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Charlie Huston – No Dominion

Charlie Huston, Autor der „Joe Pitt“-Romane, wusste früh, dass er seinen vampyrischen Detektiv nicht auf ewig begleiten würde. Obwohl er mit dem Gedanken spielte, die Reihe ohne festgelegten Abschluss zu konzipieren, langweilte ihn die Idee bereits, bevor er mit dem Schreiben begonnen hatte. Nach dem zweiten Band „No Dominion“ beschloss er, dass „Joe Pitt“ überschaubare fünf Bände umfassen sollte. Dadurch musste er harte Entscheidungen für seinen Protagonisten treffen, intensivierte aber auch seine Schreiberfahrung. Mich motiviert die Aussicht auf einen Abschluss, die Reihe konsequenter als bisher zu verfolgen.

Eigentlich möchte Joe Pitt nur in Ruhe gelassen werden. Leider ist er als unabhängiger Vampyr in Manhattan gezwungen, Aufträge der konkurrierenden Clans anzunehmen, um seinen Geldbeutel und Blutvorrat aufzustocken. Seit dieser schmutzigen Geschichte mit der Kleinen erlebt Joe allerdings eine Durststrecke. Ihm gehen die Ideen aus, also wendet er sich an seinen alten Freund Terry, Anführer der Society. Terry bietet ihm einen dubiosen Job an. Es kursiert eine neue Droge. Dass es überhaupt einen Stoff gibt, der nicht sofort vom Vyrus aus dem System gespült wird, ist überraschend genug, doch dieses Zeug hat es in sich. Falsch dosiert verwandelt es Vampyre in rasende Berserker. Joe soll herausfinden, wer die Droge herstellt. Bemüht, schnell Antworten zu finden, stößt er bald auf eine Spur. Diese führt tief in die Hood, in das Territorium von DJ Grave Digga. Sieht so aus, als wäre diese Sache deutlich größer, als er angenommen hatte. Aber Joe wäre nicht Joe, würde ihn das davon abhalten, einigen Leuten kräftig auf die Füße zu treten…

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Verfasst von - 22. August 2018 in Rezension, Science Fiction

 

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Ally Condie – Reached

„Reached“

Reached

Reihe: Matched #3

Autor: Ally Condie

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 512 Seiten

Verlag: RazorBill

Sprache: Englisch

ISBN: 014133309X

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 12.12.2014

Bewertung:

Seit ich die erste Seite von „Reached“ aufschlug, bin ich mir sicher, dass die „Matched“ – Trilogie von Anfang an als solche gedacht war. Woher ich diese Überzeugung nehme? Im Vorwort schreibt Ally Condie, dass sie seit Beginn an diesem Band schrieb. Das heißt, parallel zu „Matched“ und „Crossed“ entstanden bereits Szenen für „Reached“. Vielleicht steht es mir nicht zu, ihren Arbeitsprozess zu kritisieren, doch ich muss sagen, ich halte das nicht für die beste Strategie. Ich glaube nämlich, dass es genau daran liegt, dass „Crossed“ inhaltlich so flach geraten ist. Umso höher waren dadurch auch meine Erwartungen an das Finale, denn schließlich arbeitete Ally Condie vier Jahre an diesem Buch.

Erneut sind Cassia und Ky voneinander getrennt. Doch dieses Mal nehmen sie die Trennung widerwillig in Kauf, denn sie glauben, das Richtige zu tun: sie haben sich „The Rising“ angeschlossen. Als der große Tag gekommen ist und die Rebellen die Society angreifen, scheint die Freiheit zum Greifen nah. Doch nicht einmal „The Rising“ konnten im Voraus alle Konsequenzen ihres Handelns abschätzen. Die Übernahme der Society läuft nicht wie geplant; Panik breitet sich aus. Während Menschen sterben, werden Cassia und Ky unerwartet wieder vereint. Allerdings bringt „The Rising“ die beiden nicht uneigennützig wieder zusammen. Plötzlich liegt die Last der Verantwortung auf ihren Schultern. Gemeinsam mit Cassias bestem Freund Xander sollen sie einen Ausweg aus dem Chaos finden, das „The Rising“ verursacht hat. Können sie die Menschen retten und ihren Traum von Freiheit wahr werden lassen?

Es hat drei Bände gedauert, aber endlich habe ich herausgefunden, was mich an der Protagonistin Cassia stört. Ich glaube, ich weiß nun, warum ich so wenig mit ihr anfangen kann: in all ihren Beziehungen herrscht ein massives Ungleichgewicht. Cassia bekommt grundsätzlich viel mehr, als sie gibt und in meinen Augen bemerkt sie das nicht einmal und weiß es daher nicht zu schätzen. Ky würde alles für sie tun, Xander ebenfalls – ich bin nicht sicher, dass es umgekehrt genauso ist. Ally Condie gibt sich große Mühe, ihre LeserInnen vom Gegenteil zu überzeugen, aber letztendlich behält Cassia meiner Meinung nach stets ihren „Nabel der Welt“ – Status. Würde sie diese Position zumindest verdienen, wäre ich vermutlich damit zurechtgekommen. Doch mal ehrlich, sie ist einfach eine Traumtänzerin, sie lebt in einer Art Blase. Während Ky als Pilot für „The Rising“ fliegt und Xander als Mediziner Kranke heilt, spielt sie mit Gedichten herum. Ich hatte das Gefühl, dass sie ständig ein paar Zentimeter über dem Boden schwebt, als hätte sie ein stückweit die Bindung an die Realität verloren. Umso überraschter war ich, als gegen Ende des Buches plötzlich wieder ihre analytische Seite zum Vorschein kommt. Ich weiß ehrlich nicht, woher sie dieses strategische Denken auf einmal hernimmt und fand es daher auch nicht plausibel. Es passt nicht zu ihrem Charakter.
Da wir schon beim Thema „plausibel“ sind – die Handlung von „Reached“ ist für mich nur gerade so überzeugend. Es gab einige Momente, in denen ich beide Augen fest zudrücken musste, um die logischen Fehler an mir vorbei gleiten zu lassen. Ich bin keine LeserIn, die nach solchen Fauxpas sucht; ich verzeihe sie gern, wenn alles andere stimmt. Doch im Fall dieses Romans musste ich mich schon sehr anstrengen, um die Stimme in mir verstummen zu lassen, die immer wieder laut „UNREALISTISCH!!!“ brüllte. Überhaupt gelang mir das nur, weil ich Xander (und auch Ky) wirklich mag. Xander ist eine tolle Figur; es ist schade, dass er erst so spät zu Wort kommt. Er ist aufopferungsvoll, verantwortungsbewusst, gütig und selbstlos, eben ein richtig guter Kerl. Deswegen fand ich die Art und Weise, wie Ally Condie ihn behandelt, absolut unbegreiflich. Sie bezeichnet ihn im Vorwort als Protagonisten – meiner Empfindung nach ist er das jedoch nicht, weil er im Vergleich zu Cassia und Ky keine gleichberechtigte Stellung einnimmt. Er ist stetig nur das dritte Rad am Fahrrad; leidet im dritten Band mehr als das Power-Pärchen zusammen. So viel Schmerz zu durchleben hat er nicht verdient. Ich hatte den Eindruck, dass Condie ihn nur integrierte, um Cassias Entwicklung zu stützen. Drastisch ausgedrückt ist er das Abfallprodukt der Beziehung zwischen Cassia und Ky. Das ist nicht fair.
Darüber hinaus spielt sich „Reached“ in einem ziemlich engen Rahmen ab, womit Ally Condie meiner Meinung nach reichlich Potential verschenkte. Alles außerhalb des Gebiets der Society und ihrer Peripherie ist und bleibt ein weißer Fleck. Ihre Dystopie ist für mich dementsprechend unvollständig.

So, das war also die „Matched“ – Trilogie. Es war keine Zeitverschwendung, aber es gibt eindeutig bessere Dystopie – Mehrteiler auf dem Markt. Was als interessante Idee begann, driftete für mich im Verlauf der Geschichte kontinuierlich ins Unlogische und Unrealistische ab. Mir ist „Matched“ nicht bodenständig genug. Das Finale „Reached“ erhält von mir drei Sterne, allerdings nur, weil ich Xander und Ky gern habe.
Ich denke, diese Trilogie ist etwas für LeserInnen, die es gefühlsbetont und emotional mögen. Ich kann nicht abstreiten, dass sie romantisch ist, meine Prioritäten liegen jedoch an anderer Stelle.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 18. Dezember 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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Ally Condie – Crossed

„Crossed“

crossed

Reihe: Matched #2

Autor: Ally Condie

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 367 Seiten

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 0142421715

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 07.12.2014

Bewertung:

Die „Matched“ – Trilogie von Ally Condie habe ich Ende Mai dieses Jahres begonnen. Der erste Band „Matched“ gefiel mir, löste allerdings keine Begeisterungsstürme aus; ich vergab drei Sterne. Das lag hauptsächlich daran, dass ich nicht abschätzen konnte, wohin Ally Condie in ihrer Geschichte mit mir wollte und dass ich ein paar Identifikationsschwierigkeiten mit dem Protagonisten-Paar Cassia und Ky hatte. Ich war aber optimistisch, dass sich im zweiten Band „Crossed“ ein klareres Bild ergeben würde.

Nachdem die Society Cassia und Ky auseinander riss, versuchen beide, wieder zueinander zu finden. Cassia reist durch die Arbeitscamps der Provinzen, stets in der Hoffnung, einen Hinweis auf Kys Aufenthaltsort aufzuschnappen und eine Chance zu bekommen, zu ihm zu gelangen. Ky befindet sich währenddessen in den Äußeren Provinzen. Offiziell bringt die Society Aberrations dorthin, um den Anschein zu erwecken, sie seien noch immer bewohnt. Inoffiziell ist es ein Ort, um zu sterben. Ky weiß, dass er fliehen muss, sonst wird er die Angriffe des Feindes nicht überleben.
Als sich endlich für beide eine Gelegenheit bietet, zu entkommen, zögern sie nicht lange, obwohl ihr einziger Ausweg der Canyon „The Carving“ ist. Doch der Einfluss der Society ist sogar hier spürbar. Zwischen den uralten Felsen verstecken sich viele Geheimnisse. Können Cassia und Ky einander und einen Weg in die Freiheit finden?

Für mich stellt „Crossed“ insgesamt keine Steigerung zum Auftakt dar, es bleibt bei drei Sternen. Ich denke, es ist ein typischer zweiter Band einer Trilogie: man lernt die Charaktere besser kennen, die Handlung ist allerdings eher flach und zuweilen etwas ziellos. Ich hatte auf jeder Seite das Gefühl, dass es in „Crossed“ hauptsächlich um das Überbrücken zwischen Beginn und Finale geht (Wortspiel beabsichtigt). Cassia und Ky treten auf der Stelle; ihre Reise durch den Canyon wirkte auf mich impulsiv und desorientiert, als wüssten sie selbst nicht, wonach sie eigentlich suchen. Es geht vor und zurück, vor und zurück und weil es so schön ist, gleich noch mal vor und wieder zurück. Ich fand das völlig unlogisch und nervig. Wieder und wieder setzen sich die ProtagonistInnen hin und versuchen, ihre nächsten Schritte zu planen, aber irgendwie führt das zu nichts. Am Ende kraxeln sie doch wieder kreuz und quer durch die Felsen.
Außerdem hatte ich erwartet, mehr über die Society zu erfahren, die offenbar in Schwierigkeiten steckt. Ich kann nur vermuten, dass diese mit der Rebellengruppe „The Rising“ zu tun haben, aber was wirklich vor sich geht, verrät Ally Condie nicht. Ich habe immer noch keine Ahnung, wohin es mit Cassia und Ky gehen soll, obwohl ich an diesem Punkt einer Trilogie eigentlich zumindest ein paar Mutmaßungen im Kopf haben sollte. Vielleicht spart sich Condie wirklich alle Offenbarungen für das Finale auf; mir hätte ein kontinuierlicher Spannungsanstieg jedoch besser gefallen.
Trotz dieser Kritik hat es sich gelohnt, „Crossed“ zu lesen, weil ich die beiden Hauptfiguren nun wesentlich besser einschätzen kann. Mein Verständnis für Ky ist enorm gewachsen. Ich kann seine Beweggründe nachvollziehen und finde seinen Charakter angenehm. Er ist ein Überlebenskünstler, der viele Jahre gezwungen war, seine wahre Persönlichkeit zu verstecken. Im Canyon blüht er auf, dort gehört er hin, dort ist er zu Haus. Ich mag diese wilde, ungezähmte Seite an ihm und begreife jetzt, was Cassia in ihm sieht. Tatsächlich fühlte ich mich Ky sogar deutlich näher als Cassia. Sie ist ein liebes Mädchen, aber ich kann nicht wirklich etwas mit ihr anfangen. Sie denkt kein bisschen praktisch, ist naiv, irrational und völlig auf ihre Empfindungen und Ky fokussiert. Es ist, als wäre sie das personifizierte, pure Gefühl auf zwei Beinen. Cassia hat unfassbares Glück, dass sie im Canyon von der taffen Indie begleitet wird, denn ich bezweifle, dass sie das allein überlebt hätte. Meiner Meinung nach passt sie auch überhaupt nicht zu „The Rising“, obwohl der Aufstand ihre beste Option auf Freiheit ist. Sie kann von mir aus hunderte Male betonen, dass ihre innere Rebellion begann, als sie die verbotenen Gedichte von ihrem Großvater bekam, ich bin dennoch nicht überzeugt, dass sie die Nachteile der Society erkannt hätte, wäre ihr gestattet worden, mit Ky zusammen zu sein. Nichtsdestoweniger möchte ich an Cassias Potential zur Entwicklung glauben. Vielleicht wirkte sie auf mich auch nur so übermäßig emotional, weil Ally Condie erneut versuchte, ihren Schreibstil außerordentlich poetisch zu gestalten, was in meinen Augen dieses Mal nicht richtig zur Handlung passte.

Ich nehme aus „Crossed“ kaum neue Erkenntnisse mit. Primär hat mir der zweite Band der Trilogie geholfen, einen greifbareren Eindruck von den Charakteren zu bekommen. Des Weiteren gefiel es mir, zu erfahren, dass es verschiedene Wege gibt, außerhalb der Society zu leben. Was mir allerdings definitiv fehlte, war ein entscheidender Aha-Moment bezüglich Society und „The Rising“. Betrachte ich ausschließlich die Handlung, hätte ich diesen Überbrückungsband nicht unbedingt gebraucht; sicher hätte Ally Condie das Wenige, das sie verrät, im ersten Band oder im Finale „Reached“ eleganter verpacken können.

 
8 Kommentare

Verfasst von - 17. Dezember 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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