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Tad Williams – Das Herz der Verlorenen Dinge

29 Jahre sind vergangen, seit Tad Williams den ersten Band seiner Trilogie (bzw. Tetralogie) „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ erstveröffentlichte. Der Abschluss des Mehrteilers liegt 24 Jahre zurück. Ich denke, wir können über den Autor demzufolge getrost als Urgestein der High Fantasy sprechen. Wenn ein Urgestein nach so vielen Jahren in seine erste Welt zurückkehrt und eine Geschichte, die die Fans für längst abgeschlossen hielten, weiterführt, ist das eine Sensation. Ohne Wenn und Aber. Als ich hörte, dass es ab 2017 neue Abenteuer aus Osten Ard geben wird, war ich völlig aus dem Häuschen. „Das Herz der Verlorenen Dinge“ ist ein kleiner Vorgeschmack auf Williams‘ Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“ und schließt eine bedeutende Handlungslücke. Klett-Cotta war so freundlich, mir ein heißersehntes Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen.

Der Sturmkönig wurde besiegt. Das Gute triumphierte, das Böse wurde zurückgedrängt und Osten Ard ist wieder frei. Ebenso wie die Menschen erlitten die gefürchteten Nornen in dem verheerenden Kampf am Hochhorst schreckliche Verluste. Die wenigen Überlebenden versuchen, sich vor dem Zorn der Sterblichen in ihre Heimat zu retten, den tief im Norden thronenden Berg Sturmspitze, in dem ihre Königin Utuk’ku in einem gefährlichen komatösen Heilschlaf liegt. Ihr Rückzug zieht eine blutige Spur durch das Land. Plündernd und mordend verwüsten sie jedes Dorf, das ihren Weg kreuzt. Herzog Isgrimnur und seine Männer nehmen die Verfolgung auf und treiben die Weißfüchse mitleidlos vor sich her. Wie soll die Menschheit je wieder in Frieden leben, solange die finsteren Verwandten der Sithi unter der Erde ihr Unwesen treiben? Der Krieg mag beendet sein, doch die letzte Schlacht ist noch nicht geschlagen.

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3 Kommentare

Verfasst von - April 20, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Tad Williams – Der Abschiedsstein

„Der Abschiedsstein“

Der Abschiedsstein

Originaltitel: “Stone of Farewell“

Reihe: Das Geheimnis der Großen Schwerter #2 / Memory, Sorrow and Thorn #2

Autor: Tad Williams

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 893 Seiten

Verlag: Fischer

Sprache: Deutsch

ISBN:  3596130743

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 15.10.2014

Bewertung:

„Der Abschiedsstein“ ist der zweite Band der Saga „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ von Tad Williams. Ich habe lange (ihr seht es an der Zeitspanne, die zwischen Lesen und Rezensieren liegt) gebraucht, um mir darüber klar zu werden, wie ich dieses überaus komplexe High Fantasy Werk für euch zusammenfassen möchte, ohne zu tief ins Detail zu gehen. Ich habe mich letztendlich dazu entschieden, die Handlung nur sehr oberflächlich zu besprechen, weil alles andere schlicht den Rahmen sprengen würde. Während der Vorbereitung habe ich für mich ein Schaubild erstellt, das die verschiedenen Handlungsstränge aufführt. Ich habe euch das Ding eingescannt, um euch zu zeigen, wie umfangreich eine richtige Inhaltsangabe wäre. Außerdem bekommt ihr so die Möglichkeit, den Inhalt doch noch einmal detaillierter nachvollziehen zu können, falls ihr das möchtet und meine Schrift lesen könnt. 😉

Noch immer herrscht Krieg in Osten Ard. König Elias hat mit Hilfe der schrecklichen Nornen und Ineluki Sturmkönig Naglimund, die Festung seines Bruders Prinz Josua, eingenommen. Der Prinz selbst und seine Verbünden sind im ganzen Land versprengt. Jede Gruppe versucht auf ihre Weise, das Schicksal zu ihren Gunsten zu verändern und dem verrückten König und seinen Verbündeten Einhalt zu gebieten. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht nun der Stein des Abschieds, ein magischer Ort der Sithi, der den Rebellen zumindest vorübergehend Schutz bieten soll. Doch für alle ist der Weg dorthin weit und gefährlich. Besonders Simon, ehemaliger Küchenjunge des Hochhorsts und Bezwinger des Drachen Igjarjuk, muss viele Abenteuer bestehen, in denen er mehr als einmal nur knapp dem Tod entgeht.

Abschiedsstein Schaubild

Größer? Klick mich!

Wie ihr vielleicht anhand meines Schaubilds sehen könnt, ist man als LeserIn von „Der Abschiedsstein“ mit mindestens zehn verschiedenen Perspektiven konfrontiert. Da die Aufständischen wie bereits erwähnt über ganz Osten Ard verteilt sind, laufen alle Handlungsstränge parallel, ohne sich wirklich zu kreuzen. Ihr könnt euch sicher denken, wie unglaublich komplex der zweite Band der Saga dadurch ist. Eines haben jedoch fast alle Charaktere gemein: sie reisen. Das Thema Reise ist das zentrale Merkmal einer Handlung, die einem Spinnennetz gleicht, in dessen Mittelpunkt wiederum der mysteriöse Stein des Abschieds steht. Ich bewundere die intelligente Konstruktion dieses Spinnennetzes sehr, muss allerdings auch sagen, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Fäden etwas sanfter hätten sein können für meinen Geschmack. So voll und ganz lebendig die Charaktere sind und obwohl (oder gerade weil?) man sie durch das Reise-Thema von allen möglichen Seiten kennenlernt, sind die Perspektivwechsel äußerst abrupt, was mich mehrfach ziemlich irritierte. Ihr müsst euch vorstellen, dass man als LeserIn in einem Absatz mitten im Süden bei Prinzessin Miriamel ist und dann, ohne Vorwarnung, tausende von Meilen weit weg im Norden bei Simon, ohne dass es irgendeine Gemeinsamkeit zwischen den beiden Figuren oder ihrer jeweiligen Situation gäbe. Das war nicht immer leicht und ich musste mich definitiv erst daran gewöhnen, vor allem, weil Tad Williams dazu neigt, eine Handlung genau dann zu unterbrechen, wenn sie richtig spannend wird. Das fiel mir besonders in Bezug auf Herzog Isgrimnur auf, der von Prinz Josua dazu verdonnert wurde, Miriamel zu finden und ihr somit hinterher reist. Ich konnte mich extrem gut in ihn hineinversetzen, in all die Frustration, die er empfunden haben muss, weil er Miri oft schon so nahe war und sie dann doch wieder knapp verpasste. Williams lässt sie einfach nicht zusammen kommen. Ich fand das ermüdend und gelinde gesagt zum Haare raufen. Für die Geschichte war es vielleicht nötig, aber für mich verstärkte es den Eindruck, den ich das gesamte Buch über nicht loswurde: „Der Abschiedsstein“ und die gesamte Saga „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ liest sich schwerfällig. Wie schon in „Der Drachenbeinthron“ musste ich erneut immer wieder die Zähne zusammen beißen und mich durch die eine oder andere Situation durchkämpfen. Ich finde Tad Williams‘ Talent großartig, aber das Auf und Ab des Spannungsbogens macht es schwer, präsent zu bleiben. Trotzdem hatte ich natürlich Spaß mit dem zweiten Band, denn gerade durch die parallelen Handlungsstränge zeichnet sich schon ab, wer sich im dritten Band „Die Nornenkönigin“ begegnen wird.

„Der Abschiedsstein“ ist nichts für QuereinsteigerInnen. Man kann diesen Roman nicht lesen, ohne den Vorgänger gelesen zu haben und meines Erachtens nach auch danach nicht abbrechen, weil die Neugier einfach zu groß ist. Tad Williams schreibt beispielhafte High Fantasy und ist ein fabelhafter Geschichtenerzähler, auch wenn seine Tetralogie wohl eher etwas für geduldige LeserInnen ist, die ein bisschen Zähigkeit verkraften können. Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos, wenn ich daran denke, wie viel Arbeit schon nur ein einziger Band dieser Geschichte gewesen sein muss. Wie schön wäre die Bücher-Welt, wenn jede/r AutorIn so viel Engagement aufbringen würde wie Tad Williams.

 
4 Kommentare

Verfasst von - November 19, 2014 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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