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Jahresrückblick 2017: Zahlen-Jonglage, gealterte Söldner und Zwerge, die Gartenzwerge sammeln

Hallo ihr Lieben! 🙂

Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Jahr habe ich – aus verschiedenen privaten Gründen – wesentlich länger für den Jahresrückblick gebraucht als sonst, aber nun ist es vollbracht! Ich bin bereit, gemeinsam mit euch einen kritischen Blick zurück auf das vergangene Jahr 2017 zu werfen und munter zu analysieren, was ich wann wie gelesen habe.
Die alten Hasen unter euch kennen den Aufbau meines jährlichen Rückblicks bereits: zuerst spielen wir mit Statistiken herum, jonglieren mit Zahlen und beurteilen anhand einiger Infografiken, die ich in präziser Fummelarbeit bei Piktochart.com erstellt habe, inwiefern sich mein Leseverhalten 2017 im Vergleich zum Vorjahr verändert hat. Wir befassen uns mit jeder Kategorie einzeln; ich werde ein paar Worte dazu sagen und die Diagramme für euch interpretieren.

Danach folgt der spaßige Part. Wir bewerten 2017 auf der emotionalen Ebene. In den letzten beiden Jahren habe ich hierfür das Formular von Martina Bookaholics ausgefüllt, die mit detaillierten 30 Fragen nach unseren Leseerlebnissen des vergangenen Jahres forschte. Leider hat Martina für 2017 offenbar kein neues Formular erstellt (ich habe jedenfalls nichts gefunden), was vermutlich daran liegt, dass ihre Familie Nachwuchs bekommen hat. An dieser Stelle Herzlichen Glückwunsch von meiner Seite! Allerdings haben sich die Fragen von 2015 zu 2016 nicht verändert, also nehme ich einfach mal an, dass das für 2017 auch nicht der Fall gewesen wäre und beantworte noch einmal die Fragen des letzten Jahres. Das einzige, worauf wir verzichten müssen, ist Martinas schicker Header. Aber keine Sorge, ich habe dafür selbst einen gebastelt. 😉

Bringt eure Sitze in eine aufrechte Position, klappt die Tische hoch und schnallt euch an – los geht die rasante Reise durch das vergangene Jahr 2017!

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Verfasst von - 23. Januar 2018 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Spoiler-Alarm?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Uff, weil ich mit meinem gebrochenen Handgelenk, das dank meiner hochgeschätzten Titanplatte (ich habe sie Reinhard getauft) jeden Tag ein bisschen weiter heilt, noch nicht gestraft genug bin, darf ich mich heute um ein weiteres medizinisches Problem kümmern: ich muss zum Zahnarzt. Urgh. Es wird gebohrt. Reinhard versucht, mir Mut zu machen und brummelt mir zu, dass ein Radiusbruch viel schlimmer ist als ein blöder kariesbefallener Zahn und dass wir das Bohren locker wegstecken. Er weist mich auf die Schmerztabletten (ein Geschenk aus dem Krankenhaus) hin, die noch hier auf dem Tisch liegen. Schiss habe ich trotzdem. Ich hasse Zahnärzte. Also nicht die Personen, die diesen Beruf ausüben. Meine Zahnärztin ist eigentlich eine nette Frau, sehr gründlich und stets bemüht, das angespannte Nervenbündel auf dem Stuhl mit Nachsicht zu behandeln. Nein, es ist der Beruf an sich. Fürchterlich. Grausam. Moderne Folter. Okay, ich übertreibe, ich gebe es zu. Aber ganz ehrlich, das Prinzip mit den Zähnen hat die Evolution nicht bis zum Ende durchdacht. Das härteste Material in unserem Körper, doch ach so anfällig für äußere Einflüsse. Ein bisschen Fruchtsäure hier, etwas Kaffee dort, zwischendrin ein Stückchen Schokolade und schon hat man den Salat. Madame Evolution, die Bauteile genügen den qualitativen Ansprüchen nicht. Bitte nachbessern.
Bevor ich mich später auf den Zahnarztstuhl quäle, muss ich mir die Zeit vertreiben, um nicht als nervöses Wrack dort einzutreffen. Was wäre da besser geeignet als die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja?

Wurdest du schon mal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch mal nicht zu Ende gelesen?

Ja. Es gab da eine höchst unerfreuliche Episode, während derer mir ein Spoiler eine komplette Lektüre ruinierte. Meine Mutter wird sicherlich nicht besonders glücklich sein, dass ich diese bedauerliche Geschichte wieder einmal auspacke, aber ein anderer Spoiler will mir nicht einfallen. Entschuldige, Mama. Leider war sie es nämlich, die mir den Spaß an einem Buch verdarb.
Jahrelang schwärmte mir meine Mutter überschwänglich von einem bestimmten Werk vor. Sie hob es in den Himmel. Sie lobte alles daran und erzählte immer wieder davon. Sie wollte unbedingt, dass ich dieses Buch lese. Es handelte sich um „Tintenherz“ von Cornelia Funke. Im Dezember 2015 gab ich nach. Ich nahm es mir vor und war bereit, mich von diesem Trilogieauftakt ebenfalls begeistern zu lassen. Unglücklicherweise kam es dazu nicht. Ich las und las und wartete darauf, dass all das Fabelhafte, von dem meine Mutter berichtet hatte, endlich auch passierte. Ich konnte das Buch nicht für sich selbst schätzen, weil Mama es in meinem Kopf größer hatte werden lassen, als es tatsächlich ist. Meine Erwartungen waren unrealistisch, astronomisch hoch. Sie konnten gar nicht erfüllt werden. Außerdem wurde mir während der Lektüre bewusst, dass meine Mutter mir unabsichtlich das wichtigste Detail der Geschichte bereits verraten hatte. Die Enthüllung dieses Details war für mich daher keine Überraschung mehr. Sie hatte mir einen dramatischen, bedeutenden Moment gestohlen.
Ich habe „Tintenherz“ natürlich trotzdem beendet, einerseits, weil ich stets hoffte, dass mich noch irgendeine Offenbarung erwartete, andererseits, weil ich grundsätzlich jedes Buch beende, komme was da wolle. Im Nachhinein musste ich mich dann mit meiner Mutter über Erwartungsmanagement und Spoilerwarnungen unterhalten. Ich berichtete, was ihre Schwärmerei angerichtet hatte und wie enttäuscht ich war, dass ich „Tintenherz“ nicht auf die Weise wahrnehmen konnte, die das Buch verdient hatte. Ich erklärte ihr, dass ihr Spoiler die Lektüre für mich mehr oder weniger überflüssig gemacht hatte. Ich kann es nicht anders ausdrücken, ich redete meiner eigenen Mutter ins Gewissen. Ich war nicht wütend auf sie, aber ich musste verhindern, dass so etwas noch einmal vorkam. Sie war entsetzt. Es tat ihr unheimlich leid und sie sah ohne Diskussion ein, dass ihr ein großer Fehler unterlaufen war. Ich denke, sie bereut diesen Vorfall bis heute. Seit unserem Gespräch hat meine liebe Mama mir nie wieder zu viel über ein Buch verraten. Meine Erinnerung an „Tintenherz“ wird wohl leider trotzdem für immer mit einem Makel behaftet sein.

Wurde euch schon einmal ein Buch durch einen Spoiler verdorben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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[Schlüpftag-Special] Zurück zu meinen Anfängen ODER Was habe ich mir nur dabei gedacht?

Schlüpftag

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich weiß, es ist Montag. Ich weiß, eigentlich erwartet ihr von mir, dass ich die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja beantworte. Da es sich dabei heute allerdings um eine offene Montagsfrage und darüber hinaus die letzte des Jahres 2016 handelt, setze ich aus. Nicht nur, weil ich meiner Meinung nach konstant alle Montagsfragen dieses Jahres beantwortet habe, sondern auch, weil ich heute ausnahmsweise mal etwas in eigener Sache zu feiern habe. Jetzt mal alle die Ohren zuhalten, ich möchte singen!

Happy Birthday to me, Happy Birthday to me, Happy Birthday lieber wortmagieblog, Happy Birthday to me! 😀
Ja, es ist wieder einmal so weit. Heute wird der wortmagieblog unfassbare 3 Jahre alt! Der dritte Schlüpftag ist ein Meilenstein, den ich ohne euch niemals erreicht hätte. Ich danke euch für eurer Feedback, eure Kommentare und natürlich eure Likes! Ihr seid die Besten! Bis heute macht mir das Bloggen unheimlich viel Spaß, ich möchte es in meiner Freizeitgestaltung nicht mehr missen und hoffe, dass ich euch noch viele Jahre erhalten bleiben und Freude bereiten kann!

Zu meinem ersten Blog-Schlüpftag 2014 habe ich euch 52 Fakten über mich selbst verraten. Letztes Jahr habe ich einfach nur Danke gesagt. Für dieses Jahr habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht, um diesen Tag zu feiern.
Meine erste Rezension auf dem wortmagieblog ging am 20. Dezember 2013 online. Es war eine Buchbesprechung von „Dark Eden“ von Chris Beckett und ja, sie existiert noch. Also dachte ich mir, schauen wir uns doch mal an, wie sehr sich mein Schreibstil in 3 Jahren verändert hat.

Heute nehme ich mir – zu unser aller Belustigung – meine erste Blog-Rezension vor und korrigiere sie. Ich werde gnadenlos alles hervorheben, was meiner Meinung nach mangelhaft, sinnlos und überflüssig ist. Absatz für Absatz werde ich das gute Stück auseinandernehmen, meine eigene Arbeit unnachgiebig kommentieren und meinem vergangenen Ich freimütig mitteilen, was ich jetzt von diesem ersten wahrhaft öffentlichen Versuch einer Buchbesprechung halte. Ich verspreche, streng mit mir selbst zu sein. Danach werde ich die Rezension dann auch noch neu schreiben, damit ihr damals und heute direkt vergleichen könnt.

Habt ihr Lust, gemeinsam mit mir über meine ersten tapsigen Schritte auf dem Weg zu einer hoffentlich recht passablen Buchbloggerin zu lachen? Na dann los, ich lade euch ein!

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Verfasst von - 19. Dezember 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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R.E. Rowe – Voices

2016-02-13 - Rowe Voices

„Voices“ von R.E. Rowe erhielt ich via Netgalley. Anders als sonst musste ich mich für dieses Buch nicht bewerben, da es ein „Read Now“ – Exemplar ist, das ich auf meinen Kindle laden konnte, ohne die Bestätigung des Verlages abzuwarten. Ich weiß nicht, wieso einige Bücher sozusagen verschenkt werden, während andere eine Bewerbung verlangen. Vermutlich liegt dieser Strategie eine spezielle Vereinbarung zwischen Verlag, Autor_in und Netgalley zugrunde. Für neue Autor_innen ist das vielleicht eine praktikable Möglichkeit, etwas Bekanntheit zu erlangen, denn welcher Bücherwurm kann gratis Literatur schon widerstehen? Bezüglich R.E. Rowe hat das für mich auf jeden Fall funktioniert, schließlich kannte ich diesen Autor nicht, bis ich „Voices“ bei Netgalley entdeckte.

43 Minuten. So lange war Aimee klinisch tot. Ihre Nahtoderfahrung veränderte ihr Leben. Was ihr einst wichtig war, erscheint ihr nun unbedeutend und klein, denn seit ihrem Herzstillstand verfügt sie über eine fantastische, aber erschreckende Fähigkeit: sie kann die Gefühle und Energien der Menschen um sie herum wahrnehmen. Meist überwältigen sie die Empfindungen der anderen, weshalb sie den Kontakt meidet und sich zurückzieht. Bis sie Reizo kennenlernt. Reizos Energie fasziniert sie, obwohl er selbst ein Außenseiter ist. Er leidet unter Schizophrenie, hört Stimmen und gerät dadurch oft in Schwierigkeiten. Sie spüren sie sofort, dass sie etwas verbindet und finden heraus, dass ihre Familien auf eine fast vergessene, gemeinsame Vergangenheit zurückblicken. Doch als sie in einem Sturmkeller ein altes Testament entdecken, geraten sie in einen Strudel der Gewalt, der ihre junge Liebe auf die Probe stellt. Werden Aimee und Reizo auch im Angesicht höchster Gefahr zueinanderstehen?

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Verfasst von - 16. März 2016 in Mystery, Rezension, Young Adult

 

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Cornelia Funke – Tintenherz

2015-12-14 - Funke Tintenherz

Gibt es eine deutschsprachige Autorin, die den Titel „Bestsellerautorin“ wirklich verdient, dann ist es Cornelia Funke. Seit Ende der 80er Jahre im Geschäft, lag ihre Gesamtauflage 2012 bei Sage und Schreibe 20 Millionen Büchern. Ihre Romane wurden bislang in 37 Sprachen übersetzt und 2005 wählte sie das TIME Magazine unter die 100 weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten.
Trotz Funkes enormen Erfolgs und jahrelanger, euphorischer Schwärmerei seitens meiner Mutter brauchte ich sehr lange, bis ich bereit war, „Tintenherz“ endlich eine Chance zu geben.

Meggie und ihr Vater Mo führen ein ungewöhnliches, aber ruhiges Leben. Als Buchbinder ist Mo viel unterwegs, um Büchern überall auf der Welt ein neues Kleid zu schenken. Seine Tochter begleitet ihn oft auf seinen Reisen, denn die Liebe zu den Büchern verbindet sie. Niemals hätte Meggie erwartet, dass ausgerechnet ein Buch ihr Leben völlig durcheinanderbringt. In einer besonders ungemütlichen Nacht klopft ein mysteriöser Gast an ihre Tür. Seltsamerweise scheint Mo den Mann zu kennen, doch sein Besuch ist ihm offenbar unangenehm. Am nächsten Morgen brechen sie Hals über Kopf zu Meggies verschrobener Tante Elinor auf. Bevor sie abfahren, beobachtet Meggie Mo dabei, wie er ein merkwürdiges kleines Buch einpackt, das Meggie noch nie zuvor gesehen hat. Bei Elinor angekommen, bittet Mo sie, eben dieses Buch in ihrer gewaltigen Bibliothek zu verstecken. Warum will Mo das Buch verbergen und wieso weigert er sich, Meggie zu erklären, was es damit auf sich hat? Als böse Männer in Elinors Haus einbrechen, das Buch stehlen und Mo entführen, stürzen Vater und Tochter in das Abenteuer ihres Lebens – voller Magie, Geheimnissen und Gefahren.

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Verfasst von - 27. Dezember 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion findet mittlerweile wöchentlich bei Schlunzen-Bücher statt, da sich die liebe Aleshanee von Weltenwanderer zurückgezogen hat. Die Fragen findet ihr wie immer durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Heldenklingen“ von Joe Abercrombie und befinde mich auf Seite 649 von 896.

heldenklingen

 

 

Es herrscht Krieg. In einem unbedeutenden Tal soll sich das Schicksal der Nordlande entscheiden, und drei Männer kämpfen sich durch eine letzte  blutige Schlacht: Bremer dan Gorst, in Ungnade gefallener Leibwächter des Königs der Union, Prinz Calder, machtbesessen und feige, sowie Kropf, einer der letzten ehrlichen Barbaren im Norden. Drei Männer mit dunklen Seiten, drei dunkle Tage voller Blut und Tod, und eins steht schon jetzt fest: wahre Helden gibt es hier schon lange nicht mehr…“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„»Hier kommen sie«, sagte Schneebleich völlig unbewegt, als ob sich nichts Bedrohlicheres als eine Herde Schafe soeben auf den Weg gemacht hätte.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Wow. Was für ein Schinken. Das Buch ist so dick, dass man damit jemanden erschlagen könnte. Was gut zum Inhalt passen würde. 😉 Ich glaube, „Heldenklingen“ war ein Traum von Joe Abercrombie – ein ganzes Buch, das ausschließlich von einer einzigen, gewaltigen Schlacht handelt. Der Klappentext ist allerdings ein bisschen ungünstig formuliert, weil er den Eindruck vermittelt, es gäbe drei POVs: Bremer dan Gorst, Calder (der schon längst kein Prinz mehr ist) und Kropf. Diese drei spielen natürlich eine wichtige Rolle, aber eigentlich wechselt Abercrombie zwischen einer Vielzahl von Perspektiven. Manche Figuren haben nur einen kurzen Auftritt, andere tauchen immer wieder auf. Die Handlung knüpft an die vorangegangenen Bücher an, also an die First Law-Trilogie und an „Racheklingen“ (Rezension: HIER), das heißt, mir sind bereits einige Charaktere begegnet, die ich schon kenne. Darunter der Schwarze Dow, der Hundsmann, Bayaz und Caul Espe. Mir tut es jedes Mal in der Seele weh, wenn ich erlebe, was aus Espe geworden ist. Seine Zeit mit Monza Murcatto hat wirklich das Schlechteste in ihm zum Vorschein gebracht. Übrigens ist die Union nicht sonderlich begeistert davon, dass Monza in Styrien auf dem Thron hockt; ich wittere an dieser Stelle viel Potential für weitere Verwicklungen.
Das Beeindruckendste an diesem Abercrombie ist wohl die Tatsache, dass es in der Schlacht zwischen Union und Nordmännern eigentlich um nichts geht. Es geht nicht um Rohstoffe, Religion oder Land, es geht schlicht darum, dass der König der Union (Jezal dan Luthar, für Eingeweihte zur Erinnerung) einen Groll gegen den Schwarzen Dow hegt, weil dieser wiederum behauptet, Logen Neunfinger (alias der Blutige Neuner) getötet zu haben. Es geht nur um Hass, was mir persönlich sehr gut gefällt, weil es so ehrlich und einfach ist. Tausende sterben, weil zwei ehrgeizige Männer in entsprechenden Positionen sich nicht leiden können – was könnte kleinlicher und realistischer sein?
Außerdem liebe ich es, dass ich theoretisch den gesamten Verlauf des Buches und der Schlacht an den Karten ablesen könnte, die vor jedem Abschnitt (ein Abschnitt = ein Tag) integriert sind. Das mache ich natürlich nicht, denn so würde ich mich ja selbst spoilern, aber mir gefällt es, dass ich die Bewegungen der Heere unmissverständlich vor Augen habe. Irgendwie bekommt jede/r AutorIn, der/die sich die Mühe macht, eine Karte der beschriebenen Welt zu zeichnen (oder zeichnen zu lassen), direkt mal einen extra Sympathiepunkt von mir. 😀

4. Was macht für euch eine gute Rezension aus? Was darf in keiner Rezi fehlen und was sollte auf keinen Fall rein?

Es gibt nur wenig konkrete Punkte, die mir bei den Rezensionen anderer LeserInnen wichtig sind oder sauer aufstoßen, dafür bin ich allerdings mit mir selbst ziemlich streng. Dass man in einer Rezension darauf achten muss, nicht zu spoilern, erklärt sich natürlich von selbst. Ich bin der Meinung, dass mir das als Leserin von Rezensionen bisher zum Glück noch nicht passiert ist. Vermutlich müsste man mich da aber auch quasi auf den Kopf schlagen, damit mir das auffällt. So im Sinne von „Übrigens, auf Seite 256 stirbt der Bruder des Protagonisten, was dazu führt, dass besagter Protagonist all seine guten Vorsätze über Bord wirft und zu einem ruchlosen, rachsüchtigen Mörder mutiert“. Ich bin da einfach nicht so aufmerksam und denke auch später beim Lesen nie „Ach ja, das hatte XY ja in der Rezension erwähnt“. Ich merke mir meist gar nicht im Einzelnen, was jemand über ein Buch geschrieben hat, ich behalte nur im Kopf, ob es positiv oder negativ war und treffe darauf basierend die Entscheidung, ob ich das Buch ebenfalls lesen möchte. Ganz ehrlich, wenn ich das täte, würde mein Kopf überquellen vor lauter „fremden“ Buchmeinungen. Das geht nicht. Aber ich schweife ab.
Als Rezensentin ist es für mich nicht immer leicht, nicht zu spoilern, weil die Frage, wo ein Spoiler überhaupt beginnt, ein Fass ohne Boden ist. Das sieht jede/r anders. Meiner Meinung nach darf man durchaus das eine oder andere Detail verraten oder andeuten, wenn es so wichtig ist, dass man das Buch ohne diese Erwähnung nur schwer beschreiben kann. Da ich prinzipiell eigene Inhaltsangaben schreibe und nicht den offiziellen Klappentext verwende, muss ich manchmal konkreter werden, weil mein Text anders einfach nicht funktioniert. Ein Beispiel ist „The Young Elites“ (Rezension: HIER) von Marie Lu. Im offiziellen Klappentext wird nicht erwähnt, dass Adelina für den Mord an ihrem Vater verbrannt werden soll. Ich brauchte diesen Fakt aber dringend, weil ich ohne ihn einfach nicht in der Lage war, den Inhalt zusammen zu fassen. Klingt blöd, aber ich habe es wirklich lange versucht und bin fast verzweifelt, da das Buch erstaunlicher Weise recht komplex ist. Ich hätte anders nicht erklären können, wie Adelina auf die Young Elites trifft. Ich hätte auch nicht erklären können, dass sie selbst eine ist. Das hätte wiederum alles, was ich in der Bewertung schreiben wollte, unmöglich gemacht. Es ist mir nicht leicht gefallen, diesen Fakt zu offenbaren, aber ich habe mich dafür entschieden, weil Marie Lu ihn direkt im ersten Kapitel erwähnt. Kurz gesagt: Spoiler sind ein schwieriges Thema.
Eine gute Rezension ist ähnlich schwierig zu definieren. Das Wichtigste ist für mich vermutlich der Schreibstil und da der Geschmackssache ist, kann ich nicht eindeutig sagen, was mir gefällt und was nicht. Spontan fällt mir sogar nur ein stilistischer Punkt ein, den ich als eher unangenehm empfinde: Wiederholungen in den Formulierungen. Das liegt wohl auch daran, dass ich selbst sehr darauf achte, meine Worte und Redewendungen zu variieren. Wenn jemand innerhalb einer Rezension beispielsweise immer wieder schreibt „Das fand ich toll“, wirkt das auf mich einfallslos und unaufmerksam. Denn wenn man den eigenen Text bei der Überarbeitung konzentriert liest, sollte das eigentlich auffallen. Ansonsten… tja. Gute Frage. Ich mag Rezensionen, die mehrere Punkte abdecken und mir einen recht umfangreichen Eindruck des Buches vermitteln. Schreibstil, Idee, Weltenkonstruktion, Charaktere, Perspektive, Botschaft. Kann ich sehen, dass sich der/die RezensentIn wirklich Gedanken über das Buch gemacht hat und auch versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, kommt das bei mir wesentlich besser an als eine rein oberflächliche Beschreibung, die keinerlei Tiefe hat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass nicht jedes Buch ausreichend Fläche bietet, um tiefgründige Gedanken zuzulassen, doch auch bei der von mir heiß geliebten brain candy – Literatur sollte man meines Erachtens nach ab und zu mal ein wenig über die Grenzen des Geschriebenen hinaus nachdenken. Sonst wäre mir zB vermutlich nicht aufgefallen, wie unerfreulich sich die Beziehung zwischen Merit und Ethan in „Teuflische Bisse“ (Rezension: HIER) von Chloe Neill entwickelt.
Darüber hinaus vertraue ich RezensentInnen eher, wenn sie in der Lage sind, Kritik zu äußern und konkret zu benennen, was ihnen nicht gefiel. Manche Blogs lese ich nicht mehr, weil die Rezensionen einfach jedes Mal überschäumend begeistert sind und es kaum eine Bewertung unter 3 Sternen gibt. Damit kann ich leider nichts anfangen. Ich will nicht ausschließlich Lobeshymnen lesen, sondern realistische, reflektierte Einschätzungen, die mir helfen, Lektüre für mich auszusuchen.
Alles andere… da bin ich flexibel. Ich brauche nicht unbedingt Infos über den/die AutorIn, doch wenn sie vorhanden sind, ist das nett. Ich mag es ganz gern, wenn RezensentInnen die Inhaltsangaben selbst schreiben, weil man dann oft einen etwas detaillierteren Eindruck des Handlungsablaufes erhält, aber das ist kein Muss. Ein Fazit – okay, wenn es da ist, wenn es nicht da ist, auch okay. Ich finde Bewertungen, die sich in Sternen oder ähnlichem ausdrücken angenehm, weil sie eine unmissverständliche Einschätzung abgeben; ist die Rezension jedoch so eindeutig, dass so ein Bewertungssystem überflüssig ist, kann ich damit auch sehr gut leben. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, würde ich mir wünschen, dass meine lieben Blogger-KollegInnen häufiger erklären, wie sie überhaupt zu dem jeweils vorgestellten Buch kamen und warum sie sich dafür entschieden haben. Was den Reiz dieser Lektüre für sie ausmachte und welche Erwartungshaltungen bzw. Motivation dem Lesen vorangestellt waren. Ich integriere diesen Punkt nicht immer, aber doch recht oft in meine Rezensionen, weil es das ist, was ich selbst auch gern lesen würde. Es interessiert mich. Vielleicht ist das die wichtigste Info darüber, wie ich Rezensionen schreibe: ich versuche immer, so zu schreiben, dass ich es selbst gern lesen würden. Wie gut das klappt und ankommt – das müsst ihr mir sagen. 🙂

Was lest ihr im Moment? Was macht für euch eine gute Rezension aus?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Dienstag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
 

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16. 12. 2014 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben, heute ist mal wieder „Gemeinsam Lesen“ – Zeit! 🙂 Wie immer geht es darum, ein paar Details aus unserer aktuellen Lektüre zu teilen. Die Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut; heute findet ihr die Fragen bei Weltenwanderer oder durch einen Klick aufs Bild. 😉

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Prodigy“ von Marie Lu, den zweiten Band aus der Legend – Trilogie. Aktuell befinde ich mich auf Seite 269.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Metias had always told me that whenever I do get sick, I pull out all the stops.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Wer hätte das gedacht? Mir gefällt „Prodigy“ VIEL besser als der erste Band „Legend“. Tatsächlich kann ich auch endlich was mit den beiden ProtagonistInnen June und Day anfangen. Beim Lesen des Auftakts hatte ich noch den Eindruck, dass sie eine wenig originelle Neuauflage von Romeo und Julia sind, doch dieser Eindruck hat sich völlig verflüchtigt. Vor allem June hat einige Sympathiepunkte gut gemacht. Das arme Mädchen hat sowas von keine Ahnung, wie man sich gegenüber anderen Menschen verhält. Sie hat einen genialen analytischen Verstand – aber der ist eben nicht auf soziale Kontakte anwendbar. Sie tut mir ein bisschen leid. Ich bin allerdings optimistisch, dass Day ihr noch beibringen wird, wie man sich freundlich, rücksichtsvoll und einfühlsam verhält. Er ist darin nämlich viel besser. 😉

4. Wie schlimm sind für euch Spoiler? Seid ihr genervt, wenn ihr irgendwo etwas erfahrt – sei es im Klappentext oder in einer Rezension – oder ist es euch egal?

Das kommt drauf an. Meistens kann ich Spoiler nicht leiden. Ich will ein Buch lesen und selbst entdecken, wer stirbt, wer überlebt, wer sich verliebt und so weiter. Deswegen achte ich auch in meinen Rezensionen darauf, nicht zu heftig zu spoilern, wobei es manchmal nicht vermeidbar ist. Bisher habe ich aber von euch keine Kritik in diese Richtung zu hören bekommen, also schätze ich, ich kriege das ganz gut hin. 🙂
Bei manchen Büchern brauche ich aber auch ein paar mehr Infos, um entscheiden zu können, ob es auf meine Wunschliste und später in mein Regal wandern darf. Der Grad zwischen zu viel und genau richtig ist da sehr schmal. Es muss genug sein, damit mein Interesse geweckt wird, darf aber nicht so viel sein, dass ich das Gefühl bekomme, schon das ganze Buch zu kennen.
Bisher habe ich aber auch noch keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht. Ich lese ja nicht jede x-beliebige Rezension, sondern suche mir genau aus, welchen AutorInnen/BloggerInnen ich vertraue. 😉

Welches Buch lest ihr im Moment? Stören euch Spoiler?

Ich freue mich wie immer auf eure Antworten und Kommentare! 😀

 
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Verfasst von - 16. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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