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Laurell K. Hamilton – Burnt Offerings

Kürzlich habe ich ein Interview mit Laurell K. Hamilton gelesen, indem sie erklärte, sie habe Richard in Anitas Leben gebracht, um es zu vereinfachen und sie vor Jean-Claude zu retten. Das hat ja wunderbar funktioniert. Spätere Versuche, Anita vom Chaos in ihrem Leben zu erlösen, scheiterten ebenfalls. Hamilton bemerkte selbstironisch, sie sollte aufhören, die Umstände für Anita verbessern zu wollen, weil sie dabei alles nur noch schlimmer macht. Ihr ist bewusst, dass sie mit dem Liebesdreieck zwischen Anita, Richard und Jean-Claude viele ihrer Leser_innen verärgert, empfindet die Dreiecksromanze aber als Folge ihrer Entwicklung. Alle drei treffen ihre eigenen Entscheidungen, ob ihr diese nun gefallen oder nicht. Ich war gespannt auf die Entscheidungen, die mich im siebten Band der „Anita Blake“-Reihe, „Burnt Offerings“, erwarteten.

Anita Blake ist bereit, die Folgen ihres Handelns zu tragen. Sie kann Richards verletzten Zorn aushalten und ihre Pflichten als Lupa seines Werwolfsrudels dennoch erfüllen. Irgendwann müssen sie ihre Verbindung durch das Triumvirat erforschen, aber vorerst ist Anita mit etwas Abstand zufrieden. Schließlich muss sie den Babysitter für eine Gruppe Werleoparden spielen, die seit Gabriels Tod wehrlos sind. Die Katzen sind jedoch nicht die einzigen, die ihren Schutz benötigen. Der Vampirrat ist in der Stadt. Monster, die sogar Monster fürchten. Sie erwarten von Jean-Claude eine Rechtfertigung für den Mord an Mr. Oliver. Natürlich ist der Prozess nur die zivilisierte Fassade uralter Intrigen und kreativer Grausamkeiten, ersonnen von gelangweilten, übernatürlichen Sadisten. Schnell geraten alle, die Anita und Jean-Claude wichtig sind, in Gefahr. Hat der Rat vielleicht sogar mit den Brandanschlägen zu tun, die Vampiretablissements in ganz St. Louis treffen? Anita muss sie so schnell wie möglich loswerden. Verantwortung zu übernehmen, kann manchmal ziemlich nerven.

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Marcia Clark – Without A Doubt

Ich begrüße euch herzlich zum dritten und letzten Teil unseres Rezensionsexperiments. In den letzten zwei Tagen haben wir uns mit den Fakten des Falls O.J. Simpson vertraut gemacht. Ich habe euch „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin und „If I Did It: Confessions of the Killer” von O.J. Simpson vorgestellt und meine Eindrücke mit euch geteilt. Heute kehren wir noch einmal zum Strafprozess gegen Simpson in den Jahren 1994 und 1995 zurück. Seit Beginn meiner Recherchemission war es mir wichtig, ausgeglichenen und umfassend vorzugehen. Deshalb möchte ich heute ein Buch rezensieren, das einen weiteren, einzigartigen Blickwinkel auf den Mordprozess vermittelt. Wir beschäftigen uns mit „Without A Doubt“ von der Chefanklägerin Marcia Clark.


Der Medienrummel in den USA um den Fall O.J. Simpson war gewaltig. Bereits vor Prozessbeginn mutierte die Presse zum 13. Jurymitglied – und manch ein Reporter schwang sich zum Richter und Henker auf. Seriosität und Qualität der Berichterstattung variierten enorm. Die Causa Simpson lockte eine ganze Armee von Schmierfinken aus ihren Löchern, die nicht davor zurückschreckten, Falschinformationen zu verbreiten, Beweismaterial öffentlich zu machen und Zeug_innen stolze Summen für Interviews zu zahlen. Dieser ausufernde Zirkus beeinflusste den Strafprozess maßgeblich. Die Verhandlung wurde live auf dem Fernsehsender Court TV übertragen. Die Juryauswahl wurde durch die flächendeckende Berichterstattung massiv erschwert, weil sich kaum eine Person in Los Angeles finden ließ, die nicht bereits von den Morden an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman gehört oder gelesen hatte. O.J. Simpsons Verteidiger, das „Dreamteam“, nutzten die Presse aktiv, um den Prozess zu ihren Gunsten zu manipulieren. Zeitgleiche, inoffizielle Pressekonferenzen aus dem Stegreif von Robert Shapiro und Johnnie Cochran am Ende eines Prozesstages waren keine Seltenheit.

Die Staatsanwaltschaft musste auf diese Tricks natürlich verzichten. Selbst wenn sie die Medien für sich hätten einspannen wollen – sie durften es nicht. Vielleicht schoss sich die Presse deshalb auf das Team der Anklage ein. Alle Mitglieder sahen sich scharfen Angriffen ausgesetzt, wurden als unerfahren, arrogant und schlicht inkompetent dargestellt. Doch niemand von ihnen erntete so viel Spott, Häme, Bosheit und Kritik wie Marcia Clark.

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Verfasst von - 27. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Kerstin Gier – Rubinrot

In der literarischen Fachwelt wird Kerstin Gier belächelt. Sie geht damit sehr selbstbewusst um, bezeichnet ihre Bücher stolz als Unterhaltungsliteratur und sagte in einem Interview, würden ihre Geschichten einem Literaturkritiker wie Denis Scheck gefallen, hätte sie etwas falsch gemacht. Die Ursache für diese resolute Haltung liegt meiner Ansicht nach in ihrer Kindheit, während derer ihr ausschließlich pädagogisch wertvolle Literatur erlaubt war. Daher zielen vor allem ihre Jugendbücher darauf ab, ihren Leser_innen Spaß am Lesen und ein positives Gefühl zu vermitteln. Obwohl mir diese Einstellung imponiert, war ich vor der Lektüre von „Rubinrot“ doch ein wenig skeptisch, ob ich ihre gefeierte „Edelstein-Trilogie“ mögen würde. Schließlich überschritt ich die Zielgruppe um mehr als 10 Jahre.

Die 16-jährige Gwendolyn ist es gewohnt, von ihrer Familie wenig Beachtung zu bekommen. In ihrem verwinkelten Londoner Herrenhaus ist ihre Cousine Charlotte der Star. Nicht, dass Gwen sie beneiden würde, aber das Theater um Charlottes Zeitreise-Gen hat sie gewaltig satt. Ihre Großmutter, ihre Tante, alle lauern darauf, dass Charlotte schwindlig wird – ein sicheres Anzeichen dafür, dass ihre erste Zeitreise bevorsteht. Leider lässt diese auf sich warten. Eines Tages ist die Familie wieder einmal in heller Aufregung: Charlotte klagt über Schwindel. Gwen nutzt die erste Gelegenheit, um unauffällig zu verschwinden. Doch als sie das Haus verlässt, befindet sie sich nicht mehr in der Gegenwart, sondern im London um die Jahrhundertwende. Sie ist durch die Zeit gesprungen! Plötzlich muss sie sich mit einer elitären Geheimloge, Unterricht in historischer Etikette und ihrem Partner, dem grässlichen Gideon de Villiers, herumplagen. Das Familiengeheimnis hat Gwen eingeholt. Jetzt heißt es für sie Kopf hoch, Brust raus und aufpassen, dass sie sich nicht zwischen den Zeiten verliert – oder verliebt…

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Dale Lucas – First Watch

Eine Mischung aus „Herr der Ringe“ und „Lethal Weapon“ – so beschreibt Dale Lucas seinen Roman „First Watch“. Der Auftakt der Reihe „The Fifth Ward“ vereint die Action eines Cop Buddy – Films mit den klassisch-epischen Elementen eines High Fantasy – Schmökers. Ich verrate euch ein Geheimnis: ich liebe die Lethal Weapon“-Filme. Riggs und Murtaugh sind für mich der Inbegriff des cineastischen Ermittler-Duos, das ich seit meiner Kindheit feiere. Ich konnte nicht widerstehen, ihre HF-Äquivalente kennenzulernen und stürzte mich mit Freuden auf „First Watch“.

Sich der Stadtwache Yenaras anzuschließen, um aus dem Gefängnis freizukommen, schien Rem eine brillante Idee zu sein. Schließlich wollte er keinesfalls noch länger hinter Gittern versauern und brauchte dringend einen Job. Doch als er seinen Partner kennenlernt, beschleicht ihn das Gefühl, dass seine spontane Entscheidung vielleicht nicht ganz so raffiniert war. Der polternde, übellaunige Zwerg Torvald ist alles andere als begeistert, sich um den Frischling kümmern zu müssen. Widerwillig schleppt er Rem in die Straßen der multikulturellen Metropole, in der Orks mit Drogen dealen, Magier_innen ihren dubiosen Geschäften nachgehen und die Präfekten der Bezirke offen ihre Feindseligkeit für einander ausleben. Unter der grimmigen Führung Torvalds erlebt Rem einen turbulenten ersten Tag, dessen trauriger Höhepunkt ihn am Ende ihrer Schicht erwartet. Unter einer Brücke wird eine Leiche entdeckt. Torvald genügt ein Blick, um festzustellen, dass es sich bei dem Toten um seinen Stammpartner Freygaf handelt. Er wurde ermordet. Wer würde ein Mitglied der Stadtwache heimtückisch umbringen und warum? In welche schmutzigen Geheimnisse war Freygaf verwickelt? Hängt sein Tod mit dem Verschwinden mehrerer Töchter und Söhne aus wohlhabenden Familien zusammen? Torvald schwört, Freygafs Mörder aufzuspüren und Rache zu nehmen. Rem hat keine andere Wahl, als seinen Partner bei seiner Jagd zu unterstützen. Mitgehangen, mitgefangen.

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Verfasst von - 6. März 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Neil Gaiman – American Gods

Mein erstes Date mit Neil Gaiman wollte ich ursprünglich mit „Neverwhere“ bestreiten. Jahrelang schlich ich um den populären Fantasy-Autor, der eng mit Terry Pratchett befreundet war, herum. Ich hatte Respekt vor seinem Ruf und traute mich einfach nicht, ihn kennenzulernen. Dann sahen der Lieblingsmensch und ich den Trailer zur Amazon-Serie „American Gods“. Ich wusste, dass es sich dabei um die Verfilmung von Gaimans gleichnamigen Roman handelt und als der Lieblingsmensch äußerte, dass er der Serie eine Chance geben wollte, entschied ich spontan, zuerst das Buch lesen zu wollen. Mein erstes Date mit Gaiman sollte nicht länger „Neverwhere“ sein. Es sollte „American Gods“ sein.

Nach 3 trostlosen Jahren im Gefängnis wünscht sich Shadow nur noch eines: er möchte nach Hause, zu seiner Ehefrau Laura. Als ihn der Gefängnisdirektor in sein Büro bestellt, ahnt er, dass ihn schlechte Nachrichten erwarten. Betäubt lauscht er den Worten des Direktors, der ihm mitteilt, dass Laura bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben kam. Er wird verfrüht entlassen, um an ihrer Beerdigung teilnehmen zu können. Von einem surrealen Gefühl der Unwirklichkeit begleitet besteigt er ein Flugzeug, das ihn an einen Ort bringen soll, der nicht länger sein Zuhause ist. Neben ihm sitzt ein gut gekleideter älterer Herr. Er stellt sich als Mr. Wednesday vor. Obwohl sie sich gerade erst kennenlernen, weiß er Dinge über Shadow, die er unmöglich wissen kann und bietet ihm einen Job an. Shadow findet ihn seltsam, doch er hat kein Leben, zu dem er zurückkehren könnte. Er hat nichts zu verlieren. Er schlägt ein, unwissend, dass er schon bald in einen kosmischen Sturm hineingezogen werden wird. Um sich zu schützen, muss Shadow den Funken wiederfinden, der mit Laura starb: seinen Glauben.

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Verfasst von - 14. November 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Tiffanie DeBartolo – How to Kill a Rock Star

Tiffanie DeBartolo ist neben ihrer Karriere als Schriftstellerin und Filmproduzentin auch die Gründerin des Indie-Musiklabels Bright Antenna. Ihre Verbindung zur Musik prägte ihren Roman „How to Kill a Rock Star“. Als ich das Buch aufschlug, freute ich mich, dass auf der ersten Seite die Songs aufgelistet sind, die in der Geschichte eine Rolle spielen und nahm mir vor, mal reinzuhören. Leider musste ich feststellen, dass offenbar alle Songs rein fiktiv sind. Ich fühle mich veralbert. Ich hätte gern gewusst, wie der Soundtrack zu einem Buch klingt, das einen so starken Bezug zur Musik hat wie „How to Kill a Rock Star“.

Manche Menschen würden Eliza als besessen von Musik bezeichnen. Sie selbst… Nun gut, vielleicht ist sie besessen, aber diese Besessenheit öffnete ihr immerhin die Türen zur aufregenden Welt des Musikjournalismus. Jetzt lebt Eliza in New York und schreibt für ein angesagtes Magazin. Sie teilt sich eine Wohnung mit Paul, dem Sänger von Bananafish, der Band ihres Bruders Michael. Paul ist nicht nur verboten attraktiv, sondern auch ein musikalischer Virtuose. Seine Stimme berührt Eliza. Er versteht ihre wilde Leidenschaft für die Musik, fühlt und erlebt sie ebenso wie sie. Ihre Liebe entflammt heiß und machtvoll. Eliza fördert Pauls Karriere und keine sechs Monate nach ihrem Kennenlernen zieht Bananafish einen großen Plattendeal an Land. Doch mit dem Erfolg der Band entstehen Probleme, die das junge Paar nicht voraussehen konnte. Als Bananafish auf Tour gehen sollen, muss Eliza die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Ein Leben mit einem angehenden Rockstar ist eben weit weniger glamourös, als man meinen sollte.

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Verfasst von - 13. Juni 2017 in Chic-Lit

 

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James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit

Teil #3: Full Fathom Five – Ein Ausbeuterbetrieb?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Herzlich Willkommen zum dritten Teil der Geschichte von James Frey und Full Fathom Five, durch die euch verständlich machen möchte, warum ich die Reihe „Lorien Legacies“ abbrechen werde.
Den ersten Teil der Geschichte findet ihr HIER, den zweiten Teil der Geschichte HIER.
Gestern habe ich euch erzählt, dass der erste Band der „Lorien Legacies“, „I am Number Four“, ein Gemeinschaftsprojekt von James Frey und Jobie Hughes war, das ihnen einen Deal mit HarperCollins einbrachte, nachdem sie die Filmrechte an Steven Spielberg und Michael Bay verkauft hatten. Es war das erste Buch, das von Freys neu gegründeter Firma Full Fathom Five produziert wurde. Er hoffte nun, junge Autor_innen für FFF rekrutieren zu können, die für die Firma nach dem Vorbild einer Künstlerwerkstatt hochkommerzielle Young Adult – Romane schreiben würden. Unter den Bewerber_innen war Suzanne Mozes, die nach einem Meeting mit James Frey und seiner Assistentin Jessica Almon auf ihren Vertrag wartete…

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Verfasst von - 19. August 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Let’s talk about… Gender in der Urban Fantasy: Mein perfekter untoter Freund

Hallo ihr Lieben! 🙂

Heute möchte ich mit euch eine neue Beitragsreihe unter dem Banner „Let’s talk about..“ beginnen, in der wir uns gemeinsam intensiv mit dem Thema Gender in der Urban Fantasy beschäftigen werden. Bereits vor Monaten habe ich begonnen, dazu zu recherchieren und musste dann schnell einsehen, dass das Thema viel zu umfangreich ist, um es in einem einzelnen Post zu besprechen. Also habe ich mir überlegt, dass wir uns am besten mit jedem Artikel, den ich zu dem Thema ausfindig machen konnte (und vielleicht noch machen werde), einzeln auseinandersetzen.
Heute beginnen wir sanft und relativ locker, indem wir der Frage nachgehen, was Vampire als Partner vor allem im Young Adult Bereich so begehrenswert macht. Was fasziniert uns an den Untoten und warum sind wir bereit, sie als Liebhaber junger Frauen im Teenageralter zu akzeptieren?
Dafür stelle ich euch ein Paper von Ananya Mukherjea von 2011 vor, das den Titel „My Vampire Boyfriend: Postfeminism, ‚Perfect‘ Masculinity, and the Comtemporary Appeal of Paranormal Romance“ trägt. Ich möchte diesen Artikel nicht bloß zusammenfassen, sondern werde auch ein paar eigene Gedanken einfließen lassen, bevor ich im Anschluss versuchen möchte, Mukherjeas Theorie auf die Young Adult Urban Fantasy Bücher zu übertragen, die ich bereits gelesen habe.
Seid ihr bereit für ein bisschen Wissenschaft? Dann los! 😀

Das zentrale Thema in Young Adult Urban Fantasy Romanen ist die Liebe zwischen einer jungen Mädchen-Frau (diese Bezeichnung wird nachher noch klarer) im Highschool-Alter und einem bluttrinkenden Jungen-Mann, der Schmerzen leidet bei dem Versuch, keine Menschen zu töten oder seine Liebste nicht in einen Vampir zu verwandeln. Meist wird die große Erste Liebe romantisiert und idealisiert dargestellt; die LeserInnen begeben sich in eine Welt des jugendlichen Überschwungs, jugendlicher Begeisterung und jugendlicher Attraktivität. Vermittelt wird die zugrundeliegende Idee, dass die Liebe zu einer besonders reinen, „guten“ jungen Frau auch einen im Wesentlichen extrem „bösen“ oder „schlechten“ Mann zu retten vermag. Um zu verstehen, was an diesen Beziehungen so anziehend ist, müssen wir uns zuerst einmal ansehen, wie die Persönlichkeiten, aus denen sich das literarische Paar zusammensetzt, charakterisiert sind.

Vampires-vampires-32618086-422-450Die herausragendste Eigenschaft von Vampiren wie Edward aus der Twilight-Reihe ist wohl ihre allumfassende Dualität. Man kann sie getrost als wandelnd Widersprüche bezeichnen, denn sie bündeln Qualitäten, die zum Teil sehr gegensätzlich sind. Sie sind jung und gleichzeitig alt, vereinen ein jugendliches Äußeres mit dem, was man wohl eine „alte Seele“ nennen kann: der Erfahrung und Weisheit des Alters. LeserInnen müssen beide Altersangaben anstandslos und vorbehaltlos akzeptieren können, denn andernfalls droht die beschriebene Beziehung, in die Perversion abzurutschen. Schließlich sprechen wir hier über Altersunterschiede von mehreren hundert Jahren.

Darüber hinaus ist das jugendliche Äußere des Untoten in der Regel außerordentlich attraktiv und begehrenswert. Nicht nur die Heldin der Geschichte sehnt sich nach dem Vampir, sondern auch ihre Freundinnen, die Mädchen an ihrer Schule und nicht selten bemerken es auch ältere (weibliche) Bezugspersonen. Er hingegen interessiert sich ausschließlich für die Heldin, obwohl er an jeder Hand 10 Frauen haben und ein eigenes Mode-Magazin verlegen könnte. Auf diese Weise wird die Heldin im Kopf der LeserInnen zu einer einzigartigen, prominenten und wichtigen Persönlichkeit, die einfach etwas Besonderes sein MUSS, weil er für sie schwärmt. Ihrer eigenen Ausstrahlung und Wirkung auf Männer ist sie sich (noch) nicht bewusst; sie vermittelt einen jungfräulichen, naiven und unschuldigen Eindruck.

Sein tatsächliches Alter lässt den Vampir wie einen dunklen Gentleman aus einer anderen Zeit erscheinen: reich und sozial dominant bietet er der in der Entwicklung begriffenen Heldin altmodische, aber stabile Gender Rollen und Erwartungen, die ihrer eigenen Situation oft krass entgegen gesetzt sind. Sie selbst weiß meist noch gar nicht, welche Rolle sie verkörpern möchte und was sie von sich selbst erwartet. In ihrer Beschreibung unterscheidet sie sich oft stark von ihren Altersgenossinnen. Sie ist weniger cool, weniger selbstbewusst, eher still und zurückhaltend, eben einfach „anders“ als die Anderen. Der daraus entstehenden Unsicherheit steht der Vampir gegenüber, der durch sein wahres Alter bereits gewissermaßen einen „abgeschlossenen“ Entwicklungsstand erreicht hat. So kann sich die Geschichte primär oder sogar vollständig auf ihre Entwicklung konzentrieren. Der Vampir befindet sich in einer Lage, in der er die Entwicklung und Selbstfindung seiner Heldin unterstützen kann, die mit den verwirrenden Möglichkeiten und Erwartungen der Welt kämpft, um ihre eigene Weiblichkeit zu definieren. Statt diesen Prozess zu unterdrücken oder sich davon bedroht zu fühlen, ist er in seiner Persönlichkeit so gefestigt, dass er sie darin bestärken und sogar beschützen kann, ohne ihre weitere Entwicklung ins Wanken zu bringen.

Als Old School Gentleman hat er das unbedingte Bedürfnis, seine Anbetete vor Gefahren jeglicher Art zu bewahren, sei es nun vor ihr selbst, äußeren Einflüssen oder vor ihm. Ihr Verlangen nach einem Gentleman wiederum ist exemplarisch für die schwierige Beziehung, die viele Frauen zu Weiblichkeit und zum Feminismus haben. Die Heldin verkörpert den Konflikt des Bedürfnisses, sich beschützt zu fühlen und ihre äußere Weiblichkeit anerkannt zu wissen mit dem Streben nach einem selbstbestimmten, aktiven Leben. Während viele menschliche Partner an diesen (scheinbaren) Gegensätzen scheitern würden, ist es ihr mit einem übernatürlichen Liebhaber möglich, beides zu bekommen. Sie Bella-Edward-kurz-vorm-kussmuss sich nicht entscheiden. Ihr Liebster personifiziert die maskulinen Ideale mehrerer Klassen und Epochen für mehrere Alters- und Bevölkerungsgruppen. Sie kann aus einer Vielzahl von Charaktereigenschaften und Fähigkeiten wählen, die ihrer Entwicklung entgegenkommen. Der Vampir ist wehrhaft und aggressiv, wenn es nötig ist (wenn auch eher widerwillig, er hat keine Neigung zur Gewalt, es sei denn, seine Partnerin ist in Gefahr oder wird bedroht); ist aber trotz dessen sensibel, einfühlsam, romantisch und aufopferungsvoll. Jede für die Heldin potentiell bedrohliche Eigenschaft wird dadurch neutralisiert, dass er in der Beziehung den erwachsenen Part übernimmt. Er ist derjenige, der auf verantwortungsbewusstem Verhalten und Zurückhaltung besteht. Man kann durchaus davon sprechen, dass er in vielen Situationen beides ist: Vaterfigur und Liebhaber. Die Heldin kann sich jeder Zeit darauf verlassen, dass er ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie kann auf seine Erfahrungen zurückgreifen und wenn es hart auf hart kommt, trifft er auch ungeliebte Entscheidungen zu ihrem Wohl. Niemals würde er die Situation sexuell ausnutzen, denn das Risiko, ihr damit zu schaden (ob nun physisch oder psychisch, weil sie noch nicht bereit für eine sexuelle Beziehung ist), ist viel zu hoch – dessen ist er sich nur allzu bewusst.

So wird schnell klar, was Vampire in der Rolle des Partners einer jungen, menschlichen Frau so bemerkenswert macht: sie sind alles auf einmal. Sie erfüllen jedes Bedürfnis und Verlangen ihrer Heldin, denn sie sind gleichzeitig sehr hart und sehr weich, faktisch fehlerlos. Obwohl auch menschliche Partner vampirische Züge aufweisen können, könnten sie niemals dieselbe Dualität verkörpern. Vampire in der Young Adult Urban Fantasy sind hypermaskulin, darin besteht ihr Reiz. In der Realität wäre uns diese Hypermaskulinität wohl definitiv zu viel, denn wer möchte schon einen Partner an seiner Seite wissen, der absolut perfekt ist, immer das Richtige sagt und tut? Doch in der YA UF funktioniert das Konzept, weil der Vampir auf diese Weise zu einer Figur wird, die viele verschiedene weibliche Wünsche und Sehnsüchte harmonisch in sich vereint. Er ist eine Projektion. Stephenie Meyer fasste Edwards Attraktivität für Bella sehr treffend zusammen: „We can’t all be slayers“.

Soweit die Theorie. Ganz offensichtlich funktioniert Mukherjeas Ansatz wunderbar mit der Liebesgeschichte zwischen Edward und Bella aus der Twilight-Serie. Doch ist er auch auf andere Romane übertragbar?
Ich bin mir sicher, dass das Fall ist, selbst mit Figuren, die komplexer sind als Bella und Edward. Obwohl ich feststellen musste, dass ich wenige Young Adult Romane gelesen habe, die Vampire behandeln (ja, wirklich, offenbar mag ich YA Dystopien lieber als YA UF), gibt es doch ein sehr aktuelles Beispiel, in denen ich ähnliche Tendenzen feststellen konnte, obwohl die ProtagonistInnen völlig anders sind als Bella und Edward: Gavriel und Tana in „The Coldest Girl in Coldtown“. Meiner Meinung nach sind Tana und Gavriel wesentlich facettenreicher als ihre KollegInnen des Genres, aber ihre Beziehung ist aus genau den gleichen Gründen knisternd und spannend. Es ist das Spiel mit dem Feuer und der Gefahr, ohne jemals wirklich in Gefahr zu sein. Ich kann hier leider nicht allzu sehr ins Detail gehen, ohne zu spoilern, doch Fakt ist, meiner Meinung nach sind sich Edward und Gavriel in ihrer grundlegenden Konstruktion gar nicht so unähnlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Die Details verschleiern ihre wesentlichen Gemeinsamkeiten. Man sieht den absolut durchgeknallten Gavriel und kann sich nicht vorstellen, dass er sich jemals genauso verhält wie der sanftmütige, poetische Edward. Aber ich bin überzeugt, dass es so ist. 😉

Was haltet ihr von Mukherjeas Theorie?

Stimmt ihr ihr zu, dass der Reiz des vampirischen Liebhabers in seiner Hypermaskulinität liegt? Weil er perfekt ist und der Heldin alles geben kann, was sie sich wünscht und herbei sehnt? Weil er sie unterstützt und ihre Entwicklung fördert, völlig uneigennützig?
Im abschließenden Teil des Papers vermerkt Mukherjea, dass die Beliebtheit des Genres daher rührt, dass die Liebesgeschichte eine Beziehung darstellt, in der eine junge Frau Sicherheit und Schutz erfährt, ohne auf weibliches Vergnügen oder das Ausleben ihrer Weiblichkeit verzichten zu müssen. Im Gegenteil: der Vampir ermöglicht ihr, ihre Möglichkeiten zu maximieren. Daraus schließt Mukherjea, dass diese Art von Beziehung etwas ist, was sich viele Frauen der Realität wünschen.
Ich für meinen Teil muss dem zustimmen. Rational weiß ich genau, dass ich mit einem Edward niemals glücklich werden könnte, doch emotional… na ja, ich habe damals gesagt „Edward ist einfach ein Kerl zum Heiraten“. Er ist eine hübsche kleine Illusion. Ging es euch genauso? Habt ihr ebenfalls für Edward geschwärmt, obwohl ihr rein intellektuell genau wusstet, dass er zu perfekt ist?

Lasst eure Gedanken einfach freien Lauf, wie immer gibt es keine richtigen oder falschen Antworten. Ich freue mich sehr auf unseren Austausch! 🙂
Alles Liebe,
Elli

P.S.: Läuft alles nach Plan, geht es übrigens nächste Woche bereits weiter, mit einem etwas heftigeren Thema: Vergewaltigungsmythen in der Urban Fantasy.

P.P.S.: Wenn ihr das Paper von Ananya Mukherjea lesen möchtet, sagt Bescheid! Ich verschicke es gern per E-Mail im PDF-Format!

(Bildquelle 1)
(Bildquelle 2)

 

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