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[Getaggt] Todsündentag

7 Todsünden

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich wurde in den letzten Tagen gleich zwei Mal für diesen wirklich coolen TAG nominiert (kann man das überhaupt so übersetzen? oO), einmal von sternenbrise und einmal von An. Ehrensache, dass ich dann auch mitmache, vor allem, wenn die Fragen mal etwas anderes sind. 😉
Es geht um die sieben Todsünden, allerdings ist mir aufgefallen, dass es bloß Fragen zu sechs der Sünden gibt. Der Hochmut fehlt. Also habe ich mir die Freiheit herausgenommen, mir selbst eine Frage zu dieser Todsünde auszudenken und sie hinzuzufügen. Ich würde mich freuen, wenn sie die Runde macht. 🙂

Gier

Welches war dein günstigstes Buch?

Per se ist das ja eigentlich jedes Buch, für das ich nichts bezahlt habe. Das schließt also Geschenke, Fundstücke und Rezensionsexemplare mit ein. Für Geschenke hat immer jemand aus meinem direkten Umfeld bezahlt, also fliegt das raus. Rezensionsexemplare bezahlt der Verlag, von dem ich sie erhalte, die sind also auch raus. Bleiben noch die Fundstücke. Das sind Bücher, die ich am Straßenrand finde, weil sie irgendjemand dort hingestellt oder abgelegt hat, weil er/sie sie nicht mehr haben möchte. Ich gebe diesen Büchern ein neues Zuhause und ein zweites Leben, wenn man so will. Natürlich nicht alle, nur, was mich interessiert. Ich habe schon mehrere mitgenommen, doch spontan fallen mir „Tausend Strahlende Sonnen“ von Khaled Hosseini und „Stark“ von Stephen King ein. Beide Bücher standen nie auf meiner Wunschliste, aber Khaled Hosseini sagt mir natürlich etwas und einen King lässt man nicht einfach so auf der Straße rumliegen, richtig?

Welches war dein teuerstes Buch?

Im Großen und Ganzen achte ich sehr darauf, nicht zu viel für einzelne Bücher auszugeben, weil… na ja, weil ich ein Suchtproblem habe und für ein einziges nicht genauso viel bezahlen möchte wie sonst für drei oder vier Bücher. Wirklich teure Bücher besitze ich daher gar nicht, beziehungsweise fällt mir keins ein, das in der Anschaffung besonders teuer gewesen wäre. Meine Gesamtausgabe von Shakespeares Werken hat knapp 52,00€ gekostet, aber erstens war sie ein Geschenk und zweitens sind das vier Bücher. Jedes Buch für sich hat also 13,00€ gekostet, was nicht übermäßig kostspielig ist. Bildbände, die in der Regel ziemlich teuer sind, besitze ich ebenfalls nicht, weil ich nichts damit anfangen kann. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich so etwas wieder und wieder ansehen. Ich blättere einmal durch und dann nie wieder. Ein paar vergriffene Ausgaben waren teurer als der Neupreis, aber auch hier würde ich nicht von wirklich teuer sprechen.
Erlaubt mir also, diese Frage ein bisschen anders auszulegen. Meine teuersten Bücher sind Band 3 und 4 der Twilight-Saga, weil ich für sie mit einer Freundschaft bezahlt habe. Nicht wortwörtlich, aber ich empfinde es so. Ich bekam die Bücher von einer ehemaligen Freundin ausgeborgt, damit ich sie mir nicht kaufen musste und trotzdem lesen konnte. Es ergab sich niemals die Möglichkeit, sie zurückzugeben, weil wir uns vorher auseinander entwickelt haben. Ich habe die Bücher, aber die Freundschaft habe ich verloren. Manchmal ist das Leben so, doch jedes Mal, wenn ich die beiden Bände ansehe, denke ich an sie und daran, wie schade es ist, dass wir keinen Kontakt mehr haben.

Zorn

Für welches Buch empfindest du Liebe und Hass zugleich?

Tja, da muss ich wohl zähneknirschend „Anita Blake“ schreiben. Ich gebe das nicht gern zu, weil ich wirklich mein Bestes gebe, um die Flagge für Anita weiterhin hoch zu halten. Ich liebe sie, sie war meine erste UF-Heldin und ist einfach eine richtig coole Frau. Aber ich hasse es, in welche Richtung sich die Serie entwickelt hat. All dieser sexuelle Kram… meiner Meinung nach hat sie das gar nicht nötig und ich verstehe bis heute nicht, warum Laurell K. Hamilton diesen Weg für sie ausgesucht hat. Aber – es besteht Hoffnung. Ich kenne ja nur die deutschen Bände und nach Band 12 hat Bastei Lübbe die Reihe abgebrochen. Laut Rezensionen von LeserInnen, die bereits auf Englisch weitergelesen haben, wird es wieder besser. Der Fokus verschiebt sich zurück zu Anitas Arbeit als Ermittlerin. Ich hoffe so sehr, dass das wirklich so ist und sich die Hass-Liebe wieder in pure Liebe verwandelt (hach, wie poetisch).

Welches Buch war am schwierigsten zu bekommen?

Das hält sich die Waage zwischen zwei Werken, die – wie könnte es anders sein – beide vergriffen sind.
Das erste ist „Ulldart II“ von Markus Heitz. Heyne hat vor Jahren einmal die gesamte Ulldart-Saga in vier hübschen Taschenbuch-Sammelbänden herausgebracht, die ich unbedingt haben wollte. Ich sollte sie von meiner Mama geschenkt bekommen (das war abgesprochen) und sie hatte bereits alle Bücher zusammen, nur das zweite fehlte, weil es im normalen Handel nicht mehr zu bekommen war. Also mussten wir das gute Stück bei eBay jagen. Das hat eine ganze Weile gedauert und wurde am Ende um einiges teurer als gedacht, aber – ich habe es im Regal. 😀
Das zweite Buch ist der dritte Band der High-Fantasy-Reihe „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson, „Im Bann der Wüste“. Als ich mit dieser Reihe begann, hatte blanvalet den ersten Band gerade neu aufgelegt, es gab aber keinerlei Infos darüber, ob sie sie weiterführen würden. Ich wollte mich nicht darauf verlassen und entschied, die Folgebände in älteren Ausgaben zu kaufen. Das war im Großen und Ganzen auch kein Problem, nur der dritte Band war nicht mehr zu bekommen. Auch hier musste ich bei eBay auf die Jagd gehen und wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen, als ich normalerweise bereit bin, für ein Taschenbuch auszugeben.

Völlerei

Welches Buch macht dich hungrig?

Hmm… ich erinnere mich, dass mir während „Der Schrecksenmeister“ von Walter Moers ständig der Magen knurrte, weil es da sehr viel ums Essen geht. Das gilt allerdings auch für „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“, als Blaubär auf der Gourmetica Insularis ist und dort so richtig schön fett und träge wird. 😀

Trägheit

Welches Buch ignorierst du zu lesen, weil du zu faul bist?

Da gibt es eigentlich keines. Faulheit geht mir in Bezug auf Bücher nicht durch den Kopf. Vielleicht legen andere LeserInnen das anders aus, aber für mich geht es nicht um Faulheit, wenn ich mich dagegen entscheide, ein Buch zu lesen, weil es anstrengend ist. Es geht immer nur darum, dass es in diesem Augenblick nicht die richtige Lektüre ist. Wenn ich nicht in der Stimmung für ein schwieriges Buch bin, hat es doch keinen Sinn, mich durchzuquälen, oder? Ich bin überzeugt, für jedes Buch gibt es genau den richtigen Zeitpunkt im Leben, man muss ihn nur abpassen. Manchmal erfordert das Geduld, manchmal Mut. Ich greife seit Jahren immer wieder zu „Ulysses“ von James Joyce und teste, ob ich nun endlich soweit bin. Bisher lautet die Antwort NEIN, aber das macht nichts. Ich bin eben noch zu klein dafür, was soll’s. Aber das hat doch nichts mit Faulheit zu tun. Ich stelle ihn nicht wieder weg, weil ich keine Lust hätte, meinen Kopf anzustrengen, sondern weil ich glaube, dass ich ihn nicht verstehen würde. Hätte ich Lust auf seichte Literatur, hätte ich ja direkt ein entsprechendes Buch aus dem Schrank gezogen und es gar nicht erst mit „Ulysses“ versucht.
Vermutlich schnalle ich die Frage nicht richtig, weil ich noch nie gedacht habe „Ach nö, das lese ich jetzt nicht, weil ich zu faul bin“. Ich habe stets nur gedacht „Nein, das ist jetzt nicht das Richtige“. Wenn das Faulheit ist… okay. 😉

Welches Buch hat dein Leben beeinflusst?

Was auch immer diese Frage mit Trägheit zu hat… 😀 Ich denke, dass es vor allem die Bücher meiner Kindheit waren, die mich nachhaltig geprägt und beeinflusst haben. Dazu gehört auf jeden Fall „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ (Rezension: HIER) von James Krüss. Ich glaube ganz fest daran, dass dieses Buch mir einige grundlegende Werte und Wahrheiten des Lebens nahe gebracht hat, als ich noch zu klein war, um zu verstehen, was Versuchung bedeutet. Bis heute ist es eine Art moralischer Kompass für mich – es bedeutet mir die Welt.

Wollust

Welches Buch hat den attraktivsten Helden?

Ouhhh, schwere Frage. Attraktivität definiert sich für mich nur minimal über das Äußere, deswegen zählen all die perfekten YA-Helden meiner Meinung nach nicht. Ja, die sind süß, reizend und wirklich ganz zauberhaft in ihrer pubertierenden, hormongesteuerten Gefühlsduseligkeit, aber attraktiv? Nein. Es sind für mich auch nicht all die romantisierten, idealisierten, perfekten Vampire und Gestaltwandler, die sowieso nur an sich selbst glauben und denken, selbst wenn ihre vorgeschobenen Ziele noch so edelmütig sein mögen. Sie sind äußerlich ja vielleicht absolute Augenweiden, aber innerlich… Da ist mehr als einer dabei, dessen Seele bereits einen fortgeschrittenen Verfall aufweist. Nein, wenn ich das Wort „attraktiv“ lese, fällt mir nur einer ein, auf den diese Bezeichnung wirklich und wahrhaftig zutrifft: Ahmann Jardir. Jardir ist nicht im eigentlichen Sinne ein Held, aber in „The Desert Spear“ (Rezension: HIER), dem zweiten Band des Demon Cycle von Peter V. Brett, wurde er für mich zu einem Helden, weil er einen beeindruckenden, unwiderstehlichen Charakter hat. Er glaubt an etwas und ist bereit, dafür einzustehen und alles dafür zu opfern. Außerdem ist er gebildet, intelligent und leidenschaftlich. Natürlich sieht er auch gut aus, doch das ist eher nebensächlich. Er hat nicht nur positive Eigenschaften, sondern auch negative und tappt in die gleichen Fallen, in die alle Menschen auf die eine oder andere Art und Weise geraten. Er ist menschlich, nicht unrealistisch perfekt. Deswegen ist er für mich der attraktivste Romanheld, der mir einfallen will.

Neid

Welches Buch würdest du am liebsten geschenkt bekommen?

„Fight Like A Girl: How to be a Fearless Feminist“ von Megan Seely. Anhand des Titels könnt ihr euch ja schon denken, dass es sich bei diesem Buch um Fach-/Sachliteratur handelt. Leider sind Sachbücher oftmals wesentlich teurer als die Trivialliteratur, allein schon, weil sie häufig in viel geringeren Stückzahlen verlegt werden. Dieses spezielle Exemplar kostet als Taschenbuch 22,40€ (lt. Amazon) und als Hardcover (ACHTUNG, HINSETZEN!) 76,90€ (ebenfalls lt. Amazon). Ich will das Buch unbedingt haben, will aber einfach nicht so viel Geld ausgeben. Deswegen wäre es schon ziemlich cool, wenn es mir jemand schenken könnte. *zwinkerzwinker* *räusper* 😀

Hochmut

Welches Buch gibt dir das Gefühl, belesener als deine Mitmenschen zu sein?

Dieses Gefühl formuliert vermutlich niemand richtig aus. Es ist verpönt, über so etwas zu sprechen. Man darf sich überlegen fühlen, aber man darf es nicht sagen. Für mich sind es die Klassiker, aber eine pauschale Antwort gibt es nicht. Anderen Bücherratten fühle ich mich eigentlich nie überlegen. Ich habe da nie das Gefühl, belesener zu sein, weil mir durchaus bewusst ist, dass ich höchstwahrscheinlich nur andere Bücher gelesen habe, aber nicht zwangsläufig mehr oder wertvollere Werke. Trotzdem gibt es diese Momente. Beispielsweise, wenn mein Gegenüber um einiges älter ist, aber nie „Oliver Twist“, „Pride and Predjudice“, „The Grapes of Wrath“ oder „Slaughterhouse 5“ gelesen hat. Wenn er/sie nicht weiß, dass „Kabale und Liebe“ nicht von Goethe, sondern von Schiller ist. Oder noch nie die Namen Sarte, Dumas, Tolstoi, Büchner oder Kästner gehört hat. Belesener fühle ich mich auch dann, wenn mir jemand begegnet, der/die nicht weiß, dass „Herr der Ringe“, „Twilight“ und „Harry Potter“ nicht bloß Filme sind. Und solche Menschen gibt es tatsächlich.


So, fertig. 😀 Jetzt muss ich noch weiter taggen. Prinzipiell kann natürlich jede/r mitmachen, der oder die Lust dazu hat. Wenn ihr euch selbst also nicht in meiner Liste findet, seid nicht traurig und nehmt einfach trotzdem teil. 😉

Falls ihr den TAG schon gemacht habt, tut es mir leid, dann habe ich das übersehen. Bei allen anderen freue ich mich sehr auf eure Antworten, solltet ihr euch entscheiden, mitzumachen. 🙂
Außerdem möchte ich mich noch bei Werk13 bedanken, von deren Website die wunderschönen Illustrationen stammen. Der Künstler heißt Andreas Maldei. Wenn ihr auch die restlichen Designs sehen möchtet, schaut hier vorbei: Die sieben Todsünden. Sie gehören zu einem eBook, das ihr wiederum HIER einsehen könnt und darüber hinaus könnt ihr die Werke von Andreas Maldei auf Posterlounge erwerben: HIER.
Bitte beachtet, dass die Illustrationen dem Urheberrecht unterliegen und ihr Andreas Maldei um Erlaubnis bitten müsst, bevor ihr sie eventuell für eure Beiträge verwendet. Solltet ihr Interesse daran haben, meldet euch bei mir, ich gebe euch dann seine E-Mail-Adresse. 🙂

Ich wünsche euch allen einen tollen Donnerstag!
Alles Liebe,
Elli

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24. 07. 2014 – Inside Jane Austen #2

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, habe ich „Pride and Prejudice“ mittlerweile ausgelesen. Ich habe auch schon Rezensionsnotizen zusammen gestellt, aber da ich im Moment doppelt so viel arbeite wie sonst, finde ich einfach nicht die Zeit, diese auch auszuformulieren. Dieses Buch, dieser Klassiker, verdient eine intensive Auseinandersetzung, also warte ich einfach noch ab.
Euch habe ich aber versprochen, dass ich euch die Wartezeit verkürze und mit Trivia-Wissen glänze, darum erwartet euch heute der zweite Teil meiner „Inside Jane Austen“ – Faktensammlung! 🙂

Inside Jane Austen #2: Was ihr bisher vermutlich nicht über die Autorin wusstet

1.Jane Austen begann mit 12 Jahren zu schreiben und hatte schon in diesen jungen Jahren einen satirischen Blick auf gesellschaftliche und literarische Konventionen. Ihre ersten Werke waren kurze Prosastücke, Kurzromane, Theaterstücke und Fragmente.
Sie schrieb sechs vollständige Romane.

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Portrait von Jane Austen, gemalt von ihrer Schwester Cassandra (wikimedia)

2. Jane Austen verkaufte die Rechte an „Sense and Sensibility“ für 140£, „Pride and Prejudice“ für 110£ (an den Verleger Thomas Egerton) und „Mansfield Park“ für 350£.

3. Möglicherweise war Jane Austen über eine Heirat mit Lord Byron verschwägert. Diese Verbindung ist nicht mit Sicherheit belegt, aber laut der Autorin Paula Byrne („The Real Jane Austen: A Life in Small Things“) heiratete General Charles Leigh Lord Byrons Tante. Jane Austens Mutter, Cassandra Austen, hieß mit Mädchennamen ebenfalls Leigh.

4. Bleiben wir bei den Byrons: Lord Byrons Frau, Annabella Milbanke, nannte „Pride and Prejudice“ „a fashionable novel“, was so viel bedeutet wie „ein eleganter/modischer Roman“.

5. Ganz im Gegensatz zu Charlotte Brontë, die den Roman nicht mochte. In einem Brief an den Kritiker George Henry Lewes schrieb sie folgendes über „Pride and Prejudice“: „a carefully fenced, highly cultivated garden, with neat borders and delicate flowers; but … no open country, no fresh air, no blue hill, no bonny beck.“ Ich schätze, im Grunde wollte sie wohl sagen, dass Austens Roman eine Art hübschen Mikrokosmos darstellt, in dem sie keinerlei Kreativität und Freiheit zuließ. Anscheinend dachte sie, das gesamte Werk sei hochgradig trivial.
Man kann über Brontës Meinung denken, was man will, ich allerdings muss ihr teilweise Recht geben. „Pride and Prejudice“ IST ein Mikrokosmos, der sich ausschließlich mit den Alltags-Problemen (seien wir ehrlich: vergleichsweise ProblemCHEN) der Mittelklasse beschäftigt. Genaueres dazu dann in der folgenden Rezension.

6. Jane Austen fühlte sich ihren Charakteren so stark verbunden, dass sie mehrfach über ihr weiteres Leben nachdachte. In Unterhaltungen und Briefen an ihre Familie stellte sie sich vor, dass Jane Fairfax („Emma“) in jungen Jahren bei der Geburt ihres Kindes stirbt, Kitty Bennet („Pride and Prejudice“) einen Geistlichen heiratet und Mrs. Norris William Price („Mansfield Park“) genau ein Pfund hinterlässt.

7. Jane Austen war mit John Charles Wallop, Lord Lymington befreundet, der auch unter dem Namen „Vampyre Earl“ bekannt war. Sie trafen sich, als Wallop von Austens Vater unterrichtet wurde (er betrieb so etwas wie ein kleines Internat in ihrem Haus). Dieser Adlige war angeblich launisch, exzentrisch und schlicht wahnsinnig; man unterstellte ihm, das Blut seiner Angestellten zu trinken, was ihm seinen Spitznamen einbrachte. Ich habe das recherchiert; bei Wikipedia steht zwar nichts dergleichen, allerdings hatte er wohl eine deutliche sadistische Ader und sein Landbesitz wurde aufgrund seiner immer wiederkehrenden psychischen Instabilität von vier Verwaltern kontrolliert.
Die Austens konnten diesen außergewöhnlichen Mann trotz dessen gut leiden; Jane besuchte einen seiner Bälle und beschrieb ihn als freundlich und aufmerksam.

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Unterschrift von Jane Austen auf ihrem Testament (wikimedia)

8. Jane Austen hat nie geheiratet und starb vermutlich als Jungfrau. Im Film „Becoming Jane“/“Geliebte Jane“ wird den ZuschauerInnen vermittelt, die große Liebe ihres Lebens sei Tom Lefroy gewesen, doch das ist wahrscheinlich nicht wahr. Stattdessen soll sie sich laut einer Familienlegende während eines Ferienausflugs in einen jungen Mann verliebt haben, der auch plante, ihre Familie nach der Reise zu treffen. Unglücklicherweise starb er aber kurz darauf.
Vorher gab es wohl eine Romanze; den entsprechenden Gentleman hätte Jane anscheinend auch geheiratet, was jedoch eiskalt von seiner Familie unterbunden wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass das stimmt, bedenkt man, wie Mr. Darcys Tante Lady Catherine de Bourgh auf sein Vorhaben, Elizabeth Bennet zu heiraten, reagiert. In „Pride and Prejudice“ verarbeitete Austen möglicherweise das Happy End, das sie selbst nicht bekommen konnte.
1802 hielt Harrison Bigg Wither um Janes Hand an, sie lehnte jedoch ab.

9. Im Alter von 40 wurde Jane Austen schwer krank. Heutzuztage geht man davon aus, dass sie unter einer Nebenniereninsuffizienz litt, was zu dieser Zeit aber natürlich weder erkannt noch behandelt werden konnte. Im Mai 1817 reiste sie mit ihrer Schwester Cassandra in der Hoffnung nach Winchester, dass es ihr dort besser ginge. Das war leider nicht der Fall; Jane starb am 18. Juli 1817.

10. In ihrem Testament bedachte Jane Austen trotz ihrer umfangreichen Verwandtschaft lediglich drei Personen: ihre Schwester Cassandra, ihren Bruder Henry und eine mysteriöse Madame Bigeon. Letztere war laut einer Quelle die geheime Sekretärin von Henrys verstorbener Frau, in anderen Quellen wird sie als dessen Köchin bezeichnet. Klar ist nur, dass sie eine Angestellte Henrys war.

Und erneut frage ich euch: hättet ihr es gewusst?

Meine Recherchen erlauben mir persönlich vor allem ein Fazit: man könnte sich jahrelang mit all den Quellen beschäftigen, die über Jane Austen verfasst wurden. Das Vorhaben, tiefer in ihr Leben einzutauchen, ist eine Mammutaufgabe. Ich glaube aber, dass eine so intensive Auseinandersetzung fast unvermeidlich ist, will man wirklich alle Facetten ihrer Romane verstehen. Da sie über das geschrieben hat, was sie an gesellschaftlichem Eiertanz erlebte, floss unter Garantie viel Biografisches in ihre Werke ein.
Ich bin trotzdem ganz froh darüber, dass ich mich mit ihr NICHT befasst habe, BEVOR ich „Pride and Prejudice“ gelesen hatte. So konnte ich es einfach als das genießen, was es ist: ein gesellschaftskritischer, satirischer und ironischer Roman. Andernfalls hätte ich mich vermutlich nicht wirklich auf das Geschriebene an sich konzentrieren können und hätte nach Andeutungen biografischer Elemente gesucht. Durch das, was ich jetzt über Jane Austen herausgefunden habe (was ja noch recht oberflächlich ist), ist mein Interesse an ihren weiteren Romanen geweckt und ich würde auch gern eine Biografie lesen. Letzteres werde ich aber verschieben, bis ich (eventuell) alle sechs Bücher gelesen habe. Ich möchte weiterhin unbelastet in ihre Geschichten eintauchen können, ohne alles auseinander zu friemeln und tot zu analysieren. Das mache ich lieber in Nachhinein. 😉

Ich freue mich wie immer auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 🙂


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jane_Austen
http://en.wikipedia.org/wiki/Pride_and_Prejudice
http://www.jane-austen.de/biografie/ja-bio.php
http://www.glamour.com/entertainment/blogs/obsessed/2013/01/5-things-you-dont-know-about-j.html
http://reederreads.com/2013/01/28/20-interesting-facts-about-jane-austens-pride-and-prejudice/
http://www.huffingtonpost.com/deirdre-le-faye/jane-austen-letters_b_1153966.html#s551267&title=9
http://www.janeausten.co.uk/jane-austens-last-will-and-testament/
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/jane-austen
http://www.smithsonianmag.com/smithsonian-institution/men-wore-corsets-and-7-other-unknown-things-about-the-world-of-jane-austen-19759433/

 

 
 

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15. 07. 2014 – Inside Jane Austen #1

Wie ihr wisst, lese ich zur Zeit Jane Austens „Pride and Prejudice“. Ich gebe zu, das Buch war zu diesem Zeitpunkt nicht die beste Lektüre-Auswahl. Durch die Klausurvorbereitungen bin ich intellektuell arg eingespannt; Gedankenkraft, die ich für diesen Klassiker eigentlich bräuchte. Daher komme ich nur sehr langsam voran, meist schaffe ich gerade mal 20 magere Seiten pro Tag. Es liest sich für mich ziemlich schwer. Die Ausdrucksweise ist mir einfach nicht geläufig, viele Sätze muss ich doppelt und dreifach lesen, um sie zu verstehen. Ich kann auch noch überhaupt nicht sagen, ob es mir gefällt oder nicht.
Anhand dieser Tatsachen kann ich bereits abschätzen, dass die Rezension zu „Pride and Prejudice“ noch eine Weile auf sich warten lassen wird. Dementsprechend habe ich mir eine Kleinigkeit ausgedacht, um euch die Wartezeit zu verkürzen. 🙂
Ich habe ein bisschen zu Jane Austen und „Pride and Prejudice“ recherchiert und ein paar Fakten zusammen getragen, die ich höchst interessant fand und die mir geholfen haben, meine aktuelle Lektüre besser zu verstehen.
In den nächsten Tagen werde ich also ein bisschen mit Trivia-Wissen um mich werfen. 😉 Ich wünsche euch viel Spaß mit:

Inside Jane Austen #1: Was ihr bisher vermutlich nicht über „Pride and Prejudice“ wusstet

  1. Jane Austen schrieb „Pride and Prejudice“ in der ersten Fassung, als sie gerade mal 21 war (jünger als ich jetzt!). Diese erste Version trug den Titel „First Impressions“ und entstand 1797. Veröffentlicht wurde Austens Werk nach umfangreicher Überarbeitung jedoch erst 1813, also ganze 16 Jahre später.
  2. Zu Lebzeiten war Jane Austens Identität als Autorin unbekannt. In der Ur-Version von „Pride and Prejudice“ stand auf der ersten Seite lediglich „by the author of Sense and Sensibility“. Als das Buch später veröffentlicht wurde, war die Autorenangabe sogar noch minimalistischer, sie beschränkte sich auf die Aussage „by a lady“. Jane Austen versteckte sich regelrecht vor der PrideAndPrejudiceTitlePageÖffentlichkeit, da sie vor der daraus resultierenden Aufmerksamkeit zurückscheute. Trotz dessen wusste sie den finanziellen Erfolg ihrer Bücher durchaus zu schätzen. Ihre Identität wurde erst nach ihrem Tod aufgedeckt; laut einem Artikel aus der FAZ ist aber bis heute nicht völlig sicher, wie die Schriftstellerin aussah.
  3. „Pride and Prejudice“ ist bis heute Jane Austens populärster Roman. Man schätzt, dass er sich weltweit etwa 20 Millionen Mal verkauft hat. Trotz dieses Erfolges gab es im 19. Jahrhundert einige Kritiker, die Austens Werk „zu keck“ fanden. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, mit wie viel Charme und Witz sie die (aus heutiger Sicht) teilweise absurden gesellschaftlichen Gepflogenheiten dieser Zeit porträtierte.
  4. In Bezug auf die Thematik des gesellschaftlichen Aufstiegs der Mittelklasse in die Oberschicht hat „Pride and Predjudice“ bis heute nicht an Aktualität eingebüßt. Im 18. und 19. Jahrhundert konnten Mitglieder einer Familie der Mittelklasse durch die Ausbildung in Elite-Schulen oder Freundschaften in der Oberschicht gesellschaftlich aufsteigen. Natürlich konnte dies auch durch eine Heirat geschehen. Das beste aktuelle Beispiel für so einen Aufstieg ist Kate Middleton. Durch ihre Ehe mit Prinz William wurde sie ein Teil der britischen Royals.
  5. „Pride and Predjudice“ ist nicht halb so züchtig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Jane Austen thematisiert darin deutlich die sexuelle Anziehungskraft junger Soldaten auf die Damen der Umgebung.
  6. In der Zeit des Romans wurde zunehmend Wert auf die „Vollendung“ einer jungen Frau gelegt. Dieser Begriff konnte sich auf verschiedene, meist oberflächliche Aspekte beziehen; in „Pride and Prejudice“ bezeichnet Miss Bingley ein angemessenes Auftreten und eine bestimmte Art zu Gehen als Zeichen der „Vollendung“. Es gab jedoch auch andere Auffassungen: Mr. Darcy ist überzeugt, dass der Gipfel der „Vollendung“ einer Dame die Verbesserung ihres Intellekts durch umfangreiches Lesen ist.
  7. Die Tatsache, dass Elizabeth Bennets Schwester (ich vermute, dass es Jane ist, obwohl ich noch nicht so weit bin) mit ihrem Angebeteten durchbrennt und unverheiratet mit ihm zusammen lebt, war zu Zeiten Jane Austens schlicht schockierend und absolut inakzeptabel. Eine solche Entscheidung konnte eine Frau völlig ruinieren und zusätzlich ein schlechtes Licht auf ihre Familie werfen. In „Pride and Prejudice“ kann nur eine hastig arrangierte Hochzeit Janes (?) Ruf retten und es darüber hinaus auch ihren Schwestern ermöglichen, für sich selbst einen passenden Ehemann zu finden.
  8. Wie bereits gesagt, hat „Pride and Prejudice“ definitiv eine sexuelle Note. Obwohl im 18. und 19. Jahrhundert eine strenge sexuelle Moral vorherrschte, verwendete Jane Austen Andeutungen, die von den LeserInnen dieser Zeit eindeutig verstanden wurden. Als Mr. Darcy Elizabeth seine Zuneigung gesteht, sagt er „my feelings will not be repressed,“. Was mir wie ein harmloser, emotionaler Ausruf erschien, sagte den LeserInnen dieser Epoche klar, WELCHE Gefühle Mr. Darcy veranlassen, sich sogar auf eine Frau einzulassen, die weit unter seinem sozialen Status rangiert.
  9. „Pride and Prejudice“ entstand zu einer Zeit, in der der Tourismus gerade begann, sich als Beschäftigung für die reiche Elite zu etablieren. Diesen Prozess bildete Jane Austen ab, indem sie Elizabeth auf eine Reise mit ihrer Tante und ihrem Onkel schickte, auf der sie letztendlich auch Mr. Darcy wieder trifft.
  10. Zwar ist mir in keiner Weise klar, warum das zu dieser Zeit angesagt war, doch ein Detail aus „Pride and Prejudice“ bildet durchaus die Realität des 18. und 19. Jahrhunderts ab: Landbesitzer erbauten in ihren großen, romantischen Gärten sogenannte Klausen, die das Leben mittelalterlicher Mönche imitieren sollten. Auch die Bennets  besitzen auf ihrem Gut so eine Klause.
  11. Zu Zeiten Jane Austens waren Kutschen ein wichtiges Statussymbol, so, wie es heute das Auto ist. Lady Catherine aus „Pride and Prejudice“ besitzt ganze drei Kutschen nur für sich selbst und ihre Tochter, was als äußerst kostspielige Exzentrik angesehen werden kann.
  12. „Pride and Prejudice“ wurde häufig für Bühne und Film adaptiert. 1940 produzierte MGM aus dem Buch einen Film, an dessen Set laut Aussage der Schauspielerin der Elizabeth Bennet ständig Chaos herrschte, weil die opulenten Kostüme wenig alltagstauglich und extrem voluminös waren.

Na, hättet ihr es gewusst? 😉
Ich habe mich im Voraus nicht mit Jane Austen oder dem Werk an sich beschäftigt, daher hat mich hier so einiges richtig überrascht, besonders Punkt 8 über die sexuellen Anspielungen. Ich wäre da nie drauf gekommen! Ich kann nur sagen: skandalös! 😀

Ihr möchtet zu diesen Punkten etwas sagen? Tut euch keinen Zwang an, ich freue mich wie immer über eure Meinungen und Kommentare! 🙂

Quellen:
http://www.huffingtonpost.com/david-shapard/pride-prejudice-facts_b_2552180.html#slide=2027182
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ein-portraet-von-jane-austen-diese-nase-trat-in-der-familie-oefter-auf-11559829.html
http://reederreads.com/2013/01/28/20-interesting-facts-about-jane-austens-pride-and-prejudice/

 
 

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