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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 3 – Mythenschmiede nach Texas-Art (Teil 3)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern haben wir über Roberts Anfänge als Pulp-Schriftsteller sowie die Geburt von König Kull und Solomon Kane gesprochen und herausgefunden, dass ihm realistische Fiktion nicht lag. Heute analysieren wir seine erste erfolgreiche Serienfigur, seine historische Fiktion und seine Ausflüge ins Horror-Genre, die von seiner Freundschaft zu H.P. Lovecraft inspiriert waren.

1928 bemühte sich Robert E. Howard zusätzlich zu seinen Solomon Kane – Geschichten und seinen misslungenen Experimenten in der realistischen Fiktion, in dem neu gegründeten Box-Pulp Fight Stories veröffentlicht zu werden. Es ist nicht bekannt, wie viele Box-Geschichten er in diesem Jahr schrieb, sicher ist lediglich, dass es mindestens drei waren, von denen er aber nur eine verkaufen konnte. „The Spirit of Tom Molyneaux“ erzählt von dem afroamerikanischen Schwergewichtsboxer „Ace“ Jessel, der im Kampf seines Lebens gegen einen gewissen „Man-Killer“ Gomez antreten muss. Ace droht, zu verlieren, bis er in seiner Ecke des Rings den Geist des legendären Boxers und ehemaligen Sklaven Thomas Molyneaux erblickt. Sein Idol verleiht ihm neue Kraft und neuen Mut – den Ausgang des Kampfes könnt ihr euch sicher denken. Diese Geschichte veranschaulicht, wie Robert das Cross-Genre einsetzte, um sich mit einem neuen Thema vertraut zu machen und seine Erfolgschancen auf dem Pulp-Markt zu maximieren. Er nannte es „splashing the field“: er visierte ein bestimmtes Genre-Pulp an, verwendete allerdings auch Elemente eines anderen Genres, mit dem er sich besser auskannte, um seine Erzählung notfalls einem anderen Magazin anbieten zu können. Diese gezielte Taktik ist dafür verantwortlich, dass viele seiner Werke schwer zu kategorisieren sind. „The Spirit of Tom Molyneaux“ wollte er an Fight Stories verkaufen, da er jedoch noch nicht wusste, was beim Herausgeber ankam, integrierte er Elemente des Übernatürlichen, in dem er ja quasi schon ein alter Hase war. Tatsächlich lehnte Fight Stories „The Spirit of Tom Molyneaux” ab, Ghost Stories nahm sie hingegen an und veröffentlichte sie im April 1929 unter dem Titel „The Apparition in the Prize Ring“.

Fight Stories vom Juli 1929. In dieser Ausgabe erschien „The Pit of the Serpent“, Robert E. Howard wurde aber noch nicht auf dem Cover genannt. © Galactic Central

Trotz einiger Anläufe dauerte es nicht lange, bis Robert Fight Stories knackte. Sein Siegesfeldzug mit Box-Geschichten, die ihm erstmals ein regelmäßiges Einkommen garantierten, begann im Frühjahr 1929 mit „The Pit of the Serpent“. Diese Erzählung stellte den Leser_innen von Fight Stories den Seemann und Boxchampion Steve Costigan vor, der sich schnell zu einer permanenten Serienfigur entwickelte. Costigan ist ein Iron Man, der mehr einstecken kann, als gut für ihn ist, groß und stark, aber nicht besonders klug. Er bereist auf dem Frachter Sea Girl die (exotischen) Häfen der Welt und boxt dort unter amüsanten Umständen gegen seine Kontrahenten. Robert hatte zur humoristischen Fiktion zurückgefunden und endlich eine Formel entdeckt, die funktionierte.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 3 – Mythenschmiede nach Texas-Art (Teil 2)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Heute gehen wir in die Vollen; wir beschäftigen uns mit Roberts ersten Geschichten und den ersten bedeutenden Figuren, die er entwickelte.

Bevor Robert E. Howard davon träumen konnte, die Literatur zu revolutionieren, musste er sich erst einmal einen Namen machen. Diesen langen, steinigen Weg begann er mit zwei Genres, die ihn sein Leben lang begleiteten: historische Fiktion und lustige Western im Stil der Tall Tales.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 1)

Robert E. Howard war einer der Stars der Pulp-Literatur. Er war der König der Kurzgeschichte, jemand, der es wie kaum ein Zweiter verstand, auf wenigen Seiten Spannung und Atmosphäre aufzubauen, seine Leser_innen in die Welten seiner Fantasie einzuladen und sie an Figuren zu binden, die so lebendig waren, dass sie zwischen den Zeilen hervorzuspringen drohten. Er gilt als einer der Väter der modernen Fantasy und des Subgenres Sword and Sorcery, obwohl diese Bezeichnung erst lange nach seinem Tod geprägt wurde. Seine Schöpfung des Cimmeriers Conan, der heutzutage besser als Conan der Barbar bekannt ist, war ein Meilenstein. Dennoch scheut sich sein Biograf Mark Finn, der als Autorität auf dem Gebiet der Howard-Forschung gilt, ihn als Fantasy-Autor zu bezeichnen.

2006 veröffentlichte Finn die Biografie „Blood and Thunder: The Life and Art of Robert E. Howard“. 2011 erschien eine zweite, überarbeitete Ausgabe, die sich nun in meinem Regal befindet. Darin verfolgt Finn einen völlig neuen Analyseansatz des Lebens und der Karriere des Schriftstellers, der das Verhältnis beider Aspekte umkehrt. Er glaubt nicht, dass Robert E. Howards Karriere sein Leben bestimmte. Er glaubt, dass sein Leben seine Karriere bestimmte. Deshalb weigert er sich, ihn als Fantasy-Autor vorzustellen und argumentiert, dass Howard in erster Linie ein Autor seiner Heimat war. Er war ein texanischer Autor. Texas und die örtliche Tradition des Geschichtenerzählens lagen ihm im Blut und beeinflussten sowohl seine Kreativität als auch die Motive und Glaubenssätze, die sich in seinen Werken finden. Finn geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet Conan als Anomalie in Howards Vermächtnis, die nicht repräsentativ für sein übriges Schaffen ist.

Ich gebe zu, als ich diese Theorie zum ersten Mal las, war ich sehr skeptisch und auch ein bisschen schockiert. Ich kannte Robert E. Howard im Grunde nur dank Conan. Ich wusste, dass er weitere Geschichten geschrieben hatte, aber ich dachte, Conan wäre der Höhepunkt seines Schaffens gewesen, sein zentrales Werk. Doch nachdem ich „Blood & Thunder“ von vorne bis hinten gelesen hatte, musste ich anerkennen, dass Finns Vorschlag, Howard als texanischen Autor zu begreifen, dessen wahres Talent eben nicht in seinen Conan-Geschichten zu Tage trat, durchaus schlüssig ist. Daher habe ich beschlossen, mich in meiner biografisch-analytischen Zusammenfassung von Robert E. Howards Leben und des Abrisses seines Schaffens an Mark Finns Biografie zu orientieren. Finns Argumentationskette ergibt einfach Sinn und beleuchtet den Werdegang des Schriftstellers auf eine Weise, die für mich – und dementsprechend hoffentlich auch für euch – nachvollziehbar ist. Die Beiträge können folglich als etwas unkonventionelle Rezension zu „Blood & Thunder“ gedeutet werden. Aber „unkonventionell“ seid ihr im Kontext von Non-Fiction ja schon von mir gewöhnt. 😉
Wappnet euch für eine Reise in die Vergangenheit; besuchen wir Robert E. Howard, der nun bereits seit 84 Jahren tot ist, dessen Werk ihn jedoch unsterblich machte.

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