RSS

Schlagwort-Archive: Quentin

Lev Grossman – The Magician King

Wenn ich einen Blick auf die Liste der Menschen werfe, die Lev Grossmann interviewte, bleibt mir die Luft weg. Beispiele? Steve Jobs, Salman Rushdie, J.K. Rowling und – haltet euch fest – Johnny Cash. Ich bin sowas von neidisch. Es scheint zu stimmen, dass ein Harvard-Abschluss alle Türen öffnet. Ich finde es sympathisch, dass sich Grossman trotzdem nicht zu schade ist, Fantasy zu schreiben. „The Magician King“ ist der zweite Band seiner Trilogie „The Magicians“ und führt die Geschichte des Zauberlehrlings Quentin Coldwater weiter.

Fillory ist ein magisches Paradies, in dem Quentin Coldwaters Träume Realität wurden. Seit Janet, Eliot und Julia ihn aus seinem jämmerlichen Dasein auf der Erde befreiten und in das Land seiner Lieblingsromane entführten, erlebt Quentins die reinste Utopie. In Fillory ist er kein Versager, sondern ein König. Und doch… Irgendetwas fehlt. Mit den bequemen Annehmlichkeiten des Throns schlichen sich Langeweile und Monotonie in Quentins Leben. Er verzehrt sich nach einer Aufgabe, einem Abenteuer, neuen Herausforderungen. Als sich herausstellt, dass der äußerste Zipfel des Königreichs jahrelang keine Steuern zahlte, ergreift Quentin die Gelegenheit, endlich mal rauszukommen. Unterstützt von Julia stattet er ein Schiff aus und sticht in See. Auf ihrer Reise erfahren sie von einem magischen Schlüssel, der angeblich die Welt aufzieht. Quentin ist sofort Feuer und Flamme: der Schlüssel ist seine Quest! Doch dieser birgt eigene Geheimnisse und schon bald verwandelt sich Quentins heiß ersehntes Abenteuer in einen Albtraum. Sei vorsichtig mit deinen Wünschen – sie könnten wahr werden.

👉 Weiterlesen

Werbeanzeigen
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Lev Grossman – The Magicians

2016-08-31-grossman-the-magicians

Lev Grossman, Autor der Trilogie „The Magicians“, schrieb 17 Jahre lang Fiktion, bevor ihm klarwurde, dass er ein Fantasy-Schriftsteller ist. Er wähnte sich als Vertreter der literary fiction, erkannte jedoch, dass ihm das Fantasy-Genre ein geeignetes Zuhause bot. Nach Jahren der Arbeit als Journalist und der erfolgreichen Veröffentlichung zweier Romane eroberte er 2009 mit dem ersten Band „The Magicians“ die New York Times Bestsellerliste, der darüber hinaus 2015 vom Sender SyFy als Serie verfilmt wurde. Da sich Serie und Buch laut Wikipedia allerdings in einigen Punkten unterscheiden, bin ich froh, der literarischen Vorlage den Vorzug gegeben zu haben.

Sein Leben lang wünschte sich Quentin Coldwater, der Mittelpunkt eines magischen Abenteuers zu sein. Seit seiner Kindheit träumt er sich nach Fillory, in das fiktive Land seiner Lieblingsbücher, um der grauen, erdrückenden Realität des Alltags zu entfliehen. Als die Magie ihn findet, fällt es Quentin schwer, zu begreifen, dass all seine Träume wahr werden. Plötzlich erkundet er am Brakebills College für magische Erziehung sein Talent zur Zauberei. Fünf Jahre harter Ausbildung liegen vor ihm, in denen er Freunde finden und sich verlieben wird, während er die Wunder einer Welt bestaunen darf, die sich hinter der Normalität verbirgt. Doch auf seinem Weg zum Erwachsenwerden muss er feststellen, dass Magie kein Garant für ein erfülltes Leben ist. Quentin ist nicht glücklich. Nach seinem Abschluss begibt er sich mit seinen Freunden auf die Suche nach einem Lebenssinn – und stolpert über ein unfassbares Geheimnis: Fillory ist vielleicht weniger fiktiv, als er glaubte…

>>> Weiterlesen

 
5 Kommentare

Verfasst von - 1. Oktober 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

John Green – Paper Towns

„Paper Towns“

PaperTowns

Autor: John Green

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 305

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 014241493X

Genre: Realistische Fiktion > Young Adult

ausgelesen am: 03.08.2014

Bewertung:

„Paper Towns“ habe ich im Rahmen der John-Green-Lesewoche gelesen, die Kim von All these special words initiiert hat. Eine Woche lang lasen wir gemeinsam Bücher dieses Autors und beantworteten Fragen, die Kim sich ausgedacht hatte. Für mich war diese Woche die erste Annäherung an John Green, der zurzeit wahnsinnig erfolgreich mit seinem Werk „The Fault in our Stars“ / „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist. Trotzdem war es nicht dieses Buch, das seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste stand, sondern „Paper Towns“.

Quentin Jacobsen kennt Margo Roth Spiegelman seit Kindertagen. Doch wie das eben so ist wenn Kinder erwachsen werden, haben sie sich mit den Jahren auseinander gelebt. Umso überraschter ist Quentin, als Margo eines Abends an sein Fenster klopft und ihn wie ein Ninja gekleidet zu einem wilden Ausflug entführt. Sie erleben eine magische Nacht und Quentin hofft, dass er Margo nun wieder näher kommt, doch am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Anfangs denkt sich niemand etwas dabei, denn schon früher brannte sie des Öfteren einfach für ein paar Tage durch. Aber dieses Mal ist es anders. Margo hinterließ Hinweise, die eindeutig für Quentin bestimmt sind. Er folgt ihrer Spur aus Brotkrumen und sucht das Mädchen, das er seit seiner Kindheit kennt. Doch je weiter er vorankommt, desto klarer wird ihm, dass sich am Ende dieser Spur eine völlig andere Person befindet, die vielleicht nicht auf ihn wartet.

Ich fand „Paper Towns“ überraschend tiefsinnig. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass John Green sich mit der Spannung zwischen der Realität und der Illusion einer Person beschäftigt, doch genau darum geht es meiner Meinung nach. Quentin hatte dieses idealistische Bild von Margo, das er jahrelang gehegt, gepflegt und erweitert hat. Im Laufe der Schnitzeljagd erkennt er jedoch, dass es eben auch genau das war: ein Bild, zweidimensional und ohne echte Tiefe. Durch ihre Hinweise verrät Margo ihm eine Menge über ihre wahre Persönlichkeit, die nur bedingt etwas mit der Fassade zu tun hat, die sie sorgsam aufrechterhielt. Erstaunlich ist, dass Quentin auf diese Weise nicht nur viel über Margo lernt, sondern auch über sich selbst. Ohne es anfangs zu ahnen, begibt er sich auf eine transformative Reise. Ich glaube, ihm ist das ganze Buch über nicht bewusst, dass Margo in gewisser Weise nur eine Stellvertreterin ist. Ja, er sucht sie, aber eigentlich sucht er sich selbst und mit jedem Schritt in Richtung der echten Margo wird auch er selbst ein bisschen echter. Dieser Selbstfindungsprozess ist in meinen Augen auch der Grund, warum Quentin sich ab einem bestimmten Punkt ziemlich obsessiv verhält. John Green hat diese Fixierung wunderbar herausgearbeitet, indem er sich eines literarischen Gleichnisses bediente. Es ist garantiert kein Zufall, dass Quentin ausgerechnet „Moby Dick“ im Unterricht liest, denn er hat durchaus Ähnlichkeit mit Kapitän Ahab. Margo hingegen hat eine Schwäche für die Gedichte von Walt Whitman, was mich dazu brachte, darüber nachzudenken, inwiefern sie durch seine Werke repräsentiert wird, während sie selbst abwesend ist. Ich glaube, es geht gar nicht um ein spezielles Gedicht, wovon Quentin überzeugt ist, sondern eher um Whitmans Art und Weise zu schreiben. Den weiten Interpretationsspielraum, den er seinen LeserInnen lässt.
Mir ist noch ein weiterer Punkt aufgefallen, den ich für ein literarisches Gleichnis halte. Quentins Englischlehrerin heißt Dr. Holden. Klingelt es da bei euch? Holden. Wie in Holden Caulfield. „Der Fänger im Roggen“. Einer der populärsten Analyseansätze geht davon aus, dass dieses Buch von J.D. Salinger primär eine Kritik an der amerikanischen Gesellschaft und an der Idee des amerikanischen Traums ist. In „Paper Towns“ ist es Margo, die eine ähnliche Kritik äußert; sie empfindet das Leben im Inbegriff des amerikanischen Traums – der Vorstadt – als flach und farblos. Es ist äußerst interessant, dass Dr. Holden diejenige ist, die Quentin hilft, Whitmans Gedicht „Song of Myself“ zu interpretieren und ihm damit den Schlüssel zum Verständnis von Margo schenkt. Das kann kein Zufall sein. Guten AutorInnen passiert so etwas nicht einfach so. Ich glaube nicht, dass John Green nur zufällig über diesen Namen gestolpert ist.

Ich habe die John-Green-Lesewoche mit der Lektüre von „Paper Towns“ wirklich genossen. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit Quentin auf die Reise zu gehen; herauszufinden, was es bedeutet, eine andere Person wahrhaft zu kennen und was dafür nötig ist. Ich hätte nie gedacht, dass mich so viel Tiefgründigkeit erwartet, unterstützt von Figuren, die nicht nur sympathisch sind, sondern mir auch rasant ans Herz wuchsen. Es hat mich begeistert, dass John Green nicht nur hypothetisch über die Facetten und das Ausleben einer Persönlichkeit schreibt, sondern seine Überlegungen auch umfassend auf seine Charaktere überträgt. Sie alle sind lebendig und glaubhaft.
Ich verstehe nicht, warum „Paper Towns“ bei vielen John Green – Fans weniger gut ankommt, denn ich fand es toll. Ich musste nur einen Blick hinter die Fassade werfen.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 24. August 2014 in Realistische Fiktion, Young Adult

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

08. 08. 2014 – Die John-Green-Lesewoche: Tag #7 & Tag #8

JohnGreenLesewoche

Heute ist nun der Abschluss der John-Green-Lesewoche von All these special words. Da ich gestern mit ein paar weltlichen Dingen beschäftigt war, kam ich nicht dazu, die Frage des Tages zu beantworten. Also hole ich das heute nach.

Frage 1: Begründe deine drei absoluten Lieblingszitate aus John Greens Büchern!

Das ist wirklich schwierig, weil ich ja nur das eine Buch gelesen habe und mir während dessen nichts aufgefallen ist, das ich so grandios fand, dass ich es mit einem Post-it markiert hätte. Ich fand „Paper Towns“ zwar überraschend tiefsinnig und es gefiel mir wirklich gut, aber kein einzelner Satz hat mich richtig vom Hocker gehauen. Ich habe jetzt trotzdem 3 Sätze rausgesucht, die ich zwar nicht als Lieblingszitate bezeichnen würde, die in meinen Augen aber stellvertretend für die Geschichte sind.

„All along – not only since she left, but for a decade before – I had been imagining her without listening, without knowing that she made as poor a window as I did.“
(Paper Towns, Seite 199)

Quentins Gedanke ist extrem ehrlich. Er hat etwas erkannt, das uns nur allzu selten bewusst ist: viel zu oft lassen wir uns von unserer Vorstellung von einer Person beeinflussen, statt unvoreingenommen zu sein und einfach zuzuhören. Und oft genug sind wir enttäuscht, wenn die Person unserer Vorstellung von ihr oder ihm nicht gerecht wird. Was wiederum sehr ungerecht ist.

„The truth is that whenever I went up to the top of the SunTrust Building – including that last time with you – I didn’t really look down and think about how everything was made of paper. I looked down and thought about how I was made of paper. I was the flimsy-foldable person, not everyone else. And here’s the thing about it. People love the idea of a paper girl. They always have. And the worst thing is that I loved it, too. I cultivated it, you know? Because it’s kind of great, being an idea that everybody likes. But I could never be the idea to myself, not all the way. And Agloe is a place where a paper creation became real. A dot on the map became a real place, more real than the people who created the dot could ever have imagined. I thought maybe the paper cutout of a girl could start becoming real here also. And it seemed like a way to tell that paper girl who cared about popularity and clothes and everything else: ‚You are going to the paper towns. And you are never coming back.'“
(Paper Towns, Seite 294)

Ein langes Zitat, aber in meinen Augen das wichtigste, das Margo im gesamten Buch zu sagen hat. Wir alle haben das Bedürfnis, unser Leben und uns selbst zu etwas Echtem zu machen. Wir möchten wahrhaft leben. Doch manchmal ist uns nicht klar, dass wir nicht wirklich uns ausleben, sondern bloß die Erwartungen erfüllen, die andere von uns haben. Weil wir gemocht und akzeptiert werden möchten. Weil uns das Bild gefällt, das andere von uns haben. Weil wir eine Menge dafür tun würden, dieses Bild zu sein. Dabei ist das natürlich unsinnig. Warum setzen wir uns unter Druck, um andere zufrieden zu stellen? Warum sind wir nicht ehrlich und können uns so akzeptieren, wie wir sind? Ich finde, es ist eine Sache, ein besserer Mensch werden zu wollen, aber eine ganz andere, ein besserer Mensch in den Augen anderer sein zu wollen. Manchmal haben wir Angst vor uns selbst, vor all unseren negativen Eigenschaften. Es erfordert eben Mut, zu sich selbst zu stehen. Aber es lohnt sich.

„When did we see each other face-to-face? Not until you saw into my cracks and I saw into yours. Before that, we were just looking at ideas of each other, like looking at your window shade but never seeing inside. But once the vessel vracks, the light can get in. The light can get out.“
(Paper Towns, Seite 302)

Was Quentin sagen möchte, ist in meinen Augen, dass wir uns manchmal verletzlich und angreifbar machen müssen, um unseren Gegenüber wirklich zu sehen. Vertrauen erzeugt Vertrauen erzeugt Vertrauen. Lasse ich jemanden meine Fehler sehen, lässt er oder sie mich vielleicht auch seine oder ihre sehen und gemeinsam erreichen wir eine neue Ebene der Verbindung.

So viel zu den Zitaten. 🙂 Kommen wir zu Frage 2:

Wie erfolgreich war deine Woche? Hast du nun alle John-Green-Bücher gelesen?

Tja, nicht so erfolgreich, wie ich es gern gehabt hätte. Aber ich habe John Green zumindest kennengelernt und freue mich jetzt darauf, bald „Will Grayson, Will Grayson“ zu lesen. Ich weiß noch nicht, ob ich danach noch weitere Bücher von ihm lesen möchte. Ich werde auf jeden Fall beobachten, was er sonst noch veröffentlichen wird. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich noch eine große Liebe. 😀

Danke an Kim für diese tolle Lesewoche. Es hat wirklich viel Spaß gemacht, auch wenn ich von der DHL sabotiert wurde. 🙂

 
 

Schlagwörter: , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: