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Montagsfrage: Erfahrungen mit Selfpublishern?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Meine Güte, wie die Zeit fliegt. Könnt ihr glauben, dass ich morgen schon wieder Geburtstag habe? Passend zum Anlass werde ich morgen ein Gewinnspiel online stellen, denn mir ist wichtig, dass wir gemeinsam diesen ganzen Geschenke-Quatsch umdrehen und nicht ich beschenkt werde, sondern jemand Glückliches unter euch. Doch bevor ihr euch jetzt bereits gierig die Hände reibt – heute ist erst mal Montag und damit Zeit für die Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen! 😉

Sind deine Erfahrungen mit Indie-AutorInnen/Selfpublishern eher positiv oder eher negativ?

Puh, eine schwierige Frage. Ich würde sagen: durchwachsen. Mal so und mal so. Insgesamt habe ich erst recht wenige Werke von Selfpublishern gelesen. Was die eBooks betrifft, waren meine Erfahrungen bisher meist positiv; ich denke, ich habe erst ein selbstverlegtes eBook gelesen, das mir nicht so richtig gefiel. In diesem Fall trat der Autor persönlich an mich heran und bat um eine Rezension, da mein Urteil seiner Meinung nach jedoch nicht die richtige Form von Werbung gewesen wäre, haben wir uns mehr oder weniger darauf geeinigt, dass ich keine Rezension schreibe. Ich verzichte aus diesem Grund auf die Nennung von Namen. Das beste eBook aus einem Selbstverlag war definitiv „Im Turm des Panopticons“ (Rezension: HIER) von Daniela Rohr – es war spannend, überraschend und auf gute Art und Weise psycho.
Nicht alle Selfpublisher greifen auf das eBook-Format zurück. Daher habe ich auch schon zwei Print-Ausgaben gelesen, die nicht aus einem großen Verlagshaus stammen. Diese gefielen mir allerdings beide nicht, weder „Himmelstiefe“ (Rezension: HIER) von Daphne Unruh, noch „The Emperor’s Edge“ (Rezension: HIER) von Lindsay Buroker.
Prinzipiell interessiert es mich reichlich wenig, ob ein Buch nun in einem großen Verlag veröffentlicht wurde oder ob die AutorInnen selbst dafür verantwortlich sind. Ich habe da keine Vorurteile und achte beim Kauf nicht darauf. Selfpublisher werden von mir genauso behandelt wie Verlagshäuser. 🙂

Welche Erfahrungen habt ihr mit Selfpublishern gesammelt?

Ich bin gespannt, zu lesen, ob es für euch eine Rolle spielt, ob ein Buch selbst verlegt wurde oder ob es für euch ebenfalls irrelevant ist. Vielleicht seid ihr ja sogar der Meinung, dass selbstpublizierte Bücher tendenziell schlechter sind als Bücher aus Verlagshäusern?
Ich freue mich wie immer sehr auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart! Und denkt daran, morgen mal vorbei zu schauen, wenn ihr was gewinnen wollt. 😉
Alles Liebe,
Elli

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Lindsay Buroker – The Emperor’s Edge

„The Emperor’s Edge“

The Emperors Edge

Reihe: The Emperor’s Edge #1

Autor: Lindsay Buroker

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 324 Seiten

Verlag: Createspace

Sprache: Englisch

ISBN: 1466219661

Genre: Science Fiction > Steampunk & Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 10.09.2014

Bewertung:

Dröhnende Dampfmaschinen, Kupfer und Messing, Luftschiffe, Zahnräder, Korsetts und Zylinder – Steampunk ist ein faszinierendes Genre. Die Verbindung aus Science Fiction und Abenteuerroman, die eine alternative Weltgeschichte mit viktorianischem Flair erzählt, erschafft eine ganz eigene Atmosphäre. Ich verbinde damit eine verrucht-romantische Welt, in der sogar die Bösewichte trotz niederer Absichten noch Gentlemen sind. Genau darauf freute ich mich, als ich Lindsay Burokers „The Emperor’s Edge“ begann. Ich erwartete gespannt einen Ausflug ins Cross-Genre, denn das Cover preist diesen Roman als „High Fantasy Novel in an Era of Steam“ an.

Amaranthe Lokdon ist eine der ganz wenigen weiblichen Polizeikräfte des Turgonischen Imperiums, deren wohlverdiente Beförderung auf sich warten lässt. Als sie eines Tages zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte zitiert wird und selbiger ihr einen haarsträubenden Auftrag anbietet, kann sie daher nicht ablehnen. Sie soll den meistgesuchten Assassinen des Imperiums finden und beseitigen. Sicarius ist gefährlich und absolut tödlich, doch Oberbefehlshaber Hollowcrest würde Amaranthe diesen Auftrag nicht geben, wenn er nicht glaubte, sie könnte ihn meistern, oder? Verunsichert aber pflichtbewusst macht sie sich an die Arbeit. Schnell stellt sich heraus, dass sie sich auf einer Selbstmordmission befindet. Amaranthe stößt auf Geheimnisse, die das Leben des jungen Imperators Sespian bedrohen und muss sich nun als Gesetzlose ungewöhnliche Verbündete suchen, um sein Leben zu retten.

Leider hat „The Emperor’s Edge“ meine Erwartungen nicht erfüllt. Sowohl inhaltlich als auch bezüglich des Aufbaus sehe ich erhebliche Mängel. Es reicht einfach nicht, auf das Cover „in an Era of Steam“ zu schreiben und die spezielle Atmosphäre des Genres dann nur zu streifen. Steampunk bedeutet mehr als ein paar Dampfmaschinen; es bedeutet Lärm, Schmutz, verrückte Erfindungen und viktorianisches Ambiente. Lindsay Buroker setzte keinen dieser Faktoren um und hat es somit nicht geschafft, mich von der versprochenen Steampunk-Umgebung zu überzeugen. Ich konnte es mir weder vorstellen, noch ein Gefühl dafür entwickeln. Sicher liegt das auch am Schreibstil an sich. Vielleicht hängt es damit zusammen, das Englisch nicht meine Muttersprache ist, aber mir erschienen Lindsay Burokers Formulierungen unnötig kompliziert und anstrengend. In „The Emperor’s Edge“ sind mir so viele Vokabeln begegnet, die ich nicht kannte, dass dies meinen Lesefluss deutlich behinderte. In welchem Universum ist das Wort „satrapy“ bitte Teil des allgemeinen Wortschatzes?
Dementsprechend konnte ich auch den Inhalt des Romans nicht wirklich genießen. Allerdings bezweifle ich, dass mich die Geschichte begeistert hätte, selbst wenn Burokers Ausdruck leichter zu verstehen gewesen wäre. Es ist ein langatmiges Katz-und-Maus-Spiel. Die Protagonistin Amaranthe ist dauerhaft damit beschäftigt, gefangen genommen zu werden und sich anschließend selbst wieder zu befreien. Die Umsetzung ihres großen Plans zur Rettung des Imperators konnte ich daher nur schwer nachvollziehen, denn dieses ständige Hin und Her lenkt fürchterlich ab. Mal davon abgesehen, dass der Plan auch ziemlich lächerlich ist.
Amaranthe selbst… tja, schwierig. Einerseits ist sie eine sympathische Figur, aber andererseits ist sie auch eine Heuchlerin mit einem gefährlich blinden Pflichtbewusstsein. Ihr Plan ist eine Straftat. Das ist einfach so, aber Amaranthe dreht sich die Tatsachen so hin, dass sie diese Straftat vor sich selbst rechtfertigen kann. Der Zweck heiligt die Mittel. Doch natürlich sieht sie nicht ein, dass es keinen Plan dieser Größenordnung ohne Opfer geben kann. Sie kann sich mit ihrem Gesetzlosen-Status nicht abfinden und ist davon besessen, ihren Namen reinzuwaschen. Dass ihre Strategie dazu von Anfang an ungeeignet war, begreift sie nicht.
Amaranthes Team beinhaltet einige interessante Charaktere, die allerdings ziemlich flach bleiben. Mir kamen sie wie eine stereotype Rollenspiel-Gruppe vor – samt Magier, Gelehrtem und Tank (groß, breit, kann eine Menge einstecken). Die spannendste Figur ist der Assassine Sicarius, der meines Erachtens nach jedoch nie wirklich einen Grund hatte, sich Amaranthe anzuschließen.

Ich wollte „The Emperor’s Edge“ wirklich mögen und ich bedauere meine Enttäuschung noch mehr, seitdem ich die Website von Lindsay Buroker besuchte. Sie scheint mir eine sympathische Frau zu sein, die sich (vorerst) dem self-publishing verschrieben hat und dementsprechend den Löwenanteil der Arbeit, die mit ihren Romanen verbunden ist, selbst stemmt. Das bewundere ich sehr, aber es ändert eben nichts daran, dass mich der erste Band ihrer Reihe nicht überzeugte. Ich habe mit mir gerungen, ob ich ihr noch eine Chance zugestehen sollte, habe mich jedoch dagegen entschieden, denn zwei Sterne erhält „The Emperor’s Edge“ nur, weil ich die Charaktere im Großen und Ganzen mochte. Und das reicht nun mal leider nicht aus, um mich bei der Stange zu halten.

(Nächster Band: The Emperor’s Edge #2 – „Dark Currents – Lindsay Buroker – ISBN: 1466280956)

 
 

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