RSS

Schlagwort-Archive: Penryn

[TAG] Books Until The End

Books until the End

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich wurde wieder einmal getaggt; dieses Mal von DarkFairy und Fissel für den Books Until The End TAG. Wieder einmal sind die Fragen ziemlich interessant – ich gebe zu, so langsam finde ich richtig Geschmack an TAGs. 😀 An diesem speziellen TAG gefällt mir bereits die Ausgangssituation sehr gut:

„Ein Asteroid schlägt auf die Erde ein. Da er mitten im Atlantischen Ozean landet, löst er riesige Flutwellen aus, die alles bis auf ein paar Gebirgsketten überfluten. Die Regierung hat vorsorglich Bunker gebaut. Du und deine Lieben werden ausgelost, einen dieser Bunker zu beziehen. Da ihr einen besonders kühlen Kopf in der Vorbereitungszeit bewahrt, ernennt man euch zum Kommandanten eurer Bunkerkolonie und ihr dürft einige wichtige Entscheidungen treffen.“

Okay, ich glaube zwar, dass wir selbst die Erde irgendwann zerstören und dabei wohl kaum Hilfe aus dem All brauchen werden, aber gut, so sieht es aus. Seid ihr bereit? Dann auf in die hypothetische Apokalypse!

Der Einzug

1. Welche 10 Bücher/Buchreihen nimmst du mit in den Bunker um sie für die Nachwelt zu sichern? (Die Regierung hat die wichtigsten literarischen Werke bereits gerettet, ihr sollt euch um die Unterhaltungsliteratur kümmern)

Es dürfen also auch Buchreihen genannt werden, die dann als eins zählen? Das ist gut. 😀 Ich habe mich um Vielfalt bemüht und versucht, von allem etwas auszusuchen.

1. „Die Sonate des Einhorns“ von Peter S. Beagle
„Die Sonate des Einhorns“ ist eine wunderschöne, märchenhafte Fantasy-Geschichte, mit der man die Realität hervorragend vergessen kann. Ich denke, ab und zu wird das im Bunker nötig werden.

2. „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss
Ich will in keiner Welt leben, in der ich nie wieder „Timm Thaler“ lesen kann. Also muss das Buch mit.

3. „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
„Schiffbruch mit Tiger“ ist eine Geschichte vom Überleben. Es ist eine Geschichte von Hoffnung, Liebe und Glauben; magisch in all ihrer Unwahrscheinlichkeit. Ich glaube, dieses Buch könnte uns allen Kraft geben, wenn wir an uns und der Zukunft zweifeln.

4. „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ von Anne Helene Bubenzer
Dieses Buch habe ich aus zwei Gründen ausgewählt. Erstens ist es einfach eine sehr berührende Geschichte und zweitens erinnert sie an die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Die Welt mag untergehen, aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen und wie viel Leid wir uns in der Vergangenheit angetan haben. In der Hoffnung, dass wir es in der Zukunft einer neuen Welt besser machen.

5. „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers
Wenn mal alles Mist ist, wird Käpt’n Blaubär unsere Stimmung heben. Theoretisch hätte es auch jedes andere Buch von Walter Moers sein können, doch für mich kommt nur der alte Lügengladiator in Frage, weil ich mit ihm aufgewachsen bin.

6. „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry
Noch eine Geschichte aus meiner Kindheit. Ich weiß nicht, wie ich den Wert dieses Buches zusammenfassen soll, weil er so immens ist. Wenn man nicht weiß, wie man etwas besser ausdrücken kann, was jemand anderes bereits gesagt/geschrieben hat, soll man ein Zitat verwenden. Also mache ich das jetzt:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
(Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz. (Kapitel 21))

7. Die „Chaos Walking“ – Trilogie von Patrick Ness
Hach ja, „Chaos Walking“ („The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“) von Patrick Ness. Diese Trilogie ist eine atemberaubende Geschichte von Liebe, Freundschaft und Menschlichkeit. Sie zeigt die guten und die schlechten Seiten der Menschheit und beweist, dass wir das Potential besitzen, eine Welt des Friedens zu erschaffen.

8. Die Reihe „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson
Mindestens eine epische High Fantasy – Reihe möchte ich auf jeden Fall mitnehmen. Meine Wahl fiel auf „Das Spiel das Götter“, weil diese Reihe außergewöhnlich komplex und intelligent ist. Ich habe zwar bisher nur den ersten Band gelesen aber ich bin überzeugt, dass man sich gedanklich mit diesen Romanen garantiert sehr lange beschäftigen kann, was für die Jahre im Bunker von Vorteil ist.

9. Die Reihe „Anita Blake“ von Laurell K. Hamilton
Was wäre eine Welt ohne mindestens eine taffe Kick-Ass-Urban-Fantasy-Heldin? In diesem Genre ist die Auswahl natürlich riesig, aber ihr wisst ja, dass Anita bis heute meine ganz persönliche Favoritin ist, also haben Laurell K. Hamiltons Romane die Ehre, mit in den Bunker einzuziehen.

10. Die Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams
Die letzte Wahl fiel mir am schwersten. Ich wollte gern noch ein bisschen Science Fiction mitnehmen, aber keine meiner gelesenen YA-Dystopien bot sich wirklich an. Am Ende habe ich mich für „Per Anhalter durch die Galaxis“ entschieden, weil diese Reihe Humor und Science Fiction vereint. Lachen ist gesund und wird uns durch die dunklen Tage im Bunker helfen.

2. Du darfst 5 Buchcharaktere aussuchen, die mit dir in den Bunker ziehen, wen nimmst du mit und warum?

1. Penryn aus der Trilogie „Penryn & the End of Days“ von Susan Ee
Penryn ist genau die Art Mensch, die man während einer Apokalypse in der Nähe haben möchte. Sie ist rational, zielorientiert und tut genau das, was getan werden muss. Sie suhlt sich nicht im Selbstmitleid, hat Witz und ist einfach taff. Allerdings denke ich, dass ich große Probleme hätte, sie dazu zu überreden, mit in den Bunker zu kommen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie ohne ihre Familie (also ihre Mutter und ihre Schwester) irgendwohin gehen würde. Und ihre Mutter will ich ganz bestimmt nicht im Bunker haben. Tut mir leid, aber mit einer Frau, die unter paranoider Schizophrenie leidet, möchte ich die Apokalypse nicht auf engstem Raum verbringen.

2. Locke Lamora aus der Reihe „Gentlemen Bastards“ von Scott Lynch
Locke hat einen einzigartigen, kreativen Verstand, mit dem er unglaubliche, komplexe Pläne entwerfen kann. Er hat ein unvergleichliches Talent dafür, Konsequenzen einzukalkulieren. Ich denke, das wäre während einer Apokalypse und für die Zeit des Wiederaufbaus äußerst praktisch. Außerdem ist er witzig und weiß, wie man das Leben genießt. Ein brillanter Taktiker, mit dem man auch noch Spaß haben kann. Er ist mehr als qualifiziert für den Bunker.

3. Ahmann Jardir aus der Reihe „Demon Cycle“ von Peter V. Brett
Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich Jardir oder doch lieber den Tätowierten Mann in meinem Bunker haben möchte. Ich finde, der Bunker braucht jemanden, der kämpfen kann. Ich mag sie beide sehr, aber Arlen trägt eine Finsternis in seinem Herzen, die auf die Dauer vermutlich recht deprimierend sein kann. Jardir ist zwar auch kein ganz unkomplizierter Zeitgenosse, doch ich kann mir eher vorstellen, mit ihm im Bunker festzusitzen als mit Arlen. Er ist kultiviert, intelligent und belesen, hat fantastische Manieren und wenn es hart auf hart kommt, könnte er mit seiner Kampfkunst allen Insassen des Bunkers das Leben retten. Er könnte uns auch im Kampf unterrichten. Und darüber hinaus… *räusper* … sieht er in meiner Vorstellung wahnsinnig gut aus. Verklagt mich doch; ich hätte während der Apokalypse eben gern einen attraktiven Mann an meiner Seite.

4. Atticus O’Sullivan aus der Reihe „The Iron Druid Chronicles“ von Kevin Hearne
Der Bunker braucht Magie. Unbedingt. Nicht so sehr für die Zeit im Bunker, sondern eher für danach, für den Wiederaufbau. Im Bunker selbst wäre Atticus als Druide vermutlich auch nicht besonders nützlich, weil seine Magie Erdkontakt braucht. Wenn die Erde überflutet ist, können wir ja schlecht ein Loch in die Bunkerwand bohren. Trotzdem möchte ich ihn dabei haben, weil er so ALT ist. 2.100 Jahre. Könnt ihr euch vorstellen, wie viele unfassbare Geschichten der Mann erzählen könnte? Damit könnte er uns allen hervorragend die Zeit vertreiben und wenn wir dann endlich wieder raus dürfen, wird seine Magie helfen, die Erde wieder mit Leben zu füllen. Je nachdem, wie lange wir festsitzen, könnten wir sogar bei ihm in die Lehre gehen (also wer möchte). Natürlich dürfte Atticus seinen Hund Oberon mitbringen, denn ich würde Chilli ja auch mitschleppen. Vielleicht könnte er ihre Spondylose heilen. Und dafür sorgen, dass ich mich auch mit ihr per Gedanken unterhalten kann, so wie er mit Oberon.

5. Schnee aus der Reihe „Die Todesengel“ von Jim C. Hines
Die letzte Wahl fiel mir am schwersten. Erst dachte ich, dass es vielleicht ganz sinnvoll wäre, Katniss aus „The Hunger Games“ mitzunehmen, weil sie eine geschickte Jägerin ist. Im Bunker selbst würde das natürlich niemandem was bringen, denn wir würden wohl kein Wild erlegen müssen. Ich dachte an die Zeit danach. Doch der Lieblingsmensch machte mich darauf aufmerksam, dass es in einer Welt, die überflutet wurde, vermutlich sehr sehr lange Zeit kein Wild geben würde. Außerdem denke ich, dass mir Katniss gehörig auf die Nerven gehen würde. Ich weiß natürlich, was sie alles durchgemacht hat, aber nach einigen Jahren im Bunker wäre mein Verständnis für sie wohl erschöpft. Also habe ich mir überlegt, dass eine zweite Magierin oder Zauberin die bessere Wahl wäre. Atticus‘ Magie ist eben recht speziell, weil seine Kräfte sich ziemlich schnell erschöpfen und er den Kontakt zur Erde braucht, um sich wieder aufzuladen. Um der Erde beim Heilen zu helfen ist er perfekt, aber für den Alltag hätte ich gern noch jemanden, der/die uns eben auch einfach mal ein gutes Frühstück herbei zaubern kann. Den letzten Platz im Bunker wollte ich darüber hinaus unbedingt einer Frau geben, damit das Verhältnis ausgewogen ist. Erstaunlicherweise gibt es nicht besonders viele Magierinnen, die ich mitnehmen würde. Rachel Morgan? Dieses Chaos auf zwei Beinen? Nein, danke. Schnee ist vielleicht nicht die beste oder mächtigste Zauberin der Welt, aber ich mag ihre Einstellung zur Magie. Die Magie ist da, sie kann sie nutzen, also tut sie es auch. Manchmal überschreitet sie ihre Grenzen, doch mir ist so jemand lieber als dieses Geschwafel von wegen „Magie maßvoll einsetzen, die Gefahren der Magie, nicht unbedacht nutzen, bla bla bla“. Schnee nutzt ihre Magie, wenn sie Lust dazu hat. Sie ist locker und man kann Spaß mit ihr haben. Sie besitzt eine riesige Bibliothek voller Zauberbücher, von denen sie bestimmt auch ein paar mitnehmen würde. Sie müsste allerdings auch ihren Zauberspiegel einpacken, denn so groß das Ding auch ist, sie braucht ihn. Dieses Zugeständnis mache ich allerdings gern dafür, einen Bunker mit dem echten Schneewittchen zu teilen.

Zum Abschluss hat mich der Lieblingsmensch gebeten, zu betonen, dass er natürlich auch dabei wäre. 😀
Und noch ein Nachsatz extra für die liebe DarkFairy: Logen bleibt draußen. Der schafft das auch so. Das Risiko, dass er im Bunker zum Blutigen Neuner wird, ist mir dann doch zu groß. 😀

3. Welcher Buchcharakter würde auf keinen Fall einen Platz in deinem Bunker bekommen?

Hui, da gibt es eine Menge. Natürlich müssen alle Erzbösewichte sowieso draußen bleiben. Zusätzlich alle Charaktere, die auf engem Raum zu einer Gefahr werden könnten, obwohl ich sie sehr mag (wie z.B. Logen Neunfinger oder Bourbon Kid). Charaktere mit zu viel seelischem Ballast, die die Atmosphäre im Bunker belasten könnten (z.B. Sandman Slim – ein toller Typ, aber er hat ein ernstes Alkoholproblem und war in der Hölle). All die ach so mutigen YA-Heldinnen, die dazu neigen, Kleinigkeiten überzudramatisieren und so furchtbar gern jammern. Meine Liste ist also ziemlich lang, da ist es schwer, eine einzige Figur auszusuchen.
Letztendlich habe ich mich für einen Charakter entschieden, den ich beim Lesen zwar unheimlich gern beobachte, der meiner Meinung nach aber alle drei K.O.-Kriterien erfüllt: er ist potentiell gefährlich, er ist ein seelisches Wrack und er neigt zum Selbstmitleid. Es ist Sand dan Glokta aus der „First Law“ – Trilogie von Joe Abercrombie. Diese manipulative, eiskalte, sadistische Schlange möchte ich keinesfalls im Bunker haben. Glokta ist toxisch, mit jedem Atemzug spuckt er Gift und Galle. Mit so jemandem möchte ich nicht eingesperrt sein. Mal ganz davon abgesehen, dass es keineswegs sicher ist, dass wir (die anderen Insassen des Bunkers) mehrere Jahre mit Glokta überleben. Ich sehe es schon vor mir, wie sich die Luke des Bunkers öffnet, Glokta seelenruhig über unsere Leichen steigt und als einziger die „neue“ Welt betritt. Brrr. Gruselig.

Das Leben im Bunker

4. Wehmütig denkst du an deine ungelesenen Bücher, die du zurückgelassen hast. Um welche drei Bücher deines SuBs tut es dir am meisten Leid, dass du sie noch nicht gelesen hast?

Wir gehen ja davon aus, dass die Regierung die literarisch wertvollen Bücher gerettet hat, richtig? Das heißt, es muss mir nicht Leid tun, dass ich beispielsweise die „Odyssee“ von Homer noch nicht gelesen habe, weil ich die Chance noch bekommen werde und kann mich völlig auf die Trivialliteratur konzentrieren.

1. „The Daylight War“ (Demon Cycle #3) von Peter V. Brett
Eigentlich tut es mir hier um die gesamte Reihe Leid. Aber auf meinem SuB liegt bisher nur der dritte Band, weil ich noch darauf warte, dass Band 4 in meinem Lieblingsformat erscheint. Die Vorstellung, dass ich nie herausfinde, wie die Geschichte um den Tätowierten Mann, Ahmann Jardir und all ihre Verbündeten im Kampf gegen die Dämonen weitergeht bzw. endet, macht mich schon ziemlich traurig.

2. „A Game of Thrones“ (A Song of Ice and Fire #1) von George R.R. Martin
Jetzt werde ich nie zu den coolen Kids gehören! *heul* Nein, Spaß beiseite, es wäre schon sehr schade, wenn ich niemals in diese hochkomplexe High Fantasy Welt eintauchen könnte, um zu erfahren, ob es mir dort gefällt.

3. „Rooms“ von Lauren Oliver
„Rooms“ ist Lauren Olivers erster Roman für Erwachsene. Ich bin fruchtbar neugierig, wie ihr dieser erste Ausflug in ein Genre jenseits der Young Adult Sparte gelungen ist, aber bisher war der richtige Zeitpunkt einfach noch nicht gekommen. Für eine Geistergeschichte muss meine Stimmung passen.

5. Nach einigen Wochen im Bunker ist die Stimmung gedrückt, welches Buch würde dich wieder aufmuntern?

Von den 10 Büchern/Reihen, die mitnehmen durfte oder allgemein?
Von den 10 wären das unter Garantie „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und die gesamte Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams.
Von den Büchern aus meinem Regal wäre es „Das Durchgangszimmer“ von Renate Holland-Moritz. Dieses Buch kennt ihr vermutlich nicht, weil ich bisher noch niemanden getroffen habe, der/die diese Autorin kennt. Wenn ihr irgendwann mal die Chance habt, „Das Durchgangszimmer“ zu kaufen oder auszuborgen, macht das. Diese Kurzgeschichtensammlung ist einfach der Oberknaller, speziell die Geschichten „Eine Chance für jeden“, „Henry Haschke ist Schuld“ und „Die Macht der Knete“. Das sind alles Episoden aus ihrem Leben mit ihrer Tochter und die sind zum Brüllen komisch. Wenn ich dieses Buch in der Hand habe, kann ich nie widerstehen und muss mindestens eine dieser Geschichten lesen. Jedes Mal lache ich Tränen, bis mir der Bauch weh tut. Wenn mich sonst nichts aufmuntert, Renate Holland-Moritz schafft es.
Ich geh mal eben das Buch holen. 😀

6. Die Ofenanzünder gehen euch aus, welche 3 Bücher aus deinem Regal könntest du am ehesten um ein paar Seiten erleichtern?

Na ja, ich bin ja eine Jägerin und Sammlerin. Ich behalte meine Bücher, auch, wenn ich sie nicht mochte. Spontan fällt mir nur ein Buch ein, bei dem mir ein paar fehlende Seiten nicht sonderlich weh täten: „Das Siebte Kreuz“ von Anna Seghers. Dabei fand ich das Buch nicht mal schlecht. Es las sich recht gut und die Geschichte war angenehm tiefgründig und spannend. Für Schulliteratur wirklich gar nicht übel. Aber – und das ist ein dickes, fettes Aber – ich kann die Autorin nicht ausstehen. Man soll ja nicht schlecht von den Toten sprechen, doch meine ehemalige Deutsch-LK-Lehrerin erzählte uns damals im Zuge der Besprechung des Buches, dass die Dame eine glühende Sozialistin war. Eine glühende Sozialistin, die nicht davor zurückschreckte, ihre Freunde beim DDR-Regime anzuschwärzen. Das tut man nicht. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Von daher: ich habe „Das Siebte Kreuz“ bereits gelesen und werde es nicht noch einmal tun, also werden mich ein paar Seiten nicht besonders treffen.

Das zweite Buch wäre wohl „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Ja ja, ich weiß, schon wieder Weltliteratur. Und schon wieder Schullektüre. Ich habe das Buch versucht zu verstehen. Betonung auf „versucht“. Doch jedes Mal klinkte sich mein Verstand mit einem lauten, genervten Gähnen aus und fiel aus Protest in einen tiefen Schlummer. Ich habe bis heute nicht kapiert, was eigentlich eine Parabel ist und ich begreife auch nicht, was an der Geschichte so toll sein soll. Ich fand sie nur sterbenslangweilig. Da ich das Buch wohl nie wieder anrühren werde, kann ich ein paar Seiten verschmerzen. Das Ding hat allerdings auch nur ein paar Seiten, viel Wärme würde der alte Weise also nicht spenden.

Zum Schluss würde meine Wahl auf drei Romane von Michael Moore fallen. Eigentlich sollte ich ja nur drei Bücher nennen, aber da Nathan so schmal ist, können wir das zusätzliche Brennmaterial sicher gut gebrauchen. „Querschüsse“, „Stupid White Men“ und „Volle Deckung, Mr. Bush“ sind gute, kritische Bücher, so ist das nicht. Sie waren unterhaltsam und haben mir damals einen ersten Eindruck der amerikanischen Politik und Gesellschaft vermittelt. Aber – ich sage das nicht gern und vielleicht möchte Mr. Moore sich jetzt lieber die Augen zuhalten – sie sind überholt. Moore schrieb „Querschüsse“ 1996. Das ist fast 20 Jahre her. „Stupid White Men“ erschien 2002, „Volle Deckung, Mr Bush“ 2003. In dieser Zeitspanne hat sich vielleicht grundlegend nicht viel verändert, doch es gibt mittlerweile definitiv aktuellere und auch bessere Bücher zum Thema. Ich mag Michael Moore, aber auch ich kann nicht leugnen, dass er ein Querulant ist. Heutzutage lese ich lieber etwas objektivere Betrachtungen, die subtil Kritik üben, statt sie mit einem Vorschlaghammer in die Köpfe der LeserInnen zu dreschen. Tut mir leid Mr. Moore, aber überholte Polit-Schmöker werden beim Wiederaufbau nicht gebraucht.

7. Immer die gleichen Menschen im Bunker um sich zu haben kann anstrengend werden. Mit welchem Charakter könntest du es am längsten aushalten?

Aus meiner Liste wäre das vermutlich Atticus. Ich liebe seine lässige Art und denke, wir würden sehr gut harmonieren. Ich kann mir vorstellen, mit ihm bei Kerzenlicht (Strom sparen!) an einem Tisch zu sitzen, ein Bier in der Hand und die ganze Nacht zu reden. Aber irgendwie sehe ich da auch Locke mit an unserem Tisch. 😉
Insgesamt glaube ich, dass wir uns alle recht gut verstehen würden und es wenig Konflikte gäbe. Der einzige, der vielleicht so seine Probleme mit Teamwork hätte, wäre wohl Jardir. Der Mann hat einfach ein gigantisches Ego und ist es nicht so richtig gewöhnt, sich in eine Gemeinschaft einzufügen. Doch das würden wir ihm schon beibringen.

8. Bei welchem Charakter würden schon nach kurzer Zeit die Fetzen fliegen?

Ich bin ja eigentlich nicht der Typ für unnötige Konflikte, weil ich ein dickes Fell habe und versuche, gelassen zu sein. Bei mir würde es also vermutlich länger dauern, bis mir der Kragen platzt. Doch wenn es dazu käme, glaube ich, dass Schnee die Auslöserin wäre. Manchmal ist sie einfach so eine Püppi. Eitel, stur und ab und zu etwas aufgesetzt. Ich denke, es gäbe Situationen, in denen mir ihre Art auf die Nerven gehen würde, besonders, weil sie dazu neigt, in unpassenden Momenten blöde Witze zu reißen. Im Endeffekt bin ich aber auch überzeugt, dass unser Knatsch nicht lange anhalten würde. Wir würden uns bestimmt schnell wieder vertragen, denn Schnee hat eine Eigenschaf, die ich wirklich schätze: sie kann sich entschuldigen.

Der Wiederaufbau

9. In der neuen Welt ist von nun an alles möglich, nenne eine Fähigkeit eines Buchcharakters, die du gerne hättest, um die neue Welt aufzubauen und/oder um damit eine andere/bessere Welt zu schaffen?

Da muss ich der lieben DarkFairy und allen anderen vor ihr zustimmen. Magie. Magie ist das Nonplusultra. Ich hab mir das ja auch schon sehr passend zurecht gelegt, denn während der Zeit im Bunker möchte ich ja bei Atticus in die Lehre gehen. Wenn wir dann wieder draußen sind und es an den Wiederaufbau geht, sollte ich soweit sein, ihm dabei helfen zu können, die Welt neu zu bepflanzen und ihr neues Leben einzuhauchen.

10. Welcher Welt / welchem System aus einem Buch soll die neue Welt auf keinen Fall ähneln?

Oh, sich da festzulegen, ist wirklich schwierig. Ich habe so viele Dystopien gelesen und alle Systeme waren auf die eine oder andere Art und Weise grauenvoll. DarkFairy hat ja das System aus „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury genannt, weil Bücher in dieser Welt verbrannt werden. Fissel hingegen hat „Brave New World“ genannt von Aldous Huxley, sowie „The Hunger Games“ von Suzanne Collins. Aber irgendwie… ich könnte nicht sagen, dass ich ein System schlimmer als alle anderen fand.
Ich entscheide mich für die Welt aus der „Legend“ – Trilogie („Legend“, „Prodigy“ und „Champion“) von Marie Lu. Nicht, weil ich diese besonders furchteinflößend fand, sondern weil in den Büchern drei ganz verschiedene Systeme vorgestellt werden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Ich möchte in keinem dieser Systeme leben.

11. Du darfst dir einen Autor aussuchen, der über den Weltuntergang, die Zeit im Bunker und den Wiederaufbau schreibt. Wer sollte es sein?

Joyce Carol Oates. Sie ist aus gutem Grund meine Lieblingsautorin, denn niemand versteht es wie sie, nicht nur Tatsachen und Fakten zu einer spannenden Geschichte zu verweben, sondern auch die psychologische Seite eines Themas sensibel und detailliert herauszuarbeiten. Das wäre mir wichtig, denn die Zeit im Bunker ist unter Garantie eine enorme Belastung für die Psyche.

12. Bestimme/Tagge weitere Kommandanten für die anderen Bunker!

Wie immer überlasse ich es euch, ob ihr den TAG ebenfalls machen möchtet oder nicht. Ich empfinde TAGs als witzige Abwechslung für zwischendurch, aber ich möchte nicht, dass sich hier irgendjemand gezwungen fühlt. Wenn ihr Lust dazu habt, legt einfach los und wer mag, kann auch gern den Link zum entsprechenden Beitrag in den Kommentaren hinterlassen.

Ich bin gespannt, was ihr zum meinem Apokalypsen-Endzeit-Szenario und meiner Buch- bzw. Charakterauswahl zu sagen habt und freue mich auf jedes Kommentar!
Alles Liebe,
Elli

 
4 Kommentare

Verfasst von - 8. Oktober 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Susan Ee – End of Days

2015-07-09 - Ee - End of Days

Die Entscheidung, die Trilogie Penryn & the End of Days erst weiterzulesen, wenn auch das Finale veröffentlicht ist, war weise. Ich bin richtig stolz auf mich, dass ich so geduldig war, denn das hat sich wirklich ausgezahlt. So konnte ich direkt nach „World After“ herausfinden, wie Penryns und Raffes Geschichte endet. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es gewesen wäre, nach diesem Cliffhanger warten zu müssen.

Nachdem Raffe und Penryn Raffes Flügel retten konnten, ist er die letzte Hoffnung, die die Menschheit noch hat. Die beiden müssen einen Arzt finden, der Raffe hilft, wieder er selbst zu werden und vielleicht auch Paiges einzige Chance auf ein normales Leben ist. Nur dann kann er zu den Engeln zurückkehren, um Uriel daran hindern, sich zum Boten Gottes wählen zu lassen und die Apokalypse auszurufen. Während sich Menschen und Engel für die letzte alles entscheidende Schlacht um alles Irdische rüsten, haben Raffe und Penryn keine andere Wahl, als einen Ausflug in Gefilde zu unternehmen, die kein Mensch je betreten sollte – und somit auch in Raffes Vergangenheit. Sie hoffen, hier eine Möglichkeit zu finden, Penryns Welt zu retten. Doch werden sie auch einander retten können?

Wollt ihr wissen, wie gut „End of Days“ ist? Es ist so gut, dass ich meine Haustür nicht aufschließen wollte. Ich stand davor und hatte den Schlüssel in der Hand, aber zum Aufschließen musste ich meine Augen vom Buch losreißen. Das hat mir sowas von nicht gepasst, dass ich den Bruchteil einer Sekunde darüber nachgedacht habe, einfach draußen stehen zu bleiben. Wenn mir schon so kleine Tätigkeiten zu viel sind, weil ich nicht aufhören möchte zu lesen, sollte euch das eine Menge darüber verraten, wie großartig ich „End of Days“ fand. 😉 Nach der Lektüre von „Angelfall“ und „World After“ hatte ich fast schon unverschämt hohe Erwartungen, doch Susan Ee erfüllte sie spielend. Bisher fügte sie ihrer fantasievollen Dystopie in jedem Band eine weitere Ebene hinzu und auch in „End of Days“ erhält das Auftauchen der Engel eine weitere Facette. Sie arbeitet die Apokalypse in einen größeren Kontext ein und lässt ihre LeserInnen erahnen, was aus unserer Welt werden könnte, wenn die Engel nicht verschwinden. Durch Penryns Augen durfte ich sehen, welches Schicksal der Erde bevorstünde. Mutig bringt die Autorin damit eine philosophisch-religiöse Streitfrage zum Höhepunkt, die die ganze Geschichte über bereits anklang: könnten Engel eher Zerstörer denn Bewahrer sein? Penryn erlebt hautnah, dass die Engel alles zu Grunde richten, was sie berühren und zu unfassbarer Grausamkeit fähig sind, nicht nur den Menschen gegenüber, sondern auch ihrer eigenen Art gegenüber. Diese eiskalte Härte machte Raffe zu einem Einzelgänger und zerfraß Beliels Seele, dessen Geschichte in „End of Days“ endlich offenbart wird. Ich habe nicht damit gerechnet, doch ich habe tatsächlich Mitgefühl mit ihm. Ich verstehe jetzt, warum er alles dafür tat, wieder zu den Engeln zurückkehren zu können. Wieso er nicht einmal davor zurückschreckte, Raffe seiner Flügel zu berauben. Er erhält von Susan Ee keine Absolution, aber sie erklärt seine Motivation eingängig und nachvollziehbar, sodass ich mich davor nicht verschließen konnte. Ich empfinde Beliel gegenüber nun definitiv anders. Weicher. Sanfter. Sein Schicksal ist eng mit Raffes Vergangenheit verknüpft, die ich einfach nur als tragisch bezeichnen kann. Kein Wunder, dass er solche Probleme hat, Penryn an sich heran zu lassen. Das ändert jedoch nichts daran, dass er ein gütiges, gerechtes Herz hat. Ich denke, ich habe in den Rezensionen zu den letzten beiden Bänden nicht deutlich genug beschrieben, wie sehr ich Raffe mag. Ich wäre mit ihm genauso gern befreundet wie mit Penryn, denn er hat so viele gute Eigenschaften, auch wenn er sie meist hinter einer Maske aus Distanz und Abwehr versteckt. Er trägt Umengen uralten Ballasts mit sich herum, weswegen er viel Wert darauf legt, stets kontrolliert und stark zu erscheinen. Penryn und er ergänzen sich gegenseitig fabelhaft, weil sie miteinander loslassen können. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit haben sich zwei Seelen gefunden, die einfach zusammen gehören. Gemeinsam sind sie die personifizierte Hoffnung.

„End of Days“ ist der stimmige, würdige Abschluss einer hervorragenden Trilogie. In diesem Buch entlud sich explosionsartig all die Spannung, die sich über die vorangegangenen Bände in mir aufgebaut hatte. Es war, als hätte ich nur auf ein Ventil gewartet – Susan Ee hat es mir auf dem Silbertablett präsentiert. Ich war überwältigt von all den Emotionen, die über mich einstürzten. Natürlich bin ich traurig, vor allem Penryn nun gehen lassen zu müssen, aber ich finde auch, die Autorin hat genau den richtigen Zeitpunkt gewählt. Penryn kommt zurecht, davon bin ich überzeugt. Ein Teil von mir hofft allerdings ein bisschen darauf, dass Susan Ee Penryn noch einmal einen Besuch abstattet. Vielleicht, wenn 20 Jahre vergangen sind. Ich würde unheimlich gern erleben, was für eine Frau aus ihr wird.
Penryn & the End of Days ist eine der besten YA-Dystopien, die ich je gelesen habe. Sie überzeugt mit starken, individuellen Charakteren, die alles andere als Stereotypen sind und zeichnet das Bild einer runden, spannenden und kreativen Apokalypse. Völlig egal, wie enttäuscht ihr bisher vielleicht von Young Adult-Literatur wart – ihr müsst Penryn einfach eine Chance geben, denn sie wird euch den Glauben an und die Begeisterung für das Genre zurückgeben.

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Susan Ee – World After

2015-07-06 - Ee - World After

Endlich, endlich, endlich. Endlich konnte ich die Trilogie Penryn & the End of Days von Susan Ee weiterlesen. Im Mai letzten Jahres war ich hemmungslos und überschwänglich begeistert vom ersten Band „Angelfall“, wollte aber unbedingt die Veröffentlichung des Finales abwarten, um die Geschichte in einem Rutsch auslesen zu können. Der Cliffhanger am Ende von „Angelfall“ lehrte mich, geduldig zu sein. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an „World After“, denn der Auftakt der Trilogie war vermutlich die bisher beste YA-Dystopie meiner Lesekarriere.

Der Engel-Horst ist zerstört. Der Angriff des Widerstands war ein voller Erfolg. Auch für Penryn, denn sie konnte ihre kleine Schwester Paige aus den Fängen der Engel befreien. Doch ist Paige überhaupt noch Paige? Die Experimente der Engel gaben ihr zwar ihre Beine zurück, sodass sie wieder laufen kann, aber sie verwandelten sie auch in etwas, das nicht mehr völlig menschlich ist. Ihr monströses Äußeres und seltsames Verhalten machen den Rebellen des Widerstands Angst. Wenn Menschen Angst haben, tun sie fürchterliche Dinge. Die Situation eskaliert, Paige läuft davon und Penryn sieht es als ihre Pflicht an, sie zu finden. Währenddessen jagt Raffe noch immer seinen Flügeln nach, die ihm der Gefallene Beliel gestohlen hat und ohne die er nicht zu den Engeln zurückkehren kann. Im denkbar unwahrscheinlichsten Moment treffen Penryn und Raffe wieder aufeinander. Können sie gemeinsam die entsetzlichen Pläne des Erzengels Uriel vereiteln und so die Menschheit retten?

„World After“ ist eine fantastische Fortsetzung, anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Schon im ersten Band „Angelfall“ war ich ein Riesenfan der Protagonistin Penryn und nun wurde ich in meiner Begeisterung erneut bestätigt. Sie ist eine unheimlich starke Figur, die die spannende, packende Geschichte rund um diese kreative Version einer Apokalypse mit Leichtigkeit trägt und vorantreibt. Obwohl zwischen der Lektüre des Auftakts der Trilogie und „World After“ über ein Jahr lag, hatte ich keine Probleme mit dem Wiedereinstieg. Susan Ees Schreibstil ist direkt und gradlinig, sodass ich mich schnell in die Geschichte einfand und das Gefühl hatte, wirklich in Penryns Kopf zu sein. Ich sah, was sie sah; fühlte, was sie fühlte. Diese intensive Nähe kam auch deshalb zu Stande, weil ich Penryn verstehe. In jeder Situation, in jedem Moment, in jeder einzelnen Emotion. Sie ging mir nicht ein einziges Mal auf die Nerven, was mir sonst mit YA-Protagonistinnen sehr oft passiert, unabhängig davon, wie gut mir das Buch gefällt. In Penryn entdecke ich einige meiner eigenen Wesenszüge; wir sind uns ähnlich. Sie ist rational, handelt niemals überstürzt und hat absolut keinen Hang zum Selbstmitleid. Sie tut, was getan werden muss, mutig und selbstlos. Sie hat immer einen Plan und gibt niemals auf. Klingt zu gut, um wahr zu sein und fast ein bisschen langweilig, richtig? Falsch. Natürlich zweifelt auch diese starke Heldin und erliegt der einen oder anderen unschönen Emotion. In „World After“ wird das vor allem durch den Handlungsstrang mit ihrer kleinen Schwester Paige deutlich. Penryn ist sich ihrer Gefühle ihr gegenüber seit Paiges… Veränderung nämlich keineswegs mehr so sicher. Ihre Schwester ist monströs und obwohl sie nichts dafür kann, tut sich Penryn sehr schwer damit, das zu akzeptieren und zu erkennen, dass Monstrosität stets im Auge des Betrachters liegt. Ich fand das äußerst realistisch und nachvollziehbar, denn was die Engel aus Paige gemacht haben, ist wirklich unheimlich. Mir wäre es auch schwer gefallen, damit klarzukommen. Ihre verletzliche Seite zeigt Penryn darüber hinaus auch im Umgang mit Raffe und vor allem mit ihrer Mutter. Ihre Beziehung ist viel komplizierter, als es den Großteil der Geschichte über den Anschein hat – in „World After“ konnte ich einen Blick hinter Penryns starke Fassade werfen. Ihre Mutter geht ihr unter die Haut; ich konnte erahnen, wie Penryn aufgewachsen ist und wie viel Schmerz sie seit so vielen Jahren aushalten muss. Sie ist vermutlich die Einzige, die Penryn wahrhaft zu verletzen vermag, denn sie trifft zielsicher ihre wunden Punkte. Nicht einmal Uriel, der diabolische, katastrophale Pläne für die Menschheit und die Erde verfolgt, dringt dermaßen durch ihre Mauern. Ich fand es sehr interessant, dass ein Engel so verdorben sein kann und musste darüber schmunzeln, dass der fieseste Bösewicht, den Susan Ee sich ausgedacht hat, im Grunde nur ein außerordentlich skrupelloser Politiker ist. Wenn man will, kann man darin sicher einen reichlich bissigen Kommentar zu unserer Gesellschaft sehen.

Ich fand „World After“ mindestens genauso gut und mitreißend wie den ersten Band der Trilogie. Susan Ee hält ihr Niveau und führt ihre Geschichte in eine überzeugende Richtung weiter. Ich liebte die Einblicke in die Politik der Engel und kann von Penryn einfach nicht genug bekommen. Ich wünschte ein bisschen, sie wäre eine reale Person, denn ich wäre so gern mit ihr befreundet. Nicht nur wegen ihrer zahlreichen positiven Eigenschaften, sondern auch, um ihr eine Schulter zum Ausweinen zu bieten. Meiner Meinung nach hat sie das dringend nötig. Meine Güte, das Mädchen ist 17. Sie hat nur keine Zeit, sich auch dementsprechend zu verhalten. Ich drücke ihr von ganzem Herzen die Daumen, dass im Finale „End of Days“ ein Happy End auf sie wartet. Vielleicht sogar mit Raffe. Ich möchte sie glücklich sehen.
Ich kann nur allen LeserInnen, die den ersten Band „Angelfall“ gelesen haben und mochten, empfehlen, die Trilogie weiterzuverfolgen. Es ist kreativ, es ist frisch, es ist aufregend. Kein Gejammer, nur faszinierende Ideen voller Action und genau dem richtigen Maß an Gefühl. Soll die Apokalypse nur kommen. Penryn zeigt uns, wie man sie in ihre Schranken weist!

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion findet wöchentlich bei Schlunzen-Bücher statt; zu den Fragen dieser Woche gelangt ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „End of Days“ (Penryn & the End of Days #3) von Susan Ee und befinde mich auf Seite 94 von 436.

End of Days

 

After a daring escape from the angels, Penryn and Raffe are on the run. They’re both desperate to find a doctor who can reverse the twisted changes inflicted by the angels on Raffe and Penryn’s sister. As they set off in search of answers, a startling revelation about Raffe’s past unleashes dark forces that threaten them all.

When the angels release an apocalyptic nightmare onto humans, both sides are set on a path toward war. As unlikely alliances form and strategies shift, who will emerge victorious? Forced to pick sides in the fight for control of the earthly realm, Raffe and Penryn must choose: Their own kind, or each other?“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„The school grounds are quiet and seemingly deserted.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Awwwww, das Finale der Trilogie Penryn & the End of Days! 😀 Ich freue mich wie ein Schneekönig, dass ich so clever war, mit der Lektüre von Band 2 zu warten, bis der dritte Band auch erschienen ist, damit ich sie direkt nacheinander lesen kann. „World After“ endet nämlich mit einem fiesen Cliffhanger, wie ich in der Nacht von Sonntag zu Montag erfahren durfte. Da ich so vorausschauend gehandelt habe, konnte ich gestern mit „End of Days“ beginnen und genieße es in vollen Zügen. Diese Trilogie macht wirklich süchtig. Ich bin schon jetzt ein bisschen traurig, dass sie in etwa 330 Seiten zu Ende sein wird und ich dann ohne Penryn weiterleben muss. Ich bin so ein Riesen-Fan von ihr. Sie hat einfach alles, was ich mir von so vielen YA-Heldinnen nur wünschen konnte. Sie ist mutig, sie ist klug, sie denkt rational und praktisch. Sie handelt nicht überstürzt, sondern wägt alles genau ab und weiß, worauf sie sich einlässt, wenn sie ein Risiko eingeht. Sie hat Eier, wenn ich das mal so sagen darf. Sie kümmert sich verantwortungsbewusst um ihre Familie und ist kein bisschen ich-bezogen. Sie hat ein großes Herz, lässt sich aber niemals von ihren Gefühlen überwältigen. Ich weiß nicht, ob ich an ihrer Stelle so stark wäre wie sie, aber ich erkenne viel von mir in ihr wieder. Sie ist eine junge Frau, mit der ich gern befreundet wäre. Ich wäre gern für sie da, weil sie einen Moment der Schwäche bitter nötig hat. Denn bei all den großen Problemen, die sie bewältigt, ist sie trotz dessen erst 17. Sie ist noch ein Teenager, hat aber einfach keine Zeit, sich auch so zu verhalten. Ich drücke ihr von ganzem Herzen und so fest ich kann die Daumen, dass das Finale am Ende ganz viel Glück für sie bereit hält, denn wenn es je eine literarische Figur gegeben hat, die ein bisschen Glück und Frieden wirklich verdient hat, dann ist es Penryn.

4. Gibt es Bücher, auf die du theoretisch neugierig bist, die du aber aus einem Grundsatz heraus nicht liest, weil sie z.B. von einem Autor geschrieben sind, den du nicht magst oder weil sie in einem Verlag erschienen sind von dem du nicht überzeugt bist?

Nein. Wenn ich einen Autor bzw. eine Autorin nicht mag, dann ist das so. Dann bin ich aber auch nicht neugierig auf seine/ihre Bücher. Ich kann ja nur Antipathie für SchriftstellerInnen entwickeln, wenn ich bereits etwas von ihm oder ihr gelesen habe. War diese Erfahrung negativ, streiche ich diese Person von meinem Radar. Ich ignoriere ihre Existenz, so wie ich auch Bücher ignoriere, die nicht meinem Geschmack entsprechen. Ich mag keine Chic-Lit, also suche ich nicht in diesem Genre nach Lektüre. Ein Beispiel ist Kafka. Der Großteil der Menschheit hält ihn für brillant – ich halte ihn für einen überschätzten, neurotischen Knallkopf mit schwerwiegenden Vater-Problemen (übrigens liebe ich das englische Wort daddy issues). Da meine Meinung von ihm so ist, wie sie nun mal ist, warum sollte ich Neugier für seine Werke empfinden oder sie mir überhaupt nur ansehen? Das ergäbe doch keinen Sinn. Auf irgendeiner Ebene ist mir bewusst, dass ich für „Die Verwandlung“ vielleicht noch zu jung war, als ich es für die Schule lesen musste und es vermutlich eines Tages noch einmal versuchen sollte (möglicherweise auch mit einem anderen Buch), doch daran habe ich bisher absolut kein Interesse und ich glaube nicht, dass sich das je ändern wird. Mein Leben ist zu kurz, um neurotischen Knallköpfen eine zweite Chance zu geben.
Verlage lehne ich grundsätzlich nicht ab, denn ich wüsste nicht, wieso. Ich habe bisher mit keinem Verlag wirklich schlechte Erfahrungen gemacht und mir will auch nicht einfallen, wie sich das äußern sollte. Natürlich war es ärgerlich, dass Bastei Lübbe meine heiß geliebte Anita Blake – Reihe eingestellt hat, aber deswegen ist der Verlag ja nicht gleich schlecht. Ich verstehe ihre Begründung durchaus: auch ein Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen und möchte Profit machen. Wenn sie meinen, dass Anita sich nicht rentiert, kann ich daran nichts ändern. Ich bin zu erwachsen, um Bastei Lübbe deswegen zu boykottieren, denn mir ist sehr wohl bewusst, dass sie das überhaupt nicht juckt und außerdem fände ich es schade, wenn ich mir alle Bücher ihres Programms verbieten würde, nur weil ich beleidigt bin. Damit schade ich ja nicht dem Verlag, sondern nur mir selbst.
Wenn ich auf ein Buch neugierig bin, sind es nicht die harten, äußeren Faktoren, die mich daran hindern, es auf meine Wunschliste zu setzen und später zu kaufen. Es ist stets das Buch selbst; ich habe Zweifel, dass es mir gefallen könnte. Wie zum Beispiel bei „Selection“ von Kiera Cass. Ich weiß, wie groß die Begeisterung für diese Reihe in der Bücher-Blogger-Welt ist, aber ich weiß immer noch nicht, ob es die richtige Lektüre für mich wäre. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich das richtige Publikum für eine Geschichte bin, die mit einer Prinzessinnen-Castingshow beginnt. Ich meine, hallo, ich lese mit diebischer Begeisterung Abercrombie. Ich liebe es, wenn Blut spritzt und es brutal zugeht. Lieber einen Ticken zu hart, als mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Wie passt das bitte mit „Selection“ zusammen? Trotzdem reizt mich das Buch, weil der Hype so groß ist. Vermutlich sterbe ich eines Tages und weiß immer noch nicht, was ich bezüglich dieser Reihe tun soll.

Was lest ihr im Moment? Macht ihr um bestimmte Bücher aus Überzeugung einen Bogen, obwohl ihr neugierig seid?

Ich freue mich wie immer auf eure Meinungen und Kommentare und bin schon ganz wild darauf, mich durch eure Beiträge zu wühlen! 😀
Alles Liebe,
Elli

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Susan Ee – Angelfall

„Angelfall“

angelfall

Reihe: Penryn and the End of Days #1

Autor: Susan Ee

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 325 Seiten

Verlag: Hodder and Stoughton

Sprache: Englisch

ISBN: 144477851X

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult & Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 23.05.2014

Bewertung:

Wenn ein Buch als „Internet Phänomen“ bezeichnet wird und bei Goodreads eine sensationelle Bewertung von 4,23/5 Sternen erhält, kann man schon mal mächtig neugierig werden. Wären diese Punkte nicht gewesen, ich hätte vermutlich Skrupel gehabt, es mit „Angelfall“ von Susan Ee zu versuchen. Meine bisherigen Erfahrungen mit Engeln in der Urban Fantasy waren sehr gemischt; in Christoph Marzis „Uralte Metropole“ – Reihe liebte ich sie, Heather Killough-Waldens Auftakt ihrer „Engelssturm“ – Reihe, „Uriel“, fand ich hingegen schrecklich. Da ich aber wusste, dass es sich bei „Angelfall“ nicht ausschließlich um einen Urban Fantasy Roman handelt, sondern parallel um einen Vertreter des Dystopie – Genres, war ich optimistisch, dass mir Susan Ees Erstlingswerk gefallen würde.

Die Welt liegt in Trümmern, die Menschheit ringt um ihr Überleben. Sechs Wochen ist es her, seit die biblische Offenbarung Realität wurde und Engel alles Irdische angriffen und zerstörten. Inmitten dieser Apokalypse kämpft Penryn darum, ihre Familie am Leben zu erhalten. Als sie ihre paranoid-schizophrene Mutter und ihre an den Rollstuhl gefesselte kleine Schwester Paige in die Berge bringen möchte, beobachten die drei einen brutalen Kampf zwischen Engeln. In dem Versuch, die Engel von ihrer Mutter und Paige abzulenken, mischt sich Penryn in den Kampf ein, doch leider geht ihr Plan schief und Paige wird entführt. Nun kennt Penryn nur noch ein Ziel und ist bereit, einfach alles dafür zu tun: sie muss Paige finden und retten. Selbst, wenn das bedeutet, sich mit dem Feind zu verbünden…

Ich glaube, „Angelfall“ ist der beste Young Adult Dystopie Roman, den ich je gelesen habe und schlägt darüber hinaus auch einige Urban Fantasy Bücher um Längen. Durch den Genre – Mix war Susan Ee nicht gezwungen, sich mit aller Gewalt eine logische, realistische Erklärung für ihre Apokalypse einfallen zu lassen und konnte ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Trotz dessen blieb sie innerhalb der Grenzen des Vorstellbaren; hat man sich als LeserIn erst einmal mit der Existenz von Engeln abgefunden, überzeugt ihre Dystopie durch Intelligenz und Systematik.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht natürlich die Protagonistin Penryn und ihre Suche nach ihrer entführten kleinen Schwester Paige. Penryn fungiert als Ich – Erzählerin; hierbei beeindruckte mich Susan Ee mit einer bemerkenswerten Konsequenz. Jegliche Details, die für Penryn nicht relevant sind, sind nicht in die Erzählung integriert. Das empfand ich als plausibel, denn für Penryn spielt es beispielsweise überhaupt keine Rolle, warum die Engel sich zu dem Angriff auf die Menschheit entschlossen oder welche Ziele sie verfolgen, also denkt sie auch nie darüber nach. Sie ist eine der stärksten, rationalsten, pragmatischsten und zielstrebigsten Figuren, die ich je kennenlernen durfte, wirkt deswegen aber nicht kalt oder gefühlsarm. Ihre Rettungsaktion ist mörderisch und gefährlich, doch durch ihre Art erschien sie mir als das normalste und logischste der Welt. Ich habe nie daran gezweifelt, ob es vielleicht einen besseren Weg gegeben hätte, um Paige aus den Fängen der Engel zu befreien. Seit Jahren sorgt Penryn für sie und ihre Mutter; es ist dementsprechend schlüssig, dass sie sich für beide verantwortlich fühlt. Damit einher geht eine außergewöhnliche Reife, die durch Penryns Vergangenheit jedoch ebenfalls glaubwürdig ist und nicht fehl am Platze wirkt, wie bei vielen anderen Young Adult Romanen. Selbstverständlich hat auch eine so rigorose Persönlichkeit wie Susan Ees Protagonistin ab und zu mal schwache und irrationale Momente, die mir die Identifikation mit ihr zusätzlich erleichterten, sodass ich mich mit ihr verbunden fühlte.
Penryns Verbündeter, der Engel Raffe, ist da das genaue Gegenteil. Für ihn konnte ich erst am Ende des Buches ein Gefühl entwickeln, da er den gesamten Roman über gewollt distanziert bleibt. Doch durch den kurzen Ausblick, den ich letztlich auf ihn erhaschen konnte, bin ich nur noch neugieriger, wie er sich in Band zwei entwickeln wird.

Die letzten hundert Seiten von „Angelfall“ sind so rasant und spannend gestaltet, dass ich unfassbar enttäuscht war, als die Geschichte dann endete. Ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass es schon vorbei war und kann es jetzt kaum abwarten, mir den nächsten Band „World After“ zu besorgen. Susan Ees Reihe „Penryn and the End of Days“ verspricht wirklich, überwältigend zu werden und die Chancen stehen gut, dass sie Lauren Olivers „Delirium“ – Reihe vom Thron meiner liebsten Young Adult Dystopie stößt. In „Angelfall“ ist mir keine einzige Schwäche aufgefallen; ich wüsste nicht, wie man Urban Fantasy und Postapokalypse noch besser umsetzen könnte, ergo empfehle ich sie allen LiebhaberInnen dieser Genres. Penryn ist etwas ganz Besonderes, ihre Geschichte ein Schmuckstück – ihr werdet euch garantiert verlieben, ebenso wie ich.

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: