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Schlagwort-Archive: Sense and Sensibility

[TAG] Mein Leben in Büchern

Hallo ihr Lieben! 🙂

Gestern habe ich den TAG „Mein Leben in Büchern“ bei Anna von Live Your Life With Books gesehen, der mir so gut gefiel, dass ich entschieden habe, heute gleich mal mitzumachen, auch ohne getaggt worden zu sein. Bücher begleiten mich schon mein ganzes Leben lang, also kann ich es auch durch Bücher beschreiben! 😉

1. Suche dir je eins deiner gelesenen Bücher für deine Initialen heraus.

[E]: „Engel und Joe“ von Kai Hermann

Engel und JoeJoe, die eigentlich Johanna heißt, hält es zu Hause nicht mehr aus und irrt ziellos durch Berlin. Als die 15-jährige von Skinheads bedroht wird, tritt Engel dazwischen. Es ist Liebe auf den ersten Blick zwischen Joe und dem 17 -jährigen, der zu einer Punker-Clique auf dem Alex gehört. Doch kaum haben sich die beiden zueinander gefunden und sich geschworen, nie wieder auseinander zu gehen, ist ihre junge Liebe in Gefahr.

Für das „E“ meines Vornamens habe ich „Engel und Joe“ von Kai Hermann herausgesucht. Wenn man so will, war es DAS Buch meiner Teenagerzeit. Als ich das erste Mal mit dieser Geschichte in Berührung kam, war ich gerade frisch in der Punk-Szene angekommen und viele der Probleme, die in „Engel und Joe“ thematisiert werden, beschäftigten mich durch meinen neuen Freundeskreis ebenfalls. Drogen, Alkohol, Selbstmord, die erste große Liebe, Konflikte mit Autoritäten… Für mich war es ein Buch mitten aus dem Leben. Eigentlich ist ein Reread längst überfällig.

[S]: „Die Straße“ von Cormac McCarthy

die straßeEin Mann und ein Kind schleppen sich durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind, die den Schnee grau färbt. Sie haben nur noch ihre Kleider am Leib, einen Einkaufswagen mit all ihrer Habe und einen Revolver mit zwei Schuss Munition. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Eine Geschichte voller Dunkelheit und mittendrin ein Licht: die herzzerreißende Liebe eines Vaters zu seinem Sohn.

Ich gehe mal davon aus, dass Artikel nicht zählen, daher fiel meine Wahl für das „S“ meines Nachnamens auf „Die Straße“ von Cormac McCarthy. McCarthy erhielt für diesen Roman 2007 den Pulitzer Preis – völlig zu Recht, wenn ihr mich fragt. Das Buch ist eine Dystopie, aber meilenweit entfernt von all den hübschen, niedlichen Young Adult Dystopien, die ich gelesen habe. Es ist dunkel, kalt und verzweifelt. Wie soll ich euch erklären, warum es trotzdem ein wundervolles Buch ist, das mich zum Weinen brachte? Wisst ihr, obwohl es in dieser Geschichte fast nichts gibt, an das man sich klammern könnte, ist sie so voller Hoffnung und Liebe, dass es mir fast das Herz brach.

2. Stell dich vor dein Bücherregal und zähle dein Alter entlang die Bücher ab – bei welchem Buch landest du?

Wie ihr wisst, ist mein Bücherregal sehr groß. Es geht über drei Wände. Natürlich steht in der Frage nicht, wo man anfangen soll zu zählen. Ich könnte das im Grunde an hundert verschiedenen Stellen machen, es käme jedes Mal etwas anderes heraus. Tja, entscheiden musste ich mich trotzdem, also habe ich ganz traditionell bei „A“ angefangen zu zählen (mein Regal ist alphabetisch nach AutorIn sortiert). 26 Zähler später landete ich bei „Sense and Sensibility“ von Jane Austen.

Sense and SensibilityMarianne Dashwood wears her heart on her sleeve, and when she falls in love with the dashing but unsuitable John Willoughby she ignores her sister Elinor’s warning that her impulsive behaviour leaves her open to gossip and innuendo. Meanwhile Elinor, always sensitive to social convention, is struggling to conceal her own romantic disappointment, even from those closest to her. Through their parallel experience of love—and its threatened loss—the sisters learn that sense must mix with sensibility if they are to find personal happiness in a society where status and money govern the rules of love.

Ich kann zu diesem Buch noch nichts sagen, weil ich es noch nicht gelesen habe. Bis ich wieder Lust auf einen Roman von Jane Austen habe, wird aber wohl vermutlich noch ein bisschen Zeit vergehen.

3. Suche dir eines deiner Bücher aus, das in deiner Stadt, deinem Bundesland oder in deinem Land spielt.

Ich bin Berlinerin, habe es bei dieser Aufgabe also relativ leicht. Eine naheliegende Wahl wäre ein Roman von Sebastian Fitzek, aber ich fand „Onkel Toms Hütte, Berlin“ von Pierre Frei dann doch besser.

Onkel Toms Hütte Berlin„Der fünfzehnjährige Ben stößt beim Sammeln von Zigarettenkippen auf eine Frauenleiche: blond, blauäugig, brutal zugerichtet. In der vom Krieg zerstörten Stadt treibt ein psychopathischer Serienmörder sein Unwesen, dem innerhalb kurzer Zeit drei weitere Frauen zum Opfer fallen.“

Dieses Buch könnte einer der ersten Thriller sein, die ich gelesen habe. Das muss gut 10 Jahre her sein. Es ist ein großartiger Mix aus Spannung und geschichtlichen Details, die sich vor allem mit dem Leben von Frauen im Dritten Reich beschäftigen. Bis heute finde ich den Aufbau des Buches genial, weil der Autor sehr bemüht war, dass man als LeserIn die ermordeten Frauen intim kennenlernt und begreift, wie es war, während des Zweiten Weltkriegs Frau, Mutter, Schwester, Geliebte, Rebellin und/oder Arbeiterin zu sein.

4. Jetzt suche ein Buch heraus, das einen Ort repräsentiert, an den du gerne reisen würdest.

Hier fiel mir die Wahl wirklich schwer. Es gibt so viele Länder, in die ich gern einmal reisen würde. Am liebsten möchte ich die ganze Welt sehen. Trotzdem musste ich mich entscheiden und habe ein Buch herausgesucht, das (zum Teil) in dem Land spielt, das mir als erstes eingefallen ist: Indien. Was läge da näher als „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel?

Schiffbruch_mit_Tiger„Schiffbruch mit Tiger? Diese Geschichte würden Sie nicht glauben? Kein Wunder. Fantastisch. Verwegen. Atemberaubend. Wahnsinnig komisch. Eine Geschichte, die Sie an Gott glauben lässt.“

Ich liebe dieses Buch, in all seinem philosophischen Reichtum. Zwar glaube ich nach dem Lesen immer noch nicht richtig an Gott (kompliziertes Thema), aber ich glaube an das Leben und an Wunder. *.* Ich hatte damals schon ziemliche Schwierigkeiten, meine Gefühle Pis Geschichte gegenüber in Worte zu fassen, also werde ich das hier nicht noch einmal versuchen. Lest einfach meine Rezension, wenn ihr es wissen möchtet. 🙂

5. Was ist deine Lieblingsfarbe? Fällt dir ein gelesenes Buch ein, dessen Cover in dieser Farbe gehalten ist?

Hui. Schwierig. Meine Lieblingsfarbe ist blau, in allen Schattierungen. Viele Bücher haben ein blaues Cover. Ich entscheide mich für… *ratlos im Kreis herumwusel* … Ähhh… „Die Gärten des Mondes“ von Steven Erikson.

Die Gärten des MondesFür Sergeant Elster war stets klar, dass er dem malazanischen Imperium treu ergeben ist, egal wie schlecht er von seiner Herrscherin behandelt wurde. Auf ihren Befehl begibt er sich in die feindliche Stadt Darujistan, um deren Eroberung vorzubereiten. Doch als er und sein Trupp eintreffen, schwebt bereits die finstere Festung Mondbrut wie eine schützende Hand über der Stadt – und der Plan der Imperatrix zur Vernichtung Mondbruts kann sehr leicht auch Elster und seine Leute mit in den Tod reißen.

Ich arbeite schon eine Weile daran, die High Fantasy – Reihe Das Spiel der Götter zusammen zu kaufen. Gar nicht so leicht bei mittlerweile 15 deutschen Bänden. Im Original hat die Reihe wohl nur 10 Bände – vermutlich hat Blanvalet entschieden, die Bücher zu teilen (nein, ich werde mich jetzt nicht aufregen). Ich besitze jetzt fünf Bände, habe also noch einiges vor mir. Ich weiß auch, dass ich den Auftakt „Die Gärten des Mondes“ noch einmal lesen muss, bevor ich mit der Reihe durchstarten kann. Ich habe seit Monaten große Lust dazu, aber ich gestehe, mir graut es dermaßen vor der Rezension, dass ich davor zurückschrecke. Alle Welt schwärmt von George R.R. Martin (und ich schätze, das ist berechtigt), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er komplexer als Steven Erikson schreibt.

6. An welches Buch hast du die schönsten Erinnerungen?

Das ist leicht, weil ich das entsprechende Buch erst im letzten Winter noch einmal gelesen habe: „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss.

Timm ThalerTimm Thalers wunderbares Lachen steckt alle an. Doch er verkauft es an den geheimnisvollen Baron Lefeut, der ihm dafür viel Geld verspricht: Der Baron erhält Timms Lachen, und Timm gewinnt ab jetzt jede Wette. Bald aber merkt Timm, dass ein Mensch ohne Lachen kein richtiger Mensch ist – gleich, wie viel Reichtum er anhäuft. Timm schmiedet einen Plan, wie er sein Lachen zurück erobern kann. Lefeut ist nicht leicht zu überlisten, aber Timm gibt nicht auf…“

Glücklicherweise habe ich auch zu diesem Buch erst einen Beitrag und dann eine Rezension verfasst. Dort steht alles, was ihr über meine langjährige Beziehung zu diesem wundervollen Buch wissen müsst. 🙂

7. Bei welchem Buch hattest du die größten Schwierigkeiten es zu lesen?

Muss es ein Buch sein, das in meinem Regal steht? Wenn nicht, wäre es Franz Kafkas „Die Verwandlung“, das ich für die Schule lesen musste und das der Grund für meine tiefsitzende Abneigung gegen diesen Autor ist. Falls doch… Hmmm..
Ich denke, es ist ein Kopf an Kopf – Rennen zwischen „The Jungle“ von Upton Sinclair und „The Armies of the Night“ von Norman Mailer. Beide Bücher musste ich für die Uni lesen, beide Bücher habe ich abgebrochen (nach der verlangten Seitenanzahl). „The Jungle“ fand ich schockierend und sehr ehrlich, aber Sinclairs Schreibstil fiel mir unglaublich schwer. Mit „The Armies of the Night“ konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Ich weiß nicht, was mir das Buch sagen wollte, obwohl es thematisch für mich voll ins Schwarze trifft und ich hohe Erwartungen hatte. Eigentlich fand ich, dass Mailer nur uninteressantes Zeug geschwafelt hat. Und das über den Marsch auf Washington im Oktober 1967. Vielleicht spielt auch mit rein, dass ich Mailer als Persönlichkeit nicht ausstehen kann. Der Mann hat versucht, seine zweite Ehefrau (von insgesamt sechs) abzustechen.

8. Welches Buch auf deinem SuB wird dir das größte Gefühl verschaffen, etwas geleistet zu haben, wenn du es gelesen hast?

Im Gegensatz zu Anna gibt es für mich durchaus ein Buch, das mir ein Gefühl von Erfolg verschaffen wird, wenn ich es eines Tages gelesen und verstanden habe: „Das Verlorene Paradies“ von John Milton.

das verlorene paradies„Der englische Dichter John Milton (1608-1674) schuf Mitte des 17. Jahrhunderts mit seinem Versepos »Das verlorene Paradies« eines der bedeutendsten Werke der europäischen Literatur. In für die damalige Zeit untypischen Blankversen erzählt es von den wiederholten Versuchen Satans, Gott seine Macht zu entreißen. Als Satan in Schlangengestalt ins Paradies eindringt und den Sündenfall Adams und Evas provoziert, ist der Garten Eden schließlich verloren. Miltons kunstvolle Komposition von »Paradise Lost« blieb lange Zeit Wegweiser für die englische Literatur.“

Dieses Buch ist meine Nemesis. Das eindeutige Zeichen dafür, dass jedes Buch seine Zeit hat. Die für mich noch nicht gekommen ist. Ich bin erst 26, aber schon heute sorge ich mich, dass ich niemals bereit sein werde für Miltons großes Epos. Ich will auf meinem Sterbebett denken können „Zumindest hast du den Milton gelesen“. Es steht hier. Seit Jahren. Ab und zu höre ich, wie es mich auslacht. Es macht mich wahnsinnig, dass ich noch nicht so weit bin, weil es ganz oben auf meiner Lebens-Lese-Liste steht. Dieses Buch zu lesen und zu verstehen ist für mich das ultimative Zeichen von fortgeschrittener Intelligenz und ich werde niemals hinnehmen, dass ich für Milton eventuell nicht klug genug bin. Eines Tages werde ich „Das Verlorene Paradies“ in die Knie zwingen. Ich werde triumphieren. Wenn es soweit ist, werde ich das bestimmt sogar feiern, denn wenn man endlich ein Buch ausgelesen hat, das einen jahrelang verfolgt hat, ist das eine Party wert.


Fertig! 😀 Ich finde, da ist eine wirklich interessante Bücher-Mischung zu Stande gekommen. Habt ihr diese Werke bereits gelesen?
Eigentlich müsste ich jetzt weitere Blog taggen, aber da ich nicht weiß, wer diesen TAG schon alles gemacht hat und es außerdem noch verdammt früh ist, verzichte ich darauf. Wenn ihr Lust habt, mitzumachen, tut es einfach! 😀

Ich freue mich sehr auf eure Kommentare und Meinungen zu meinem Leben in Büchern und wünsche euch allen einen wundervollen Sommertag! (I’m walking on Sunshine, ohooo *sing*)
Alles Liebe,
Elli

 
 

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24. 07. 2014 – Inside Jane Austen #2

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, habe ich „Pride and Prejudice“ mittlerweile ausgelesen. Ich habe auch schon Rezensionsnotizen zusammen gestellt, aber da ich im Moment doppelt so viel arbeite wie sonst, finde ich einfach nicht die Zeit, diese auch auszuformulieren. Dieses Buch, dieser Klassiker, verdient eine intensive Auseinandersetzung, also warte ich einfach noch ab.
Euch habe ich aber versprochen, dass ich euch die Wartezeit verkürze und mit Trivia-Wissen glänze, darum erwartet euch heute der zweite Teil meiner „Inside Jane Austen“ – Faktensammlung! 🙂

Inside Jane Austen #2: Was ihr bisher vermutlich nicht über die Autorin wusstet

1.Jane Austen begann mit 12 Jahren zu schreiben und hatte schon in diesen jungen Jahren einen satirischen Blick auf gesellschaftliche und literarische Konventionen. Ihre ersten Werke waren kurze Prosastücke, Kurzromane, Theaterstücke und Fragmente.
Sie schrieb sechs vollständige Romane.

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Portrait von Jane Austen, gemalt von ihrer Schwester Cassandra (wikimedia)

2. Jane Austen verkaufte die Rechte an „Sense and Sensibility“ für 140£, „Pride and Prejudice“ für 110£ (an den Verleger Thomas Egerton) und „Mansfield Park“ für 350£.

3. Möglicherweise war Jane Austen über eine Heirat mit Lord Byron verschwägert. Diese Verbindung ist nicht mit Sicherheit belegt, aber laut der Autorin Paula Byrne („The Real Jane Austen: A Life in Small Things“) heiratete General Charles Leigh Lord Byrons Tante. Jane Austens Mutter, Cassandra Austen, hieß mit Mädchennamen ebenfalls Leigh.

4. Bleiben wir bei den Byrons: Lord Byrons Frau, Annabella Milbanke, nannte „Pride and Prejudice“ „a fashionable novel“, was so viel bedeutet wie „ein eleganter/modischer Roman“.

5. Ganz im Gegensatz zu Charlotte Brontë, die den Roman nicht mochte. In einem Brief an den Kritiker George Henry Lewes schrieb sie folgendes über „Pride and Prejudice“: „a carefully fenced, highly cultivated garden, with neat borders and delicate flowers; but … no open country, no fresh air, no blue hill, no bonny beck.“ Ich schätze, im Grunde wollte sie wohl sagen, dass Austens Roman eine Art hübschen Mikrokosmos darstellt, in dem sie keinerlei Kreativität und Freiheit zuließ. Anscheinend dachte sie, das gesamte Werk sei hochgradig trivial.
Man kann über Brontës Meinung denken, was man will, ich allerdings muss ihr teilweise Recht geben. „Pride and Prejudice“ IST ein Mikrokosmos, der sich ausschließlich mit den Alltags-Problemen (seien wir ehrlich: vergleichsweise ProblemCHEN) der Mittelklasse beschäftigt. Genaueres dazu dann in der folgenden Rezension.

6. Jane Austen fühlte sich ihren Charakteren so stark verbunden, dass sie mehrfach über ihr weiteres Leben nachdachte. In Unterhaltungen und Briefen an ihre Familie stellte sie sich vor, dass Jane Fairfax („Emma“) in jungen Jahren bei der Geburt ihres Kindes stirbt, Kitty Bennet („Pride and Prejudice“) einen Geistlichen heiratet und Mrs. Norris William Price („Mansfield Park“) genau ein Pfund hinterlässt.

7. Jane Austen war mit John Charles Wallop, Lord Lymington befreundet, der auch unter dem Namen „Vampyre Earl“ bekannt war. Sie trafen sich, als Wallop von Austens Vater unterrichtet wurde (er betrieb so etwas wie ein kleines Internat in ihrem Haus). Dieser Adlige war angeblich launisch, exzentrisch und schlicht wahnsinnig; man unterstellte ihm, das Blut seiner Angestellten zu trinken, was ihm seinen Spitznamen einbrachte. Ich habe das recherchiert; bei Wikipedia steht zwar nichts dergleichen, allerdings hatte er wohl eine deutliche sadistische Ader und sein Landbesitz wurde aufgrund seiner immer wiederkehrenden psychischen Instabilität von vier Verwaltern kontrolliert.
Die Austens konnten diesen außergewöhnlichen Mann trotz dessen gut leiden; Jane besuchte einen seiner Bälle und beschrieb ihn als freundlich und aufmerksam.

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Unterschrift von Jane Austen auf ihrem Testament (wikimedia)

8. Jane Austen hat nie geheiratet und starb vermutlich als Jungfrau. Im Film „Becoming Jane“/“Geliebte Jane“ wird den ZuschauerInnen vermittelt, die große Liebe ihres Lebens sei Tom Lefroy gewesen, doch das ist wahrscheinlich nicht wahr. Stattdessen soll sie sich laut einer Familienlegende während eines Ferienausflugs in einen jungen Mann verliebt haben, der auch plante, ihre Familie nach der Reise zu treffen. Unglücklicherweise starb er aber kurz darauf.
Vorher gab es wohl eine Romanze; den entsprechenden Gentleman hätte Jane anscheinend auch geheiratet, was jedoch eiskalt von seiner Familie unterbunden wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass das stimmt, bedenkt man, wie Mr. Darcys Tante Lady Catherine de Bourgh auf sein Vorhaben, Elizabeth Bennet zu heiraten, reagiert. In „Pride and Prejudice“ verarbeitete Austen möglicherweise das Happy End, das sie selbst nicht bekommen konnte.
1802 hielt Harrison Bigg Wither um Janes Hand an, sie lehnte jedoch ab.

9. Im Alter von 40 wurde Jane Austen schwer krank. Heutzuztage geht man davon aus, dass sie unter einer Nebenniereninsuffizienz litt, was zu dieser Zeit aber natürlich weder erkannt noch behandelt werden konnte. Im Mai 1817 reiste sie mit ihrer Schwester Cassandra in der Hoffnung nach Winchester, dass es ihr dort besser ginge. Das war leider nicht der Fall; Jane starb am 18. Juli 1817.

10. In ihrem Testament bedachte Jane Austen trotz ihrer umfangreichen Verwandtschaft lediglich drei Personen: ihre Schwester Cassandra, ihren Bruder Henry und eine mysteriöse Madame Bigeon. Letztere war laut einer Quelle die geheime Sekretärin von Henrys verstorbener Frau, in anderen Quellen wird sie als dessen Köchin bezeichnet. Klar ist nur, dass sie eine Angestellte Henrys war.

Und erneut frage ich euch: hättet ihr es gewusst?

Meine Recherchen erlauben mir persönlich vor allem ein Fazit: man könnte sich jahrelang mit all den Quellen beschäftigen, die über Jane Austen verfasst wurden. Das Vorhaben, tiefer in ihr Leben einzutauchen, ist eine Mammutaufgabe. Ich glaube aber, dass eine so intensive Auseinandersetzung fast unvermeidlich ist, will man wirklich alle Facetten ihrer Romane verstehen. Da sie über das geschrieben hat, was sie an gesellschaftlichem Eiertanz erlebte, floss unter Garantie viel Biografisches in ihre Werke ein.
Ich bin trotzdem ganz froh darüber, dass ich mich mit ihr NICHT befasst habe, BEVOR ich „Pride and Prejudice“ gelesen hatte. So konnte ich es einfach als das genießen, was es ist: ein gesellschaftskritischer, satirischer und ironischer Roman. Andernfalls hätte ich mich vermutlich nicht wirklich auf das Geschriebene an sich konzentrieren können und hätte nach Andeutungen biografischer Elemente gesucht. Durch das, was ich jetzt über Jane Austen herausgefunden habe (was ja noch recht oberflächlich ist), ist mein Interesse an ihren weiteren Romanen geweckt und ich würde auch gern eine Biografie lesen. Letzteres werde ich aber verschieben, bis ich (eventuell) alle sechs Bücher gelesen habe. Ich möchte weiterhin unbelastet in ihre Geschichten eintauchen können, ohne alles auseinander zu friemeln und tot zu analysieren. Das mache ich lieber in Nachhinein. 😉

Ich freue mich wie immer auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 🙂


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jane_Austen
http://en.wikipedia.org/wiki/Pride_and_Prejudice
http://www.jane-austen.de/biografie/ja-bio.php
http://www.glamour.com/entertainment/blogs/obsessed/2013/01/5-things-you-dont-know-about-j.html
http://reederreads.com/2013/01/28/20-interesting-facts-about-jane-austens-pride-and-prejudice/
http://www.huffingtonpost.com/deirdre-le-faye/jane-austen-letters_b_1153966.html#s551267&title=9
http://www.janeausten.co.uk/jane-austens-last-will-and-testament/
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/jane-austen
http://www.smithsonianmag.com/smithsonian-institution/men-wore-corsets-and-7-other-unknown-things-about-the-world-of-jane-austen-19759433/

 

 
 

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