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Tad Williams – Die Hexenholzkrone 1

Endlich ist es da! Seit ich erfahren habe, dass Tad Williams 2017 nach Osten Ard zurückkehrt und uns mit der neuen Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“ beglückt, konnte ich die Veröffentlichung des ersten Bandes „Die Hexenholzkrone“, der auf dem deutschen Markt geteilt erscheint, kaum erwarten. Das Zwischenspiel „Das Herz der Verlorenen Dinge“ versüßte mir natürlich die Wartezeit, doch es fachte meine Ungeduld auch zusätzlich an. Im September war es dann soweit. Der erste Teil „Die Hexenholzkrone 1“ erblickte das Licht der Welt und ich zögerte nicht, den Verlag Klett-Cotta um ein Rezensionsexemplar zu bitten, das ich rechtzeitig vor Erscheinen des zweiten Teils im November lesen und rezensieren wollte. Voller Vorfreude stürzte ich mich in mein Wiedersehen mit Simon und seinen Freunden, wohl wissend, dass mich Tad Williams im Grunde nicht enttäuschen konnte.

30 Jahre nach dem Sturmkönigskrieg sind die gefürchteten Nornen nur noch eine Schauergeschichte. Osten Ard erblühte und gedieh unter der Regentschaft des Königspaares Simon und Miriamel; es herrschen Frieden und Wohlstand. Doch der Schein trügt. Tief unter der Sturmspitze regen sich die Hikeda‘ya erneut. Ihre finstere Königin Utuk’ku erwachte aus ihrem Heilschlaf und plant, Rache für die verheerende Niederlage am Hochhorst zu nehmen. Immer häufiger erreichen Simon und Miriamel Berichte von Sichtungen der Nornen. Unruhe breitet sich wie ein beklemmender Schatten in Osten Ard aus. In Hernystir künden besorgniserregende Gerüchte von der Wiederbelebung eines grässlichen Blutkultes. Im nabbanischen Süden droht eine Fehde zwischen Brüdern zu eskalieren und das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Simon und Miriamel müssen handeln. Unglücklicherweise sind sie nicht mehr jung. Ihre Verbündeten sind entweder alt oder tot. Können sie es wagen, das Schicksal ihres Reiches in die Hände der nächsten Generation zu legen?

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Verfasst von - November 1, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Montagsfrage: Liebste Bücherwelten?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Für alle, die sich gefragt haben, wie mein Besuch beim Zahnarzt ausgegangen ist: gut. Es war lange nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Eigentlich war es überhaupt nicht schlimm, ich habe mich umsonst verrückt gemacht. Ich gelobe, nächstes Mal nicht mehr zu jammern, wenn es heißt, Füllung einsetzen. Allerdings hat das Drama einen zweiten Akt. Da ich zur Zeit ohnehin krank geschrieben bin, habe ich meiner Zahnärztin vorgeschlagen, die Gelegenheit zu nutzen, um gleich mal meine oberen Weisheitszähne zu entfernen. Die unteren können glücklicherweise vorerst drin bleiben. Morgen geht es mit dem ersten los. Urgh. Was hab ich mir da nur angetan? Wer macht sowas? Wer geht freiwillig zum Zahnarzt und bittet darum, die Weisheitszähne gezogen zu bekommen? Ich muss neben mir gestanden haben. Völlig umnachtet.
Nun gut, noch bleibt mir eine kleine Gnadenfrist und die nutze ich, um die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja zu beantworten.

Welche Bücherwelten magst du am liebsten und wieso?

Ha, eine einfache Frage. Alle, die mich kennen, dürften sie im Schlaf beantworten können. Meine liebsten Bücherwelten sind natürlich High Fantasy – Welten! 😀 Die aktuellen Lieblinge sind das malazanische Imperium („Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson), Westeros („A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin) und Osten Ard („Das Geheimnis der Großen Schwerter“ von Tad Williams). Ich ziehe High Fantasy – Welten allen anderen Buchwelten vor, weil sie mich am weitesten von der Realität wegbringen, was für mich letztendlich der Grund ist, überhaupt zu lesen. Dort ist einfach alles möglich. Die Grenzen bestimmt ausschließlich die Fantasie des Autors oder der Autorin. Magie, Ritter und Drachen; wahrer Heldenmut, gewaltige Intrigen und faszinierende Kulturen. Ich liebe es. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich mich nicht auch in anderen Buchwelten wohlfühlen würde, nein, ich bin ebenso fähig, mich beispielsweise von dystopischen Zukunftsvisionen oder intelligent konstruierten Urban Fantasy – Realitäten begeistern zu lassen. Doch mein Herz gehört nun mal der High Fantasy und ich denke nicht, dass sich das jemals ändern wird.

In welchen Buchwelten fühlt ihr euch am wohlsten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen möglichst schweißfreien Start in die neue heiße Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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Tad Williams – Das Herz der Verlorenen Dinge

29 Jahre sind vergangen, seit Tad Williams den ersten Band seiner Trilogie (bzw. Tetralogie) „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ erstveröffentlichte. Der Abschluss des Mehrteilers liegt 24 Jahre zurück. Ich denke, wir können über den Autor demzufolge getrost als Urgestein der High Fantasy sprechen. Wenn ein Urgestein nach so vielen Jahren in seine erste Welt zurückkehrt und eine Geschichte, die die Fans für längst abgeschlossen hielten, weiterführt, ist das eine Sensation. Ohne Wenn und Aber. Als ich hörte, dass es ab 2017 neue Abenteuer aus Osten Ard geben wird, war ich völlig aus dem Häuschen. „Das Herz der Verlorenen Dinge“ ist ein kleiner Vorgeschmack auf Williams‘ Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“ und schließt eine bedeutende Handlungslücke. Klett-Cotta war so freundlich, mir ein heißersehntes Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen.

Der Sturmkönig wurde besiegt. Das Gute triumphierte, das Böse wurde zurückgedrängt und Osten Ard ist wieder frei. Ebenso wie die Menschen erlitten die gefürchteten Nornen in dem verheerenden Kampf am Hochhorst schreckliche Verluste. Die wenigen Überlebenden versuchen, sich vor dem Zorn der Sterblichen in ihre Heimat zu retten, den tief im Norden thronenden Berg Sturmspitze, in dem ihre Königin Utuk’ku in einem gefährlichen komatösen Heilschlaf liegt. Ihr Rückzug zieht eine blutige Spur durch das Land. Plündernd und mordend verwüsten sie jedes Dorf, das ihren Weg kreuzt. Herzog Isgrimnur und seine Männer nehmen die Verfolgung auf und treiben die Weißfüchse mitleidlos vor sich her. Wie soll die Menschheit je wieder in Frieden leben, solange die finsteren Verwandten der Sithi unter der Erde ihr Unwesen treiben? Der Krieg mag beendet sein, doch die letzte Schlacht ist noch nicht geschlagen.

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Verfasst von - April 20, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Tad Williams – Der Abschiedsstein

„Der Abschiedsstein“

Der Abschiedsstein

Originaltitel: “Stone of Farewell“

Reihe: Das Geheimnis der Großen Schwerter #2 / Memory, Sorrow and Thorn #2

Autor: Tad Williams

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 893 Seiten

Verlag: Fischer

Sprache: Deutsch

ISBN:  3596130743

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 15.10.2014

Bewertung:

„Der Abschiedsstein“ ist der zweite Band der Saga „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ von Tad Williams. Ich habe lange (ihr seht es an der Zeitspanne, die zwischen Lesen und Rezensieren liegt) gebraucht, um mir darüber klar zu werden, wie ich dieses überaus komplexe High Fantasy Werk für euch zusammenfassen möchte, ohne zu tief ins Detail zu gehen. Ich habe mich letztendlich dazu entschieden, die Handlung nur sehr oberflächlich zu besprechen, weil alles andere schlicht den Rahmen sprengen würde. Während der Vorbereitung habe ich für mich ein Schaubild erstellt, das die verschiedenen Handlungsstränge aufführt. Ich habe euch das Ding eingescannt, um euch zu zeigen, wie umfangreich eine richtige Inhaltsangabe wäre. Außerdem bekommt ihr so die Möglichkeit, den Inhalt doch noch einmal detaillierter nachvollziehen zu können, falls ihr das möchtet und meine Schrift lesen könnt. 😉

Noch immer herrscht Krieg in Osten Ard. König Elias hat mit Hilfe der schrecklichen Nornen und Ineluki Sturmkönig Naglimund, die Festung seines Bruders Prinz Josua, eingenommen. Der Prinz selbst und seine Verbünden sind im ganzen Land versprengt. Jede Gruppe versucht auf ihre Weise, das Schicksal zu ihren Gunsten zu verändern und dem verrückten König und seinen Verbündeten Einhalt zu gebieten. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht nun der Stein des Abschieds, ein magischer Ort der Sithi, der den Rebellen zumindest vorübergehend Schutz bieten soll. Doch für alle ist der Weg dorthin weit und gefährlich. Besonders Simon, ehemaliger Küchenjunge des Hochhorsts und Bezwinger des Drachen Igjarjuk, muss viele Abenteuer bestehen, in denen er mehr als einmal nur knapp dem Tod entgeht.

Abschiedsstein Schaubild

Größer? Klick mich!

Wie ihr vielleicht anhand meines Schaubilds sehen könnt, ist man als LeserIn von „Der Abschiedsstein“ mit mindestens zehn verschiedenen Perspektiven konfrontiert. Da die Aufständischen wie bereits erwähnt über ganz Osten Ard verteilt sind, laufen alle Handlungsstränge parallel, ohne sich wirklich zu kreuzen. Ihr könnt euch sicher denken, wie unglaublich komplex der zweite Band der Saga dadurch ist. Eines haben jedoch fast alle Charaktere gemein: sie reisen. Das Thema Reise ist das zentrale Merkmal einer Handlung, die einem Spinnennetz gleicht, in dessen Mittelpunkt wiederum der mysteriöse Stein des Abschieds steht. Ich bewundere die intelligente Konstruktion dieses Spinnennetzes sehr, muss allerdings auch sagen, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Fäden etwas sanfter hätten sein können für meinen Geschmack. So voll und ganz lebendig die Charaktere sind und obwohl (oder gerade weil?) man sie durch das Reise-Thema von allen möglichen Seiten kennenlernt, sind die Perspektivwechsel äußerst abrupt, was mich mehrfach ziemlich irritierte. Ihr müsst euch vorstellen, dass man als LeserIn in einem Absatz mitten im Süden bei Prinzessin Miriamel ist und dann, ohne Vorwarnung, tausende von Meilen weit weg im Norden bei Simon, ohne dass es irgendeine Gemeinsamkeit zwischen den beiden Figuren oder ihrer jeweiligen Situation gäbe. Das war nicht immer leicht und ich musste mich definitiv erst daran gewöhnen, vor allem, weil Tad Williams dazu neigt, eine Handlung genau dann zu unterbrechen, wenn sie richtig spannend wird. Das fiel mir besonders in Bezug auf Herzog Isgrimnur auf, der von Prinz Josua dazu verdonnert wurde, Miriamel zu finden und ihr somit hinterher reist. Ich konnte mich extrem gut in ihn hineinversetzen, in all die Frustration, die er empfunden haben muss, weil er Miri oft schon so nahe war und sie dann doch wieder knapp verpasste. Williams lässt sie einfach nicht zusammen kommen. Ich fand das ermüdend und gelinde gesagt zum Haare raufen. Für die Geschichte war es vielleicht nötig, aber für mich verstärkte es den Eindruck, den ich das gesamte Buch über nicht loswurde: „Der Abschiedsstein“ und die gesamte Saga „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ liest sich schwerfällig. Wie schon in „Der Drachenbeinthron“ musste ich erneut immer wieder die Zähne zusammen beißen und mich durch die eine oder andere Situation durchkämpfen. Ich finde Tad Williams‘ Talent großartig, aber das Auf und Ab des Spannungsbogens macht es schwer, präsent zu bleiben. Trotzdem hatte ich natürlich Spaß mit dem zweiten Band, denn gerade durch die parallelen Handlungsstränge zeichnet sich schon ab, wer sich im dritten Band „Die Nornenkönigin“ begegnen wird.

„Der Abschiedsstein“ ist nichts für QuereinsteigerInnen. Man kann diesen Roman nicht lesen, ohne den Vorgänger gelesen zu haben und meines Erachtens nach auch danach nicht abbrechen, weil die Neugier einfach zu groß ist. Tad Williams schreibt beispielhafte High Fantasy und ist ein fabelhafter Geschichtenerzähler, auch wenn seine Tetralogie wohl eher etwas für geduldige LeserInnen ist, die ein bisschen Zähigkeit verkraften können. Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos, wenn ich daran denke, wie viel Arbeit schon nur ein einziger Band dieser Geschichte gewesen sein muss. Wie schön wäre die Bücher-Welt, wenn jede/r AutorIn so viel Engagement aufbringen würde wie Tad Williams.

 
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Verfasst von - November 19, 2014 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Tad Williams – Der Drachenbeinthron

„Der Drachenbeinthron“

Drachenbeinthron

Originaltitel: “The Dragonbone Chair”

Reihe: Das Geheimnis der Großen Schwerter #1 / Memory, Sorrow and Thorn #1

Autor: Tad Williams

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 936 Seiten

Verlag: Fischer

Sprache: Deutsch

ISBN:  3596130735

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 18.06.2014

Bewertung:

Osten Ard trauert um seinen König. Johan Presbyter ist tot. Er gab dem Land Frieden und Wohlstand und befreite es von dem Feuerdrachen Shurakai. Nun folgt ihm sein Erstgeborener Elias auf den Thron. Den Drachenbeinthron, der im großen Saal des Hochhorstes steht.
Der Hochhorst ist gleichzeitig Geburtsort und Heimat von Simon. Als Aushilfs-Küchenjunge und passionierter Tagträumer interessiert er sich für politische Entwicklungen eher wenig. Doch als er eines Tages den Bruder des Königs, Prinz Josua Ohnehand, in einem der Verliese der Burg entdeckt, wird dem Waisenjungen plötzlich eine wichtige Rolle im Schicksal des Landes zuteil. Er verhilft dem Prinzen zur Flucht und muss ihm kurz darauf selbst folgen, gejagt von den Schergen des unberechenbaren Königs und seines unheimlichen Beraters Pryrates. Er entdeckt, dass in Osten Ard weit mehr vor sich geht als nur politische Ränkespiele, ein Streit zwischen Brüdern und ungewöhnliche Wetterphänomene: Elias ließ sich auf Pryrates Geheiß hin mit finsteren Mächten ein, die niemand zu kontrollieren vermag. Er schmiedete einen Pakt mit den Nornen und Ineluki Sturmkönig. Simon muss Josuas Festung Naglimund erreichen, um den Prinzen zu warnen. Als er nach einer langen, abenteuerlichen und gefährlichen Reise dort eintrifft, liegt das letzte Fünkchen Hoffnung gegen Elias und seine unnatürlichen Verbündeten in einer alten Prophezeiung. Kann Simon die Last der Verantwortung tragen, die auf seinen Schultern liegt und die drei Großen Schwerter Dorn, Leid und Minneyar aufspüren, während sich seine Heimat im Krieg befindet?

Tad Williams ist ein großartiger Autor mit einer bezaubernden, poetischen Schreibweise. Besonders seine Naturbeschreibungen haben es mir angetan; sie erinnerten mich an so manches Gedicht aus der Epoche des Sturm und Drang. Trotz dessen oder gerade deswegen brauchte ich eine Weile um einen Einstieg zu „Der Drachenbeinthron“ zu finden. Williams Stil ist anspruchsvoll, ich musste mich erst etwa 120 Seiten lang daran gewöhnen. Dann geschah es jedoch ganz plötzlich, von einem Moment auf den anderen war ich drin.
Die überaus dichte und komplexe Handlung enthält alles, was das Genre High Fantasy auszeichnet. Zu Beginn geht es recht gemächlich zu; die LeserInnen erhalten von Williams viel Zeit, um den Protagonisten Simon und sein Leben im Hochhorst kennenzulernen. Auch die Bedrohung, die von König Elias und seinem gruseligen Ratgeber Pryrates ausgeht, schleicht sich langsam ein. Als Schlüsselereignis fungiert Prinz Josuas Befreiung, ich empfand es als Explosion im Spannungsbogen. Simons darauffolgende Reise nach Naglimund hingegen erschien mir fast schon unerträglich lang und las sich für mich sehr zäh; sie ist der Grund, warum „Der Drachenbeinthron“ von mir nur drei Sterne erhält. Obwohl Simon unterwegs eine Menge passiert und er darüber hinaus auch neue Freunde findet, musste ich die Zähne zusammen beißen und mich durchkämpfen. Ich war erleichtert, als er endlich die Festung erreichte und wurde für mein Durchhaltevermögen belohnt, denn ab diesem Zeitpunkt spitzen sich Ereignisse dramatisch zu.
Mit Simon als Protagonist erlebte ich eine außergewöhnliche Ebene der Identifikation. Er ist kein ganz einfacher Charakter, befindet sich noch voll in seiner Entwicklung vom Jungen zum Mann. Daher neigen seine Reaktionen zu Extremen. Manchmal verhält er sich mutig und pflichtbewusst, in anderen Momenten ist er tollkühn und kindlich trotzig. Er muss erst noch lernen, dass die Zeit zum Tagträumen vorbei ist und in die Verantwortung, die er trägt, hinein wachsen. Ich empfand sowohl seine Entwicklung als auch ihn selbst als glaubhaft und überzeugend.

Insgesamt wird in „Der Drachenbeinthron“ deutlich, dass es sich um den ersten Band eines vierteiligen High Fantasy Epos handelt. Williams knüpft Stück für Stück Verbindungen, bereitet kommende Ereignisse vor, deutet vieles an und entfachte bei mir Appetit auf mehr. Ich gehe davon aus, dass es im nächsten Band „Der Abschiedsstein“ richtig zur Sache gehen wird und ich hoffe vor allem auf Schlachtszenen, auf die ich im ersten Band verzichten musste. Außerdem glaube ich, dass Simons Bestimmung offenbart wird, die garantiert sehr eng an das Schicksal Osten Ards gebunden ist. Ich platze fast vor Neugier auf seine weiteren Entwicklungsschritte.
„Der Drachenbeinthron“ ist eine Lektüre für LiebhaberInnen anspruchsvoller High Fantasy, die eine klassische Rollenverteilung à la „Der Herr der Ringe“ mögen, denn Gut und Böse sind gradlinig zugeschrieben. In Tad Williams herrliche Schreibweise lässt es sich wunderbar eintauchen und Osten Ard ist schlicht ein magischer Ort, an dem sich Fantasy – Begeisterte sehr wohl fühlen werden.

 
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Verfasst von - Juni 24, 2014 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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