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Jahresrückblick 2020: Ein Buchjahr zwischen Pandemie, radikalen Veränderungen und Wertschätzung

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist ein weiteres Mal vollbracht, ein weiteres Mal habe ich das Kunststück bewerkstelligt: Mein Jahresrückblick 2020 ist innerhalb des ersten Monats des neuen Jahres online! Ich stelle fest, dass ich mittlerweile eine gewisse Routiniertheit entwickelt habe und mir die Zusammenstellung deutlich schneller und leichter gelingt. Obwohl ich für die Ausgabe 2020 ein paar Änderungen vorgenommen habe, weiß ich, worauf es ankommt und halte mich nicht mehr ewig an Kleinigkeiten auf. Dank dieser Vertrautheit mit dem Prozess können wir heute gemeinsam auf meine vergangenen 12 Monate literarisch zurückblicken – wie gewohnt umfangreich, detailliert und gespickt mit Zahlen.

Um mein Lesejahr 2020 angemessen zu resümieren, habe ich die zweigeteilte Struktur, die sich in den letzten Jahren bewährt hat, beibehalten. Der erste Part befasst sich mit den reinen Fakten meines Leseverhaltens. Alle Aspekte, die sich in Zahlen wiedergeben lassen, habe ich statistisch ausgewertet, in Diagramme verwandelt und daraus Infografiken erstellt. Dafür habe ich dieses Jahr zum ersten Mal wirklich mit Excel gearbeitet (statt mit handschriftlichen Notizen und einem Taschenrechner) und habe darüber hinaus nur sehr begrenzt auf Piktochart zurückgegriffen. Die Online-Software zur Kreation von Infografiken hat mir in den vergangenen Jahren gute Dienste geleistet, aber mittlerweile sind die grafischen Darstellungsoptionen für mich zu eingeschränkt. Stattdessen habe ich die meisten Grafiken frei Hand mithilfe eines Grafikprogramms und die Diagramme mithilfe von Word entworfen. Ich bin ziemlich stolz darauf, wie weit sich meine grafischen Fähigkeiten verbessert haben, sodass ich die hilfreiche Krücke, die Piktochart lange Zeit darstellte, nun nicht mehr brauche.

Dieses Jahr habe ich Infografiken zu acht verschiedenen Kategorien erstellt, nach denen ich mein Leseverhalten analysiert habe. Ich werde euch jede Folie einzeln präsentieren und anschließend eine Einordnung vornehmen, um herauszufinden, wie sich diese Zahlen in meine bisherige Lesekarriere einreihen. Ich werde kommentieren, interpretieren und bewerten, damit ihr genau versteht, was diese Statistiken für mich konkret bedeuten. Falls ihr Schwierigkeiten habt, die Schrift zu lesen, könnt ihr jede Folie anklicken, dann öffnet sie sich größer in einem neuen Tab. Wie bereits angedeutet, gibt es dieses Jahr jedoch ein paar Veränderungen, die die Kategorien betreffen und mir notwendig erschienen.

Ich habe auf die Auswertung meiner Rezensionsquote verzichtet, weil ich denke, dass dieser Prozentsatz 2020 nicht realistisch widerspiegelt. Ich weiß, dass ich vom vergangenen Jahr noch einen riesigen Stapel ausstehender Rezensionen abzuarbeiten habe, weil ich das Frühjahr fast ausschließlich mit meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ verbrachte. In der Rezensionsquote wären diese Beiträge und die viele Arbeit, die ich dafür aufgewendet habe, nicht abgebildet, deshalb empfinde ich sie für 2020 als nicht aussagekräftig. Vielleicht wird es diese Auswertung für 2021 wieder geben, das weiß ich noch nicht, aber in diesem Jahr schenken wir uns diese Zahl, die ohnehin recht deprimierend ausfallen würde.

Die Kategorie „Sprachenverteilung“, die in der Vergangenheit analysierte, wie viele Bücher ich in englischer und deutscher Sprache gelesen habe, habe ich komplett gestrichen. Ich halte sie für überflüssig, da ich seit einigen Jahren grundsätzlich alle Bücher, die im Original in Englisch erscheinen, auch im Original lese. Es erscheint mir nicht mehr wichtig, wie hoch der Anteil englischer und deutscher Werke nun ist, denn das sagt nichts mehr über mich aus. Mein Englisch hat sich so weit entwickelt, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, ob ich ein Buch lieber übersetzt in meiner Muttersprache lesen sollte. Ebenso habe ich die merkwürdige Annahme, es gäbe eine Konkurrenz zwischen deutschen und englischen Büchern, endlich vollständig abgelegt. Ich behandle sie gleichwertig und habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich häufiger zu englischen Büchern greife. Ich lebe vollkommene literarische Zweisprachigkeit und bin damit sehr zufrieden – es besteht kein Grund mehr, diese Harmonie zu untersuchen.

Außerdem habe ich wie angekündigt die Kategorie „Autor_innen“ neu aufgezogen. Bisher habe ich hierfür stets das Verhältnis von Autoren zu Autorinnen in meiner Lektüreauswahl analysiert, aber diese binäre Einteilung ist meiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß. Erstens zeichnet sich bei mir seit Jahren der Trend ab, dass ich überwiegend zu Büchern greife, auf deren Covern ein männlicher Name prangt. Zweitens finde ich, dass die traditionelle Geschlechtereinteilung nach Männern und Frauen heutzutage gefährlich exkludierend ist. Das Risiko, jemanden zu verletzen, weil ich dieser Person beiläufig eine Binarität aufzwinge, der sie sich selbst vielleicht nicht zugehörig fühlt, ist mir einfach zu groß. Offenheit und Toleranz, immer und überall, im Großen wie im Kleinen.

Nach diesem Ausflug in das aufregende, exotische Land statistischer Zahlen gehen wir zum gemütlichen Teil über. Im zweiten Part des Jahresrückblicks lasse ich 2020 emotional an mir vorüberziehen und beantworte 30 Fragen, die Martina Bookaholics bis 2016 als Formular auf ihrem Blog anbot. Sie selbst verzichtet seit einigen Jahren auf diese kleine Tradition, aber da ich finde, dass die Fragen eine ideale Möglichkeit sind, mein Buchjahr unter emotionalen Aspekten zu resümieren, erhalte ich sie hier am Leben und werde mich ihnen auch für 2020 erneut stellen!

Seid ihr bereit, noch einmal in das seltsame Jahr 2020 abzutauchen? Dann macht es euch bequem, folgt mir in die gar nicht so lang zurückliegende Vergangenheit und lasst euch erzählen, wie 2020 für mich literarisch war!

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Verfasst von - 19. Januar 2021 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Sebastian Fitzek – Splitter

Sebastian Fitzeks Romane nehmen ihren Anfang oft mit der Frage „Was wäre, wenn…?“. „Splitter“ entstand, weil er sich fragte, was wäre, wenn wir unsere negativen Erinnerungen aus unserem Gedächtnis löschen könnten. Diese Idee ist gar nicht so futuristisch, denn in den letzten 10, 15 Jahren verzeichnete die neurologische Forschung erstaunliche Fortschritte. Ein Team am MIT entdeckte, dass sich Erlebnisse tiefer ins Nervengewebe des Hirns einbrennen, je traumatischer und schmerzhafter sie sind, weshalb angenommen wird, dass diese besonders starken Verbindungen irgendwann gezielt mit einem pharmakologischen Wirkstoff aufgelöst werden können. Substanzen, die eine vollständige Amnesie auslösen, gibt es bereits. Das Thema ist wirklich spannend; ich verstehe, dass Fitzek daraus einen Thriller konzipierte, obwohl in „Splitter“ natürlich so einiges schiefläuft…

Eine einzige Sekunde zerstörte Marc Lucas‘ Leben. Eine einzige Sekunde, in der der Reifen platze und Marc das Auto frontal gegen einen Baum lenkte. Er erwachte im Krankenhaus – verletzt, aber am Leben. Seine schwangere Frau Sandra und ihr ungeborenes Kind überlebten den Unfall nicht. Sechs Wochen sind seither vergangen. Unter normalen Umständen würde Marc nie in das Auto eines Fremden steigen. Unglücklicherweise ist Normalität ein Luxus, auf den er keinen Anspruch mehr hat. Der Fremde stellt sich als Professor Bleibtreu vor, der experimentelle Forschung zum menschlichen Gedächtnis betreibt. Der Professor unterbreitet ihm einen verlockenden Vorschlag: Er bietet Marc an, ihn von den traumatischen Erinnerungen an den Unfall zu erlösen. Trotz anfänglicher Skepsis kann Marc der Aussicht auf Vergessen nicht widerstehen und willigt ein. Doch statt eines Neustarts erlebt Marc verstörende Episoden, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Verwirrende, schmerzhafte Bilder verfolgen ihn, bis er nicht mehr weiß, was echt und was eingebildet ist. Wird er verrückt – oder versucht sein Gedächtnis, ihm die Wahrheit zu zeigen?

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Verfasst von - 26. November 2020 in Rezension, Thriller

 

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Thomas Finn – Aquarius

Es ist kein Zufall, dass viele der Mystery-Thriller von Thomas Finn in Deutschland spielen und deutsche oder europäische Sagen und Legenden thematisieren. Der nahe Chicago geborene Autor findet es langweilig, dass unheimliche Geschichten oft die USA als Schauplatz nutzen, obwohl wir uns hierzulande eines reichen Schatzes düsterer Mythen rühmen können. Deshalb bemüht er sich immer, seine Romane in Deutschland zu verorten und greift erst auf andere Länder zurück, wenn das nicht möglich ist. Sein Thriller „Aquarius“ ist in Nordfriesland angesiedelt und verbindet die in Süddeutschland und Frankreich populäre Melusinensage und das darin enthaltene Motiv der Mahrtenehe mit der Legende des in der zweiten Marcellusflut (1362) untergegangenen Rungholt.

Die See ist eine wankelmütige Maid. Niemand weiß das besser als Jens Ahrens, Berufstaucher. Als eine Seemine ihn beinahe das Leben kostet, verdankt er es nur der Willkür des Meeres, dass er den schrecklichen Unfall überlebt. Leider erhält er keine Gelegenheit, sich über sein Glück zu freuen, denn sobald er aus der Ohnmacht erwacht, muss er feststellen, dass er entführt wurde. Wie durch ein Wunder gelingt es ihm, zu fliehen und Hilfe in dem nordfriesischen Küstenstädtchen Egirsholm zu finden. Egirsholm ist ein malerischer Ort mit einer bewegten Vergangenheit, doch der Schein trügt. Seltsame Todesfälle stören die Idylle. Menschen ertrinken unter rätselhaften Umständen, ohne sich in der Nähe von Wasser aufzuhalten. Die Egirsholmer flüstern von einer uralten Legende, von Meerjungfrauen und einer Stadt, die einst von der See verschlungen wurde. Gemeinsam mit der Polizistin Meike Ehlers versucht Jens herauszufinden, was wirklich vor sich geht. Besteht eine Verbindung zwischen den Toten und seiner Entführung? Enthalten die Gerüchte einen Funken Wahrheit – ist die See nicht nur wankelmütig, sondern auch blutrünstig?

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Verfasst von - 12. November 2020 in Mystery, Rezension, Thriller

 

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Paula Hawkins – The Girl on the Train

Paula Hawkins suchte lange, bis sie ihre literarische Stimme fand. Sie arbeitete 15 Jahre als Wirtschaftsjournalistin, bevor sie begann, ihre schriftstellerische Karriere zu verfolgen und startete dann keineswegs sofort als Thriller-Autorin durch. Nein, ihre ersten vier Romane unter dem Pseudonym Amy Silver zählen zur Chic-Lit. „The Girl on the Train“ war ihr Versuch, zum ersten Mal als sie selbst zu schreiben, als Paula Hawkins. Es ist das Buch, das sie weltberühmt machte und dessen immenser internationaler Erfolg – übersetzt in 35 Sprachen, über 20 Wochen auf dem ersten Platz der britischen Bestsellerliste und 2016 von DreamsWorks verfilmt – die Bezeichnung „Phänomen“ definitiv rechtfertigt.

Rachel Watson ist ein Wrack. Wochentags pendelt sie mit dem Zug um 08:04 Uhr nach London und 17:56 Uhr wieder zurück, obwohl sie längst arbeitslos ist. Auf dem Heimweg trinkt sie normalerweise. Jedes Mal fährt sie an dem hübschen, gepflegten Vorort vorbei, in dem sie selbst vor nicht allzu langer Zeit lebte, an dem Haus, in dem ihr Ex-Mann Tom mit seiner neuen Frau Anna und ihrem Baby wohnt. Aus dem Zugfenster heraus schaut sie Nachbar_innen zu, die eigentlich ihre sein sollten und malt sich ihre Leben aus. Ein junges, vitales Paar hat es ihr besonders angetan. Sie kennt ihre Namen nicht. Sie nennt sie Jess und Jason. Doch eines Tages beobachtet Rachel etwas, das ihr Bild der beiden zutiefst erschüttert. Wenig später wird Megan Hipwell – Jess – als vermisst gemeldet und Rachel wird das Gefühl nicht los, dass ihr Verschwinden mit diesem winzigen, schockierenden Moment zusammenhängt. Impulsiv beschließt sie, nicht länger nur eine Beobachterin zu sein – aber wird man ihr glauben? Ihr, der Frau aus dem Zug?

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Verfasst von - 10. November 2020 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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Welttag des Buches 2020: Spiel und Spaß mit Mord und Totschlag

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist wieder mal soweit. Der für alle Bücherwürmer wichtigste Feiertag jährt sich. Es ist Welttag des Buches! 😀 Auch für mich ist das natürlich ein Grund zum Feiern. Obwohl die Optionen aktuell ja eher begrenzt sind, sollte das für diesen Festtag kaum eine Rolle spielen, denn die beste Art und Weise, ihn zu zelebrieren, ist meiner Meinung nach immer noch, ein Buch hervorzuholen, es sich bequem zu machen und einfach stundenlang zu lesen. Ich hoffe, ihr habt alle die Gelegenheit und Möglichkeit dazu und winke euch von hinter meiner Lektüre solidarisch zu!

Traditionell ist der Welttag des Buches für Buchblogger_innen der ideale Anlass, ein Gewinnspiel zu veranstalten. In der Vergangenheit habe ich mich an diesem Brauch ebenfalls beteiligt, habe in den letzten Jahren jedoch mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass Materielles dadurch zu sehr im Fokus steht. Es geht schließlich nicht darum, neue Bücher oder Gutscheine abzustauben, sondern das schönste Hobby der Welt wertzuschätzen und dankbar zu sein, dass wir hier in einem der reichsten Länder der Welt permanent Zugang zu Literatur haben.

Trotzdem waren mir die popeligen Grüße des letzten Jahres dann doch etwas zu wenig, also habe ich tatsächlich monatelange überlegt, was ich machen könnte, um diesen Tag gebührend zu begehen und in den Austausch mit euch zu treten. Ich berichte stolz, dass mir ein Leckerchen für euch eingefallen ist, dass uns allen viel Spaß bereiten sollte. 😉

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Beatrix Gurian – Stigmata: Nichts bleibt verborgen

Der Jugendthriller „Stigmata: Nichts bleibt verborgen“ ist ein Projekt der deutschen Autorin Beatrix Gurian, das sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Erol Gurian realisierte. In dem Roman spielen alte Fotos eine entscheidende Rolle. Bevor das Buch erschien, entwickelte sich in einem Gespräch zwischen der Schriftstellerin und ihrer Agentin die Idee, diese Fotos tatsächlich abzubilden. Glücklicherweise ist ihr Mann hauptberuflich Fotograf und war sofort bereit, seinen kreativen Beitrag zu leisten. Die Motive ergaben sich aus der Geschichte, an einigen Stellen passte Beatrix Gurian diese jedoch den Ergebnissen ihres Shootings an. Auf diese Weise entstand ein einzigartiges Gesamtwerk, in dem die Fotos von Erol Gurian mehr als Illustrationen sind.

Emmas letzte Worte an ihre Mutter waren hässlich. Leider kann sie sie nicht zurücknehmen, denn ihre Mutter verunglückte bei einem Autounfall. Seit zwei Wochen verbarrikadiert sich Emma in ihrer Wohnung, zerfressen von Schuld und Kummer. Das penetrante Klingeln an der Tür ignoriert sie. Als das Läuten endlich aufhört, liegt auf ihrer Schwelle ein Päckchen. Es enthält ein altmodisches Fotoalbum, aus dem alle Fotos entfernt wurden. Bis auf eines. Auf der letzten Seite klebt eine Fotografie, die ihre Mutter als Kleinkind zeigt. Darunter steht in Druckbuchstaben „Wenn du wissen willst, wer die Mörder deiner Mutter sind, meldest du dich an“. Ein beigelegtes Prospekt führt Emma zu einem elitären Jugendcamp in einem alten Schloss. Was hat das mit dem Tod ihrer Mutter zu tun? Wieso behauptet der unbekannte Absender, sie sei ermordet worden? Fest entschlossen, dem Rätsel auf den Grund zu gehen, meldet sich Emma für das Camp an und erreicht wenige Wochen später das mysteriöse Schloss. Doch die Geheimnisse ihrer Mutter sind tief vergraben und schon bald gerät Emma selbst in tödliche Gefahr…

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Verfasst von - 17. März 2020 in Rezension, Thriller, Young Adult

 

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Montagsfrage: Ausgelutschte Klischees?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Psst. Heute muss ich die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise von Arbeit aus beantworten. Es ist einer der seltenen Montage, an denen ich Frühschicht habe und als die Frage online ging, musste ich bereits los. Es sollte verboten werden, zum Wochenstart so widerlich früh aufstehen zu müssen. Ich hoffe, dass ich den Tag einigermaßen unbeschadet überstehe, denn mir liegen diese zeitigen Schichten absolut nicht. Ich war schon immer eher eine Eule. Trotzdem habe ich heute auch gute Nachrichten zu verkünden: die Rezension zu „A Wayward Angel“ ist endlich fertig und für morgen geplant! Sie ist tatsächlich eine der umfangreichsten Besprechungen, die ich je geschrieben habe, aber ich hatte einfach äußerst viel zu sagen und wollte euch keinen meiner Gedanken vorenthalten. Hin und wieder darf ich eskalieren. 😉 Jetzt wollen wir aber erst mal sehen, was Antonia diese Woche von uns wissen möchte.

Welche Klischees haben für euch wirklich ausgedient?

Ich stimme Antonia zu, in der Jugendliteratur sind Klischees äußerst weit verbreitet. Allein das berühmt-berüchtigte Liebesdreieck ist ja mittlerweile ein Klischee, das wohl zuletzt zu Shakespeares Zeiten originell war. Vielleicht liegt es daran, dass die junge Zielgruppe diese sich wiederholenden Elemente besonders wertschätzt. Vielleicht an der mangelnden Erfahrung, denn man schnallt ja erst durch eine gewisse Vertrautheit mit dem Genre, dass dessen Geschichten häufig nach Schema F gestrickt sind. Vielleser_innen wie wir, denen das früh auffällt, weil wir Literatur in überdurchschnittlichem Ausmaß konsumieren, sind immer noch die Ausnahme.

Da ich aber schon in meinen Rezensionen auf der mangelden Originalität der Jugendliteratur herumhacke und das vermutlich auch weiterhin tun werde, habe ich mir für heute ein anderes Opfer herausgepickt: Kriminalthriller. In diesem Genre führte der übermäßige Einsatz eines bestimmten Klischees tatsächlich dazu, dass ich es nur noch selten lese und sehr genau darauf achte, was mir Klappentexte zwischen den Zeilen über die inhaltlichen Strukturen verraten. Ich habe nämlich absolut keine Lust mehr auf Workaholic-Ermittler_innen. Ihr kennt sie bestimmt, die Polizist_innen, Patholog_innen, Profiler_innen, Staatsanwält_innen, etc. die folgendes Charakterprofil aufweisen: obsessiv überarbeitet, sozial isoliert, suchtgefährdet, emotional traumatisiert, reizbar, kaum teamfähig, einsam, verbittert, zynisch. Gerade durch diese Eigenschaften ist er oder sie die einzige Person, die sich wirklich in den/die Mörder_in hineinversetzen kann (oft haben sie auch eine gemeinsame Vergangenheit) und ist dadurch letztendlich befähigt, das Katz und Maus – Spiel zu beenden. Es sind vorgebliche Antiheld_innen, deren heroischer Status nie wirklich in Frage gestellt wird.

Mich nervt das tierisch, weil dieses charakterliche Profil zu den immer selben, berechenbaren Szenen führt. Kriege ich beim Lesen eines Klappentextes das Gefühl, dass die Hauptfigur diesem Stereotyp entspricht, weiß ich bereits, dass es sicherlich eine, mehrere oder gleich alle dieser Situationen geben wird:

Option A: Der/die Ermittler_in verbringt eine heiße Nacht mit einem Kollegen oder einer Kollegin. Am nächsten Morgen ist das beiden furchtbar unangenehm, während der/die Kolleg_in allerdings gern versuchen würde, eine tiefere Beziehung aufzubauen, schreckt unsere zynische, verbitterte Hauptfigur davor zurück, weil er/sie basierend auf schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit Vertrauensschwierigkeiten hat.

Option B: Der/die Ermittler_in ist beruflich extrem talentiert und könnte ebenso erfolgreich sein, wäre da nicht das Problem mit der Autorität. Deshalb wurde er/sie nie befördert, hat keine_n Partner_in und eckt immer wieder an. Den aktuellen Fall nimmt er/sie persönlich und verhält sich daher ungesund obsessiv. Im Laufe der Ermittlung überschreitet er/sie Grenzen, wird beurlaubt oder suspendiert, arbeitet aber heimlich trotzdem weiter am Fall.

Option C: Es stellt sich im Laufe der Ermittlungen heraus, dass der/die Täter_in ein Geist aus der Vergangenheit des/der Ermittler_in ist. Höchstwahrscheinlich zielen die Mordfälle ausschließlich darauf ab, seine/ihre Aufmerksamkeit zu wecken, ihm/ihr Angst zu machen und daran zu erinnern, was sie gemeinsam erlebten.

Option D: Der/die Ermittler_in zeigt mehr Feingefühl für die Toten als für die Lebenden. Er/Sie ist oft eklig zu Kolleg_innen und den Menschen in seinem oder ihrem Umfeld, für die Opfer des/der gesuchten Mörder_in hingegen empfindet er/sie großes Mitgefühl und möchte ihnen unbedingt Gerechtigkeit verschaffen.

Option E: Der/die Ermittler_in lebt allein in einer kleinen, spartanisch und unpersönlich eingerichteten Wohnung. Wir sehen ihn/sie dort entweder zwischen leeren Alkoholflaschen oder leeren Tablettenpackungen aufwachen, um sofort zu verstehen, dass er/sie sozial völlig versagt.

Option F: Das große Finale der Geschichte ist der Showdown zwischen Ermittler_in und Mörder_in. Dabei handelt es sich um eine sehr exklusive Veranstaltung, an der nur die beiden und höchstens ein Opfer teilnehmen dürfen. Verstärkung gibt es für den/die Ermittler_in nicht, weil das entweder a) zu lange dauert oder b) der/die Mörder_in droht, das Opfer abzumurksen oder c) niemand erreichbar ist oder d) der/die Ermittler_in die potentielle Unterstützung ohnehin für nutzlose Stümper_innen hält.

Mir würden sicher noch mehr Szenen einfallen, aber ich denke, anhand dieser Beispiele erhaltet ihr einen recht zuverlässigen Eindruck davon, was ich meine. Es hängt mir zum Hals raus. Ich kann für solche Figuren einfach keine Sympathie mehr entwickeln. Eine Parade von Sozialversager_innen drückt sich in meinem Bücherregal herum. Egal, wie motiviert, begründet und gerechtfertigt die Traumata dieser Ermittler_innen sind, es gibt zu viele von ihnen, weil sich zu viele Autor_innen auf diesem Klischee ausruhen, das nur der billige Ersatz einer sorgfältigen Charakterkonstruktion ist.

Welches Klischee hängt euch so richtig zum Hals raus?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jahresrückblick 2019: Zahlen, Diagramme und ein bisschen Sentimentalität

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich kann es kaum glauben. Mein Jahresrückblick 2019 ist tatsächlich innerhalb der ersten zwei Wochen des Jahres 2020 fertig geworden! Ich finde, das verdient einen Tusch! Es hat sich ausgezahlt, dass ich dieses Mal sehr diszipliniert war und bereits zum Jahresende angefangen habe, mein Resümee zusammenzustellen. Übrigens, laut Duden ist ein Resümee eine „knappe Inhaltsangabe“ oder „kurze Zusammenfassung“. Nun, das ist hier nicht der Fall. Mit „kurz und knapp“ kann ich nicht dienen – wie auch, schließlich soll dieser Rückblick 12 volle Lesemonate statistisch und emotional Revue passieren lassen.

Wie immer habe ich eine zweigeteilte Struktur gewählt, um euch die verschiedenen Facetten meines vergangenen Lesejahrs zu präsentieren. Im ersten Part werden wir 2019 statistisch aufarbeiten und anhand der Fakten ein objektives Fazit ziehen. Dafür habe ich bei Piktochart Infografiken erstellt, die euch mithilfe von Zahlen und Diagrammen einen transparenten Überblick verschaffen. Ich werde jede Kategorie einzeln kommentieren und interpretieren, damit ihr das nötige Kontextwissen erhaltet, um zu verstehen, wie die Statistiken einzuordnen sind. Ich möchte mich im Voraus dafür entschuldigen, dass die Legenden der Diagramme nicht mehr so gut zu lesen sind; das liegt einfach daran, dass Piktochart die Aufmachung veränderte und ich die Schriftgröße leider nicht beeinflussen kann. Ich bemühe mich, Zahlen und Prozentangaben in meinen Diskussionsabschnitten zu erwähnen, damit ihr diese trotzdem kennenlernt. Außerdem werde ich natürlich den Bezug zu den vergangenen Jahren herstellen, denn die entscheidende Frage, die es zu beantwortet gilt, lautet: Wie entwickelt sich mein Leseverhalten?

Im anschließenden zweiten Part machen wir es uns bequem, lehnen uns zurück und lassen 2019 emotional Revue passieren, Popcorn, Chips und Erfrischungen inklusive. Dafür werde ich 30 Fragen beantworten, die ursprünglich von Martina Bookaholics stammen. Seit einigen Jahren bietet sie das Formular nicht mehr auf ihrer Website an, deshalb habe ich auf die alte, bewährte Version von 2016 zurückgegriffen und meinen Header, den ich letztes Jahr erstellt habe, aktualisiert. Ich lade euch in die Kommandozentrale meines Bücherhirns ein; in dem kleinen Büro in einem Nebenraum meines Lektürearchivs wird es für uns alle vermutlich reichlich eng, aber ich habe Kissen und Decken ausgelegt, damit ihr es euch gemütlich machen könnt!

Habt ihr Lust auf einen ausführlichen Ausflug in die jüngste Vergangenheit? Dann klemmt euch die Sepiabrille auf die Nase, lasst euch von einem sentimentalen Harfenthema in die richtige Stimmung bringen und schon starten wir mit meinem Jahresrückblick 2019!

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Verfasst von - 14. Januar 2020 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Können Genrewechsel funktionieren?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe fantastische Nachrichten. Mein Jahresrückblick 2019 ist fertig! Konfetti und Sekt bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihn so zügig zusammenstellen konnte und freue mich darauf, ihn euch gleich morgen zu präsentieren. Das bedeutet, jetzt kann das Jahr 2020 richtig losgehen. Na ja, fast. Da sind ja noch ein paar übriggebliebene Rezensionen aus 2019, die abgearbeitet werden wollen. Aber nachdem ich doch recht lange mit Statistiken und Diagrammen zu Werke war, kann ich es kaum erwarten, endlich wieder eine Besprechung zu schreiben und das sind ja eigentlich recht gute Voraussetzungen, oder nicht? Ich strenge mich an, zur nächsten Woche wieder das normale Programm hier auf dem Blog fahren und euch die üblichen zwei Rezensionen pro Woche bieten zu können. Auf in den Alltag! 😀
Zum normalen Blogprogramm gehört selbstverständlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, der ich mich heute widme!

Können Autor_innen in mehreren Genres brillieren?

Als ich die Frage zuerst las, dachte ich ohne zu zögern und im Brustton der Überzeugung: „Ja, klar, selbstverständlich können sie das!“ Der nächste Gedanke lautete „Okay. Beispiele?“ und schon begannen meine Schwierigkeiten. Mir fielen einige Autor_innen ein, die den großen Genrewechsel wagten. J.K. Rowling, die Antonia ebenfalls nennt, war eine der ersten, die sich meldeten. Seit 2012 veröffentlicht die Mutter unseres liebsten Zauberlehrlings Krimis, teilweise unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith. Antonia hat natürlich Recht, dass auch die „Harry Potter“-Romane eine kriminalistische Ebene aufweisen und dieser Schritt für Rowling daher vermutlich naheliegend war; den Wechsel von Jugendliteratur zu erwachsener Literatur kann ihr hingegen niemand absprechen. Unglücklicherweise kann ich nicht beurteilen, ob sie in dieser Sparte ebenso brilliert. Ich habe bisher keinen ihrer Krimis gelesen und ich habe es auch nicht vor. Meine Beziehung zu Krimis ist kompliziert und ich möchte meine Einstellung zu J.K. Rowling, die durch diverse unschöne Äußerungen in den Medien ohnehin harte Schläge einstecken musste, nicht zusätzlich belasten, indem ich sie in einem Genre kennenlerne, das mich nur in Ausnahmefällen begeistert. Rein wirtschaftlich hatten ihre Krimis nicht denselben Erfolg wie HP – doch da es sich dabei um eine Messlatte von astronomischer Höhe handelt, sehe ich die Gültigkeit dieses Arguments ziemlich kritisch. Kurz: ich weiß nicht, ob Rowling in ihren Krimis brilliert.

Die nächste, der ich meine Aufmerksamkeit widmete, ist Marie Lu. Lu gelang der Durchbruch mit ihrer dystopischen Jugend-Trilogie „Legend“, die mich nach einem etwas schwachen Start sehr gut unterhielt. Als bekannt wurde, dass sie einen Genrewechsel von Science-Fiction zur Königsdisziplin der High Fantasy riskieren würde, war ich extrem neugierig und freute mich auf die Trilogie „The Young Elites“. Leider kann ich nicht behaupten, dass ihr dieser Wandel gut gelang. In der Rezension zum Finale „The Midnight Star“ fragte ich mich, ob sie für die High Fantasy vielleicht noch nicht bereit war, weil mich ihr Worldbuilding nicht überzeugte. Damit kann Marie Lu also nicht als positives Beispiel dienen.

Ein weiterer Autor, der mir einfiel, ist Markus Heitz. In Heitz‘ Bibliografie finden sich zahlreiche Genres, er hat viele Kategorien ausgetestet und mal den großen Zeh ins Wasser gehalten: High Fantasy, Urban Fantasy, Historische Fiktion, Thriller, Horror, Dystopien. Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass er ein Fan vom Crossgenre ist. Seine Thriller weisen häufig paranormale Elemente auf und in seinen Fantasy-Romanen finden sich Thriller-Elemente. Neben der High Fantasy, die er meist klassisch und traditionell angeht, fällt mir lediglich ein Vertreter ein, der einem einzigen Genre zugeordnet werden kann: der Thriller „Totenblick“. Das heißt, sein Schaffen lebt hauptsächlich von Überschneidungen; von revolutionären Experimenten kann ich nicht sprechen. Dennoch sind seine Genre-Mixe normalerweise durchaus glaubwürdig und unterhaltsam. Ich würde ihn als halbes Positivbeispiel gelten lassen.

Robert E. Howard wäre für die heutige Frage ein passender Fall, weil seine Kurzgeschichten in vielen verschiedenen Genres verortet sind. Dummerweise habe ich bisher nur seine Conan-Geschichten gelesen und vermute, dass es problematisch wird, seine anderen Werke zu beschaffen, weil es jahrzehntelang Streitigkeiten um sein Vermächtnis gab und ich noch nicht weiß, ob es heutzutage überhaupt Sammlungen seiner übrigen Geschichten zu kaufen gibt. Auch hier kann ich daher kein Urteil abgeben.

Zu David Safier, den Antonia ebenfalls nennt, kann ich mich nicht äußern. Ich habe Safier noch nicht gelesen, obwohl sein hochgelobter Roman „28 Tage lang“ in meinem Regal auf seinen großen Auftritt wartet. Ich bezweifle jedoch, dass ich jemals den Vergleich zu seiner humoristischer Literatur ziehen können werde, weil ich mit lustigen Büchern selten etwas anfangen kann.
Meinen Anteil der Stücke Shakespeares habe ich natürlich gelesen, sowohl Komödien als auch Tragödien, aber irgendwie empfinde ich seine Vielfalt nicht als Genrewechsel. Ich muss gestehen, ich kenne mich mit der Theorie des Theaters nicht gut aus, deshalb agiere ich in seinem Fall lediglich auf einer intuitiven Basis, doch ich glaube mich zu erinnern, dass Komödie und Tragödie verwandt sind und lediglich geringe strukturelle Unterschiede aufweisen (die dafür allerdings gewaltige Auswirkungen haben). Grundsätzlich finde ich es schwierig, Bühnenstücke mit Prosa zu vergleichen, weil sie komplett anderen Regeln folgen.

All diese Überlegungen zwingen mich, meine ursprüngliche Einschätzung ein wenig zu korrigieren. Ich kann nicht mit völliger Sicherheit schlussfolgern, dass Autor_innen in verschiedenen Genres gleichermaßen brillieren können. Mir fehlt einfach die Erfahrung für ein Fazit. Also formuliere ich meinen ersten Gedanken um: „Ja, wahrscheinlich können sie das“. Ich glaube nicht, dass Genrewechsel immer zum Scheitern verurteilt sind oder immer gelingen. Vermutlich kommt es stets auf den Autor oder die Autorin an. Talent ist und bleibt Talent, unabhängig vom Genre. Dennoch denke ich, dass nicht alle Autor_innen ihr Talent in jedem Genre unter Beweis stellen können. Ich glaube, dass einige unter ihnen die speziellen Rahmenbedingungen ihres Heimatgenres brauchen, um sich entfalten zu können. Man denke nur an all die Krimi- bzw. Thriller-Autor_innen, die selbst eine berufliche Vergangenheit in der Strafverfolgung haben. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es eine gute Idee wäre, würde es sich Jilliane Hoffman in den Kopf setzen, einen High Fantasy – Roman zu schreiben. Ebenso wenig sehe ich Steven Erikson einen Liebesroman verfassen. Suchen sich Schriftsteller_innen hingegen neue Genres aus, die ihnen gleichermaßen liegen, kann der Wechsel ohne Weiteres funktionieren.

Wie schätzt ihr Genrewechsel von Autor_innen ein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen furiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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[Lieber Literaturnobelpreis, wir müssen reden] Kapitel 5: Ein Plädoyer für die Abschaffung des Literaturnobelpreises

Ein Plädoyer für die Abschaffung des Literaturnobelpreises

Heute präsentiere ich euch den letzten Beitrag zur Thematik des Literaturnobelpreises. Halleluja, ein Ende ist in Sicht! Ich hoffe, ihr seid bereit für das große Finale, denn obwohl auch ich froh bin, wenn ich mich erneut dem normalen Blogalltag widmen und endlich wieder eine Rezension schreiben kann (Ich vermisse das wirklich!), ist dieser Post für mich ohne Zweifel der wichtigste der ganzen Serie. Heute resümiere ich all die Fakten, die wir in den letzten vier Tagen zusammengetragen haben und stelle euch anhand der Argumente, die sich aus den einzelnen Beiträgen für mich ergaben, mein Fazit vor. Ich werde euch erklären, warum ich glaube, dass der Literaturnobelpreis abgeschafft werden sollte. Schenkt mir ein letztes Mal eure Aufmerksamkeit, es wird Zeit für ein harsches Urteil.

Im ersten Kapitel «Erbschaft mit Folgen» haben wir uns mit dem Testament von Alfred Nobel beschäftigt, das der Auslöser für die Vergabe der Nobelpreise war. Wir haben die Struktur der von ihm verfügten und finanzierten Nobelstiftung aufgeschlüsselt, ihre Zusammenarbeit mit den einzelnen Einrichtungen, die die Preise verleihen, analysiert und die relevanten Statuten für den Vergabeprozess gesichtet. Kurz: Wir haben die rechtliche und organisatorische Basis für die Nobelpreisvergabe allgemein und für die Literaturnobelpreisverleihung im Speziellen identifiziert. Bereits diese nüchterne Faktensammlung offenbarte mir einige problematische Punkte, die das Prozedere meiner Ansicht nach ernsthaft belasten.

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