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Montagsfrage: Aufschieberitis?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wer hätte gedacht, dass sich anlässlich der Vergabe des Literaturnobelpreises so viel Drama entfalten kann? Erst wird die Verleihung des Preises 2018 ausgesetzt, weil sich das Gremium der Schwedischen Akademie in einen komplizierten und aufsehenerregenden Skandal verstrickte, in dem es um Verletzungen der Schweigepflicht, Betrug, Steuerhinterziehung, Sexualstrafdelikte, die im Rahmen der #metoo-Bewegung öffentlich wurden und zahllose weitere schwere Vorwürfe ging. Ich erinnere mich, dass ich damals überlegte, einen Beitrag zu diesem Thema zu verfassen, entschied jedoch, dass ich keine Lust hatte, so tief in die Materie einzutauchen, wie es nötig gewesen wäre, weil mich die Vergabe normalerweise ohnehin lediglich am Rande interessiert. Schaue ich mir die Liste der vergangenen Preisträger_innen an, kenne ich davon nur einen Bruchteil.

Während ich also beschloss, dass mich der Skandal nicht wirklich tangierte, organisierte sich das Gremium neu. Einige Mitglieder traten zurück, darunter auch die Ständige Sekretärin Sara Danius, die sich sehr darum bemüht hatte, den Eklat transparent zu behandeln. Dieses Jahr sollte dann alles wieder seinen gewohnten Gang gehen. Am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass die Polin Olga Tokarczuk den Literaturnobelpreis nachträglich für 2018 erhält. Diese Auszeichnung ist nicht unumstritten, denn es gibt Stimmen, die die Meinung vertreten, dass es ein Zeichen des Respekts für die von den Sexualstraftaten des Skandals betroffenen Frauen gewesen wäre, komplett auf die Verleihung zu verzichten. Der Preisträger von 2019 ist der Österreicher Peter Handke, dessen Name mir sogar geläufig ist. Ich gratuliere beiden von Herzen. Am Samstag wurde dann die Nachricht veröffentlicht, dass Sara Danius, die so sehr dafür gekämpft hatte, die Integrität des Gremiums wiederherzustellen und dennoch ihren Hut nehmen musste, verstorben ist. Sie erlag einer Krebserkrankung im Alter von 57 Jahren. Mein Beileid für ihre Freunde und Familie.

Drama, Drama, Drama. Ich hoffe, dass sich die Schwedische Akademie bald von diesen herben Rückschlägen erholen und wieder ganz auf die Literatur konzentrieren kann. Trotzdem frage ich mich, ob die Vergabe des Literaturnobelpreises überhaupt noch zeitgemäß ist. Vielleicht schreibe ich doch noch einen Beitrag darüber. Was haltet ihr denn von der diesjährigen Verleihung? Habt ihr bereits Bücher von Olga Tokarczuk und/oder Peter Handke gelesen?
Nun wird es aber Zeit, mich den wirklich wichtigen Fragen der Literatur zu widmen: im Rahmen der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Welches Buch, das man nach allgemeiner Meinung gelesen haben sollte, hast du noch nicht gelesen? Warum nicht?

Ich finde, diese Frage, die übrigens von Aequitas et Veritas stammt, passt hervorragend zum Thema Nobelpreisträger_innen. Seien wir ehrlich, wer hat schon in das Werk aller bisher Ausgezeichneten hineingeschnuppert? Außer dem Gremium vermutlich nur eine Handvoll Leser_innen weltweit. Wie ich bereits in der Einleitung erwähnte, kenne ich den Großteil nicht einmal und ich habe auch kein Interesse daran, sie alle kennenzulernen. Meiner Ansicht nach ist das nicht schlimm. Denn was ist das überhaupt, die „allgemeine Meinung“? 2014 habe ich mich mit 5 verschiedenen literarischen Bestenlisten auseinandergesetzt, die das Time Magazine, die ZEIT, das ZDF, die BBC und Le Monde zusammenstellten und die ihnen zufolge die Bücher enthalten, die man unbedingt gelesen haben sollte. Es gab Überschneidungen, es gab jedoch auch einige Unterschiede. Das heißt, nicht einmal die Komitees dieser journalistischen Instanzen waren sich einig. Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff „Weltliteratur“ Werke, „die über nationale und regionale Grenzen hinweg große Verbreitung gefunden haben und die gleichzeitig als für die Weltbevölkerung bedeutsam erachtet werden“. Geht es vielleicht noch ein bisschen schwammiger? Richtet man sich nach dieser Definition, könnten darunter auch die „Hunger Games“ von Suzanne Collins zählen, aber diese moderne Young Adult – Trilogie würde wohl niemand ernsthaft als Weltliteratur bezeichnen. Deshalb halte ich die Kategorie Weltliteratur für unverbindlich. Es ist nur ein Wort, mit dem kein festes Konzept verbunden ist. Ich finde es sogar schwierig, für mich selbst eine Sammlung von Eigenschaften zu formulieren, die den Begriff beschreibt. Auf jeden Fall alt. Darüber hinaus wird es vertrackt, weil der literarische Wert eines Buches schwer in Adjektive zu fassen ist. Revolutionär? Mutig? Feinsinnig? Nein, das passt alles nicht so richtig.

Darum pfeife ich mittlerweile auf die sogenannte „allgemeine Meinung“ und lege selbst fest, welche Bücher auf meiner persönlichen Lebensleseliste stehen. Ich setze eigene Prioritäten, die meinem Geschmack entsprechen. Bei mir finden sich zum Beispiel viele Klassiker der Fantasy, denn es fasziniert mich, zu den Anfängen des Genres zurückzugehen und aus dieser Erfahrung Schlüsse zu ziehen, inwiefern es sich verändert hat. Natürlich gibt es trotzdem Überschneidungen mit der „allgemeinen Meinung“. „Moby-Dick“, das ich dieses Jahr endlich, endlich, endlich gelesen habe (Ja, ich bin immer noch stolz!) zählt wohl nach jeder Definition zur Weltliteratur.

Die heutige Frage könnte ich mit einer ellenlangen Liste beantworten. Es existieren viel mehr Bücher, die man „gelesen haben sollte“ und die ich noch nicht gelesen habe, als Bücher, hinter die ich bereits ein Häkchen setzen konnte. Meist handelt es sich ja um Klassiker und für Klassiker muss ich in der Stimmung sein, sonst hat die Lektüre keinen Sinn. Ich schaffe pro Jahr nur eine sehr begrenzte Anzahl. Demzufolge habe ich entschieden, euch heute die beiden Spitzenreiter meiner persönlichen Lebensleseliste zu nennen; die beiden Werke, die ich vor meinem Tod meiner Ansicht nach unbedingt gelesen haben muss, um beruhigt sterben zu können.

Ganz oben auf meiner Liste steht aktuell „Ulysses“ von James Joyce. Es ist nachgerückt, lange Zeit stand „Moby-Dick“ an erster Stelle. Meine ursprüngliche Entscheidung, dieses Schwergewicht lesen zu wollen, ist darauf zurückzuführen, dass das gesamte Buch an einem einzigen Tag spielt: dem 16. Juni 1904. Der 16. Juni ist mein Geburtstag, also erachte ich es als eine Frage der Ehre, selbst zu erleben, was dem Protagonisten Leopold Bloom an diesem widerfährt. Dummerweise ist das Buch allerdings auch eine monumentale Herausforderung. Ich habe schon mehrfach angefangen und musste einsehen, dass ich nicht bereit bin. Der Schreibstil ist alles andere als eingängig und da das Buch trotz des überschaubaren Zeitraums um die 1.000 Seiten umfasst, könnt ihr euch sicher denken, wie detailliert es ist. Im Moment schreckt mich das noch, aber irgendwann werde ich auch diesen Wälzer besiegen.

An Platz Nummer 2 steht ein Buch, das ich als Lokalpatriotin einfach nicht auslassen kann: „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Berlin ist meine Heimat, hier schlägt mein Herz und hier möchte ich eines Tages sterben. Ich liebe meine Stadt und wenn ein Autor schon ein Werk geschrieben hat, das sie so prominent behandelt und das dann auch noch zur Weltliteratur erhoben wurde, muss ich es lesen, da führt kein Weg dran vorbei. Leider ist es ähnlich schwere Kost wie „Ulysses“. Ich habe auch hier bereits reingelesen und war schockiert. Erinnere ich mich richtig, enthält es sehr abrupte Szenensprünge, die es kompliziert gestalten, Döblin zu folgen. Mal schauen, wann ich mich traue, mich diesem Kampf zu stellen. Zumindest ist es nicht so dick wie „Ulysses“. Aber was heißt das schon bei einem Klassiker.

Hinter diesen beiden Büchern tummeln sich zahllose weitere, die ungeduldig mit den Hufen scharren und gelesen werden wollen. „Krieg und Frieden“, „Das Verlorene Paradies“, „Great Expectations“, „Dune“, „Buddenbrooks“ und und und. Doch das Schöne ist ja, ihre Ungeduld existiert nur in meinem Kopf. In Wahrheit kümmert es diese Werke nicht die Bohne, wie lange sie ungelesen bei mir herumstehen. Bücher haben kein Verfallsdatum. Ihre Zeit wird kommen. Ich fürchte allerdings, meine Lebensleseliste selbst wird niemals wirklich schrumpfen, denn es kommen ständig neue Werke dazu, die ich lesen möchte, bevor ich sterbe. Das Dilemma eines Bücherwurms: die Auswahl ist größer als die zur Verfügung stehende Lebenszeit.

Welche Bücher, die zur Weltliteratur zählen, schiebt ihr vor euch her?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen motivierten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Let’s talk about… die Auswertung der Bestenlisten

So meine Lieben. Endlich, endlich, endlich habe ich es geschafft, die fünf Bestenlisten, über die wir unter dem Motto „Let’s talk about…“ diskutiert haben, ein bisschen zu analysieren und das Ganze dann auch noch nett zu verpacken. Es hat wirklich lange gedauert, war viel Arbeit und ich hatte sehr oft keine Lust dazu, doch jetzt ist es tatsächlich vollbracht! 😀

Zur Erinnerung: im letzten Jahr haben wir uns gemeinsam fünf verschiedene Bücher-Bestenlisten angesehen: die Top 100 des Time Magazine, die Top 100 der ZEIT, die Top 100 von Le Monde, „The Big Read“ der BBC und „Das Große Lesen“ des ZDF. Mir ging es darum, euch zu zeigen, welche Bücher in unterschiedlichen Ländern unter unterschiedlichen Auswahlkriterien als lesenswert angesehen werden und welche dieser Bücher ich davon auch tatsächlich gelesen habe, welche ich noch plane zu lesen und welche ich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde. Außerdem wollte ich von euch wissen, wie ihr über diese Bestenlisten denkt und wie viel Erfahrung ihr mit diesen Büchern bisher sammeln konntet. Die Ergebnisse variierten stark, was mich veranlasste, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede nachzudenken.

Also habe ich mir vor vielen Monaten vorgenommen, herauszufinden, ob es bestimmte Trends gibt. Das Ergebnis meiner Bemühungen ist an erster Stelle eine äußerst umfangreiche Excel-Datei. 😉 Nein, Spaß beiseite. Ich habe mich auf die AutorInnen konzentriert, denn seien wir ehrlich, hätte ich auch noch versucht, das Ganze nach Genre, Alter, etc. aufzuschlüsseln, wäre ich nie fertig geworden.

Ein paar Worte dazu, wie ich die Analyse erstellt habe: ich habe mir die Nationalität jedes Autors und jeder Autorin angesehen. In meiner tollen Excel-Tabelle hab ich das dann verzeichnet. Zusätzlich habe ich nach Übereinstimmungen gesucht, also ob bestimmte AutorInnen in mehreren Listen auftauchen. Und zu guter Letzt hat mich die Geschlechterverteilung so sehr beschäftigt, dass ich unbedingt herausfinden wollte, wie viele Frauen denn nun tatsächlich vertreten sind.
Jetzt bekommt ihr erst einmal meine Ergebnisse als Infografik zu sehen, danach werde ich noch ein paar Worte dazu sagen. Bereit? Dann geht es jetzt los! 😀

Länderverteilung Bestenlisten

Tja, so sieht es aus, wenn man 5 Bücher-Bestenlisten mit je 100 Büchern filtert und aufschlüsselt.
Wie ihr seht, ist die Auswahl jeder Bestenliste extrem national geprägt, was vermutlich einfach natürlich ist. Vielleicht ist es naheliegend, dass man sich erst einmal nach AutorInnen im eigenen Land umsieht, bevor man einen Blick über die Grenze wagt. Trotzdem hätte ich nie damit gerechnet, dass es SO eindeutig ist.
Interessant fand ich, dass es in jeder Liste Ausreißer gibt. Ist euch beispielsweise aufgefallen, dass Kolumbien tatsächlich in drei Listen auftaucht? Na ja, ganz so erstaunlich ist das nicht, wenn man weiß, um welchen Autor es sich dabei handelt: Gabriel García Márquez. Es gibt einige Fälle wie diesen, in dem ein Land in mehreren Listen vertreten ist, aber nur mit einem einzelnen Autor oder – in seltenen Fällen – einer einzelnen Autorin. Chile? Was glaubt ihr, wie ich geguckt habe, als ich heraus fand, dass das die Heimat von Isabel Allende ist, die in den Top 100 des ZDF auftaucht? 😀 Wenn ihr euch die Weltkarte anseht, wird allerdings auch schnell deutlich, das diese Ausreißer doch arg begrenzt sind und lange nicht den ganzen Globus umspannen. Der afrikanische Kontinent ist völlig unterrepräsentiert, ebenso wie die gesamte arabische Welt. Das finde ich sehr schade, obwohl mich die Ausflüge nach Indien, Nigeria oder auch Ungarn ziemlich überrascht haben.

Von den fünf Bestenlisten ist die der ZEIT definitiv die speziellste. Wie ich schon im Beitrag zu diesen Top 100 schrieb, haben wir Deutschen zum Teil ein wirklich seltsames Verhältnis zur Literatur. Drei Titel ohne AutorIn (Das Nibelungenlied, Die Erzählungen aus tausendundein Nächten und die Bibel, wobei letztere auch beim ZDF auftaucht), drei Titel, deren Autoren aus dem antiken Griechenland stammen und drei Werke aus dem antiken römischen Reich. Zusätzlich sind auch ein paar mittelalterliche Bücher dabei, die in einer Zeit entstanden, in der es Deutschland noch gar nicht gab. Das war ein bisschen schwierig, aber letztendlich hat sich herausgestellt, dass alle Autoren in einem Gebiet lebten, das aus heutiger Sicht zu Deutschland gehörte, also habe ich sie kurzerhand zu den Deutschen gezählt. Was hätte ich auch sonst tun sollen?
Ähnlich war es mit dem antiken Griechenland und dem antiken römischen Reich. Letzteres war – wie ihr sicher alle wisst – riesig. Augustinus von Hippo („Bekenntnisse“) lebte in Numidien, eine Region, die heutzutage unter anderem Namen zu Algerien gehört.
Doch ich glaube, der schwierigste Fall war Homer. Man assoziiert ihn mit dem antiken Griechenland, aber eigentlich ist nicht sicher, ob es ihn überhaupt gab. Diejenigen, die daran glauben, dass es ihn gab, sind sich nicht einig, wann er gelebt hat. Es ist so gut wie nichts über ihn bekannt. Mir blieb keine andere Wahl, als ihn dem antiken Griechenland zuzuordnen, weil das zwar eine sehr allgemeine, aber immerhin die zuverlässigste Aussage ist, die ich treffen konnte. Ihr seht, die ZEIT hat RICHTIG tief in der Geschichte gewühlt. Dadurch entstand eine Zusammenstellung, die die wenigsten Übereinstimmungen mit allen anderen Bestenlisten aufweist. Die ZEIT ist der Grund, dass es kein Buch und keineN AutorIn gibt, der/die/das (*summ*) auf allen Listen auftaucht. Alle Welt ist scheinbar der Meinung, dass man „Der Herr der Ringe“ unbedingt gelesen haben muss (meine persönliche Meinung lassen wir mal außen vor *hust*), aber nein, für die ZEIT ist J.R.R. Tolkien nicht wertvoll genug. Stattdessen steht da ein Name drauf, den bislang niemand kannte, egal, wen ich fragte. Dafür brachte er aber wirklich alle zum Lachen. 😀 Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Wer ist das??? Selbstverständlich habe ich im Zuge meiner Recherchen den entsprechenden Wikipedia-Artikel gelesen, aber schlauer bin ich dadurch auch nicht. Ihr merkt es, die Bestenliste der ZEIT hat mich beschäftigt.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass die ZEIT offenbar komplett ignoriert hat, dass es außer Anna Seghers tatsächlich noch ein, zwei weitere Frauen gibt, die Bücher geschrieben haben. Doch damit sind sie im Prinzip ja nicht allein. Dieser Trend zieht sich durch jede unserer Listen: Frauen sind unterrepräsentiert. Ich gebe es zu, das macht mich sehr wütend. Egal, wie das Auswahlkriterium war, ob es nun der Club der weißen Männer der ZEIT war oder die Publikumswahl der BBC, generell scheinen Schriftstellerinnen weniger im Bewusstsein verankert zu sein als Schriftsteller. 357 AutorInnen, davon gerade mal 77 Frauen. Nicht mal ein Viertel. Das ist traurig, inakzeptabel und beschämend. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Vielleicht wird es in Zukunft bei mir Autorinnen-Portraits geben, denn irgendwie muss ich ja dazu beitragen, dass die weibliche schreibende Zunft präsenter wird. Es kommt natürlich auf die Schriftstellerin an, aber würde euch so etwas grundsätzlich interessieren?

So und damit sind wir auch schon am Ende der Auswertung angelangt, zumindest von meiner Seite. Ich bin überglücklich, dass ich diesen ausstehenden Punkt nun nach so langer Zeit endlich abhaken und mich dementsprechend auch wieder neuen Bestenlisten zuwenden kann. Es gibt da nämlich noch so einige. 😉
Vor allem interessiert es mich jetzt jedoch brennend, wie ihr über diese harten Fakten denkt. Was fällt euch positiv oder negativ auf? Welche Rückschlüsse zieht ihr daraus?
Erzählt mir, was in eurem Kopf herumspukt. Selbstverständlich bin ich auch gern bereit, euch Fragen zu beantworten, soweit es mir möglich ist. 🙂

Was haltet ihr von der Auswertung der Bestenlisten?

Ich freue mich sehr darauf, mit euch über die Bestenlisten zu diskutieren, weil wir das einfach viel zu lange schon nicht mehr getan haben. Jede Meinung, jedes Kommentar ist herzlich Willkommen und wie immer gilt: es gibt nichts, was nicht gesagt werden darf. 😉 Und jetzt:

Let’s talk about… die Auswertung der Bestenlisten!

 
6 Kommentare

Verfasst von - 30. Januar 2015 in Let's talk about...

 

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Let’s talk about… die Bestenliste des Time Magazine

Da draußen in der großen weiten Bücherwelt gibt es es eine Menge kluge Menschen, die immer mal wieder den Eindruck haben, es sei eine gute Idee, Bestenlisten zu veröffentlichen. Damit meine ich nicht die üblichen Bestseller-Listen, die in meinen Augen durchaus ihre Berechtigung haben. Seitdem ich Roberts Blog 101 Books folge, habe ich viel über Bestenlisten nachgedacht. Robert führt seinen Blog, um seine Fortschritte hinsichtlich des Abarbeitens der Bestenliste englisch-sprachlicher Bücher des Time Magazine zu dokumentieren. Ich finde, das ist ein äußerst hehres Ziel. Als ich mir die Liste das erste Mal angesehen habe, war ich doch überrascht, ein paar dieser Bücher bereits gelesen oder in meinem Regal stehen zu haben. Trotzdem enthält sie eine Menge Bücher, von denen ich noch nie vorher gehört habe oder die ich nie, nie, nie lesen werde.
Ich dachte mir, dass das ein großartiges Thema ist, über das ich furchtbar gern mit euch sprechen möchte. Falls euch das gefällt, werde ich euch in den kommenden Wochen verschiedene Bestenlisten vorstellen und euch zeigen, wie ich über die genannten Bücher denke. Im Anschluss möchte ich von euch wissen, was ihr davon haltet. Welche Bücher habt ihr gelesen, welche befinden sich in eurem Regal, welche auf eurer Wunschliste, welche interessieren euch nicht die Bohne?
Dafür habe ich extra eine neue Kategorie auf meinem Blog angelegt: „Let’s talk about…“. Ich denke, eine eigene Sektion, die ausschließlich für Diskussionsrunden gedacht ist, könnte eine echte Bereicherung für uns alle sein. 🙂

Wir beginnen heute mit der Liste der Top 100 englisch-sprachlicher Bücher des Time Magazine seit 1923. Robert hat dieser Liste selbst noch „Ulysses“ von James Joyce hinzugefügt. Das erscheint mir plausibel, daher habe ich es auch übernommen. Ihr findet in der Liste also nicht 100, sondern 101 Bücher. Ich habe es mir geklemmt, jedes Buch einzeln zu verlinken, denn mal ehrlich, 101 Links? 😀 Ich halte euch für so selbstständig, dass ihr sie auch sehr gut selbst bei Goodreads, amazon, Wikipedia oder wo auch immer findet. 😉
Ich habe mir ein paar Symbole ausgedacht, um euch meine Meinung kurz und bündig nahe zu bringen. Die Legende findet ihr hier:

Legende

 

Top 100 englisch-sprachlicher Bücher des Time Magazine seit 1923

Titel Autor Elli’s Info
The Adventures of Augie March (1953) Saul Bellow unbekannt
All the King’s Men (1946) Robert Penn Warren  unbekannt
American Pastoral (1997) Philip Roth  wunschliste 4
An American Tragedy (1925) Theodore Dreiser  unbekannt
Animal Farm (1946) George Orwell  vorgenommen
Appointment in Samarra (1934) John O’Hara  unbekannt
Are You There God? It’s Me, Margaret (1970) Judy Blume  schon mal gehört
The Assistant (1957) Bernard Malamud  unbekannt
At Swim-Two-Birds (1938) Flann O’ Brien  unbekannt
Atonement (2002) Ian McEwan  unbekannt
Beloved (1987) Toni Morrison  Regal
The Berlin Stories (1946) Christopher Isherwood  unbekannt
The Big Sleep (1939) Raymond Chandler  unbekannt
The Blind Assassin (2000) Margaret Atwood  vorgenommenvielleicht
Blood Meridian (1986) Cormac McCarthy  autor bekanntvielleicht
Brideshead Revisited (1946) Evelyn Waugh  unbekannt
The Bridge of San Luis Rey (1927) Thornton Wilder  unbekannt
Call it Sleep (1935) Henry Roth  unbekannt
Catch 22 (1961) Joseph Heller  wunschliste 4
The Catcher in the Rye (1951) J.D. Salinger  Regalgelesengefallen 2
A Clockwork Orange (1963) Anthony Burgess  Regal
The Confessions of Nat Turner (1967) William Styron  unbekannt
The Corrections (2001) Jonathan Franzen  autor bekannt
The Crying of Lot 49 (1966) Thomas Pynchon  autor bekannt
A Dance to the Music of Time (1951) Anthony Powell  unbekannt
The Day of the Locust (1939) Nathanael West  Regalgelesennicht gefallen
Death Comes for the Archbishop (1927) Willa Cather  schon mal gehört
A Death in the Family (1958) James Agee unbekannt
The Death of the Heart (1958) Elizabeth Bowen schon mal gehört  noch drüber nachdenken
Deliverance (1970) James Dickey  unbekannt
Dog Soldiers (1974) Robert Stone  unbekannt
Falconer (1977) John Cheever  unbekannt
The French Lieutenant’s Woman (1969) John Fowles schon mal gehört noch drüber nachdenken
The Golden Notebook (1962) Doris Lessing Regal noch abwarten
Go Tell it on the Mountain (1953) James Baldwin  autor bekannt
Gone With The Wind (1936) Margaret Mitchell  niemals
The Grapes of Wrath (1939) John Steinbeck  Regalgelesengefallen 2
Gravity’s Rainbow (1973) Thomas Pynchon  autor bekannt
The Great Gatsby (1925) F. Scott Fitzgerald  wunschliste 4
A Handful of Dust (1935) Evelyn Waugh  unbekannt
The Heart is a Lonely Hunter (1940) Carson McCullers  unbekannt
The Heart of the Matter (1948) Graham Greene  unbekannt
Herzog (1964) Saul Bellow  unbekannt
Housekeeping (1981) Marilynne Robinson  unbekannt
A House for Mr. Biswas (1962) V.S. Naipaul  unbekannt
I, Claudius (1934) Robert Graves  schon mal gehörtvielleicht
Infinite Jest (1996) David Foster Wallace schon mal gehört noch drüber nachdenken
Invisible Man (1952) Ralph Ellison  schon mal gehörtvielleicht
Light in August (1932) William Faulkner  autor bekanntvielleicht
The Lion, The Witch, and the Wardrobe (1950) C.S. Lewis  vorgenommennoch drüber nachdenken
Lolita (1955) Vladimir Nabokov  niemals
Lord of the Flies (1955) William Golding  vorgenommenvielleicht
The Lord of the Rings (1954) J.R.R. Tolkien  Regalgelesennicht gefallen
Loving (1945) Henry Green  unbekannt
Lucky Jim (1954) Kingsley Amis  unbekannt
The Man Who Loved Children (1940) Christina Stead  unbekannt
Midnight’s Children (1981) Salman Rushdie  autor bekannt
Money (1984) Martin Amis  unbekannt
The Moviegoer (1964) Walker Percy  unbekannt
Mrs. Dalloway (1925) Virginia Woolf  autor bekannt
Naked Lunch (1959) William Burroughs  unbekannt
Native Son (1940) Richard Wright  wunschliste 4
Neuromancer (1984) William Gibson  unbekannt
Never Let Me Go (2005) Kazuo Ishiguro  schon mal gehört
1984 (1948) George Orwell  wunschliste 4
On the Road (1957) Jack Kerouac  Regal
One Flew Over The Cuckoo’s Nest (1962) Ken Kesey schon mal gehört noch drüber nachdenken
The Painted Bird (1965) Jerzy Kosinski  unbekannt
Pale Fire (1962) Vladimir Nabokov  autor bekannt
A Passage to India (1924) E.M. Forster  schon mal gehört
Play It As It Lays (1970) Joan Didion  unbekannt
Portnoy’s Complaint (1969) Philip Roth  autor bekanntvielleicht
Possession (1990) A.S. Byatt  schon mal gehört
The Power and the Glory (1939) Graham Greene  autor bekannt
The Prime of Miss Jean Brodie (1961) Muriel Spark  unbekannt
Rabbit, Run (1960) John Updike  autor bekanntvielleicht
Ragtime (1975) E.L. Doctorow  autor bekannt
The Recognitions (1955) William Gaddis  unbekannt
Red Harvest (1929) Dashiell Hammett  unbekannt
Revolutionary Road (1961) Richard Yates  autor bekannt
The Sheltering Sky (1949) Paul Bowles  unbekannt
Slaughterhouse Five (1969) Kurt Vonnegut  Regalgelesengefallen 2
Snow Crash (1992) Neal Stephenson  unbekannt
The Sot-Weed Factor (1960) John Barth  unbekannt
The Sound and the Fury (1929) William Faulkner  vorgenommenvielleicht
The Sportswriter (1986) Richard Ford  unbekannt
The Spy Who Came In From The Cold (1964) John Le Carre  niemals
The Sun Also Rises (1926) Ernest Hemingway autor bekanntvielleicht
Their Eyes Were Watching God (1937) Zora Neale Hurston  wunschliste 4
Things Fall Apart (1959) Chinua Achebe unbekannt
To Kill A Mockingbird (1960) Harper Lee  wunschliste 4
To The Lighthouse (1927) Virginia Woolf  autor bekanntvielleicht
Tropic of Cancer (1934) Henry Miller  unbekannt
Ubik (1969) Philip K. Dick  unbekannt
Under the Net (1954) Iris Murdoch  unbekannt
Under the Volcano (1947) Malcom Lowry  unbekannt
Watchmen (1986) Alan Moore & Dave Gibbons  schon mal gehörtvielleicht
White Noise (1985) Don DeLillo  unbekannt
White Teeth (2000) Zadie Smith  unbekannt
Wide Sargasso Sea (1966) Jean Rhys  unbekannt
Ulysses (1922) James Joyce  Regalnoch abwarten

 

Nun seid ihr an der Reihe! Ich brenne darauf, zu erfahren, wie ihr über diese Bestenliste des Time Magazine denkt. Um die Diskussion ein bisschen in Gang zu bringen, habe ich mir ein paar Fragen für euch ausgedacht, die ihr beantworten könnt. Dabei ist euch natürlich frei gestellt, wie ihr das gestaltet, ob als Kommentar oder verlinkter Beitrag auf eurem eigenen Blog. Und selbstverständlich könnt ihr auch völlig andere Gedanken äußern!

  1. Welche dieser Bücher habt ihr bereits gelesen (in Deutsch oder Englisch)?
  2. Welche dieser Bücher möchtet ihr noch lesen?
  3. Welche dieser Bücher würdet ihr niemals auch nur mit der Kneifzange anfassen?
  4. Findet ihr, dass alle diese Bücher ihren Platz in der Bestenliste zu Recht haben?
  5. Von welchen der Bücher habt ihr noch nie etwas gehört?

Ich freue mich sehr auf eure Antworten, Kommentare und Gedanken! Und nun:

Let’s talk about… die Bestenliste des Time Magazine!

 
8 Kommentare

Verfasst von - 18. Juni 2014 in Let's talk about...

 

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