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Holly Black – Tithe

Sind Feen real? Holly Black wird diese Frage offenbar so oft gestellt, dass sie sie in den FAQ-Bogen ihrer Website aufnahm. Obwohl sie schreibt, dass sie es nicht weiß und sich selbst als optimistische Skeptikerin bezeichnet, weil sie auf einen greifbaren Beweis für die Existenz des Feenvolkes besteht, kann man ihren Leser_innen kaum verübeln, dass einige ihr eine gewisse Kompetenz bezüglich des Themas unterstellen. Feen sind Blacks literarisches Spezialgebiet, das sie 2002 mit „Tithe“ begann, ihrem Debüt und erstem Band der losen „Modern Faerie Tales“ – Trilogie.

Die 16-jährige Kaye führt ein Leben auf Achse. Ihre Mutter Ellen singt in einer Rockband und Kaye begleitet sie auf ihren Touren durch Clubs, Kneipen und Bars. Nach einem ihrer Auftritte flippt Ellens Freund Lloyd jedoch plötzlich aus. Von einer Sekunde auf die nächste haben Ellen und Kaye weder eine Band, noch einen Schlafplatz. Mutter und Tochter sind gezwungen, bei Kayes Großmutter unterzutauchen. Zurück in New Jersey glaubt Kaye, das Spannendste, das ihr passieren könnte, wäre die nächste Party. Sie irrt sich. Eines Abends hört sie auf dem Heimweg Rufe aus dem Wald. Als sie nachsieht, stolpert sie beinahe über einen atemberaubend gutaussehenden jungen Mann. Er ist verletzt: ein Pfeil ragt aus seiner Brust. Instinktiv weiß Kaye, dass der Fremde kein Mensch ist. Er ist ein Faerie, eine Fee. Sie beschließt, ihm zu helfen. Eine winzige Entscheidung. Eine einzige gute Tat, doch ihr Leben wird nicht mehr dasselbe sein. Schon bald muss Kaye einsehen, dass Feen äußerst beängstigend sind – und der Umgang mit ihnen tödlich…

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Leo Hunt – 13 Days of Midnight

„13 Days of Midnight“

13 days of midnight

Autor: Leo Hunt

Format: Kindle Edition

Seitenzahl: 235 Seiten (Print-Ausgabe)

Verlag: Orchard Books

Sprache: Englisch

ASIN:  B00XVJBK4C

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 15.06.2015

Bewertung:

Ich habe in meinem Leben bisher nur sehr wenige Geistergeschichten gelesen. Wenn ich ehrlich bin, will mir keine einzige einfallen. Das ist recht erstaunlich, weil ich Geister-Horrorfilme liebe. Als mir „13 Days of Midnight“ bei Netgalley begegnete, bot sich mir endlich die Chance, mit diesem Versäumnis aufzuräumen. Das Buch ist der Debütroman des britischen Autors Leo Hunt, der sich darin laut eigener Aussage bemühte, eine Geschichte zu schreiben, die er selbst gern lesen würde.

Mit schwarzer Magie hatte Luke Manchett nie etwas am Hut. Er war stets ein ganz normaler Junge, ging zur Schule, spielte Rugby und traf sich mit seinen Freunden, um der Langeweile der britischen Vorstadt zu entkommen. Gut, seine Mutter war schon immer ein wenig seltsam. Und sein Vater ist der Star dieser peinlichen Geisterjäger-Fernsehshow, aber das weiß in seinem Umfeld glücklicherweise niemand. Doch als dieser überraschend verstirbt und Luke all seinen Besitz vererbt, obwohl sie jahrelang keinen Kontakt hatten, ändert sich sein Leben schlagartig. Wer hätte ahnen können, dass die Show nicht nur Fake war und Horatio Manchett tatsächlich acht ruhelose Geister unter seiner Kontrolle hatte? Nun gehört die sogenannte Heerschar Luke und er hat nicht die geringste Ahnung, wie er sie beherrschen oder wieder loswerden kann. Ihm läuft die Zeit davon, denn in 13 Tagen ist Halloween – die eine Nacht des Jahres, in der die rachsüchtigen Geister eine Gefahr für sein Leben darstellen. Wird Luke mithilfe der Notizen seines Vaters und der mysteriösen Elza Moss einen Weg finden, die der Heerschar endgültig ins Jenseits zu schicken?

Arrrgh, all das ungenutzte Potential. Ich möchte mir die Haare raufen. „13 Days of Midnight“ hätte noch so viel besser sein können. Wie die Dinge stehen, würde ich diesen Roman als solide Unterhaltungsliteratur bezeichnen – nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein gutes Buch, aber ich wünschte wirklich, ich könnte einmal mit Leo Hunt sprechen und ihn fragen, ob er all die Möglichkeiten nicht gesehen hat oder ob er Angst hatte, sie umzusetzen. Ich verstehe einfach nicht, warum seine Fantasie sich offenbar nicht überschlug, während meine glücklich umhersprang und bunte Alternativen zeichnete. Mein Gefühl für den Handlungsverlauf unterschied sich grundsätzlich von dem, was tatsächlich passierte. Ich habe erst sehr spät geschnallt, dass Protagonist und Ich-Erzähler Luke seine acht Geister gar nicht behalten will – obwohl es im Klappentext stand. Ich weiß nicht genau, wie es passieren konnte, dass meine Erwartungen ein Eigenleben entwickelten und irgendwie annahmen, Luke würde sich schon mit der Heerschar arrangieren. Ich war enttäuscht, als er begann, ernsthaft daran zu arbeiten, sie loszuwerden. Betrachtet man Lukes Charakter, ist es nicht erstaunlich, dass die Initiative dazu nicht von ihm ausging, sondern von seiner Mitschülerin Elza. Sie ist es, die ihm den unbedingt nötigen Tritt in den Hintern verpasst und ihn zwingt, sich mit seinem Problem zu beschäftigen und Verantwortung zu übernehmen. Lukes aufwallende Gefühle für Elza waren zwar recht vorhersehbar, doch ohne sie hätte er wohl weiterhin versucht, die Heerschar einfach weg zu wünschen. Obwohl ich Luke prinzipiell durchaus mochte, verstand ich ihn diesbezüglich überhaupt nicht. Er ist nicht nur hilf- und ziellos, sondern verhält sich auch gefährlich ignorant. Er macht keinerlei Anstalten, die Heerschar besser kennenzulernen oder auch nur herauszufinden, welche Möglichkeiten sie ihm eröffnen könnte. Leider habe auch ich daher nie erfahren, wie die Geistersammlung eigentlich funktioniert und was für Menschen die Geister vor ihrem Ableben waren. Das ist wirklich schade, denn ich fand sie alle unglaublich faszinierend und mochte die Idee, Nekromantie mal ein wenig anders darzustellen. Sonst geht es dabei ja meist um das Erwecken von Toten, in „13 Days of Midnight“ hingegen ist Nekromantie eine Praktik, um Seelen an einen Meister zu binden. Angesichts dessen hätte das Buch allerdings ruhig etwas gruseliger und spannender sein können.

Meiner Meinung nach ist „13 Days of Midnight“ wesentlich flacher geraten, als es hätte sein müssen. Die grundlegende Idee des Buches ist absolut vielversprechend, der Schreibstil angenehm flüssig und locker, die Umsetzung jedoch… Es ist, als hätte sich Leo Hunt entschieden, auf der sicheren Seite zu bleiben, statt zu springen und einfach mal zu sehen, ob er nicht vielleicht doch fliegen kann. Und er hätte es gekonnt, davon bin ich überzeugt. Er hätte weit mehr wagen und das Buch so in sich geschlossener gestalten können. Es fiel mir während des Lesens sehr schwer, „13 Days of Midnight“ als Einzelband zu akzeptieren; es fühlte sich wie ein Reihenauftakt an, weil so viel aus Lukes Geschichte ungesagt bleibt. Auch das relativ offene Ende trug seinen Teil zu diesem Eindruck bei. Wer weiß, vielleicht wird Leo Hunt noch einmal zu Luke und seinem Geisterproblem zurückkehren und eine Fortsetzung schreiben, die ich dann sicher auch lesen würde, um für mich selbst richtig mit der Geschichte abschließen zu können.
Wenn ihr euch während einer Geistergeschichte gruseln möchtet, ist „13 Days of Midnight“ meines Erachtens nach nicht die richtige Lektüre für euch. Es ist kein Buch, das man mitten in der Nacht liest, während man an den Fingernägeln kaut und sich insgeheim nicht traut, ins Bett zu gehen, weil man Angst vor Albträumen hat. Es ist eher ein Buch für einen verregneten Nachmittag mit einer Tasse Tee auf der Couch – unterhaltsam, nicht zu anspruchsvoll und in angenehmem Maße übernatürlich.

Vielen Dank an Netgalley und Orchard Books für diese ARC-Version!

 

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