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Marissa Meyer – Fairest

Rezensionsheader Fairest

Als Marissa Meyer begann, die „Lunar Chronicles“ zu schreiben, wusste sie, dass die zentrale Antagonistin ihrer Geschichte auf der bösen Königin aus „Schneewittchen“ basieren würde. Ihre Figur faszinierte sie. Welche Frau würde so großen Wert auf Schönheit legen, dass sie bereit wäre, all diese furchtbaren Dinge zu tun? Was müsste dieser Frau zugestoßen sein, um diese Skrupellosigkeit zu entwickeln? Meyer gab ihrer bösen Königin den Namen Levana. Sie konzipierte ihre Biografie mental parallel zu den Heldinnen ihrer Reihe, stieß mit dieser Taktik jedoch an eine Grenze, als sie den letzten Band „Winter“ schrieb. Einige Szenen bereiteten ihr Schwierigkeiten. All diese Szenen hatten eines gemeinsam: sie drehten sich um Levana. Um ihre Blockade aufzulösen, entschied die Autorin, Levanas Hintergrundgeschichte auszuformulieren. Das Ergebnis ist der Zwischenband „Fairest“, den man laut Meyer nicht zwangsläufig zwischen „Cress“ und „Winter“ lesen muss, der allerdings gewisse Entwicklungen in „Winter“ verständlicher gestaltet. Ich hielt mich an Meyers Empfehlung und las „Fairest“ nach „Cress“.

Cinder und ihre Verbündeten kennen Königin Levana als skrupellose, kaltherzige Herrscherin des Reiches Luna. Doch einst war sie ein junges Mädchen voller Hoffnungen und Träume. Am Hofe Lunas war sie unsichtbar. Sie wollte geliebt werden, sehnte sich nach Aufmerksamkeit und Respekt. Sie wurden ihr verwehrt. Ihre Einsamkeit vergiftete ihre Seele, bis sie vor nichts mehr zurückschreckte, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Dies ist ihre Geschichte, eine Geschichte voller Tragik und Leid. Denn niemand wird als böse Königin geboren.

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Becky Chambers – The long way to a small, angry planet

Ich liebe ungewöhnliche Veröffentlichungsgeschichten. Becky Chambers Danksagung in ihrem Debütroman „The long way to a small, angry planet” zauberte mir deshalb ein entzücktes Lächeln ins Gesicht. Sie berichtet darin von der Kickstarter-Kampagne, ohne die sie ihr Buch nicht hätte veröffentlichen können. Wildfremde Menschen griffen ihr 2012 finanziell unter die Arme, damit sie „The long way“ fertigschreiben und im Selfpublishing 2014 auf dem Markt bringen konnte. Ist das nicht wundervoll? Seitdem nahm ihre Karriere als Autorin kräftig Fahrt auf; aus dem Debüt wurde die Trilogie „Wayfarers“. Bei mir landete der Science-Fiction-Roman, weil mich der Titel einfach neugierig machte.

Als Rosemary Harper alle Brücken hinter sich verbrannte, war sie gründlich. Sie wollte so weit weg, wie nur möglich – was läge näher, als auf einem Raumschiff anzuheuern? Die Wayfarer ist allerdings nicht ganz das, was sie erwartet hatte. Die Crew steht ständig kurz davor, komplett im Chaos zu versinken und das Schiff selbst… nun, die Bezeichnung „Schrottkiste“ würde wohl ihre Gefühle verletzen. Kaum zu glauben, dass die Wayfarer regelmäßig engagiert wird, um Löcher ins All zu bohren. Dennoch findet Rosemary inmitten des wilden Haufens verschiedener Spezies, wonach sie sich sehnte: ein Heim und echte Freundschaft. Ihr Glück scheint perfekt, als der Crew der Auftrag ihres Lebens angeboten wird. Sie sollen einen Hyperspace-Tunnel zu einem weit entfernten kleinen Planeten errichten. Gelingt es ihnen, haben sie ausgesorgt. Leider gibt es einen gewaltigen Haken. Der betreffende Planet ist dauerhaftes Kriegsgebiet und Rosemary ist besorgt, dass sie ihr dunkelstes Geheimnis auf der langen, riskanten Reise nicht verbergen kann. Doch auf ihrem abenteuerlichen Weg durch die gefährlichen, verwirrenden Weiten des interstellaren Raums lernt Rosemary, dass manche Verbrechen vergeben werden können – und andere nicht.

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Christina Henry – Alice

„Alice im Wunderland“ ist eine der Geschichten meines Lebens. Der Klassiker von Lewis Carroll begleitet mich, seit ich ein kleines Mädchen war. Ich besaß sie als Hörbuch auf Schallplatte und die 1951er Disney-Verfilmung auf Videokassette. Selbstverständlich habe ich auch die modernen Filme mit Johnny Depp gesehen. Mit meinem Tätowierer arbeite ich aktuell an meinem großen Waden-Tattoo, das die Grinsekatze, Herrn Knauf und den verwirrenden Wegweiser-Baum enthält. Die Geschichte fasziniert mich wie kaum eine zweite. Als ich erfuhr, dass die Autorin Christina Henry eine Adaption namens „Alice“ geschrieben hatte, war ich sofort Feuer und Flamme, weil das Buch die berühmte Protagonistin in einer prekären Rolle zeigt: als Insassin einer Psychiatrie.

In einem Krankenhaus in der Altstadt, hinter dicken Backsteinmauern, vegetiert eine junge Frau in einer Zelle vor sich hin. Sie wurde eingesperrt, weil sie blutüberströmt eine verrückte Geschichte von einem Kaninchen und einer Tee-Party erzählte. Ihr Name lautet Alice. Seit 10 Jahren ist die Anstalt ihre Herberge. Ihr einziger Gefährte ist ihr Zellennachbar Hatcher. Alice weiß, dass sie niemals entlassen werden wird. Sie ist kaputt, beschädigt. Erst als in den Tiefen der Anstalt ein verheerendes Feuer ausbricht, eröffnet sich ihr und Hatcher ein Weg in die Freiheit. Aber sie sind nicht die einzigen, die den Flammen entkommen. Das Feuer befreit eine entsetzliche Kreatur, die hungrig und wahllos tötet. Alice und Hatcher müssen sie aufhalten. Sie steigen in die dunkelsten, gefährlichsten Orte der Altstadt hinab, doch je näher sie ihrem Ziel kommen, desto näher kommen sie auch der Wahrheit über Alice‘ Vergangenheit – und dem Mann, der sie noch immer als sein Eigentum betrachtet…

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Verfasst von - 25. April 2019 in Fantasy, Märchen, Rezension

 

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Robert Jackson Bennett – The Troupe

Hände hoch: wer hat schon einmal „Dinner for One“ gesehen? Ich stelle mir ein Meer erhobener Hände vor. Aber wusstet ihr, dass der Silvestersketch aus der US-amerikanischen Bühnenunterhaltungsform Vaudeville hervorging? Das Vaudeville war eine Vorstufe des Varietés im 19. Jahrhundert. Die Vorführungen bestanden aus mehreren in sich abgeschlossenen Nummern, die von Schauspiel, Gesang, Tierdressur, Bauchrednern bis zu Akrobatik und Tanz reichten. Die Theater, die eher an Schaubuden erinnerten, gehörten weitgehend zu großen Ketten, weshalb die Künstler_innen häufig durch das ganze Land tourten. Viele spätere Berühmtheiten wie zum Beispiel die Drei Stooges begannen ihre Karriere im Vaudeville. In seinem Roman „The Troupe“ entführt der Autor Robert Jackson Bennett seine Leser_innen in diese bunte, exotische Welt.

Der 16-jährige George Carole ist ein musikalisches Wunderkind. Sein Pianospiel ist beinahe magisch. Niemand versteht, warum er sich ausgerechnet im Vaudeville eine Anstellung suchte. Sein Talent könnte ihm die Türen der großen Konzerthäuser öffnen und seine Taschen füllen. Aber George interessiert sich nicht für Reichtum und Ruhm. Er hat nur einen Wunsch: er möchte seinen Vater kennenlernen. Dieser ist niemand geringeres als der berühmt-berüchtigte Heironomo Silenus. Die Shows seiner Truppe sind in Vaudeville-Kreisen legendär; sie gelten als einzigartig, mystisch, lebensverändernd. Als es George tatsächlich gelingt, Silenus auf sich aufmerksam zu machen und Teil seines Ensembles zu werden, steht ihm jedoch eine entsetzliche Offenbarung bevor. Die skurrile Künstlergruppe führt ein Leben auf der Flucht, im ewigen Krieg gegen die Dunkelheit, die droht, die Welt zu verschlingen. Sie sind die einzigen, die das göttliche Geheimnis kennen und sich dem abgrundtief Bösen entgegenstellen. George wird in einen uralten Kampf hineingezogen, der ihm mehr abverlangt, als er vielleicht zu geben bereit ist…

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Montagsfrage: Lesen und Lachen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin endlich in 2019 angekommen. Nein, das ist kein Aprilscherz, ich habe den Rezensionsrückstand von 2018 vollständig aufgearbeitet und darf mich nun der Lektüre des neuen Jahres widmen. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Ich hoffe, dass ich dieses Tempo beibehalten und somit vielleicht die Frequenz meiner Rezensionen steigern kann, sodass ich pro Woche zukünftig vier statt drei Beiträge veröffentliche. Das wäre super, weil ich auf diese Weise wahrscheinlich meine jährliche Rezensionsquote aufbessern könnte, die 2018 recht enttäuschend war. Irgendwann muss ich die Auswirkungen meines blöden Reitunfalls ja mal überwinden. 😉 Bevor ich auch heute weiter fleißig die nächste Besprechung tippe, gönne ich mir aber eine kleine Pause und beantworte die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Welches humoristische Buch gehört in den Schrank jedes Lesers oder jeder Leserin?

Ich bin tatsächlich kein großer Fan humoristischer Literatur. Geschichten, die bewusst darauf abzielen, die Leser_innen zum Lachen zu bringen und auf diese Weise zu unterhalten, erscheinen mir meist überdreht. Ich finde sie selten lustig, weil sie meinen Humor nicht treffen. Das ist schade, denn ich lache gern und halte mich eigentlich nicht für eine übertrieben ernste Person. Glücklicherweise gab es einen Autor, bei dem ich mit meinem offenbar ziemlich nischigen Humor genau richtig bin: Terry Pratchett. Seine „Scheibenwelt“-Romane sind zum Schreien komisch, aber intelligent und oft sehr gesellschaftskritisch. Pratchett hatte ein zuverlässiges Gespür für absurde, paradoxe Situationen und gesellschaftliche Abläufe. Im Rahmen der Scheibenwelt setzte er diese fröhlich in Szene und betonte so, wann und in welchen Kontexten Menschen sich vollkommen hirnrissig benehmen. Seine Romane enthalten viel Wahrheit, sind aber stets mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich besuche die Scheibenwelt sehr gern und bin immer noch ein bisschen traurig, dass Pratchett 2015 viel zu früh verstorben ist.
Wann immer mich jemand fragt, mit welchem „Scheibenwelt“-Band man am besten beginnen sollte (die Reihe umfasst 41 Bände), antworte ich: „Gevatter Tod“. Dabei handelt es sich um Band #4, doch da Pratchett allerhöchstens eine sehr lose, lockere Chronologie vorsah, spielt es keine Rolle, mit welcher Geschichte oder Figur man einsteigt. Deshalb empfehle ich grundsätzlich den ersten Auftritt meiner absoluten Lieblingsfigur: TOD höchstpersönlich. Ich finde, „Gevatter Tod“ muss man gelesen haben und sollte sich wirklich in jedem Bücherregal der Welt befinden. Schließlich gibt es kein besseres Zitat als „Ich bin nicht tot. Ich bin TOD“.

Welche literarische Komödie sollte man eurer Meinung nach gelesen haben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Martha Wells – Wheel of the Infinite

Im Rahmen meiner Mission, weibliche High Fantasy – Autorinnen ausfindig zu machen, stieß ich auf den Einzelband „Wheel of the Infinite“ von Martha Wells. Die Texanerin wurde in den letzten 25 Jahren für einige prestigeträchtige Awards der spekulativen Fiktion nominiert und unter anderem mit dem Locus, Nebula und Hugo Award ausgezeichnet. Warum hatte ich noch nie von ihr gehört? Wieso musste ich aktiv nach Frauen in der High Fantasy suchen, um über sie zu stolpern? Wells ist das Problem allzu bewusst. In einer Rede auf der World Fantasy Convention 2017 forderte sie ihre Hörer_innen auf, sich an all die vergessenen Frauen in der Geschichte und ihren Einfluss auf Wissenschaft und Kunst zu erinnern. Botschaft angekommen. Martha Wells ist eine perfekte Kandidatin für die Sektion der „schreibenden Schildmaiden“ in meinem Bücherregal.

Lange Zeit lebte Maskelle im Exil, fern ihrer Heimat Dulvapore. Sie wagte nie, in die mystische Stadt zurückzukehren. Zu schmerzhaft waren die düsteren Erinnerungen an den Wahnsinn, der sie als Verräterin und Mörderin brandmarkte. Nun führen sie die rätselhaften Wege des Schicksals an der Seite des zurückhaltenden Schwertkämpfers Rian erneut in die Straßen ihrer Jugend. Sie wurde einberufen, weil sie gebraucht wird. Der Höhepunkt der Hundertjahreszeremonie steht kurz bevor. Doch das Rad der Unendlichkeit, das die Welt alle 100 Jahre erneuert, zeigt unerklärliche schwarze Flecken. Maskelles Macht als Stimme der Ahnen ist vielleicht das einzige, das eine Katastrophe verhindern kann, denn wird der Zerfall nicht aufgehalten, bevor der Zyklus des Rades vollendet ist, könnte die Realität selbst irreparablen Schaden nehmen. Wird es Maskelle gelingen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und derselben Magie zu vertrauen, die sie einst betrog?

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Verfasst von - 20. März 2019 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Stephanie Oakes – The Sacred Lies of Minnow Bly

Stephanie Oakes‘ Debütroman „The Sacred Lies of Minnow Bly“ nahm einige Umwege, bis er veröffentlicht wurde. Während ihres Studiums sollte sie Gedichte zu einem Thema ihrer Wahl schreiben. Sie entschied sich für Märchen und stieß bei ihren Recherchen auf „Das Mädchen ohne Hände“. Die grausame Erzählung inspirierte sie, eine Märchenadaption zu schreiben. Zuerst konzipierte sie eine dystopische Version, die von Agent_innen und Verlagen allerdings abgelehnt wurde. Sie musste einsehen, dass ihre Geschichte nicht funktionierte. Die Rahmenbedingungen stimmten nicht: „The Sacred Lies of Minnow Bly“ verlangte nach einem realistischen Setting. Sie schrieb das gesamte Manuskript neu. Ihre Protagonistin Minnow, die Maid ohne Hände, wurde das Opfer einer Sekte im modernen Montana und das Buch endlich akzeptiert. Bei mir landete der Roman, weil mich die psychologischen Aspekte von Sekten interessieren.

Das Gefängnis macht der 17-jährigen Minnow Bly keine Angst. Angst machen ihr nur die dunklen Visionen ihrer Vergangenheit, besonders diejenigen dieser letzten Nacht. Der Nacht, in der ihr Heim niederbrannte.
Minnow lebte 12 Jahre in einer Sekte. Die Community war ihr Zuhause und alles, was sie kannte. Sie glaubte an die Worte des Propheten Kevin, an seine Erklärungen, an seine Weisheit und an seine strengen Regeln. Bis sie zu zweifeln begann und ihm nicht mehr glaubte. Als sie sich verliebte, erfuhr sie am eigenen Leib, wozu Kevin fähig war – und wozu sie selbst fähig ist. Minnow möchte am liebsten vergessen. Das Feuer. Die Toten. Doch sie muss sich ihren Erinnerungen stellen. Denn um eines Tages in Freiheit leben zu können, muss sie zuerst ihren Geist befreien.

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Montagsfrage: Die Freuden der Lyrik?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe eine unfassbar stressige Woche hinter mir. Kennt ihr diese Filme, in denen die beste Freundin einer schwangeren Frau zu einer hysterischen, überspannten Nervensäge mutiert, weil sie eine Babyparty planen muss? Ich kann die beste Freundin jetzt verstehen. Meine liebe Freundin R. ist hochschwanger und wir haben im Freundeskreis für sie am Samstag eine Babyparty veranstaltet. Hätte ich geahnt, wie viel organisatorischer Aufwand das ist, hätte ich behauptet, dass ich mich aus religiösen Gründen leider nicht beteiligen kann. Geschenke, Verpflegung, Gäste, Logistik, Spiele, Musik und noch mehr Geschenke, die bitte nicht zu kitschig sein dürfen. Ich hätte gelogen, dass sich die Balken biegen, um diesem Wahnsinn zu entkommen.
Nein, natürlich nicht. Ich hätte trotzdem geholfen. 🙄 Die Party war ein Erfolg, aber ich hoffe aufrichtig, dass so schnell niemand weiteres aus meinem Umfeld schwanger wird. Ich bin richtig froh, dass ich mich nun wieder nur mit meinem ganz normalen Alltagsstress auseinandersetzen muss und ich freue mich, dass ich die Woche mit meinem entspannten Montagmorgen-Ritual beginnen kann – der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Lyrik: ausgedient oder am Aufblühen?

Lyrik. Habe ich eine Beziehung zu Lyrik? Mal überlegen. In meiner Schulzeit haben mich Gedichtanalysen ebenso genervt wie vermutlich alle anderen Schüler_innen auch, obwohl mir diese Aufgabe leicht von der Hand ging. Die Struktur einer Analyse ist immer gleich: man muss ein paar Fakten auswendig lernen, wie die Merkmale der entsprechenden historischen Epoche und Stilmittel, wendet diese an und darf dann wild herumspekulieren, was der Autor oder die Autorin (wobei wir wenig Gedichte von Frauen besprochen haben) wohl aussagen wollte. Ich fand das einfach. Nur die Metrik bereitete mir lange Zeit Probleme, bis ich selbst begann, Gedichte zu schreiben und ein Gefühl für sprachlichen Rhythmus entwickelte. Danach war es noch einfacher. Den Interpretationspart, der für viele meiner Mitschüler_innen eine Herausforderung darstellte, empfand ich immer als Kinderspiel, weil man alles in ein Gedicht hineinlesen kann, solange man fundierte Beweise dafür im Text findet. Ich war stets von meiner Meinung überzeugt und hatte Spaß daran, meinen Lehrer oder meine Lehrerin durch eine geschickte Argumentation ebenfalls davon zu überzeugen, dass sie gerechtfertigt war. Mich nervte nur, dass Gedichtanalysen so oft auf dem Lehrplan standen. Immer und immer wieder dieselben sprachlichen Mittel durchzukauen und darüber zu diskutieren, wieso sie wie eingesetzt wurden und inwiefern dieser Gebrauch Rückschlüsse über die Geisteshaltung des Autors zuließ, fand ich ermüdend. Selbstverständlich sah ich auch nicht, welchen Nutzen diese Fähigkeit bzw. dieses Wissen für mein weiteres Leben haben sollte. Kapiere ich bis heute nicht, denn mich hat noch nie jemand in der Gemüseabteilung aufgefordert, Goethes „Prometheus“ zu analysieren.

Heutzutage erkenne ich die Schönheit von Gedichten. Es gibt einige lyrische Werke, die ich sehr schätze. Erstaunlicherweise sind das fast alles Gedichte, die mir im Laufe meiner Schulzeit irgendwann einmal vor die Nase gehalten wurden, denn seit ich aus der Schule raus bin, habe ich mich mit dieser Gattung so gut wie gar nicht mehr beschäftigt. Sie passen nicht in meinen Alltag. Ich würde gern Gedichte lesen, aber ich musste feststellen, dass ich ohne den Rahmen einer Analyse keinen Zugang zur Bedeutungsebene finde.
Ich hatte jahrelang Walt Whitman’s „Grashalme“ auf dem Nachttisch liegen. Der Vorsatz lautete, jeden Abend vor dem Einschlafen ein Gedicht zu lesen. Das hat überhaupt nicht funktioniert, weil ich nicht dahinter kam, was mir der alte Hippie sagen wollte. Ich grübelte und grübelte, konnte nicht einschlafen und drehte mich mit meinen Gedanken im Kreis. Ich lernte, dass ich offenbar kein Mensch bin, der Gedichte einfach so lesen kann, weil sie hübsch sind. Ich bin zu analytisch dafür, ich will ein Gedicht auseinandernehmen und bis in den tiefen Kern vordringen, um die mutmaßliche Intention des Autors oder der Autorin offenzulegen. Ich begreife Gedichte als Kompositionen, deren Elemente alle einem bestimmten Zweck dienen. Kann ich diesen Zweck nicht ermitteln, bleibt mir die Bedeutung ganzheitlich verschlossen. Ergo müsste ich für jedes Gedicht, das ich lese, eine Gedichtanalyse anfertigen, was im Alltag schlicht viel zu viel Arbeit ist. Deshalb passen sie momentan nicht in mein Leben.

Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass der Tag kommen wird, an dem ich fähig sein werde, Gedichte um ihrer selbst willen zu lesen. Ich weiß nicht, woher ich diese Überzeugung nehme, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich Geduld haben und älter werden muss. Ich sehe das nicht als Hindernis oder Problem, weil ich ohnehin glaube, dass alles im Leben seine Zeit hat. Ich fürchte nicht, dass die Lyrik ausgestorben ist, bis ich soweit bin, denn einerseits schätze ich das Risiko bei Poeten, deren Werke bereits Jahrhunderte überdauerten, als gering ein und andererseits denke ich ebenso wie Antonia, dass diese Gattung aktuell einen zweiten Frühling erlebt. Die modernen Medien erlauben jedem Menschen, die eigenen Gedanken in die Welt hinauszuposaunen, wieso sollten sie nicht für Gedichte genutzt werden? Außerdem bin ich der Meinung, dass diverse Rapkünstler_innen stark dazu beitragen, die Lyrik frisch zu halten. Obwohl das gar nicht meine Musik ist, weiß ich durch den Lieblingsmenschen, dass Raptexte immer ausgeklügelter werden und einige Musiker_innen weit über plumpe Haus-Maus-Reime hinausgehen. Vielleicht müssen wir die Lyrik heutzutage einfach anders betrachten und dürfen nicht auf traditionelle Formen beharren. Wer weiß, möglicherweise werden zukünftige Generationen im Unterricht Raplines analysieren?

Ist Lyrik ein Teil eures Lebens?

Ich freue mich wie immer auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Peter V. Brett – The Skull Throne

Sie fielen tief. Als ihr Duell auf Leben und Tod seinen Höhepunkt erreichte, stürzte der Tätowierte Mann Arlen Bales sich selbst und seinen Gegner Ahmann Jardir, selbsternannter Shar’Dama Ka, in den Abgrund. Doch ihr Sturz war kein Zufall, kein Akt der Verzweiflung. Arlen braucht Jardir. Er verfolgt einen wahnwitzigen Plan, um den Krieg gegen die Dämonen ein für alle Mal zu beenden. Er glaubt, dass sie ihre Streitigkeiten beilegen müssen, um wie früher mit vereinten Kräften zu kämpfen. Können Arlen und Jardir Jahre der Enttäuschung und des Grolls im Namen der Menschheit hinter sich lassen?
Unterdessen versinken die Völker Krasias und des Nordens im Chaos. Erbitterte Machtkämpfe destabilisieren den zerbrechlichen Frieden. Krasia steht am Rande eines Bürgerkriegs um den Schädelthron, den vielleicht nicht einmal Jardirs durchtriebene Ehefrau Inevera verhindern kann. Im Norden bemühen sich Leesha und Rojer, die Herzogtümer Angiers und Miln zur Einigkeit zu bewegen, aber als Jardirs ältester Sohn mit seinen Truppen in Lakton einfällt, verhärten sich die Fronten. Von der Hitze des Krieges überwältigt drohen die Völker zu vergessen, wer ihr wahrer Feind ist…

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Anna Stephens – Godblind

Für das Fantasy-Subgenre Grimdark gibt es keine einheitliche Definition. Durch das Fehlen fester Richtlinien können Leser_innen und Autor_innen frei entscheiden, wie sie Grimdark auslegen. Anna Stephens betrachtet Grimdark als Möglichkeit, zu untersuchen, wie sich Menschen verhalten, wenn sie alle Hoffnung verloren glauben. Es freut mich sehr, dass der öffentliche Fokus mit dem Erscheinen von Stephens‘ Debüt „Godblind“ auf weibliche Grimdark-Autoren gerückt wurde. Selbstverständlich wollte ich den Trilogieauftakt deshalb auch unbedingt lesen. Ich wollte wissen, wie eine Frau das harsche Subgenre umsetzen würde.

Als Seher ist Dom Templeson daran gewöhnt, schmerzhafte, verwirrende Botschaften der Lichten Götter zu empfangen. Doch nie zuvor sandten sie ihm eine Vision wie diese. Verstörende Bilder von Feuer, Blut und Tod fluten seinen Geist. Ein Herold wird kommen und einen Sturm ankündigen, der sich in den Gilgoras Bergen zusammenbraut. Seit beinahe tausend Jahren ist das karge Gebirge das Exil der Mireces, die einst aus Rilpor für ihren Glauben verbannt wurden. Mit abscheulichen, blutigen Ritualen huldigen sie den Roten Göttern, der Dunklen Lady und Gosfath, dem Gott der Blutes. Nun erstarken die Roten Götter erneut und der Schleier, der sie von der Welt abschirmt, schwindet. Dom muss den Herold finden. Tief im Feindgebiet macht er sich auf die Suche und stolpert mitten in einen Jagdtrupp der Mireces hinein. Ihre Beute ist eine junge Frau. Gewissheit erfasst Dom: sie ist der Herold. Ohne zu zögern rettet er sie. Die junge Frau heißt Rillirin und ist eine entflohene Sklavin. Ihr beunruhigender Bericht bestätigt Doms Vision. Die Mireces planen, Rilpor für die Roten Götter einzunehmen. Kurz darauf treffen erste Meldungen von Angriffen der Mireces ein. Können Dom und Rillirin das Reich verteidigen oder haben die Roten Götter ihre Klauen längst zu tief in Rilpors Herz geschlagen?

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Verfasst von - 18. Juli 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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