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John Gwynne – Malice

Greifbare, gelebte Geschichte ist für den Autor John Gwynne einer der stärksten Faktoren, die sein Schreiben beeinflussen. Das Nachstellen historischer Ereignisse gehört zu seinen Hobbies. Oh ja, Mr. Gwynne hüpft gern in ein Kostüm und spielt Schlachten, Turniere und das mittelalterliche Alltagsleben nach – begleitet von seiner gesamten Familie. Eine herrliche Schrulle. Er erklärt, dass die Erfahrungen, die er dort sammelte, den Entstehungsprozess des High Fantasy – Epos „The Faithful and the Fallen“ entscheidend inspirierten. „Malice“ ist der Auftakt der vierteiligen Reihe, mit dem ich mich vertrauensvoll in die Hände eines Schriftstellers übergab, der tatsächlich weiß, wie es sich anfühlt, einen Schwerthieb abzublocken.

Einst wurden Menschen und Riesen als unsterbliche Herren über die Erde geschaffen. Sie bevölkerten die Schöpfung des Gottes Elyon und lebten in Harmonie. Doch sie wurden beobachtet. Hasserfüllt und eifersüchtig blickte Elyons Gegenspieler Asroth auf die Welt. Bosheit erfasste ihn. Hinterlistig entzweite er Menschen und Riesen. Der Tod, vormals unbekannt, hob sein hässliches Haupt. Ströme aus Blut färbten die Erde und Elyons Zorn war schrecklich. Er entsandte seine Elitekrieger, die Ben-Elim, um seine geliebte Schöpfung auszulöschen. Sein Urteil war fast vollstreckt, als Elyon aus der Anderswelt Asroth‘ Lachen vernahm. Er erkannte, dass er hereingelegt worden war. Bestürzt und von tiefer Trauer überwältigt rettete er die Ruinen seiner ehemals prachtvollen Welt und verschwand. Er kehrte nicht zurück. Noch immer kämpfen die Ben-Elim gegen Asroth und seine Heerscharen, während die Völker der Erde in den Trümmern des Krieges zu überleben versuchen.
Jahrtausende später wächst Asroth‘ Einfluss erneut. Eine Prophezeiung weissagt, dass das Schicksal der Welt zwischen zwei Kämpfern entschieden wird: der Schwarzen Sonne und dem Leuchtenden Stern. Der junge Corban ahnt nicht, dass seine Zukunft eng mit der Prophezeiung verknüpft ist und dass sein Erwachen der Beginn des letzten Krieges sein wird…

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2 Kommentare

Verfasst von - 12. Juni 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Laini Taylor – Days of Blood & Starlight

2015-08-08 - Taylor Days of Blood & Starlight

Der Wunschknochen brachte Karou ihre Erinnerung zurück. An ihr Leben in Eretz, an ihr Leben unter den Chimaera. An ihr Leben als Madrigal und an die märchenhaften Wochen mit Akiva, in denen sie so glücklich war wie nie zuvor. Gemeinsam träumten sie von einer anderen Welt, einer besseren Welt ohne Krieg, Blutvergießen und Leid. Doch Akiva betrog diesen Traum. In seinem alles verzehrenden Schmerz brachte er Tod und Verderben über Karous Volk. Nur eine Handvoll der Chimaera überlebte das Massaker der Seraphim, darunter Ziri, der letzte der Kirin, aber auch Thiago, der Weiße Wolf. In einer Wüstenburg voller Staub und Sternenlicht lässt er Karou eine titanische Armee erwecken, um gegen die Engel zu rebellieren. Skrupellos verbreitet er Terror und hebt den Krieg auf eine neue Stufe der Grausamkeit. Karou muss entscheiden, wie weit sie zu gehen bereit ist. Ist Vergeltung tatsächlich die einzige Option?
In einer zerstörten Welt ist Hoffnung ein zerbrechliches und kostbares Gut. Können Akiva und Karou sie am Leben erhalten, um Eretz in eine bessere Zukunft zu führen?

„Days of Blood & Starlight“ funktioniert nach anderen Regeln als der Vorgänger „Daughter of Smoke & Bone“. Ich war überrascht, als ich zu lesen begann und schnell feststellen musste, dass die einzigartige Magie des Auftakts im zweiten Band ein wenig verloren gegangen war. Nein, seien wir ehrlich. Ich war enttäuscht. Ich begriff nicht, wieso Laini Taylor das Tempo der Geschichte drosselte und die zuvor actiongeladene Handlung kaum Fortschritte machte. Karou residiert in einer Burg aus Sand, umgeben von Chimaera, die sie ausnahmslos für eine Verräterin halten. Der Weiße Wolf isoliert sie (angeblich zu ihrem eigenen Schutz) und so bleibt Karou kaum etwas anderes als ihre Arbeit, um sich von ihren finsteren Gedanken und Gefühlen abzulenken. Ich empfand die Atmosphäre in „Days of Blood & Starlight“ daher als recht bedrückend. Ich konnte Karous Schmerz, ihre Scham, ihren Verlust und ihren Kummer spüren. Sie ist seelisch tief verwundet und lange Zeit nicht sie selbst. Die Realität ihrer Vergangenheit sowie der Gegenwart stürzt mit voller Wucht auf sie ein. Als ich das verstand, als mir klar wurde, in welcher Situation sich Karou befindet, begriff ich auch die Veränderung des Tempos und der Atmosphäre. „Daughter of Smoke & Bone“ ist ein Traum voller Magie und Wunder – in „Days of Blood & Starlight“ reißt Laini Taylor ihre Protagonistin und ihre LeserInnen gleichermaßen auf den harten Boden der Tatsachen zurück. Die Chimaera befinden sich in einem Krieg, der bereits tausend Jahre andauert. Tausend Jahre des Kampfes, tausend Jahres des Blutvergießens, tausend Jahre des Sterbens. Nun stehen sie kurz vor ihrer Auslöschung. Sie sind dabei, zu verlieren. In dieser schonungslosen, brutalen Realität ist kein Platz für märchenhafte Momente. Die wohl durchdachte Handlungspause dieses Bandes ist Laini Taylors Geschenk an ihre Protagonistin. Karou braucht diese Pause. Sie muss sich sammeln und die Scherben ihrer beider Leben zusammen kehren, um die Kraft zu finden, erneut für ihren Traum von einer besseren, friedlichen Zukunft zu kämpfen. Obwohl sich diese Phase der Besinnung definitiv ein wenig auf meinem Lesespaß auswirkte, kann ich jetzt im Nachhinein absolut nachvollziehen, wie wichtig sie für den weiteren Verlauf der Geschichte war.
Außerdem möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass meine Kritik Jammern auf hohem Niveau darstellt. „Days of Blood & Starlight“ ist eine hervorragende Fortsetzung, die sehr viel Positives und Überraschendes für die LeserInnen bereithält. Allein die Erweiterung der Erzählperspektiven durch Zuzanas Blickwinkel hat in mir einen Begeisterungssturm ausgelöst, weil sie einfach eine eigene Stimme verdient. Sie ist eine großartige Figur: witzig, unabhängig, loyal und auf ihre ganz eigene, sympathische Weise skurril. Mir hat es unheimlich gut gefallen, durch ihre Augen zu sehen und in ihre Gedankenwelt einzutauchen.
Ein weiterer neuer POV-Charakter ist der Kirin Ziri, der mir die Chimaera und besonders Karous/Madrigals Volk ein ganzes Stück näher brachte. Ich schloss ihn sofort ins Herz; sein sanftes, ehrliches Wesen ist einfach liebenswürdig und seine Seele ist rein. Er ließ mich erahnen, wie wunderschön die Kirin in der Blüte ihrer Existenz waren, wild und ungezähmt. Ich trauere darum, dass dieses stolze Volk dem Krieg zum Opfer fallen musste.
Dieser Krieg bestimmt das Leben der Chimaera seit so langer Zeit, dass sie sich Frieden eigentlich gar nicht vorstellen können. Ich hatte das Gefühl, dass niemand von ihnen, nicht mal Thiago, tatsächlich daran glaubt, dass die Rebellion erfolgreich sein wird. Der Weiße Wolf versucht nur, sein Leben so teuer wie möglich zu verkaufen. Er glaubt weniger an eine Zukunft für die Chimaera als Akiva. Der Seraphim ist es, der die Wahrheit über die Widerstandsbewegung lange vor den Chimaera und Karou erkennt: der Charakter der Rebellion wird entscheiden, ob es zukünftig in Eretz Chimaera geben wird oder nicht.

„Days of Blood & Starlight“ hat eine andere Dynamik als „Daughter of Smoke & Bone“, es ist bedeutungsschwerer und düsterer. Die Handlung entwickelt sich schwerfälliger, was meiner Meinung nach allerdings durchaus berechtigt und angemessen ist. Karou und Akiva müssen unmögliche Entscheidungen für eine ungewisse, beängstigende Zukunft treffen – kaum verwunderlich, dass das auf die Stimmung drückt. Ich rate euch, versetzt euch in ihre Lage; vergegenwärtigt euch besonders Karous Situation, dann werdet ihr verstehen, warum sich die Ereignisse in diesem Band nicht überstürzen können. Ich finde nicht, dass „Days of Blood & Starlight“ deswegen schwächer ist, ganz im Gegenteil. Ich finde, es war ein mutiger Schritt von Laini Taylor, der Handlung die Zeit zu geben, die sie braucht.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 20. August 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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