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Alden Bell – The Reapers are the Angels

Rezensionsheader The Reapers are the Angels

Werden Autor_innen postapokalyptischer Literatur nach dem Reiz des Genres gefragt, geben sie oft unspezifische Antworten, die sich auf die Faszination der Angst und der Abgründe des menschlichen Wesens beziehen. Deshalb war ich positiv überrascht, als ich Alden Bells Antwort auf diese Frage in einem Interview las. Er glaubt, dass hinter der Leidenschaft für düstere Zukunftsvisionen eine konkrete Freiheitssehnsucht steckt. Seiner Meinung nach werden moderne Menschen im Alltag von so vielen Zwängen beherrscht, dass ihnen die Idee einer zerstörten Welt, in der keine Regeln mehr existieren und in der sie zu den wenigen Überlebenden zählen, die Hoffnung vermittelt, sich selbst neuerfinden zu können. Ich finde, das ist ein interessanter Ansatz, der viel Wahrheit enthält. Auch ich frage mich während der Lektüre von Postapokalypsen häufig, wie ich mich verhalten würde. Ob ich wohl ebenso mutig wäre wie Temple, die Protagonistin in Bells Roman „The Reapers are the Angels“?

Temple wurde in eine Welt geboren, die dem Untergang geweiht ist. Sie weiß nichts von der Zivilisation, wie sie einst war. Sie kann weder lesen noch schreiben. Aber sie versteht sich darauf, zu überleben. Allein streift sie durch das Land, ohne Herkunft und ohne Ziel. Die Untoten schrecken sie nicht. Vielmehr muss sie sich vor den Menschen in Acht nehmen. Ein Killer ist ihr auf den Fersen, weil Temple ihm etwas nahm, das ihm viel bedeutete. Sie muss fliehen, doch auf ihrer Flucht begegnet ihr der schutzlose Maury. Ihm zu helfen könnte Temples Weg zur Erlösung sein, um all das Schlechte wiedergutzumachen, das sie getan hat. Denn eines ist gewiss: in dieser neuen Welt sind nicht die Untoten die Monster.

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Montagsfrage: Reiz der Buchmessen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Letzten Montag habe ich euch vom Drama um die diesjährige Vergabe des Literaturnobelpreises erzählt. Ich hatte damit offenbar genau den richtigen Riecher, denn ob ihr es glaubt oder nicht, das Drama geht weiter und erreichte diese Woche eine neue Ebene.

Der Preisträger von 2019 ist der Österreicher Peter Handke. Ich habe bisher nichts von ihm gelesen und habe es auch nicht vor. Sein Name kommt mir vage bekannt vor, ich könnte allerdings nicht sagen, wann und in welchem Kontext ich von ihm gehört habe. In meiner Welt findet Peter Handke schlicht nicht statt. In der Welt anderer Menschen ist er hingegen durchaus präsent – auf negative Art und Weise, weshalb seine Ehrung mit dem Literaturnobelpreis diese Woche heftig kritisiert wurde. Handke machte in den 90er Jahren von sich reden, weil er anlässlich der Jugoslawienkriege mit Serbien sympathisierte und den Genozid an der bosnischen Bevölkerung verteidigte. Bosnische Schriftsteller_innen empfinden es als Affront, dass Handke nun mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, denn seine politischen Ansichten schlugen sich in seinen Werken nieder, vor allem in dem Reisebericht „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“. Mitglieder des Nobelkomitees hingegen rechtfertigen ihre Wahl des Österreichers mit slowenischen Wurzeln damit, dass (und ich zitiere) „eine klare Grenze zwischen einem politischen, ideologiekritischen, ethisch suchenden Diskurs und der Beschreibung und Gestaltung einer persönlichen Erfahrung zu ziehen“ sei. Man halte ihn nicht für einen Kriegshetzer, weil er stets eine friedliche Lösung der Jugoslawienkriege präferiert habe. Außerdem sei große Literatur, die sich mit schwierigen Themen wie Geschichte und Gewalt auseinandersetze, zu belohnen, denn „Eine harte Welt braucht Schriftsteller, die es mit ihr aufnehmen können“. Handke selbst weigert sich, sich zu den Vorwürfen zu äußern und lehnt Interviews mit dem Verweis darauf, er sei lediglich Schriftsteller, derzeit ab.

Tja. Ich glaube, in der heutigen Zeit muss der Literaturnobelpreis zwangsläufig eine politische Ebene haben. Wertvolle Literatur beschäftigt sich eben häufig mit politischen Entwicklungen und dem Einfluss, den diese auf die Menschen haben. Vielleicht können Literatur (zumindest die Literatur, die potenziell mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird) und Politik heutzutage nicht mehr getrennt werden. Dennoch ist eine Auszeichnung für einen Mann, der sich offen zu Personen bekannte, die völker- und menschenrechtliche Verbrechen begingen, gelinde gesagt fragwürdig und für Opfer und Nachfahren dieser Verbrechen verletzend. Wieder lande ich bei der Frage, ob die Vergabe des Literaturnobelpreises heute noch zeitgemäß ist. Ein eigener Beitrag zu dem Thema wird immer wahrscheinlicher. Ich werde diese Option noch eine Weile in meinem Kopf hin und her wälzen, bis dahin widme ich mich zum Wochenstart erst einmal wie immer der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was macht eigentlich den Reiz einer Buchmesse aus?

Ich weiß es nicht. Wüsste ich es, hätte ich vielleicht längst eine Buchmesse besucht, aber da mir nicht einfallen will, was daran so toll sein könnte, bleibe ich regelmäßig im Herbst und Frühling zu Hause, während viele andere Buchblogger_innen nach Leipzig und Frankfurt pilgern. Rein aus fachlicher Sicht ist mir klar, welche Vorteile die Messen für Verlage, Autor_innen, Journalist_innen und ja, auch Blogger_innen haben. Die Möglichkeit, sich zu vernetzen, sollte heutzutage nicht unterschätzt werden. Dennoch werdet ihr mich dort vermutlich niemals antreffen.

Ich bin so gar nicht der Typ Mensch, der sich auf Massenveranstaltungen wohlfühlt. Das Geschubse und Gedränge macht mich nur wütend und stresst mich ungemein. Ich denke nicht, dass ich meinen Besuch auf einer Buchmesse genießen könnte. Der finanzielle Aspekt spielt natürlich ebenfalls eine Rolle, denn ganz billig ist so ein Ausflug nicht, trotz möglicher Akkreditierung. Wenn ich mir überlege, wie viel Geld ich für ein einziges Wochenende ausgeben müsste, frage ich mich, ob der Nutzen diese Kosten rechtfertigt. So richtig kann ich mich mit dem Konzept der Buchmessen nämlich nicht anfreunden. Dort werden Neuerscheinungen vorgestellt, parallel dazu präsentieren sich Schriftsteller_innen und Fachpersonal. Neuerscheinungen interessieren mich nur bedingt; einerseits, weil ich meine Bücher ohnehin überwiegend gebraucht kaufe und andererseits, weil ich mittlerweile hauptsächlich auf Englisch lese. Da es sich um deutsche Buchmessen handelt, heißt das, deutsche Verlage stellen aus. Das widerspricht meine Lesegewohnheiten, denn ich verzichte auf Übersetzungen, wenn ich nicht darauf angewiesen bin. Bücher, die ich im Original lesen möchte, erscheinen auf dem englischsprachigen Buchmarkt deutlich früher, weil Übersetzungen hinfällig sind, demzufolge hätte ich mit der Vorstellung der deutschen Verlage nichts gewonnen. Ich würde ja sowieso das englische Original kaufen. Was Veranstaltungen wie Lesungen oder Frage-Antwort-Runden betrifft, bin ich ebenso skeptisch, ob mir das viel bringen würde. Ich bin mit Situationen, die es erfordern, dass ich Autor_innen Fragen stelle, grundsätzlich überfordert. Mir fällt nie etwas ein, das ich fragen könnte, besonders, weil das meist voraussetzt, dass man das aktuelle Buch dieser Person bereits gelesen hat. Ich lese Bücher aber normalerweise mit reichlicher Verspätung, was daran liegt, dass ich sie gebraucht kaufe und demzufolge länger warten muss, bis sie für akzeptable Preise verfügbar sind und einfach, weil ich sehr selten das Gefühl habe, ein Buch kurz nach der Veröffentlichung lesen zu müssen. In einer Lesung könnte ich mich heftig spoilern, in einer Frage-Antwort-Runde könnte ich nichts beitragen. Es gibt grundsätzlich nur wenige Autor_innen, die ich unbedingt treffen möchte und diejenigen, die ich live erleben möchte, kann ich ebenso gut in einem kleineren Rahmen kennenlernen, zum Beispiel, wenn sie in Berlin Lesungen abhalten. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass ich mich nicht mit anderen Blogger_innen darum prügeln muss, überhaupt einen Platz zu bekommen, denn ich habe nun schon sehr oft gelesen, dass die Veranstaltungen der populären Autor_innen auf Buchmessen hoffnungslos überlaufen sind, was mich zu meinem ersten Punkt zurückbringt: ich würde mich ärgern.
Darüber hinaus habe ich den Reiz, ein Buch auf einer Messe zu kaufen, nie ganz verstanden. Warum sollte ich das einem Besuch im Buchladen oder einer Online-Bestellung vorziehen? Alles, was ich auf einer Buchmesse kaufen würde, müsste ich ja auch wieder nach Hause schleppen, das heißt, mein Kontingent wäre bereits aus logistischen Gründen begrenzt. Mich von Berlin aus um Nachschub zu kümmern, erscheint mir wesentlich bequemer.

Ich glaube nicht, dass ich auf einer Buchmesse richtig aufgehoben wäre. Ich habe mal darüber nachgedacht, dieses Abenteuer trotzdem zu wagen, letztendlich hielten mich jedoch die oben genannten Punkte davon ab, es zu versuchen. Ich denke, es wäre eine enttäuschende Erfahrung für mich und bisher ist es niemandem gelungen, mich vom Gegenteil zu überzeugen, denn die meisten Messeberichte (so positiv sie auch sein mögen) enthalten mindestens zwischen den Zeilen Bestätigungen all meiner Skrupel. Ich wüsste ehrlich nicht, was ich da soll und deshalb kann ich die heutige Frage nur mit einem Achselzucken beantworten.

Warum sind Buchmessen für euch reizvoll?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Nicholas Eames – Bloody Rose

Rezensionsheader Bloody Rose

„The Band“ von Nicholas Eames ist keine traditionell fortlaufende Buchreihe. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und erzählt eine eigenständige Geschichte. Was sie dennoch verbindet, neben Setting und wiederkehrenden Charakteren, ist das Thema Musik. Die ursprüngliche Idee, High Fantasy und Rock zu kombinieren, überfiel Eames, während er inspiriert von „Ready Player One“ die Band Rush hörte, die in ihrem 70er Jahre Progressive Rock fantastische Motive verarbeitete. Er drehte den Spieß um und schrieb „Kings of the Wyld“ – ein hervorragender High Fantasy – Roman und eine Liebeserklärung an Rockbands der 70er wie Led Zeppelin oder Pink Floyd. Der zweite Band „Bloody Rose“ brauchte demzufolge ebenfalls einen Bezug zur Musik. Eames entschied sich für 80er Jahre Rock. Denkt an Guns N‘ Roses, Journey und natürlich Cyndi Lauper, denn Girls just want to have fun!

Tam wird sterben. Vor Langeweile. Wenn sie nicht bald aus Ardburg rauskommt, wird sie eingehen und einfach vertrocknen, vollkommen egal, wie vielen berühmten Söldnerbanden sie im Cornerstone Bier serviert. Wie gern würde sie dazugehören, Abenteuer erleben, in den Arenen stehen, Jungfrauen retten. Ein Mädchen braucht Spaß! Deshalb überlegt sie nicht lange, als sich ihr eine einmalige Chance bietet. Fable ist in der Stadt! Bloody Rose und ihre Bande suchen einen neuen Barden, weil der letzte… nun ja, mit Söldnern zu reisen ist eben gefährlich. Tam schnappt sich ihre Laute, beweist, dass sie das musikalische Talent ihrer Mutter erbte und ist plötzlich Mitglied der populärsten Bande im ganzen Heartwyld! Sie kann ihr Glück kaum fassen. Kopfüber stürzt sie sich in das aufregende Leben einer Monsterjägerin – und muss feststellen, dass die Realität weit weniger glamourös ist als all die Lieder behaupten…

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Ein Kommentar

Verfasst von - 21. Mai 2019 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Montagsfrage: Vor oder zurück?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich hoffe, ihr habt mich letzte Woche nicht vermisst, weil ich die Montagsfrage kommentarlos ausfallen ließ. Die Frage kam recht spät, es war ein Feiertag, meine Familie war zu Besuch, das Wetter war sensationell und irgendwie kam einfach alles zusammen, sodass ich keine Lust hatte, Zeit vor dem Rechner zu verbringen. Diese Woche bin natürlich wieder ganz regulär am Start und mache mich ohne weitere Umschweife an die Beantwortung der neuen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Prequel oder Sequel?

Antonia hat wirklich eine Schwäche für komplizierte Fragen. Meiner Meinung nach müssen wir uns als Voraussetzung für eine Antwort erst einmal darauf einigen, wie sich Prequel und Sequel im Buchuniversum überhaupt definieren. Beide Begriffe stammen aus dem Filmjargon. Laut Wikipedia handelt es sich bei einem Prequel um „eine Erzählung, die als Fortsetzung zu einem Werk erschien, deren Handlung aber in der internen Chronologie vor diesem angesiedelt ist“; bei einem Sequel hingegen um einen „Film, der die Handlung eines Vorgängerfilms fortführt“. Ich finde, diese Definitionen müssen im Kontext von Literatur ein wenig abgewandelt bzw. loser formuliert werden, denn in beiden Fällen fehlt mir die Option, eine weitere, eigenständige Geschichte im selben Universum anzusiedeln. Diese Variante zählt für mich ebenfalls dazu, selbst wenn andere Charaktere und eine komplett neue Handlung fokussiert werden. Der einzig entscheidende Faktor ist die Chronologie. Die daraus resultierende Bandbreite erschwert es mir, mich festzulegen, ob ich Prequels oder Sequels lieber mag. Es kommt darauf an.

Tendenziell bevorzuge ich wohl eher Sequels. Prequels können ihren Reiz haben, aber ich verzichte zum Beispiel häufig darauf, Kurzgeschichten zu lesen, die zeitlich VOR einer Buchreihe spielen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich generell kein großer Freund von Kurzgeschichten bin, doch in den meisten Fällen interessieren mich diese zusätzlichen Informationen zu bestimmten Figuren der Reihe einfach nicht. Ich schaue lieber in die Zukunft als in die Vergangenheit.
Manchmal sind diese Rückschauen allerdings auch sehr hilfreich, um die Motivationen eines Charakters besser zu verstehen. Ein passendes Beispiel ist „Fairest“ von Marissa Meyer. Die Novelle erschien als Zwischenband der „Lunar Chronicles“, beleuchtet jedoch die Vergangenheit der bösen Königin Levana. Diese Geschichte empfand ich als äußerst wertvoll, weil ich nach der Lektüre besser begreife, warum Levana bestimmte Entscheidungen innerhalb der Reihe trifft. Ich kann Prequels folglich durchaus schätzen, sie müssen mir allerdings wirklich einen Mehrwert bieten und nicht nur bestätigen, was ich bereits weiß.

Um zu erklären, wieso mir Sequels mehr zusagen, möchte ich Tad Williams heranziehen. Seine Trilogie (im Deutschen Tetralogie) „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ ist ein Klassiker der High Fantasy. Der erste Band „Der Drachenbeinthron“ wurde 1988 erstveröffentlicht, das Finale „Der Engelsturm“ 1993. 2017, 29 Jahre nach „Der Drachenbeinthron“ , kehrte er wieder in das Universum Osten Ard zurück, erst mit dem Übergangsband „Das Herz der Verlorenen Dinge“, dann mit dem Auftakt „Die Hexenholzkrone“ seiner neuen Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“. Das Vorwort von „Das Herz der Verlorenen Dinge“ ist eine wundervolle, ergreifende Danksagung an seine Fans, ohne die er ihm zufolge niemals nach Osten Ard zurückgefunden hätte. Ich hätte schon da beinahe geheult. Als ich dann mit „Die Hexenholzkrone“ begann, hatte ich eine echte, sichtbare Gänsehaut, weil nicht nur in der Realität fast 30 Jahre vergangen sind, sondern auch in Osten Ard. Ich kann kaum ausdrücken, wie berührend es war, all die Charaktere, die ich aus „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ kannte, um 30 Jahre gealtert wiederzutreffen. Das war ein sehr besonderer Moment meiner Lesekarriere, den meiner Ansicht nach kein Prequel jemals toppen kann. Ich sehe meine Figuren lieber gereift und erlebe, wie sie sich weiterentwickelt haben, statt ihrer Jugend einen Besuch abzustatten.

Handelt es sich hingegen um eine Geschichte, die lediglich dasselbe Universum als Setting nutzt, ist mir die Chronologie nicht wichtig. Mit neuen Figuren und einer neuen Handlung ist mir die Kategorisierung als Prequel oder Sequel egal, weil der Bezug zur ursprünglichen Geschichte ja nur auf geografischen und kulturellen Gegebenheiten basiert. Tauchen dann am Rande Charaktere auf, die ich schon kenne, freue ich mich einfach, unabhängig davon, ob sie jünger oder älter sind als bei meinem ersten Zusammentreffen mit ihnen. Diese Cameo-Auftritte zaubern mir immer ein Lächeln ins Gesicht.

Heute kann ich euch demzufolge keine simple Antwort bieten. Obwohl ich eher zu Sequels tendiere, können mir Prequels ebenfalls gefallen, wenn sie mir Informationen bieten, die mein Verständnis eines bestimmten Aspekts der Originalgeschichte erweitern. Es gibt überflüssige Fortsetzungen, genauso wie es überflüssige Vorgeschichten gibt. Ich möchte mich daher nicht festlegen und schließe mit einem entschiedenen Jein. 😉

Tummelt ihr euch lieber in der Zukunft oder der Vergangenheit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen großartigen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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E. Lockhart – We Were Liars

Die US-amerikanische Young Adult – Autorin Emily Jenkins, besser bekannt unter ihrem Pseudonym E. Lockhart, verfolgt nicht den Anspruch, ihren jugendlichen Leser_innen eine Lektion zu erteilen. Sie ist der Auffassung, dass Jugendliteratur nicht dazu verpflichtet, Rollenmodelle anzubieten. Ihrer Meinung nach enthält das Lesen von Fiktion grundsätzlich eine moralische Ebene, weil sie dazu einlädt, Empathie für andere Lebensrealitäten zu entwickeln. Ihr Job besteht darin, Geschichten zu erzählen, nicht, mit dem mahnenden Zeigefinger zu wedeln. Ich stimme ihr zu, denn ich denke, eigene Schlüsse zu ziehen, ist wesentlich lehrreicher. Diese Herangehensweise erlaubt Lockhart, ohne Gewissensbisse schwierige Hauptfiguren zu fokussieren, wie die Protagonistin Cady Sinclair im Mysterythriller „We Were Liars“.

Die Sinclairs sind eine respektable Familie. Sie sind schön, sie sind reich, sie sind perfekt. Nur die 17-jährige Cady passt nicht ins Bild. Seit ihrem Unfall vor zwei Jahren auf Beechwood, der kleinen Privatinsel der Familie, ist nichts mehr, wie es war. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, gepeinigt von marternden Migräneanfällen, ihrer Erinnerungen beraubt. Sie weiß nicht, was damals im Sommer geschah, wie sie sich verletzte. Als Cady in diesem Sommer nach Beechwood zurückkehrt, wünscht sie sich nur, dass alles wieder normal ist. Doch sobald sie die Insel betritt, spürt sie, dass sich in der sorgfältigen Fassade ihrer Familie Risse zeigen. Niemand will ihre Fragen zu ihrem Unfall beantworten. Cady wird von verwirrenden Erinnerungsfetzen gequält. Sie ahnt, dass sie belogen wird. Aber ist es ihre Familie, die die Wahrheit vor ihr verbirgt – oder ist sie es selbst?

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Stephanie Oakes – The Sacred Lies of Minnow Bly

Stephanie Oakes‘ Debütroman „The Sacred Lies of Minnow Bly“ nahm einige Umwege, bis er veröffentlicht wurde. Während ihres Studiums sollte sie Gedichte zu einem Thema ihrer Wahl schreiben. Sie entschied sich für Märchen und stieß bei ihren Recherchen auf „Das Mädchen ohne Hände“. Die grausame Erzählung inspirierte sie, eine Märchenadaption zu schreiben. Zuerst konzipierte sie eine dystopische Version, die von Agent_innen und Verlagen allerdings abgelehnt wurde. Sie musste einsehen, dass ihre Geschichte nicht funktionierte. Die Rahmenbedingungen stimmten nicht: „The Sacred Lies of Minnow Bly“ verlangte nach einem realistischen Setting. Sie schrieb das gesamte Manuskript neu. Ihre Protagonistin Minnow, die Maid ohne Hände, wurde das Opfer einer Sekte im modernen Montana und das Buch endlich akzeptiert. Bei mir landete der Roman, weil mich die psychologischen Aspekte von Sekten interessieren.

Das Gefängnis macht der 17-jährigen Minnow Bly keine Angst. Angst machen ihr nur die dunklen Visionen ihrer Vergangenheit, besonders diejenigen dieser letzten Nacht. Der Nacht, in der ihr Heim niederbrannte.
Minnow lebte 12 Jahre in einer Sekte. Die Community war ihr Zuhause und alles, was sie kannte. Sie glaubte an die Worte des Propheten Kevin, an seine Erklärungen, an seine Weisheit und an seine strengen Regeln. Bis sie zu zweifeln begann und ihm nicht mehr glaubte. Als sie sich verliebte, erfuhr sie am eigenen Leib, wozu Kevin fähig war – und wozu sie selbst fähig ist. Minnow möchte am liebsten vergessen. Das Feuer. Die Toten. Doch sie muss sich ihren Erinnerungen stellen. Denn um eines Tages in Freiheit leben zu können, muss sie zuerst ihren Geist befreien.

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Montagsfrage: Selbstreflexion der letzten 10 Jahre?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ist euch aufgefallen, dass ich die ausstehende Rezension für „The Conan Chronicles“ von Robert E. Howard in meiner Sidebar nach unten verschoben und zusammengefasst habe? Vermutlich nicht, aber jetzt wisst ihr es trotzdem. Ich möchte das kurz erklären, damit niemand glaubt, ich würde hier irgendetwas unterschlagen. Transparenz und so. 😉 Ich habe vor, für Conan eine Sonderprojektwoche zu veranstalten. Je länger ich mich mit dem wohl berühmtesten Barbar der Literaturgeschichte beschäftigt habe, desto deutlicher kristallisierte sich heraus, dass eine einfache Rezension nicht ausreicht und ihm nicht gerecht wird. Es gibt zu viel zu sagen. Howards Einfluss auf die heutige Fantasy ist zu bedeutend, um seine Kurzgeschichten losgelöst vom Kontext zu besprechen. Also habe ich beschlossen, ihm irgendwann im Laufe des Jahres eine ganze Woche zu widmen. Vielleicht auch nur fünf Tage, das hängt davon ab, wie viel Material ich zusammentragen kann. Ich weiß noch nicht, wann es soweit sein wird, weil das Projekt eine Menge Rechercheaufwand erfordert und ich aktuell nicht einschätzen kann, wie viel Zeit ich benötige. Aber es wird kommen, das kann ich euch versprechen. Ich freue mich darauf. Bis dahin läuft hier alles wie gehabt; ich ziehe andere Rezensionen einfach vor und werde natürlich weiterhin regelmäßig die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworten, die auch heute wieder ansteht:

Wie hat sich dein Leseverhalten in den letzten zehn Jahren (nicht) verändert?

Oha, was für eine Frage. Da möchte Antonia aber ganz tief in die Selbstreflexion gehen. Nun gut, ich schaue, was in meiner begrenzten Zeit, bis ich zur Arbeit muss, drin ist.

Vor 10 Jahren war ich knapp 20 Jahre alt. Oh ja, ich nulle dieses Jahr bedeutend. Mir egal. In meinem Kopf bin ich vermutlich für immer 16. Oder nicht? Betrachte ich mein Leseverhalten von damals und heute, scheine ich doch irgendwie ganz still und heimlich erwachsen geworden zu sein, trotz der hochtrabenden Versprechen eines gewissen Peters. Ich lese vielfältiger, zielgerichteter, reflektierter.

Genres, die ich früher gemieden habe, zum Beispiel die historische Fiktion und die Science-Fiction, gewannen an Reiz für mich und ich entdeckte euphorisch, dass es neben der Fantasy durchaus ein, zwei lesenswerte Bücher gibt. Andere Kategorien, wie die Urban Fantasy und kriminalistische Thriller, mussten hingegen hinnehmen, dass sie mich nicht mehr im gleichen Maße begeistern. Mein Buchkonsum steigerte sich und ich stellte fest, dass mich die hundertste Variante der taffen Heldin, die sich in irgendein übernatürliches Wesen verliebt oder des resignierten, zynischen, alkoholabhängigen Ermittlers, der durchgeknallte Serienmörder jagt, ermüdet und langweilt. Innerhalb der letzten zehn Jahre brachte ich Abwechslung in mein Bücherregal. Früher wollte ich im Grunde dieselbe Geschichte wieder und wieder lesen, in bekannten Bahnen bleiben – heute suche ich bewusst nach ungewöhnlichen Romanen, nach neuen Ansätzen und literarischen Experimenten, die mich auch mal aus meiner Wohlfühlzone herauskatapultieren. Ich fordere mich selbst gern heraus und erforsche fröhlich meine Grenzen. Der Buchmarkt bietet zahllose berauschende Erfahrungen und ich probiere sie entzückt aus.

Durch diese gesteigerte Vielfalt und Flexibilität lerne ich meinen Literaturgeschmack beiläufig immer besser kennen. Ich kann heute viel zuverlässiger einschätzen, welche Geschichten mir gefallen könnten und welche nicht. Natürlich handelt es sich dabei nicht um ein statisches Konzept, vielmehr sind meine Vorlieben ein breiter, lebendiger Fluss, der permanent in Bewegung ist. Strudel, Wellen und Untiefen inklusive. Ich begrüße die dynamischen Veränderungen meiner Präferenzen und vertraue meinem Bauchgefühl mehr denn je. Vor zehn Jahren habe ich mich oft von äußeren Faktoren und anderen Leser_innen beeinflussen lassen, mittlerweile verfüge ich über das Selbstbewusstsein, meinen eigenen Weg durch die Literatur zu gehen. Es interessiert mich nicht, was man angeblich gelesen haben muss. Mich kümmert nur noch, was ich meiner Meinung nach gelesen haben muss. Ich bin im Einklang mit meinem Geschmack, lasse mich nicht unter Druck setzen und erst recht nicht zwingen, etwas zu lesen, das keinerlei Neugier in mir weckt, ob Hype oder Klassiker der Weltliteratur.

Die vermutlich größte Änderung betrifft allerdings die Art und Weise, wie ich lese. Mit knapp 20 habe ich Bücher konsumiert. Hintereinander weg, ohne Pausen, ohne groß über das Gelesene nachzudenken. Ich konnte urteilen, wie ich ein Buch fand, aber ich konnte meist nicht erklären, warum ich es mochte oder nicht mochte. Heute setze ich mich wirklich mit Literatur auseinander. Ich gehe tief hinein, analysiere, bewerte, seziere, hinterfrage. Ich will die Wirkung eines Buches auf mich verstehen, will die strukturellen und konzeptionellen Absichten eines Autors oder einer Autorin offenlegen und begreifen, warum mich eine Geschichte begeistert, während es eine andere nicht tut. Mein Blog hat an diesem Verhalten bedeutenden Anteil, denn ich verfolge den Anspruch, keine Wischiwaschi-Rezensionen zu schreiben. Wer sich die Mühe macht, meine Texte zu lesen, soll auch wirklich was geboten bekommen. Das ist mir wichtig und ich sehe diese intensive Beschäftigung mit Büchern als wertvollsten Gewinn in den letzten zehn Jahren meiner Lesekarriere.

Ich würde jetzt gern noch mehr schreiben, aber ich muss nun wirklich los zur Arbeit, deshalb breche ich an dieser Stelle ab. Die entscheidenden Punkte habe ich dennoch besprochen, also bitte verzeiht mir diesen abrupten Abschluss. Es ist eben ein sehr umfangreiches Thema, über das ich eine ganze Abhandlung verfassen könnte. 😀

Welche Änderungen konntet ihr in den letzten zehn Jahren in eurem Leseverhalten feststellen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen entspannten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Cover-Köder?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir bekommen am nächsten Freitag ungewöhnlichen Besuch. Um 11 Uhr vormittags werden drei Blutegel diese Wohnung betreten. Natürlich nicht von selbst, sie werden sich wohl in irgendeinem Behältnis in der Tasche von Chillis Physiotherapeutin (gesegnet sei sie) befinden. Die Prinzessin erhält eine Behandlung, weil sie üble Schmerzen im rechten Vorderbein hat, die offenbar aus der Schulter kommen. Deshalb lahmt sie schon viel zu lange; wir dachten aber, es sei einfach die Arthrose in ihrem Vorderfußgelenk. Monatelang habe ich ihr jeden Abend Heilerde auf den Fuß geschmiert (fand man bescheiden) und konnte so eine Blockade im Gelenk lösen, doch das Lahmen blieb. Eine Akupunkturnadel brachte dann Gewissheit: der Schmerz kommt aus der Schulter. Für eine reine Akupunkturbehandlung ist es schon zu schlimm, daher werden jetzt die schweren Geschütze aufgefahren. Ich bin ziemlich aufgeregt, denn es heißt, dass Blutegel erstens Wunder wirken und den Hund zweitens in einen seeligen Rausch schicken. Chilli wird high sein. Ich bin gespannt, wie sie reagiert, wie sie mitmacht, wie sie sich verhält und hoffe von Herzen, dass ihr die Behandlung tatsächlich hilft. Gerade jetzt, da wir einen verfrühten Frühlingseinbruch erleben, verdient sie es, sich ohne Schmerzen bewegen und das Wetter genießen zu können. Das Beste ist, dass wir dann vielleicht sogar ihr Schmerzmittel absetzen können. Ich werde berichten, wie es lief, denn ich verfolge die private Mission, andere Tierhalter über die Vorteile alternativer Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Es muss nicht immer Chemie sein, die bekanntermaßen die Organe schädigt. Die Natur bietet uns viel häufiger Auswege, als wir denken.
Vor dem Blutegel-Besuch liegen allerdings noch 4 volle Tage, bis Ende der Woche ist es noch ein bisschen hin. Heute soll uns erst einmal der Wochenstart beschäftigen und somit natürlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Wie sehr wirst du vom Coverdesign eines Buches zum Kauf beeinflusst?

Ich kann stolz behaupten, dass ich noch nie einen reinen Coverkauf getätigt habe. Jubelt mir zu! Lobgesänge bitte! Zu behaupten, ich wäre völlig immun gegenüber den Reizen eines hübschen Covers, wäre allerdings gelogen. Ich vergleiche die Situation des Buchkaufs gern mit der Partnerwahl: man ist eher geneigt, einen Menschen in das eigene Leben einzuladen, wenn dieser ansehnlich ist. Wer will schon mit einer Person liiert sein, der man am liebsten jeden Tag eine Tüte über den Kopf ziehen möchte? Mit Büchern ist es ähnlich. Cover sind Köder. Gefällt mir die Gestaltung des Buchdeckels, bin ich viel eher geneigt, den Klappentext zu lesen und herauszufinden, welche Geschichte denn da so geschmackvoll angepriesen wird. Die endgültige Entscheidung fällt dann tatsächlich durch den beschriebenen Inhalt, aber der erste Eindruck, die erste Welle der Neugier, entsteht durch das Cover. Cover wecken mein Interesse und überzeugen mich, genau dieses Buch aus der Flut herauszupicken.

Außerdem bin ich meist bereit, ein paar Euro mehr zu bezahlen, um eine Ausgabe zu ergattern, die mir gefällt. Im englischsprachigen Buchmarkt ist es Gang und Gäbe, dass ein und dasselbe Buch bei verschiedenen Verlagen erscheint und diese dann auch unterschiedliche Covergestaltungen aufweisen. Wenn ich schon die Wahl habe, möchte ich auch eine Ausgabe besitzen, die ich ästhetisch finde. Wenn diese ein bisschen mehr kostet – was soll’s? Dafür bin ich glücklicher. Beweisstück A: meine ledergebundenen Barnes & Nobles Ausgaben einiger Klassiker. Sehe ich die im Regal stehen, platze ich fast vor Stolz.

Trotz dessen möchte ich noch mal betonen, dass ich ein schickes Cover als Bonus betrachte. Besonders bei Empfehlungen trifft das zu. Gibt es nur Ausgaben, die mir nicht zusagen, hält mich das nicht vom Kauf ab. Hier kommt wieder die Partnerwahl-Analogie ins Spiel: findet man eine Person nicht sofort attraktiv, heißt das nicht, dass sich das durch das Kennenlernen nicht noch ändern kann. Dann überzeugt der Charakter. Diese Macht besitzen Bücher ebenfalls.

Demzufolge sind schöne Cover für mich ein Anreiz und beeinflussen mich durchaus, aber sie sind ein Faktor, der bei der Entscheidung für einen Kauf nicht allzu viel Gewicht hat. Don’t judge a book by its cover.

Lasst ihr euch von einem hübschen Cover zum Buchkauf überzeugen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine wunderbare Woche voller Frühlingsgefühle!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Kari Maaren – Weave a Circle Round

Kari Maaren ist ein kreatives Allround-Talent. Die Kanadierin schreibt Geschichten, zeichnet den Webcomic „It Never Rains” und komponiert Musik. Ihr musikalisches Schaffen ist leider nur wenigen bekannt, denn ihre Songs gehören zum Genre Filk. Filk ist an Folk angelehnt und behandelt Themen aus der Science-Fiction und Fantasy. Echte, unverfälschte Nerd-Musik. Yeah! Ich habe mir drei ihrer Stücke auf der Ukulele angehört: „Dear George R.R. Martin”, „Voldemort, I Wanna Be Like You” und „Everybody Hates Elves”. Die Lieder sind großartig. Ich habe mich köstlich amüsiert. Wirklich, hört mal rein. „Weave a Circle Round” ist Maarens schriftstellerisches Debüt. Es ist ein YA-Zeitreise-Roman ohne Liebesgeschichte, weil sie Liebesgeschichten als 14-Jährige schrecklich langweilig fand. Ich erhielt ein Rezensionsexemplar via Netgalley.

Eines Tages reißt ein lautes Krachen die 14-jährige Freddy mitten aus einem Streit mit ihrer cleveren kleinen Schwester Mel und ihrem tauben Stiefbruder Roland. Vor dem leerstehenden Nachbarhaus ist ein Umzugswagen gegen einen Baum gebrettert. Aus dem Unfallwagen klettern ein Junge in Freddys Alter und eine ältere Frau. Sie stellen sich als Josiah und Cuerva Lachance vor. Sofort spürt Freddy, dass ihre neuen Nachbarn speziell sind. Sie sind… exzentrisch. In ihrer Gegenwart scheinen die Gesetze der Physik und der Logik keine Gültigkeit zu haben. Nach einigen äußerst seltsamen Begegnungen ist Freddy fast entschlossen, ihr verrücktes Haus nie wieder zu betreten. Doch dann folgt sie Josiah durch eine Tür – und landet plötzlich im mittelalterlichen Schweden. Will sie wieder nach Hause, hat sie keine andere Wahl, als Josiah zu vertrauen. Ausgerechnet! Langsam dämmert ihr, dass Josiah und Cuerva Lachance nicht zufällig nebenan eingezogen sind. Wer sind die beiden wirklich? Was wollen sie von ihr und ihrer Familie? Und wieso steht die Realität Kopf, sobald sie in der Nähe sind?

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Verfasst von - 27. November 2018 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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John Katzenbach – Der Psychiater

John Katzenbach ist meine erste große Thriller-Liebe. Ich erinnere mich noch genau, wie sehr mich „Die Anstalt“ begeisterte, mein erster Roman aus seiner Feder und meiner Meinung nach der beste, den er je geschrieben hat. Nie zuvor war ich mit einem ähnlichen Level nervenzerfetzender, psychologischer Spannung konfrontiert worden. Katzenbach begründete mit diesem Buch meine ausgedehnte Thriller-Phase. In den folgenden Jahren las ich alles, was der Mann veröffentlichte. Leider verzeichnete ich einen graduellen Qualitätsverlust, gestand ihm jedoch stets eine neue Chance zu. Mein letzter Katzenbach war 2013 „Der Wolf“, den ich insgesamt ziemlich enttäuschend fand. 2017 entdeckte ich, dass er einen neuen Einzelband geschrieben hatte: „Der Psychiater“. Selbstverständlich wollte ich auch diesen lesen.

Ohne die Hilfe seines Sponsors, seines Onkels Ed, hätte es der 24-jährige Alkoholiker Timothy „Moth“ Warner niemals geschafft, trocken zu bleiben. Selbst jetzt, nach 100 Tagen der Abstinenz, ist er auf seine Unterstützung angewiesen. Deshalb ist Moth alarmiert, als Ed ein wichtiges Treffen der Anonymen Alkoholiker verpasst. Besorgt fährt er in Eds Praxis. Was er dort vorfindet, lässt das Blut in seinen Adern gefrieren: die Leiche seines Onkels. Alle Spuren deuten auf Suizid hin. Die Polizei schließt den Fall.
Eds Verlust wirft Moth völlig aus der Bahn. Er kann einfach nicht glauben, dass sich sein lebensbejahender, ausgeglichener Onkel selbst getötet haben soll. Schon bald beschleicht Moth ein furchtbarer Verdacht. War es vielleicht gar kein Selbstmord? Aber wer könnte den harmonieorientierten, hilfsbereiten Psychiater tot sehen wollen? Verärgerte er einen Patienten? Verstört und in tiefer Trauer begibt sich Moth auf einen gefährlichen Weg: er ist entschlossen, Eds Mörder zu finden. Unterstützt von seiner Jugendliebe Andy Candy und der Staatsanwältin Susan beginnt er, in Eds Vergangenheit zu graben und bemerkt nicht, dass er längst beobachtet wird…

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Verfasst von - 3. Oktober 2018 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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