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Schlagwort-Archive: Montagsfrage

Montagsfrage: Autor_innen-Kontakt?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich werde morgen gegen Corona geimpft! Dank der Aufhebung der Priorisierung für AstraZeneca habe ich kurzfristig einen Impftermin bei meinem Frauenarzt vereinbaren können. Ich bin gar nicht davon ausgegangen, dass das auch in einer gynäkologischen Praxis möglich ist und hatte mir bereits vorgenommen, meinen Hausarzt anzurufen, aber als ich letzte Woche zur Kontrolluntersuchung war, hat mir mein Frauenarzt die Impfung von sich aus angeboten. Hätten sie den Impfstoff vorrätig gehabt, ich hätte mich an Ort und Stelle spritzen lassen. Hatten sie nicht, daher also morgen. Dadurch bin ich deutlich früher dran als gedacht, denn da ich zu keiner Prioritätsgruppe zähle, habe ich damit gerechnet, erst in einer weit entfernten Zukunft in einer weit entfernten Galaxie geimpft zu werden. Ich freue mich sehr und hoffe, dass viele Leute ähnliche Angebote erhalten, damit bald vielleicht doch wieder ein wenig Normalität in unseren Alltag zurückkehrt.

Beunruhigt es mich, dass ich AstraZeneca erhalte? Nicht wirklich. Die Gefahr, an Corona zu erkranken, ist so viel höher als die Gefahr, eine tödliche Hirnvenenthrombose zu entwickeln. Ich bin nicht gewillt, wesentlich länger auf einen anderen Impfstoff zu warten und damit zu riskieren, mich anzustecken, nur, weil die sehr geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass bei mir schwere Nebenwirkungen auftreten. Außerdem möchte ich mein Leben zurück. Ich habe den Lockdown so satt, es steht mir wirklich bis ganz oben. Deshalb ist es mir relativ egal, was sie mir in den Körper jagen, solange es die Chancen erhöht, dass in absehbarer Zukunft Lockerungen beschlossen werden.

Es wird sicher noch einige Zeit ins Land gehen, bevor sich die Lage dauerhaft stabilisiert. Bis dahin bin ich dankbar für jede Ablenkung und beantworte auch heute wieder die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Nehmt ihr regelmäßig Kontakt zu Autor_innen auf? Wenn ja, bezüglich welcher Themen?

Heute stammt die Frage von Torsten’s Bücherecke.
Nein. Ich habe ziemlich genau gar keinen Kontakt zu Autor_innen. So sehr ich die schreibende Zunft schätze, ich sehe normalerweise keinen Gesprächsbedarf. Worüber soll ich denn mit ihnen sprechen? Meine Meinung zu meinen gelesenen Büchern sind öffentlich in meinen Rezensionen nachlesbar und ich wüsste nicht, wozu ich dem_der Schriftsteller_in meine Gedanken noch einmal persönlich mitteilen sollte. Gerade, wenn ich negative Kritik anbringe, erscheint mir das doch reichlich gemein und unnötig.

Ich bin auch nicht der Typ für Interviews, weil mir selten Fragen einfallen. Nie brennt mir etwas so auf der Seele, dass ich auf die Einschätzung des Autors oder der Autorin nicht verzichten könnte. Nein nein, sie sollen ihre Zeit nicht mit mir verschwenden, sondern lieber an neuen Manuskripten arbeiten.
Es besteht eine minimale Kommunikation mit Autor_innen, die mich um eine Rezension für ihre Werke bitten, doch da ich Auftragsrezensionen seit geraumer Zeit grundsätzlich höflich und dankend ablehne, ist auch dieser Kontakt äußerst gering.

Ich weiß, meine Antwort ist heute wahrscheinlich nicht sehr befriedigend, leider kann ich jedoch wirklich keine andere geben. Ich habe den Wunsch nach einer Kontaktaufnahme mit Schriftsteller_innen noch nie so ganz verstanden. Vielleicht könnt ihr mir heute ja erklären, worin der Reiz dabei besteht.

Habt ihr Kontakt zu Autor_innen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen ausgeruhten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lektüre verbindet Fremde?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Na, wie habt ihr den Welttag des Buches am Freitag verbracht? Falls ihr euch gewundert habt, ob ich diesen höhsten aller Feiertage für Bücherwürmer vergessen habe, weil es keinen Beitrag gab – nein, habe ich nicht. Ich hatte nur einfach keine Zeit, etwas Angemessenes vorzubereiten und ehrlich gesagt fehlten mir auch ein bisschen die Ideen. Ich bin mir mittlerweile nicht mal mehr sicher, ob dieser Tag immer noch ein großes Ding in der Buchblog-Bubble ist. Vor einigen Jahren wurde dieser Anlass groß gefeiert; es gab zahllose Aktionen, Gewinnspiele und alle Buchblogger_innen, die etwas auf sich hielten, posteten Beiträge. Angetrieben wurde das Spektakel von dem Projekt „Blogger schenken Lesefreude“, doch das wurde irgendwann eingestellt. Seitdem habe ich den Eindruck, dass dem Feiertag das Momentum fehlt. Wie seht ihr das? Findet ihr, dass der Welttag des Buches weiterhin mit viel Brimborium auf Buchblogs gefeiert werden sollte oder glaubt ihr, dass die beste Art, ihn zu begehen, immer noch das Lesen selbst ist? Möchtet ihr nächstes Jahr wieder einen Beitrag dazu bei mir sehen?

Ich habe die vergangene Woche (und natürlich auch den Welttag des Buches) dazu genutzt, meine Rezension von „Zeitoun“ fertigzustellen. Die Minipause ist vorbei, morgen geht sie online, wie erwartet im Ausmaß eines Essays. Bringt Sitzfleisch mit, wenn ihr sie lesen wollt. 😉 Heute starten wir aber erst einmal mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, die mir deutlich weniger Aufwand beschert.

Hast du schon mal eine fremde Person angesprochen, weil sie ein Buch las, das du auch schon gelesen hast?

Mein Aufwand für diese Frage ist deshalb so gering, weil es meine eigene ist. 😀
Nein, habe ich nicht. Genau darum habe ich diese Frage gestellt, denn ich möchte wissen, ob ihr es akzeptabel findet. Ich traue mich nie, Fremden in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Lektüreauswahl zu gratulieren, weil ich fürchte, damit eine Grenze zu überschreiten. Ich selbst fände das völlig in Ordnung und würde mich sogar darüber freuen, aber ich bin eben auch ein Bücherwurm und Literaturnerd. Nicht alle Menschen, die mir im Alltag begegnen, können sich für Bücher und das Lesen genauso begeistern wie ich und möchten sich vielleicht nicht unbedingt mit einer dahergelaufenen Literaturverrückten darüber unterhalten. Ich möchte nicht aufdringlich erscheinen und niemanden stören. Ich versuche oft, meinen Mitreisenden mit den Augen zu suggerieren, dass ich ihre aktuelle Lektüre super finde, aber ich schätze, damit erreiche ich höchstens, dass sie glauben, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank. Oder Verstopfung.

Daher wünsche ich mir eine Einschätzung von euch. Findet ihr das okay? Oder ist das eurer Meinung nach ein Verstoß gegen soziale Konventionen? Würde es euch gefallen, auf eure Lektüre angesprochen zu werden? Ich freue mich schon darauf, eure Ansichten zu lesen – vielleicht traue ich mich dann eines Tages doch. Nach Corona natürlich. 😉

Was haltet ihr davon, eine fremde Person auf ihre Lektüre anzusprechen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen aufregenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Leseverhalten?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Diese Woche wird es am Dienstag keine Rezension geben. Ich habe es leider nicht geschafft, meine Rezension von Dave Eggers‘ biografischem Tatsachenroman „Zeitoun“ fertigzustellen. Non-Fiction zu besprechen ist für mich immer eine Hürde und diese entpuppte sich durch die notwendigen Recherchen als zeitaufwendiger als angenommen. Aber keine Sorge, nächste Woche ist die Rezension fertig, ich setze wirklich nur eine Woche aus. Ihr dürft euch mal wieder auf ein langes Essay freuen. 😉

Mit der heutigen Montagsfrage von Lauter&Leise kann ich euch hoffentlich ebenfalls erfreuen.

Wie sieht euer Leseverhalten aus?

Heute stammt die Frage von Nerd mit Nadel, sie möchte gern wissen, wie wir unsere Lesesituation gestalten, ob wir beispielsweise einen bestimmten Leseplatz haben, Hintergrundmusik einschalten und ähnliches.

Ich habe grundsätzlich immer Musik laufen, denn ich ertrage Stille ganz schlecht. Bei mir ist meist das Radio eingeschaltet, denn im Alltag und speziell im Homeoffice mag ich die Mischung aus Musik und Gequatsche. Beim Lesen stört mich das leise Gedudel im Hintergrund überhaupt nicht. Es passiert mal, dass mich ein Song kurz von der Lektüre ablenkt, weil ich ihn sehr mag und deshalb genauer hinhöre, normalerweise kann ich aber ausblenden, was genau ich da höre – mir ist nur wichtig, DASS ich etwas höre.

Ansonsten habe ich tatsächlich keine besonderen Ansprüche. Ich lese im Sitzen, im Stehen, im Liegen, eigentlich ist es egal. Am liebsten lümmele ich in meiner Couchecke und drehe mich dort von links nach rechts und von rechts nach links. Ich denke, ich bewege mich relativ viel beim Lesen, weil ich meine Sitzposition recht häufig ändere. Was übrigens auch gesund ist. 😉

Interessant ist wahrscheinlich, dass ich außer in den öffentlichen Verkehrsmitteln (zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit) nie in der ersten Tageshälfte lese. Das liegt daran, dass ich Lesen als den Inbegriff einer entspannenden Freizeitbeschäftigung kategorisiere – und damit als unproduktiv. Würde ich einen ganzen Tag lang lesen, ich hätte das Gefühl, gar nichts geschafft zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen das anders beurteilen, doch für mich ist es so. Beim Lesen schalte ich ab, nicht an. Darum erlaube ich mir selbst an einem freien Tag im Urlaub erst ab dem Nachmittag, zu meinem aktuellen Buch zu greifen. Vorher muss ich irgendetwas leisten, sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen. Das müssen keine Pflichten sein, meine Tagesgestaltung vorher darf mir durchaus Freude bereiten, doch es muss etwas Produktives sein: Eine Rezension, der Haushalt, Termine, Kochen, Sport, irgendetwas, das mir das Gefühl gibt, etwas geschafft zu haben und mein Gewissen beruhigt. Meine To Do – Liste endet nie, es gibt immer etwas zu tun für mich (was übrigens einer der Gründe ist, warum ich den Lockdown recht gut aushalte) und würde ich alle Punkte darauf komplett ignorieren, um von morgens bis abends zu lesen, würde ich mich schlecht fühlen. Vielleicht sollte ich genau daran arbeiten, aber eigentlich geht es mir gut damit. Es ist ja nicht so, dass ich dadurch ständig unter Dauerstress stehe, vielmehr ist es eine Strategie, damit ich nicht versumpfe. Ich weiß genau, wie viel Spielraum ich mir geben darf und wie viel gefährlich ist. Wenn das bedeutet, erst ab dem Nachmittag zu lesen – was soll’s, das sind immer noch eine Menge Stunden bis zur Schlafenszeit. 😉

Wie organisiert ihr euer Leseverhalten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen produktiven Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage: Technische Skills?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Leute, diese Woche soll endlich unsere Küche komplettiert werden. Wie ihr euch sicher erinnert, haben wir sehr lange auf den Einbau unserer neuen Küche gewartet und als es dann endlich soweit war, passte auch alles – bis auf eine Kleinigkeit. Die neue Mikrowelle kam beschädigt aus dem Karton. Das wurde sowohl von der Liefer- als auch von der Montagefirma dokumentiert, weshalb es überhaupt keine Frage war, dass wir Ersatz erhalten würden. Allerdings zog sich die Organisation der Ersatz-Mikrowelle erneut monatelang. Offenbar ist selbst so ein vergleichsweise kleines Küchengerät aktuell eine Herausforderung. Als sie bei der Montagefirma ankam, musste noch ein Liefer-/Einbautermin gefunden werden, was sich wieder als schwierig herausstellte. Drei Wochen habe ich mich jetzt mit dieser Firma auseinandergesetzt, in denen erst kein Termin frei war, dann der Monteur nicht kam und wilde Geschichten darüber erzählte, er hätte versucht, mich am Ostermontag anzurufen und ich hätte nicht zurückgerufen, was sogar der Dame im Büro seltsam erschien, weshalb sie kurzerhand entschied, uns einen anderen Kollegen zu schicken. Am Donnerstag soll die Mikrowelle nun endlich hier ankommen. Ich bin sehr gespannt, ob es diesmal wirklich klappt. Alles in allem beschäftigt uns die Küche nun seit sage und schreibe sieben Monaten – so langsam ist es mal gut. 😉

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich daher in freudiger Erwartung.

Wie gut kennt ihr euch mit HTML und Java Script aus?

Diese Frage stammt von Sophia von WordWorld, die letztendlich wissen möchte, wie unser Kenntnisstand aussieht und wie wir ihn erworben haben.

Von Java Script habe ich keine Ahnung, das möchte ich gleich klarstellen. Ich weiß, wie der Code aussieht und in etwa, wie die Grammatik der Befehle aufgebaut ist, aber genauer habe ich mich damit nie auseinandergesetzt. Das ist meiner Ansicht nach auch nicht nötig, weil Java meines Wissens eine Sicherheitsschwachstelle ist und es gut möglich ist, dass einige User*innen es ausgeschaltet haben, was immer bedeutet, dass ich eine Alternative bereitstellen muss. Daher verspüre ich kein großes Bedürfnis, das Coden in Java Script zu lernen.

In HTML würde ich mir Grundkenntnisse anrechnen. Ich verstehe HTML ausreichend, um mir Quellcode ansehen zu können und auch tatsächlich zu verstehen, was ich da sehe. Ich kann relativ simple Befehle schreiben, sowohl im HTML- als auch im CSS-Format. Mein Wissensstand ist an erster Stelle ein Ergebnis eines Kurses (Oder zwei? Ich bin mir nicht mehr sicher, das ist schon recht lange her) bei Codecademy, eine Seite, die ich wirklich sehr empfehlen kann, wenn jemand von euch programmieren bzw. coden lernen möchte, weil zumindest die Grundlagen gut und verständlich aufbereitet sind. Allerdings sind die Kurse ausschließlich auf Englisch verfügbar.
Darüber hinaus habe ich durch meinen Job sehr viel nebenbei gelernt, was sich nach meinem Arbeitgeberwechsel noch einmal potenziert hat. Das, was wir privat als Blogger_innen tun, mache ich ja auch beruflich und vieles, was mir dort begegnet, kann ich super auf meinen Blog übertragen, was sich gerade jetzt, da ich am Umzug des wortmagieblogs arbeite, bemerkbar macht.

Meiner Erfahrung nach müssen Blogger_innen nicht unbedingt HTML- oder Java Script-Profis sein. Natürlich ist es hilfreich, wenn man die eine oder andere Kleinigkeit händisch anpassen kann, aber worauf es wirklich ankommt, sind meiner Meinung nach Verständnis und Souveränität im Umgang mit Content Management Systemen. HTML wird auf Blogs ja meist für kleine optische Anpassungen verwendet, während die Funktionalität über das CMS gewährleistet wird, in meinem Fall also WordPress. Natürlich könnte man sich ein Basis-CMS so zurechtprogrammieren, dass es genau den eigenen Bedürfnissen entspricht (das geht zum Beispiel mit TYPO3), aber ich denke, das ist für die wenigsten Blogs tatsächlich notwendig, weil man den Großteil über Templates und Plugins lösen kann.

Ich habe mich deshalb entschieden, den neuen wortmagieblog weiterhin über WordPress zu verwalten, weil ich mich damit gut auskenne und es im Großen und Ganzen auch recht komfortabel finde, habe es allerdings zusätzlich um den Page Builder Avada erweitert. Die Basisversion von WordPress bietet mir nicht die Elemente, die ich für das Layout brauche und ich habe weder Lust noch Zeit, mich soweit mit Programmierung auseinanderzusetzen, dass ich fähig wäre, diese Elemente selbst zu ergänzen. Avada liefert mir alles frei Haus. In der Verwendung kommen mir meine HTML-Kenntnisse zu Gute, weil ich dadurch besser nachvollziehen kann, was eigentlich im Quellcode passiert, wenn ich Avada-Elemente einsetze und notfalls auch die CSS manipulieren kann, falls irgendetwas nicht so ausgegeben wird, wie ich es möchte.

Ich kann daher allen Blogger_innen nur raten, sich eine gesunde Mischung aus HTML- und CMS-Kenntnissen anzueignen, den Fokus jedoch eher Richtung CMS zu schieben. Letztendlich kommt es darauf an, dass man den Blog so gestalten kann, wie man ihn sich vorstellt und das ist heutzutage glücklicherweise auch mit schmalen Programmierfähigkeiten möglich.

Habt ihr Ahnung von Programmierung?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen motivierten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage: Realitätsflucht an Ostern?

Hallo ihr Lieben und frohe Ostern für euch alle! 🙂

Eigentlich sollte alle religiösen Feiertage, zu denen Ostern ja auch zählt, besinnlich genutzt werden. Aber ich kann nicht. Nicht nur zählt Ostern für mich, seit ich erwachsen bin und nicht mehr nach Geschenken im Garten suche, zu den niederen Feiertagen, ich kann auch einfach nicht verhindern, dass ich mich jedes Mal aufrege, wenn ich WordPress öffne. Hände hoch: Ist noch jemand so richtig schön angefressen von den Änderungen, die WordPress in Layout, Design und Funktionalität des Backends vorgenommen hat? Vor etwa drei Wochen wurde mein Backend umgestellt und seitdem habe ich mich jeden Tag darüber geärgert. Besonders nervt mich, dass es jetzt offenbar unmöglich ist, an den klassichen Editor für Beiträge zu kommen und Widgets in der Live-Preview des Customizers bearbeitet werden müssen, statt sie einfach ganz unkompliziert (und ohne Ladezeiten bei jedem Tippen) im Backend anzufassen. Wäre mein Blogumzug nicht bereits beschlossene Sache, spätestens jetzt würde ich ernsthaft darüber nachdenken. Ich verstehe ja, dass WP den Gutenberg-Editor (den ich verabscheue) als Standard etablieren will, aber die gesamte Funktionalität danach auszurichten, geht für meinen Geschmack zu weit. Ich bin nicht glücklich. Wie geht es euch damit (also denjenigen, die ihren Blog auch über WP hosten)?

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich deshalb mit einer Menge negativen Gefühlen, daher kommt mir das Thema nur recht.

Mit welchem Buch kann man dieses Jahr auf einen literarischen Osterausflug gehen, ohne das Haus verlassen zu müssen?

Habe ich Antonia korrekt verstanden, dürfen wir heute jedes Buch nennen, das sich dazu eignet, aus der Realität zu flüchten. Mich irritieren solche Fragen immer, denn wenn man nun nicht gerade ein wissenschaftliches Fachbuch über Virologie liest, sollte Lesen meiner Meinung nach grundsätzlich eine Möglichkeit sein, Zeit außerhalb der persönlichen Wirklichkeit zu verbringen. Zumindest alles, was sich Fiktion schimpft, ist dazu geeignet, also könnte ich heute einfach auf meine Lektüreliste der vergangenen Monate und Jahre verweisen. Doch da Antonia explizit einen Osterausflug erwähnt, möchte ich schon etwas konkreter werden. Mir ist ein Buch eingefallen, das wirklich hervorragend zu den Anforderungen der heutigen Frage passt: „Unten am Fluss: Watership Down“ von Richard Adams.

Dieser Kinderbuchklassiker von 1972 handelt von einer Gruppe tapferer Wildkaninchen, die ihr vom Menschen bedrohtes Gehege verlassen, um eine neue, sichere Heimat zu finden. Ihr Weg führt sie durch die südenglische Landschaft und konfrontiert sie mit vielen Abenteuern, die sie natürlich mutig und ehrenhaft bestehen. Ich habe es 2015 gelesen, weil ich wissen wollte, ob meine negativen Erinnerungen an die Zeichentrickverfilmung von 1978 gerechtfertigt sind. Als Kind hatte ich nämlich eine Heidenangst vor diesem Film. Nach der Lektüre kann ich resümieren, dass die Gründe der kleinen Elli, sich zu fürchten, vollkommen legitim waren. Meiner Ansicht nach ist es kein kindgerechtes Buch, trotz der sprechenden Tiere. Die Geschichte ist äußerst erwachsen und stellt eine überzeugende Metapher verschiedener Gesellschaftssysteme und Lebensweisen dar. Dadurch ist es definitiv eine passende Osterlektüre für ein älteres Publikum. Die Wildkaninchen wecken österliche Assoziationen, ihre Reise führt durch eine detailliert und liebevoll beschriebene Natur, die Leser_innen die mentale Flucht aus den eigenen vier Wänden erleichtert und bietet darüber hinaus einen gewissen gesellschaftskritischen Anspruch, der die grauen Zellen stimuliert, ohne allzu deutliche Parallelen zur Realität herzustellen. Ich empfand das Buch als sehr ruhig und gefasst, womit es gerade im Rahmen der Feiertage einen schönen Gegenentwurf zu unserem hektischen Alltag liefert. Als Pageturner qualifiziert es sich nicht, doch es muss ja auch nicht immer Nervenkitzel sein.

Ich kann euch „Unten am Fluss: Watership Down“ als wunderbares Osterbuch empfehlen, das euch garantiert hilft, die Pandemie-Realität zu vergessen. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, schaut gerne bei meiner Rezension vorbei, darin schildere ich ausführlich, wie mir der Ausflug mit den pelzigen kleinen Held_innen gefallen hat.

Welches Buch könnt ihr als literarischen Osterausflug empfehlen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen eierbunten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Hass, Hass, Hass?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Blog wird alt. Nein, keine Sorge, ihr habt keinen Bloggeburtstag verpasst. Diese Feststellung hat einen anderen Ursprung. Wie ich euch schon berichtet habe, arbeite ich im Hintergrund fleißig am Umzug meines Blogs. Derzeit bin ich dabei, alle Rezensionen an das neue Layout anzupassen. Das ist eine mühsame, zeitraubende Aufgabe, weil ich jede gepostete Rezension noch einmal anfassen und händisch bearbeiten muss. Ich gehe dabei sowohl alphabetisch als auch chronologisch vor. Dadurch ist mir aufgefallen, wie verdammt lange es bei einigen Büchern her ist, dass ich sie gelesen und rezensiert habe. Immer wieder bin ich überrascht und kann kaum glauben, wie lange die Rezension zurückliegt, weil ich geschworen hätte, dass ich das Buch erst vor drei Jahren gelesen habe, nicht vor sechs. Es fühlt sich beinahe an, als wäre es erst gestern gewesen. Außerdem ist mir noch einmal schmerzlich bewusst geworden, wie viele Rezensionen es mittlerweile sind. Ich habe absichtlich darauf verzichtet, sie anlässlich der Umgestaltung zu zählen, weil mich diese Zahl nur demotivieren würde, aber ich sehe ja trotzdem, wie lang meine To-Do-Liste ist. Rational weiß ich natürlich, dass sich eine Menge angesammelt hat, es schwarz auf weiß zu sehen, ist jedoch tatsächlich noch mal etwas anderes.

Dieselbe Arbeit erwartet mich später auch für alle Montagsfragen, was ebenfalls hunderte sein dürften. Heute kommt eine weitere dazu; schauen wir mal, was Antonia von Lauter&Leise wissen möchte.

Gibt es ein Buch, das du richtiggehend hasst?

Na das passt ja, da ich ja nun eh schon gedanklich bei alten Rezensionen war. Die Frage stammt übrigens von Aequitas et Veritas.

Nein. Nein, ich denke nicht. Hass ist ein äußerst starkes Wort. Ich glaube, dafür bin ich einfach nicht nachtragend genug. Selbstverständlich gibt es Bücher, die mich während der Lektüre furchtbar aufregen, über die ich schimpfe und meckere, gernervt die Augen rolle und denen ich drohe, sie aus dem Fenster zu werfen, wenn sie nicht bald besser werden. Dasselbe passiert vielleicht noch einmal, wenn ich die Rezension schreibe. Aber dann ist gut. Für mich ist eine schwierige Beziehung zu einem Buch abgeschlossen, wenn ich einen Verriss geschrieben habe. Es mag sein, dass ich mich in Zukunft mit Grauen an die Lektüre erinnere und allen, die leichtsinnig genug sind, zu fragen, ausführlich schildere, warum es meiner Meinung nach ein ganz schreckliches Buch ist, aber Hass? Nein.

Wahrscheinlich kann ich Bücher grundsätzlich nicht hassen. Nicht, weil es unbelebte Gegenstände wären – fragt mal nicht nach Sonnenschein, wie viel Hass zwischen mir und meinem alten Staubsauger existierte, ich bin durchaus in der Lage, Gegenstände mit brennender Leidenschaft zu hassen. Aus meiner Sicht sind Bücher nie Schuld. Schuld sind Autor_innen, Verlage, Lektor_innen und einfach alle, die dafür verantwortlich sind, dass eine Geschichte in der Form, die ich am Ende konsumiere, das Licht der Welt erblickt. Das Buch kann nichts dafür, dass es schlecht, langweilig, unausgereift oder was auch immer ist. Ich sehe die Verantwortlichkeit bei den Personen, die nicht verhindert haben, dass es so in meine Hände gelangte. Das können die Autor_innen selbst sein, weil sie es ihnen nicht gelang, objektiv zu urteilen, dass ihr Manuskript Murks ist. Es können Verlage sein, weil sie zum Beispiel die millionste Auflage eines ausgelutschten Stoffes auf den Markt bringen. Das kann auch das Lektorat sein, weil logische Fehler, Rechtschreibfehler oder Inkonsistenzen nicht korrigiert wurden. Es ärgert mich, dass manchmal Bücher veröffentlicht werden, die ganz eindeutig (noch) nicht bereit für den kritischen Blick der Öffentlichkeit sind. Doch Hass empfinde ich trotzdem nicht, sondern eher eine Mischung aus Bedauern, Fremdschämen, Fassungslosigkeit und Beleidigung.

Nehmen wir ein extremes Beispiel: „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Selbstverständlich habe ich dieses Buch nie gelesen und werde es auch nie tun, nicht nur, weil ich mich damit strafbar machen würde. Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass es ein böses Buch ist. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, es in meiner Bibliothek stehen zu haben, weil ich fest überzeugt bin, dass seine Ausstrahlung alles in seinem Umfeld vergiften würde, denn was darin steht, ist falsch, bösartig und menschenverachtend. Allein der Gedanke, es hier zu haben, gruselt mich. Ich möchte es nicht besitzen. Niemals. Ich möchte nicht einmal in seine Nähe kommen, es macht mir Angst. Aber hasse ich es deswegen? Nein. Ich hasse den Mann, der es geschrieben hat. Ich halte es nicht an sich für böse, ich weiß sehr wohl, dass am Ende „nur“ gedruckte Worte auf Seiten aus Papier sind. Ich halte es für böse, weil ein Teil von mir ganz sicher ist, dass es ein Stück der Seele des Autors enthält und die war ja nun bekanntermaßen schwarz wie die Nacht. Auf gewisse Weise hasse ich den Verfasser auch dafür, dass er die Integrität des geschriebenen Wortes beschmutzte, doch sein Buch selbst … Nein, ich kann es nicht hassen.

Ihr seht, in meinem Kopf besteht eine klare Grenze zwischen Werk und den Personen, die für dessen endgültige Form verantwortlich sind. So sehr mich eine Lektüre aufregen mag, habe ich ein Buch ausgelesen, greift sofort diese Differenzierung. Ich möchte aber auch festhalten, dass das Leben meiner Meinung nach zu kurz für Hass ist. Meine Lebenszeit ist es nicht wert, dass ich sie darauf verschwende, ein kulturelles Objekt und/oder dessen Schöpfer_innen zu hassen. Schlimm genug, dass ich sie für die Lektüre selbst geopfert habe.

Empfindet ihr Hass für ein bestimmtes Buch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bezaubernden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Literarische Fremdsprachigkeit?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Am Samstag haben der Lieblingsmensch und ich die neue Küche zelebriert. Zuerst hat der gelernte, ehemalige Bäcker einen Kirsch-Streuselkuchen für uns gezaubert und abends gab es selbstgemachte Pizza. Beides konnten wir noch nie backen, weil unser alter Ofen die dafür notwendigen Temperaturen nicht erreichte. Dann haben wir es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht und uns die neuste Ergänzung der Netflix-Bibliothek angesehen: „Der goldene Handschuh“. Ich habe das gleichnamige Buch von Heinz Strunk, in dem er die Verbrechen des Serienmörders Fritz Honka in den 70er Jahren in Hamburg thematisiert, bereits vor etwa 3 Jahren gelesen, der Lieblingsmensch hingegen hat es gerade erst beendet. Es war einer der seltenen Fälle, in denen ich auf die Verfilmung neugierig war, weil ich sehen wollte, ob das literarische Experiment, das Heinz Strunk vorlegte, überhaupt filmisch umsetzbar ist. Mein Fazit: Ist es nicht. Der Film ist wirklich gut gemacht, hält sich eng an die Vorlage und der Setaufbau ist eine verblüffend authentische Kopie der Lebensumstände Honkas, aber das, was das Buch ausmacht, kann er nicht vermitteln. Der biografische Roman lebt von den Innenansichten des Serienmörders, sein Reiz besteht darin, dass man sich als Leser_in fragen muss, wie weit Sympathie für einen Protagonisten gehen darf. Dieser Effekt entsteht im Film überhaupt nicht, weil das Publikum nicht erfährt, was in Honka vorgeht. Außerdem nimmt die Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ eine viel zu geringe Rolle ein. Es kommt nicht rüber, dass es sich dabei um einen Schmelztiegel der Schicksale handelte, wodurch die Milieustudie, als die das Buch gelobt wurde, völlig in den Hintergrund tritt. Im Film geht es um Honkas Verbrechen, was ich als Andenken an seine Opfer schätze, doch das Buch deckt viel mehr ab als das. Solltet ihr also darüber nachdenken, den Film anzuschauen, kann ich euch nur empfehlen, auch den Roman auf eure Liste zu setzen. Bei Interesse findet ihr HIER meine Rezension.

Nun ist das Wochenende und damit die Gelegenheit zu einem lauschigen Filmabend allerdings schon wieder vorbei und wie immer starte ich in die neue Woche mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie hoch ist euer Leseanteil in einer Fremdsprachen und warum lest ihr nicht die Übersetzung?

Die heutige Frage stammt vom lieben Torsten von Torsten’s Bücherecke. Ich beherrsche nur eine Fremdsprache gut genug, um in dieser Sprache auch lesen zu können: Englisch. Immerhin eine, mit der ich ziemlich weit komme. 😉 Wahrscheinlich lese ich etwas mehr als die Hälfte meiner Gesamtlektüre im Jahr in Englisch. Genau weiß ich es nicht (mehr), weil ich die entsprechende statistische Zahl aus meinem Jahresrückblick 2020 gestrichen habe. Ich fand, dass sie nichts mehr über mich aussagt und es einfach nicht wichtig ist, in welcher Sprache ich ein Buch nun lese, weil das kein Faktor ist, der bei meiner Lektüreauswahl eine Rolle spielt. Ich kann englische Bücher mittlerweile genauso flüssig lesen wie Bücher in Deutsch, bin literarisch also wahrhaft zweisprachig. Das muss ich nicht ausufernd analysieren oder gegeneinander aufrechnen.

Auf die Frage nach dem Warum ist die Antwort im Kern denkbar simpel: Weil ich es kann. Es gibt einen Haufen Gründe, die meiner Meinung nach dafür sprechen, im Original zu lesen und nicht zur Übersetzung zu greifen, wenn man nicht muss.
Ursprünglich bewegten mich zwei Argumente dazu, auf englische Lektüre umzusatteln. Ich hatte es satt, den deutschen Marktmechanismen unterworfen zu sein, die dazu führen, dass einige Reihen aus finanziellen Faktoren heraus irgendwann nicht weiter übersetzt werden. Obwohl ich diese Entscheidung aus Sicht der Verlage durchaus verstehen kann, bin ich als Leserin in solchen Fällen natürlich die Gelackmeierte. Will ich wissen, wie die Geschichte weitergeht, bleibt mir keine andere Wahl, als auf die englischen Originale umzusteigen.
Der zweite Aspekt war der Preis. Englische Bücher sind häufig deutlich günstiger als die deutschen Übersetzungen, weil sie nicht der deutschen Buchpreisbindung unterworfen sind. Dieses Verhältnis ist sogar auf dem Gebraucht-Markt zu spüren, denn viele deutsche Bücher erreichen niemals den niedrigen Schnäppchenpreis, von dem ich bei englischen Büchern profitiere.

Später haben sich weitere positive Effekte herauskristallisiert, die bis heute eine Rolle für mich spielen.
Eine Übersetzung kann, unabhängig von ihrer Qualität, niemals dieselbe Authentizität aufweisen wie das Original. Manche Formulierungen lassen sich nicht ohne Weiteres von einer Sprache in eine andere übertragen. Metaphern, Wortwitz und Stilblüten müssen zwangsläufig bis zu einem gewissen Grad verloren gehen. Wenn ich mit diesem Kompromiss nicht leben muss, warum sollte ich dann?
Wartezeiten sind ebenfalls ein Faktor. Eine Übersetzung braucht Zeit. Findet die Veröffentlichung eines Buches international nicht parallel statt, muss ich als Deutsche warten, bis die Übersetzung verfügbar ist, was unter Umständen Monate dauern kann. Habe ich ohnehin Jahre auf ein Buch gewartet, zum Beispiel bei einer Fortsetzung, möchte ich diese Wartezeit nicht unnötig verlängern.
Ich habe außerdem festgestellt, dass sich durch zweisprachiges Lesen die Vielfalt deutlich erhöht. Manche Autor_innen werden nie ins Deutsche übersetzt. Andere werden nicht mit ihrem Gesamtwerk übersetzt, heißt, Reihe A wird übersetzt, Reihe B aber nicht. Das kann mir egal sein, wenn ich auf Englisch lese. Ich habe Zugriff auf den gesamten deutschen und den gesamten englischsprachigen Buchmarkt, was neben den USA und Großbritannien ja auch zahlreiche weitere Länder einschließt, zum Beispiel Kanada oder Australien. Dadurch habe ich Schriftsteller_innen entdeckt, die mir nie begegnet wären, würde ich mich auf deutschsprachige Literatur beschränken.
Darüber hinaus habe ich eine Vorliebe für englischsprachige Taschenbuchformate. Durch die fehlende Buchpreisbindung in englischsprachigen Ländern können mehrere Verlage dasselbe Buch verlegen. Um Kampfpreise anbieten zu können und trotzdem wirtschaftlich zu sein, sparen diese Verlage häufig bei den Kosten für die physische Form des Buches. Sie nutzen kleine Formate und weniger hochwertiges Papier. Viele Leser_innen mögen sich an den dünnen Seiten mit dem typischen Recycling-Grauschleier stören, aber ich liebe diese Ausgaben. Sie sind handlich, sie sind leicht, sie geben mir das Gefühl, nicht allzu vorsichtig beim Lesen sein zu müssen. Habe ich die Wahl, würde ich mich immer für so eine Ausgabe entscheiden.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Argumente fallen mir für englische Originale ein. Die wichtigsten habe ich jetzt allerdings abgedeckt, also belassen wir es bei dieser Aufzählung. Auf englischsprachige Lektüre umzuschwenken, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich möchte die literarische Zweisprachigkeit und all ihre positiven Aspekte nicht mehr missen.

Lest ihr in einer Fremdsprache und wenn ja, wieso?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen inspirierenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Ehrlich, freundlich oder beides?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Leute, ihr werdet es nicht glauben. Es ist alles fertig. Die Küche steht, die Fliesen kleben an der Wand und im Badezimmer ist das neue Waschbecken eingebaut. Unsere Wohnung hat in der letzten Woche wirklich ein kompettes Make-Over bekommen. Es ist wundervoll. Ich bin sehr, sehr glücklich. Wenn ich so im Türrahmen stehe und mir meine neue Küche ansehe, war sie jeden Cent und jeden Tag der Ungeduld wert. Am Freitag habe ich auch schon darin gekocht – wir entschieden uns für Nudelauflauf, weil man mit Pasta und Käse nicht allzu viel falsch machen kann, selbst wenn Kochfeld und Ofen ungewohnt sind. Es war ein Traum. Es ist ein völlig anderes Gefühl, wenn alles aufgeräumt und sortiert ist, statt nur provisorisch gelöst. Beim Öffnen von Türen und Schubladen muss ich jetzt nicht mehr all die vielen kleinen Tricks beachten, die bisher nötig waren, weil jedes einzelne Möbelstück Macken und Alterserscheinungen hatte. Alles ist einheitlich. Wir haben viel mehr Arbeitsfläche. Mehr Licht. Wir müssen nicht mehr von Hand abwaschen und dank der Dunstabzugshaube ist der schmierige Film, gegen den ich einen aussichtslosen Kampf austrug, Geschichte. Hach, es ist schön. Als ich mir am Freitag dann auch noch das erste Mal im neuen Badezimmer-Waschbecken die Hände wusch und feststellte, dass wir nun endlich Wasser einlassen können, ohne dass es durch den undichten Stöpsel von selbst wieder abläuft, ging mir durch den Kopf, mit wie wenig ich im vergangenen Jahrzehnt zufrieden war. Bescheidenheit ist eine Tugend, aber ich bin doch sehr erstaunt, mit wie vielen Unannehmlichkeiten ich mich arrangieren konnte. Für mich fühlt es sich an, als hätte ich eine neue Phase in meinem Leben erreicht. Vor einigen Jahren wäre die Realisierung eines großen Projekts wie die neue Küche noch undenkbar gewesen. Ich hätte gar nicht gewusst, wo ich anfangen soll. Jetzt bin ich solchen Herausforderungen gewachsen und das ist wirklich ein gutes Gefühl. 🙂

Nun aber genug von der neuen Küche geschwärmt, kommen wir zum Tagesgeschäft – der heutigen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind?

Ich habe die Frage, die von Sophia von Wordworld stammt, gekürzt, weil sie sonst wirklich sehr lang geworden wäre. Sophia möchte nämlich eigentlich wissen, ob wir ehrlich sind und zugeben, dass uns ein Rezensionsexemplar nicht interessiert. Für mich ist das leicht zu beantworten: Ja, ich bin immer ehrlich. Ich glaube, es bringt niemandem etwas, wenn ich aus falsch verstandener Höflichkeit eine Ausrede erfinde. Was ist schon dabei, wenn ich anhand von Klappentext und Leseprobe von dem angebotenen Buch nicht überzeugt bin? Selbst aufstrebende Autor_innen wissen, dass sie es nicht allen Recht machen können. Es ist gar nicht schlimm, wenn sie meinen Geschmack nicht treffen, denn es gibt garantiert andere Blogger_innen, bei denen das ganz anders aussieht. Anfangs habe ich mich ziemlich schlecht gefühlt, wenn ich eine Rezensionsanfrage ablehnen musste, aber irgendwann habe ich aufgehört, diese Situation persönlich zu bewerten und betrachte solche Angebote mittlerweile ausschließlich professionell, weil den wenigsten Autor_innen tatsächlich an meiner individuellen, persönlichen Meinung gelegen ist. Die meisten schreiben mich nicht an, weil sie meinem Blog schon ewig folgen und wirklich wissen wollen, was ich, also Elli als Privatperson, über ihr Buch denke. Sie schreiben mich an, weil sie ihr Buch möglichst vielfältig bewerben möchten und ich dafür als Buchbloggerin eine sinnvolle Adresse bin. Sie stolpern über mich, stöbern vielleicht ein bisschen herum und entscheiden dann, mir eine Rezensionsanfrage zu schicken. Das beweist allein schon der Anteil der Bücher, die mir angeboten werden, obwohl sie ganz offensichtlich nicht meinem Geschmack entsprechen. Für mich ist das völlig in Ordnung, denn eine Rezensionsanfrage ist keine Schmeichlei. Es ist eine geschäftliche Offerte. Habe ich an diesem Geschäft kein Interesse, wird sich wohl kaum jemand von einer Brücke stürzen, wenn ich das ganz offen sage.

Ehrlichkeit bedeutet ja nicht, dass man gemein werden muss. Ich kann ehrlich und freundlich sein. Ich kann darauf hinweisen, dass das Buch leider nichts für mich ist, es aber sicher andere Blogger_innen gibt, denen es eher zusagt. In einigen Fällen habe ich sogar konkrete Empfehlungen ausgesprochen, an wen sich der Autor bzw. die Autorin wenden könnte. Dadurch vermeide ich nicht nur, unnötig lügen zu müssen, ich verhindere auch, dass ich in Zukunft von derselben Person ähnliche Angebote erhalte. Weiß die Person, dass mir ein Buch dieser Art nicht zusagt, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie mir künftig eine thematisch-inhaltlich ähnliche Geschichte vorschlägt, was allen Zeit und Aufwand spart.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich darauf verzichte, eine Ablehnung aufgrund mangelnden Interesses zu schreiben, wenn es einen anderen Grund gibt, der meiner Ansicht nach drängender ist. Die meisten Rezensionsanfragen lehne ich nicht ab, weil ich das Buch uninteressant finde. Die meisten lehne ich aus Zeitgründen ab. Ich bin keine wirklich gute Auftragsrezensentin, denn ich kann einerseits nicht vorhersagen, wann ich das Buch lesen werde und andererseits kann ich mit absoluter Sicherheit vorhersagen, dass es auf jeden Fall Monate dauern wird, bis ich das Buch bespreche. Der Stapel meiner ausstehenden Rezensionen ist besorgniserregend hoch – buchstäblich, denn die entsprechenden Bücher stapeln sich mittlerweile wirklich prekär. Es widerstrebt mir, ein Buch, das ich später gelesen habe, für die Rezension vorzuziehen. Das mache ich nur in Ausnahmefällen. Also würde das Rezensionsexemplar ewig rumliegen. Das finde ich nicht fair, weil es für die Autor_innen meist wichtig ist, dass das Buch zeitnah zum oder nach dem Erscheinen Aufmerksamkeit erhält. Bei mir wiederum würde die Situation Druck erzeugen, was meiner Kreativität meist einen Riegel vorschiebt. Wieder hat keine_r etwas davon, wenn ich die Anfrage annehme. Folglich erkläre ich freundlich, dass ich leider keine Kapazitäten habe, um der Bitte nachzukommen, wünsche viel Erfolg für die Zukunft und erspare allen Beteiligten eine blöde Lage. Dann auch noch zu erwähnen, dass ich das Buch übrigens sowieso nicht lesen wollen würde, ist ja nun unnötig.

Wie reagiert ihr auf uninteressante Rezensionsanfragen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen glückseligen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage fällt aus

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Montagsfrage fällt heute aus, ich möchte euch aber trotzdem kurz updaten, weil diese Woche eine Menge ansteht. Außerdem habe ich eine Geschichte zu erzählen, die euch allen den Start in die neue Woche hoffentlich etwas leichter macht. 😉

Am Mittwoch kommt die neue Küche. Am Donnerstag wird sie aufgebaut. Je näher der Termin ranrückt, desto schmaler wird mein Geduldsfaden. Jedes Mal, wenn ich im Bad unser Geschirr spülen muss, ertrage ich es ein bisschen weniger. Das hängt auch damit zusammen, dass wir am Freitag einen weiteren Handwerker bzw. eine weitere Handwerkerin im Haus haben werden. Wir bekommen ein neues Badezimmer-Waschbecken, bezahlt von unserer Haftpflichtversicherung. Was ist passiert? Als ich hier vor über 10 Jahren eingezogen bin, hatte das Waschenbecken bereits Risse. Das sah nicht schön aus, störte mich aber nicht weiter, weil es ein rein kosmetisches Problem blieb. Die Risse blieben, wo sie waren, vergrößerten sich nicht und bereiteten mir nie Schwierigkeiten. Jedenfalls nicht, bis wir anfangen mussten, im Badezimmer das Geschirr abzuwaschen. Badezimmer-Waschbecken eignen sich wirklich überhaupt nicht dafür, darin irgendetwas aus der Küche zu säubern. War mir vorher nicht bewusst. Schon die Form ist völlig kontraproduktiv, doch da wir keine Badewanne haben und Abwaschen in der Dusche noch unpraktischer ist und extrem auf den Rücken geht, blieb uns keine andere Wahl.

Gab es in eurem Elternhaus auch diese eine Schüssel mit dem Sprung? Ich erinnere mich sehr genau, dass meine Mutter mich am Essenstisch oft ermahnte, diese Schüssel nicht zu kräftig gegen alle anderen Schüsseln und die Teller zu schieben. Ich fand das immer übertrieben. Die Schüssel würde schon nicht auseinanderfallen. Jetzt weiß ich, dass sie Recht hatte. Mütter eben. Keramik auf Keramik ist keine gute Idee. In den letzten Wochen konnten wir zusehen, wie die Risse im Badezimmer-Waschbecken größer und tiefer wurden. Hier und dort platzte mal ein winziges Stück ab. Und am Donnerstag passierte es dann. Beim Putzen übte ich auf eine Stelle, an der sich drei Risse kreuzten, zu viel Druck aus und hatte plötzlich zwei Scherben in der Hand und ein Loch im Waschbecken.

Wir hatten sowieso vor, das Waschbecken ersetzen zu lassen, sobald die neue Küche steht. Es war nur nicht geplant, das bereits jetzt anzugehen. Tja. Nun müssen wir, denn die provisorische Lösung, die aus mehreren Lagen Paketklebeband besteht, mit denen ich das Loch erst einmal abgedeckt habe, wird kaum lange halten. Glücklicherweise hat unsere Versicherung sehr schnell nach meiner Schadensmeldung reagiert, kontaktierte die Hausverwaltung und noch am selben Tag haben wir einen Termin für den Einbau des neuen Waschenbeckens bekommen. Am Ende der Woche haben wir also nicht nur eine neue Küche, sondern auch noch ein funkelniegelnagelneues Badezimmer-Waschbecken. Auch nicht schlecht. Und ja, trotz der Unannehmlichkeit, die damit verbunden ist, erkenne ich, wie witzig das Ganze ist. Ich meine, ein Loch im Waschbecken, geflickt mit Paketklebeband. Da meldet sich eindeutig der Galgenhumor in mir. Ich hoffe, dass ich auch euch mit meiner Geschichte einen kleinen Lacher zum Wochenstart entlocken konnte.

Also, denkt daran, egal, was heute auch passiert, zumindest habt ihr kein Loch im Waschbecken. 😉 In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen unfallfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 
2 Kommentare

Verfasst von - 15. Februar 2021 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Über den Tellerrand?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wisst ihr, ich liebe CMS-Arbeit. Ich finde es wirklich toll, eine Website von Null aufzubauen und alles genau so aussehen und funktionieren zu lassen, wie ich es möchte. Kein Witz, mir macht das Spaß, sonst würde ich das wohl kaum seit Jahren beruflich machen. Aber wisst ihr, was ich daran hasse? Die Kleinfriemelei. Hier ein Abstand, der nicht stimmt, dort ein Link, der nicht den korrekten Hover-Effekt zeigt, an wieder anderer Stelle sind die Bildmaße nicht gleichmäßig – neigt man wie meine Wenigkeit zum Perfektionismus, können einen diese winzigen Anpassungen in den Wahnsinn treiben, weil gerade der Kleinkram oft dazu führt, dass das Layout zerschossen wird. Falls ihr jetzt bereits vermutet, dass ich mitten in der Gestaltung des neuen wortmagieblogs stecke, liegt ihr richtig. Ich komme schneller voran als erwartet, was ich tatsächlich meiner ausführlichen Vorarbeit zuschreibe. Ohne meine schriftlichen Layoutentwürfe müsste ich viel mehr rumprobieren. Dennoch wird es voraussichtlich noch eine ganze Weile dauern, bis ihr das Ergebnis zu sehen bekommt, denn ich werde meine alten Beiträge wahrscheinlich alle noch einmal anfassen und auf neue Templates umstellen müssen. Das sind mittlerweile über 1.000, wie ich seit dem Export meiner Daten weiß. Ich könnte mir vorstellen, dass ich zur Jahresmitte mit allem fertig bin. Letztendlich kann ich aber nicht vorhersagen, was mir dazwischen kommen könnte, also habt Geduld.

Apropos Geduld: Ihr werdet es nicht glauben, doch wir haben endlich einen Termin für die neue Küche! Sie wird am 17.02. geliefert und am 18.02. aufgebaut. Der Lieblingsmensch und ich streichen die Tage im Kalender ab. Die ganze Geschichte hat dann wirklich etwas mehr als einen Monat länger gedauert als geplant. Ich fantasiere schon von all den Leckereien, die wir bald zubereiten können. Ich habe solche Lust, uns was richtig Gutes zu kochen, dass ich regelrecht Sehnsucht nach meinen Töpfen und Pfannen habe. Ich muss mir noch überlegen, welches Festessen es in zwei Wochen gibt. Irgendwie müssen wir feiern, dass wir uns wieder ordentlich ernähren können, aber die Auswahl ist so groß. 😀 Mit welchem Gericht würdet ihr so einen Anlass zelebrieren?

Bevor jetzt meine kulinarische Fantasie mit mir durchgeht, widmen wir uns lieber schnell dem Tagesgeschäft und das ist heute natürlich die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Liest du auch Bücher, die außerhalb deines Kulturkreises spielen?

Die heutige Frage stammt erneut von Aequitas et Veritas und schließt meine Lieblingsgenres Fantasy und Science-Fiction selbstverständlich aus. Um sie zu beantworten, müssten wir eigentlich erst einmal definieren, was „mein“ Kulturkreis überhaupt ist. Deutschland? Europa? Alles, was westlich des Urals liegt? Bevor ich nun aber von Höckchen auf Stöckchen komme, legen wir doch einfach fest, dass mein Kulturkreis Europa sowie Nordamerika einschließt. Ich weigere mich, mich auf Deutschland zu beschränken, obwohl ich anerkenne, dass alle europäischen Länder sowie Kanada und die USA eine eigene, reiche Geschichte haben, die nicht deckungsgleich mit der deutschen Historie ist – warum, erkläre ich gleich.

Ich versuche durchaus, außerhalb meines Kulturkreises zu lesen. Spätestens, seit ich mich intensiv mit dem Literaturnobelpreis auseinander gesetzt habe und erkannte, dass Repräsentation bei der Auswahl der Preisträger_innen kein Faktor ist, wurde mir jedoch klar, dass das gar nicht so einfach ist, wie es klingt. Meinem Empfinden nach (ich habe keine Daten, die das untermauern) haben es Autor_innen, die nicht aus europäischen Ländern oder den USA stammen, schwer, auf unserem Buchmarkt Aufmerksamkeit zu erlangen. Natürlich gibt es schillernde Ausnahmen wie Haruki Murakami, aber ich denke, tendenziell werden Schriftsteller_innen, die auf dem afrikanischen, asiatischen oder australischen/ozeanischen Kontinent leben, seltener übersetzt. Ich vermute, dass dieser Trend mit den Mechanismen des Buchmarktes selbst zusammenhängt. Um wirtschaftlich zu sein, müssen Verlage überwiegend auf das sichere Pferd setzen. Das heißt im Endeffekt, sie verlegen, was den Leser_innen vertraut ist, weil sie bei diesen Büchern mit zuverlässigen Absätzen und einer entsprechenden Gewinnmarge rechnen können. Für Experimente besteht wenig Spielraum. Wahrscheinlich werden Bücher aus dem europäischen bzw. nordamerikanischen Kulturkreis deshalb eher verlegt, denn Geschichten von Menschen, die in einer Kultur leben, die uns fremd ist, verlangen häufig ein Umdenken, ein Eindenken in andere Maßstäbe und Bräuche. In Europa und Nordamerika teilen wir viele grundlegende Faktoren, wodurch es für uns einfach ist, uns in Geschichten, die in diesem Rahmen spielen, zurechtzufinden. Es ist bequemer. Die Chancen, dass ein Buch aus Europa, Kanada oder den USA in Deutschland verlegt wird, stehen dadurch schlicht besser.

Daher habe ich zum Beispiel noch nie ein Buch von einem Autor oder einer Autorin aus Thailand oder der Mongolei gelesen. Selbst wenn es ein solches Buch auf dem deutschen Markt gibt, ist das an mir bisher vorbeigegangen. Ich habe eine Kollegin, die es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht hat, aus jedem Land der Erde ein Buch zu lesen, doch selbst sie hat noch gravierende Lücken auf ihrer mentalen Karte. Darum freue ich mich immer, wenn mir Bücher begegnen, deren Autor_innen eben nicht aus meinem Kulturkreis stammen oder zumindest in einem anderen Kulturkreis geboren wurden. Ich möchte diese Literatur, diese Öffnung meines Horizonts und will besonders wissen, wie diese Schriftsteller_innen meine liebsten Genres interpretieren.

Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen am Thema vorbeigeschrammt, weil es ja eigentlich um Bücher geht, die außerhalb meines Kulturkreises spielen, nicht um Bücher, die außerhalb meines Kulturkreises geschrieben wurden. Doch es war mir ein Anliegen, meine Theorie zu präsentieren, warum ganze Regionen unseres Planeten bei uns literarisch unterrepräsentiert sind, also habe ich mir diesen Exkurs erlaubt. Nun zum eigentlichen Kern: Ja, ich lese Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen, aber ich genieße diese Werke mit Vorsicht und schaue mir immer an, wer sie geschrieben hat. Ein passendes Beispiel ist Henning Mankells „Die flüsternden Seelen“, das ich Ende 2020 gelesen habe. Henning Mankell war Schwede, verbrachte jedoch viele Jahre seines Lebens in Afrika. Das Buch ist seine Liebeserklärung an die afrikanische Seele. So weit, so gut. Oder vielmehr, so weit, so oberflächlich, klischeebeladen und voreingenommen. Tatsächlich finde ich vieles an dieser losen Geschichtensammlung problematisch. Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, weil die Rezension noch aussteht, aber ich kann verraten, dass Mankell meiner Meinung nach lediglich beschrieb, was er durch seine europäische Brille zu sehen glaubte. Die Geschichten geben die afrikanische Seele wieder, wie er als Europäer sie interpretierte. Von Authentizität kann demnach keine Rede sein, weshalb mir die Lektüre kaum Erkenntnisse brachte und ich auch nicht das Gefühl hatte, Afrika wirklich kennenzulernen. Überhaupt schon von Afrika zu sprechen, als sei der ganze Kontinent eine homogene Fläche, ist Unsinn.

Es wäre schön, wenn mir literarische Ausflüge in andere Kulturkreise leichter gemacht würden. Wenn ihr Tipps habt, wie ich die Grenzen des europäisch geprägten Buchmarktes (der auch die USA einschließt) umgehen kann, immer her damit. Vielleicht kann ich mich mit etwas mehr Achtsamkeit diesbezüglich besser anstellen.

Lest ihr Bücher, die nicht in unserem Kulturkreis spielen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen köstlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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