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Kimberlee Ann Bastian – The Breedling & The City in the Garden

Kennt ihr die irische Legende von Stingy Jack? Vielleicht kennt ihr ihn als Jack O’Lantern, zu dessen Ehren an Halloween Kürbislaternen aufgestellt werden. Der Sage zufolge trickste Jack den Teufel am Abend vor Allerheiligen aus, sodass dieser niemals seine Seele beanspruchen würde. Als Jack starb, wiesen ihn sowohl Himmel als auch Hölle ab. Er wurde auf die kalte, dunkle Erde zurückgeschickt, um dort auf ewig unter den Sterblichen zu wandeln. Aber der Teufel hatte Mitleid mit ihm und schenkte ihm ein Stück Kohle, das Jack in einer ausgehöhlten Rübe aufbewahrte. Daraus leitete sich der Volksglaube ab, dass eine Rüben- oder Kürbislaterne vor dem Teufel und bösen Geistern schützt. Außerdem inspirierte die Legende die Autorin Kimberlee Ann Bastian dazu, ihren Debütroman „The Breedling & The City in the Garden“ zu schreiben, Auftakt der Reihe „The Element Odysseys“, den ich als Rezensionsexemplar via Netgalley erhielt.

Jahrhundertelang kannte Bartholomew nur die Grenzen seines Käfigs, in den ihn seine Meister als Strafe für seinen Ungehorsam sperrten. Der unsterbliche Seelenfänger traf eine Wahl. Er wählte den Widerstand, um ein Geheimnis zu schützen. Seiner magischen Kraft beraubt siechte er in seinem Gefängnis dahin, ohne Hoffnung auf Freiheit. Bis sich unerwartet eine Tür in die menschliche Welt öffnete und Bartholomew sich in einem Inferno wiederfand. Desorientiert und traumatisiert wäre er in den Flammen des brennenden Waisenhauses gestorben, hätte ihn nicht der junge Charlie Reese gerettet. Nun sind ihre Schicksale verknüpft. Unter Charlies Führung versuchen sie, in Chicagos Straßen der 30er Jahre einen Hinweis auf Bartholomews ursprüngliche Mission und das Geheimnis zu aufzuspüren, das er von seinen Meistern bewahrte. Doch Gefahren lauern an jeder Ecke und schon bald muss Bartholomew entscheiden, ob er bereit ist, für seinen Auftrag Charlies Seele zu riskieren.

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Jonathan L. Howard – Totenbeschwörer

2016-08-25-howard-totenbeschwoerer

Die „Johannes Cabal“ – Reihe begann ich 2013. Obwohl ich den Auftakt „Seelenfänger“ mochte und bereits zwei Folgebände besaß, hielt ich mich mit dem Weiterlesen zurück, weil ich warten wollte, bis sie weiter fortgeschritten ist. Der vierte Band erschien 2014 in Englisch, also wollte ich ausharren, bis dieser übersetzt wäre. Ich wartete und wartete. Im Juli 2016 war meine Geduld am Ende. Ich fragte die Twitter-Community um Rat, ob eine Übersetzung nach zwei Jahren noch wahrscheinlich sei. Meine liebe Blogger-Kollegin Elizzy wandte sich für mich an den Autor Jonathan L. Howard, der dann auch prompt antwortete, dass er leider keinen deutschen Vertrag über den vierten und fünften Band habe. Unerhört. Er riet mir, Mundpropaganda für die Reihe zu betreiben, denn stiegen die Verkaufszahlen, würde Goldmann seinen Vertrag eventuell ausweiten. Deal. Einen Monat später nahm ich mir den zweiten Band „Totenbeschwörer“ vor und erfülle nun hiermit meinen Part, euch von dem Buch zu erzählen.

Nekromanten haben es schwer. Von der Welt gehasst und verfolgt, kann ein Nekromant nicht einmal ohne Komplikationen ein Buch ausleihen. Gut, Johannes Cabal wollte das Buch nachts ausleihen, als die Bibliothek verlassen war. Er hatte auch nicht vor, es jemals zurückzugeben oder Ausleihgebühren zu zahlen. Aber das ist noch lange kein Grund, ihn ins Gefängnis zu werfen und zu exekutieren, oder? Während Cabal in seiner Todeszelle über diese Ungerechtigkeit nachgrübelt, erhält er überraschenden Besuch. Ein hoher Staatsmann verspricht, ihn zu begnadigen, wäre er bereit, seine Fähigkeiten einzusetzen, um den unerwartet und gänzlich unpassend verstorbenen Kaiser des Reiches vorübergehend wiederzubeleben. Cabal erkennt die Gunst der Stunde und lässt sich auf die Vereinbarung ein. Doch damit fangen seine Probleme erst an…

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Ein Kommentar

Verfasst von - 16. September 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Andreas Brandhorst – Seelenfänger

„Seelenfänger“

seelenfänger

Autor: Andreas Brandhorst

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 637 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453529707

Genre: Science Fiction & Mystery & Philosophie

ausgelesen am: 04.03.2014

Bewertung:

Ich gehöre zu den Lesern, die ein Buch nicht einfach abbrechen, wenn es mir nicht gefällt. Für mich gibt es nur drei akzeptable Gründe, eine Lektüre vorzeitig zu beenden: entweder A, ich bemerke beim Lesen, dass ich doch lieber ein anderes Genre lesen würde oder B, ich stelle fest, dass ich für dieses Buch noch nicht bereit bin (ein Beispiel hierfür ist James Joyce’s „Ulysses“) oder schließlich C, die Lektüre wurde mir aufgezwungen und gefällt mir nicht. Letzteres passierte mir in meiner Ausbildungslaufbahn schon mehrfach; „Nathan der Weise“ von Lessing habe ich beispielsweise nie auch nur angefangen und Norman Mailers „The Armies of the Night“ habe ich nach 130 Seiten zurück ins Regal gelegt. Doch beginne ich ein Buch völlig freiwillig, kämpfe ich mich in der Regel bis zum Ende durch, weil ich glaube, man kann eine Lektüre nur dann angemessen beurteilen.

Im Fall von Andreas Brandhorsts „Seelenfänger“ biss ich mich daher auch durch, obwohl ich spätestens auf der Hälfte merkte, dass mir der Roman nicht gefällt. Die Handlung spielt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der der Leser dem Traveller Zacharias Calm begegnet, der in der Lage ist, die Gedankenwelten anderer Menschen zu betreten. In der sogenannten Foundation des Philanthropischen Instituts ist es seine Aufgabe, mithilfe seiner Fähigkeit psychisch kranke Patienten zu behandeln, indem er Traumata aus ihren Gedanken entfernt. Als er diese Vorgehensweise bei einem Prioritätspatienten anwenden möchte und gemeinsam mit seiner Therapeutin und Kognitorin Florence dessen Kopf betritt, laufen die Dinge jedoch plötzlich aus dem Ruder. Die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen und Zacharias und Florence müssen erkennen, dass Schein und Sein vielleicht dichter bei einander liegen, als sie bisher glaubten.

In „Seelenfänger“ vereint Andreas Brandhorst sowohl Science Fiction als auch Mystik und Philosophie. Was dabei entsteht, ist eine Handlung, die unglaublich kompliziert, abstrakt und verwirrend ist. In meinen Augen hat Brandhorst versucht, zu viele Komponenten unter einen Hut zu bringen. Dadurch gelang es ihm nicht, mich anhaltend zu fesseln; gegen Ende musste ich mich wirklich zusammen reißen, um weiterzulesen. Meine Abneigung resultierte sicher auch daher, dass ich eine andere Handlungsentwicklung erwartet hatte; ich ging davon aus, dass die Story in etwa dem Film „The Cell“ mit Jennifer Lopez in der Hauptrolle entspricht. Darüber hinaus bin ich auch mit dem Protagonisten Zacharias absolut nicht warm geworden. Ich konnte keinerlei Sympathie für ihn entwickeln, mir erschien er konstant als anmaßend, hochmütig und herablassend. Florence gefiel mir bedeutend besser, allerdings empfand ich auch die Beziehung zwischen den beiden als seltsam. Schon von Natur aus sollte niemand eine Liebschaft mit seiner/m Therapeutin/en eingehen (in Deutschland ist das übrigens auch bei Strafe verboten); dadurch, dass Zach und Florence es doch tun, ist ihre Dynamik äußerst merkwürdig. Zach wirkt jünger als er ist, weil er immer wieder von Florence ermahnt wird. Erstaunlicherweise gefiel mir das Ende des Romans dann trotz allem gut, da es offen gehalten ist und dementsprechend gut zur Handlung passt.

Normalerweise scheue ich nicht vor anspruchsvollen Büchern zurück; ich habe nichts dagegen, meine Intellekt anstrengen zu müssen und durch eine Lektüre gefordert zu werden. Doch in „Seelenfänger“ war es mir eindeutig zu viel des Guten. Ich bin überzeugt (und eine kurze Überprüfung im Internet bestätigte dies), dass es viele Leser gibt, die Brandhorsts Roman mögen, aber ich gehöre leider nicht dazu. Es ist sehr schade, dass meine erste Erfahrung mit diesem Autor so negativ war; ich befürchte, dass ich nun Hemmungen haben werde, einen weiteren Roman von Andreas Brandhorst zu lesen. Trotzdem möchte ich von diesem Buch nicht abraten, denn sicher gibt es Leser, die Spaß an den komplizierten Gedankenspielen haben, die in „Seelenfänger“ behandelt werden.

 

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