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Montagsfrage: Unbeachtet, vergessen, unbekannt?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das Projekt „Diskutieren wir den Literaturnobelpreis“ nimmt Gestalt an. Ich habe angefangen, den Beitrag zu schreiben und bin mehr denn je überzeugt, dass wir diese kritische Auseinandersetzung brauchen. Ich bin allerdings noch nicht sicher, welche Ausmaße das Ganze annehmen wird. Um meine Argumente fundiert darzulegen, muss ich natürlich erst mal eine Faktenlage schaffen und wie immer kann ich mich einfach nicht kurz fassen. Mir schwant, dass ich das Projekt aufteilen muss. Es kann also gut sein, dass wir uns das Thema in Etappen und mehreren Beiträgen vornehmen müssen.
Aber das soll euch noch nicht kümmern, denn heute beantworte ich erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise und für morgen habe ich etwas ganz Besonderes für euch vorbereitet. Spürt ihr die Neugier? Dann schaut morgen vorbei! 😉

Welches Buch ist eher unbekannt, sollte aber ein Klassiker sein?

Um die heutige Frage zu beantworten, bin ich meine Rezensionen durchgegangen und habe abgewartet, bei welchem Buchtitel es in meinem Inneren klickt. Über die Jahre habe ich selbstverständlich eine Menge gute Bücher gelesen, aber nur wenige, die meiner Meinung nach unbedingt in den erlesenen Kreis der Klassiker aufgenommen werden sollten. Am Ende meiner kleinen Recherche blieben vier Bücher übrig: „Kings of the Wyld“ (The Band #1) von Nicholas Eames, ein Reihenauftakt, der hoffentlich eines Tages zu den Klassikern der High Fantasy zählt; „The long way to a small, angry planet“ (Wayfarers #1) von Becky Chambers, das uns lehrt, das intergalaktische Toleranz möglich ist; „The Power“ von Naomi Alderman, das definitiv nicht unbekannt, für den Status „Klassiker“ allerdings noch etwas jung ist und „Beauty Queens“ von Libba Bray. Ich möchte heute über „Beauty Queens“ sprechen, weil es meiner Ansicht nach am dringendsten gesteigerte Aufmerksamkeit benötigt.

Libba Bray ist eine erfolgreiche Young Adult – Autorin, die einigen von euch vielleicht durch ihre Reihe „The Diviners“ oder die Trilogie „Der Geheime Zirkel“ ein Begriff ist. Zu diesen Geschichten kann ich nichts sagen, denn ich habe sie (noch) nicht gelesen. Mein erster Kontakt mit Bray ereignete sich im Februar 2015, als ich „Beauty Queens“ auf meine Wunschliste setzte. Der Einzelband hatte meine Neugier durch das Cover und die absurd klingende Inhaltsangabe geweckt. Die Ausgangssituation ist schnell erklärt: die 50 Teilnehmerinnen des Miss Teen Dream Schönheitswettbewerbs stürzen mit ihrem Flugzeug über einer kleinen einsamen Insel ab und müssen in der Wildnis auf sich selbst gestellt überleben. Ich erwartete jede Menge unterhaltsames Teenagerdrama, Zickerei und Tränen vor einer paradiesischen Kulisse und freute mich auf einige Lacher auf Kosten der potenziellen Schönheitsköniginnen.

Was Libba Bray mir tatsächlich präsentierte, ist ein sensationelles Buch über weibliches Empowerment. Diese Geschichte hinterfragt jedes Genderklischee und kritisiert die gesellschaftlichen Mechanismen von Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und ganz allgemein Diskriminierung in jeder Couleur. Es ist eine zynische, spitzzüngige Satire, deren abenteuerliche, manchmal comicähnliche Handlung einen lockeren, bittersüßen Rahmen für die bedeutende Entwicklung der Figuren bietet. Auf der Insel entdecken unsere unerschrockenen Heldinnen nämlich, dass sie den Quatsch mit dem Schönheitswettbewerb gar nicht nötig haben. Sie erkennen, wie viel Stärke in ihnen steckt und erkämpfen sich Selbstbestimmung. „Beauty Queens“ ist ein breit grinsendes Ausrufezeichen des Feminismus, ein Buch, das Emanzipation mit viel schrägem Humor freudig feiert und Leser_innen vermittelt, dass wahre Selbstliebe nicht von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen abhängt. Es ist wichtig, befreiend und absolut lesenswert.

Meiner Meinung nach gebührt „Beauty Queens“ nicht nur das Prädikat „Klassiker“, sondern gehört in Lehrpläne weltweit. Es ist vor allem für junge Leser_innen bedeutend, weil es eine Botschaft verbreitet, die in unserer modernen Zeit oft viel zu kurz kommt: Du bist okay wie du bist. Du bist genug. Verschwende dein Potential nicht damit, unrealistischen Idealen nachzujagen. Es sollte in jedem Bücherregal einen Ehrenplatz haben, verschenkt und vorgelesen werden, Preise gewinnen, öffentliche Diskussionen anregen und in aller Munde sein. Ich bin entsetzt, dass es nie ins Deutsche übersetzt wurde und insgesamt nicht die Beachtung erhält, die es verdient. Deshalb plädiere ich heute vehement für diesen außergewöhnlichen Roman und fordere euch auf, das gute Stück sofort euren Listen hinzuzufügen. Lasst euch von der Sprachbarriere nicht aufhalten; es ist Jugendliteratur und liest sich sehr leicht, selbst, wenn ihr die englische Sprache nicht gewohnt seid. Ich versichere euch, der Aufwand lohnt sich. Befreien wir „Beauty Queens“ aus seinem tragischen Dasein im Tal der vergessenen Bücher.

Welches Buch sollte eurer Meinung nach unbedingt zu den Klassikern zählen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sensationellen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Objektiv, subjetiv, Buchblogger?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe mich in der letzten Woche mal wieder über Amazon geärgert. Normalerweise bin ich eine zufriedene Kundin. Ich weiß, sie behandeln ihre Mitarbeiter_innen unterirdisch, fördern Monopolismus und eigentlich sollte ich nicht beim großen A kaufen, aber es ist einfach zu verlockend, weil sie eben oft sensationell günstige Angebote haben und sich um ihre Kund_innen wirklich bemühen. Nur mit ihrem firmeninternen Logistiker Amazon Logistics gibt es immer wieder Probleme. Vorletzten Freitag habe ich ein Buch bestellt, an das ich gebraucht nur schwer herankomme. Doch da Amazon Logistics Pakete übergeben kann, ohne eine Unterschrift zu verlangen und es mit den Benachrichtigungskarten nicht so genau nimmt, wurde mein Buch laut Website „einem Hausbewohner übergeben“, ohne dass ich wusste, wer genau es nun entgegengenommen hatte. Wohl gemerkt handelte es bei dem Zustelltag um einen Samstag, mein Mann und ich waren beide zu Hause. Es hatte nicht ein einziges Mal geklingelt.

Ein Anruf beim Kundenservice half mir nicht weiter, man versprach mir eine Befragung des Lieferanten und bat mich um Geduld. Man würde sich melden. Das ist natürlich nicht passiert, also rief ich am Mittwoch noch einmal an. Der nette Mann am Telefon sagte, der Zusteller habe sich nicht zurückgemeldet, weshalb wir davon ausgehen müssten, dass mein Paket verloren ging. Sowas kann passieren. Was allerdings nicht in meinen Kopf will, ist, wie es sein kann, dass der firmeneigene Logistiker nicht auf eine Anfrage des Kundenservice reagiert. Wie ist das möglich? Es ist doch dasselbe Unternehmen. Ich verstehe das nicht. Mein Bearbeiter brachte dann eine Ersatzlieferung auf den Weg, die dieses Mal pünktlich und zuverlässig bei mir eintraf, aber der ganze Vorgang bleibt mir ein Rätsel. Solche Vorfälle produzieren Verluste für Amazon und kommen offenbar so häufig vor, dass es auf der Seite ein Video gibt, das erklärt, wie sich Kund_innen verhalten sollen, wenn ihre Sendung trotz „Zugestellt“-Status verschollen ist. Meiner Meinung nach könnte leicht Abhilfe geschaffen werden, wenn die Lieferanten eine Unterschrift verlangen müssten, wie es zum Beispiel bei der DHL der Fall ist. Dadurch wird online vermerkt, wer das Paket hat, das heißt, selbst wenn ich keine Karte bekomme, weiß ich trotzdem Bescheid. Man könnte Amazon und den Kund_innen eine Menge Ärger ersparen. Hattet ihr schon ähnliche Probleme mit Amazon Logistics? Ich bin neugierig, wie oft das tatsächlich passiert, daher würde ich mich über eure Geschichten freuen!

Während ihr über verschollene Pakete nachdenkt, beantworte ich mal fix die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!
Oh und falls ihr euch gefragt habt, wie es Chilli geht: ihre Blutwerte sind besser. Sie ist noch nicht über den Berg, aber das Antibiotikum schlägt an. 🙂

Kann man Rezensionsexemplare objektiv beurteilen?

Ich wüsste nicht, inwiefern es zwischen Rezensionsexemplaren und Büchern, die ich mir selbst gekauft habe, einen Unterschied gibt, wenn ich sie rezensiere. Ich stimme Antonia zu, dass Rezensionen grundsätzlich eine subjektive Ebene beinhalten, aber diese ist in meinem Fall definitiv nicht präsenter, nur, weil ich ein Buch vom Verlag oder dem Autor bzw. der Autorin bekommen habe. Alle Werke erhalten von mir dieselbe Chance und dieselbe Behandlung. Ich bin ein großer Freund von Fairness. Ich bemühe mich in jeder Besprechung, subjektive Eindrücke als solche zu kennzeichnen und diesen objektive Einschätzungen gegenüberzustellen. Mangelnde Reflexion kommt mir nicht in die Tüte. Ich analysiere immer, warum mir ein Buch gefiel oder eben nicht, denn nichtssagende Rezensionen bringen niemandem etwas. Ich denke, das gelingt mir ganz gut.

Rezensionsexemplare kriegen von mir prinzipiell keine Extrawurst in der Beurteilung und ich glaube auch nicht, dass sich der Kontakt mit den Autor_innen oder mit dem Verlag auf meine Bewertung auswirkt. Deshalb vereinbare ich mit Schriftsteller_innen, die sich mit einer Rezensionsanfrage an mich wenden, immer, dass ich ihnen erst eine Mail mit einer Übersicht über meine Eindrücke schicke, bevor ich mich an eine öffentliche Rezension setze, damit sie selbst entscheiden können, ob ich einen Text verfassen soll oder nicht. Junge Autor_innen haben es da draußen schwer genug, da muss ich nicht zwangsläufig einen Verriss schreiben, der ihrer Karriere potenziell schadet. Die meisten lassen sich darauf ein und sind dankbar für dieses Sicherheitsnetz. Seine Nützlichkeit hat sich bewährt, denn ich habe einige Rezensionsexemplare gelesen, die ich dann nicht besprochen habe, weil mein Urteil vernichtend gewesen wäre. Bei Verlagen handhabe ich das hingegen anders, weil ich der Ansicht bin, dass ich mit einem Unternehmen, das mir ein Buch zur Verfügung stellt, damit ich eine Rezension verfasse, eine Geschäftsbeziehung eingehe. Verzichte ich auf die Besprechung, halte ich meinen Teil des Deals nicht ein. Außerdem glaube ich, dass Verlage sehr genau wissen, dass Rezensionen durchaus negativ ausfallen können. Sie gehen dieses Risiko bewusst ein und deshalb wüsste ich nicht, wieso ich keine ehrliche Besprechung schreiben sollte. Die persönliche Ebene, die zwischen Autor_innen und mir als Bloggerinnen entsteht, fällt hier weg.

Ich würde meine Antwort heute also folgendermaßen zusammenfassen: meiner Ansicht nach beurteile ich Rezensionsexemplare genauso objektiv und subjektiv, wie ich Bücher beurteile, die mir nicht zur Verfügung gestellt wurden.

Wie objektiv sollten Rezensionen eurer Meinung nach sein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Courtney Summers – All the Rage

Rezensionsheader All the Rage

Die kanadische Young Adult – Autorin Courtney Summers ist dafür bekannt, über schwierige Protagonistinnen zu schreiben, die schwierige Erlebnisse verarbeiten. Ihre Hauptfiguren werden eingangs oft als unsympathisch eingeschätzt. Das ist kein Zufall. Summers bemüht sich, realistische weibliche Charaktere zu konstruieren, die die gesellschaftliche Auffassung in Frage stellen, Mädchen müssten stets nett und liebenswürdig sein, um Empathie und Aufmerksamkeit zu verdienen. Sie zeigt bewusst komplexe Persönlichkeiten, keine Stereotypen und das schließt eben auch unangenehme Facetten ein. Mit „All the Rage“ übt Summers Kritik an der Rape Culture, die junge Frauen viel zu oft allein lässt.

Rote Lippen, rote Nägel. Ein Markenzeichen. Eine Rüstung, hinter der sich Romy Grey versteckt, weil ihr niemand glauben wollte. Seit sie öffentlich bezeugte, was ihr der Sohn der Sheriffs Kellan Turner antat, ist sie in der Kleinstadt Grebe als Lügnerin und Flittchen verschrien. Alle hassen sie, ihre Freunde wandten sich ab. Verletzt, zornig und der ständigen Beleidigungen müde ist ihr einziger Lichtblick ihr Job in einem kleinen Diner außerhalb des Orts. Hier kennt sie niemand, hier kann sie atmen. Doch eines Abends sitzt Penny an einem ihrer Tische – ihre ehemals beste Freundin, die sie zu dem Date überredete, das ihr Leben ruinierte. Die sie fallen ließ. Romy traut ihren Ohren kaum, als Penny ihr vorschlägt, Kellan anzuzeigen. Angeblich belästigte er auch andere Mädchen. Romy ist unfähig, zu reagieren. Einen Tag später wird Penny vermisst. Romy ahnt, dass ihr etwas Furchtbares zugestoßen ist. Sie muss sich entscheiden: wird sie schweigen oder wird sie kämpfen für all die jungen Frauen, die die Gesellschaft im Stich lässt?

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[Rund ums Buch] Lieber Verlag blanvalet, …

Hallo ihr Lieben 🙂

Morgen werde ich die Doppelrezension zu „Die Stadt des blauen Feuers“ und „Tod eines Gottes“ (Das Spiel der Götter #8) von Steven Erikson veröffentlichen. Ich habe beim Schreiben dieser Besprechung wieder einmal alle üblichen Vorgaben ignoriert und einfach aufgeschrieben, was mir durch den Kopf ging, ohne mich zum Beispiel um die Zeichenanzahl zu kümmern. Als ich die Inhaltsangabe fertig hatte, setzte ich mich an die Einleitung. Normalerweise verzichte ich für die Rezensionen von „Das Spiel der Götter“ mittlerweile auf Trivia-Infos, weil die zahlreichen Bände für sich selbst sprechen und meine Texte ohnehin lang genug werden, aber dieses Mal hatte ich aus aktuellem Anlass etwas auf dem Herzen. Ich begann, zu tippen und musste einige Stunden später einsehen, dass meine Einleitung viel zu umfangreich geworden war. Das war keine Einleitung. Das war ein eigener Beitrag. Deshalb habe ich beschlossen, diesen heute der morgigen Rezension voranzustellen. Ich muss mir etwas von der Seele reden und ich finde das Thema wichtig, darum lasse ich euch an meinen Gedanken teilhaben. Ich muss schimpfen – wo könnte ich das besser, als hier?

Die originale, englische Version von „Das Spiel der Götter“ wurde im Frühjahr 2011 mit dem Erscheinen des finalen Bandes „The Crippled God“ abgeschlossen. Für alle, die so ihre Schwierigkeiten mit Zahlen haben (wie ich), das ist 8 Jahre her. Der deutsche Verlag blanvalet begann 2012, eine schicke Neuauflage der Reihe zu veröffentlichen. Das ist 7 Jahre her. Bis heute ist die Reihe auf Deutsch nicht abgeschlossen. Dank der Teilung der zehn englischen Originalbände, die den ersten Band allerdings nicht betraf, sind aktuell 16 der 19 geplanten Bände erschienen. Das heißt, es fehlen noch immer anderthalb Bände der ursprünglichen Reihe. In den sieben Jahren seit der Neuveröffentlichung von „Die Gärten des Mondes“ schaffte es blanvalet nicht, eine vollständige, existierende Reihe zu übersetzen und auf den Markt zu bringen.

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Richard Kadrey – Kill City Blues

Sandman Slim“ soll verfilmt werden. Mein Kumpel Stark auf der Leinwand. Eine seltsame Vorstellung. Die Pläne für eine Verfilmung reichen weit zurück. In einem Interview von 2012 sprach der Autor Richard Kadrey bereits konkret darüber. Diese Realisierung kam offenbar nicht zustande, denn laut aktuelleren Berichten kaufte Studio 8 die Rechte an der Reihe 2016. 2018 wurde öffentlich, dass Chad Stahelski Regie führen und Kerry Williamson die Drehbuchadaption schreiben soll. Über Schauspieler_innen ist noch nichts bekannt. Kadrey selbst weigert sich, Ideen vorzuschlagen. Er habe die äußerliche Erscheinung seines Helden bewusst vage gehalten, damit seine Leser_innen sich ihr eigenes Bild machen können. Einen Schauspieler zu nennen, würde diesen Effekt ruinieren. Aus demselben Grund kommt es für mich nicht in Frage, mir eine Verfilmung anzusehen. Ich bleibe lieber bei den Büchern. Mittlerweile bin ich beim fünften Band „Kill City Blues“ angekommen.

Ruhestand – hach, was wäre das schön. Leider ist das für James Stark aka Sandman Slim – Ex-Höllengladiator, Ex-Himmelssöldner und Ex-Luzifer – einfach nicht drin. Er rettete die Welt, doch die Gerüchte über die Macht des Qomrama Om Ya verbreiteten sich in Windeseile und jetzt ist jeder dahergelaufene Möchtegernschurke scharf auf das Ding. Diese Leute meinen es ernst. Wieder einmal wird Stark zur Zielscheibe und beschließt, zu verhindern, dass das Qomrama Om Ya in falsche Hände gerät. Er beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Nach einigen Wochen ohne Ergebnis hat er die Nase gestrichen voll und tut, was er am besten kann: kräftig auf den Busch klopfen und schauen, was hervorkriecht. Während einer seiner… Erkundungsmissionen fällt ein Name. Kill City. Ausgerechnet. Die verlassene Mall voller primitiver, feindlicher Sub-Rosa-Clans und Monster ist nicht gerade ein Ausflugsziel, das Stark freiwillig gewählt hätte. Aber nun ja, was tut man nicht alles, um die Welt zu schützen?

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[Schlüpftag-Special] Wohltätigkeitsaktion: Tugenden für den guten Zweck

Hallo ihr Lieben! 🙂

Der 19. Dezember ist für mich ein Feiertag, denn der wortmagieblog hat Geburtstag! 🍾 2018 ist das ein besonderer Meilenstein, weil mein Blog dieses Jahr 5 Jahre alt wird. Ich habe das Gefühl, damit eine Schwelle zu überschreiten und endgültig sicher sein zu können, dass ich ihn weiterbetreiben werde. Ich denke, nach dieser langen Zeit besteht nun kein Risiko mehr, dass mir die Puste ausgeht und ich keine Lust mehr habe, Beiträge zu schreiben. Ich habe meinen Rhythmus und meine Stimme gefunden und befinde mich an einem Punkt, an dem ich mit meiner Identität als Bloggerin völlig im Reinen bin. Alles ist gut so wie es ist. Das fühlt sich unglaublich schön an. Irgendwie erwachsen. Der wortmagieblog ist jetzt groß.

Natürlich verdanke ich diese Entwicklung hauptsächlich euch. Ihr – meine Leser_innen, meine Follower_innen – gebt mir das Selbstbewusstsein, an mich und meine Arbeit hier zu glauben. Euretwegen erlaube ich meinen Gedanken, öffentlich gehört zu werden und in die weite Welt hinauszusegeln, weil ich dank eurem positiven Feedback davon überzeugt bin, dass sie es wert sind, dass ich etwas zu sagen habe. Ich weiß, ich erwähne das jedes Jahr, aber ich möchte noch einmal ganz deutlich betonen, dass ich ohne euch niemals so weit gekommen wäre. Ohne euch wäre der wortmagieblog niemals aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Ohne eure Resonanz hätte ich mich nicht auf diese wunderbare Reise zu mir selbst begeben und hätte niemals gelernt, wer ich eigentlich bin – als Leserin, als Bloggerin, als Mensch. Ihr haltet den wortmagieblog mindestens ebenso am Leben wie ich. Ich danke euch von ganzem Herzen. ❤️

Letztes Jahr habe ich anlässlich dieses Freudentags eine neue Geburtstagsaktion ins Leben gerufen. Da der Geburtstag des wortmagieblogs in die Weihnachtszeit fällt, habe ich die Gelegenheit genutzt, um eine Wohltätigkeitsaktion zu initiieren, um Spenden für den Straßenkinder e.V. zu sammeln. Eure Großzügigkeit und Selbstlosigkeit überwältigten mich. Einmal mehr habt ihr bewiesen, wie atemberaubend hilfsbereit die Blogger-Community ist. Die Aktion gefiel euch sehr, ich habe viel Lob erhalten und am Ende konnte ich eine Überweisung über 80€ an den Straßenkinder e.V. schicken. Deshalb habe ich beschlossen, dass aus der einmaligen Aktion eine jährliche Tradition werden soll.

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16 Kommentare

Verfasst von - 19. Dezember 2018 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Bist du ein Borger?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir haben unsere erste Anschaffung als Ehepaar getätigt! Am letzten Freitag sind wir losgezogen und haben uns eine neue Couch gekauft. Das ist dringend nötig. In diesem Augenblick sitze ich auf einer gefalteten Decke, damit mich die Federn, die aus der alten Couch herausschauen, nicht in den Po pieksen. Ich glaube, ich saß am Freitag auf jedem einzelnen Sofa, das das Möbelgeschäft anzubieten hat. Nach zahllosen Sitzproben wollte ich schon aufgeben – und dann sah ich sie. Ich setzte mich und war sofort verliebt. Ein Traum. Wie sie dort stand, hätte die Couch nicht in unser Wohnzimmer gepasst, aber glücklicherweise konnten wir die Module nach Belieben kombinieren. Der Spaß wird deutlich teurer, als wir ursprünglich veranschlagt hatten und ich gebe zu, dass ich deswegen immer noch mit einem schlechten Gewissen kämpfe. Ich versuche, mir zu vergegenwärtigen, dass die Couch zu Hause unser absoluter Lebensmittelpunkt ist. Wir essen, arbeiten, schlafen und faulenzen darauf. Ich verbringe dort mehr Zeit als im Bett. Und was noch viel wichtiger ist: ich lese darauf! Ich will es bequem haben und ich möchte, dass mein Lebensmittelpunkt meiner Wunschvorstellung so weit wie möglich entspricht. Die neue Couch kommt dem sehr nahe und darum weiß ich rational, dass sie jeden Cent Wert sein wird. Emotional verliere ich meine Gewissensbisse vermutlich erst, wenn wir sie aufgebaut haben. 😉 Es gibt bisher keinen Liefertermin, weil sie vom Hersteller erst gebastelt werden muss. Möglicherweise kommt sie in der Woche vor Weihnachten bei uns an. Das wäre großartig, denn ein besseres Weihnachtsgeschenk kann ich mir nicht vorstellen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und wenn es soweit ist, versorge ich euch bestimmt mit Fotos von meinem neuen Leseplatz. 😀
Bis Weihnachten ist es allerdings noch ein bisschen hin, daher widmen wir uns jetzt ganz traditionell dem Wochenstart und schauen mal, was Antonia von Lauter&Leise im Rahmen der Montagsfrage heute von uns wissen möchte.

Leihst du Bücher aus Bibliotheken aus? Wenn ja, warum – wenn nein, warum nicht?

Obwohl meine Heimatstadt Berlin ein Paradies ist, was Bibliotheken betrifft, nutze ich sie nicht. Ich besitze einen Bibliotheksausweis. Habe ich mal in einem Anflug guter Vorsätze erworben. Ich habe ihn noch nie verwendet. Ich weiß, dass Bibliotheken großartige Einrichtungen sind und für einen Vielleser wie mich deutliche Vorteile bieten. Zu leihen ist günstig, umweltbewusst, platzsparend und irgendwie sozial, weil man sich ein Buch teilt und aus dem Haus gehen muss, um es auszuborgen. Es ist toll. Wirklich. Ich weiß das. Leider interessiert das den Neandertaler in mir nicht. Jedes Mal, wenn ich daran denke, mal eine Bibliothek zu besuchen, steht er (aus irgendeinem Grund ist mein innerer Neandertaler maskulin) drohend an meiner Seite und schwingt grunzend die Keule. Er hat nur einen Lebensinhalt: Jagen und Sammeln. Seine Beute sind Bücher. Ein Buch nur zu borgen, statt es zu besitzen, ist für ihn unvorstellbar. Mir ist bewusst, wie dämlich das ist und ich winde mich unter dem Einfluss der vorwurfsvollen Stimme meines schlechten Gewissens, wenn ich überlege, wie nachhaltig und antikapitalistisch die Nutzung einer Bibliothek ist. Aber ich komme nicht gegen mein Bedürfnis, Bücher zu sammeln, an. Ich will sie haben. Nicht nur zeitweise, für immer. Ich will, dass sie mein sind. Ich liebe meine vollen Bücherregale. Sie versetzen mich in Entzücken und ich möchte nicht darauf verzichten. Das ist der Hauptgrund, warum mein letzter Bibliotheksbesuch vermutlich um die 20 Jahre her ist (außer diesem kleinen Ausflug, um mir einen Ausweis zu besorgen, den ich nicht nutze).

Mit meinen Büchern kann ich umgehen wie ich will. Ich neige dazu, außergewöhnlich tollpatschig zu werden, wenn ich besonders darauf achten will, Gegenstände sorgsam zu behandeln. Vor einiger Zeit habe ich mir „Der goldene Handschuh“ von einem Kollegen ausgeborgt. Ich musste ihm das Buch neu kaufen. Ich habe es geschafft, ein Brandloch hineinzubrennen und Avocadomatsche auf die Seiten zu schmieren. Und das, obwohl ich mir vorgenommen hatte, extra vorsichtig zu sein, weil er seine Bücher penibel pflegt. Aber hey, jetzt habe ich es hier und der Neandertaler ist glücklich.

Mein nächster Grund ist kaum sinnvoller: ich bin faul. Jap. Ich bin zu bequem, um loszufahren und eine Bibliothek zu besuchen. In meiner Stadt ist das Jammern auf hohem Niveau, weil ich lange nicht dieselben Entfernungen auf mich nehmen muss wie jemand, der/die auf dem Land lebt. Nichtsdestotrotz ist das die hässliche Wahrheit. Es ist so viel einfacher, mal eben in Schlumpelhosen mit Gummizug von der Couch aufzustehen und die fünf Schritte zu meinem eigenen Regal zurückzulegen, als mich innerhalb der Öffnungszeiten präsentabel anzuziehen, meinen Rucksack zu schnappen und mich in die öffentlichen Verkehrsmittel zu schwingen. Meine Bücher lasse ich mir mit wenigen Ausnahmen liefern. Ich habe kaum Aufwand mit der Erweiterung meiner Privatbibliothek. Die Nutzung einer öffentlichen Bibliothek würde von mir einen Aktivitätsgrad verlangen, den ich nicht bereit bin, aufzubringen. Tja. So ist das eben. Ich schäme mich, aber ich bin wenigstens ehrlich genug, um zu bekennen, dass meine Gründe beschämend sind.

Ein Punkt, den Antonia nennt, möchte ich hier abschließend ebenfalls noch anbringen. Sie schreibt, sie weiß oft nicht, wann sie ein Buch, das sie sich besorgt hat, lesen wird. Das ist bei mir genauso. Zwar lese ich konsequent und es vergeht kein Tag, an dem ich meine aktuelle Lektüre nicht zumindest aufschlage, aber ich verlasse mich in der Auswahl des nächsten Buches voll auf meinen Bauch. Er weiß, was gut und richtig ist. Unglücklicherweise ist er jedoch auch ziemlich unberechenbar. Ich kann nicht garantieren, dass ich ein ausgeliehenes Buch innerhalb der vorgeschriebenen Frist lese. Tatsächlich würde mich diese Frist unter Druck setzen, was wiederum meine Lust auf das jeweilige Buch massiv schmälern würde. Ein Teufelskreis. Hier würden sich schnell ungelesene Bücher türmen, deren Frist verstrichen ist. Um diese zurückzubringen, müsste ich wieder durch die Gegend fahren, was ich nicht will. Überziehungsgebühren, Mahnungen, Inkasso, Insolvenz, Obdachlosigkeit. Nein, das lassen wir lieber.

Nutzt ihr Bibliotheken?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabulösen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Marcia Clark – Without A Doubt

Ich begrüße euch herzlich zum dritten und letzten Teil unseres Rezensionsexperiments. In den letzten zwei Tagen haben wir uns mit den Fakten des Falls O.J. Simpson vertraut gemacht. Ich habe euch „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin und „If I Did It: Confessions of the Killer” von O.J. Simpson vorgestellt und meine Eindrücke mit euch geteilt. Heute kehren wir noch einmal zum Strafprozess gegen Simpson in den Jahren 1994 und 1995 zurück. Seit Beginn meiner Recherchemission war es mir wichtig, ausgeglichenen und umfassend vorzugehen. Deshalb möchte ich heute ein Buch rezensieren, das einen weiteren, einzigartigen Blickwinkel auf den Mordprozess vermittelt. Wir beschäftigen uns mit „Without A Doubt“ von der Chefanklägerin Marcia Clark.


Der Medienrummel in den USA um den Fall O.J. Simpson war gewaltig. Bereits vor Prozessbeginn mutierte die Presse zum 13. Jurymitglied – und manch ein Reporter schwang sich zum Richter und Henker auf. Seriosität und Qualität der Berichterstattung variierten enorm. Die Causa Simpson lockte eine ganze Armee von Schmierfinken aus ihren Löchern, die nicht davor zurückschreckten, Falschinformationen zu verbreiten, Beweismaterial öffentlich zu machen und Zeug_innen stolze Summen für Interviews zu zahlen. Dieser ausufernde Zirkus beeinflusste den Strafprozess maßgeblich. Die Verhandlung wurde live auf dem Fernsehsender Court TV übertragen. Die Juryauswahl wurde durch die flächendeckende Berichterstattung massiv erschwert, weil sich kaum eine Person in Los Angeles finden ließ, die nicht bereits von den Morden an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman gehört oder gelesen hatte. O.J. Simpsons Verteidiger, das „Dreamteam“, nutzten die Presse aktiv, um den Prozess zu ihren Gunsten zu manipulieren. Zeitgleiche, inoffizielle Pressekonferenzen aus dem Stegreif von Robert Shapiro und Johnnie Cochran am Ende eines Prozesstages waren keine Seltenheit.

Die Staatsanwaltschaft musste auf diese Tricks natürlich verzichten. Selbst wenn sie die Medien für sich hätten einspannen wollen – sie durften es nicht. Vielleicht schoss sich die Presse deshalb auf das Team der Anklage ein. Alle Mitglieder sahen sich scharfen Angriffen ausgesetzt, wurden als unerfahren, arrogant und schlicht inkompetent dargestellt. Doch niemand von ihnen erntete so viel Spott, Häme, Bosheit und Kritik wie Marcia Clark.

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Verfasst von - 27. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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O.J. Simpson – If I Did It: Confessions of the Killer

Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unseres dreiteiligen Rezensionsexperiments zum Thema „O.J. Simpson“. Gestern habe ich „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin besprochen und euch die Fakten des Strafprozesses gegen den ehemaligen Footballspieler nahegebracht. Heute widmen wir uns dem zweiten Buch in diesem Themenkomplex: „If I Did It: Confessions of the Killer“, O.J. Simpsons hypothetisches Geständnis der Morde an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman am 12. Juni 1994. Die Geschichte dieses höchst umstrittenen Werkes ist – wie so ziemlich alles, was Simpson betrifft – äußerst verzwickt, kompliziert und kann ausschließlich im Kontext des Zivilprozesses der Familien Goldman und Brown gegen Simpson betrachtet werden. Daher bin ich gezwungen, erneut weit auszuholen und Hintergrundinformationen zusammenzufassen. Ich verlange also wieder eine Menge Geduld von euch. 😉


O.J. Simpsons Strafprozess wegen zweifachen vorsätzlichen Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und dem Kellner Ronald Goldman endete am 03. Oktober 1995 mit einem vollständigen Freispruch. Trotz der überwältigenden Beweislast befand ihn die 12-köpfige Trial Jury in allen Anklagepunkten als unschuldig. Da die Geschworenen ihr Urteil nicht begründeten, ist unklar, ob sie die Unschuldsvermutung zugunsten des Angeklagten anwendeten oder Simpson im Sinne der „Jury Nullification“ entgegen geltenden Rechts und der Beweise freisprachen.
Sollte O.J. Simpson jedoch geglaubt haben, er sei damit vom Haken, irrte er sich.

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Verfasst von - 26. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Sue Klebold – A Mother’s Reckoning: Living in the Aftermath of the Columbine Tragedy

Am 20. April 1999 um 11:19 Uhr betraten Eric David Harris und Dylan Bennet Klebold die Columbine High-School in Colorado durch den Westeingang und eröffneten das Feuer. Sie trugen je zwei Schusswaffen, schwarze Trenchcoats, schwarze Hosen und eigens für den Anlass bedruckte T-Shirts. Erics Brust zierte der Schriftzug „Natural Selection“; auf Dylans Shirt prangte das Wort „Wrath“. Innerhalb einer knappen Stunde warfen sie selbstgebastelte Rohrbomben sowie Molotowcocktails und verschossen wahllos insgesamt 188 Kugeln. Sie töteten 12 Schüler_innen und einen Lehrer. 21 Menschen wurden zum Teil schwer verwundet. Kurz nach 12 Uhr begingen Eric und Dylan in der Bibliothek ihrer Schule Selbstmord. Ihr Amoklauf war als Bombenanschlag geplant. Die in der Cafeteria deponierten, selbstgebauten Sprengsätze explodierten aufgrund eines technischen Fehlers nicht.

125 Worte. Ich brauchte 125 Worte, um eines der schlimmsten Schulmassaker in der US-amerikanischen Geschichte zusammenzufassen. Schockierend, wie wenig die Fakten dieser Tragödie verlangen.
Der Amoklauf an der Columbine High-School war nicht die erste Schulschießerei, die das Land erlebt hatte. Es war jedoch die erste Schulschießerei, die globales Aufsehen und Medieninteresse, sowie eine hitzige Debatte über Mobbing, Ego-Shooter, gewaltverherrlichende Musik und das Waffenrecht auslöste. Das Massaker hatte weitreichende Konsequenzen. Nicht zuletzt wird der nachfolgende Anstieg von Amokläufen an Schulen „Columbine Effekt“ genannt, weil viele Täter_innen angaben, von Eric Harris und Dylan Klebold inspiriert worden zu sein. Die Generation, die nach dem 20. April 1999 in den USA geboren wurde, wird als „Generation Columbine“ betitelt – Kids, die eine Welt ohne Schulschießereien gar nicht kennen. Columbine ist die Mutter aller Schulmassaker.

Als Eric Harris und Dylan Klebold ein beispielloses Blutbad anrichteten, war ich 8 Jahre alt. Ich erinnere mich nicht daran, dass die Vorfälle in Colorado in irgendeiner Form in meinem Leben thematisiert wurden und auch meine Eltern konnten auf meine Nachfrage hin keine Situation rekonstruieren, in der wir darüber gesprochen hätten. Columbine rückte erst sehr viel später ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit: ich begann, mich mit Schul-Amokläufen im Allgemeinen auseinanderzusetzen, um zu verstehen, was die Täter_innen bewegte und wie es möglich war, dass ihr Schmerz und ihre Verzweiflung teilweise jahrelang unbemerkt blieben.
Als ich entdeckte, dass Dylans Mutter Sue Klebold 2016 ein Buch veröffentlicht hatte, das den Titel „A Mother’s Reckoning: Living in the Aftermath of the Columbine Tragedy“ trug, stand für mich sofort fest, dass ich es kaufen und lesen wollte. Meine Motivation war sehr simpel. Ich wollte es begreifen. Ich wollte begreifen, wie man so etwas überlebt.

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Verfasst von - 8. August 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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