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Montagsfrage: Unbeachtete Schätze?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Es ist vollbracht! Ich habe gestern endlich den Jahresrückblick 2017 fertiggestellt! Ich freue mich riesig, dass ich das alte Jahr nun endlich schlafen legen kann. Morgen geht der Rückblick online, also schaut vorbei! 😉
Außerdem möchte ich euch ein kurzes Update bezüglich des Gesundheitsstatus meiner Hündin Chilli geben: sie wurde operiert und ist jetzt stolze Besitzerin eines künstlichen Kreuzbandes im linken Knie. Es geht ihr gut, sie hasst die Einschränkung ihrer Beweglichkeit noch immer, versucht deshalb aber auch, schon wieder aufzutreten. Sie erträgt stoisch, dass sie eine zurechtgeschnittene Strumpfhose und nachts einen Kragen tragen muss, um die OP-Wunde zu schützen. Bald können wir mit Physiotherapie beginnen und ich hoffe, dass sie dann in kürzester Zeit wieder rennen und springen darf. 🙂
Soweit zu den guten Nachrichten aus meinem privaten kleinen Kosmos. Jetzt ist es Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Gibt es ein Buch oder eine Reihe, dem/der deiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt wurde?

Da fallen mir spontan zwei meiner absoluten Highlights der letzten Jahre ein und ich nutze dankbar die heutige Chance, ein bisschen Werbung für diese beiden Trilogien zu machen. Ihr müsst „Chaos Walking“ von Patrick Ness und „The Divine Cities“ von Robert Jackson Bennett lesen.

„Chaos Walking“ besteht aus den drei Büchern „The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“. Alle drei Bände sind phänomenale Young Adult Science-Fiction. Ich war geflasht davon, wie unfassbar gut sie sind. Ich war sprachlos und zu Tränen gerührt. Es geht um den den Protagonisten Todd, der versucht, auf dem Planeten New World innerhalb einer brutalen Gesellschaftsform zu überleben. Seine Welt wird vom Noise geprägt, dem Lärm, der aus der erdrückenden Flut der Gedanken der männlichen Siedler des Planeten besteht und durch den theoretisch weder Geheimnisse noch Lügen möglich sein sollten. Theoretisch. Praktisch sieht es selbstverständlich ganz anders aus, was Todd schmerzhaft herausfinden muss. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn ihr sollt die Trilogie ja selbst lesen. 😉

„The Divine Cities“ ist eine der besten High Fantasy – Trilogien, die ich je gelesen habe. Die drei Bände „City of Stairs“, „City of Blades“ und „City of Miracles“ sind hervorragende Beispiele für makelloses Worldbuilding und atemberaubende Charakterentwicklung. Tiefsinnig und vielschichtig führt Bennett seine Leser_innen durch eine Handlung, die einfach alles hat, was eine spannende Geschichte braucht: Mord, Intrigen, Politik, Götter, Held_innen, Opfer, Wissenschaft, Magie und Erlösung. Jedes Buch fokussiert eine andere Figur – mit allen konnte ich eine stabile Bindung aufbauen. Ich lege euch diese Trilogie wirklich ans Herz, sie ist fantastisch.

Ich habe beide Dreiteiler auf Englisch gelesen, doch sie sind auch auf Deutsch erschienen. Eurer Lektüre steht also nichts im Wege. 😉

Welches Buch oder welche Reihe verdient eurer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und werde beim Stöbern schon einnmal die Wunschliste bereitlegen. die wächst heute bestimmt. 😀 Kommt gut in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

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Patrick Ness – Monsters of Men

„Monsters of Men“

Monsters of Men

Reihe: Chaos Walking #3

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 643

Verlag: Candlewick Press

Sprache: Englisch

ISBN: 0763676195

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 06.12.2014

Soundtrack: Bob Dylan – „Masters of War“

Bewertung:

Durch den Massenmord an den versklavten Spackle hat Mayor Prentiss den Zorn des gesamten Volkes über die Menschen gebracht. Jetzt hat er das, was er die ganze Zeit wollte: Krieg. Die Bewohner Havens sehen sich mit einer Übermacht konfrontiert, denn The Land ist zahlreicher, als sie je angenommen haben. Todd muss einsehen, dass sie die militärische Erfahrung des Mayors brauchen, wenn sie nicht ausgelöscht werden wollen. Er muss ihn freilassen. Im ersten Gefecht fließt jedoch trotz dessen literweise Blut. Spackle und Menschen sterben; Todd sieht Gräuel, die ihn nachhaltig verändern. Beinahe werden die menschlichen Soldaten überrannt, denn The Land hat die Jahre des Waffenstillstands nicht ungenutzt gelassen. Im letzten Moment rettet Viola Todd aus der Ferne das Leben, indem sie die Waffen des Kundschafterschiffes einsetzt. Simone und Bradley, die Besatzung des Schiffes, sind davon allerdings nicht begeistert. Vor allem Bradley ist überzeugt, dass die Menschen versuchen müssen, Frieden mit der indigenen Spezies zu schließen, für all die Siedler, die bald in New World ankommen werden. Frieden wollen auch Todd und Viola. Doch sie wissen, dass das sehr schwierig wird, kochen doch Mayor Prentiss und Mistress Coyle noch immer ihr eigenes Süppchen. Wie sollen sie The Land von den Vorteilen eines Bündnisses überzeugen, solange nicht einmal unter den Menschen Einigkeit herrscht?
Eine sichere Welt zu schaffen wird die schwerste Aufgabe in Todds und Violas Leben.

Ich hätte nicht gedacht, dass die Chaos Walking – Trilogie NOCH besser werden kann, aber Patrick Ness hat es tatsächlich geschafft, im Finale noch eine Schippe drauf zu legen. Ich bin absolut verliebt in „Monsters of Men“, so sehr, dass ich mich nach dem Auslesen dabei erwischte, wie ich das Buch ganz fest an mich drückte, als wäre es ein Kuscheltier. Für mich ist es mehr als nur ein Roman, mehr als nur eine Geschichte. Es ist so echt, so tief, lebendig und gefühlsgeladen.
Thematisch behandelt Patrick Ness mehrere Ansätze, die er alle brillant ausgearbeitet hat. Vordergründig geht es um Entwicklung. Seine Handlung verlangt den Charakteren nicht weniger ab, als über sich selbst hinauszuwachsen. Sie müssen den Teufelskreis aus Hass und Rachegelüsten überwinden und begreifen, wie schlechte Gefühle einfach alles vergiften – was nicht nur für die menschlichen Figuren gilt. In „Monsters of Men“ integriert Ness nämlich eine neue Perspektive: die des Spackle 1017, der einzige Überlebende des Massakers, zu dem Todd eine spezielle Beziehung hat. Ich liebte seinen Blickwinkel, weil er der Geschichte eine ganz neue Facette hinzufügt. Sein Schmerz, sein Hass, seine Trauer haben mich völlig aus Balance gebracht, wie ich es HIER bereits beschrieben habe. Er eröffnete mir eine Verständnisebene, die ich andernfalls nicht erreicht hätte; besonders in Bezug auf Todds Handeln. Auch fand ich es faszinierend, wie ähnlich sich 1017 und Todd sind, obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Kulturen stammen. Beide werden durch das, was den Personen, die sie lieben, angetan wird, an die Kante getrieben und sind mehr als einmal kurz davor, sich fallen zu lassen. Beide treten jedoch im ausschlaggebenden Moment einen Schritt zurück und entscheiden sich dazu, das Richtige zu tun und ihre eigenen Gefühle hinten anzustellen.
In diesem Punkt unterscheiden sich sowohl 1017 als auch Todd maßgeblich von Mayor Prentiss. Im letzten Band ebenso wie jetzt im Finale kam mir immer wieder der Gedanke, dass Todd und Prentiss durchaus die eine oder andere Gemeinsamkeit aufweisen. Doch schlussendlich ist es gar nicht so wichtig, was sie gemeinsam haben, viel wichtiger ist, was sie verschieden macht. Prentiss ist ein durchgeknallter Kontrollfreak, der weder Vertrauen noch Liebe in sein Herz lassen kann. Dieses erhebliche Defizit lässt ihn unter der Last New Worlds zusammenbrechen, weil er so nicht in der Lage ist, sich dem Noise hinzugeben, sondern ihn beherrschen will. Er erkennt nicht, wie wunderschön die Verbindung ist, die The Land mit ganz New World eingegangen sind. Dieses unglaubliche Netzwerk ist in seiner Reinheit und Klarheit einfach fantastisch. Anfangs dachte ich, dass das Fehlen jeglicher Privatsphäre das Schlimmste ist, das ich mir vorstellen kann. Aber mittlerweile frage ich mich, ob eine Welt, in der jeder Gedanke offen liegt, tatsächlich so schlecht und beängstigend wäre. Im Noise von The Land gibt es kein Verstellen, keine Lügen und keinen Egoismus. Sie sind wahrhaft EINS. Sie fühlen einander, spüren jede Freude und jeden Schmerz, auch kilometerweit entfernt. Unserer Welt täte das vielleicht gut. Wären wir alle miteinander verbunden, gäbe es dann noch Kriege? Könnten wir uns dann noch gegenseitig umbringen und leiden lassen? Ich denke, so eine Verbindung könnte uns alle zu den besten Versionen unserer selbst werden lassen. Stellt es euch vor: eine Welt ohne Lügen, ohne (versteckte) eigennützige Gedanken und Motive, ohne Heuchelei. Wunderschön, nicht wahr?

Ich habe während des Lesens von „Monsters of Men“ viele Tränen vergossen. Ich durfte eine extreme Nähe erleben und trotzdem war es mir nicht genug. Ich wollte in das Buch hineinkriechen, physisch vor Ort sein, die Figuren umarmen und ihnen sagen, dass alles gut werden wird. Vor allem Todd und Viola werden für immer einen Platz in meinem Herzen haben. Sie sind für mich eines der außergewöhnlichsten Paare der Literatur; ihre Beziehung ist beispiellos. Der Gedanke an sie wird mich für immer daran erinnern, dass es bloß zwei Menschen, Liebe und Vertrauen braucht, um die Welt zu verbessern. Und ihre Geschichte wird mich davor warnen, dass es leider auch nur einen hasserfüllten Menschen braucht, um sie zu verschlechtern.
New World zu verlassen fällt mir unsagbar schwer. Trotz des hoffnungsvollen Endes schmerzt es mich einfach so sehr, Todd, Viola und all ihre Freunde gehen zu lassen.
Die Chaos Walking – Trilogie ist in meinen Augen viel zu unbekannt. Lest sie und verbreitet es, wo immer ihr könnt: Patrick Ness ist ein großartiger, fabelhafter, denkwürdiger Autor.

Chaos Walking – Die Rezensionen zur Trilogie im Überblick:

Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“
Chaos Walking #3: „Monster of Men“

 
4 Kommentare

Verfasst von - 13. Dezember 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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Patrick Ness – The Ask and the Answer

„The Ask and the Answer“

the ask and the answer

Reihe: Chaos Walking #2

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 553

Verlag: Walker Books

Sprache: Englisch

ISBN: 1406344478

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 30.11.2014

Bewertung:

Haven sollte Todds und Violas sicherer Hafen sein. Doch ihre letzte Hoffnung wurde zu einem Gefängnis. Mayor Prentiss kam ihnen zuvor und übernahm die Stadt mithilfe seiner Armee. Sofort beginnt er, neue Regeln zu diktieren. Seiner Ansicht nach muss New World revolutioniert werden; die Menschen müssten sich auf das besinnen, was sie wirklich sind. Dazu trennt er nicht nur sofort Todd und Viola, nein, er unterteilt auch die Bewohner Havens in Männer und Frauen und isoliert sie voneinander. Außerdem hält er das Heilmittel für den Noise, das in Haven erfunden wurde, unter Verschluss. Aus Angst, dass Prentiss Viola etwas antun könnte, erklärt sich Todd bereit für ihn zu arbeiten. Er würde alles tun, um sie zu beschützen.
Viola wiederum erholt sich im Haus der Heilung von der Schusswunde, die ihr Davy Prentiss Jr. zugefügt hat. Dort lernt sie die begnadete Heilerin Mistress Coyle kennen, die mehr als nur ein paar Zweifel bezüglich Mayor Prentiss‘ Absichten hat. Sie glaubt, dass der Mayor seine Macht missbrauchen wird, um die Frauen New Worlds auszurotten und die Männer in eine tyrannische Diktatur zu zwingen. Viola entdeckt, dass Mistress Coyle bereits dabei ist, den Widerstand zu organisieren. Auf einmal geht alles ganz schnell: unter der Führung der Mistress verlassen die Rebellen die Stadt und beginnen einen Guerillakrieg gegen Prentiss und seine Soldaten. Während Bomben das Land erschüttern und Unschuldige sterben, befinden sich Todd und Viola plötzlich auf entgegengesetzten Seiten des Konflikts. Können sie Mistress Coyle und Mayor Prentiss aufhalten und zusätzlich ihre Freundschaft retten?

Beim Lesen ist mir nicht aufgefallen, wie komplex der zweite Band der Chaos Walking – Trilogie ist. Doch jetzt, während ich versuchte, den Inhalt zusammen zu fassen, sind mir die vielen Wendungen und Details der Handlung bewusst geworden. Wenn ihr mich fragt, genau in diesem Punkt zeigt sich großes schriftstellerisches Können. Patrick Ness hat eine umfangreiche, genau ausschattierte Handlung konstruiert, ohne seine LeserInnen spüren zu lassen, wie viel sie verarbeiten. Ich glitt butterweich durch die Story, weil er deren Komplexität geschickt hinter seinem leichten, flüssigen Schreibstil versteckte. Obwohl in „The Ask and the Answer“ unglaublich viel geschieht, fühlte ich mich nie überwältigt und hatte kein einziges Mal Probleme, die Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Im Fokus der Geschichte stehen selbstverständlich wieder Todd und Viola, schließlich schildert Ness die Ereignisse abwechselnd aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Umstände sind eine ungemeine Belastungsprobe für ihre Freundschaft und ihr Vertrauen in einander. Durch den Einfluss von Mistress Coyle und Mayor Prentiss, die sich im Übrigen wesentlich ähnlicher sind, als sie selbst je zugeben würden, schleichen sich bei beiden erhebliche Zweifel ein. Das Interessante an der Situation ist, dass Patrick Ness subtil vermittelt, wie leicht Todd und Viola zu zweiten Versionen beider AnführerInnen hätten werden können, wären sie nie Freunde geworden. Ihre Beziehung erdet sie und erinnert sie in brenzligen Momenten daran, das Richtige zu tun.
Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht auch Fehler machen. Vor allem Todd lässt sich von Prentiss erst erpressen und dann einlullen, obwohl er tief in seinem Inneren weiß, dass dem Mann nicht zu trauen ist. Er möchte so sehr an das glauben, was Prentiss zu Beginn öffentlich erklärt, „The war is over“, dass er nicht sieht, dass der physische Kampf vielleicht vorbei sein mag, die psychische Seite aber gerade erst begonnen hat.
Mayor Prentiss ist ein Lügner und Manipulator und Mistress Coyle steht ihm da in nichts nach – aber sie sind auch hervorragend ausgearbeitete Figuren, so wie alle Nebencharaktere. Ich empfand sie alle als absolut real, lebendig und individuell. Durch den Noise entsteht ansatzlos eine unfassbare Nähe, mit der Patrick Ness auf erstaunliche Weise spielt. Selbst mit den Tieren fühlte ich mich verbunden, weil ich ihre Gedanken hören/lesen und mir so ein klares Bild ihrer Persönlichkeit machen konnte. In Bezug auf den Protagonisten Todd unterstützt Ness diesen Eindruck zusätzlich, indem er sehr lange Sätze verwendet, wann immer Todd von seinen eigenen Gedanken überflutet wird. Auf manche mag das eigenartig wirken, doch ich empfand es als extrem realistisch. Es gibt der Geschichte und natürlich Todd selbst etwas sehr Eigenes, Besonderes.

„The Ask and the Answer“ steht dem Vorgänger „The Knife of Never Letting go“ in nichts nach. Ich bin mir unsicher, ob Patrick Ness Chaos Walking überhaupt zielgerichtet als Trilogie schrieb, oder ob er schlicht drauf los erzählte und seine Geschichte später an passenden Punkten trennte. Es wirkt einfach nicht so, als hätte er zwischen Band eins und zwei gedanklich abgesetzt. Sie greifen in einander und gehören als Einheit zusammen. Es ist daher auch nicht möglich, „The Ask and the Answer“ zu lesen, ohne den Auftakt gelesen zu haben.
Tatsächlich glaube ich, dass Chaos Walking auch denjenigen LeserInnen gefällt, die sonst nicht viel mit dem Young Adult Genre anfangen können. Die Geschichte bietet so viel an, so viele Facetten, dass ich finde, so etwas wie eine Zielgruppe gibt es in diesem Fall nicht. Man kann sich ihrem Sog einfach nicht entziehen, unabhängig vom Alter. Patrick Ness ist ein Genie; er weckte in mir äußerst intensive Gefühle und selten war ich in einem Buch so tief drin wie in „The Ask and the Answer“. Diese Rezension fiel mir deswegen unglaublich schwer. Ich hoffe, ich habe sie so schreiben können, dass ihr meine Begeisterung spürt und gleichzeitig erkennt, wie außergewöhnlich dieses Buch ist.

(Nächster Band: Chaos Walking #3 – „Monsters of Men“ – Patrick Ness – ISBN: 0763676195)

 
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Verfasst von - 11. Dezember 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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02. 12. 2014 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Es ist wieder Zeit für die Aktion Gemeinsam Lesen, die abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut wird. Die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild.
Los geht’s! 😀

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Buch Nummer drei der Chaos Walking – Trilogie von Patrick Ness, „Monsters of Men“, und bin auf Seite 31.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Das wird wieder ein längerer Satz. Diesmal schauen wir in den Kopf von Viola, die im Augenblick wirklich sehr aufgeregt ist.

„And I’m overwhelmed by seeing them, so much so I can’t speak for a minute, and I pull a little away from Bradley and the light catches his face and I see him, really SEE him, see his kind brown eyes, his skin the same dark shade as that Corinne’s was, his short curly hair, graying at the temples, Bradley who was always my favorite on the convoy, who used to teach me arts and math, and I look over and see the familiar freckled skin of Simone, too, the red hair tied back in a ponytail, the teeny tiny scar on the rise of her chin and I think, in all that’s happened, how much they disappeared to the back of my mind, how much the process of just surviving on this stupid, stupid world made me forget that I came from a place where I was loved, where people cared for me and for each other, where someone as beautiful and smart as Simone and as gentle and funny as Bradley would actually come after me, actually want what was best.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Das Finale von Chaos Walking. Ich bin gespannt. Jetzt gerade kann ich mir nicht vorstellen, New World, Todd und Viola zu verlassen. Die Geschichte ist einfach so wundervoll. Ich weiß gar nicht, wieso ich so lange damit gewartet habe, die Folgebände zu kaufen und weiter zu lesen.

4. Aus welcher Perspektive ist dein aktuelles Buch geschrieben? Bevorzugst du sie beim Lesen oder ist es dir egal? (Auktorial, Personal oder Ich-Perspektive)

Hauptsächlich schildert Patrick Ness die Geschichte abwechselnd aus Todds und Violas jeweiliger Ich-Perspektive. Aber dieses Mal ist da auch noch mehr. Als ich durch das Buch geblättert habe (so mit dem Daumen, ihr kennt das), habe ich gesehen, dass es noch eine dritte Perspektive geben muss. Jeder Erzähler bekommt in Chaos Walking nämlich seine eigene Schriftart. Ich habe bereits eine Vermutung, wer jetzt hinzugekommen sein könnte.
Ich mag (wechselnde) Ich-Erzähler allgemein gern, in diesem Fall könnte ich mir aber auch nicht vorstellen, wie man Chaos Walking anders konstruieren könnte, weil die Gedankenwelt der Charaktere eine so große Rolle spielt. Ansonsten interessiert mich die Erzählperspektive  weniger, es sei denn, der/die AutorIn wollte damit etwas bestimmtes erreichen. Das kommt in alltäglicher Literatur allerdings eher selten vor. Wenn man sehen möchte, was der Wechsel von Erzählperspektiven ausmachen kann, muss man schon zu AutorInnen wie Kurt Vonnegut oder John Steinbeck greifen. Ich denke auch, es gibt einfach nicht viele Schreiberlinge, die ihr Fach so gut beherrschen, dass sie damit zielgerichtet spielen könnten. Da ist es mir dann lieber, sie lassen es und beschränken sich auf eine Erzählperspektive.

Was lest ihr im Moment? Spielt die Erzählperspektive für euch eine Rolle?

Ich freue mich schon auf eure Antworten und Kommentare! 🙂

 
13 Kommentare

Verfasst von - 2. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Patrick Ness – The Knife of Never Letting Go

„The Knife of Never Letting Go“

the-knife-of-never-letting-go

Reihe: Chaos Walking #1

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 479

Verlag: Walker

Sprache: Englisch

ISBN: 1406320757

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 05.07.2014

Bewertung:

Ich weiß nicht mehr, wann und wie ich auf den ersten Band der „Chaos Walking” – Reihe von Patrick Ness aufmerksam geworden bin. Es stand lange auf meiner Wunschliste, weil ich einige Zeit schlicht zu geizig war, es mir endlich zu kaufen. Als ich es dann doch tat, lag das an der in meinen Augen faszinierenden Covergestaltung. Ich hielt das Buch bei Thalia in den Händen, drehte es hin und her. Und da war er. Der Moment, in dem das Licht in einem bestimmten Winkel auf das Cover fiel und ich sah, dass in den Hintergrund Worte gedruckt sind, die man nur unter diesem Lichteinfall erkennen kann. Das gefiel mir so gut, dass ich das Buch mit nach Hause nahm.

In New World, in der jeder die Gedanken des anderen hört und Tiere sprechen können, ist es schwer, Geheimnisse zu haben. Jeden Tag seines Lebens ist der 13 – jährige Todd Hewitt mit dem Noise, dem Lärm, konfrontiert. Jeden Tag hört er die Gedanken aller Männer seiner Heimatstadt Prentisstown, obwohl er sonst keine Freunde mehr außer seinem Hund Manchee hat. Denn Männer reden nicht mit Jungen. In 30 Tagen wird Todd selbst endlich zum Mann, endlich wird er wieder dazugehören. Er ist der letzte, der jüngste Bewohner Prentisstowns.
Als er jedoch eines Tages einen Ausflug in den Sumpf unternimmt, stellt sich sein Leben völlig auf den Kopf. Er entdeckt die Stille. Ein Fleckchen völlig ohne Noise. Als er seinen Zieh – Vätern Ben und Cillian davon berichtet, überschlagen sich die Ereignisse und Todd befindet sich plötzlich auf der Flucht. Er weiß nicht, warum. Doch schon bald wird er verstehen. Er wird begreifen, was hinter der Stille steckt. Und ihm wird klar, dass auch mit Noise Geheimnisse und Lügen möglich sind.

Kennt ihr das Gefühl, dass euch ein Buch die Sprache verschlägt, weil es so dermaßen gut ist? So erging es mir mit „The Knife of Never Letting Go“. Patrick Ness hat eine Geschichte erschaffen, die packend, mitreißend und beeindruckend authentisch ist. Alles ist stimmig und rund; es gibt keine überstehenden Kanten, an denen ich mich hätte stoßen können. Ness‘ Ideen sind nicht nur extrem spannend, sondern auch detailreich durchdacht. Alle Puzzleteile des Buches fügen sich nahtlos ineinander; die Verbindungen sind logisch, Konsequenzen und Implikationen erscheinen niemals an den Haaren herbei gezogen. „The Knife of Never Letting Go“ ist nicht krampfhaft gewollt wie viele andere YA Dystopien, es ist mit Leichtigkeit gekonnt.
New World ist keine durchgestylte, perfekt erscheinende Gesellschaft mit einer einengenden Regierung; die Menschen sind Siedler und kämpfen einfach ums Überleben. Sie müssen sich tagtäglich mit den Widrigkeiten des neuen Planeten auseinandersetzen, im Besonderen natürlich mit dem Noise. Diesen schildert Ness bedrückend allgegenwärtig, aber auch so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Er ist der Dreh- und Angelpunkt aller Konflikte; in ihm wurzeln Entwicklung und Spaltung der Gesellschaft. Es erschien mir so naheliegend, glaubhaft und echt, dass die Siedler aggressiv auf dieses Merkmal ihrer neuen Heimat reagierten; dass sie versuchten, jemandem die Schuld dafür zuzuschieben, obwohl niemand etwas dafür konnte. Die Glaubenswelt und Überzeugungen, die daraus entstanden, sind im Protagonisten Todd abgebildet. Er ist so sehr ein Kind New Worlds und Prentisstowns, dass ich dankbar für seine Ich – Erzähler – Perspektive war, denn auf diese Weise konnte ich mich wunderbar in ihn hinein versetzen. Er ist eine äußerst realistische, seinem Alter entsprechende Figur: rotzig und anmaßend, aber auch mutig und zu tiefer Freundschaft fähig. Ness‘ knackiger Schreibstil verstärkt die Darstellung seines Innenlebens durch kurze, eingängige, Comic-hafte Sätze gepaart mit Passagen, die an eine Gedankenflut erinnern. Die Geschichte bekommt erst durch Todd ein Gesicht und Lebendigkeit. So spannend die Aufdeckung der Geheimnisse New Worlds ist, ohne den Schwerpunkt auf Todds Erwachsenwerden und die Entwicklung einer besonderen Freundschaft bliebe sie blass. Darüber hinaus ist diese Freundschaft völlig unbelastet von amourösen Eskapaden. Es geht rein um die Frage, was es bedeutet, einen anderen Menschen wirklich zu kennen und zu welchen Opfern man im Dienste der Freundschaft bereit ist.

Ich liebe „The Knife of Never Letting Go“. Es liest sich flüssig, es ist temporeich und ging mir mehrfach sehr zu Herzen. Keine Frage, dass ich weiterlesen möchte.
Interessierte LeserInnen möchte ich vor dem Ende warnen: Patrick Ness hat einen zwar passenden, aber schockierenden Cliffhanger eingebaut, der mich ziemlich frustriert hat, weil ich den zweiten Band noch nicht besitze. Das ändert jedoch nichts an meiner Empfehlung. Ich lege dieses Buch allen FreundInnen von YA Dystopien ans Herz, denn es ist einfach fantastisch. Es hat keine unnötige Schwülstigkeit, keine erzwungene, futuristische Gesellschaft; dafür aber jede Menge Gradlinigkeit. Und ich wette, ihr werdet Manchee lieben.

(Nächster Band: Chaos Walking #2 – „The Ask and the Answer” – Patrick Ness – ISBN: 1406322474)

 
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Verfasst von - 10. Juli 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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