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Johannes Ulbricht – Prinzessin Serisada & Prinz Zazamael

Im April 2017 erhielt ich eine E-Mail, in der mir der Zweiteiler „Sumerland“ von Johannes Ulbricht zur Rezension angeboten wurde. Das Besondere an diesem Projekt ist seine multimediale Ausrichtung: neben den beiden Büchern „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“, existiert eine Augmented Realtiy – App, die eine Schnitzeljagd inszeniert. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich wollte die Kombination aus moderner Technik und klassischer Literatur unbedingt austesten und ließ mir beide Bände zuschicken.

Mitten in der ungezähmten Wildnis des Sumerlands thront der Stadtkegel Waylhaghiri, ein prekäres, babylonisches Konstrukt zahlloser Etagen. Regiert vom unsterblichen, ewig kindlichen Prinz Zazamael und dem geheimen Rat der Wirtschaftsweisen, herrscht in der einzigen Stadt der Welt ein empfindliches System gesellschaftlicher Herausforderungen, das die Menschen subtil lenkt und manipuliert. Kaum jemand ahnt, dass die Bevölkerung Waylhaghiris in einer Illusion gefangen ist: unsere Realität ist nicht mehr als ein Traum, die uns die Kontrolle des Zentralcomputers vergessen lässt. Prinz Zazamael und der Rat streben nach Perfektion, nach der vollkommenen Fusion von Realität und Illusion, benötigen dafür allerdings den wilden Wein, der irgendwo im Sumerland versteckt ist. Das Sumerland ist das Reich der unsterblichen, ewig kindlichen Prinzessin Serisada, für die Waylhaghiri ein unerträglicher Makel in der wilden Schönheit ihres Landes ist. Während Prinz Zazamael und seine Okkupationsarmee auf der Suche nach dem wilden Wein ins Sumerland eindringen, schleicht sich Serisada in den Stadttrichter, um eine Revolution auszulösen und Waylhaghiri endgültig vom Antlitz der Welt zu tilgen. Der Krieg der Königskinder schlägt gewaltige Wellen, die bis in unsere Realität zu spüren sind. Wird die große Fusion gelingen oder werden Traum und Wirklichkeit in sich zusammenstürzen?

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Verfasst von - 31. August 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

„Das Lied der Dunkelheit“

das lied der dunkelheit

Originaltitel: „The Warded Man“ / „The Painted Man“

Reihe: Demon Cycle #1

Autor: Peter V. Brett

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 797 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453524764

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 01.03.2015

Bewertung:

Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind fürchtet die Nacht. Denn mit der Dunkelheit kommen die Dämonen. Verschwindet die Sonne am Horizont, kriechen sie aus dem Horc hervor und alles, was die Menschen zu schützen vermag, sind uralte Siegel, die die Dämonen nicht passieren können. Einst gab es mächtige Kampfsiegel, doch diese Symbole gingen über die Jahrtausende verloren und so haben die Menschen keine andere Wahl, als sich jede Nacht ängstlich hinter den Schutzsiegeln zu verbarrikadieren.
Als die Mutter des jungen Arlen bei einem Dämonenangriff ums Leben kommt und er erleben muss, wie sein Vater tatenlos zusieht, erkennt er, dass er es leid ist, sich furchtsam zu verstecken; er will kämpfen. Arlen läuft davon und macht sich auf die Suche nach dem Wissen um die Kampfsiegel und nach Menschen, die noch einen letzten Funken Hoffnung und Mut in sich tragen.
Das Tal der Holzfäller, Leeshas Heimatdorf, ist dem Dorf, in dem Arlen aufwuchs, sehr ähnlich. Auch ihr Leben wird maßgeblich von einem brutalen Dämonenangriff geprägt, denn dadurch erkennt sie ihr Talent und ihre Bestimmung. Unter der Anleitung der alten Bruna wird sie zur Heilerin ausgebildet.
Rojers Eltern werden von Dämonen umgebracht, als er gerade einmal drei Jahre alt ist. Seit dieser verhängnisvollen Nacht wächst er bei dem Jongleur Arrick auf.
Drei Menschen, die durch die Horclinge fast alles verloren haben. Können sie gemeinsam den Menschen ihren Kampfeswillen wiedergeben, wenn sich ihre Wege kreuzen?

Eigentlich kann ich gar nicht viel zu „Das Lied der Dunkelheit“ sagen, denn es gibt einfach nichts zu meckern. 😀 Ich fand es fand es fantastisch, so fantastisch, dass ich diesen dicken Wälzer innerhalb von knapp drei Tagen ausgelesen habe. Dieses Buch ist High Fantasy at its finest und ein delikater Vorgeschmack auf eine überzeugende, spannende Serie.
Besonders beeindruckt war ich von der greifbaren Vorstellbarkeit von Bretts Welt, die atmosphärisch beschrieben ist, ohne langatmig Geduld von den LeserInnen zu erfordern. Wir begegnen Arlen direkt nach einem Dämonenangriff in seinem Dorf und begreifen so sehr schnell, wie gefährlich und eingeschränkt die Lebensrealität der Menschen ist. Die Angst vor den Horclingen bestimmt jedes einzelne Leben; der Stand der Sonne ist das Maß aller Dinge. Geschickt verwebt Brett in diese Ausgangssituation Erklärungen und Hintergründe; er beweist Autorität, nimmt seine LeserInnen an die Hand und erläutert, wie es überhaupt so weit kommen konnte. So fühlte ich mich die gesamte Geschichte über nicht nur den Figuren sehr nahe, sondern auch dem Autor selbst.
Die drei Protagonisten werden einzeln und sehr ausführlich etabliert, wodurch es für mich völlig unkompliziert war, ein Gefühl für sie zu entwickeln und sie richtig kennenzulernen. Ich fand es großartig, dass mir alle drei als Kinder vorgestellt wurden und ich sie dann einige Jahre begleiten durfte, denn so erlebte ich live und in Farbe, wie sie (mehr oder weniger) erwachsen wurden. Ich war dabei, als Arlen, Leesha und Rojer jeweils am Scheideweg standen und entscheiden mussten, wie sie ihr weiteres Leben gestalten wollen. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Außerdem wusste ich einfach von Beginn an, dass sich ihre Wege kreuzen würden und ich konnte es kaum abwarten, bis es soweit war. Auf die eine oder andere Weise sind sie alle Außenseiter der Gesellschaft, weil sie ihr Leben abseits der Norm leben. Sie sind besondere Persönlichkeiten; von ihrem Aufeinandertreffen versprach ich mir viel Spannung und tja, was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. 😉
Vergleicht man Arlen, Leesha und Rojer mit ihrem Umfeld, wird erst deutlich, WIE außergewöhnlich sie sind. Peter V. Brett hat vor allem die Mentalität der Dorfbevölkerung hervorragend getroffen. Ich bin zwar eine Großstädterin, aber auch ich weiß, dass es schwer sein kann, auf dem Land zu leben, wenn man anders ist. In einer Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt und in der über alles getratscht wird, bleibt nichts verborgen und ein Gerücht kann sich mir nichts, dir nichts verselbstständigen. Trotz dessen versäumt Brett es nicht, diesem Bild den besonderen Zusammenhalt hinzuzufügen, den es wohl so nur in Dörfern geben kann. Sobald es Nacht wird, sobald es heißt „Wir gegen die Dämonen“, sind all die kleinen Streitigkeiten des Tages vergessen.
Die Dämonen an sich verdienen übrigens auch ein herzliches Lob. Ihre Vielfalt ist verblüffend und ich kann verstehen, warum die Menschen solche Angst vor ihnen haben. Leesha fällt gegen Ende des Buches auf, dass allerdings nur sehr rudimentäre Fakten über sie bekannt sind; ich freue mich schon darauf, mit ihr gemeinsam im nächsten Band mehr über sie herauszufinden, das wird bestimmt sehr interessant und spannend.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein großartiger Serien-Auftakt, der Lust auf mehr macht. Das Buch stand sehr lange ungelesen in meinem Regal – jetzt kann ich das nicht mehr verstehen. Arlen, Leesha und Rojer steht meiner Meinung nach eine fantastische Reise bevor, die sie mit so mancher Prüfung konfrontieren wird. Wenn sie wirklich den schlummernden Kampfeswillen der Menschen wieder erwecken möchten, wird das ein hartes Stück Arbeit. Ich bin wirklich neugierig auf den nächsten Band, den ich allerdings auf Englisch lesen werde, weil die Originalausgabe („The Desert Spear“) schlicht und ergreifend viel günstiger ist. Ich kann mir noch gar nicht richtig vorstellen, in welche Richtung Peter V. Brett seine Geschichte treiben möchte und bin gespannt, was er mit mir vorhat.
Ich kann euch „Das Lied der Dunkelheit“ guten Gewissens empfehlen, wenn ihr High Fantasy liebt. Euch erwarten ein atmosphärischer, vorstellbarer Weltenaufbau, facettenreiche Charaktere und ein Kampf, der grundlegender nicht sein könnte: die Menschheit gegen das Böse!

 
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Verfasst von - 18. März 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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