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Montagsfrage: Realitätsflucht an Ostern?

Hallo ihr Lieben und frohe Ostern für euch alle! 🙂

Eigentlich sollte alle religiösen Feiertage, zu denen Ostern ja auch zählt, besinnlich genutzt werden. Aber ich kann nicht. Nicht nur zählt Ostern für mich, seit ich erwachsen bin und nicht mehr nach Geschenken im Garten suche, zu den niederen Feiertagen, ich kann auch einfach nicht verhindern, dass ich mich jedes Mal aufrege, wenn ich WordPress öffne. Hände hoch: Ist noch jemand so richtig schön angefressen von den Änderungen, die WordPress in Layout, Design und Funktionalität des Backends vorgenommen hat? Vor etwa drei Wochen wurde mein Backend umgestellt und seitdem habe ich mich jeden Tag darüber geärgert. Besonders nervt mich, dass es jetzt offenbar unmöglich ist, an den klassichen Editor für Beiträge zu kommen und Widgets in der Live-Preview des Customizers bearbeitet werden müssen, statt sie einfach ganz unkompliziert (und ohne Ladezeiten bei jedem Tippen) im Backend anzufassen. Wäre mein Blogumzug nicht bereits beschlossene Sache, spätestens jetzt würde ich ernsthaft darüber nachdenken. Ich verstehe ja, dass WP den Gutenberg-Editor (den ich verabscheue) als Standard etablieren will, aber die gesamte Funktionalität danach auszurichten, geht für meinen Geschmack zu weit. Ich bin nicht glücklich. Wie geht es euch damit (also denjenigen, die ihren Blog auch über WP hosten)?

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich deshalb mit einer Menge negativen Gefühlen, daher kommt mir das Thema nur recht.

Mit welchem Buch kann man dieses Jahr auf einen literarischen Osterausflug gehen, ohne das Haus verlassen zu müssen?

Habe ich Antonia korrekt verstanden, dürfen wir heute jedes Buch nennen, das sich dazu eignet, aus der Realität zu flüchten. Mich irritieren solche Fragen immer, denn wenn man nun nicht gerade ein wissenschaftliches Fachbuch über Virologie liest, sollte Lesen meiner Meinung nach grundsätzlich eine Möglichkeit sein, Zeit außerhalb der persönlichen Wirklichkeit zu verbringen. Zumindest alles, was sich Fiktion schimpft, ist dazu geeignet, also könnte ich heute einfach auf meine Lektüreliste der vergangenen Monate und Jahre verweisen. Doch da Antonia explizit einen Osterausflug erwähnt, möchte ich schon etwas konkreter werden. Mir ist ein Buch eingefallen, das wirklich hervorragend zu den Anforderungen der heutigen Frage passt: „Unten am Fluss: Watership Down“ von Richard Adams.

Dieser Kinderbuchklassiker von 1972 handelt von einer Gruppe tapferer Wildkaninchen, die ihr vom Menschen bedrohtes Gehege verlassen, um eine neue, sichere Heimat zu finden. Ihr Weg führt sie durch die südenglische Landschaft und konfrontiert sie mit vielen Abenteuern, die sie natürlich mutig und ehrenhaft bestehen. Ich habe es 2015 gelesen, weil ich wissen wollte, ob meine negativen Erinnerungen an die Zeichentrickverfilmung von 1978 gerechtfertigt sind. Als Kind hatte ich nämlich eine Heidenangst vor diesem Film. Nach der Lektüre kann ich resümieren, dass die Gründe der kleinen Elli, sich zu fürchten, vollkommen legitim waren. Meiner Ansicht nach ist es kein kindgerechtes Buch, trotz der sprechenden Tiere. Die Geschichte ist äußerst erwachsen und stellt eine überzeugende Metapher verschiedener Gesellschaftssysteme und Lebensweisen dar. Dadurch ist es definitiv eine passende Osterlektüre für ein älteres Publikum. Die Wildkaninchen wecken österliche Assoziationen, ihre Reise führt durch eine detailliert und liebevoll beschriebene Natur, die Leser_innen die mentale Flucht aus den eigenen vier Wänden erleichtert und bietet darüber hinaus einen gewissen gesellschaftskritischen Anspruch, der die grauen Zellen stimuliert, ohne allzu deutliche Parallelen zur Realität herzustellen. Ich empfand das Buch als sehr ruhig und gefasst, womit es gerade im Rahmen der Feiertage einen schönen Gegenentwurf zu unserem hektischen Alltag liefert. Als Pageturner qualifiziert es sich nicht, doch es muss ja auch nicht immer Nervenkitzel sein.

Ich kann euch „Unten am Fluss: Watership Down“ als wunderbares Osterbuch empfehlen, das euch garantiert hilft, die Pandemie-Realität zu vergessen. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, schaut gerne bei meiner Rezension vorbei, darin schildere ich ausführlich, wie mir der Ausflug mit den pelzigen kleinen Held_innen gefallen hat.

Welches Buch könnt ihr als literarischen Osterausflug empfehlen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen eierbunten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Hass, Hass, Hass?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Blog wird alt. Nein, keine Sorge, ihr habt keinen Bloggeburtstag verpasst. Diese Feststellung hat einen anderen Ursprung. Wie ich euch schon berichtet habe, arbeite ich im Hintergrund fleißig am Umzug meines Blogs. Derzeit bin ich dabei, alle Rezensionen an das neue Layout anzupassen. Das ist eine mühsame, zeitraubende Aufgabe, weil ich jede gepostete Rezension noch einmal anfassen und händisch bearbeiten muss. Ich gehe dabei sowohl alphabetisch als auch chronologisch vor. Dadurch ist mir aufgefallen, wie verdammt lange es bei einigen Büchern her ist, dass ich sie gelesen und rezensiert habe. Immer wieder bin ich überrascht und kann kaum glauben, wie lange die Rezension zurückliegt, weil ich geschworen hätte, dass ich das Buch erst vor drei Jahren gelesen habe, nicht vor sechs. Es fühlt sich beinahe an, als wäre es erst gestern gewesen. Außerdem ist mir noch einmal schmerzlich bewusst geworden, wie viele Rezensionen es mittlerweile sind. Ich habe absichtlich darauf verzichtet, sie anlässlich der Umgestaltung zu zählen, weil mich diese Zahl nur demotivieren würde, aber ich sehe ja trotzdem, wie lang meine To-Do-Liste ist. Rational weiß ich natürlich, dass sich eine Menge angesammelt hat, es schwarz auf weiß zu sehen, ist jedoch tatsächlich noch mal etwas anderes.

Dieselbe Arbeit erwartet mich später auch für alle Montagsfragen, was ebenfalls hunderte sein dürften. Heute kommt eine weitere dazu; schauen wir mal, was Antonia von Lauter&Leise wissen möchte.

Gibt es ein Buch, das du richtiggehend hasst?

Na das passt ja, da ich ja nun eh schon gedanklich bei alten Rezensionen war. Die Frage stammt übrigens von Aequitas et Veritas.

Nein. Nein, ich denke nicht. Hass ist ein äußerst starkes Wort. Ich glaube, dafür bin ich einfach nicht nachtragend genug. Selbstverständlich gibt es Bücher, die mich während der Lektüre furchtbar aufregen, über die ich schimpfe und meckere, gernervt die Augen rolle und denen ich drohe, sie aus dem Fenster zu werfen, wenn sie nicht bald besser werden. Dasselbe passiert vielleicht noch einmal, wenn ich die Rezension schreibe. Aber dann ist gut. Für mich ist eine schwierige Beziehung zu einem Buch abgeschlossen, wenn ich einen Verriss geschrieben habe. Es mag sein, dass ich mich in Zukunft mit Grauen an die Lektüre erinnere und allen, die leichtsinnig genug sind, zu fragen, ausführlich schildere, warum es meiner Meinung nach ein ganz schreckliches Buch ist, aber Hass? Nein.

Wahrscheinlich kann ich Bücher grundsätzlich nicht hassen. Nicht, weil es unbelebte Gegenstände wären – fragt mal nicht nach Sonnenschein, wie viel Hass zwischen mir und meinem alten Staubsauger existierte, ich bin durchaus in der Lage, Gegenstände mit brennender Leidenschaft zu hassen. Aus meiner Sicht sind Bücher nie Schuld. Schuld sind Autor_innen, Verlage, Lektor_innen und einfach alle, die dafür verantwortlich sind, dass eine Geschichte in der Form, die ich am Ende konsumiere, das Licht der Welt erblickt. Das Buch kann nichts dafür, dass es schlecht, langweilig, unausgereift oder was auch immer ist. Ich sehe die Verantwortlichkeit bei den Personen, die nicht verhindert haben, dass es so in meine Hände gelangte. Das können die Autor_innen selbst sein, weil sie es ihnen nicht gelang, objektiv zu urteilen, dass ihr Manuskript Murks ist. Es können Verlage sein, weil sie zum Beispiel die millionste Auflage eines ausgelutschten Stoffes auf den Markt bringen. Das kann auch das Lektorat sein, weil logische Fehler, Rechtschreibfehler oder Inkonsistenzen nicht korrigiert wurden. Es ärgert mich, dass manchmal Bücher veröffentlicht werden, die ganz eindeutig (noch) nicht bereit für den kritischen Blick der Öffentlichkeit sind. Doch Hass empfinde ich trotzdem nicht, sondern eher eine Mischung aus Bedauern, Fremdschämen, Fassungslosigkeit und Beleidigung.

Nehmen wir ein extremes Beispiel: „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Selbstverständlich habe ich dieses Buch nie gelesen und werde es auch nie tun, nicht nur, weil ich mich damit strafbar machen würde. Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass es ein böses Buch ist. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, es in meiner Bibliothek stehen zu haben, weil ich fest überzeugt bin, dass seine Ausstrahlung alles in seinem Umfeld vergiften würde, denn was darin steht, ist falsch, bösartig und menschenverachtend. Allein der Gedanke, es hier zu haben, gruselt mich. Ich möchte es nicht besitzen. Niemals. Ich möchte nicht einmal in seine Nähe kommen, es macht mir Angst. Aber hasse ich es deswegen? Nein. Ich hasse den Mann, der es geschrieben hat. Ich halte es nicht an sich für böse, ich weiß sehr wohl, dass am Ende „nur“ gedruckte Worte auf Seiten aus Papier sind. Ich halte es für böse, weil ein Teil von mir ganz sicher ist, dass es ein Stück der Seele des Autors enthält und die war ja nun bekanntermaßen schwarz wie die Nacht. Auf gewisse Weise hasse ich den Verfasser auch dafür, dass er die Integrität des geschriebenen Wortes beschmutzte, doch sein Buch selbst … Nein, ich kann es nicht hassen.

Ihr seht, in meinem Kopf besteht eine klare Grenze zwischen Werk und den Personen, die für dessen endgültige Form verantwortlich sind. So sehr mich eine Lektüre aufregen mag, habe ich ein Buch ausgelesen, greift sofort diese Differenzierung. Ich möchte aber auch festhalten, dass das Leben meiner Meinung nach zu kurz für Hass ist. Meine Lebenszeit ist es nicht wert, dass ich sie darauf verschwende, ein kulturelles Objekt und/oder dessen Schöpfer_innen zu hassen. Schlimm genug, dass ich sie für die Lektüre selbst geopfert habe.

Empfindet ihr Hass für ein bestimmtes Buch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bezaubernden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Literarische Fremdsprachigkeit?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Am Samstag haben der Lieblingsmensch und ich die neue Küche zelebriert. Zuerst hat der gelernte, ehemalige Bäcker einen Kirsch-Streuselkuchen für uns gezaubert und abends gab es selbstgemachte Pizza. Beides konnten wir noch nie backen, weil unser alter Ofen die dafür notwendigen Temperaturen nicht erreichte. Dann haben wir es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht und uns die neuste Ergänzung der Netflix-Bibliothek angesehen: „Der goldene Handschuh“. Ich habe das gleichnamige Buch von Heinz Strunk, in dem er die Verbrechen des Serienmörders Fritz Honka in den 70er Jahren in Hamburg thematisiert, bereits vor etwa 3 Jahren gelesen, der Lieblingsmensch hingegen hat es gerade erst beendet. Es war einer der seltenen Fälle, in denen ich auf die Verfilmung neugierig war, weil ich sehen wollte, ob das literarische Experiment, das Heinz Strunk vorlegte, überhaupt filmisch umsetzbar ist. Mein Fazit: Ist es nicht. Der Film ist wirklich gut gemacht, hält sich eng an die Vorlage und der Setaufbau ist eine verblüffend authentische Kopie der Lebensumstände Honkas, aber das, was das Buch ausmacht, kann er nicht vermitteln. Der biografische Roman lebt von den Innenansichten des Serienmörders, sein Reiz besteht darin, dass man sich als Leser_in fragen muss, wie weit Sympathie für einen Protagonisten gehen darf. Dieser Effekt entsteht im Film überhaupt nicht, weil das Publikum nicht erfährt, was in Honka vorgeht. Außerdem nimmt die Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ eine viel zu geringe Rolle ein. Es kommt nicht rüber, dass es sich dabei um einen Schmelztiegel der Schicksale handelte, wodurch die Milieustudie, als die das Buch gelobt wurde, völlig in den Hintergrund tritt. Im Film geht es um Honkas Verbrechen, was ich als Andenken an seine Opfer schätze, doch das Buch deckt viel mehr ab als das. Solltet ihr also darüber nachdenken, den Film anzuschauen, kann ich euch nur empfehlen, auch den Roman auf eure Liste zu setzen. Bei Interesse findet ihr HIER meine Rezension.

Nun ist das Wochenende und damit die Gelegenheit zu einem lauschigen Filmabend allerdings schon wieder vorbei und wie immer starte ich in die neue Woche mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie hoch ist euer Leseanteil in einer Fremdsprachen und warum lest ihr nicht die Übersetzung?

Die heutige Frage stammt vom lieben Torsten von Torsten’s Bücherecke. Ich beherrsche nur eine Fremdsprache gut genug, um in dieser Sprache auch lesen zu können: Englisch. Immerhin eine, mit der ich ziemlich weit komme. 😉 Wahrscheinlich lese ich etwas mehr als die Hälfte meiner Gesamtlektüre im Jahr in Englisch. Genau weiß ich es nicht (mehr), weil ich die entsprechende statistische Zahl aus meinem Jahresrückblick 2020 gestrichen habe. Ich fand, dass sie nichts mehr über mich aussagt und es einfach nicht wichtig ist, in welcher Sprache ich ein Buch nun lese, weil das kein Faktor ist, der bei meiner Lektüreauswahl eine Rolle spielt. Ich kann englische Bücher mittlerweile genauso flüssig lesen wie Bücher in Deutsch, bin literarisch also wahrhaft zweisprachig. Das muss ich nicht ausufernd analysieren oder gegeneinander aufrechnen.

Auf die Frage nach dem Warum ist die Antwort im Kern denkbar simpel: Weil ich es kann. Es gibt einen Haufen Gründe, die meiner Meinung nach dafür sprechen, im Original zu lesen und nicht zur Übersetzung zu greifen, wenn man nicht muss.
Ursprünglich bewegten mich zwei Argumente dazu, auf englische Lektüre umzusatteln. Ich hatte es satt, den deutschen Marktmechanismen unterworfen zu sein, die dazu führen, dass einige Reihen aus finanziellen Faktoren heraus irgendwann nicht weiter übersetzt werden. Obwohl ich diese Entscheidung aus Sicht der Verlage durchaus verstehen kann, bin ich als Leserin in solchen Fällen natürlich die Gelackmeierte. Will ich wissen, wie die Geschichte weitergeht, bleibt mir keine andere Wahl, als auf die englischen Originale umzusteigen.
Der zweite Aspekt war der Preis. Englische Bücher sind häufig deutlich günstiger als die deutschen Übersetzungen, weil sie nicht der deutschen Buchpreisbindung unterworfen sind. Dieses Verhältnis ist sogar auf dem Gebraucht-Markt zu spüren, denn viele deutsche Bücher erreichen niemals den niedrigen Schnäppchenpreis, von dem ich bei englischen Büchern profitiere.

Später haben sich weitere positive Effekte herauskristallisiert, die bis heute eine Rolle für mich spielen.
Eine Übersetzung kann, unabhängig von ihrer Qualität, niemals dieselbe Authentizität aufweisen wie das Original. Manche Formulierungen lassen sich nicht ohne Weiteres von einer Sprache in eine andere übertragen. Metaphern, Wortwitz und Stilblüten müssen zwangsläufig bis zu einem gewissen Grad verloren gehen. Wenn ich mit diesem Kompromiss nicht leben muss, warum sollte ich dann?
Wartezeiten sind ebenfalls ein Faktor. Eine Übersetzung braucht Zeit. Findet die Veröffentlichung eines Buches international nicht parallel statt, muss ich als Deutsche warten, bis die Übersetzung verfügbar ist, was unter Umständen Monate dauern kann. Habe ich ohnehin Jahre auf ein Buch gewartet, zum Beispiel bei einer Fortsetzung, möchte ich diese Wartezeit nicht unnötig verlängern.
Ich habe außerdem festgestellt, dass sich durch zweisprachiges Lesen die Vielfalt deutlich erhöht. Manche Autor_innen werden nie ins Deutsche übersetzt. Andere werden nicht mit ihrem Gesamtwerk übersetzt, heißt, Reihe A wird übersetzt, Reihe B aber nicht. Das kann mir egal sein, wenn ich auf Englisch lese. Ich habe Zugriff auf den gesamten deutschen und den gesamten englischsprachigen Buchmarkt, was neben den USA und Großbritannien ja auch zahlreiche weitere Länder einschließt, zum Beispiel Kanada oder Australien. Dadurch habe ich Schriftsteller_innen entdeckt, die mir nie begegnet wären, würde ich mich auf deutschsprachige Literatur beschränken.
Darüber hinaus habe ich eine Vorliebe für englischsprachige Taschenbuchformate. Durch die fehlende Buchpreisbindung in englischsprachigen Ländern können mehrere Verlage dasselbe Buch verlegen. Um Kampfpreise anbieten zu können und trotzdem wirtschaftlich zu sein, sparen diese Verlage häufig bei den Kosten für die physische Form des Buches. Sie nutzen kleine Formate und weniger hochwertiges Papier. Viele Leser_innen mögen sich an den dünnen Seiten mit dem typischen Recycling-Grauschleier stören, aber ich liebe diese Ausgaben. Sie sind handlich, sie sind leicht, sie geben mir das Gefühl, nicht allzu vorsichtig beim Lesen sein zu müssen. Habe ich die Wahl, würde ich mich immer für so eine Ausgabe entscheiden.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Argumente fallen mir für englische Originale ein. Die wichtigsten habe ich jetzt allerdings abgedeckt, also belassen wir es bei dieser Aufzählung. Auf englischsprachige Lektüre umzuschwenken, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich möchte die literarische Zweisprachigkeit und all ihre positiven Aspekte nicht mehr missen.

Lest ihr in einer Fremdsprache und wenn ja, wieso?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen inspirierenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Ehrlich, freundlich oder beides?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Leute, ihr werdet es nicht glauben. Es ist alles fertig. Die Küche steht, die Fliesen kleben an der Wand und im Badezimmer ist das neue Waschbecken eingebaut. Unsere Wohnung hat in der letzten Woche wirklich ein kompettes Make-Over bekommen. Es ist wundervoll. Ich bin sehr, sehr glücklich. Wenn ich so im Türrahmen stehe und mir meine neue Küche ansehe, war sie jeden Cent und jeden Tag der Ungeduld wert. Am Freitag habe ich auch schon darin gekocht – wir entschieden uns für Nudelauflauf, weil man mit Pasta und Käse nicht allzu viel falsch machen kann, selbst wenn Kochfeld und Ofen ungewohnt sind. Es war ein Traum. Es ist ein völlig anderes Gefühl, wenn alles aufgeräumt und sortiert ist, statt nur provisorisch gelöst. Beim Öffnen von Türen und Schubladen muss ich jetzt nicht mehr all die vielen kleinen Tricks beachten, die bisher nötig waren, weil jedes einzelne Möbelstück Macken und Alterserscheinungen hatte. Alles ist einheitlich. Wir haben viel mehr Arbeitsfläche. Mehr Licht. Wir müssen nicht mehr von Hand abwaschen und dank der Dunstabzugshaube ist der schmierige Film, gegen den ich einen aussichtslosen Kampf austrug, Geschichte. Hach, es ist schön. Als ich mir am Freitag dann auch noch das erste Mal im neuen Badezimmer-Waschbecken die Hände wusch und feststellte, dass wir nun endlich Wasser einlassen können, ohne dass es durch den undichten Stöpsel von selbst wieder abläuft, ging mir durch den Kopf, mit wie wenig ich im vergangenen Jahrzehnt zufrieden war. Bescheidenheit ist eine Tugend, aber ich bin doch sehr erstaunt, mit wie vielen Unannehmlichkeiten ich mich arrangieren konnte. Für mich fühlt es sich an, als hätte ich eine neue Phase in meinem Leben erreicht. Vor einigen Jahren wäre die Realisierung eines großen Projekts wie die neue Küche noch undenkbar gewesen. Ich hätte gar nicht gewusst, wo ich anfangen soll. Jetzt bin ich solchen Herausforderungen gewachsen und das ist wirklich ein gutes Gefühl. 🙂

Nun aber genug von der neuen Küche geschwärmt, kommen wir zum Tagesgeschäft – der heutigen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind?

Ich habe die Frage, die von Sophia von Wordworld stammt, gekürzt, weil sie sonst wirklich sehr lang geworden wäre. Sophia möchte nämlich eigentlich wissen, ob wir ehrlich sind und zugeben, dass uns ein Rezensionsexemplar nicht interessiert. Für mich ist das leicht zu beantworten: Ja, ich bin immer ehrlich. Ich glaube, es bringt niemandem etwas, wenn ich aus falsch verstandener Höflichkeit eine Ausrede erfinde. Was ist schon dabei, wenn ich anhand von Klappentext und Leseprobe von dem angebotenen Buch nicht überzeugt bin? Selbst aufstrebende Autor_innen wissen, dass sie es nicht allen Recht machen können. Es ist gar nicht schlimm, wenn sie meinen Geschmack nicht treffen, denn es gibt garantiert andere Blogger_innen, bei denen das ganz anders aussieht. Anfangs habe ich mich ziemlich schlecht gefühlt, wenn ich eine Rezensionsanfrage ablehnen musste, aber irgendwann habe ich aufgehört, diese Situation persönlich zu bewerten und betrachte solche Angebote mittlerweile ausschließlich professionell, weil den wenigsten Autor_innen tatsächlich an meiner individuellen, persönlichen Meinung gelegen ist. Die meisten schreiben mich nicht an, weil sie meinem Blog schon ewig folgen und wirklich wissen wollen, was ich, also Elli als Privatperson, über ihr Buch denke. Sie schreiben mich an, weil sie ihr Buch möglichst vielfältig bewerben möchten und ich dafür als Buchbloggerin eine sinnvolle Adresse bin. Sie stolpern über mich, stöbern vielleicht ein bisschen herum und entscheiden dann, mir eine Rezensionsanfrage zu schicken. Das beweist allein schon der Anteil der Bücher, die mir angeboten werden, obwohl sie ganz offensichtlich nicht meinem Geschmack entsprechen. Für mich ist das völlig in Ordnung, denn eine Rezensionsanfrage ist keine Schmeichlei. Es ist eine geschäftliche Offerte. Habe ich an diesem Geschäft kein Interesse, wird sich wohl kaum jemand von einer Brücke stürzen, wenn ich das ganz offen sage.

Ehrlichkeit bedeutet ja nicht, dass man gemein werden muss. Ich kann ehrlich und freundlich sein. Ich kann darauf hinweisen, dass das Buch leider nichts für mich ist, es aber sicher andere Blogger_innen gibt, denen es eher zusagt. In einigen Fällen habe ich sogar konkrete Empfehlungen ausgesprochen, an wen sich der Autor bzw. die Autorin wenden könnte. Dadurch vermeide ich nicht nur, unnötig lügen zu müssen, ich verhindere auch, dass ich in Zukunft von derselben Person ähnliche Angebote erhalte. Weiß die Person, dass mir ein Buch dieser Art nicht zusagt, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie mir künftig eine thematisch-inhaltlich ähnliche Geschichte vorschlägt, was allen Zeit und Aufwand spart.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich darauf verzichte, eine Ablehnung aufgrund mangelnden Interesses zu schreiben, wenn es einen anderen Grund gibt, der meiner Ansicht nach drängender ist. Die meisten Rezensionsanfragen lehne ich nicht ab, weil ich das Buch uninteressant finde. Die meisten lehne ich aus Zeitgründen ab. Ich bin keine wirklich gute Auftragsrezensentin, denn ich kann einerseits nicht vorhersagen, wann ich das Buch lesen werde und andererseits kann ich mit absoluter Sicherheit vorhersagen, dass es auf jeden Fall Monate dauern wird, bis ich das Buch bespreche. Der Stapel meiner ausstehenden Rezensionen ist besorgniserregend hoch – buchstäblich, denn die entsprechenden Bücher stapeln sich mittlerweile wirklich prekär. Es widerstrebt mir, ein Buch, das ich später gelesen habe, für die Rezension vorzuziehen. Das mache ich nur in Ausnahmefällen. Also würde das Rezensionsexemplar ewig rumliegen. Das finde ich nicht fair, weil es für die Autor_innen meist wichtig ist, dass das Buch zeitnah zum oder nach dem Erscheinen Aufmerksamkeit erhält. Bei mir wiederum würde die Situation Druck erzeugen, was meiner Kreativität meist einen Riegel vorschiebt. Wieder hat keine_r etwas davon, wenn ich die Anfrage annehme. Folglich erkläre ich freundlich, dass ich leider keine Kapazitäten habe, um der Bitte nachzukommen, wünsche viel Erfolg für die Zukunft und erspare allen Beteiligten eine blöde Lage. Dann auch noch zu erwähnen, dass ich das Buch übrigens sowieso nicht lesen wollen würde, ist ja nun unnötig.

Wie reagiert ihr auf uninteressante Rezensionsanfragen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen glückseligen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage fällt aus

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Montagsfrage fällt heute aus, ich möchte euch aber trotzdem kurz updaten, weil diese Woche eine Menge ansteht. Außerdem habe ich eine Geschichte zu erzählen, die euch allen den Start in die neue Woche hoffentlich etwas leichter macht. 😉

Am Mittwoch kommt die neue Küche. Am Donnerstag wird sie aufgebaut. Je näher der Termin ranrückt, desto schmaler wird mein Geduldsfaden. Jedes Mal, wenn ich im Bad unser Geschirr spülen muss, ertrage ich es ein bisschen weniger. Das hängt auch damit zusammen, dass wir am Freitag einen weiteren Handwerker bzw. eine weitere Handwerkerin im Haus haben werden. Wir bekommen ein neues Badezimmer-Waschbecken, bezahlt von unserer Haftpflichtversicherung. Was ist passiert? Als ich hier vor über 10 Jahren eingezogen bin, hatte das Waschenbecken bereits Risse. Das sah nicht schön aus, störte mich aber nicht weiter, weil es ein rein kosmetisches Problem blieb. Die Risse blieben, wo sie waren, vergrößerten sich nicht und bereiteten mir nie Schwierigkeiten. Jedenfalls nicht, bis wir anfangen mussten, im Badezimmer das Geschirr abzuwaschen. Badezimmer-Waschbecken eignen sich wirklich überhaupt nicht dafür, darin irgendetwas aus der Küche zu säubern. War mir vorher nicht bewusst. Schon die Form ist völlig kontraproduktiv, doch da wir keine Badewanne haben und Abwaschen in der Dusche noch unpraktischer ist und extrem auf den Rücken geht, blieb uns keine andere Wahl.

Gab es in eurem Elternhaus auch diese eine Schüssel mit dem Sprung? Ich erinnere mich sehr genau, dass meine Mutter mich am Essenstisch oft ermahnte, diese Schüssel nicht zu kräftig gegen alle anderen Schüsseln und die Teller zu schieben. Ich fand das immer übertrieben. Die Schüssel würde schon nicht auseinanderfallen. Jetzt weiß ich, dass sie Recht hatte. Mütter eben. Keramik auf Keramik ist keine gute Idee. In den letzten Wochen konnten wir zusehen, wie die Risse im Badezimmer-Waschbecken größer und tiefer wurden. Hier und dort platzte mal ein winziges Stück ab. Und am Donnerstag passierte es dann. Beim Putzen übte ich auf eine Stelle, an der sich drei Risse kreuzten, zu viel Druck aus und hatte plötzlich zwei Scherben in der Hand und ein Loch im Waschbecken.

Wir hatten sowieso vor, das Waschbecken ersetzen zu lassen, sobald die neue Küche steht. Es war nur nicht geplant, das bereits jetzt anzugehen. Tja. Nun müssen wir, denn die provisorische Lösung, die aus mehreren Lagen Paketklebeband besteht, mit denen ich das Loch erst einmal abgedeckt habe, wird kaum lange halten. Glücklicherweise hat unsere Versicherung sehr schnell nach meiner Schadensmeldung reagiert, kontaktierte die Hausverwaltung und noch am selben Tag haben wir einen Termin für den Einbau des neuen Waschenbeckens bekommen. Am Ende der Woche haben wir also nicht nur eine neue Küche, sondern auch noch ein funkelniegelnagelneues Badezimmer-Waschbecken. Auch nicht schlecht. Und ja, trotz der Unannehmlichkeit, die damit verbunden ist, erkenne ich, wie witzig das Ganze ist. Ich meine, ein Loch im Waschbecken, geflickt mit Paketklebeband. Da meldet sich eindeutig der Galgenhumor in mir. Ich hoffe, dass ich auch euch mit meiner Geschichte einen kleinen Lacher zum Wochenstart entlocken konnte.

Also, denkt daran, egal, was heute auch passiert, zumindest habt ihr kein Loch im Waschbecken. 😉 In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen unfallfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 
2 Kommentare

Verfasst von - 15. Februar 2021 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Über den Tellerrand?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wisst ihr, ich liebe CMS-Arbeit. Ich finde es wirklich toll, eine Website von Null aufzubauen und alles genau so aussehen und funktionieren zu lassen, wie ich es möchte. Kein Witz, mir macht das Spaß, sonst würde ich das wohl kaum seit Jahren beruflich machen. Aber wisst ihr, was ich daran hasse? Die Kleinfriemelei. Hier ein Abstand, der nicht stimmt, dort ein Link, der nicht den korrekten Hover-Effekt zeigt, an wieder anderer Stelle sind die Bildmaße nicht gleichmäßig – neigt man wie meine Wenigkeit zum Perfektionismus, können einen diese winzigen Anpassungen in den Wahnsinn treiben, weil gerade der Kleinkram oft dazu führt, dass das Layout zerschossen wird. Falls ihr jetzt bereits vermutet, dass ich mitten in der Gestaltung des neuen wortmagieblogs stecke, liegt ihr richtig. Ich komme schneller voran als erwartet, was ich tatsächlich meiner ausführlichen Vorarbeit zuschreibe. Ohne meine schriftlichen Layoutentwürfe müsste ich viel mehr rumprobieren. Dennoch wird es voraussichtlich noch eine ganze Weile dauern, bis ihr das Ergebnis zu sehen bekommt, denn ich werde meine alten Beiträge wahrscheinlich alle noch einmal anfassen und auf neue Templates umstellen müssen. Das sind mittlerweile über 1.000, wie ich seit dem Export meiner Daten weiß. Ich könnte mir vorstellen, dass ich zur Jahresmitte mit allem fertig bin. Letztendlich kann ich aber nicht vorhersagen, was mir dazwischen kommen könnte, also habt Geduld.

Apropos Geduld: Ihr werdet es nicht glauben, doch wir haben endlich einen Termin für die neue Küche! Sie wird am 17.02. geliefert und am 18.02. aufgebaut. Der Lieblingsmensch und ich streichen die Tage im Kalender ab. Die ganze Geschichte hat dann wirklich etwas mehr als einen Monat länger gedauert als geplant. Ich fantasiere schon von all den Leckereien, die wir bald zubereiten können. Ich habe solche Lust, uns was richtig Gutes zu kochen, dass ich regelrecht Sehnsucht nach meinen Töpfen und Pfannen habe. Ich muss mir noch überlegen, welches Festessen es in zwei Wochen gibt. Irgendwie müssen wir feiern, dass wir uns wieder ordentlich ernähren können, aber die Auswahl ist so groß. 😀 Mit welchem Gericht würdet ihr so einen Anlass zelebrieren?

Bevor jetzt meine kulinarische Fantasie mit mir durchgeht, widmen wir uns lieber schnell dem Tagesgeschäft und das ist heute natürlich die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Liest du auch Bücher, die außerhalb deines Kulturkreises spielen?

Die heutige Frage stammt erneut von Aequitas et Veritas und schließt meine Lieblingsgenres Fantasy und Science-Fiction selbstverständlich aus. Um sie zu beantworten, müssten wir eigentlich erst einmal definieren, was „mein“ Kulturkreis überhaupt ist. Deutschland? Europa? Alles, was westlich des Urals liegt? Bevor ich nun aber von Höckchen auf Stöckchen komme, legen wir doch einfach fest, dass mein Kulturkreis Europa sowie Nordamerika einschließt. Ich weigere mich, mich auf Deutschland zu beschränken, obwohl ich anerkenne, dass alle europäischen Länder sowie Kanada und die USA eine eigene, reiche Geschichte haben, die nicht deckungsgleich mit der deutschen Historie ist – warum, erkläre ich gleich.

Ich versuche durchaus, außerhalb meines Kulturkreises zu lesen. Spätestens, seit ich mich intensiv mit dem Literaturnobelpreis auseinander gesetzt habe und erkannte, dass Repräsentation bei der Auswahl der Preisträger_innen kein Faktor ist, wurde mir jedoch klar, dass das gar nicht so einfach ist, wie es klingt. Meinem Empfinden nach (ich habe keine Daten, die das untermauern) haben es Autor_innen, die nicht aus europäischen Ländern oder den USA stammen, schwer, auf unserem Buchmarkt Aufmerksamkeit zu erlangen. Natürlich gibt es schillernde Ausnahmen wie Haruki Murakami, aber ich denke, tendenziell werden Schriftsteller_innen, die auf dem afrikanischen, asiatischen oder australischen/ozeanischen Kontinent leben, seltener übersetzt. Ich vermute, dass dieser Trend mit den Mechanismen des Buchmarktes selbst zusammenhängt. Um wirtschaftlich zu sein, müssen Verlage überwiegend auf das sichere Pferd setzen. Das heißt im Endeffekt, sie verlegen, was den Leser_innen vertraut ist, weil sie bei diesen Büchern mit zuverlässigen Absätzen und einer entsprechenden Gewinnmarge rechnen können. Für Experimente besteht wenig Spielraum. Wahrscheinlich werden Bücher aus dem europäischen bzw. nordamerikanischen Kulturkreis deshalb eher verlegt, denn Geschichten von Menschen, die in einer Kultur leben, die uns fremd ist, verlangen häufig ein Umdenken, ein Eindenken in andere Maßstäbe und Bräuche. In Europa und Nordamerika teilen wir viele grundlegende Faktoren, wodurch es für uns einfach ist, uns in Geschichten, die in diesem Rahmen spielen, zurechtzufinden. Es ist bequemer. Die Chancen, dass ein Buch aus Europa, Kanada oder den USA in Deutschland verlegt wird, stehen dadurch schlicht besser.

Daher habe ich zum Beispiel noch nie ein Buch von einem Autor oder einer Autorin aus Thailand oder der Mongolei gelesen. Selbst wenn es ein solches Buch auf dem deutschen Markt gibt, ist das an mir bisher vorbeigegangen. Ich habe eine Kollegin, die es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht hat, aus jedem Land der Erde ein Buch zu lesen, doch selbst sie hat noch gravierende Lücken auf ihrer mentalen Karte. Darum freue ich mich immer, wenn mir Bücher begegnen, deren Autor_innen eben nicht aus meinem Kulturkreis stammen oder zumindest in einem anderen Kulturkreis geboren wurden. Ich möchte diese Literatur, diese Öffnung meines Horizonts und will besonders wissen, wie diese Schriftsteller_innen meine liebsten Genres interpretieren.

Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen am Thema vorbeigeschrammt, weil es ja eigentlich um Bücher geht, die außerhalb meines Kulturkreises spielen, nicht um Bücher, die außerhalb meines Kulturkreises geschrieben wurden. Doch es war mir ein Anliegen, meine Theorie zu präsentieren, warum ganze Regionen unseres Planeten bei uns literarisch unterrepräsentiert sind, also habe ich mir diesen Exkurs erlaubt. Nun zum eigentlichen Kern: Ja, ich lese Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen, aber ich genieße diese Werke mit Vorsicht und schaue mir immer an, wer sie geschrieben hat. Ein passendes Beispiel ist Henning Mankells „Die flüsternden Seelen“, das ich Ende 2020 gelesen habe. Henning Mankell war Schwede, verbrachte jedoch viele Jahre seines Lebens in Afrika. Das Buch ist seine Liebeserklärung an die afrikanische Seele. So weit, so gut. Oder vielmehr, so weit, so oberflächlich, klischeebeladen und voreingenommen. Tatsächlich finde ich vieles an dieser losen Geschichtensammlung problematisch. Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, weil die Rezension noch aussteht, aber ich kann verraten, dass Mankell meiner Meinung nach lediglich beschrieb, was er durch seine europäische Brille zu sehen glaubte. Die Geschichten geben die afrikanische Seele wieder, wie er als Europäer sie interpretierte. Von Authentizität kann demnach keine Rede sein, weshalb mir die Lektüre kaum Erkenntnisse brachte und ich auch nicht das Gefühl hatte, Afrika wirklich kennenzulernen. Überhaupt schon von Afrika zu sprechen, als sei der ganze Kontinent eine homogene Fläche, ist Unsinn.

Es wäre schön, wenn mir literarische Ausflüge in andere Kulturkreise leichter gemacht würden. Wenn ihr Tipps habt, wie ich die Grenzen des europäisch geprägten Buchmarktes (der auch die USA einschließt) umgehen kann, immer her damit. Vielleicht kann ich mich mit etwas mehr Achtsamkeit diesbezüglich besser anstellen.

Lest ihr Bücher, die nicht in unserem Kulturkreis spielen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen köstlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Ehrenamtliches Buch-Engagement?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es hat begonnen. Ich habe den ersten Schritt gewagt. Am Wochenende habe ich Webspace angemietet und damit den Prozess für Umzug und Umgestaltung meines Blogs eingeleitet. Ich weiß mittlerweile ziemlich genau, wie der neue, frische, grundüberarbeitete wortmagieblog aussehen soll. Wahrscheinlich macht das sonst niemand in der Blogsphäre, aber da ich seit Jahren beruflich mit Content Management Systemen arbeite und weiß, wie wichtig es ist, genau zu visualisieren, welche Elemente eine Website enthalten soll, habe ich mich hingesetzt und die Layouts für Seiten und Standardbeiträge entworfen. Schriftlich. Mit Papier, Lineal und Stift. Deshalb habe ich jetzt seitenweise Designs, an denen ich mich orientieren kann und die maßgeblich bestimmen werden, für welchen Pagebuilder ich mich entscheide. Es wird vermutlich auf Avada hinauslaufen. Für einen Buchblog ist das eigentlich ein bisschen Overkill, weil Avada eine Komplettlösung darstellt und zahlreiche Elemente enthält, die ich nie brauchen werde (zum Beispiel die Möglichkeit, ein Shopsystem zu integrieren), aber ich habe es einfach satt, mich nicht austoben und frei mit Design- und Layout-Elementen experimentieren zu können. Ich will auch nicht für jede Kleinigkeit ein eigenes Plugin installieren müssen, in der Hoffnung, überhaupt eines zu finden, das die gewünschte Funktion erfüllt und mit meinem Theme kompatibel ist. Außerdem sehe ich Avada als eine Investition in die Zukunft, denn wenn ich eines Tages noch einmal auf den Trichter komme, den wortmagieblog umzugestalten, sind mir mit diesem umfangreichen Baukasten wenig Grenzen gesetzt.

Ach, ich bin so aufgeregt und freue mich so sehr darauf, meinen Blog neu aufzuziehen, dass ich fast vergessen könnte, dass wir noch immer keine Küche haben. Aber eben nur fast. Angeblich soll diese Woche endlich der heiß ersehnte Anruf zum Liefertermin kommen. Falls ich bis Mittwoch nichts gehört habe, soll ich noch mal anrufen. Wir werden sehen.

Bis zum Wochenende muss die Mission „Neuer wortmagieblog“ aus Zeitgründen erst einmal ruhen, aber vielleicht ist das ganz gut so. Sonst würde ich den normalen Blogalltag garantiert sträflich vernachlässigen 😉 Den Wochenstart zelebrieren wir heute deshalb wie gewohnt mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Hast du dich schon mal ehrenamtlich im Bereich Bücher/Lesen engagiert?

Yey, das ist meine Frage! 😀 Dementsprechend sollte sie schnell beantwortet sein, denn ich habe mir über das Thema bereits häufig Gedanken gemacht.

Bisher habe ich mich noch nie ehrenamtlich im Bereich Bücher und Lesen engagiert. Das ist einer der Gründe, warum ich diese Frage gestellt habe, denn mich interessiert sehr, wie das in der Praxis so abläuft und welche Angebote und Möglichkeiten es gibt. Ich hoffe, dass ihr mich erleuchten könnt. 😉 Ich würde mich nämlich gern ehrenamtlich engagieren, weil ich die Liebe zu Büchern, mit der ich aufgewachsen bin, weitergeben möchte. Lesen hat so viele positive Nebeneffekte und ist eine so wunderbare Art und Weise, sich zu beschäftigen, dass ich die Vorstellung, dass es da draußen zum Beispiel Kinder gibt, denen nie vorgelesen wird, ganz schrecklich finde.

Für mich käme deshalb das Projekt Berliner Lesepaten in Frage. Hier mal ein Auszug der Website, in dem kurz erklärt wird, was Lesepat_innen tun:

„Die Lesepaten setzen sich parallel zum Unterricht mit einzelnen Kindern oder in Gruppen zusammen. Sie lassen sich Texte vorlesen oder lesen selbst vor. Die Lehrkräfte entscheiden über Inhalt, Art und Umfang der Unterstützung. In Kitas betrachten die Paten mit den Kindern Bilderbücher und unterstützen ihre Sprachentwicklung. In Sekundarschulen erschließen sie mit Jugendlichen Fachtexte, u.a. in Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Lesepaten bewerten nicht und sind daher starke Partner für ihre Schützlinge.“

In meinen Ohren klingt das großartig. Was hingegen nicht so großartig klingt, ist der Zeitaufwand. Da liegt der Hase für mich im Pfeffer. Denn jede Woche ein- bis zweimal für zwei bis drei Stunden Kitas und Schulen zu unterstützen, erscheint mir aktuell einfach nicht machbar. Ich verstehe, dass es wichtig ist, eine gewisse Regelmäßigkeit zu pflegen, damit sich eine Vertrauensbasis entwickeln kann, aber ich wüsste derzeit nicht, wie ich das in meinen Wochenplan integrieren könnte. Sicher gibt es immer Mittel und Wege, doch ich bin nicht überzeugt, dass es gut für mich wäre, mir diese zusätzliche Anfordrung jetzt aufzubürden.

Ich hoffe sehr, dass sich das ändert, sobald ich wirklich in meinem noch recht neuen Tagesablauf angekommen bin. Der neue Job bietet mir eine Planbarkeit, die ich noch nie hatte. Wenn ich gelernt habe, diese Planbarkeit effektiv zu nutzen, kann ich mir durchaus vorstellen, mich anzumelden. Mit dem Schichtdienst war das bisher nicht möglich, aber jetzt sehe ich einen Silberstreif am Horizont. Irgendwann werde ich Lesepatin. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen. Aber eines Tages. So Corona will.

Habt ihr Erfahrungen mit ehrenamtlichem Engagement im Bereich Bücher und Lesen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen spannenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Abbruchstrategie?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es gibt Neuigkeiten von der Küche. Nachdem letzten Montag natürlich niemand bei mir angerufen hat, um einen Liefertermin zu vereinbaren, habe ich am Dienstag noch einmal mit dem Händler telefoniert. Der Herr am anderen Ende war deutlich hilfreicher als seine Kollegin zuvor. Er erklärte mir, dass das Problem nicht darin besteht, dass die Montagefirma nicht fertig wird, wie sie behauptet hatte, sondern dass ein paar Teile noch gar nicht angekommen sind. Er wird uns auf dem Laufenden halten, schätzt allerdings, dass eine Lieferung erst Mitte Februar realistisch ist. So blöd das ist, jetzt haben wir zumindest eine Vorstellung davon, wie lange es noch dauert, bis die Küche endlich da ist. Bis dahin müssen wir uns irgendwie durchschlagen. Den alten Herd hat der Lieblingsmensch wieder angeschlossen, damit wir hin und wieder doch frisch kochen können. Unsere eingefrorenen Portionen haben wir nämlich so gut wie aufgebraucht und wenn ich ehrlich bin, kann ich diese Gerichte mittlerweile auch nicht mehr sehen, geschweige denn essen. Ich hoffe so sehr, dass dieses Elend wirklich bald ein Ende hat. Es stinkt mir gewaltig, wie unflexibel wir aktuell sind und dass ich nicht einfach kochen kann, worauf ich Lust habe, weil ich immer bedenken muss, dass wir kaum Platz für Vorbereitungen haben und der Großteil unserer Küchenausstattung in Kisten verpackt ist. Ich will endlich wieder Ordnung in meinem Haushalt!

Wir werden sehen, wie viele Montagsfragen ich noch beantworten muss, bis die Küche kommt. Heute wüsste Antonia von Lauter&Leise gern folgendes:

Auf welcher Grundlage entscheidest du, ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Oder quälst du dich durch jedes Buch?

Ich gehöre tatsächlich zu der verrückten Spezies, die jedes Buch zu Ende liest, egal, wie furchtbar, langweilig oder anstrengend es ist. Ich weiß, dass es viele Argumente gibt, genau das nicht zu tun und das populärste darunter ist sicher, wie viel kostenbare Lesezeit man spart, wenn man Bücher, die nicht gefallen, abbricht. Sehe ich auch ein. Wirklich. Die Argumente dafür, jedes Buch zu vollenden, wiegen für mich nur schwerer.

Ich könnte jetzt mit all den intellektuellen Gründen beginnen, die aus meiner Sicht dafür sprechen, Bücher grundsätzlich zu Ende zu lesen. Sie haben alle ihre Gültigkeit, aber im Endeffekt weiß ich, dass der für mich stärkste Faktor mein persönliches Befinden ist. Deshalb möchte ich mutig sein und mich outen: Ich fühle mich einfach schlecht, wenn ich mir vorstelle, ein Buch abzubrechen. Ich war noch nie sehr gut darin, Dinge zu beenden. Schon in meiner Kindheit stellte sich heraus, dass ich dazu neige, hundert Dinge anzufangen und nichts zu Ende zu bringen. Diese Tendenz ist nie wirklich verschwunden. Motivation ist für mich stets stark interessengebunden, sobald mich irgendetwas langweilt oder nicht mehr interessiert, habe ich auch keine Motivation mehr, ein angefangenes Projekt zu beenden.

Nur bei Büchern war das nie so, beziehungsweise höchstens sehr sehr sehr selten. Ich kann die Bücher, die ich in meinem Leben zu lesen begonnen und abgebrochen habe, mutmaßlich an einer Hand abzählen und da wäre Lektüre, die ich aus pädagogischen Umständen heraus lesen sollte, bereits drin. Ich bin mir nicht sicher, warum das so ist, warum Bücher die große Ausnahme sind. Ich vermute, dass ich für Geschichten beinahe zwanghafte Neugier und Verpflichtungsempfindungen entwickle. Selbst wenn ich rational nicht daran glaube, dass ein schlechtes Buch plötzlich gut wird, existiert da eine äußerst penetrante Stimme in meinem Kopf, die jedes Mal flüstert: „Und was, wenn doch? Willst du das verpassen?“ Nein, will ich nicht. Auf keinen Fall. Außerdem bereitet mir bereits der Gedanke daran, ein Buch nicht zu Ende zu lesen, Scham. Ja, Scham. Ich schäme mich schon dafür, dass ich sowas überhaupt denke. Möglicherweise liegt das daran, dass ich mir oft anhören musste, wie verwerflich es ist, dass ich offenbar nichts abschließen kann. Vermischt mit meiner Angst, etwas zu verpassen, bildet sich daraus eine brodelnde, toxische Suppe negativer Gefühle, die ich einfach nicht ertrage. Lieber setze ich mich mieser Literatur aus, als diese Emotionen auszuhalten. Natürlich könnte ich mir nun vornehmen, daran zu arbeiten, diese Empfindungen gar nicht mehr entstehen zu lassen. Da kommen die intellektuellen Gründe ins Spiel.

Als Rezensentin wüsste ich nicht, was ich mit einem abgebrochenen Buch anfangen sollte. Ich finde, es steht mir nicht zu, über ein Werk zu urteilen, dass ich nicht einmal zu Ende gelesen habe. Mir ist bewusst, dass einige meiner lieben Kolleg_innen in solchen Fällen Abbruchberichte schreiben und erklären, wieso sie es nicht beenden, aber ich hätte auch im Rahmen dieser Option das Gefühl, keine fundierte Einschätzung abgeben zu können. Und wer weiß, vielleicht verpasse ich ja wirklich die große Wende, durch die alles einen Sinn ergibt und kann diese dann nicht lobend erwähnen. So selten das ist, es ist bereits vorgekommen, dass mich ein Buch mit einem schwachen Anfang am Ende doch überzeugte.

Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass die Lektüre eines richtig furchtbaren Buches ein köstlicher Spaß sein kann. Es ist hochamüsant, sich über schlechte Handlungskonstrukte, Stereotypen und alberne Dialoge aufzuregen. Young Adult – Literatur eignet sich dafür besonders gut. Habe ich erst mal begriffen, dass nicht die geringste Chance besteht, dass es noch irgendwie besser wird und sich die Geschichte rettet, kann ich es sehr genießen, mich zu echauffieren. Besonders gern schreie ich das Buch dann buchstäblich an und erkläre dem Lieblingsmenschen anschließend, was das Problem ist. Zusammen haben wir schon Tränen gelacht, weil sich Charaktere in meinen Büchern völlig unrealistisch oder daneben benommen haben. Auch an Verrissen kann ich außerordentliche Freude haben, obwohl ich mich immer bemühe, nicht beleidigend zu werden und ein Mindestmaß an Respekt zu wahren. Schließlich weiß ich, dass diese Geschichte jemandem so viel bedeutete, dass er oder sie sie aufschrieb, was mich direkt zum nächsten Punkt bringt.

Meiner Meinung nach ist es ein Zeichen des Respekts gegenüber Schriftsteller_innen, Bücher zu Ende zu lesen. In jeder Geschichte steckt unheimlich viel Zeit und Arbeit. Wenn sich eine Person schon so viel Mühe macht, um mich zu unterhalten, kann ich zumindest auch das Sitzfleisch aufbringen, ihr bis zur letzten Seite die Chance zu geben, genau dieses Ziel zu erreichen. Gelingt es ihr nicht, schade, aber ich kann wenigstens guten Gewissens behaupten, dass ich es versucht habe und kann genau begründen, woran es haperte, weil ich jede Entwicklung der Geschichte miterlebte.

Ich verstehe jede und jeden, der oder die dieses Thema anders betrachtet als ich. Ich beneide auch alle, die sich nicht mit einem Potpourri quälender Emotionen herumschlagen müssen, sobald sie mit dem Gedanken spielen, ein Buch abzubrechen. ich fände es schön, die Wahl zu haben. Ob ich mich wirklich anders verhalten würde, hätte ich nicht sofort ein schlechtes Gewissen, kann ich allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Wahrscheinlich wären die intellektuellen Gründe für mich noch immer schwerwiegend genug, um weiterhin jedes Buch zu beenden.

Wie entscheidet ihr, dass ihr ein Buch abbrecht, falls ihr das überhaupt tut?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen vielversprechenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lieber Mini als Maxi?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Lieferung der Küche verzögert sich. Natürlich. Ich habe vorletzte Woche Freitag beim Händler angerufen, weil wir immer noch keinen Termin hatten. Angeblich wurden unsere Möbel letzte Woche fertiggestellt. Theoretisch sollte ich heute einen Anruf von der Montagefirma erhalten, um die Lieferung abzusprechen. Je nachdem, wie deren Kapazitäten aussehen, kann es sein, dass die Küche erst nächste Woche kommt. Großartig. Ich weiß, zwei Wochen Verzögerung sind in der aktuellen Situation vergleichsweise gering, aber ich ärgere mich trotzdem. Nicht nur, weil wir dann einen Monat aus Kisten gelebt haben und uns nur sehr eingeschränkt ernähren konnten, sondern vor allem, weil wir von der Verzögerung gar nicht erfahren hätten, hätte ich nicht angerufen. Als wir die Küche geplant und beauftragt haben, wurde ein Wunschtermin für letzte Woche vereinbart. Mir ist durchaus bewusst, dass für den Händler keine Verbindlichkeit besteht, diesen einzuhalten, doch sie hätten uns zumindest rechtzeitig Bescheid geben können, dass es länger dauert. Dann hätten wir nämlich anders planen und den Abbau der alten Küche sowie die baulichen Vorbereitungen verschieben können. Ich finde es nicht sehr kundenfreundlich, dass sie uns nicht informiert und auf dem Laufenden gehalten haben. Das fuchst mich, schließlich haben wir ihnen bereits eine Menge Geld überlassen.

Glücklicherweise habe ich heute allerdings auch gute Nachrichten: Der Jahresrückblick 2020 geht morgen online! Ein Tusch bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich neben der Arbeit so fleißig daran geschraubt habe und zügig fertig geworden bin. Euch erwarten wieder einmal eine Menge Zahlen, noch mehr Buch-Schwärmerei und ein paar Erkenntnisse, die sogar mich überrascht haben. Schaut morgen auf jeden Fall vorbei, wenn ihr wissen wollt, wie mein Lesejahr 2020 war!

Vor meiner ausführlichen Jahresstatistik steht heute aber erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise an, denn die lasse ich natürlich nicht ausfallen!

Sind Buch-Adaptionen in der Form von Mini-Serien vielleicht besser als Buch-Adaptionen in der Form von Filmen?

Komme ich heute durch mit „Ist mir egal“? Nein? Na gut, okay, dann etwas ausführlicher.
Mich interessieren Verfilmungen nicht. Es gibt selbstverständlich ein paar wenige Ausnahmen, aber normalerweise sehe ich einfach nicht ein, wieso ich mir Zeit für eine Geschichte nehmen soll, die ich entweder schon kenne oder die ich im Original, also als Buch, kennenlernen möchte. Das Buch ist meist ohnehin wesentlich besser. Mir ist schon klar, dass viele Menschen dankbar dafür sind, wenn ein Buch verfilmt wird, weil sie es dann nicht lesen müssen und ich sehe ein, dass einige Bücher die zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen, um die wichtige Botschaft, die sie vermitteln, einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, zum Beispiel „The Hate U Give“ von Angie Thomas. Aber ich persönlich kann mit Verfilmungen wirklich wenig anfangen und darum ist mir auch egal, wie Bücher nun adaptiert werden, ob als Film oder als Serie.

Grundsätzlich erkenne ich die Vorteile einer Adaption als Serie, weil eine komplexe Geschichte eben nicht auf zwei bis drei Stunden zusammengestrichen werden muss, doch meiner Erfahrung nach führt das oft dazu, dass sich die Drehbuchschreiber_innen massive Freiheiten erlauben. Man denke an „True Blood“ und „American Gods“. Wird die Quintessenz einer Geschichte verfälscht, ärgert mich das, weshalb ich auch um Serien-Adaptionen für gewöhnlich einen weiten Bogen mache. Darum ist mir völlig schnuppe, ob es sich bei der Adaption um eine (Mini-)Serie oder einen Film handelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir sowohl das eine wie auch das andere ansehe, ist verschwindend gering.

Zieht ihr die Adaption eines Buches als Serie der Adaption als Film vor?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen produktiven Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lesevorsätze 2021?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Puh. Hinter mir liegt ein anstrengendes Wochenende. Wir haben unsere Küche in eine Baustelle verwandelt. Es war laut und schmutzig, der feine Baustaub klebte echt überall. Aber jetzt ist der Raum leer und fertig vorbereitet für die neuen Küchenmöbel. Heute hat der Lieblingsmensch noch gestrichen, während ich im Wohnzimmer im Home Office saß, und morgen kommt der Elektriker. Danach heißt es warten. Wir haben leider noch immer keinen Termin. Theoretisch sollte die neue Küche irgendwann nächste Woche eingebaut werden. Vorsichtshalber haben wir unseren alten Herd noch behalten und nicht in den Keller gebracht, für den Fall, dass sich die Lieferung doch verzögert. Ich versuche trotzdem, optimistisch zu bleiben. Drückt uns die Daumen, dass alles klappt, denn ewig halten unsere vorgekochten Vorräte natürlich nicht. 😉

Heute ist der erste Montag des neuen Jahres, den wir selbstverständlich mit der wöchentlichen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise zelebrieren.

Was sind deine Lesevorsätze für 2021?

Abgesehen davon, dass ich mir wieder 85 Bücher als Leseziel gesetzt habe und meine Challenges so erfolgreich wie möglich abschließen möchte? Nein. Es ist die alte Leier: Ich brauche ein paar lockere Ziele, weil sie meinem Leseverhalten Struktur geben, aber es handelt sich dabei lediglich um Richtwerte. Pi mal Daumen – Kalkulationen. Es ist nicht schlimm, wenn ich diese Ziele nicht erfülle. Mir geht es nicht darum, mir am Ende des Jahres auf die Schulter klopfen zu können. Es geht darum, ein Hilfmittel zu haben, um meinen literarischen Weg durch das Jahr ein bisschen besser steuern zu können und durch das Lesebingo sowie die Motto Challenge auch mal Büchern eine Chance zu geben, die sonst vielleicht weiterhin auf meinem SuB einstauben würden. Lege ich am Anfang des Jahres eine Anzahl Bücher fest, die ich lesen möchte, unterstützt mich das außerdem bei meinem Jahresrückblick. Dadurch kann ich leichter reflektieren, wie das Jahr für mich lief, wann ich mich gut konzentrieren konnte, wann nicht und welche Gründe dafür verantwortlich sind. Deshalb entscheide ich mich immer für dieselbe Zahl. Es sind immer 85 Bücher, die ich mal erreiche und mal nicht. Erreiche ich sie nicht, heißt das, mir ist irgendetwas dazwischen gekommen und ich glaube, es lohnt sich, herauszufinden, was das war, um mich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Für mich sind Leseziele also keine Übung in Ehrgeiz – sie sind eine Übung in Selbstliebe.

Habt ihr euch Leseziele für 2021 gesetzt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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