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Montagsfrage: War der Film schon mal besser?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Urlaub nähert sich dem Ende. Am Mittwoch muss ich wieder arbeiten. Diese Aussicht ist definitiv entmutigend, aber noch deprimierender gestaltete sich der letzte Montag. Ich konnte leider keine Tickets für die NFL London Games ergattern. Ich bin nicht einmal in die Nähe von passenden Tickets gekommen. Ich war natürlich sehr enttäuscht, habe meine Enttäuschung allerdings bereits überwunden. Nächstes Jahr versuchen wir es wieder. Wir geben nicht auf. 😉
Nun geht mein Leben also ohne die Vorfreude auf meines erstes Live NFL-Spiel weiter. Diese Woche habe ich für euch nur eine Rezension vorbereitet. Ich habe zwar bereits weitere Besprechungen in der Pipeline, diese werden aber erst nächste Woche online gehen, weil ich mir etwas Besonderes überlegt habe. Mehr möchte ich jetzt allerdings noch nicht verraten. Ihr werdet euch gedulden müssen. 😀
Heute starten wir in die Woche mit der neuen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Gab es schon einmal einen auf einem Buch basierten Film, den du besser als das Buch fandest?

Uhhh, schlimmes Thema. Jetzt muss ich mich nackig machen. Ich ziehe schon mal vorsichtshalber den Kopf ein und hoffe, dass der Sturm einfach an mir vorbeibläst.
Normalerweise bin ich kein Fan von Verfilmungen, aus den üblichen Gründen, die vermutlich allen Bücherwürmern auf Anhieb einfallen. Das Buch ist detaillierter und facettenreicher, die eigene Fantasie kann durch filmische Bilder nicht ersetzt werden, schlechte Verfilmungen können eine Geschichte verderben und so weiter und so fort. Ihr kennt sie alle. Ich verfolge heutzutage den Grundsatz, dass ich immer zuerst das Buch lese, bevor ich mir einen Film ansehe. Dazu kommt es meist aber gar nicht, weil ich selten Sinn darin sehe, mir einen Film anzuschauen, dessen Geschichte ich bereits kenne. Ihr seht, ich habe mit Verfilmungen eine schwierige Beziehung, wie vermutlich viele von euch ebenfalls.

Doch natürlich gibt es ein Aber. Ich zittere angesichts des Geständnisses, das ich jetzt offenbaren muss. Bitte hasst mich nicht.
Aaaaaber… Ich fand die dreiteilige „Herr der Ringe“-Verfilmung besser als die Bücher.
Nicht hauen!

Ich fand „Herr der Ringe“ stinklangweilig und unerträglich langatmig. Seitenweise Hobbit-Lieder, ewiges Durch-den-Wald-geschlage und dieses fürchterliche Gejammere von Frodo erst! Ich habe alle drei Bände gelesen, weil man als High Fantasy – Fan ja quasi nicht durchs Leben kommt, ohne dem alten Meister Tolkien die Ehre erwiesen zu haben. Ich wertschätze, was er für das Genre getan hat und ich kann akzeptieren, dass die Struktur seines Epos nicht mit modernen Standards vergleichbar ist. Leider heißt das noch lange nicht, dass ich Spaß mit der Lektüre hatte. Hatte ich nicht. Ich habe mich gequält. Ich schäme mich nicht dafür, dass ich die Bücher nicht mochte, denn das passiert den Besten. Es ist mir allerdings schon ein bisschen peinlich, dass ich die Filme deutlich besser fand. Ich fühle mich wie eine Banausin.

Ich fand die Verfilmung großartig, weil sie alles, was mich in der literarischen Vorlage anstrengte und anödete, hervorragend zusammenfasst. Keine Hobbit-Lieder, Szenen im Wald wurden gekürzt und die Schlachten sind bombastisch inszeniert. Frodo ist zwar immer noch der größte Jammerlappen aller Zeiten, doch dank der fantasievollen, mitreißenden Bilder konnte ich darüber hinwegsehen. Meiner Meinung nach haben Regisseur Peter Jackson und die Drehbuchautor_innen (Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens und Stephen Sinclair) beeindruckende Arbeit geleistet und das dreiteilige Epos würdig und respektvoll für die Leinwand adaptiert. Bis heute finde ich, dass es eine der besten Buchverfilmungen ist, die jemals in die Kinos kamen.

So, nun ist es raus, mein schmutziges Geheimnis. Vielleicht könnt ihr ja auf einen Shitstorm verzichten. 😉

Fandet ihr eine Verfilmung schon einmal besser als das Buch?

Ich bin heute sehr gespannt auf eure Beiträge und Kommentare und hoffe ein bisschen, auf ähnlich skandalöse Offenbarungen zu stoßen, damit ich nicht allein bin. Ich wünsche euch allen einen grandiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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18. 08. 2014 – Wie wir zu Bestien werden: Reden wir über Kritikfähigkeit

Heute ist richtig was los auf meinem Blog, das ist heute schon mein dritter Beitrag. 😀 Während die letzten beiden Posts erfreuliche Themen besprachen, möchte ich mich nun den ernsten Dingen des Lebens widmen. Ich danke Annika von kathrinsbooklove, dass sie mich dazu inspiriert und aufgeklärt hat.
Offenbar ist dieses Wochenende (während ich Bücher in das neue Regal einsortiert habe) eine Erschütterung durch die Buch-BloggerInnen-Welt gegangen. Ein paar meiner lieben KollegInnen mussten einsehen, dass sie sich manchmal nicht besser verhalten als der Rest der weiten Internet-Community.
Es ging um den neuen Blog Die ehrliche Rezensentin und ihren ersten Post, den ihr HIER einsehen könnt. Anscheinend hat dieser Beitrag einen Shitstorm (was für ein blödes Wort) auf Twitter ausgelöst. Viele Buch-BloggerInnen fühlten sich auf den Schlips getreten und haben der Autorin so richtig Feuer unterm Hintern gemacht. Und das nur, weil sie schrieb, sie fände, dass viele Rezensionen zu nett sind. Einen Tag später stellte sich dann heraus, dass hinter dem Blog eine bereits bekannte Persönlichkeit der Szene steckte: Antonie von Die fabelhafte Welt der Bücher. Es war ein Experiment, ein Experiment, das grandios gescheitert ist, wie ihr HIER lesen könnt.

So viel zur Hintergrundgeschichte. Ich möchte dazu nun ein paar Worte sagen, obwohl die Ereignisse an sich völlig an mir vorbei gegangen sind. Ich finde, dass man sowas nicht einfach unkommentiert lassen darf. Denn es ist meiner Meinung nach keine spezielle Erfahrung, sondern nur das Symptom eines größeren Phänomens.
Was da passiert ist, ist ein Ausdruck dessen, wie wir uns im Internet verhalten. Egal auf welcher Plattform, ob nun Blog, Forum oder Twitter. Was sind wir nur für hypersensible Memmen geworden? Ja, von mir aus, dann macht mich doch fertig aufgrund meiner Wortwahl. Aber wartet damit bitte bis zum Ende des Posts. Ich nehme mich da nämlich nicht aus. Auch ich bin extrem empfindlich, wenn ich Kritik im Internet lese. Als ich den Post von Die ehrliche Rezensentin las, schaltete auch mein Inneres direkt in die Defensive. „Meine Rezensionen sollen zu unehrlich sein??? Was bildet die sich ein???“, so dachte ich (in etwa).
Bis vor ein paar Monaten übermannten mich solche Gedanken auch jedes Mal, wenn ich Kritik auf meinem eigenen Blog las, die sich dann direkt an mich richtete. Ich beobachtete das an mir und ich schämte mich dafür. Denn was ist Kritik anderes als gut gemeinte Hilfe? Ich habe dann bewusst die Entscheidung getroffen, meine inneren Reaktionen besser zu kontrollieren. Wenn ich im Netz etwas veröffentliche, muss ich damit rechnen, dass nicht jede/r meine Beiträge für perfekt hält. Und wenn ich ehrlich bin, halte ja nicht mal ich selbst mein Geschreibsel für perfekt. Warum werde ich also wütend, wenn mir jemand das bestätigt, was ich sowieso schon denke und irgendwo weiß? Das heißt, ich haue mir nun einfach jedes Mal selbst auf die Finger, wenn ich merke, dass sich Empörung in mir breit machen will. „Stopp, fahr dich runter. Das ist NICHT böse gemeint“. Ist es so einfach? Ja, ist es.
In Bezug auf so allgemeine Kritik wie die von Die ehrliche Rezensentin ist es sogar noch einfacher. Sie hat mich nicht persönlich angesprochen. Vermutlich kennt sie meinen Blog nicht mal. Es gibt für mich daher absolut keinen Grund, ihre Worte persönlich zu nehmen und das Gefühl zu entwickeln, sie hätte mir ans Bein gepinkelt. Ich bin der Meinung, ihre Einschätzung trifft auf meine Rezensionen nicht zu. Sie mögen nicht perfekt sein, aber ehrlich sind sie. Ich schreibe prinzipiell auf, was mich stört. Ich muss nicht aus der Haut fahren, da ich meines Erachtens nach NICHT gemeint bin.
Zum wichtigsten aller Punkte an dieser Geschichte komme ich aber jetzt: angenommen, ich wäre der Meinung, dass Die ehrliche Rezensentin richtig liegt und meine Rezensionen etwas zu weichgespült sind. In welcher Welt ist es bitte eine logische Reaktion, meine Wut darüber an IHR auszulassen? Ist das denn ihre Schuld? Hat sie mir einen Revolver an die Schläfe gedrückt und mich gezwungen, einen Beitrag so und nicht anders zu schreiben? Selbstverständlich nicht. ICH bin Schuld. „Töte nicht den Boten“. Ich muss den Fehler nicht bei ihr suchen, sondern bei mir. Mir muss ich Vorwürfe machen, nicht ihr. Ja, vielleicht fühle ich mich durch ihre Worte in die Ecke gedrängt und habe das Bedürfnis, mich mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Doch so werde ich aus der Ecke nicht heraus kommen. Es gibt nur eine Person, die die Macht dazu hat, mich da rauszuholen: ich selbst. Statt also auszuflippen und wilde Beleidigungen ins Netz zu schmeißen, wäre es doch wesentlich rationaler, ein Zwiegespräch mit mir selbst zu führen und eine Lösung zu finden.
Ich mache mir etwas vor, wenn ich glaube, ich wäre wichtig genug, dass jemand mich persönlich verletzen will, weil ihm oder ihr etwas an meinem Blog nicht gefällt. Ich bin NICHT der Mittelpunkt der Gedankenwelt anderer.

Lange Rede, kurzer Sinn: sind wir denn alle so wenig kritikfähig? Wie wenig Selbstbewusstsein haben wir eigentlich und wie wichtig nehmen wir uns selbst? Entweder ich vertraue meinem Schaffen oder eben nicht. Und wenn nicht, dann sollte ich eine Möglichkeit finden, das zu ändern. Wenn ich hinter dem stehe, was ich schreibe, bringt mich doch eine kleine Kritik nicht aus dem Konzept.
Ich für meinen Teil arbeite daran, meine Reizschwelle wieder nach oben zu versetzen. Weil ich niemandem weh tun möchte, nur weil MEIN Ego angekratzt ist. Weil ich besser sein möchte als das. Ich möchte mit Kritik umgehen können. Es ist nicht immer leicht meine Gefühle zu kontrollieren, denn in meinem Blog steckt mein Herz und meine Seele, aber es ist sehr wohl leicht, die Kontrolle über meine Handlungen zu behalten.
Manchmal sollten wir vielleicht einfach die Finger von der Tastatur nehmen und kurz innehalten.

 
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Verfasst von - 18. August 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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