde es höchste Zeit, dass ich mir den letzten der drei Einzelbände aus der „First Law“ – Welt vornehme. „Blutklingen“ stand auf der Speisekarte.

Scheu Süd war nicht immer ein guter Mensch. In ihrer Jugend lief sie von zu Hause fort und schloss sich einer Räuberbande an. Sie stahl. Sie tötete. Dankbar, dass diese dunklen Jahre der Gewalt weit zurückliegen, sorgt sie heute so gut sie kann für ihre kleinen Geschwister Ro und Pit und versucht, den Hof ihrer verstorbenen Mutter am Laufen zu halten. Keine einfache Aufgabe in Naheland. Unterstützt wird sie von dem alten Gully und Lamm, einem sensiblen Nordmann, der wohl so etwas wie ihr Stiefvater ist. Scheu kennt die Berichte über Goldfunde in Fernland. Idiotisch, wer glaubt, dort das Glück zu finden. Niemals würde sie ihre Verpflichtungen einfach hinschmeißen, um einem Traum nachzujagen. Doch als sie eines Tages gemeinsam mit Lamm aus der Stadt zurückkehrt, findet sie nichts als Asche vor. Ihr Hof wurde niedergebrannt, Gully ermordet und die Kinder verschleppt. Die Spuren deuten nach Fernland. Entschlossen, Ro und Pit zu finden, machen sich Scheu und Lamm auf die lange und gefährliche Reise. Bald muss Scheu einsehen, dass sie ihren Stiefvater weniger gut kennt, als sie dachte. Vielleicht ist sie nicht die einzige mit einer blutigen Vergangenheit.

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5 Kommentare

Verfasst von - 17. November 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Joe Abercrombie – Heldenklingen

2015-07-01 - Abercrombie - Heldenklingen

Dass ich eine Lesung von Joe Abercrombie besucht habe, hat meine Begeisterung für diesen Autor neu entfacht. Nach fast einem Jahr Pause wurde es für mich mal wieder Zeit, in seine düstere, ehrliche High Fantasy abzutauchen. Aus seinem First Law – Universum fehlten mir noch zwei Romane: „Heldenklingen“ und „Blutklingen“, die beide in sich geschlossene Einzelbände sind, allerdings in lockerer Verbindung mit seiner hoch gelobten First Law – Trilogie stehen. Ich hatte das Glück, beide Bücher günstig bei Medimops erstehen zu können. Als diese hier eintrafen, wollte ich nicht mehr länger warten, beendete meine angefangene Lektüre und widmete mich danach sofort und voller Vorfreude „Heldenklingen“.

Seit der Schwarze Dow den Blutigen Neuner tötete und sich selbst zum Bewahrer des Nordens berief, herrscht Krieg zwischen der Union und den Nordlanden. Der König der Union will den Mord an seinem alten Weggefährten nicht einfach hinnehmen. Doch ein Krieg ist teuer und verschlingt Ressourcen, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden. Besonders jetzt, da Monza Murcatto, die Schlange von Talins, in Styrien auf dem Thron sitzt, kann es sich die Union nicht leisten, an mehreren Fronten zu kämpfen. Der Geschlossene Rat strebt daher eine schnelle Beendigung des Konflikts im Norden an. Auf einem unbedeutenden Stück Land nahe eines alten Steinkreises, den man Die Helden nennt, soll eine finale Schlacht die Entscheidung über das Schicksal des Nordens erzwingen. Drei Tage des Kämpfens tränken das Schlachtfeld in Blut und am Ende gibt es nur einen Sieger: den Tod.

„Heldenklingen“ ist für Fans großer High Fantasy – Schlachten die Erfüllung eines Traums. Es geht um nichts anderes als blutigen, brutalen Kampf – ehrlich, spannend und brillant konstruiert. Es mag eindimensional klingen, doch wer Joe Abercrombie kennt, weiß, dass er selbst den scheinbar banalsten Ansatz in eine vielschichtige, hintergründige Handlung verwandeln kann. Die dreitägige Schlacht, die er auf fast 900 Seiten beschreibt, ist nur Ausdruck und Gipfel einer vertrackten, politischen Situation. Die Nordlande und die Union haben sich in eine Lage gebracht, aus der es kein Zurück mehr gibt und die sie zwingt, eine Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren, die keine der beiden Seiten noch empfindet. Ihr Krieg ist sinn- und aussichtslos, denn es geht um nichts. Es geht nicht um Ressourcen, es geht nicht um Religion oder Land. Zwar kann ich verstehen, dass Jezal dan Luthar, König der Union, nicht gerade erfreut darüber ist, dass der Schwarze Dow Logen Neunfinger ermordete, doch es ist kindisch und kleinlich, deswegen einen Krieg zu führen, der Logen nicht zurückbringen wird. Der Schwarze Dow und Jezal nehmen billigend in Kauf, dass tausende Soldaten für ihre Feindschaft mit dem Leben bezahlen. So erschütternd das ist, es ist auch realistisch, ebenso wie Abercrombies ungeschönte Darstellung des Krieges insgesamt. Krieg ist nicht heroisch oder romantisch. Er ist zerstörerisch und nährt das Elend. Für Heldentaten ist dort kein Platz; heldenhaftes Handeln ist oft nur ein Kind des Zufalls. Mir gefällt der englische Originaltitel des Romans („The Heroes“) daher wesentlich besser als die deutsche Version, denn dieser ist ein typisches Abercrombie-Wortspiel: er bezieht sich auf das Setting, nicht auf die Figuren, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Keine der Figuren, aus deren Perspektive Joe Abercrombie die Schlacht erzählt, ist ein Held. Der Unionssoldat Bremer dan Gorst beispielsweise wirkt nach außen vielleicht heldenmütig, doch innerlich verrottet er; er wird von Bitterkeit, Wut, Enttäuschung und Demütigung regelrecht zerfressen. Kropf, ein vergleichsweise ehrenwerter, anständiger Nordmann, ist ein Relikt einer anderen Zeit und hat seinen Zenit vermutlich längst überschritten. Er würde gern aus dem blutigen Geschäft aussteigen, hat jedoch keine Alternativen. Er hat außerhalb des Krieges kein Leben, keine Familie und keine Freunde. Der Kampf bestimmt sein Leben. Damit ist er das genaue Gegenteil des ehemaligen Prinzen Calder, der meiner Ansicht nach eine neue Generation Nordmänner repräsentiert. Er ist kein guter Kämpfer; feige, manipulativ und intrigant, allerdings auch erstaunlich intelligent. Er ist ein Denker, ein raffinierter Diplomat, dessen eigene Ziele für ihn stets an erster Stelle stehen. Jemand wie er kann kein Held sein und manchmal fragte ich mich, ob er sich als Edelmann in der Union nicht wesentlich wohler fühlen würde.
Diese drei sind zwar nicht die einzigen POV-Charaktere, doch sie nehmen eindeutig den meisten Raum in der Geschichte ein und sind auch diejenigen, zu denen ich die intensivste und stabilste Verbindung hatte. Es verblüfft mich immer wieder, wie lebendig Joe Abercrombies Charaktere sind.

Meines Erachtens nach ist „Heldenklingen“ eine epochale Geschichte über das schmutzige, unbarmherzige Antlitz des Krieges, geschildert aus den verschiedensten Perspektiven. Trotz des ernsten Themas wirkt sie niemals schwer oder verbissen, weil Joe Abercrombie es unnachahmlich versteht, seinen derben, unanständigen, makabren Galgenhumor einfließen zu lassen, der hervorragend in diese Welt des Kämpfens passt. Wenn man nicht heulen kann, muss man eben lachen. Abercrombie wedelt nicht mit dem moralischen Zeigefinger vor den Nasen seiner LeserInnen herum; er lässt sie selbst begreifen, was Krieg den Menschen antut, indem er ihnen die Wahrheit zeigt. Krieg bedeutet Tod. Krieg bedeutet Leiden. Krieg bedeutet Blut. Dazu passt sogar das für mich recht unbefriedigende Ende, das nicht wie ein Abschluss wirkte, sondern eher, als würde man die Handlung nur verlassen. Das Buch hört einfach auf – vielleicht fühlt sich so ein Friedensschluss für Soldaten an. Es gibt kein fulminantes Finale, weil es niemals wirklich vorbei ist. Poo-tee-weet?[1]


[1] Googelt es. 😉

 
6 Kommentare

Verfasst von - 15. Juli 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion findet mittlerweile wöchentlich bei Schlunzen-Bücher statt, da sich die liebe Aleshanee von Weltenwanderer zurückgezogen hat. Die Fragen findet ihr wie immer durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Heldenklingen“ von Joe Abercrombie und befinde mich auf Seite 649 von 896.

heldenklingen

 

 

Es herrscht Krieg. In einem unbedeutenden Tal soll sich das Schicksal der Nordlande entscheiden, und drei Männer kämpfen sich durch eine letzte  blutige Schlacht: Bremer dan Gorst, in Ungnade gefallener Leibwächter des Königs der Union, Prinz Calder, machtbesessen und feige, sowie Kropf, einer der letzten ehrlichen Barbaren im Norden. Drei Männer mit dunklen Seiten, drei dunkle Tage voller Blut und Tod, und eins steht schon jetzt fest: wahre Helden gibt es hier schon lange nicht mehr…“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„»Hier kommen sie«, sagte Schneebleich völlig unbewegt, als ob sich nichts Bedrohlicheres als eine Herde Schafe soeben auf den Weg gemacht hätte.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Wow. Was für ein Schinken. Das Buch ist so dick, dass man damit jemanden erschlagen könnte. Was gut zum Inhalt passen würde. 😉 Ich glaube, „Heldenklingen“ war ein Traum von Joe Abercrombie – ein ganzes Buch, das ausschließlich von einer einzigen, gewaltigen Schlacht handelt. Der Klappentext ist allerdings ein bisschen ungünstig formuliert, weil er den Eindruck vermittelt, es gäbe drei POVs: Bremer dan Gorst, Calder (der schon längst kein Prinz mehr ist) und Kropf. Diese drei spielen natürlich eine wichtige Rolle, aber eigentlich wechselt Abercrombie zwischen einer Vielzahl von Perspektiven. Manche Figuren haben nur einen kurzen Auftritt, andere tauchen immer wieder auf. Die Handlung knüpft an die vorangegangenen Bücher an, also an die First Law-Trilogie und an „Racheklingen“ (Rezension: HIER), das heißt, mir sind bereits einige Charaktere begegnet, die ich schon kenne. Darunter der Schwarze Dow, der Hundsmann, Bayaz und Caul Espe. Mir tut es jedes Mal in der Seele weh, wenn ich erlebe, was aus Espe geworden ist. Seine Zeit mit Monza Murcatto hat wirklich das Schlechteste in ihm zum Vorschein gebracht. Übrigens ist die Union nicht sonderlich begeistert davon, dass Monza in Styrien auf dem Thron hockt; ich wittere an dieser Stelle viel Potential für weitere Verwicklungen.
Das Beeindruckendste an diesem Abercrombie ist wohl die Tatsache, dass es in der Schlacht zwischen Union und Nordmännern eigentlich um nichts geht. Es geht nicht um Rohstoffe, Religion oder Land, es geht schlicht darum, dass der König der Union (Jezal dan Luthar, für Eingeweihte zur Erinnerung) einen Groll gegen den Schwarzen Dow hegt, weil dieser wiederum behauptet, Logen Neunfinger (alias der Blutige Neuner) getötet zu haben. Es geht nur um Hass, was mir persönlich sehr gut gefällt, weil es so ehrlich und einfach ist. Tausende sterben, weil zwei ehrgeizige Männer in entsprechenden Positionen sich nicht leiden können – was könnte kleinlicher und realistischer sein?
Außerdem liebe ich es, dass ich theoretisch den gesamten Verlauf des Buches und der Schlacht an den Karten ablesen könnte, die vor jedem Abschnitt (ein Abschnitt = ein Tag) integriert sind. Das mache ich natürlich nicht, denn so würde ich mich ja selbst spoilern, aber mir gefällt es, dass ich die Bewegungen der Heere unmissverständlich vor Augen habe. Irgendwie bekommt jede/r AutorIn, der/die sich die Mühe macht, eine Karte der beschriebenen Welt zu zeichnen (oder zeichnen zu lassen), direkt mal einen extra Sympathiepunkt von mir. 😀

4. Was macht für euch eine gute Rezension aus? Was darf in keiner Rezi fehlen und was sollte auf keinen Fall rein?

Es gibt nur wenig konkrete Punkte, die mir bei den Rezensionen anderer LeserInnen wichtig sind oder sauer aufstoßen, dafür bin ich allerdings mit mir selbst ziemlich streng. Dass man in einer Rezension darauf achten muss, nicht zu spoilern, erklärt sich natürlich von selbst. Ich bin der Meinung, dass mir das als Leserin von Rezensionen bisher zum Glück noch nicht passiert ist. Vermutlich müsste man mich da aber auch quasi auf den Kopf schlagen, damit mir das auffällt. So im Sinne von „Übrigens, auf Seite 256 stirbt der Bruder des Protagonisten, was dazu führt, dass besagter Protagonist all seine guten Vorsätze über Bord wirft und zu einem ruchlosen, rachsüchtigen Mörder mutiert“. Ich bin da einfach nicht so aufmerksam und denke auch später beim Lesen nie „Ach ja, das hatte XY ja in der Rezension erwähnt“. Ich merke mir meist gar nicht im Einzelnen, was jemand über ein Buch geschrieben hat, ich behalte nur im Kopf, ob es positiv oder negativ war und treffe darauf basierend die Entscheidung, ob ich das Buch ebenfalls lesen möchte. Ganz ehrlich, wenn ich das täte, würde mein Kopf überquellen vor lauter „fremden“ Buchmeinungen. Das geht nicht. Aber ich schweife ab.
Als Rezensentin ist es für mich nicht immer leicht, nicht zu spoilern, weil die Frage, wo ein Spoiler überhaupt beginnt, ein Fass ohne Boden ist. Das sieht jede/r anders. Meiner Meinung nach darf man durchaus das eine oder andere Detail verraten oder andeuten, wenn es so wichtig ist, dass man das Buch ohne diese Erwähnung nur schwer beschreiben kann. Da ich prinzipiell eigene Inhaltsangaben schreibe und nicht den offiziellen Klappentext verwende, muss ich manchmal konkreter werden, weil mein Text anders einfach nicht funktioniert. Ein Beispiel ist „The Young Elites“ (Rezension: HIER) von Marie Lu. Im offiziellen Klappentext wird nicht erwähnt, dass Adelina für den Mord an ihrem Vater verbrannt werden soll. Ich brauchte diesen Fakt aber dringend, weil ich ohne ihn einfach nicht in der Lage war, den Inhalt zusammen zu fassen. Klingt blöd, aber ich habe es wirklich lange versucht und bin fast verzweifelt, da das Buch erstaunlicher Weise recht komplex ist. Ich hätte anders nicht erklären können, wie Adelina auf die Young Elites trifft. Ich hätte auch nicht erklären können, dass sie selbst eine ist. Das hätte wiederum alles, was ich in der Bewertung schreiben wollte, unmöglich gemacht. Es ist mir nicht leicht gefallen, diesen Fakt zu offenbaren, aber ich habe mich dafür entschieden, weil Marie Lu ihn direkt im ersten Kapitel erwähnt. Kurz gesagt: Spoiler sind ein schwieriges Thema.
Eine gute Rezension ist ähnlich schwierig zu definieren. Das Wichtigste ist für mich vermutlich der Schreibstil und da der Geschmackssache ist, kann ich nicht eindeutig sagen, was mir gefällt und was nicht. Spontan fällt mir sogar nur ein stilistischer Punkt ein, den ich als eher unangenehm empfinde: Wiederholungen in den Formulierungen. Das liegt wohl auch daran, dass ich selbst sehr darauf achte, meine Worte und Redewendungen zu variieren. Wenn jemand innerhalb einer Rezension beispielsweise immer wieder schreibt „Das fand ich toll“, wirkt das auf mich einfallslos und unaufmerksam. Denn wenn man den eigenen Text bei der Überarbeitung konzentriert liest, sollte das eigentlich auffallen. Ansonsten… tja. Gute Frage. Ich mag Rezensionen, die mehrere Punkte abdecken und mir einen recht umfangreichen Eindruck des Buches vermitteln. Schreibstil, Idee, Weltenkonstruktion, Charaktere, Perspektive, Botschaft. Kann ich sehen, dass sich der/die RezensentIn wirklich Gedanken über das Buch gemacht hat und auch versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, kommt das bei mir wesentlich besser an als eine rein oberflächliche Beschreibung, die keinerlei Tiefe hat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass nicht jedes Buch ausreichend Fläche bietet, um tiefgründige Gedanken zuzulassen, doch auch bei der von mir heiß geliebten brain candy – Literatur sollte man meines Erachtens nach ab und zu mal ein wenig über die Grenzen des Geschriebenen hinaus nachdenken. Sonst wäre mir zB vermutlich nicht aufgefallen, wie unerfreulich sich die Beziehung zwischen Merit und Ethan in „Teuflische Bisse“ (Rezension: HIER) von Chloe Neill entwickelt.
Darüber hinaus vertraue ich RezensentInnen eher, wenn sie in der Lage sind, Kritik zu äußern und konkret zu benennen, was ihnen nicht gefiel. Manche Blogs lese ich nicht mehr, weil die Rezensionen einfach jedes Mal überschäumend begeistert sind und es kaum eine Bewertung unter 3 Sternen gibt. Damit kann ich leider nichts anfangen. Ich will nicht ausschließlich Lobeshymnen lesen, sondern realistische, reflektierte Einschätzungen, die mir helfen, Lektüre für mich auszusuchen.
Alles andere… da bin ich flexibel. Ich brauche nicht unbedingt Infos über den/die AutorIn, doch wenn sie vorhanden sind, ist das nett. Ich mag es ganz gern, wenn RezensentInnen die Inhaltsangaben selbst schreiben, weil man dann oft einen etwas detaillierteren Eindruck des Handlungsablaufes erhält, aber das ist kein Muss. Ein Fazit – okay, wenn es da ist, wenn es nicht da ist, auch okay. Ich finde Bewertungen, die sich in Sternen oder ähnlichem ausdrücken angenehm, weil sie eine unmissverständliche Einschätzung abgeben; ist die Rezension jedoch so eindeutig, dass so ein Bewertungssystem überflüssig ist, kann ich damit auch sehr gut leben. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, würde ich mir wünschen, dass meine lieben Blogger-KollegInnen häufiger erklären, wie sie überhaupt zu dem jeweils vorgestellten Buch kamen und warum sie sich dafür entschieden haben. Was den Reiz dieser Lektüre für sie ausmachte und welche Erwartungshaltungen bzw. Motivation dem Lesen vorangestellt waren. Ich integriere diesen Punkt nicht immer, aber doch recht oft in meine Rezensionen, weil es das ist, was ich selbst auch gern lesen würde. Es interessiert mich. Vielleicht ist das die wichtigste Info darüber, wie ich Rezensionen schreibe: ich versuche immer, so zu schreiben, dass ich es selbst gern lesen würden. Wie gut das klappt und ankommt – das müsst ihr mir sagen. 🙂

Was lest ihr im Moment? Was macht für euch eine gute Rezension aus?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Dienstag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
 

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