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Schlagwort-Archive: Ritual

Montagsfrage: Buchige Rituale?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Ich durfte gerade einen wunderschönen Sonnenaufgang über Berlin miterleben – kaum zu glauben, dass uns heute Mittag ein Tief erreichen wird und endgültig den Herbst einläutet. Ich bin mal gespannt, wie gut ich mit dem herbstlichen Wetter zurechtkomme, ich habe nämlich festgestellt, dass Regenwetter Auswirkungen auf meinen verheilten Bruch hat. Wenn es bereits morgens schüttet, ist mein Handgelenk nicht so geschmeidig wie sonst, als wäre es leicht blockiert. Trotzdem freue ich mich auf den Herbst, weil es einfach die perfekte Zeit zum Lesen ist.
Die neue Woche beginne ich natürlich wie immer mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja, in der es nach Ticks und Macken dieses Mal um Rituale geht:

Hast du bestimmte Rituale, z.B. ein bestimmtes Buch jedes Jahr zu lesen oder ein Genre zu testen, das dich eigentlich wenig anspricht, etc.?

Letzte Woche musste ich zugeben, dass ich durchaus ein paar Ticks beim Lesen habe – diese Woche kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich keine speziellen Rituale verfolge. Ich lese stets nach Lust und Laune, Rituale wären mir dabei im Weg. Selbstverständlich setze ich mir pro Jahr bestimmte Ziele, die sich selten ändern, z.B. möchte ich jedes Jahr mindestens einen Klassiker vom SuB befreien, aber echte ritualisierte Strukturen pflege ich dabei nicht. Keine regelmäßigen Rereads, keine Genreexperimente, keine saisonalen Vorlieben. Das würde mich nur einschränken und im schlimmsten Fall sogar unter Druck setzen. Ich versuche, immer für fast alles offen zu sein. Eigentlich ist das seltsam, weil ich sonst sehr anfällig für rituelles Verhalten bin. Ich ritualisiere beinahe alles, von meinem Essverhalten über meine Zu-Bett-geh-Routine bis hin zur Hausarbeit. Im Alltag verleiht mir das Sicherheit. Vielleicht brauche ich diese Sicherheit beim Lesen einfach nicht. Vielleicht vermitteln mir Bücher ohnehin Sicherheit. Ein schöner Gedanke.

Pflegt ihr bestimmte buchige Rituale?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche und den neuen Monat!
Alles Liebe,
Elli  ❤

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Johannes Ulbricht – Prinzessin Serisada & Prinz Zazamael

Im April 2017 erhielt ich eine E-Mail, in der mir der Zweiteiler „Sumerland“ von Johannes Ulbricht zur Rezension angeboten wurde. Das Besondere an diesem Projekt ist seine multimediale Ausrichtung: neben den beiden Büchern „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“, existiert eine Augmented Realtiy – App, die eine Schnitzeljagd inszeniert. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich wollte die Kombination aus moderner Technik und klassischer Literatur unbedingt austesten und ließ mir beide Bände zuschicken.

Mitten in der ungezähmten Wildnis des Sumerlands thront der Stadtkegel Waylhaghiri, ein prekäres, babylonisches Konstrukt zahlloser Etagen. Regiert vom unsterblichen, ewig kindlichen Prinz Zazamael und dem geheimen Rat der Wirtschaftsweisen, herrscht in der einzigen Stadt der Welt ein empfindliches System gesellschaftlicher Herausforderungen, das die Menschen subtil lenkt und manipuliert. Kaum jemand ahnt, dass die Bevölkerung Waylhaghiris in einer Illusion gefangen ist: unsere Realität ist nicht mehr als ein Traum, die uns die Kontrolle des Zentralcomputers vergessen lässt. Prinz Zazamael und der Rat streben nach Perfektion, nach der vollkommenen Fusion von Realität und Illusion, benötigen dafür allerdings den wilden Wein, der irgendwo im Sumerland versteckt ist. Das Sumerland ist das Reich der unsterblichen, ewig kindlichen Prinzessin Serisada, für die Waylhaghiri ein unerträglicher Makel in der wilden Schönheit ihres Landes ist. Während Prinz Zazamael und seine Okkupationsarmee auf der Suche nach dem wilden Wein ins Sumerland eindringen, schleicht sich Serisada in den Stadttrichter, um eine Revolution auszulösen und Waylhaghiri endgültig vom Antlitz der Welt zu tilgen. Der Krieg der Königskinder schlägt gewaltige Wellen, die bis in unsere Realität zu spüren sind. Wird die große Fusion gelingen oder werden Traum und Wirklichkeit in sich zusammenstürzen?

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3 Kommentare

Verfasst von - August 31, 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Richard Kadrey – Devil Said Bang

Satan. Herrscher der Hölle. Gottes ewiger Widersacher. Eine Position voller Macht und Prestige. James Stark alias Sandman Slim will den Job trotzdem nicht. Was nützt all die Macht, wenn ihm der Tag regelmäßig durch Budgetbesprechungen, sinnentleerte Rituale und lächerliche Attentatsversuche versaut wird? Nein, Stark will raus. Schließlich hat er sich nie um die Stelle beworben; der originale Luzifer trickste ihn aus und genießt jetzt Ferien im Himmel. Toll. Einfach Fabelhaft. Seit er Gebieter der Verdammten wurde, sucht Stark unermüdlich nach einem Weg, die Hölle zu verlassen und nach L.A. zurückzukehren. Ganz so simpel ist das nur leider nicht. Die Verdammten hassen ihn und wenn es nach ihm ginge, könnten sie ihm alle getrost den Buckel runterrutschen, aber die Hölle braucht einen Anführer; jemanden, der den Papa spielt und Händchen hält. Also, was macht man mit einem miesen Blatt? Richtig. Bluffen, was das Zeug hält und die erste günstige Gelegenheit beim Schopfe packen. Dummerweise wird Starks glorreiche Heimkehr nach L.A. von einem serienmordenden Geist überschattet, der offenbar im Auftrag einer Fraktion der Sub Rosas handelt, die die Realität umschreiben will. Diese Idioten schaffen es doch tatsächlich, ein Loch ins Universum zu reißen. Da sehnt man sich fast nach der bizarren Idylle der Hölle, nicht wahr?

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Ein Kommentar

Verfasst von - Juni 1, 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Eric Scott Fischl – Dr. Potter’s Medicine Show

Wisst ihr, was eine Medicine Show ist? Im 19. Jahrhundert reisten selbsternannte Wunderheiler in Pferdewagen durch die USA und versuchten, selbstzusammengerührte Heilmittelchen an die Leute zu bringen. Meist waren diese Verkaufsveranstaltungen mit einem Unterhaltungsprogramm verbunden. Eine Mischung aus Zirkus, Kirmes und Kaffeefahrt. Da Herstellung und Vertrieb von Medikamenten noch keinen gesetzlichen Regelungen unterworfen waren (erst ab 1906), konnte sich jeder zum Quacksalber aufschwingen, der den Willen und die finanziellen Voraussetzungen besaß. Dementsprechend waren diese Mittel oft wirkungslos oder sogar schädlich – großzügig versetzt mit Alkohol, Opium oder Kokain. Eine Geschichte, die in diesem Umfeld spielt, erschien mir äußerst vielversprechend. Ich konnte nicht widerstehen, als ich „Dr. Potter’s Medicine Show“ von Eric Scott Fischl bei Netgalley entdeckte.

Hereinspaziert, hereinspaziert! Kommen Sie näher, kommen Sie näher! Überzeugen Sie sich selbst von der wundersamen Wirkung von Dr. Hedwiths Chock-a-saw Sagwa Tonikum! Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Rheuma – dieses großartige Elixier heilt jede geistige oder körperliche Krankheit!
Diese oder eine ähnliche Ansprache hält Dr. Alexander Potter in jeder neuen Stadt, die er mit seiner Medicine Show besucht, obwohl er weiß, dass das Tonikum im besten Fall lediglich abhängig macht. Im schlimmsten Fall… erweckt es die Menschen. Zu viele Jahre arbeitet der Sezessionskriegsveteran schon für Dr. Hedwith und seinen grausamen Handlanger Lyman Rhoades, trägt eine alte Schuld ab, die ihn auf ewig an den Doktor fesselt und in dessen alchemistische Experimente verstrickt. Zu lange schon wartet Alexander darauf, seine Freiheit zurückzugewinnen. Seine Chance kommt, in Person des verzweifelten Zahnarztes Josiah McDaniel, dem das Sagwa Tonikum alles nahm und der nun schwört, sich an Dr. Hedwith zu rächen. Gemeinsam stellen sie sich dem Kampf gegen einen Mann, der nichts zu verlieren hat – außer der Unsterblichkeit.

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Steven Erikson – Die Eisige Zeit & Der Tag des Sehers

2016-08-05 - Erikson Die Eisige Zeit & Der Tag des Sehers (Das Spiel der Götter #3)

Im Südosten von Genabackis regt sich eine neue Bedrohung: die Pannionische Domäne, angeführt vom Pannionischen Seher. Begleitet von einer hungrigen, blutrünstigen Bauernarmee verschlingt er gierig eine Stadt nach der anderen. Um ihn aufzuhalten, braucht es ein eigenwilliges Bündnis. Nach Jahren des Krieges stehen sich Dujek Einarm, Elster, Caladan Bruth und Anomander Rake erstmals als Alliierte gegenüber. Abtrünnige malazanische Soldaten, Tiste Andii, Söldner und Rhivi werden Seite an Seite kämpfen, um den Grauen des Pannionischen Sehers Einhalt zu gebieten. Doch das Bündnis steht auf tönernen Füßen. Ein eiskalter Hauch aus einer lang vergrabenen Vergangenheit stellt die Loyalitäten aller Beteiligten in Frage. Verrat hebt sein hässliches Haupt. Legenden offenbaren sich als Realität. Chaos vergiftet die Welt, in dessen Wirren sich der wahre Feind der vereinten Armee verbirgt und nach uralter Rache dürstet. In der Stadt Capustan wird sich entscheiden, ob die Allianz stark genug ist, dem Griff des Sehers und seines Meisters nach Genabackis ein Ende zu setzen.

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V.B. Marlowe – Moonlight, Moonlight

2016-05-29 - Marlowe Moonlight Moonlight

Ich bin fassungslos. Vor der „Shadow Pines Trilogy“ veröffentlichte V.B. Marlowe bereits einen Einzelband: „The Girl with the Blood Red Lips“. Da mich der Trilogieauftakt „Shadow, Shadow“ ungemein begeisterte, wollte ich mir diesen Roman ebenfalls zulegen. Leider ist er nirgendwo zu bekommen, weder neu noch gebraucht. Ich habe noch nie erlebt, dass es so gar keine Möglichkeit gibt, ein Buch zu kaufen. Selbst vergriffene Bücher sind doch immer aus zweiter Hand erhältlich. „The Girl with the Blood Red Lips“ hingegen scheint weltweit ausverkauft zu sein. Ich kann nur hoffen, dass V.B. Marlowe irgendwann so erfolgreich ist, dass ihr Erstling noch einmal neu verlegt wird. Vielleicht trägt die Fortsetzung der „Shadow Pines Trilogy“, „Moonlight, Moonlight“, ja dazu bei.

Harley, Brock und Gianna dachten, es wäre vorbei. Sie dachten, nachdem sie jeweils einen Menschen an die Schatten übergeben haben und Teaghan verschwunden ist, könnten sie wieder normale Leben führen. Doch die Schatten geben keine Ruhe und entwickeln sich zu einer ernsthaften Bedrohung. Als sich die Angriffe häufen, fassen Brock und Harley den Entschluss, die Stadt zu verlassen. Die Umsetzung ihrer Entscheidung gestaltet sich jedoch als schwierig. Niemand hat Shadow Pines jemals verlassen. Weder Brock noch Harley haben dieser Eigenart ihrer Heimat je mehr als einen flüchtigen Gedanken gewidmet. Nun bleibt ihnen keine andere Wahl, als zu akzeptieren, dass die Menschen Shadow Pines nicht einfach nur nicht verlassen wollen – sie können es nicht. Die Stadt umgibt ein Geheimnis nationalen Ausmaßes. Brock und Harley finden sich in einer Zwickmühle wieder. Bleiben sie in Shadow Pines, werden die Schatten sie umbringen. Überschreiten sie die Stadtgrenze, könnte dies ebenfalls ihren Tod bedeuten. Werden sie das Risiko eingehen und die Flucht wagen?

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Kathy Reichs – Der Tod kommt wie gerufen

„Der Tod kommt wie gerufen“

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Reihe: Temperance Brennan #11

Originaltitel: Devil Bones

Autor: Kathy Reichs

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 366

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453434625

Genre: Krimi & Thriller

ausgelesen am: 11.03.2014

Bewertung:

In meinem letzten Beitrag zu „Knochen zu Asche“ von Kathy Reichs erteilte ich den Rat, zwischen zwei Bänden der Temperance – Brennan – Reihe einige Zeit verstreichen zu lassen, damit deren starres Gerüst nicht ins Gewicht fällt. Wie dieser Beitrag zeigt, habe ich mich ausnahmsweise nicht an meinen eigenen Rat gehalten und direkt begonnen, Band 11 zu lesen. Ich hatte einfach das Gefühl, mit Tempe noch nicht fertig zu sein und wollte einen weiteren ihrer spannenden Fälle kennenlernen. Es war eine impulsive Entscheidung, die ich zwar glücklicherweise nicht bereut habe, es zeigt sich aber deutlich, dass die zeitliche Nähe Auswirkungen auf meine Einschätzung des elften Bandes hat.

In „Der Tod kommt wie gerufen“ ist Tempe gezwungen, sich mit mehreren Morden in Charlotte, North Carolina, auseinander zu setzen, die allem Anschein nach Ritual – Charakter haben. Zuerst wird in einem Keller ein Altar entdeckt, zu dessen Bestandteilen menschliche sowie tierische Knochen gehören. Kurz darauf taucht an einem Strandabschnitt eine Leiche auf, in deren Haut satanische Symbole geritzt sind. Unglücklicherweise ist es weder Tempe noch den ermittelnden Polizisten möglich, die Funde vor der Presse geheim zu halten; so werden diese zu einem gefundenen Fressen für einen lokalen Politiker, der die Öffentlichkeit kurzerhand zu einer Hetzjagd auf die Täter aufruft. In der aufgeheizten Stimmung muss Tempe nun versuchen, den Opfern einen Namen zu geben und herauszufinden, wer die schrecklichen Taten begangen hat.

Ich werde mich hier nicht erneut zu den Charakteren äußern, da der Leser es mit denselben Protagonisten wie bereits zuvor zu tun bekommt und sich diese nicht verändert haben. Der Handlungsverlauf entspricht natürlich grob dem bereits genannten Rahmen, Tempe begibt sich durch die Ermittlungen erneut in Gefahr. Die Details der Handlung unterscheiden sich jedoch stark von „Knochen zu Asche“. Kathy Reichs streift in Band 11 der Temperance – Brennan – Serie mehrere alternative Religionen wie den Wicca – Kult, Santería und Palo Mayombe, was ich zwar als sehr interessant empfand, aber bei mir auch den Eindruck hinterließ, dass „Der Tod kommt wie gerufen“ weniger tief und detailliert ausgearbeitet ist als dessen Vorgänger. Reichs streift diese Religionen eben nur, statt intensiver auf sie einzugehen. Dem Hintergrundwissen gestattet sie zu wenig Raum; die Ermittlung ist wesentlich dominanter. Ich fand das schade, da sie an dieser Stelle einiges Potential verschenkt, das den Roman lehrreich hätte auflockern können. So empfand ich die Aufklärung der Fälle als etwas zu verbissen; eine Tendenz, zu der Tempe als Protagonistin ohnehin neigt. Diese Verbissenheit gipfelt in einer persönlichen Konfrontation zwischen ihr und dem Täter (damit verrate ich sicher nicht zu viel), die ich als völlig unnötig und überflüssig einschätzte. Ich wusste bereits vorher, dass es auf diese Situation hinauslaufen wird, einfach, weil Reichs ihre Romane immer auf diese Weise enden lässt, aber dieses Mal störte es mich. Der direkte Angriff auf Tempe war mir einfach zu weit hergeholt, genau wie ihre permanente Involvierung in die Ermittlungen. Wie stark die freundschaftlichen, kollegialen Bande zwischen ihr und den betreffenden Polizisten auch sein mögen, es erscheint mir nicht realistisch, dass eine forensische Anthropologin zu jeder Hausdurchsuchung und Befragung eingeladen wird. Sie ist eine Spezialistin ohne jegliche polizeiliche Ausbildung, ergo letztendlich auch nur eine Zivilistin, wie wahrscheinlich ist es dann, dass jeder Detective sie diskussionslos in Kontakt mit Verdächtigen kommen lässt? Ansonsten ist die Handlung natürlich spannend wie eh und je, auch das hatte ich nicht anders erwartet. Tempe bekommt von Reichs einige Male die Gelegenheit, ihre weniger angenehmen Charaktereigenschaften zu zeigen; Situationen, die ich persönlich sehr zu schätzen weiß, da sie die Protagonistin menschlich und real werden lassen. Ich bin stets begeistert, wenn Romanfiguren nicht perfekt sind, sondern auch Fehler haben.

Bis zum nächsten Band der Temperance – Brennan – Reihe werde ich definitiv wieder mehr Zeit verstreichen lassen. Die Ähnlichkeit der Entwicklungen zwischen den einzelnen Romanen ist meines Erachtens nach zu frappierend, als dass ich diese nach einer zeitnahen Lektüre einfach ignorieren könnte. Mein Urteil über „Der Tod kommt wie gerufen“ hat dementsprechend ein wenig darunter gelitten, dass ich direkt davor bereits „Knochen zu Asche“ gelesen habe. Es ist ein guter, solider Thriller, dessen Thematik ich an sich sehr genossen habe und den ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann. Man darf von Kathy Reichs anscheinend jedoch nicht erwarten, dass sie von der (offenbar funktionierenden) Struktur ihrer Romane abweicht.

(Nächster Band: Temperance Brennan #12 – „Das Grab ist erst der Anfang“ – Kathy Reichs – ISBN: 3453435508 – ACHTUNG: bereits gelesen!)

 
 

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