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Peter Orullian – The Unremembered

Rezensionsheader The Unremembered

Peter Orullian hasst Klappentexte. Seiner Ansicht nach führt der Versuch, eine Geschichte zusammenzufassen, nur dazu, dass ihr Kern verkannt wird. Er selbst verlässt sich nicht auf die Inhaltsangaben auf den Rückseiten von Büchern, sondern liest grundsätzlich einfach die erste Seite. Dennoch sieht der Autor ein, dass sie ein notwendiges Übel sind. Deshalb existiert der Klappentext seines High Fantasy – Romans „The Unremembered“, Auftakt der Reihe „Vault of Heaven“, in mehreren Varianten. Ich habe gleich drei gefunden. Was Peter Orullian wohl von einer vierten – meiner Version – halten würde?

Als Aeshau Vaal vom Rat der Schöpfer geschaffen wurde, strebten sie Balance an. Doch einer der ihren kümmerte sich nicht um das sensible Gleichgewicht zwischen Gut und Böse. Er verdarb seine Schöpfung, bevölkerte Aeshau Vaal mit scheußlichen Kreaturen, die Blut und Tod verbreiteten. Der Rat bestrafte ihn mit dem Fluch der Stille und verbannte ihn in den Born, getrennt von der übrigen Schöpfung.
Der junge Jägersmann Tahn liebt die alten Legenden, glaubte allerdings nie, dass sie wahr sein könnten. Bis zu dem Tag, an dem er im Wald einem Velle begegnet, einem stilletreuen Magier, der die Energie der Welt missbraucht. Von Furcht überwältigt flieht Tahn – doch seinem Schicksal kann er nicht entkommen. Der schützende Schleier zum Born schwindet. Der Stille regt sich in seinen Ketten. Begleitet von seinem besten Freund Sutter, seiner Schwester Wendra, dem Gelehrten Braethen, der Fern Mira und dem Sheason Vendanj zieht Tahn aus, um den Vormarsch der Stilletreuen aufzuhalten, denn nur er besitzt die Macht, Aeshau Vaal zu retten. Leider bleibt ihre Mission nicht unbemerkt und schon bald wird Tahn vom Jäger zum Gejagten…

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Stille

Hallo ihr Lieben.

Gestern Abend gegen 19:40 Uhr hat meine Hündin Chilli den Kampf gegen ihre Erkrankung aufgegeben. Sie ist friedlich zu Hause und in den Armen ihrer Familie eingeschlafen. Es ging sehr schnell, sie hat nicht mehr gelitten. Sie hat darauf gewartet, gehen zu dürfen. Sie wollte nicht mehr kämpfen. Sie wurde 12 Jahre, 4 Monate und 10 Tage alt und war das Beste, was mir passieren konnte. Sie war alles für mich.

Chilli war das tapferste, mutigste, liebenswerteste, ehrlichste und selbstloseste Lebewesen, das ich je kennenlernen durfte. Sie war eine Heldin. Sie war ein Geschenk. Sie hat jeden meiner Tage besser gemacht, hat mich zum Lachen gebracht und die Sonne ein bisschen heller strahlen lassen. Sie war eine wunderschöne Seele, ein Teil von mir und die beste Gefährtin, die ich mir hätte wünschen können. Ich liebe sie.

Mein Herz ist zerbrochen. Sie fehlt mir. Ich würde alles dafür geben, sie noch einmal zu umarmen, ihre Öhrchen zu kraulen und in ihre ausdrucksstarken, kastanienbraunen Augen sehen zu können, aus denen so viel Liebe sprach. Aber es war richtig, sie gehen zu lassen. Sie konnte nicht mehr. Sie hat gekämpft wie eine Löwin, war unfassbar stark und hatte es verdient, selbst zu entscheiden, wann es genug war. Am Ende konnte sie nicht mehr laufen, nicht mehr essen, sich nicht mehr freuen und hatte keine Kontrolle mehr über ihren Verdauungstrakt. Es war genug. Sie hatte Recht. Es war Zeit.

Gestern war der schwärzeste Tag meines Lebens. Heute ist der erste Tag meines Lebens ohne Chilli. Ich muss lernen, ohne sie zurechtzukommen. Das bin ich ihr schuldig. Ich bin froh, dass ich mich von ihr verabschieden konnte und sie sich nicht still und heimlich davongestohlen hat. Ihr Körper wird dem Feuer überantwortet und dann kommt sie noch einmal zu mir zurück. Ich werde ihre Asche verstreuen, in unserem Park, an dem Ort, wo sie stets am glücklichsten war. Ich ertrage den Gedanken nicht, sie unter der Erde einzusperren. Sie soll frei sein.

Dieser Verlust ist die härteste Prüfung, die ich mir vorstellen kann. Aber ich werde es schaffen. Für sie. Und eines Tages werden wir uns wiedersehen. Sie wartet auf mich. Das weiß ich. Sie ist nur schon einmal vorgegangen. Wie sie es immer tut.
Irgendwann wird es nicht mehr so weh tun. Irgendwann werden die Tränen versiegen. Bis dahin regiert hier die Stille. Denn Stille spricht, wenn Worte es nicht können.

Gute Reise mein Schatz. ❤️

 

 

 
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Verfasst von - 25. September 2019 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Michael Schreckenberg – Der Finder

Deutsche Autor_innen zu recherchieren ist oft eine ermüdende Angelegenheit. Die schreibende Zunft unseres Landes scheint schüchtern zu sein: Websites sind schlicht und professionell gehalten, Wikipedia-Artikel enthalten kaum mehr als die Randdaten. Um etwas über die Persönlichkeit des Autors oder der Autorin herauszufinden, muss man mühsam mit der Lupe suchen. Nicht so Michael Schreckenberg. Der Autor des postapokalyptischen Romans „Der Finder“ ist freigiebig mit seinen Gedanken. Er führt einen Blog namens schreckenbergschreibt, in dem er über alles fachsimpelt, was ihn beschäftigt – häufig politische und gesellschaftliche Themen. Ich finde das großartig. Nicht nur schwingen wir in unseren Überzeugungen voll auf einer Wellenlänge, ich verstehe jetzt auch viel besser, wieso „Der Finder“ so und nicht anders genau diese Geschichte erzählt. Weiter so, Herr Schreckenberg! Die ganzen Likes sind übrigens von mir. 😉

Zuerst bemerken sie die Stille. Die gespenstische Abwesenheit menschlicher Geräusche. Dann begreifen ihre Augen, was ihre Ohren längst wissen: sie sind allein. Alle Menschen sind verschwunden. Ganz plötzlich, von heute auf morgen. Nur eine kleine Gruppe Hinterbliebener sammelt sich in Leverkusen. Sie sind keine Fremden. Sie kennen einander seit vielen Jahren. Sie entscheiden, zu überleben. Sie verlassen die Städte, ziehen ins Bergische Land und errichten eine neue, einfachere Zivilisation. Alle bringen sich ein, leisten, was sie können. Daniel ist der Finder ihrer Gemeinschaft. Es ist seine Aufgabe, zu finden, was übrigblieb. Nützliche Gegenstände, kleine Hoffnungsträger, andere Überlebende. Antworten. Doch seine einsamen Reisen sind nicht ungefährlich. Nacht für Nacht erwacht tief im Wald ein unsichtbares Übel mit bestialischem Geheul. Und es kommt näher…

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Verfasst von - 12. März 2019 in Dystopie, Rezension, Science-Fiction

 

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Lilly Linder – Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

2015-12-07 - Lindner Was fehlt wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner wurde berühmt durch die Veröffentlichung ihrer Biografie „Splitterfasernackt“ im Jahre 2011. Zugegebenermaßen ist dieses Buch an mir völlig vorbeigegangen. Der Name Lilly Lindner schob sich erst in mein Bewusstsein, als ihr neuster Roman „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ durch die Blogs tingelte und in höchsten Tönen gelobt wurde. Die Begeisterung der Blogger_innen war so groß, dass ich entschied, es lesen zu wollen, obwohl ich Bücher zum Thema psychische Erkrankungen mittlerweile eher meide. Was mich überzeugte, war, dass es sich bei diesem Buch um einen Briefroman handelt und Lindner die Perspektive einer Angehörigen einnimmt.

Für die 9-jährige Phoebe ist ihre große Schwester das Zentrum ihrer Welt. Niemand versteht sie so wie April. Doch nun ist April fort. Ihre Eltern haben sie in eine Klinik gebracht, weil sie krank ist. Phoebe versteht nicht, was Magersucht eigentlich bedeutet, aber sie spürt sehr genau, dass die Krankheit ihre Familie zerreißt. Allein mit Millionen Fragen tut sie das einzige, das ihr einfällt, um mit der Sehnsucht nach ihrer Schwester fertig zu werden: sie schreibt April Briefe. Obwohl sie niemals eine Antwort erhält, schickt sie fast täglich Worte hinaus in die Stille. Denn nur die Worte ermöglichen es Phoebe, die Leere, die April hinterlassen hat, einen kurzen Moment zu ertragen.

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Verfasst von - 23. Dezember 2015 in Realistische Fiktion, Young Adult

 

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