RSS

Schlagwort-Archive: Tuberkulose

[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 4)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem großen Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Heute werden wir uns einem tragischen Abschnitt in Roberts Leben stellen…

Ist euch aufgefallen, dass ein Thema in dieser biografischen Abhandlung bisher verdächtig abwesend war? Richtig. Romantische Partnerschaften. Robert E. Howard hatte in seinem kurzen Leben lediglich eine Beziehung. Als Teenager schrieb er einige ironisch-humoristische Gedichte, die darauf hinweisen, dass ihn das weibliche Geschlecht mental durchaus beschäftigte. Diese Texte zeigen aber auch, dass er Mädchen gegenüber unsicher und – das ist meine persönliche Interpretation – irgendwie misstrauisch war. Sie lesen sich, als habe er Frauen tatsächlich als Wesen eines anderen Planeten wahrgenommen, nicht gewusst, wie er mit ihnen umgehen oder sich ihnen nähern sollte und als wäre er auch nicht sonderlich daran interessiert gewesen. In seinen späteren Geschichten finden wir Frauen vor allem in zwei Rollen: entweder, sie sind typische Damen in Nöten, leicht (oder gar nicht) bekleidet und hilflos, oder sie sind feurige Kriegerinnen. Dazwischen gibt es nicht viel, weshalb ich es schwierig finde, aus diesen extremen, gegensätzlichen Beispielen seine persönliche Einstellung Frauen gegenüber abzuleiten. Er war ein Südstaatler, der von seiner Mutter in Südstaatenmanier erzogen wurde, das heißt, er war bestimmt darauf gedrillt, Frauen respektvoll, höflich und als Kavalier zu behandeln, aber ob er sich nach einer romantischen Beziehung sehnte, kann man nur vermuten. Fakt ist, er ließ außer seiner Mutter nur eine einzige Frau nahe an sich heran: Novalyne Price.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 1)

Robert E. Howard war einer der Stars der Pulp-Literatur. Er war der König der Kurzgeschichte, jemand, der es wie kaum ein Zweiter verstand, auf wenigen Seiten Spannung und Atmosphäre aufzubauen, seine Leser_innen in die Welten seiner Fantasie einzuladen und sie an Figuren zu binden, die so lebendig waren, dass sie zwischen den Zeilen hervorzuspringen drohten. Er gilt als einer der Väter der modernen Fantasy und des Subgenres Sword and Sorcery, obwohl diese Bezeichnung erst lange nach seinem Tod geprägt wurde. Seine Schöpfung des Cimmeriers Conan, der heutzutage besser als Conan der Barbar bekannt ist, war ein Meilenstein. Dennoch scheut sich sein Biograf Mark Finn, der als Autorität auf dem Gebiet der Howard-Forschung gilt, ihn als Fantasy-Autor zu bezeichnen.

2006 veröffentlichte Finn die Biografie „Blood and Thunder: The Life and Art of Robert E. Howard“. 2011 erschien eine zweite, überarbeitete Ausgabe, die sich nun in meinem Regal befindet. Darin verfolgt Finn einen völlig neuen Analyseansatz des Lebens und der Karriere des Schriftstellers, der das Verhältnis beider Aspekte umkehrt. Er glaubt nicht, dass Robert E. Howards Karriere sein Leben bestimmte. Er glaubt, dass sein Leben seine Karriere bestimmte. Deshalb weigert er sich, ihn als Fantasy-Autor vorzustellen und argumentiert, dass Howard in erster Linie ein Autor seiner Heimat war. Er war ein texanischer Autor. Texas und die örtliche Tradition des Geschichtenerzählens lagen ihm im Blut und beeinflussten sowohl seine Kreativität als auch die Motive und Glaubenssätze, die sich in seinen Werken finden. Finn geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet Conan als Anomalie in Howards Vermächtnis, die nicht repräsentativ für sein übriges Schaffen ist.

Ich gebe zu, als ich diese Theorie zum ersten Mal las, war ich sehr skeptisch und auch ein bisschen schockiert. Ich kannte Robert E. Howard im Grunde nur dank Conan. Ich wusste, dass er weitere Geschichten geschrieben hatte, aber ich dachte, Conan wäre der Höhepunkt seines Schaffens gewesen, sein zentrales Werk. Doch nachdem ich „Blood & Thunder“ von vorne bis hinten gelesen hatte, musste ich anerkennen, dass Finns Vorschlag, Howard als texanischen Autor zu begreifen, dessen wahres Talent eben nicht in seinen Conan-Geschichten zu Tage trat, durchaus schlüssig ist. Daher habe ich beschlossen, mich in meiner biografisch-analytischen Zusammenfassung von Robert E. Howards Leben und des Abrisses seines Schaffens an Mark Finns Biografie zu orientieren. Finns Argumentationskette ergibt einfach Sinn und beleuchtet den Werdegang des Schriftstellers auf eine Weise, die für mich – und dementsprechend hoffentlich auch für euch – nachvollziehbar ist. Die Beiträge können folglich als etwas unkonventionelle Rezension zu „Blood & Thunder“ gedeutet werden. Aber „unkonventionell“ seid ihr im Kontext von Non-Fiction ja schon von mir gewöhnt. 😉
Wappnet euch für eine Reise in die Vergangenheit; besuchen wir Robert E. Howard, der nun bereits seit 84 Jahren tot ist, dessen Werk ihn jedoch unsterblich machte.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: