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Marie Lu – Champion

„Champion“

Champion

Reihe: Legend #3

Autor: Marie Lu

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 369

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 014751228X

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 21.12.2014

Bewertung:

Auf der deutschen Website der „Legend“ – Trilogie vom Loewe-Verlag kann man einen Test machen, ob man eher wie June oder eher wie Day ist. Soldat oder Rebell? Ich fand das ganz witzig, also habe ich die Fragen beantwortet. Der Test ist ziemlich leicht zu durchschauen, daher war das Ergebnis für mich nicht überraschend: ich wäre auf den Straßen der Republik zu Hause, wie Day. Nicht mal im realen Leben wäre ich eine gute Soldatin, wie könnte ich da je mit June mithalten? Wenn ihr Lust habt, könnt ihr den Test ja ebenfalls machen und mir erzählen, wie er für euch ausgefallen ist. 🙂

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung scheint die Republik in eine bessere Zukunft zu blicken. Nicht nur schaffte Elector Anden die Tests und die Experimente ab, er treibt auch die Friedensverhandlungen mit den Kolonien aktiv voran. Diese werden jedoch jäh unterbrochen, als sich in den Kolonien ein tödliches Virus ausbreitet. Die Regierung ist überzeugt, dass die Republik dafür verantwortlich ist. Sie verlangen, dass Anden ihnen ein Heilmittel liefert, andernfalls drohen sie, die Republik anzugreifen. Doch die Wahrheit ist, dass es kein Heilmittel gibt. In seiner Verzweiflung sieht Anden nur eine Möglichkeit: er ersucht June, Day um Hilfe zu bitten. Sein kleiner Bruder Eden könnte die Lösung sein. June weiß, wie viel sie damit von Day verlangt. Wird er dieses größte aller Opfer erbringen können, um die Republik zu retten?

„Champion“ hat meine Meinung von Marie Lu als Autorin bestätigt. Es ist ein tolles und würdiges Finale ihrer Trilogie, das Junes und Days Geschichte perfekt abschließt. Nach all der Aufregung im Vorgänger „Prodigy“ war ich ratlos, wie es jetzt weitergehen sollte, aber Lu hat wirklich noch einmal tief in die Ideen-Schatzkiste gegriffen und einen Abschluss konstruiert, der mich rundum zufrieden zurücklässt. Ich bin stark beeindruckt, dass die Handlung so natürlich wirkt. Alles, was in „Champion“ passiert, ist eine logische Konsequenz aus den vorangegangenen Bänden. Ich habe nicht erwartet, dass Marie Lus Geschichte so stimmig und rund enden würde.
Als besonders herausragend empfand ich, dass sich die Autorin nicht auf ihrer Vorarbeit ausruht. Stattdessen baut sie das begonnene Bild ihrer Dystopie weiter aus, fügt neue Details hinzu und arbeitet es in einen größeren Kontext ein. Ihre LeserInnen lernen die politische Situation der gesamten Welt kennen, über die Grenzen von Republik und Kolonien hinweg. June besucht an der Seite von Elector Anden die Antarktis, die sich aufgrund der globalen Erwärmung zu einem florierenden, fortschrittlichen Staat entwickelt hat. Dort sind die Lebensumstände noch einmal völlig anders als in der Republik und den Kolonien; ich fand es spannend, dass Lu drei komplett unterschiedliche Gesellschaftssysteme nebeneinander gestellt hat, ohne sie zu offensichtlich zu vergleichen. Den LeserInnen ist es selbst überlassen, Schlüsse zu ziehen und zu entscheiden, welches sie am attraktivsten finden. Ich für meinen Teil würde die Republik wählen. Auch muss ich unbedingt anmerken, dass all die globalen Entwicklungen, die Marie Lu portraitiert, durchaus realistisch sind. Sie scheint das Weltgeschehen aufmerksam zu verfolgen, sodass sie nicht auf abstrakte Zukunftsvisionen zurückgreifen musste, sondern die Tendenzen der Realität in eine überzeugende Dystopie umformen konnte.
Ebenso überzeugend empfand ich die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere. Der Unterschied zwischen Day und June im ersten Band der Trilogie und Day und June in „Champion“ ist riesig. Sie durchleben eine wahrhafte Metamorphose. Sie werden beide erwachsen, wenn auch viel zu schnell und viel zu früh. Niemals wäre die June vom Anfang der Geschichte in der Lage gewesen, ein solch selbstloses Opfer zu bringen wie im Finale, obwohl es ihr schlicht und ergreifend das Herz bricht. Auch in meinem Herz hat es hörbar geknirscht, denn Days und Junes Beziehung ist von so viel Kummer geprägt, dass sie nicht spurlos an mir vorbeigehen konnte. Ich habe einige Tränchen für die beiden vergossen, doch zum Glück waren es am Ende hauptsächlich Freudentränen, denn trotz all der Schmerzen ist dieses sehr hoffnungsvoll. Marie Lu glaubt an die Liebe und daran, dass sie alle Gräben überwinden kann – manchmal braucht sie dafür nur ein wenig mehr Zeit.

Was bin ich glücklich, dass ich diese Trilogie nicht nach dem ersten Band abgebrochen habe. Wie viel wäre mir entgangen, wie viel hätte ich verpasst. Ich kann den Hype, der um „Legend“ herum entstanden ist, absolut verstehen. Besonders mit dieser bestechenden Glaubwürdigkeit habe ich nicht gerechnet. Natürlich ist das Finale „Champion“ sehr dramatisch und vielleicht war es auch ein Müh zu viel des Guten, aber ich muss gestehen, Day und June haben mein Herz berührt und dadurch hat mich all das Drama nicht wirklich gestört, auch wenn es mir aufgefallen ist. Letztendlich darf man ja auch die Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren.
Ich kann euch „Legend“ guten Gewissens empfehlen. Marie Lu ist eine YA – Autorin, die mit beiden Füßen fest auf dem Boden zu stehen scheint und sich keineswegs in abstrusen Gedankenspielen verliert. Ich werde ihr Schaffen auf jeden Fall weiter verfolgen und freue mich bereits darauf, ihre neue Serie „The Young Elites“ zu lesen.

Legend – Die Rezensionen zur Trilogie im Überblick:

Legend #1: „Legend”
Legend #2: „Prodigy”
Legend #3: “Champion”

 
3 Kommentare

Verfasst von - 29. Dezember 2014 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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Marie Lu – Prodigy

„Prodigy“

prodigy

Reihe: Legend #2

Autor: Marie Lu

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 356

Verlag: Penguin

Sprache: Englisch

ISBN: 0141339578

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 17.12.2014

Bewertung:

Marie Lu hat vor ihrer Karriere als Autorin in der Videospiel-Branche gearbeitet. Sie hat dabei geholfen, Spiele zu entwickeln. Ich muss es gestehen, das bringt ihr bei mir einige Sympathiepunkte ein. Was genau sie gemacht hat, weiß ich leider nicht, aber die Vorstellung, dass sie möglicherweise an Spielen beteiligt war, die ich selbst auch gern zocke, ist schon sehr cool. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern „Assassin‘s Creed“. Kein Wunder also, dass Day mühelos Häuserwände erklimmen kann. 😉

Dank June konnte Day seiner eigenen Hinrichtung entkommen – wenn auch zu einem entsetzlichen Preis. Nun sind sie auf der Flucht in Richtung Nevada. Sie hoffen, in Las Vegas die Patriots ausfindig zu machen, um erneut ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen. Day möchte wissen, was aus Tess geworden ist, die sich den Rebellen zwangsläufig anschließen musste, als er selbst von der Republik gefangen genommen wurde. Außerdem braucht er Hilfe, um herauszufinden, wohin die Republik seinen kleinen Bruder Eden gebracht hat und sein verletztes Bein muss dringend behandelt werden. Tatsächlich gelingt es den beiden, zum Anführer der Patriots gebracht zu werden. Razor bietet ihnen Hilfe an – allerdings nicht umsonst. Seine Bedingung stellt vor allem June auf eine harte Probe: sie und Day sollen dabei helfen, den Elector der Republik zu ermorden. Kann June ein ganzes Leben der Loyalität hinter sich lassen und tun, was Razor und Day von ihr verlangen?

Eine so deutliche Steigerung innerhalb einer Trilogie wie in „Legend“ erlebe ich sehr selten. Noch seltener tritt diese Verbesserung im zweiten Band auf, der ja erfahrungsgemäß oft der schwächste der Reihe ist. Ich war baff, dass mich „Prodigy“ so positiv überraschen konnte. Marie Lu zieht das Tempo an, sie erklärt Hintergründe und schenkt ihren ProtagonistInnen eine individuelle Persönlichkeit. Alles, was mir im ersten Band „Legend“ gefehlt hat, holt sie im zweiten Band nach. Mit Blick auf die Handlung und den Spannungsbogen würde ich mich sogar dazu hinreißen lassen, zu sagen, dass „Prodigy“ eher den Eindruck eines Finales bei mir hinterließ als den Eindruck eines mittleren Bandes. Das hat mich beeindruckt und ich bin froh, dass ich „Legend“ noch eine Chance gegeben habe.
Anders als beispielsweise Ally Condie baut Marie Lu ihre Dystopie kontinuierlich auf; Stück für Stück fügen sich immer mehr Puzzleteile zusammen. Sie nimmt sich Zeit, erklärt von innen nach außen. In „Legend“ zeigte sie, wie die Lebensrealität innerhalb der Republik aussieht. In „Prodigy“ fügt sie geschichtliche Fakten hinzu und stellt dar, wie sich diese Gesellschaft überhaupt entwickeln konnte, welche Ereignisse zur Spaltung der USA führten. Darüber hinaus lässt sie ihre LeserInnen einen Blick in die Kolonien werfen, in denen auch nicht alles ideal abläuft. Es ist nicht das Paradies, an das die Menschen der Republik glauben möchten. Ich fand es toll, dass Marie Lu von einer schwarz-weißen Betrachtungsweise Abstand nimmt und stattdessen auf die vielen Graustufen gesellschaftlicher Systeme hinweist. Weder in der Republik noch in den Kolonien ist alles ausschließlich gut oder schlecht, stattdessen liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Mit dieser gut durchdachten, ambivalenten Auslegung habe ich definitiv nicht gerechnet.
Am überzeugendsten fand ich die Entwicklung der Charaktere. Kamen mir June und Day erst wie ein wenig origineller Abklatsch von Romeo und Julia vor, sind sie nun eigenständige Figuren. June hat einen genialen analytischen Verstand und eine extrem hohe, schnelle Auffassungsgabe, die sogar kleinste Details korrekt verarbeitet. Dafür ist sie jedoch sehr unbeholfen in Bezug auf soziale Kontakte. Sie tut sich schwer damit, ihre Gefühle auszudrücken und tritt des Öfteren in das eine oder andere Fettnäpfchen. In Day hingegen brodeln seine Gefühle stets direkt unter seiner Haut. Ihm fällt der Umgang mit anderen Menschen leichter als June, im Vergleich zu ihr ist er aber auch weniger aufmerksam. Mir kommen sie wie Feuer und Wasser vor, allerdings nicht auf negative Art und Weise. Vielmehr ergänzen sie sich faszinierend umfassend und gleichen so ihre Schwächen aus. Day ist brennende Leidenschaft, June ist kühl und unerbittlich – gemeinsam sind sie doppelt stark, wild und unzähmbar. Ich finde das großartig, weil Marie Lu ein perfekt aufeinander abgestimmtes Paar geschaffen hat. Ihre Abenteuer stellen ihre Freundschaft auf die Probe, können das Band zwischen ihnen jedoch nicht zerreißen, weil ihre Schicksale unentwirrbar in einander verschlungen sind.

Marie Lu hat mich mit „Prodigy“ von ihrem Können als Autorin überzeugt. Obwohl ich „Legend“ als Auftakt der Trilogie nur mäßig beeindruckend fand, offenbart der zweite Band nicht nur eine glaubhafte und plausibel konstruierte Dystopie, sondern auch das Potential der beiden Hauptcharaktere. „Prodigy“ ist spannend und mitreißend, ich konnte mich seinem Sog einfach nicht entziehen und bin nun vollends in der Geschichte angekommen. Ich bin sehr neugierig, wie es im Finale „Champion“ weitergeht.
Solltet ihr euch für die „Legend“ – Trilogie interessieren und mit dem Gedanken spielen, sie zu lesen, müsst ihr mit dem ersten Band beginnen, sonst ergibt die Fortsetzung keinen Sinn. Lasst euch jedoch nicht davon einschüchtern, sollte „Legend“ auf euch wenig innovativ wirken. Ich versichere euch, es wird besser. June und Day sind keine neuen Versionen von Romeo und Julia – sie sind Naturgewalten.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 26. Dezember 2014 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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Marie Lu – Legend

„Legend“

marie lu - legend

Reihe: Legend #1

Autor: Marie Lu

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 305

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 014242207X

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 09.08.2014

Bewertung:

„Legend“ von Marie Lu – wieder mal so eine YA Dystopie, bei der ich lange nicht entscheiden konnte, ob ich sie lesen mochte oder nicht. Zu abgedroschen erschien mir die Idee, zu vorhersehbar und diverse kritische Rezensionen bestätigten meine Sorge. Doch trotzdem reizte es mich. Immer wieder. Irgendetwas in mir hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle populären YA Dystopien zu lesen. Ich verfolge dieses Ziel nicht ernsthaft, aber June und Day sind bei vielen so beliebt, dass ich mitreden können wollte. Also warf ich meine Zweifel kurzerhand über Bord, zuckte innerlich mit den Schultern und dachte mir „Ach, was soll’s?“.

Er lebt auf der Straße, sie wohlbehütet mit ihrem älteren Bruder in einem Apartment. Er ist ein gesuchter Widerstandskämpfer, sie ist die große Hoffnung der Republik auf eine Offizierslaufbahn. Day und June könnten kaum unterschiedlicher sein und stammen aus völlig verschiedenen Welten. Vielleicht wären sie sich nie begegnet – wäre nicht Junes großer Bruder Metias ermordet und Day zum Hauptverdächtigen erklärt worden. Jetzt ist June auf der Jagd. Wenn ihre Vorgesetzten ihr sagen, dass Day Metias‘ Mörder ist, muss das stimmen. Oder? Stück für Stück fallen June immer mehr Ungereimtheiten auf und sie beginnt zu zweifeln. Steckt vielleicht doch mehr hinter dem Angriff auf ihren Bruder? Entgegen all dem, was ihr beigebracht wurde, lässt sich June auf Day ein und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Doch die Republik sieht es überhaupt nicht gern, wenn man in ihren Geheimnissen herum schnüffelt…

Ich muss sagen, dass zwei Drittel von „Legend“ ziemlich genau meinen Befürchtungen entsprachen. Ich fand es langweilig, vorhersehbar, langatmig. Die Handlung entwickelt sich zäh, weil Marie Lu offenbar großen Wert darauf legte, ihren LeserInnen erst einmal ausführlich den Kontrast zwischen den Leben ihrer ProtagonistInnen zu erklären. Mir half es auch nicht, dass sie abwechselnd aus Days und Junes Perspektive schreibt, was ich sonst eigentlich sehr mag. Sie ist das schillernde Sternchen der Republik, er der verteufelte Rebell – diese berechenbare Romeo und Julia Romantik ist doch nun wirklich über die Maßen ausgelutscht. Darüber hinaus habe ich lange gebraucht, um mit June überhaupt warm zu werden. Anfangs konnte ich sie nicht ausstehen. Ich empfand sie als eine verzogene, egoistische, verhätschelte Rotzgöre, die keinen Sinn für die Lebensrealität der Menschen in der Republik hat. Daher konnte ich auch nur wenig Mitgefühl für ihren Verlust aufbringen, obwohl Metias anscheinend ein feiner Kerl war und June sehr viel bedeutet hat. Das heißt, ihre gesamte Motivation für die Jagd auf Day blieb für mich abstrakt. Sie gewann erst meine Sympathie, als sie endlich anfing, ihren eigenen Kopf zu benutzen und nicht mehr nur Befehle ausführte.
Day war da schon eher mein Fall, trotz seines recht stereotypen Charakters. Der edle, gut aussehende Revolutionär, der gegen die Regierung kämpft. Doch seine Vergangenheit gab mir die ersten Hinweise auf die Machenschaften der Republik, was mein Interesse weckte und letztendlich das gesamte Buch für mich rettete. Ich halte Marie Lus Figuren für nichts Besonderes, aber ihre Dystopie fand ich sehr spannend. Bisher bot sie noch keine Hintergründe an und allgemein wird kaum etwas erklärt, doch das Wenige, das sie offenbart, hat mich wirklich gefesselt. In der Republik gehen abscheuliche, abgrundtief böse Dinge vor sich, alles im Zeichen des Krieges gegen die Kolonien. Ich bin schon jetzt sehr neugierig zu erfahren, wie es überhaupt zu diesem Krieg kam, welches Ereignis die Spaltung der USA in Republik und Kolonien auslöste und wie genau die Rebellengruppe der Patriots da hinein passt, die in „Legend“ nur am Rande auftaucht. June und Day werden in den Folgebänden sicher alle Hände voll zu tun haben, die Geheimnisse dieser Welt aufzuklären und ich werde sie mit Freude dabei begleiten.

Nachdem ich die ersten zwei Drittel von „Legend“ eher unspektakulär fand, habe ich nicht damit gerechnet, dass mich das letzte Drittel dann doch noch überzeugen würde, aber genauso war es. Dafür, dass das Buch so langsam beginnt, ist der Schlusspart überraschend actiongeladen; die Ereignisse überschlagen sich und treiben die Geschichte rasant voran. Mit ihren Figuren gewinnt Marie Lu bei mir keinen Blumentopf, dafür konnte mich aber die von ihr beschriebene Zukunftsvision fesseln. Und wer weiß, vielleicht kann ich im nächsten Band „Prodigy“ ja auch mehr Begeisterung für Day und June entwickeln. Ich gebe der Geschichte noch eine Chance, weil ich unbedingt wissen will, in was für einer Welt die beiden eigentlich leben. Bisher ließ mich Marie Lu nur sehr begrenzt hinter den Vorhang aus Geheimnissen schmulen, der die Republik schützt – ich will dabei sein, wenn dieser fällt und alle Details offenbart werden.
Ich denke, „Legend“ sollte auf eine Weise gelesen werden, die den Aufbau des Universums fokussiert. Beschäftigt euch gedanklich mit den Vorgängen in der Republik und lasst June und Day eher nebenbei herum springen und ihre Abenteuer erleben, statt euch auf sie zu konzentrieren. Dann fällt es vermutlich nicht so ins Gewicht, dass die beiden eine wenig originelle Neuauflage von Romeo und Julia sind und hindern euch nicht daran, Spaß an der Geschichte zu haben.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 3. September 2014 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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