RSS

Schlagwort-Archive: Mutation

Andrzej Sapkowski – Zeit des Sturms

Im Mai 2016 erhielt ich ein Päckchen. Darin befand sich „Zeit des Sturms“, ein Zwischenband der populären „Hexer-Saga“ des polnischen Autors Andrzej Sapkowski, die vielen durch die Videospielreihe „The Witcher“ bekannt sein dürfte. Das Buch war ein Geschenk von Sanne vom Blog Wortgestalten. Der Verlag hatte ihr ungefragt ein Exemplar zugeschickt und ihren Geschmack zielsicher verfehlt, also sollte es bei mir, der Fantasytante, ein neues Heim finden. Danke Sanne! „Zeit des Sturms“ erschien 2013, lange nach der ursprünglichen Reihe, die bereits 1999 ihr Finale erreichte. Inhaltlich ist es zwischen den ersten zwei Bänden, beides Kurzgeschichtensammlungen, angesiedelt. Ich mag Kurzgeschichten nicht besonders, daher wollte ich mit „Zeit des Sturms“ erst einmal in die Welt des Hexers Geralt von Riva hineinschnuppern, um zu entscheiden, ob ich mit der Reihe eine Zukunft haben könnte.

Kaum betritt der Hexer Geralt von Riva die Stadt Kerack, wird er verhaftet. Die Vorwürfe sind lächerlich – dennoch könnte eine Verurteilung drohen. Dann wird er überraschend freigelassen. Jemand wendete erheblichen Einfluss und beachtliche finanzielle Mittel auf, um ihn aus dem Gefängnis zu holen. Als er seinen beschlagnahmten Besitz auslösen will, stellt sich jedoch heraus, dass seine unersetzbaren Hexenschwerter verschwunden sind. Geralt ist außer sich. Nur sein alter Freund, der Barde Rittersporn, hindert ihn daran, eine Dummheit zu begehen. Dieser teilt ihm auch mit, wer seine großzügige Wohltäterin war: eine mächtige und atemberaubend schöne Zauberin namens Lytta Neyd, genannt Koralle. Die Koralle verlangt für ihre Hilfe eine Gegenleistung: Geralt soll zum Schloss Rissberg reisen und für den Orden der Zauberer einen Dämon jagen. Geschäfte mit Zauberern sind selten klug, doch vielleicht verfügt der Orden über Hinweise auf den Verbleib seiner Schwerter. Geralt willigt ein und stürzt sich in ein gefährliches Abenteuer…

👉 Weiterlesen

Advertisements
 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kathy Reichs – Blut vergisst nicht

Kathy Reichs legt viel Wert darauf, zu betonen, dass ihre Romanheldin Temperance Brennan nicht ihr Alter Ego ist. Zwar sind die Parallelen zwischen der realen und der fiktiven Frau auffallend – derselbe Beruf, dieselben Örtlichkeiten und ähnliche professionelle Erfahrungen – doch sie sind nicht ein und dieselbe Person. Zum Glück, denn wer die Thriller-Reihe verfolgt, könnte meinen, eine Karriere als forensische Anthropologin sei brandgefährlich. Ein ums andere Mal gerät Tempe in die Schusslinie und ich erwartete auch von Band 13 „Blut vergisst nicht“ einen aufregenden und riskanten Kriminalfall. Ich wurde nicht enttäuscht.

Im Laufe ihrer Karriere als forensische Anthropologin sind Dr. Temperance Brennan viele skurrile Fälle untergekommen – bisher war sie jedoch überzeugt, ein Mensch könne nur einmal sterben. Die Leiche, die aus einem See nahe Montreal geborgen wird, kann anhand der Fingerabdrücke eindeutig als John Charles Lowry identifiziert werden. Lowry war US-Soldat und kam offiziell bereits 1968 im Vietnamkrieg ums Leben. Doch wenn Lowry erst kürzlich in Kanada starb, wer liegt dann seit 40 Jahren in seinem Grab? Verwirrt reist Tempe nach Hawaii, um die Hilfe der Expert_innen des JPAC in Anspruch zu nehmen, der staatlichen Behörde zur Auffindung vermisster Soldat_innen der US-Streitkräfte. Während in ihrem Fall ermittelt wird, bittet die örtliche Gerichtsmedizinerin sie um Unterstützung. Sie soll die an der Küste angespülte, von Haien zerfleischte Leiche eines Kleinkriminellen untersuchen. War sein Tod ein tragisches Unglück oder war er in den Drogenkrieg verstrickt, der Hawaii seit Jahren belastet? Auf ihrer Suche nach Antworten lernt Tempe die dunkle Seite der paradiesischen Insel kennen und gerät in Lebensgefahr…

👉 Weiterlesen

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Benjamin Percy – Red Moon

2016-09-20-percy-red-moon

„Red Moon“ von Benjamin Percy wurde mir im Oktober 2014 von Klingenfänger empfohlen, nachdem ich in einer Rezension den Gedanken äußerte, dass ich gern eine Werwolf-Vampir-Dystopie lesen würde. Ich wollte eine Geschichte erleben, die Vampirismus und/oder Lykanthropie aus der Fantasy-Ecke heraushebt und sie in den Kontext der Science-Fiction setzt. Wissenschaftliche Ansätze statt Magie. Percy ist ein vielfältiger Autor, der nicht nur Romane und Kurzgeschichten verfasst, sondern auch für DC Comics arbeitet und sich zusätzlich als Drehbuchautor verdingt. Ein richtiger Allrounder. Ich war gespannt, welche wissenschaftliche Erklärung er mir für die Existenz von Werwölfen anbieten würde.

Lykaner sind ein Teil der Gesellschaft. Sie sind integriert. Sie leben unauffällig und angepasst. Sie beugen sich den Gesetzen, die die USA erließen, um nicht-infizierte Menschen zu schützen. Sie sind Taxifahrer_innen, Lehrer_innen, Handwerker_innen. Sie sind deine Nachbarn. Sie sind die schlafende Bedrohung in unserer Mitte. Die Regierung beteuert, die Situation unter Kontrolle zu haben. Eine verhängnisvolle Lüge. Im Untergrund regt sich der Widerstand: Lykaner, die nicht davor zurückschrecken, Menschenleben zu opfern, um ihre Forderungen durchzusetzen. Radikale Anschläge verbreiten Angst und Terror. Schon bald werden die Grenzen der Menschlichkeit auf die Probe gestellt. Graut der Morgen nach der Nacht des roten Mondes, wird eine neue Welt geboren, in der Menschen nicht länger die Spitze der Nahrungskette sind.

>>> Weiterlesen

 
2 Kommentare

Verfasst von - 25. Oktober 2016 in Horror, Politik, Rezension, Science Fiction, Thriller

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Jonathan Maberry – Flesh & Bone

2016-08-23-maberry-flesh-bone

Jonathan Maberrys Zombiepostapokalypse „Rot & Ruin“ ist nicht nur meiner Meinung nach großartig. Sie wurde mit zahlreichen Preisen und Nominierungen ausgezeichnet, darunter der populäre Bram Stoker Award, den Maberry gleich dreimal gewann. Damit befindet er sich in Gesellschaft namhafter Autor_innen wie Neil Gaiman, Stephen King und Joanne K. Rowling. Sein Beitrag zur modernen Horrorliteratur wurde sozusagen offiziell bestätigt. Der dritte Band „Flesh & Bone“ ist einer der Preisträger. 2012 erhielt das Buch den Bram Stoker Award in der Kategorie bester Young Adult – Roman. Für mich spielen diese Auszeichnungen keine Rolle. Ich bin von der Reihe überzeugt und freute mich im August 2016 auf meinen dritten Ausflug in die Zombie-bevölkerte Einöde des Rot and Ruin.

Benny und seine Freunde trauern. Die Ereignisse im wiedererrichteten Gameland hinterließen tiefe Wunden. Umso entschlossener sind sie, endlich den Jet zu finden, den sie vor Monaten am Himmel sahen – für eine bessere Zukunft, für ein Leben, das diese Bezeichnung auch verdient. Es muss draußen im Rot and Ruin Menschen geben, die gegen die Zombieplage ankämpfen, besonders jetzt, da die Zombies zu mutieren scheinen. Doch ihre Reise führt sie vorerst nicht in die Arme von Wissenschaftlern und Militärs, sondern lässt sie die Bekanntschaft eines gefährlichen Todeskults machen. Die Mitglieder der Night Church glauben, dass die Zombies die rechtmäßigen Erben der Erde sind und ihre Aufgabe darin besteht, sie ihnen zu übergeben. Sie wollen der Blasphemie, dem Leben selbst, Einhalt gebieten und sind bereit, für ihren Glauben zu morden. Mitten im Kampf gegen die Night Church erfahren Benny, Nix, Lilah und Chong von Sanctuary, einer geheimen Forschungsbasis im Herzen der Wüste. Sind sie dem Ziel ihrer Reise näher als sie dachten?

>>> Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Sophie Jordan – Uninvited

2015-07-19 - Jordan - Uninvited

Habt ihr schon mal von dem Gen Monoaminooxidase-A, kurz MAOA-Gen, gehört? Vermutlich sagt euch das gar nichts, aber den Ausdruck „Mörder-Gen“ kennt ihr bestimmt. Es gibt Hinweise, dass Mutationen dieses Gens die Gewaltbereitschaft und das Aggressionspotential eines Menschen erhöhen können. Das bedeutet nicht, dass diese Person unweigerlich zum Schläger oder sogar Mörder wird, doch die Veranlagung ist da. In ihrem Roman „Uninvited“ beschreibt die Autorin Sophie Jordan eine Realität, in der diese genetische Veranlagung zur Gewalt das Leben und die Zukunft eines Menschen bestimmt.

Davy Hamilton hatte alles: gute Noten, eine liebende Familie, Freunde und eine Beziehung mit dem begehrtesten Jungen der Schule. Ihr stand eine leuchtende Zukunft bevor. Bis festgestellt wurde, dass sie eine Trägerin des HTS ist, des Homicidal Tendency Syndrome, besser bekannt als das „Killer-Gen“. Während Davy noch zu begreifen versucht, dass ihre DNA sie als Mörderin abstempelt, wird sie auf einen Schlag aus ihrem bisherigen Leben herausgerissen. Sie wird ihrer Schule verwiesen und muss fortan eine spezielle Klasse für TrägerInnen besuchen, in der sie ein für alle Mal begreift, dass die Gesellschaft es nicht gut mit ihresgleichen meint. Eingesperrt und isoliert findet sie jedoch unerwartet Freunde: den gefährlich wirkenden Sean, dessen „H“-Tattoo ein Beleg für seine Gewaltbereitschaft ist und den schüchternen Gil, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Als sich die Situation für TrägerInnen im Land zuspitzt, werden die drei nach Mount Haven gebracht; ein Camp, in dem sie beweisen sollen, dass sie trotz des HTS wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sein können. Davy glaubt, dass Mount Haven ihre einzige Chance auf ein normales Leben ist – doch liegt sie damit richtig, oder ist das Camp nur eine weitere Grausamkeit der Regierung?

Ich habe die Bewertung von „Uninvited“ nachträglich nach unten korrigiert. Ich fand das Buch toll, aber nachdem einige Tage vergangen waren, fiel mir auf, dass es nur recht blass in meiner Erinnerung blieb. Offenbar hat es mich doch nicht so sehr beeindruckt wie ich anfangs dachte. Im Großen und Ganzen ist es typischer YA-Dystopie-Roman, der sich leicht und flüssig weg las. Sophie Jordan pflegt einen angenehmen, schnörkellosen Schreibstil und die Idee hinter „Uninvited“ ist äußerst spannend. Die Frage, welche Rolle Genetik und Prägung im Leben eines Menschen spielen, beschäftigt die Wissenschaft seit langem. Eine Zukunft, in der völlig normale Personen auf ihre DNA reduziert und unter Generalverdacht gestellt werden, ist durchaus vorstellbar; besonders, wenn die Verbrechenszahlen stetig steigen und die Gesellschaft verängstigt ist. Schade fand ich, dass Sophie Jordan überhaupt nicht auf die Biologie des HTS eingeht. Sie erklärt nicht, was genau es bedeutet, dieses Gen zu tragen, ob es sich um eine Mutation handelt oder wie hoch der Prozentsatz der TrägerInnen in der Bevölkerung ist. Mir ist die bloße Tatsache, dass das HTS in irgendeiner Form existiert, eindeutig zu dünn. Ein wenig engagierte Recherche hätte Wunder wirken können. Auch entfaltet sich die Geschichte trotz des interessanten Ansatzes anders, als ich erwartet hatte, was meiner Meinung nach hauptsächlich an der Protagonistin und Ich-Erzählerin Davy liegt. Davy fehlt Feuer. Sie ist eine Mary Sue – nicht unsympathisch, aber ein verwöhntes Prinzesschen, das mit einer Situation konfrontiert wird, die sie überhaupt nicht bewältigen kann. Vermutlich wäre jede/r mit ihrem Schicksal überfordert gewesen, doch in der Art, wie Davy sich verhält, wird überdeutlich, dass sie in ihrem Leben noch nie ein Problem selbst oder allein lösen musste. Sie weiß nicht im Mindesten, wie sie sich der Tatsache, dass sie das HTS trägt, stellen soll und ist in ihren Ansichten unheimlich festgefahren und unflexibel. Obwohl sie am eigenen Leib erfährt, wie ungerecht die Fixierung auf ein einziges Gen ist, kann sie ihre Vorurteile HTS-TrägerInnen gegenüber einfach nicht überwinden oder hinter sich lassen. Sie sieht sich das ganze Buch über als eine Art Sonderfall, einen Irrtum und unterscheidet scharf zwischen sich und „den anderen“. Sie selbst ist das beste Beispiel dafür, dass die DNA nicht das Geringste über die Persönlichkeit eines Menschen aussagt, geht aber trotzdem weiterhin davon aus, dass alle anderen TrägerInnen potentielle PsychopathInnen und/oder KillerInnen sind, von Sean und Gil vielleicht einmal abgesehen. Und Sophie Jordan gibt ihr durch die Charakterisierung der Nebenfiguren auch noch Recht. Das hat mich wirklich geärgert, weil die Botschaft, die ich mir erhofft hatte, so definitiv unterging.

„Uninvited“ begann vielversprechend, verlor sich meiner Meinung nach jedoch etwa auf der Hälfte. Ich hatte Spaß beim Lesen, aber die Prägnanz der Geschichte verschwand hinter Davys Schicksal, das, obwohl schockierend, letztendlich nur eines von vielen ist. Ich denke, Sophie Jordan hat den Rahmen der Ereignisse etwas zu eng gezogen und sich zu sehr auf Davy konzentriert, die einfach nicht stark genug ist, um die Handlung überzeugend allein zu tragen. Trotzdem möchte ich der Fortsetzung „Unleashed“ eine Chance geben, auch wenn ich es nicht genau erklären kann warum. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, glaube ich eigentlich nicht, dass sich die Defizite des ersten Bandes im zweiten Band auflösen werden, doch irgendwie lässt mich die Geschichte nicht los.
„Uninvited“ ist eine Dystopie, die sich sehr dicht an unserer Realität bewegt – nicht allzu weit in der Zukunft und beunruhigend vorstellbar. Wer es also realistisch mag, kann durchaus zu diesem Young Adult – Roman greifen und Seite an Seite mit Davy erleben, was es bedeutet, wenn die Welt keine Menschen mehr sieht, sondern nur noch DNA-Stränge auf zwei Beinen.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 5. August 2015 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: