RSS

Schlagwort-Archive: Sean

Sophie Jordan – Unleashed

„Uninvited“ von Sophie Jordan brauchte ziemlich lange, um den deutschen Markt zu erreichen. Ich habe das Buch im Juli 2015 gelesen; die deutsche Version wurde erst im Februar 2016 unter dem Titel „Infernale“ bei Loewe veröffentlicht. Auf seiner Website bietet der Verlag einen Test an, durch den Leser_innen herausfinden können, welcher Figur der Geschichte sie ähnlich sind. Ich habe den Test aus Jux und Tollerei durchgeführt: angeblich bin ich wie die Protagonistin Davy. Na danke. In meiner Rezension zu „Uninvited“ beschrieb ich Davy als hilflose Mary Sue. Ich konnte nur hoffen, dass sie in der Fortsetzung „Unleashed“ etwas mehr Feuer erhält.

An der Grenze zu Mexiko warten Davy, Sean, Gil und Sabine auf ihre Gelegenheit. Als Träger_innen des HTS, des Homicidal Tendency Syndrome, sind sie in den USA Freiwild, erst recht, seit sie aus Mount Haven flohen. Nun müssen sie sich auf die Hilfe des Widerstands verlassen, um als Flüchtlinge ein neues Leben zu beginnen. Doch verdient Davy überhaupt eine zweite Chance? Das Gesicht des Mannes, den sie auf Befehl im Camp erschoss, verfolgt sie. Ihre Schuld frisst sie auf und entfernt sie weiter und weiter von ihren Freunden. Trotzdem geht sie mit ihnen, als der Zeitpunkt ihrer Grenzüberquerung gekommen ist. Der Plan scheitert. Davy wird von den anderen getrennt und angeschossen, entkommt nur knapp und ist schwer verletzt auf sich allein gestellt. Zu ihrem Glück findet sie der charismatische Caden, Leiter eines unterirdischen Stützpunktes des Widerstands. Er bringt sie in Sicherheit und stellt ihre Gefühle, ihr Selbstverständnis und ihre Loyalität auf eine harte Probe. Hat sie als Trägerin ein Recht auf eine glückliche Zukunft oder sollte sie als die Mörderin behandelt werden, die sie ist?

👉 Weiterlesen

Advertisements
 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Lynn Weingarten – Wherever Nina Lies

2016-11-26-weingarten-wherever-nina-lies

„Wherever Nina Lies“ von Lynn Weingarten ist ein weiteres Buch, das es dank des Lesebingos 2016 auf meinen Kindle schaffte. Ich wählte es für die Aufgabe „Lies ein Buch, in dem die Hauptfigur wie du heißt“ aus. Da ich einen seltenen polnischen Nachnamen trage, hatte ich keine Hoffnungen, die Aufgabe mit diesem erfüllen zu können. Also konzentrierte ich mich bei meiner Suche nach passender Lektüre auf meinen Spitznamen, unter dem mich alle Welt kennt. Ich war positiv überrascht, als sich herausstellte, dass Lynn Weingarten eine New York Times Bestsellerautorin ist, deren Roman „Suicide Notes From Beautiful Girls“ viel Zuspruch erhielt. Optimistisch, dass ich mit „Wherever Nina Lies“ nicht allzu falsch liegen könnte, begann ich die Lektüre und freute mich darauf, die Protagonistin Ellie kennenzulernen.

Ellies Leben ist aus dem Gleichgewicht. Seit ihre große Schwester Nina vor zwei Jahren spurlos verschwand und nicht einmal eine Nachricht für sie und ihre Mutter hinterließ, plagt sie die Frage, was mit ihr geschehen ist. Sie weiß, dass sie sich an jeden Strohhalm klammert, der sich ihr bietet und falsche Hoffnungen zerstörerisch sein können. Doch als sie in einem alten Buch auf eine Zeichnung von Nina stößt, ist sie fest überzeugt, dass ihr Fund kein Zufall ist. Es ist ein Zeichen. Ihre beste Freundin Amanda hält sie für verrückt, aber Ellie weiß einfach, dass Nina gefunden werden möchte. Hals über Kopf stürzt sie sich in eine verzweifelte Schnitzeljagd. Dankbar für jede Hilfe, die sie bekommen kann, zögert sie nicht, Unterstützung von Sean anzunehmen, obwohl sie ihn kaum kennt. Ihr gemeinsamer Road Trip deckt düstere Geheimnisse auf – ist Ellie wirklich bereit, die Wahrheit über Nina zu erfahren?

>>> Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Sophie Jordan – Uninvited

2015-07-19 - Jordan - Uninvited

Habt ihr schon mal von dem Gen Monoaminooxidase-A, kurz MAOA-Gen, gehört? Vermutlich sagt euch das gar nichts, aber den Ausdruck „Mörder-Gen“ kennt ihr bestimmt. Es gibt Hinweise, dass Mutationen dieses Gens die Gewaltbereitschaft und das Aggressionspotential eines Menschen erhöhen können. Das bedeutet nicht, dass diese Person unweigerlich zum Schläger oder sogar Mörder wird, doch die Veranlagung ist da. In ihrem Roman „Uninvited“ beschreibt die Autorin Sophie Jordan eine Realität, in der diese genetische Veranlagung zur Gewalt das Leben und die Zukunft eines Menschen bestimmt.

Davy Hamilton hatte alles: gute Noten, eine liebende Familie, Freunde und eine Beziehung mit dem begehrtesten Jungen der Schule. Ihr stand eine leuchtende Zukunft bevor. Bis festgestellt wurde, dass sie eine Trägerin des HTS ist, des Homicidal Tendency Syndrome, besser bekannt als das „Killer-Gen“. Während Davy noch zu begreifen versucht, dass ihre DNA sie als Mörderin abstempelt, wird sie auf einen Schlag aus ihrem bisherigen Leben herausgerissen. Sie wird ihrer Schule verwiesen und muss fortan eine spezielle Klasse für TrägerInnen besuchen, in der sie ein für alle Mal begreift, dass die Gesellschaft es nicht gut mit ihresgleichen meint. Eingesperrt und isoliert findet sie jedoch unerwartet Freunde: den gefährlich wirkenden Sean, dessen „H“-Tattoo ein Beleg für seine Gewaltbereitschaft ist und den schüchternen Gil, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Als sich die Situation für TrägerInnen im Land zuspitzt, werden die drei nach Mount Haven gebracht; ein Camp, in dem sie beweisen sollen, dass sie trotz des HTS wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sein können. Davy glaubt, dass Mount Haven ihre einzige Chance auf ein normales Leben ist – doch liegt sie damit richtig, oder ist das Camp nur eine weitere Grausamkeit der Regierung?

Ich habe die Bewertung von „Uninvited“ nachträglich nach unten korrigiert. Ich fand das Buch toll, aber nachdem einige Tage vergangen waren, fiel mir auf, dass es nur recht blass in meiner Erinnerung blieb. Offenbar hat es mich doch nicht so sehr beeindruckt wie ich anfangs dachte. Im Großen und Ganzen ist es typischer YA-Dystopie-Roman, der sich leicht und flüssig weg las. Sophie Jordan pflegt einen angenehmen, schnörkellosen Schreibstil und die Idee hinter „Uninvited“ ist äußerst spannend. Die Frage, welche Rolle Genetik und Prägung im Leben eines Menschen spielen, beschäftigt die Wissenschaft seit langem. Eine Zukunft, in der völlig normale Personen auf ihre DNA reduziert und unter Generalverdacht gestellt werden, ist durchaus vorstellbar; besonders, wenn die Verbrechenszahlen stetig steigen und die Gesellschaft verängstigt ist. Schade fand ich, dass Sophie Jordan überhaupt nicht auf die Biologie des HTS eingeht. Sie erklärt nicht, was genau es bedeutet, dieses Gen zu tragen, ob es sich um eine Mutation handelt oder wie hoch der Prozentsatz der TrägerInnen in der Bevölkerung ist. Mir ist die bloße Tatsache, dass das HTS in irgendeiner Form existiert, eindeutig zu dünn. Ein wenig engagierte Recherche hätte Wunder wirken können. Auch entfaltet sich die Geschichte trotz des interessanten Ansatzes anders, als ich erwartet hatte, was meiner Meinung nach hauptsächlich an der Protagonistin und Ich-Erzählerin Davy liegt. Davy fehlt Feuer. Sie ist eine Mary Sue – nicht unsympathisch, aber ein verwöhntes Prinzesschen, das mit einer Situation konfrontiert wird, die sie überhaupt nicht bewältigen kann. Vermutlich wäre jede/r mit ihrem Schicksal überfordert gewesen, doch in der Art, wie Davy sich verhält, wird überdeutlich, dass sie in ihrem Leben noch nie ein Problem selbst oder allein lösen musste. Sie weiß nicht im Mindesten, wie sie sich der Tatsache, dass sie das HTS trägt, stellen soll und ist in ihren Ansichten unheimlich festgefahren und unflexibel. Obwohl sie am eigenen Leib erfährt, wie ungerecht die Fixierung auf ein einziges Gen ist, kann sie ihre Vorurteile HTS-TrägerInnen gegenüber einfach nicht überwinden oder hinter sich lassen. Sie sieht sich das ganze Buch über als eine Art Sonderfall, einen Irrtum und unterscheidet scharf zwischen sich und „den anderen“. Sie selbst ist das beste Beispiel dafür, dass die DNA nicht das Geringste über die Persönlichkeit eines Menschen aussagt, geht aber trotzdem weiterhin davon aus, dass alle anderen TrägerInnen potentielle PsychopathInnen und/oder KillerInnen sind, von Sean und Gil vielleicht einmal abgesehen. Und Sophie Jordan gibt ihr durch die Charakterisierung der Nebenfiguren auch noch Recht. Das hat mich wirklich geärgert, weil die Botschaft, die ich mir erhofft hatte, so definitiv unterging.

„Uninvited“ begann vielversprechend, verlor sich meiner Meinung nach jedoch etwa auf der Hälfte. Ich hatte Spaß beim Lesen, aber die Prägnanz der Geschichte verschwand hinter Davys Schicksal, das, obwohl schockierend, letztendlich nur eines von vielen ist. Ich denke, Sophie Jordan hat den Rahmen der Ereignisse etwas zu eng gezogen und sich zu sehr auf Davy konzentriert, die einfach nicht stark genug ist, um die Handlung überzeugend allein zu tragen. Trotzdem möchte ich der Fortsetzung „Unleashed“ eine Chance geben, auch wenn ich es nicht genau erklären kann warum. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, glaube ich eigentlich nicht, dass sich die Defizite des ersten Bandes im zweiten Band auflösen werden, doch irgendwie lässt mich die Geschichte nicht los.
„Uninvited“ ist eine Dystopie, die sich sehr dicht an unserer Realität bewegt – nicht allzu weit in der Zukunft und beunruhigend vorstellbar. Wer es also realistisch mag, kann durchaus zu diesem Young Adult – Roman greifen und Seite an Seite mit Davy erleben, was es bedeutet, wenn die Welt keine Menschen mehr sieht, sondern nur noch DNA-Stränge auf zwei Beinen.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 5. August 2015 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: