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Schlagwort-Archive: Robert E. Howard

Montagsfrage: Fiction oder Non-Fiction?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Argh, wieso muss beim Thema Conan einfach alles kompliziert sein? Ich dachte ja, die Leseanleitung, mit der ich mein Howard/Conan-Blogprojekt abschließen möchte, würde sich wie von selbst schreiben. Ein paar Ausgaben empfehlen, kurz die vorgeschlagenen Chronologien vorstellen und fertig. Nur ist das mit den Chronologien nicht so simpel, wie ich angenommen hatte und nun sitze ich schon wieder eine Woche an diesem einen Beitrag, trage Informationen zusammen und versuche, Ordnung in das Chaos zu bringen. So langsam habe ich wirklich die Nase voll. Ich kann nicht mehr zählen, wie viele widersprüchliche Quellen ich mittlerweile gesichtet habe. Ich glaube, wenn ich fertig bin, möchte ich nie wieder einen Wikipedia-Artikel zu Conan lesen. Ich weiß, ich weiß, ich habe mir das selbst eingebrockt, aber ich konnte wirklich nicht ahnen, dass es zu jedem Aspekt zahlreiche Meinungen und Ansätze gibt, die sich oft widersprechen und die Faktenlage so unübersichtlich ist. Ich mache drei Kreuze, wenn ich endlich die Rezension anfangen kann. Dafür brauche ich dann nämlich keine Quellen mehr.

Heute gönne ich mir eine kurze Pause von Conan und starte mit Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise in die neue Woche.

Was magst du lieber: Fiction oder Non-Fiction?

Die Formulierung der Frage ist meiner Meinung nach etwas unglücklich, denn ich finde, bei zwei so unterschiedlichen Kategorien ist der direkte Vergleich ziemlich schwierig. Ich mag Non-Fiction genauso gern wie Fiction, bin aber seltener in der Stimmung. Fragte man mich also, was ich häufiger lese, Fiction oder Non-Fiction, müsste ich Fiction anworten. Nur heißt das eben nicht, dass ich sie grundsätzlich präferiere.

Den Reiz der Non-Fiction habe ich erst in den letzten Jahren für mich entdeckt und bin seitdem ein begeisterter Fan. Neues zu lernen, andere Lebenswelten kennenzulernen, den Horizont zu öffen – das macht mit Fakten, mit echten Geschichten beinahe noch mehr Spaß als mit fiktiven Szenarien. Entdecke ich ein Sachbuch zu einem Thema, das mich interessiert, habe ich mittlerweile überhaupt keine Hemmungen mehr, es auf meine Wunschliste zu setzen und zu kaufen, denn ich habe begriffen, dass gut geschriebene Non-Fiction weder trocken noch öde ist, sondern ebenso spannend und mitreißend wie ein High Fantasy – Epos sein kann. Der Knackpunkt besteht allerdings darin, dass ich nicht genauso häufig Lust auf Non-Fiction habe, weil das bei mir oft total ausartet. Will ich etwas über ein bestimmtes Thema lernen, bleibt es normalerweise nicht bei einem Sachbuch. Meistens lese ich drei, weil ich mit dem entsprechenden Thema erst abschließen kann, wenn ich das Gefühl habe, wirklich alle Aspekte einbezogen und mich ausführlich, detailliert und vielseitig damit auseinandergesetzt zu haben. Eine oberflächliche Beschäftigung kommt nicht in Frage.

Als ich herausfinden wollte, wie der Mordprozess gegen O.J. Simpson ablief und warum er trotz einer überwältigenden Beweislage freigesprochen wurde, habe ich eine Zusammenfassung des Prozesses von Jeffrey Toobin, „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson“ gelesen, das pseudofiktive Geständnis „If I Did It“ von O.J. Simpson selbst und die Erinnerungsschrift „Without A Doubt“ der damaligen leitenden Staatsanwältin Marcia Clark. Ich habe zu allen drei Büchern extrem umfangreiche Rezensionen geschrieben und kann bis heute alle wichtigen Details wiedergeben.
Um zu erfahren, wie sich die Hell’s Angels von einer Gruppe freiheitsliebender Außenseiter, die gern Motorrad fuhren, zu einer der größten global agierenden kriminellen Vereinigung entwickelten, habe ich mit der Autobiografie „Hell’s Angel: Mein Leben“ des Gründers Ralph »Sonny« Barger begonnen und mir später die Autobiografie „A Wayward Angel“ von George Wethern vorgenommen, der erst sehr weit oben in der Hierarchie des MC stand und dann zum Verräter wurde. Die Lektüre von „Wie die Hell’s Angels Deutschlands Unterwelt eroberten“ von Stefan Schubert steht noch aus. Ich hoffe, mit diesem Buch die Situation in Deutschland besser nachvollziehen zu können.
Doch selbst wenn ich nur ein Sachbuch zu einem Thema lese, mutiert die Beschäftigung damit trotzdem häufig. Das aktuellste Beispiel ist natürlich mein Howard/Conan-Blogprojekt, an dem ich nun bereits seit drei Monaten arbeite. Ich habe neben den Conan-Geschichten zwar lediglich „Blood & Thunder: The Life and Art of Robert E. Howard“ von Mark Finn gelesen, aber dieses Buch lehrte mich, dass das Thema zu komplex ist, um eine einfache Rezension zu schreiben. Ihr wisst, was daraus folgte.

Da ich begriffen habe, dass Non-Fiction für mich immer eine Menge Arbeit und mentalen Aufwand bedeutet, greife ich nur zu dieser Kategorie, wenn ich sowohl Lust als auch Muße habe, diese Herausforderungen in Kauf zu nehmen. Ich lese sie gern, aber ich muss wirklich bereit sein. Deshalb ist der Anteil der Non-Fiction in meiner Jahresstatistik immer deutlich geringer. Habe ich ein Projekt abgeschlossen, kann es schon mal ziemlich lange dauern, bis ich mir das nächste Thema vornehme. Dieses Jahr werde ich das wahrscheinlich nicht mehr tun. Dank Conan.

Bevorzugt ihr Fiction oder Non-Fiction?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen ausgeruhten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage-fällt-aus-Update

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise fällt heute aus. Da ihr momentan aber ohnehin so wenig von mir hört, habe ich beschlossen, zumindest ein kurzes Update bezüglich meiner Fortschritte im Howard-Conan-Projekt zu posten, damit ihr wisst, wie weit ich mittlerweile bin.
Ich gehe davon aus, dass ich heute den Abschnitt „Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte von Conan“ abschließen werde. Mit etwas Glück (wenn die Muse mir hold ist) kann ich vielleicht sogar schon das Kapitel „Vermächtnis“ beginnen.

Gefühlt bin ich jetzt über den Berg. Der Großteil ist geschafft. Howards Vermächtnis wird noch einmal kniffelig, weil die Rechte an seinem Nachlass durch viele Hände gingen und das ganze Thema somit ziemlich kompliziert ist, aber die wirklich aufwendigen Artikel habe ich damit dann geschafft. Danach folgen nur noch die Leseanleitung und meine Rezension zu den Conan-Geschichten. Ich freue mich darauf, nach all der theoretischen Arbeit endlich darüber schreiben zu können, welchen Eindruck Conan bei mir hinterließ.

Wenn die rohen Texte stehen, werde ich eine sinnvolle Gliederung und einen entsprechenden Publikationsplan erstellen, Überschriften und Teilüberschriften entwickeln und die Gestaltung angehen, die nicht nur die Bebilderung der einzelnen Beiträge betrifft, sondern natürlich auch das Design von grafischen Headern. Da ich mich kenne, gehe ich davon aus, dass der letzte Punkt noch einmal recht viel Zeit fressen wird (Perfektionismus olé). Ist das geschafft, muss ich Links setzen und ein Quellenverzeichnis zusammentragen, damit ihr transparent nachvollziehen könnt, woher meine Informationen stammen. Und dann… Ja, dann ist dieses Monstrum von einem Blogprojekt fertig.

Ich kann nicht abschätzen, wann es soweit sein wird. Ich habe im Verlauf meiner Arbeit an diesem Projekt gelernt, dass sich mein Schreibprozess radikal von meinen üblichen Rezensionen unterscheidet. Es ist nicht vorherzusehen, für welchen Abschnitt ich wie viel Zeit benötige, denn einige schreiben sich verflixt schwer. Bei manchen flutscht es, bei anderen muss ich kämpfen, um auszudrücken, was ich sagen möchte. Darüber hinaus ist mein Fortschritt stark davon abhängig, wie viel Zeit ich im Alltag dafür aufbringen kann, was selbstverständlich auch mit meinem Schichtplan zusammenhängt.

Dennoch: ein Ende ist in Sicht. Bald. Glaubt mir, auch ich freue mich auf den glorreichen Tag, an dem ich den letzten Satz geschrieben, die letzte Verlinkung gesetzt und das letzte Bild eingefügt habe. Habt noch etwas mehr Geduld mit mir. Ich verspreche euch, es lohnt sich.

Für heute war es das von mir. Ich gehe jetzt weiterschreiben. Euch allen wünsche ich einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Was macht der SuB?

Hallo ihr Lieben! 🙂

In Berlin haben wir am Wochenende den ersten wirklich heißen Tag des Jahres erlebt. Das Thermometer kletterte auf bis zu 30°, doch da eine Gewitterfront im Anmarsch war, hatten wir dazu hohe Luftfeuchtigkeit und etwa ab 17 Uhr Dauerregen, Blitz und Donner. Damit ist der Sommer nun wohl endgültig angekommen. Der Lieblingsmensch hat bei uns im Schlafzimmer bereits die bewährten Rettungsdecken vor die Fenster geklebt, um die Hitze draußen zu halten. Ich bin gespannt, wann es ihn packt und er sich die restlichen Fenster ebenfalls vornimmt. Lange kann es nicht mehr dauern. 😉 Meteotolog_innen befürchten ja, dass wir einem historisch heißen Sommer entgegenblicken. Sollte diese Prognose tatsächlich eintreten, bin ich sehr froh, dass Chilli das nicht mehr erleben muss. In den letzten Jahren fiel es ihr schwerer und schwerer, mit hohen Temperaturen umzugehen. 2019 wurde es so schlimm, dass ich oft Angst hatte, sie allein zu lassen, weil ich besorgt war, dass sie einen Hitzschlag erleiden könnte, während wir arbeiten sind. Ich vermisse sie sehr, aber ich bin dankbar, dass sie jetzt an einem Ort ist, der immer angenehm temperiert ist und sich nicht mehr mit diesem Problem herumschlagen muss. Ihre Bettchen stehen übrigens immer noch hier. Ich konnte sie immer noch nicht aussortieren. Es geht mir mittlerweile die meiste Zeit wieder gut, ich mache Fortschritte in meinem Trauerprozess. Morgen wird trotzdem noch mal ein schwieriger Tag: ich habe Geburtstag und werde ihn das erste Mal seit über einem Jahrzehnt ohne sie verbringen. Meine Familie wird vorbeikommen und ich habe einem Kumpel versprochen, mich nachmittags um seine Hündin zu kümmern, weil er einen wichtigen Termin hat, aber dennoch… Ich denke, der leere Platz, den Chilli hinterlassen hat, wird mir morgen besonders auffallen.
Puh, okay, lassen wir das. Schauen wir lieber, wie die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise lautet.

Wie sieht eigentlich euer SuB aus? Versucht ihr ihm momentan entgegenzuwirken?

Unverändert zahlreich. Ich bewege mich weiterhin im hohen dreistelligen Bereich (700+) und plane nicht, dieses Niveau aktiv zu senken. Wir haben schon sehr oft darüber gesprochen, dass ich das ganze Aufhebens, das Buchblogger_innen um ihren SuB veranstalten, albern, unnötig und stressig finde. Von Platzgründen mal abgesehen, die ich für das einzig gültige und vernünftige Argument halte, finde ich die Debatte darum, wie viele ungelesene Bücher man eigentlich besitzen darf und sollte, wirklich überflüssig. Ich habe die Worte „dürfen“ und „sollen“ übrigens bewusst gewählt, weil so häufig das schlechte Gewissen erwähnt wird, das dadurch entsteht, dass viele Bücherwürmer offenbar ein starkes Bedürfnis haben, neue Bücher zu kaufen, sich anschließend aber irgendwie dafür schämen. Ich verstehe nicht wieso. Ich habe in meinem Leben bisher mehr Bücher gelesen, als sich aktuell auf meinem SuB befinden. Ich habe ausgerechnet, dass mir theoretisch ausreichend Lebenszeit zur Verfügung steht, um auch alle Bücher auf meinem SuB zu noch zu lesen, bevor ich sterbe (vorausgesetzt, ich werde nicht krank, blind oder ähnliches). Das Verhältnis stimmt also und ich wage zu behaupten, dass das bei den meisten so ist. Wozu dann all das Drama? Ich habe immer noch nicht begriffen, woher das schlechte Gewissen rührt. Vielleicht kann mir das heute jemand nachvollziehbar erklären?

Dem SuB entgegenzuwirken bedeutet, keine oder nur wenig neue Bücher zu kaufen. Mein Kaufverhalten bei Büchern ist stark von der Verfügbarkeit abhängig, weil ich meine Lektüre überwiegend gebraucht erwerbe. Auf einige warte ich jahrelang – sind diese plötzlich zu einem akzeptablen Preis verfügbar, wäre es dumm, nicht zuzuschlagen. Mich deswegen mies zu fühlen, käme mir nie in den Sinn. Für mich gibt es beim Buchkauf nur eine Regel: es wird um der Bücher willen gekauft, nicht um des Kaufens willen. Das heißt, selbst wenn ich meine Beobachtungslisten bei Gebrauchthändlern durchgehe und einige Exemplare günstig angeboten werden, spricht mich keines davon an, kaufe ich nicht nur, um etwas gekauft zu haben. Ich muss mich über den spezifischen Kauf freuen, das ist das oberste Gebot. 2020 ist deshalb bisher ein recht SuB-freundliches Jahr. Ich habe vergleichsweise wenig gekauft, weil nur wenige der verfügbaren Bücher meine Begeisterung wecken konnten. Das kann sich natürlich noch ändern, doch zur Zeit bin ich offenbar recht genügsam.

Interessant ist, dass dieser Trend seit April mit meinem Blogprojekt zu Robert E. Howard und Conan zusammenhängt. Seitdem warte ich nämlich darauf, dass ein ganz bestimmtes Buch in meinen Listen als verfügbar aufploppt: „Heroes in the Wind: From Kull to Conan“. Dabei handelt es sich um eine Sammlung der Kurzgeschichten von Robert E. Howard, die neben Conan vermutlich auch einige seine anderen Figuren enthält. Welche und wie viele weiß ich leider nicht, aber ich hoffe, dass ich mit diesem Buch zumindest den Großteil seiner Fiktion auf einen Schlag abdecken kann. Dummerweise ist diese Ausgabe des Verlags Penguin bereits 2009 erschienen und ist heute, 11 Jahre später, vergriffen und wirklich nur noch gebraucht zu bekommen. Andere umfängliche Sammlungen gibt es derzeit nicht. Was man kaufen kann, vor allem als E-Books, sind einzelne Sammlungen, die nach Genre sortiert sind. Das passt mir nicht in den Kram. Ich will nicht viele einzelne digitale Versionen, die sich am Ende vielleicht noch stark überschneiden, ich hätte gern eine Gesamtausgabe seines Werks als Print, von einem etablierten Verlagshaus, dem ich vertrauen kann, dass sie das ganze Beiwerk, das nach Howards Tod veröffentlicht wurde, ignorieren und ausschließlich die originalen Versionen seiner Geschichten abdrucken. Da kommt momentan bloß dieses Buch in Frage, das ich so unbedingt haben will, dass mein Bedürfnis, andere Bücher zu kaufen, davon völlig überlagert ist. Ich werde sehen, wie lange das anhält. Es ist nämlich durchaus möglich, dass ich auch hier wieder Jahre warten muss.

Abschließend möchte ich noch mal dafür plädieren, den SuB nicht länger als Schandfleck zu begreifen. Bücher sind etwas Gutes, es ist überhaupt nicht schlimm, viele davon zu besitzen, selbst wenn sie überwiegend ungelesen sind. Lesen ist schließlich kein Wettstreit, auch nicht mit euch selbst.

Was macht euer SuB zur Zeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bombastischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: In der Kürze liegt die Würze?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Oh man. Dieses Conan-Projekt. Seien wir ehrlich, das wird keine Aktionswoche. Eher sowas wie ein Aktionsmonat. Ich schreibe und schreibe, sehe, wie sich immer mehr Seiten anhäufen und weiß wirklich noch nicht, wie ich diese Länge in irgendetwas umwandeln soll, dass sich tatsächlich auf einem Blog umsetzen lässt. Aber darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist. Erst mal müssen die Texte fertig werden. Ich glaube, es handelt sich wirklich um das umfangreichste Projekt, das ich je für den wortmagieblog auf die Beine gestellt habe. Ich verspreche euch, wenn es irgendwann (momentan ist nicht absehbar, wann) online geht, wisst ihr alles über Robert E. Howard und Conan den Cimmerier, was es zu wissen gibt. Witzig, dass sich die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ausgerechnet um Kurzgeschichten dreht.

Wie steht ihr zu Kurzgeschichten?

Aktuell habe ich mit Kurzgeschichten ein extrem enges Verhältnis. Hätte mein Hirn einen Schoß, hätten sich Kurzgeschichten darauf richtig schön eingekuschelt und häuslich eingerichtet. Das liegt natürlich daran, dass Robert E. Howard beinahe ausschließlich für seine Kurzgeschichten bekannt ist und sie einen großen Anteil seines literarischen Vermächtnisses darstellen. Er war auch ein talentierter Lyriker und versuchte sich in seiner kurzen, intensiven Karriere hin und wieder an einem Roman, aber (finanziellen) Erfolg hatte er im Grunde nur mit seinen Kurzgeschichten. Ich bin gern bereit, zuzugeben, dass ich erst seinetwegen wirklich mit dieser Gattung warm geworden bin.

Eigentlich passen Kurzgeschichten nicht in meinen Lesealltag. Dachte ich zumindest immer. Ich kann das nicht einmal richtig erklären, ich hatte einfach das Gefühl, dass sie nichts Halbes und nichts Ganzes sind. Viel zu kurz für meinen Geschmack. Ich habe lange Geschichten immer bevorzugt, weil ich gern mehr Zeit mit Figuren und in Welten verbringe und den Eindruck hatte, dass Kurzgeschichten eher Momentaufnahmen sind. Sicher hat das auch bei mir mit meinen Erfahrungen in meiner Schulzeit zu tun, denn die Kurzgeschichten, die wir damals gelesen haben, waren meist wie Fenster in eine bestimmte Situation. Dass es so nicht sein muss, hat mir erst Robert E. Howard beigebracht. Er lehrte mich, dass auch kurze Geschichten vollständige Handlungen vermitteln können und nicht zwangsläufig darauf beschränkt sein müssen, dass zwei Personen am Tisch sitzen und sich unterhalten. Howard war ein Meister darin, innerhalb weniger Seiten Action und Spannung aufzubauen, Sympathie zu erzeugen und exakt die Geschichte zu erzählen, die ihm vorschwebte. Zu seiner Zeit war er der König der Kurzgeschichte.

Seinetwegen hat sich mein Respekt für diese Gattung unermesslich gesteigert. Ich glaube mittlerweile, dass sie die schwierigste Disziplin ist, die es in der Literatur gibt. Sie erfordern technisch sehr viel mehr Aufwand als ein hunderte Seiten langer Roman. Jedes Wort, jeder Satz, jede Szene muss sitzen. Autor_innen von Kurzgeschichten können es sich nicht erlauben, herumzuschwafeln, sie müssen ihre Handlung erbarmungslos vorantreiben, um in ihrem engen Rahmen ihr Ziel zu erreichen und auszudrücken, was sie sagen wollen. Das heißt, sie müssen genau überlegen, was sie wie inszenieren, wer was sagt und sich wie verhält. Füllmaterial ist einfach nicht drin. Eine gute Kurzgeschichte ist meiner Meinung nach präzise und zielorientiert. Auf irgendeiner Ebene war mir das bereits vor meiner Auseinandersetzung mit Robert E. Howard bewusst, aber er war derjenige, der mir zeigte, wie gut das Konzept der Kurzgeschichte funktionieren kann.

Ich denke, dass ich der Gattung der Kurzgeschichte in Zukunft eher einen Platz in meinem Lesealltag einräume. Das wird nicht heißen, dass ich demnächst losziehe und mir eine Anthologie nach der nächsten besorge, doch ich glaube, dass ich eher bereit bin, Kurzgeschichten von Autor_innen zu lesen, die mich interessieren. Ich kann mir nicht vorstellen, Kurzgeschichten als Einzelwerke in meine Lektüreauswahl zu integrieren; ich kann mir jetzt allerdings durchaus vorstellen, eine Sammlung von einem bestimmten Autor oder einer bestimmten Autorin in meine Bibliothek aufzunehmen. Ich habe die Conan-Geschichten ja auch nicht einzeln gelesen, sondern am Stück, indem ich sie einfach wie Kapitel behandelt habe. Diese Taktik hat für mich definitiv Potential und ich bin dankbar, dass Robert E. Howard meinen literarischen Horizont erweiterte.

Lest ihr Kurzgeschichten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen angenehmen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jahresrückblick 2019: Zahlen, Diagramme und ein bisschen Sentimentalität

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich kann es kaum glauben. Mein Jahresrückblick 2019 ist tatsächlich innerhalb der ersten zwei Wochen des Jahres 2020 fertig geworden! Ich finde, das verdient einen Tusch! Es hat sich ausgezahlt, dass ich dieses Mal sehr diszipliniert war und bereits zum Jahresende angefangen habe, mein Resümee zusammenzustellen. Übrigens, laut Duden ist ein Resümee eine „knappe Inhaltsangabe“ oder „kurze Zusammenfassung“. Nun, das ist hier nicht der Fall. Mit „kurz und knapp“ kann ich nicht dienen – wie auch, schließlich soll dieser Rückblick 12 volle Lesemonate statistisch und emotional Revue passieren lassen.

Wie immer habe ich eine zweigeteilte Struktur gewählt, um euch die verschiedenen Facetten meines vergangenen Lesejahrs zu präsentieren. Im ersten Part werden wir 2019 statistisch aufarbeiten und anhand der Fakten ein objektives Fazit ziehen. Dafür habe ich bei Piktochart Infografiken erstellt, die euch mithilfe von Zahlen und Diagrammen einen transparenten Überblick verschaffen. Ich werde jede Kategorie einzeln kommentieren und interpretieren, damit ihr das nötige Kontextwissen erhaltet, um zu verstehen, wie die Statistiken einzuordnen sind. Ich möchte mich im Voraus dafür entschuldigen, dass die Legenden der Diagramme nicht mehr so gut zu lesen sind; das liegt einfach daran, dass Piktochart die Aufmachung veränderte und ich die Schriftgröße leider nicht beeinflussen kann. Ich bemühe mich, Zahlen und Prozentangaben in meinen Diskussionsabschnitten zu erwähnen, damit ihr diese trotzdem kennenlernt. Außerdem werde ich natürlich den Bezug zu den vergangenen Jahren herstellen, denn die entscheidende Frage, die es zu beantwortet gilt, lautet: Wie entwickelt sich mein Leseverhalten?

Im anschließenden zweiten Part machen wir es uns bequem, lehnen uns zurück und lassen 2019 emotional Revue passieren, Popcorn, Chips und Erfrischungen inklusive. Dafür werde ich 30 Fragen beantworten, die ursprünglich von Martina Bookaholics stammen. Seit einigen Jahren bietet sie das Formular nicht mehr auf ihrer Website an, deshalb habe ich auf die alte, bewährte Version von 2016 zurückgegriffen und meinen Header, den ich letztes Jahr erstellt habe, aktualisiert. Ich lade euch in die Kommandozentrale meines Bücherhirns ein; in dem kleinen Büro in einem Nebenraum meines Lektürearchivs wird es für uns alle vermutlich reichlich eng, aber ich habe Kissen und Decken ausgelegt, damit ihr es euch gemütlich machen könnt!

Habt ihr Lust auf einen ausführlichen Ausflug in die jüngste Vergangenheit? Dann klemmt euch die Sepiabrille auf die Nase, lasst euch von einem sentimentalen Harfenthema in die richtige Stimmung bringen und schon starten wir mit meinem Jahresrückblick 2019!

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Verfasst von - 14. Januar 2020 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Können Genrewechsel funktionieren?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe fantastische Nachrichten. Mein Jahresrückblick 2019 ist fertig! Konfetti und Sekt bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihn so zügig zusammenstellen konnte und freue mich darauf, ihn euch gleich morgen zu präsentieren. Das bedeutet, jetzt kann das Jahr 2020 richtig losgehen. Na ja, fast. Da sind ja noch ein paar übriggebliebene Rezensionen aus 2019, die abgearbeitet werden wollen. Aber nachdem ich doch recht lange mit Statistiken und Diagrammen zu Werke war, kann ich es kaum erwarten, endlich wieder eine Besprechung zu schreiben und das sind ja eigentlich recht gute Voraussetzungen, oder nicht? Ich strenge mich an, zur nächsten Woche wieder das normale Programm hier auf dem Blog fahren und euch die üblichen zwei Rezensionen pro Woche bieten zu können. Auf in den Alltag! 😀
Zum normalen Blogprogramm gehört selbstverständlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, der ich mich heute widme!

Können Autor_innen in mehreren Genres brillieren?

Als ich die Frage zuerst las, dachte ich ohne zu zögern und im Brustton der Überzeugung: „Ja, klar, selbstverständlich können sie das!“ Der nächste Gedanke lautete „Okay. Beispiele?“ und schon begannen meine Schwierigkeiten. Mir fielen einige Autor_innen ein, die den großen Genrewechsel wagten. J.K. Rowling, die Antonia ebenfalls nennt, war eine der ersten, die sich meldeten. Seit 2012 veröffentlicht die Mutter unseres liebsten Zauberlehrlings Krimis, teilweise unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith. Antonia hat natürlich Recht, dass auch die „Harry Potter“-Romane eine kriminalistische Ebene aufweisen und dieser Schritt für Rowling daher vermutlich naheliegend war; den Wechsel von Jugendliteratur zu erwachsener Literatur kann ihr hingegen niemand absprechen. Unglücklicherweise kann ich nicht beurteilen, ob sie in dieser Sparte ebenso brilliert. Ich habe bisher keinen ihrer Krimis gelesen und ich habe es auch nicht vor. Meine Beziehung zu Krimis ist kompliziert und ich möchte meine Einstellung zu J.K. Rowling, die durch diverse unschöne Äußerungen in den Medien ohnehin harte Schläge einstecken musste, nicht zusätzlich belasten, indem ich sie in einem Genre kennenlerne, das mich nur in Ausnahmefällen begeistert. Rein wirtschaftlich hatten ihre Krimis nicht denselben Erfolg wie HP – doch da es sich dabei um eine Messlatte von astronomischer Höhe handelt, sehe ich die Gültigkeit dieses Arguments ziemlich kritisch. Kurz: ich weiß nicht, ob Rowling in ihren Krimis brilliert.

Die nächste, der ich meine Aufmerksamkeit widmete, ist Marie Lu. Lu gelang der Durchbruch mit ihrer dystopischen Jugend-Trilogie „Legend“, die mich nach einem etwas schwachen Start sehr gut unterhielt. Als bekannt wurde, dass sie einen Genrewechsel von Science-Fiction zur Königsdisziplin der High Fantasy riskieren würde, war ich extrem neugierig und freute mich auf die Trilogie „The Young Elites“. Leider kann ich nicht behaupten, dass ihr dieser Wandel gut gelang. In der Rezension zum Finale „The Midnight Star“ fragte ich mich, ob sie für die High Fantasy vielleicht noch nicht bereit war, weil mich ihr Worldbuilding nicht überzeugte. Damit kann Marie Lu also nicht als positives Beispiel dienen.

Ein weiterer Autor, der mir einfiel, ist Markus Heitz. In Heitz‘ Bibliografie finden sich zahlreiche Genres, er hat viele Kategorien ausgetestet und mal den großen Zeh ins Wasser gehalten: High Fantasy, Urban Fantasy, Historische Fiktion, Thriller, Horror, Dystopien. Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass er ein Fan vom Crossgenre ist. Seine Thriller weisen häufig paranormale Elemente auf und in seinen Fantasy-Romanen finden sich Thriller-Elemente. Neben der High Fantasy, die er meist klassisch und traditionell angeht, fällt mir lediglich ein Vertreter ein, der einem einzigen Genre zugeordnet werden kann: der Thriller „Totenblick“. Das heißt, sein Schaffen lebt hauptsächlich von Überschneidungen; von revolutionären Experimenten kann ich nicht sprechen. Dennoch sind seine Genre-Mixe normalerweise durchaus glaubwürdig und unterhaltsam. Ich würde ihn als halbes Positivbeispiel gelten lassen.

Robert E. Howard wäre für die heutige Frage ein passender Fall, weil seine Kurzgeschichten in vielen verschiedenen Genres verortet sind. Dummerweise habe ich bisher nur seine Conan-Geschichten gelesen und vermute, dass es problematisch wird, seine anderen Werke zu beschaffen, weil es jahrzehntelang Streitigkeiten um sein Vermächtnis gab und ich noch nicht weiß, ob es heutzutage überhaupt Sammlungen seiner übrigen Geschichten zu kaufen gibt. Auch hier kann ich daher kein Urteil abgeben.

Zu David Safier, den Antonia ebenfalls nennt, kann ich mich nicht äußern. Ich habe Safier noch nicht gelesen, obwohl sein hochgelobter Roman „28 Tage lang“ in meinem Regal auf seinen großen Auftritt wartet. Ich bezweifle jedoch, dass ich jemals den Vergleich zu seiner humoristischer Literatur ziehen können werde, weil ich mit lustigen Büchern selten etwas anfangen kann.
Meinen Anteil der Stücke Shakespeares habe ich natürlich gelesen, sowohl Komödien als auch Tragödien, aber irgendwie empfinde ich seine Vielfalt nicht als Genrewechsel. Ich muss gestehen, ich kenne mich mit der Theorie des Theaters nicht gut aus, deshalb agiere ich in seinem Fall lediglich auf einer intuitiven Basis, doch ich glaube mich zu erinnern, dass Komödie und Tragödie verwandt sind und lediglich geringe strukturelle Unterschiede aufweisen (die dafür allerdings gewaltige Auswirkungen haben). Grundsätzlich finde ich es schwierig, Bühnenstücke mit Prosa zu vergleichen, weil sie komplett anderen Regeln folgen.

All diese Überlegungen zwingen mich, meine ursprüngliche Einschätzung ein wenig zu korrigieren. Ich kann nicht mit völliger Sicherheit schlussfolgern, dass Autor_innen in verschiedenen Genres gleichermaßen brillieren können. Mir fehlt einfach die Erfahrung für ein Fazit. Also formuliere ich meinen ersten Gedanken um: „Ja, wahrscheinlich können sie das“. Ich glaube nicht, dass Genrewechsel immer zum Scheitern verurteilt sind oder immer gelingen. Vermutlich kommt es stets auf den Autor oder die Autorin an. Talent ist und bleibt Talent, unabhängig vom Genre. Dennoch denke ich, dass nicht alle Autor_innen ihr Talent in jedem Genre unter Beweis stellen können. Ich glaube, dass einige unter ihnen die speziellen Rahmenbedingungen ihres Heimatgenres brauchen, um sich entfalten zu können. Man denke nur an all die Krimi- bzw. Thriller-Autor_innen, die selbst eine berufliche Vergangenheit in der Strafverfolgung haben. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es eine gute Idee wäre, würde es sich Jilliane Hoffman in den Kopf setzen, einen High Fantasy – Roman zu schreiben. Ebenso wenig sehe ich Steven Erikson einen Liebesroman verfassen. Suchen sich Schriftsteller_innen hingegen neue Genres aus, die ihnen gleichermaßen liegen, kann der Wechsel ohne Weiteres funktionieren.

Wie schätzt ihr Genrewechsel von Autor_innen ein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen furiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Neujahrsgrüße, Blogupdate und Gewinnauslosung

Frohes Neues ihr Lieben! 😀

Ich hoffe, ihr hattet einen wunderbaren Silvesterabend, konntet freudig und sicher in das neue Jahr hinübergleiten und seid nun bereit für 366 frische Tage! Das Jahr 2020 ist nämlich ein Schaltjahr, deshalb bekommen wir einen Tag mehr, um Heldentaten zu vollbringen, unsere Ziele zu erreichen und natürlich ganz viele tolle Bücher zu lesen. Mein Papa orakelt normalerweise, dass Schaltjahre Pech und Unheil bringen, aber da das letzte Jahr für mich katastrophal verlief, gehe ich davon aus, dass ich meinen Anteil negativer Erlebnisse schon empfangen habe und bin fest entschlossen, den zusätzlichen Tag als positive Chance zu interpretieren. 24 Stunden mehr, um meine Nase in ein Buch zu stecken – das kann doch gar nicht schlecht sein, oder?

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Montagsfrage: Inspirationsquelle?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir haben einen Plan. Endlich steht fest, wie es mit Chilli weitergeht. Letzte Woche mussten wir noch einmal in die Klinik, weil ihre Ärztin ihre Lymphknoten punktieren wollte. Diese waren, wie bisher auch alles andere, unauffällig. Also ist eine Entscheidung aufgrund des Ausschlussverfahrens gefallen: es muss eine Autoimmunerkrankung sein. Wir wissen nicht, ob das wirklich so ist und wir wissen nicht, welche, aber das scheint die einzig mögliche Erklärung für ihre gleichbleibend schlechten Blutwerte zu sein. Sie wird auf Verdacht behandelt. Sie bekommt jetzt eine deutlich höhere Cortison-Dosis (vorher 15mg pro Tag, jetzt 60mg pro Tag), die ihr Immunsystem so weit unterdrücken soll, dass es aufhört, ihre roten Blutkörperchen anzugreifen. Morgen geht es mal wieder zum Blutabnehmen, da sollten wir bereits sehen können, ob es hilft oder nicht. Wenn ja – fein, dann müssen wir das Programm „Wir stopfen den Hund mit Tabletten voll“ mehrere Monate durchziehen. Wenn nicht – müssen wir andere Medikamente ausprobieren. Sollte das dann immer noch nicht helfen… Nun ja. Die Ärztin sagte, dann könne man ihr nicht helfen. Was durch die Blume heißt, dass sie an der Erkrankung sterben wird, weil es eine seltene Form ist, die nicht auf Medikamente anspricht. Aber so weit sind wir noch nicht. Erst mal sind wir jetzt im Team Cortison und glauben ganz fest daran, dass sie wieder auf die Beine kommt. Chilli zeigt mehr Appetit und darf am Mittwoch endlich die Physiobehandlung bekommen, die sie dringend braucht. Mir geht es aktuell deutlich besser, einfach, weil es diesen Plan gibt. Ganz hinten in meinem Kopf existiert zwar noch die diffuse Angst, dass sie diese seltene, exotische Form hat, doch diese Stimme ist im Moment sehr leise und ich kann sie gut ausblenden. Es geht aufwärts! Ich kann wieder lesen und habe sogar endlich die Rezension zu „Aimée & Jaguar“ abgeschlossen, an der ich nun ewig gearbeitet habe. Damit läuft der Blog langsam wieder an und wenn alles gutgeht, sollte nächste Woche alles beim Alten sein.
Ich starte also voller Optimismus in die neue Woche, wie immer mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Welches Buch hat dich das letzte Mal so richtig inspiriert?

Wenn mich ein Buch inspiriert, bedeutet das in der Regel, dass es mich animiert, Wissen anzuhäufen. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich ein Buch jemals motivierte, mein Leben oder meine Verhaltensweisen grundlegend zu ändern, aber es ist schon öfter vorgekommen, dass ich aufgrund einer Lektüre begann, mich intensiv mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen. Mein Rezensionsexperiment zum Fall O.J. Simpson im letzten Jahr ist ein passendes Beispiel. Dieses Jahr habe ich mir zwei Projekte vorgenommen, die ich umsetzen möchte.

Einerseits habe ich beschlossen, mich literarisch mit den Hell’s Angels auseinanderzusetzen, weil ich im Februar aus einer Laune heraus „Hell’s Angel: Mein Leben“ des ehemaligen Clubpräsidenten Ralph »Sonny« Barger gelesen habe. Diese Biografie war dermaßen subjektiv und besaß für mich so wenig Mehrwert, dass ich zu dem Schluss kam, dass ich weitere Bücher brauche, um die Entwicklung des MC verstehen zu können. Deshalb stehen auf meiner mentalen Leseliste für 2019 „A Wayward Angel: The Full Story of the Hells Angels“ von George Wethern, der jahrelang die Nummer 2 des Oakland Chapters war und dann zum Verräter wurde, sowie das populäre „Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten“ von Stefan Schubert. Bei diesem Projekt handelt es sich allerdings um eine lockere Sammlung von Fakten, durch die ich mir ein eigenes Bild zu machen erhoffe. Es wird dazu keine Blogaktion oder ähnliches geben, ich lese die Bücher einfach und bespreche sie.

Andererseits habe ich mir ein ambitioniertes Projekt vorgenommen, dass den Kern der heutigen Frage vermutlich besser trifft. Ich möchte die Wurzeln des Fantasy-Genres erforschen und werde dafür eine Aktionswoche zu Robert E. Howard und seinen „Conan Chronicles“ veranstalten. Howard gilt als Vater der modernen Low Fantasy in all ihren Facetten, von Dark Fantasy bis Grimdark. Die Geschichten rund um den beliebten Barbaren entstanden in den 1930ern und hatten großen Einfluss auf die fantastische Literatur. Als ich letztes Jahr begann, die Chronik zu lesen, recherchierte ich zum Autor und stellte fest, dass Howard eine faszinierende Persönlichkeit war, obwohl er gerade einmal 30 Jahre alt wurde. Außerdem empfinde ich die Figur des Conan, der ja häufig als Inspirationsquelle heutiger Autor_innen genannt wird, als so bedeutend für die Fantasy, dass ich ihn und seine Welt gern detailliert vorstellen und analysieren möchte. Es existiert bereits ein grober Plan für die Aktionswoche, um diese anzugehen, fehlt mir allerdings noch die Lektüre der Howard-Biografie „Blood and Thunder: The Life and Art of Robert E. Howard“ von Mark Finn. Diese habe ich mir für diesen Monat vorgenommen. Gegen Ende des Jahres (mir schwebt November vor) sollten dann alle Beiträge stehen. Ich freue mich sehr auf dieses Projekt, es wird Spaß machen und hoffentlich allen, inklusive mir, zu neuem Wissen verhelfen.

Ich denke, Bücher müssen keine Epiphanie auslösen oder dazu verleiten, das eigene Leben umzukrempeln. Ich glaube, wenn sie dazu animieren, den eigenen Wissensschatz zu erweitern, haben sie bereits mehr als ihr Soll erfüllt. Ich liebe dieses Gefühl, ein Buch zu lesen und dann festzustellen, dass die eigene Neugier noch nicht befriedigt ist. Sich von einem Thema völlig vereinnahmen zu lassen, weiterzuforschen und Neues zu entdecken, beflügelt mich unheimlich. Jedes Jahr freue ich mich darauf, Büchern zu begegnen, denen das gelingt. Lesen soll den Horizont vergrößern und genau das ist für mich der Inbegriff von Inspiration.

Aus welchen Büchern konntet ihr Inspiration schöpfen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hervorragenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Bernhard Trecksel – Nebelgänger

Rezensionsheader Nebelgänger

Fragt man Bernhard Trecksel nach seinen literarischen Einflüssen, taucht dort ein Name auf, den man nicht allzu häufig liest: Wolfgang Hohlbein. Der aufstrebende Autor gibt bereitwillig zu, dass ihn Hohlbeins Romane prägten und betont, wie viel er für die deutsche Fantasy leistete. Ohne dessen „Der Hexer“-Reihe, die zum Cthulhu-Mythos zählt, hätte er niemals erst H.P. Lovecraft, dann Robert E. Howard und schließlich das gesamte Sword and Sorcery – Subgenre für sich entdeckt. Wie wichtig dies für seinen Werdegang war, zeigt seine „Totenkaiser“-Trilogie. Diese der High Fantasy zuzurechnen, wäre verfremdend. Nein, es handelt sich um Low Fantasy. Nach der Lektüre des zweiten Bandes „Nebelgänger“ kategorisiere ich den Dreiteiler sogar als Grimdark.

Ormgair hätte Fomor niemals betreten dürfen. Die Lügen und Intrigen der verweichlichten Stadtlinge widern ihn an. Ihretwegen liegt sein Leben in Trümmern. Sein Stamm wurde ausgelöscht. Sein Mündel Morven ist tot. Rachedurst ist das einzige, das den alten Ambosskrieger noch antreibt. Er schwor, Morvens Mörder für seine Tat bluten zu lassen: Fennek Greskegard, der in seinem wahnhaften Bestreben, den Thron Fomors an sich zu reißen, über Leichen geht. Leider wird der Inquisitor gut beschützt. Ormgair kommt nicht an ihn heran. Fest entschlossen, Greskegard seiner gerechten Strafe zuzuführen, ergreift er ungewöhnliche Maßnahmen. Er bittet den Totenkaiser um Hilfe. Aber Clach hat sich verändert. Seine Heimkehr von den Toten hat einen Preis: er soll die Wiederauferstehung der Titanen verhindern. Über Fomors Grenzen hinweg gedeiht die Verschwörung, die die mächtigen Giganten zu erwecken trachtet. Ihre Puppenspieler verbergen sich meisterhaft. Clach dringt tief in die vergessenen Geheimnisse einer vergangenen Zeit ein. Doch schon bald führt ihn sein Weg dorthin zurück, wo alles begann – nach Fomor.

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