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Jim C. Hines – Dämon, Dämon an der Wand

2015-09-04 - Hines Dämon Dämon an der Wand

Den Tod kann man nicht austricksen. Keine Zauberkraft der Welt kann ihn aufhalten. Doch daran möchte Prinzessin Ermillina Curtana von Allessandria, kurz Schnee genannt, nicht glauben. Schließlich ist sie die Spezialistin für Spiegelmagie ihrer Majestät Königin Beatrice von Lorindar. Sie versucht sich an einem wagemutigen Experiment – und überschätzt sich. In einem kolossalen Fehlschlag zerbricht sie den Zauberspiegel ihrer Mutter, das einzige, was sie auf ihrer Flucht aus Allessandria mit sich nahm. All die Jahre konnte Schnee nie herausfinden, woher seine Macht stammte. Jetzt weiß sie es. In dem Spiegel war ein Dämon gefangen, der nun frei ist. Zuerst unbemerkt ergreift er von Schnee Besitz und erweckt das Dunkle in allen, die die Spiegelscherben berühren. Nur einer ist immun gegen die Kräfte des Dämons: Danielles Sohn Jakob. Neugierig geworden entführt Schnee den 2-jährigen Prinzen und verschleppt ihn nach Allessandria, Quelle und Ziel ihres Zorns. Danielle und Talia bleibt nichts anderes übrig, als ihr zu folgen und sich auf eine aberwitzige Jagd einzulassen, die sie eigentlich nicht gewinnen können. Der Dämon in Schnees Körper ist ihnen stets einen Schritt voraus. Können sie Schnee und Jakob gleichermaßen aus seinem Griff befreien und so auch Allessandria vor der Auslöschung bewahren?

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Verfasst von - 9. Oktober 2015 in Fantasy, Märchen, Rezension

 

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Christoph Marzi – Grimm

„Grimm“

Grimm - Christoph Marzi

Autor: Christoph Marzi

Format: Hardcover

Seitenzahl: 560

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453266617

Genre: Fantasy > Urban Fantasy & Märchen

ausgelesen am: 30.03.2014

Bewertung:

Ich kann mir vorstellen, dass es für einige meiner LeserInnen sonderbar wirkt, dass ich für diesen Beitrag eine neue Kategorie hinzugefügt habe, die Kategorie „Märchen“. Dieses Genre ist eines der ganz wenigen, das für mich nicht der gängigen, offiziellen Definition folgt, sondern eine rein emotionale Klassifizierung darstellt. Der Begriff der Fantasy ist in meinen Augen für bestimmte Bücher nicht ausreichend. Märchen sind für mich weit mehr als nur Fantasy, sie sind eine Form der Literatur, die eine bestimmte gefühlsmäßige Resonanz bei mir erzeugt. Entdecke ich bei mir diese Reaktion, die ich mangels eines besseren Ausdrucks „Bezauberung“ nennen möchte, betrachte ich die Lektüre als Vertreter des Märchen – Genres. Dementsprechend ist meine Kategorie „Märchen“ vermutlich weitgefasster, als generell angenommen wird. Ich zähle die üblichen bekannten Erzählungen hinzu, aber eben auch Romane wie „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers oder Brandon Mulls „Fabelheim“ – Reihe.

Warum Christoph Marzis „Grimm“ meines Erachtens nach ebenfalls ein Märchen ist, wird anhand des Inhalts schnell klar: Vesper Gold ist 17 Jahre alt, als sich ihr Leben und die Welt von heute auf morgen radikal verändern. Sie muss erfahren, dass ihr Vater eines rätselhaften Todes gestorben ist; kurz darauf verscheidet ihre Mutter ebenso mysteriös. Die beiden Todesfälle werden von seltsamen Begebenheiten begleitet; es scheint, als wären die Märchen aus Vespers Kindheit lebendig und real geworden. Wölfe werden in Großstädten gesichtet, Kinder fallen überall in Europa zeitgleich in einen tiefen Schlaf und immer wieder tauchen Wesen auf, die es eigentlich nicht geben sollte. Die Welt steht Kopf und alles, was Vesper dem entgegen setzen kann, ist das Vermächtnis ihres Vaters: ein Ring mit einem grünen Stein und ein antiker Schlüssel, von dem Vesper nicht weiß, was er öffnet. Trotzdem begibt sie sich in ein fantastisches Abenteuer, das die Grenzen der Realität schwanken lässt und Vesper zeigt, dass in den Geschichten, denen sie als Kind so oft lauschte, eine andere Wahrheit steckt, als sie immer dachte.

Die Bewertung von „Grimm“ fiel mir recht schwer, da das Buch auf mich so unfertig wirkte. Zwar war ich wie üblich bezaubert von Marzis besonderem Erzählstil, der einerseits flüssig und andererseits poetisch ist, doch die Handlung wies meines Erachtens nach Defizite auf und gestaltete das Buch weniger märchenhaft, als ich erwartet hätte.
Marzi strickt seine Geschichte um eine Geheimgesellschaft herum, die „Bohemia“. Sie ist dementsprechend ein wirklich wichtiger Faktor des Romans, nur leider erfahren die LeserInnen von selbiger reichlich wenig. Es gibt eine Szene, in der Vesper und LeserInnen kurz davor stehen, die Geheimnisse der „Bohemia“ aufzudecken, der Autor bricht diese Szene jedoch kurzer Hand ab und ersetzt sie später durch eine enttäuschend bruchstückhafte Erklärung. Er eliminiert zielsicher alle Figuren, die den LeserInnen einen echten Bezug zu dem Geheimbund hätten verschaffen können. Was bleibt, ist das Gefühl, unwissend durch den ganzen Roman zu stolpern; Hand in Hand mit der Protagonistin.
Darüber hinaus bringt Marzi zwar den Mut auf, eine seiner Hauptfiguren sterben zu lassen, was mir gefiel, allerdings stimmte mich dieser Todesfall keineswegs traurig – ein wirklich schlechtes Zeichen, da es bedeutet, dass er mich nicht ausreichend berührt hat. Ich schätze, das lag vor allem daran, dass dieses Ereignis am Ende des Buches eingebaut war, welches ich generell als absolut unbefriedigend empfand. Während der Rest der Lektüre oft langgezogen und unnötig aufgebauscht wirkte, sind die letzten 50 Seiten eine überhastete Abfertigung, die auf totale Gleichgültigkeit bezüglich des Spannungsbogens hindeutet.
Gleichermaßen schwierig gestaltet sich die Einschätzung der ProtagonistInnen. Vesper erschien mir zu Anfang des Buches als unerträgliche, verzogene Rotzgöre, gewann dann jedoch zunehmend meine Sympathie, weil sie sich – wie so oft – nicht ihrem Alter entsprechend verhält. Sie trägt Meinungen, Vorlieben und ein Verantwortungsbewusstsein zur Schau, das einer 17 – jährigen meines Erachtens nach nicht angemessen ist. Dadurch begann ich zwar einerseits, sie zu mögen, doch andererseits enttäuscht mich, dass Marzi offenbar nicht genug Einfühlungsvermögen besitzt, um eine Jugendliche realistisch darzustellen. Vespers männlicher Gegenpart Leander hingegen ist für mich noch immer ein verschwommenes Rätsel. Er war von der ersten Sekunde seines Auftretens an sympathisch; das Problem mit ihm besteht eher darin, dass er viel zu mangelhaft und abstrakt beschrieben ist. Ich konnte ihn mir äußerlich nicht vorstellen, ich konnte sein Verhalten nicht einschätzen und insgesamt konnte ich nicht das Gefühl entwickeln, ihn zu kennen.

Wenn ich ehrlich bin, fehlt es mir an jeglichem Verständnis für Christoph Marzis Entwicklung als Autor. Ich liebe seine Romane rund um die „Uralte Metropole“, doch seit diesen vier Büchern war ich bisher enttäuscht von seinem Schaffen. Das war bei „Fabula“ so, ebenfalls bei der Fortsetzung „Lyra“ und nun bei „Grimm“ erneut. All diese Romane wirkten unvollständig, als wäre die Geschichte nicht zu Ende erzählt worden, obwohl ich WEIß, dass er es eigentlich besser kann. Marzis große Stärke liegt noch immer im Aufbau der Atmosphäre – ich hatte während „Grimm“ oft das Gefühl, die salzige Meeresluft Hamburgs zu riechen oder den Schnee unter Vespers Schuhen knirschen zu hören – und seine Ideen sind einfach großartig. Aber bei der Umsetzung hapert es dermaßen, dass ich besorgt bin, dass ihm seine Muse abhandenkam.
Es ist schwer, für eine mittelprächtige Lektüre eine Empfehlung auszusprechen. Nach reichlicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass „Grimm“ zum einen etwas für LeserInnen ist, die Marzis Arbeit verfolgen möchten und zum anderen nicht zu streng auf Spannungsbögen und Handlungsentwicklung schauen. Wer sich beim Lesen einfach nur treiben lassen und abschalten möchte, dem kann „Grimm“ sicher viel Spaß machen.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 31. März 2014 in Fantasy, Märchen, Rezension, Urban Fantasy

 

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