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Antonia Michaelis – Der Märchenerzähler

Recherchiere ich Autor_innen für meine Rezensionen, freue ich mich immer, wenn ich in ihren Biografien und Interviews etwas finde, das mich mit ihnen verbindet. Bei Antonia Michaelis ist der Kitt zwischen uns allerdings so unwahrscheinlich, dass ich mir ungläubig die Augen rieb. In einem Interview wurde sie gefragt, ob sie sich noch an das erste Buch erinnere, das sie je gelesen habe. Sie antwortete, das wäre mit 5 Jahren ein Buch über drei kitschige kleine Katzen gewesen, die mit einem Wollknäuel spielten. Ich kenne das Buch! Es war auch eins meiner Kinderbücher! Zugegeben, ich weiß nicht, ob wir dasselbe Buch meinen, aber mir gefällt die Vorstellung. Glücklicherweise ist „Drei Kätzchen“ kein Hinweis auf die Qualität von Michaelis‘ eigenen Büchern. Sie überzeugte mich mit „Die Worte der Weißen Königin“ – nun wollte ich sie mit „Der Märchenerzähler“ erneut auf die Probe stellen.

Auf dem Schulhof kursieren über den polnischen Kurzwarenhändler die wildesten Gerüchte. Er schwänzt die Schule. Er lebt in einem Plattenbau. Er verkauft Drogen. Für Anna war ihr schweigsamer Mitschüler kaum mehr als ein verschwommener Schemen am Rande ihrer Wahrnehmung. Bis zu dem Tag, an dem sie die Puppe findet. Plötzlich erhält der polnische Kurzwarenhändler einen Namen. Er heißt Abel Tannatek und verfügt über eine magische Stimme. Er ist ein Märchenerzähler, der sich rührend um seine kleine Schwester Micha kümmert, für die er wundervolle Geschichten erfindet. Schon bald ist Anna von ihm verzaubert und entdeckt Gefühle, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Doch sie spürt auch, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Märchen nimmt eine beängstigende Wendung. Welche finsteren Geheimnisse verbirgt Abel? Tiefer und tiefer versinkt Anna in einem undurchsichtigen Strudel von Fantasie und Realität und erkennt, dass das Märchen vielleicht kein Happy End haben kann…

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Montagsfrage: Literatur zum Weltuntergang?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Chilli und ich hatten letzte Woche Dienstag einen Kontrolltermin bei ihrer Chirurgin. Sie ist sehr zufrieden mit dem Verlauf von Chillis Heilung, die Kreuzband-OP war ein Erfolg und sie stellt sich sehr gut an, ist motiviert und voller Bewegungsdrang. Deshalb müssen wir jetzt fünf Mal die Woche Sport machen. Sie braucht in ihrem Bein wieder Stabilität und Beweglichkeit und um das zu erreichen bzw. zu fördern, bis wir Mitte März mit der Physiotherapie anfangen, muss sie fünf Tage pro Woche Rückwärtslaufen und den Dreibeinstand üben. Das Rückwärtslaufen klappt prima, weil sie das im Grunde vorher schon konnte, jetzt wird sie dafür eben nur belohnt. Verständlicherweise findet der alte Gierschlund das großartig. Der Dreibeinstand hingegen ist für sie noch sehr anstrengend. Ich nehme ihr dabei ihren gesunden Hinterfuß weg und sie muss für 3-5 Sekunden auf drei Beinen stehen, wobei sich die Belastung für das operierte Bein natürlich erhöht. Funktioniert so la la. Ende der Woche soll ich wieder bei unserer Ärztin anrufen; dann besprechen wir Chillis Fortschritte und machen die Übungen gegebenenfalls schwerer. Ich denke, das Rückwärtslaufen müssen wir auf jeden Fall schwieriger machen, den Dreibeinstand… na mal sehen. Vielleicht verbessert sie sich darin im Lauf der Woche auch noch. Zusammengefasst sind sowohl Dr. Stephanie als auch ich äußerst glücklich mit meiner Prinzessin, sie macht das alles wunderbar und es geht ständig aufwärts. 🙂
Soweit zu meinem kleinen Update bezüglich der Mission „Behandlung des Kreuzbandrisses meines Hundes“, jetzt kommen wir zum wöchentlichen Montagmorgenritual, der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja.

Wenn die Welt untergehen würde und du ins All oder auf einen anderen Planeten entkommen könntest, welche 3 Bücher/Reihen würdest du retten, damit sie kommenden Generationen erhalten bleiben?

Ja, liebe Svenja, das ist tatsächlich eine fiese Frage. 😀 Ich habe während unserer Gassirunde vorhin ausführlich darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass der Schlüssel zu einer befriedigenden Antwort darin liegt, zu entscheiden, welchen Zweck man mit den Büchern erfüllen möchte. Sollen es lehrreiche Werke sein? Möchte ich Bücher retten, die einen entscheidenden Wert für die Literatur allgemein haben? Oder geht es mir um reine Unterhaltung? Versetze ich mich in die beschriebene Situation, glaube ich, dass ich vor allem Bücher bei mir haben wollte, die das Potential besitzen, mich über Jahre zu beschäftigen und die mir Hoffnung vermitteln. Am Ende der Welt brauche ich keine anspruchsvollen Klassiker, ich brauche Werke, die mich emotional erreichen: Bücher, die mich von meiner deprimierenden Lage ablenken, mich aus der Realität fliehen lassen, meinen Geist beschäftigen und positive Gefühle auslösen. Deshalb habe ich mich für Unterhaltungsliteratur entschieden. Hier meine Auswahl:

1. „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson

Diese Reihe ist ein beispielloses High Fantasy – Epos. Es ist brillant, intelligent, mitreißend und voller philosophischer Gedanken und Gesellschaftskritik. Es stellt die perfekte Realitätsflucht dar. Außerdem bin ich sicher, dass man die hochkomplexe Reihe wieder und wieder lesen kann und jedes Mal etwas Neues entdeckt. Daher ist sie hervorragend geeignet, sie mit in ein Leben fernab der Erde zu nehmen.

2. „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling

Ein Leben ohne „Harry Potter“ ist möglich, aber sinnlos. Generationen folgten dem jungen Zauberschüler. Ihm gehören unsere Herzen, unsere Leidenschaft, unsere Liebe. Die Bücher lehren uns Mut, Freundschaft und Opferbereitschaft. In der Tiefe ist es darüber hinaus eine Warnung vor dem Faschismus und diese Botschaft sollten wir niemals vergessen. Eine Welt ohne den guten alten HP möchte ich mir einfach nicht vorstellen, also muss er mit.

3. „The Martian“ von Andy Weir

Zum Schluss habe ich mich für ein Buch entschieden, das wie kein zweites Hoffnung im Angesicht einer aussichtslosen Situation vermittelt. Wenn ich ins All fliegen muss, weil die Welt untergeht, möchte ich den Protagonisten Mark Watney an meiner Seite haben, wenn auch nur in Buchform. Mark überlebt unter den widrigsten Bedingungen, gibt niemals auf und rettet sich selbst durch seine Kreativität und seine sture Weigerung, zu sterben. Ich möchte mir an ihm ein Beispiel nehmen und wer weiß, vielleicht werden seine verblüffenden Ideen auf einem neuen Planeten oder in den Weiten des Alls Gold wert sein, weil unsere Gruppe der Überlebenden diese nutzen kann. Huldigt Mark Watney, dem Weltraumpiraten, dem MacGyver auf dem Mars, er könnte unser Leben retten!

Ich denke, mit diesen Büchern könnten wir eine ganze Weile auskommen. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass es so weit gar nicht erst kommt. Falls doch, plädiere ich dafür, dass es unter den Bücherwürmern dieser Welt zuerst eine Konferenz gibt, in der darüber entschieden wird, wer was mitnimmt. Arbeiten wir alle zusammen, können wir eine respektable Vielfalt erreichen und niemand muss sich einschränken. Denn mal ehrlich, wollt ihr jahrelang mit nur drei Geschichten leben? Also ich nicht. 😉

Welche drei Bücher oder Reihen rettet ihr vor dem Weltuntergang?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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