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Schlagwort-Archive: The Love Song of Miss Queenie Hennessy

20. 11. 2014 – Sympathy for the Devil: Soundtrack einer Lektüre

Hallo ihr Lieben! 🙂

In den letzten Tagen habe ich viel über die Verbindung zwischen Büchern und Musik nachgedacht. Ausgelöst wurden diese Gedanken von einer Situation letzte Woche. Ich stand im Bus auf dem Weg zur Arbeit und las „Kill the Dead“ von Richard Kadrey, den zweiten Band der Sandman Slim – Reihe. Wem die Geschichte nicht bekannt ist, in diesen Romanen geht es um James Stark alias Sandman Slim, der 11 Jahre in der Hölle als Gladiator verbrachte, dann wieder daraus hervor kroch und seitdem auf sehr unkonventionelle Art und Weise versucht, L.A. vor mittelschweren bis fürchterlichen Katastrophen zu bewahren. Er raucht, er trinkt, er tötet. Sein Mitbewohner ist ein Schädel, in dem der Geist/die Seele eines Magiers gefangen ist. Er arbeitet hin und wieder für Luzifer. Sein Vater ist ein Erzengel. Er reist durch die Schatten und spricht Hellion, die Sprache der Hölle. Ich denke, diese Beschreibung reicht als kurzer Eindruck seiner Person. 😉
Wenn ich unterwegs bin, höre ich eigentlich immer Musik. An diesem speziellen Abend lief „Ramble On“ von Led Zeppelin und ich dachte „Wenn es eine Band gibt, die wirklich hervorragend zu Sandman Slim passt, dann ist es Led Zep“. Der Song „Ramble On“ handelt vom Weiterziehen, von der Suche nach Liebe und von Rastlosigkeit, zumindest soweit ich den Text interpretiere. Insofern passt auch gerade dieser Song perfekt zu „Kill the Dead“, weil Stark genau das ist: rastlos und auch ein bisschen ziellos.
Ist es nicht erstaunlich, dass mir mein Handy ausgerechnet einen Song vorspielte, der ideal zu meiner Lektüre passte, während ich sie in der Hand hielt?

noten

Ich habe dann weiter darüber nachgedacht und habe versucht, weitere Songs zu finden, die zu den Büchern passen, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Mir ist nicht zu allen etwas eingefallen, aber zu ein paar schon.
Für „Kill the Dead“ ist natürlich auch „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones ideal.
„The Knife of Never Letting Go“ ließ mich an Kansas mit „Carry On Wayward Son“ denken.
Es mag ein Klischee sein, aber für „Visite bei Vollmond“ finde ich „Bad Moon Rising“ von Creedence Clearwater Revival passend.
Sara Ramirez‘ Song „The Story“ ist die perfekte musikalische Untermalung für „The Love Song of Miss Queenie Hennessy“.
Der Vergleich hinkt vielleicht ein bisschen, aber irgendwie erinnert mich „Die Lügen des Locke Lamora“ an „Der Rattenfänger“ von In Extremo.
„Racheklingen“ von Joe Abrercrombie verdient einen härteren Song; „Iron Army“ von In this Moment erfasst Monzas Rachegelüste deswegen ziemlich perfekt.

Wenn ich noch ein bisschen intensiver darüber nachgrübeln würde, fiele mir sicher noch viel mehr ein. Es macht mir auch richtig Spaß, diese Verbindungen zwischen Musik und Literatur zu ziehen. Es kombiniert zwei wirklich wichtige Punkte meines Lebens, die herrlich harmonieren. Obwohl ich selbst nicht mal ein Instrument spiele und auch überhaupt nicht singen kann (kurz gesagt, total unmusikalisch bin), liebe ich es, dass die Musik meine Gefühle einer Geschichte gegenüber in eine fassbare, theoretisch sogar messbare, Größe verwandelt. Es stützt auch meine Erinnerung. Wann immer ich „Ramble On“ von Led Zeppelin oder „Sympathy for the Devil“ von den Stones höre, wird vor meinem geistigen Auge James Stark auftauchen. Ich finde das wirklich schön. Es wird mir noch über Jahre den Tag versüßen.

Habt ihr sowas auch? Verbindet ihr bestimmte Songs mit Büchern?

Ihr wisst ja, dass ich immer sehr neugierig bin bezüglich eurer Lese-Gewohnheiten. Könnt ihr überhaupt Musik hören beim Lesen oder lenkt euch das ab?
Für mich ist es gerade unterwegs die ideale Situation, weil sowohl meine Ohren als auch meine Augen beschäftigt sind. Mitten in der Stadt, unter tausenden von Menschen, kann ich mich in eine kleine Input-freie Höhle zurückziehen. Nichts lenkt mich ab, niemand stört mich. Ich bin allein mit einer Geschichte, die mir so das Gefühl gibt, dass sie nur für mich geschrieben wurde.

Erzählt mir von euren Erfahrungen mit Musik und Literatur. Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare! 🙂

(Bildquelle)

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Verfasst von - 20. November 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Rachel Joyce – The Love Song of Miss Queenie Hennessy

„The Love Song of Miss Queenie Hennessy“

The Love Song of Miss Queenie Hennessy

Autor: Rachel Joyce

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 368 Seiten

Verlag: Double Day (Random House)

Sprache: Englisch

ISBN: 0857522760

Genre: Realistische Fiktion

ausgelesen am: 07.11.2014

Bewertung:

„The Love Song of Miss Queenie Hennessy” wurde mir vom Verlag Random House via Blogg dein Buch bereitgestellt. Ich habe mich darauf beworben, weil ich es als guten Anlass ansah, mir endlich auch „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ zu besorgen, das schon länger auf meiner Wunschliste stand. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen hatte. Harolds Version dieser wundervollen Geschichte hat mich sehr begeistert und berührt; dementsprechend neugierig war ich darauf, nun Queenies Seite zu erfahren.

Als Queenie Hennessy erfährt, dass Harold Fry England zu Fuß durchquert, nur um ihr einen letzten Besuch abzustatten, stürzt sie in einen emotionalen Konflikt. 20 Jahre hat sie auf Harold gewartet, nachdem sie Hals über Kopf aus seinem Leben verschwunden ist. Ihr Herz sehnt sich nach der großen Liebe ihres Lebens, doch die Aussicht, Harold wieder zu sehen, macht ihr auch Angst. Sie hütet Geheimnisse, von denen er nichts weiß, angefangen mit ihren Gefühlen bis hin zu ihrer Beziehung zu Harolds verstorbenem Sohn David. Ermutigt und unterstützt von der Nonne Schwester Mary Inconnue beginnt sie, einen letzten Brief zu schreiben, indem sie all das offenbart, was ihr seit Jahren auf der Seele liegt. Ähnlich wie Harold begibt sie sich auf eine Reise durch Erinnerungen, die sie selbst kurz vor ihrem Tod noch einmal das Leben spüren lassen.

Rachel Joyce besteht darauf, dass „The Love Song of Miss Queenie Hennessy” keine Fortsetzung von „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ ist. Sie bezeichnet es als Gefährten – Buch. Ich kann mir keine bessere Beschreibung dafür vorstellen, denn es erweitert Harolds Version der Geschichte um eine zusätzliche, eigenständige Dimension, die jedoch die gleiche Botschaft trägt: es ist nie zu spät. Harolds und Queenies Leben sind miteinander verflochten, aber sie bleiben unabhängige Individuen. Ich glaube, das hat mich am meisten an „The Love Song of Miss Queenie Hennessy” begeistert – Joyce macht deutlich, dass beide vollwertige Charaktere mit vollständigen Biografien sind, die einander in nichts nachstehen. Dementsprechend muss man „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ nicht unbedingt gelesen haben, um Queenies Geschichte zu verstehen oder zu genießen. Ich empfehle es aber trotz dessen; nicht nur, weil diese beiden in meinen Augen einfach zusammen gehören, sondern auch, weil es das Bild von Harold komplettiert.
Besonders aufgewühlt hat mich Queenies Schilderung ihrer Beziehung zu Harolds Sohn David. In „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ blieb er für mich eine Art Phantom, dessen eigenes tragisches und kurzes Leben nur bruchstückhaft zur Sprache kam. Erst Queenie ist es, die David Form und Gestalt gibt. Immer wieder hat es mich aus der Fassung gebracht, wie schrecklich unglücklich der junge Mann war. Ich fühlte mich stellenweise ähnlich verzweifelt wie Queenie selbst, die ihm so gern helfen wollte, es aber nicht konnte. David hat Spuren in meinem Herz hinterlassen; es war großartig, ihn kennenzulernen.
Queenie hingegen ist eine einnehmende Persönlichkeit aus einer anderen Zeit. Shirley Whiteside vom Independent UK schreibt, dass sie alte Werte verkörpert wie Pflichtbewusstsein, Loyalität und das Zurückstecken der eigenen Gefühle für das große Ganze. Sie hat Recht. Die Art und Weise, der Charakter von Queenies Liebe zu Harold ist über die Maßen gütig, selbstlos und bedingungslos. Kennt ihr das „Hohelied der Liebe“ aus dem 13. Kapitel des ersten Korintherbriefs? Genau SO sind Queenies Gefühle für Harold. Ich glaube nicht, dass ich so lieben könnte wie sie; stets aus der Ferne, immer nur zu geben, ohne jemals zu nehmen oder zumindest zu fordern. Es hat mich zutiefst berührt, dass Queenie ihr Leben lang auf das verzichtete, das ihr Herz am meisten begehrte und trotzdem das Glück fand. In den kleinen Momenten war sie glücklich. Denn nicht immer kommt das Glück mit einem Feuerwerk; es schleicht sich an auf leisen Sohlen, bis man eines Tages aufwacht und feststellt, dass man sein Leben um nichts in der Welt eintauschen möchte. Meine Güte, schon beim Schreiben dieser Worte bin ich den Tränen erneut nahe.

Ich liebte „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“. Aber „The Love Song of Miss Queenie Hennessy” ging mir noch stärker zu Herzen. Harold durch Queenies Augen zu sehen und zusätzlich die Geschichte der Frau zu erfahren, für die er Meile um Meile läuft, war herzergreifend, ohne dabei kitschig oder übertrieben zu wirken. Ich kann es wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Rachel Joyce hat erneut ein ehrliches, wundervolles Buch über das Leben geschrieben, das den LeserInnen vor Augen führt, dass aller Schmerz und alles Leid doch nicht das Glück aufhalten kann, wenn wir es nur hereinlassen.

 
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Verfasst von - 11. November 2014 in Realistische Fiktion

 

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04. 11. 2014 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Guten Abend ihr Lieben! 🙂
Da ich heute wieder einmal den ganzen Tag arbeiten musste und keine Rezension mehr zustande bringe, dachte ich mir, ich nehme heute endlich mal an einer Aktion teil, die ich schon lange im Auge habe: „Gemeinsam Lesen“. Diese Aktion stammt ursprünglich von Asaviels Bücher-Allerlei und wurde dann von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer übernommen.
Na dann, werfen wir mal einen Blick auf meine Lektüre:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „The Love Song of Miss Queenie Hennessy“ und bin aktuell auf Seite 65.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„I also wished two things: that you would close the door to the stationary cupboard and that I’d never see you again.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Es ist wirklich großartig, dass Rachel Joyce mit diesem Buch endlich auch Queenie zu Wort kommen lässt. In „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ war sie ausschließlich ein passiver Charakter. Eigentlich nicht mal das, sie war eine Erinnerung. Jetzt wird sie real und greifbar. Dafür bin ich sehr dankbar, denn es gibt einer wunderbaren Geschichte eine weitere Facette.

4. Warum hast du dir gerade dieses Buch zugelegt? Wars ein Coverkauf? Hat dich der Klappentext angesprochen? Ist es eine Reihenfortsetzung? Was hat den Ausschlag gegeben?

Nun ja, ich habe das Buch ja gar nicht gekauft. Ich habe es bei Blog dein Buch gewonnen. Aber dafür beworben habe ich mich, weil ich mir dachte, dass ich, wenn ich gewinne, endlich einen Grund habe, mir auch „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ zu besorgen. Das stand nämlich schon lange auf meiner Wunschliste, aber ich habe es immer wieder nach hinten verschoben, obwohl ich es wirklich gern lesen wollte. Tja, meine Strategie ging auf. 😀

Jetzt seid ihr an der Reihe! Was lest ihr im Augenblick und was möchtet ihr unbedingt zu diesem Buch loswerden? Warum habt ihr das buch gekauft?

Ich freue mich wie immer auf eure Antworten und Kommentare! 😀

 
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Verfasst von - 4. November 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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