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Montagsfrage: Meinungsänderungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Am Wochenende ist Ostern. In Berlin bedeutet das natürlich kaum mehr als Schokoladenosterhasen in den Regalen, bunte Eier überall und freie Tage, da der christliche Glaube hier kaum praktiziert wird, aber ich wüsste gern, wie ihr Ostern feiert. Besucht ihr eine Kirche? Sucht ihr Eier? Stopft ihr euch mit Schoki voll? Außerdem habe ich überlegt, ob es eigentlich österliche Literatur gibt. Grundsätzlich lesen einige von euch ja gern saisonal, trifft das auch auf dieses Fest zu? Erzählt mir doch, ob ihr eure Lektüre passend dazu auswählt und falls ja, welche Bücher das sind. Ich bin wirklich neugierig! 🙂
Während ihr noch über Ostern grübelt, widme ich mich schon mal der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Gibt es einen Autor oder eine Autorin, den/die du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

Bewunderung ist vermutlich ein zu starkes Wort, aber meine Meinung von James Frey hat sich maßgeblich verändert, seit ich herausgefunden habe, wie er junge Autor_innen behandelt. Ihr kennt ihn vielleicht durch seine YA-Trilogie „Endgame“, mir hingegen fiel er als Autor der „Lorien Legacies“ auf, der sich hinter dem Pseudonym Pittacus Lore verbirgt. Die Geschichte seiner Karriere ist lang und kompliziert. Ich möchte hier nicht allzu weit ausholen, doch ein paar Fakten muss ich bereitstellen, damit ihr versteht, wieso ich diesen Mann dermaßen abstoßend finde, dass ich ihn auf meine persönliche schwarze Liste gesetzt habe.

James Frey wurde berühmt durch seine Autobiografie „A Million Little Pieces“. Bestseller, internationale Aufmerksamkeit, ein Auftritt bei Oprah, das ganze Paket. Dann wurde allerdings bekannt, dass dieses Buch gar nicht so autobiografisch ist, wie Frey behauptete. Einige Schlüsselszenen, die sich mit seiner angeblich kriminellen Vergangenheit und seinem Drogenentzug beschäftigen, sind hemmungslos ausgeschmückt und übertrieben. Frey hatte gelogen, im großen Stil. Ihm schlug eine Welle der Empörung entgegen; er wurde mehr oder weniger aus dem literarischen Geschäft in den USA verbannt. Frey verkraftete diesen Rückschlag sehr schlecht. Er zog sich eine Weile zurück, war verletzt, gedemütigt und zornig, weil sein Traum, ein beachteter Autor zu werden, geplatzt war.

Nach einer Phase des Schmollens beschloss Frey, zurückzuschlagen und sich an der gesamten Buchbranche zu rächen. Er gründete die Firma Full Fathom Five. Dieses Unternehmen funktioniert als eine Art Literaturwerkstatt: Autor_innen sind dort angestellt und produzieren hochkommerzielle, marktorientierte Bücher im YA-Segment, die den Mainstream-Geschmack befriedigen, ohne über irgendeinen Mehrwert zu verfügen. Es sind Geschichten, die Geld drucken, statt zu berühren. Dieses Geschäftsmodell widerspricht selbstverständlich meinen romantischen Vorstellungen von der Entstehung von Literatur, aber es ist per se kein Teufelswerk. Im Gegenteil, ich verstehe, dass ein Job bei Full Fathom Five jungen Autor_innen attraktiv erscheint, um sich erst einmal einen Namen zu machen und sich ein finanzielles Polster zu schaffen. Deshalb lehne ich James Frey nicht ab. Mein Problem besteht in den Verträgen, die dort mit aufstrebenden Schriftsteller_innen geschlossen werden/wurden.

Wer für Full Fathom Five schreibt, verkauft seine Seele. Die Kontrolle liegt beim Unternehmen, nicht bei den Autor_innen. Sie treten alle Urheberrechte ab, müssen Änderungswünsche minutiös und punktgenau umsetzen, werden unterirdisch bezahlt, haben keine Entscheidungsgewalt bezüglich der Verwendung von Pseudonymen und so weiter und so weiter und so fort. Meiner Meinung nach ist Full Fathom Five ein Ausbeuterbetrieb, der die Träume von Nachwuchsschriftsteller_innen ausnutzt. Ich finde das zutiefst verwerflich, abscheulich und ethisch fragwürdig. James Frey hat meiner Ansicht nach überhaupt kein Interesse daran, jungen Talenten bei den ersten Schritten auf dem Weg zu ihrer großen Karriere zu helfen. Er will Geld scheffeln und der Buchbranche, die ihn schlecht behandelte, so viel nichtssagende Literatur in den Rachen stopfen, bis sie daran erstickt. Das ist menschlich die allerunterste Schublade und damit möchte ich nichts zu tun haben. Deswegen lese ich grundsätzlich keine Bücher mehr, die von Full Fathom Five auf den Markt geworfen werden und versuche, die Wahrheit über James Frey so weit wie möglich zu verbreiten.

Falls ihr euch für die gesamte Geschichte interessiert, möchte ich euch meine Beitragsserie aus 2016 ans Herz legen, in der ich detailliert beschreibe, wie James Frey von einem Bestseller-Autor zum Enfant terrible der US-amerikanischen Buchbranche wurde, wann und wie er Full Fathom Five gründete und wie die Arbeitsbedingungen dort aussehen (oder aussahen, es ist nicht klar, ob sich die Vertragsklauseln gelockert haben):

James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #1: Münchhausens Erbe
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #2: Literatur vom Fließband
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #3: Full Fathom Five – Ein Ausbeuterbetrieb?
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #4: Die Rache eines Bad Boys

Welche Autor_innen seht ihr heute völlig anders als früher?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabulösen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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06. 02. 2015 – Verführerische Langeweile oder Wenn ein Buch-Junkie nichts zu tun hat

Hallo ihr Lieben! 🙂

Letzte Nacht habe ich gearbeitet. Ich hatte eine Schicht von 16 Uhr bis Mitternacht. Meine Aufgabe war es, Kommentare von Usern zu überprüfen, die etwas zu bestimmten Artikeln zu sagen hatten. Ich bin eine der ModeratorInnen für die Community. Der Job ist erstaunlicherweise ziemlich anstrengend, nicht, weil man stundenlang nichts anderes tut als lesen, sondern weil man stundenlang versucht, fremde Gedankengänge nachzuvollziehen und zu bewerten. Von den teilweise wirklich ausufernden Streitigkeiten ganz zu schweigen. Das allerdings nur am Rande.
Nun ist es aber nun mal so, dass nicht alle User bis Mitternacht wach oder aktiv bleiben. Liegt in der Natur der Sache, denn am nächsten Tag müssen sie ja auch wieder arbeiten. Irgendwann in der Nacht kommt daher meist ein Punkt, an dem die Langeweile um sich greift, weil nicht mehr so viel gepostet wird, das gelesen und gecheckt werden muss. Tja. Da sitze ich dann also mitten in der Nacht an einem leistungsstarken MAC mit Internetanschluss und habe nur sehr wenig zu tun. Es gibt kaum etwas schlimmeres, als darauf zu warten, dass etwas passiert.

CM boring

Also tat ich das, was wohl jeder Büro-Mensch irgendwann einmal tut: ich surfte auf anderen Websites. Ja, ich weiß, das soll man nicht, aber ich mache das wirklich nur, wenn ich nichts zu tun habe und vernachlässige meine Arbeit deswegen nicht. Ehrlich. Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. 😉
Das Problem daran ist, dass ich ein Buch-Junkie bin. Auf was für Seiten surft ein Buch-Junkie wohl, wenn die Langeweile dominiert? Richtig. Ich trieb mich bei Goodreads herum und suchte nach neuer Lektüre. Weil mein SuB und meine Wunschliste ja nicht sowieso schon ausufern. Zu Hause mache ich das eigentlich nicht mehr oder nur sehr selten, weil ich genau weiß, dass ich jetzt schon nicht mehr hinterher komme. Da ich ja trotzdem gearbeitet habe, wurden es „nur“ vier neue Bücher auf der Wunschliste und ein paar, über die ich noch mal nachdenken muss.
Als ich dann wieder daheim war und mir den einen oder anderen Vorwurf für mein Verhalten gemacht habe, kam mir der Gedanke, wie das wohl bei euch allen ist.

Wann und wie sucht ihr nach neuer Lektüre?

Passiert das eher zufällig und aus Versehen oder sucht ihr gezielt? Ist es für euch auch eine Langeweile-Ablenkung wie bei mir? Nutzt ihr Seiten wie LovelyBooks, Goodreads und amazon oder verlasst ihr euch ausschließlich auf Blogs?

Erzählt mir davon! Ich freue mich wie üblich sehr auf eure Geschichten und Kommentare! 😀
Alles Liebe,
Elli

(Bildquelle)

 
9 Kommentare

Verfasst von - 6. Februar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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