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Montagsfrage: Dystopische Favoriten?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Oh Mann, dieses Mal kam die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise wirklich spät. So spät, dass ich sie nur gesehen habe, weil ich zufällig Spätschicht hatte und deshalb eben erst (kurz vor 01 Uhr) nach Hause gekommen bin. Streng genommen ist jetzt bereits Dienstag, aber ich meine mich zu erinnern, dass es irgendwann mal hieß, man hat eine Woche Zeit für die Beantwortung. Heute gibt es die Montagsfrage bei mir also an einem Dienstag, aber grämt euch nicht, die übliche Rezension ist vorbereitet und kommt später noch. Zusätzlich. Wenn es wieder hell ist. 😉

Was ist deine Lieblingsdystopie und warum?

Dystopien sind ein recht weitgefasstes Genre, das laut Wikipedia jede „fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang“ abdeckt. Ich habe oft Schwierigkeiten, Dystopien und Postapokalypsen auseinanderzuhalten, weil sich die Grenzen gern fließend gestalten. Ich neige dazu, einfach jede negative Zukunftsvision als Dystopie einzuordnen, obwohl mir Literaturwissenschaftler_innen dafür vermutlich auf die Finger hauen würden.

Antonia erwähnt in ihrem Beitrag sowohl die großen Klassiker des Genres wie „1984“, als auch die modernen Varianten, die vor einigen Jahren einen unfassbaren Hype erlebten, Stichwort „Panem“. Ich habe beide Spielarten auf Herz und Nieren getestet und musste feststellen, dass ich mich nicht entscheiden könnte, was mir besser gefällt, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Die älteren Vertreter richten sich an ein erwachsenes Publikum, die neueren sind auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet. Je nachdem, ob mir der Sinn eher nach einer ernsteren Herangehensweise steht oder ich Lust auf Emotionen-zentrierte Young Adult-Literatur habe, wähle ich meine Dystopien aus.

Deshalb ist die beste Dystopie meiner Meinung nach eine Geschichte, die beides vereint. Meine liebste Dystopie überhaupt ist die „Chaos Walking“-Trilogie von Patrick Ness. Die drei Bände „The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“ sprechen originell und emotional mitreißend zahlreiche Themen gesellschaftlichen Zusammenlebens an, erzählen von Liebe, Hass, Freundschaft, Heimat und Fanatismus und überzeugen durch einen einzigartigen Schreibstil. Es verschlug mir die Sprache, ich war geflasht und bin es noch. Diese Trilogie ist der Beweis, dass Jugendliteratur stets über das Potential verfügt, über die Klischees des Genres hinauszuwachsen und etwas Großartiges zu erschaffen. Wann immer jemand über YA herzieht, möchte ich ihm oder ihr diese drei Bücher in die Hand drücken und süffisant grinsen. Ich bin noch immer verliebt und bis heute ein bisschen traurig, dass „Chaos Walking“ in Deutschland unter dem Titel „New World“ so wenig Beachtung fand. Vergesst Katniss, vergesst Tris, vergesst sie alle. Die wahren Stars der Dystopien sind Todd und Viola.

Ich hoffe sehr, dass ich eure Neugier jetzt soweit anstacheln konnte, dass ihr loszieht und herausfindet, worum es in der Trilogie geht. Sie ist wirklich etwas Besonderes und das sage ich, obwohl ich einige der Klassiker ebenfalls gelesen habe. Ginge es nach mir, fände sie sich in jedem gut sortierten Bücherregal.

Welche Dystopie konnte euer Herz erobern?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine perfekte neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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Montagsfrage: Unbeachtete Schätze?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Es ist vollbracht! Ich habe gestern endlich den Jahresrückblick 2017 fertiggestellt! Ich freue mich riesig, dass ich das alte Jahr nun endlich schlafen legen kann. Morgen geht der Rückblick online, also schaut vorbei! 😉
Außerdem möchte ich euch ein kurzes Update bezüglich des Gesundheitsstatus meiner Hündin Chilli geben: sie wurde operiert und ist jetzt stolze Besitzerin eines künstlichen Kreuzbandes im linken Knie. Es geht ihr gut, sie hasst die Einschränkung ihrer Beweglichkeit noch immer, versucht deshalb aber auch, schon wieder aufzutreten. Sie erträgt stoisch, dass sie eine zurechtgeschnittene Strumpfhose und nachts einen Kragen tragen muss, um die OP-Wunde zu schützen. Bald können wir mit Physiotherapie beginnen und ich hoffe, dass sie dann in kürzester Zeit wieder rennen und springen darf. 🙂
Soweit zu den guten Nachrichten aus meinem privaten kleinen Kosmos. Jetzt ist es Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Gibt es ein Buch oder eine Reihe, dem/der deiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt wurde?

Da fallen mir spontan zwei meiner absoluten Highlights der letzten Jahre ein und ich nutze dankbar die heutige Chance, ein bisschen Werbung für diese beiden Trilogien zu machen. Ihr müsst „Chaos Walking“ von Patrick Ness und „The Divine Cities“ von Robert Jackson Bennett lesen.

„Chaos Walking“ besteht aus den drei Büchern „The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“. Alle drei Bände sind phänomenale Young Adult Science-Fiction. Ich war geflasht davon, wie unfassbar gut sie sind. Ich war sprachlos und zu Tränen gerührt. Es geht um den den Protagonisten Todd, der versucht, auf dem Planeten New World innerhalb einer brutalen Gesellschaftsform zu überleben. Seine Welt wird vom Noise geprägt, dem Lärm, der aus der erdrückenden Flut der Gedanken der männlichen Siedler des Planeten besteht und durch den theoretisch weder Geheimnisse noch Lügen möglich sein sollten. Theoretisch. Praktisch sieht es selbstverständlich ganz anders aus, was Todd schmerzhaft herausfinden muss. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn ihr sollt die Trilogie ja selbst lesen. 😉

„The Divine Cities“ ist eine der besten High Fantasy – Trilogien, die ich je gelesen habe. Die drei Bände „City of Stairs“, „City of Blades“ und „City of Miracles“ sind hervorragende Beispiele für makelloses Worldbuilding und atemberaubende Charakterentwicklung. Tiefsinnig und vielschichtig führt Bennett seine Leser_innen durch eine Handlung, die einfach alles hat, was eine spannende Geschichte braucht: Mord, Intrigen, Politik, Götter, Held_innen, Opfer, Wissenschaft, Magie und Erlösung. Jedes Buch fokussiert eine andere Figur – mit allen konnte ich eine stabile Bindung aufbauen. Ich lege euch diese Trilogie wirklich ans Herz, sie ist fantastisch.

Ich habe beide Dreiteiler auf Englisch gelesen, doch sie sind auch auf Deutsch erschienen. Eurer Lektüre steht also nichts im Wege. 😉

Welches Buch oder welche Reihe verdient eurer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und werde beim Stöbern schon einnmal die Wunschliste bereitlegen. die wächst heute bestimmt. 😀 Kommt gut in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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Montagsfrage: Lieblingsbuchpärchen?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ach, die nächste Woche soll schon wieder so warm werden. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mittlerweile die Nase voll vom Sommer. Reicht mir. Jetzt darf Herbst werden. Ich brauche wirklich keine 30°, um mich wohl zu fühlen und mir fehlen meine kuschligen Pullis. Unglücklicherweise muss ich mich wohl noch ein wenig gedulden, bis es wieder kühler wird. Bis dahin muss ich die Zeit irgendwie rumkriegen und das Bloggen hilft mir dabei. 😀 Heute steht wieder einmal die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja an:

Welche Figuren sind eines deiner Lieblingsbuchpärchen?

Da muss ich nicht lange überlegen: Todd und Viola aus der Chaos Walking – Trilogie von Patrick Ness. Ihre Beziehung ist etwas ganz Besonderes, weil sie erst vergleichsweise spät ein Paar werden. Davor sind sie Freunde. Sie lernen sich richtig kennen, geben ihrer Verbindung zueinander die Chance, zu wachsen und sich zu entwickeln. Sie würden für einander sterben, bevor sie sich das erste Mal küssen. Es war wundervoll, zu beobachten, wie sie sich langsam in einander verlieben, zart und unschuldig. Ich hatte das Gefühl, dass ihre Beziehung wirklich ein Fundament besitzt, im Gegensatz zu all den YA-Pärchen, die sich Knall auf Fall und Hals über Kopf in einander verlieben. Ihre Liebe wächst, trotz der furchtbaren Umstände und all der Herausforderungen, die sie überwinden müssen. Natürlich gibt es auch zwischen ihnen Probleme und Hindernisse, aber es fehlt dieses spezielle, oft enervierende Drama, das Teenager-Beziehungen in YA-Dystopien sonst auszeichnet. Kein Liebesdreieck. Sie sind wirklich für einander da und können sich aufeinander verlassen. Tief in ihrem Inneren wissen sie immer, wohin ihr Herz gehört, völlig egal, wie weit sie von den Umständen und anderen Menschen auseinander getrieben werden. Irgendwie hat ihre Liebe mehr Substanz als bei anderen YA-Pärchen. Es erschien mir so logisch, natürlich und selbstverständlich, dass sie früher oder später mehr als Freunde sein werden und zwar nicht, weil es vorhersehbar wäre, sondern weil sie einfach zusammen gehören. Mehr als June und Day, Cassia und Ky, Lena und Alex, Tris und Four. Im Vergleich zu Todd und Viola wirken all diese Beziehungen blass und oberflächlich; bei keinem anderen Paar hatte ich so sehr das Gefühl, dass sie zwei Teile von etwas Größerem, Schöneren sind. Sie sind eigenständige, unabhängige Individuen – aber sie vervollständigen einander.
Oh mein Gott, gleich heule ich los, also belasse ich es jetzt dabei.

Welches Buchpärchen ist euer liebstes und warum?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 10. August 2015 in Uncategorized

 

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06. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Heute findet Gemeinsam Lesen das erste Mal im Jahr 2015 statt. Irgendwie finde ich das toll und grinse von einem Ohr zum anderen. Vermutlich, weil ich dieses Jahr von Anfang an dabei bin. 😉
Wie ihr mittlerweile sicher bereits auswendig wisst, wird die Aktion von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer im Wechsel betreut. Diese Woche kommen die Fragen von Schlunzen-Bücher, die ihr durch einen Klick aufs Bild findet. 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Imperial Bedrooms“ von Bret Easton Ellis und befinde mich auf Seite 38 (von schmalen 217).

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Mit einer Schauspielerin, die ich heute Vormittag beim Casting kennengelernt habe, sitze ich jetzt zum Mittagessen an einem Fenstertisch im Comme Ça.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Imperial Bedrooms“ ist der Nachfolger von „Unter Null“, das ich vor einigen Jahren gelesen habe. Wie ihr euch vermutlich denken könnt, ist es mein Buch mit „I“ für die ABC-Challenge. 😉
„Unter Null“ ist ein absolut widerwärtiges und abstoßendes Buch, aber eben auch verdammt gut. Menschliche Abgründe at it’s best, hübsch verpackt in der Glitzer-Glamour-Welt Hollywoods der 80er Jahre. Jetzt, 25 Jahre später, kehrt der Protagonist Clay zurück in diesen Sündenpfuhl und muss laut Klappentext feststellen, dass sich gar nichts geändert hat. Ich fand damals schon, dass Bret Easton Ellis einen beeindruckend scharfen Blick auf unsere Gesellschaft hat. Reiche Kids, die einfach alles haben, außer einem moralischen Kompass. Gelangweilt, stumpf, kalt, empathie- und gefühllos. Die Leere im Leben der Figuren hat mir wahrhaft Gänsehaut von Kopf bis Fuß verpasst.
Eine Szene hat mich besonders aus dem Konzept gebracht. In dieser besucht Clay seinen Bekannten (denn von Freundschaft hat in diesem Buch niemand auch nur den blassesten Schimmer) Rip in seinem Apartment. Im Schlafzimmer ist ein 12-jähriges Mädchen ans Bett gefesselt; offenbar wird sie schon seit Stunden immer wieder von verschiedenen Jungs vergewaltigt. Clay ist von der Situation schockiert und verlässt das Zimmer, Rip folgt ihm.

„Ich gehe aus dem Zimmer.
Rip kommt mir nach.
«Warum?» Das ist alles, was ich frage.
«Wie bitte?»
«Warum, Rip?»
Rip macht einen verwirrten Eindruck.
«Warum? Du meinst das da drin?»
Ich versuche zu nicken.

«Warum nicht? Was hast du denn?»
«O Gott, Rip, stell dich nicht so blöd an, das Mädchen ist elf.»
«Zwölf», korrigiert mich Rip.
«Ja, genau, zwölf», sage ich und denke einen Moment lang darüber nach.
«He, guck mich bloß nicht so an, als wenn ich der letzte Arsch wäre. Das stimmt nämlich nicht.»

«Es ist…» Ich gerate ins Stocken.
«Es ist was?» will Rip wissen.
«Es ist… Ich glaube nicht, dass es recht ist.»
«Was heißt hier recht? Wenn du was willst, dann hast du das Recht, es dir zu nehmen. Wenn du was machen willst, dann hast du das Recht, es zu machen.»
Ich lehne mich an die Wand. Ich kann hören, wie Spin im Schlafzimmer stöhnt, und dann das Geräusch einer Hand, die zuschlägt, vielleicht in ein Gesicht.
«Aber du brauchst doch nichts. Du hast doch alles», erkläre ich ihm.
Rip schaut mich an.
«Nein, das stimmt nicht.»
«Was?»

«Nein, das stimmt nicht.»
Daraufhin schweigen wir beide eine Weile, und schließlich frage ich: «Verdammte Scheiße, Rip. Was könnte das denn sein, was du nicht hast?»
«Etwas zu verlieren. Ich habe nichts zu verlieren.»“

(„Unter Null“, Bret Easton Ellis, S. 173)

Diese Szene ist in ihrer ganzen Abscheulichkeit exemplarisch für „Unter Null“. Ich rechne damit, in „Imperial Bedrooms“ ähnlich widerwärtige Szenen vorzufinden, wenn auch auf einer anderen Ebene. In „Unter Null“ war alles überdeutlich gezeichnet, schrill und laut. Ich denke, „Imperial Bedrooms“ wird subtiler sein. 25 Jahre später liegt der Ekel vermutlich tiefer und versteckter. Ich bin gespannt und tatsächlich freue ich mich schon darauf, das Buch am Ende zu rezensieren, weil ich ganz bestimmt eine Menge dazu zu sagen habe.

4. Wir sind nun angekommen in 2015 und wir hoffen ihr seid alle gut, aber nicht zu weit gerutscht 🙂 Lasst doch einmal 2014 Revue passieren, welches Buch oder welche Reihe war euer Highlight und warum?

Diese Fragen habe ich eigentlich schon beantwortet, ich tue es aber gern noch einmal. 🙂 Das meiner Meinung nach beste Buch des Jahres 2014, das ich gelesen habe, war „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel. Die beste Reihe war „Chaos Walking“ von Patrick Ness. Ich könnte jetzt ausschweifend darüber dozieren, warum diese Werke mich so sehr beeindruckt haben, aber ich denke, das muss ich nicht, weil ich sie bereits rezensiert habe. Ich verlinke euch die Rezensionen, dann könnt ihr einen Blick auf meine Gedanken werfen. 🙂
Außerdem möchte ich hier noch mal die Chance nutzen, auf meinen Jahresrückblick 2014 hinzuweisen und schamlos Werbung für diesen Post zu machen. 😀 Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch den Beitrag anseht und mir sagt, was ihr davon haltet.

„Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“ von Patrick Ness
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“ von Patrick Ness
Chaos Walking #3: „Monsters of Men“ von Patrick Ness

Was lest ihr im Moment? Welche Bücher waren eure Highlights in 2014?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 😀

Alles Liebe,
Elli

 
 

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Patrick Ness – Monsters of Men

„Monsters of Men“

Monsters of Men

Reihe: Chaos Walking #3

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 643

Verlag: Candlewick Press

Sprache: Englisch

ISBN: 0763676195

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 06.12.2014

Soundtrack: Bob Dylan – „Masters of War“

Bewertung:

Durch den Massenmord an den versklavten Spackle hat Mayor Prentiss den Zorn des gesamten Volkes über die Menschen gebracht. Jetzt hat er das, was er die ganze Zeit wollte: Krieg. Die Bewohner Havens sehen sich mit einer Übermacht konfrontiert, denn The Land ist zahlreicher, als sie je angenommen haben. Todd muss einsehen, dass sie die militärische Erfahrung des Mayors brauchen, wenn sie nicht ausgelöscht werden wollen. Er muss ihn freilassen. Im ersten Gefecht fließt jedoch trotz dessen literweise Blut. Spackle und Menschen sterben; Todd sieht Gräuel, die ihn nachhaltig verändern. Beinahe werden die menschlichen Soldaten überrannt, denn The Land hat die Jahre des Waffenstillstands nicht ungenutzt gelassen. Im letzten Moment rettet Viola Todd aus der Ferne das Leben, indem sie die Waffen des Kundschafterschiffes einsetzt. Simone und Bradley, die Besatzung des Schiffes, sind davon allerdings nicht begeistert. Vor allem Bradley ist überzeugt, dass die Menschen versuchen müssen, Frieden mit der indigenen Spezies zu schließen, für all die Siedler, die bald in New World ankommen werden. Frieden wollen auch Todd und Viola. Doch sie wissen, dass das sehr schwierig wird, kochen doch Mayor Prentiss und Mistress Coyle noch immer ihr eigenes Süppchen. Wie sollen sie The Land von den Vorteilen eines Bündnisses überzeugen, solange nicht einmal unter den Menschen Einigkeit herrscht?
Eine sichere Welt zu schaffen wird die schwerste Aufgabe in Todds und Violas Leben.

Ich hätte nicht gedacht, dass die Chaos Walking – Trilogie NOCH besser werden kann, aber Patrick Ness hat es tatsächlich geschafft, im Finale noch eine Schippe drauf zu legen. Ich bin absolut verliebt in „Monsters of Men“, so sehr, dass ich mich nach dem Auslesen dabei erwischte, wie ich das Buch ganz fest an mich drückte, als wäre es ein Kuscheltier. Für mich ist es mehr als nur ein Roman, mehr als nur eine Geschichte. Es ist so echt, so tief, lebendig und gefühlsgeladen.
Thematisch behandelt Patrick Ness mehrere Ansätze, die er alle brillant ausgearbeitet hat. Vordergründig geht es um Entwicklung. Seine Handlung verlangt den Charakteren nicht weniger ab, als über sich selbst hinauszuwachsen. Sie müssen den Teufelskreis aus Hass und Rachegelüsten überwinden und begreifen, wie schlechte Gefühle einfach alles vergiften – was nicht nur für die menschlichen Figuren gilt. In „Monsters of Men“ integriert Ness nämlich eine neue Perspektive: die des Spackle 1017, der einzige Überlebende des Massakers, zu dem Todd eine spezielle Beziehung hat. Ich liebte seinen Blickwinkel, weil er der Geschichte eine ganz neue Facette hinzufügt. Sein Schmerz, sein Hass, seine Trauer haben mich völlig aus Balance gebracht, wie ich es HIER bereits beschrieben habe. Er eröffnete mir eine Verständnisebene, die ich andernfalls nicht erreicht hätte; besonders in Bezug auf Todds Handeln. Auch fand ich es faszinierend, wie ähnlich sich 1017 und Todd sind, obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Kulturen stammen. Beide werden durch das, was den Personen, die sie lieben, angetan wird, an die Kante getrieben und sind mehr als einmal kurz davor, sich fallen zu lassen. Beide treten jedoch im ausschlaggebenden Moment einen Schritt zurück und entscheiden sich dazu, das Richtige zu tun und ihre eigenen Gefühle hinten anzustellen.
In diesem Punkt unterscheiden sich sowohl 1017 als auch Todd maßgeblich von Mayor Prentiss. Im letzten Band ebenso wie jetzt im Finale kam mir immer wieder der Gedanke, dass Todd und Prentiss durchaus die eine oder andere Gemeinsamkeit aufweisen. Doch schlussendlich ist es gar nicht so wichtig, was sie gemeinsam haben, viel wichtiger ist, was sie verschieden macht. Prentiss ist ein durchgeknallter Kontrollfreak, der weder Vertrauen noch Liebe in sein Herz lassen kann. Dieses erhebliche Defizit lässt ihn unter der Last New Worlds zusammenbrechen, weil er so nicht in der Lage ist, sich dem Noise hinzugeben, sondern ihn beherrschen will. Er erkennt nicht, wie wunderschön die Verbindung ist, die The Land mit ganz New World eingegangen sind. Dieses unglaubliche Netzwerk ist in seiner Reinheit und Klarheit einfach fantastisch. Anfangs dachte ich, dass das Fehlen jeglicher Privatsphäre das Schlimmste ist, das ich mir vorstellen kann. Aber mittlerweile frage ich mich, ob eine Welt, in der jeder Gedanke offen liegt, tatsächlich so schlecht und beängstigend wäre. Im Noise von The Land gibt es kein Verstellen, keine Lügen und keinen Egoismus. Sie sind wahrhaft EINS. Sie fühlen einander, spüren jede Freude und jeden Schmerz, auch kilometerweit entfernt. Unserer Welt täte das vielleicht gut. Wären wir alle miteinander verbunden, gäbe es dann noch Kriege? Könnten wir uns dann noch gegenseitig umbringen und leiden lassen? Ich denke, so eine Verbindung könnte uns alle zu den besten Versionen unserer selbst werden lassen. Stellt es euch vor: eine Welt ohne Lügen, ohne (versteckte) eigennützige Gedanken und Motive, ohne Heuchelei. Wunderschön, nicht wahr?

Ich habe während des Lesens von „Monsters of Men“ viele Tränen vergossen. Ich durfte eine extreme Nähe erleben und trotzdem war es mir nicht genug. Ich wollte in das Buch hineinkriechen, physisch vor Ort sein, die Figuren umarmen und ihnen sagen, dass alles gut werden wird. Vor allem Todd und Viola werden für immer einen Platz in meinem Herzen haben. Sie sind für mich eines der außergewöhnlichsten Paare der Literatur; ihre Beziehung ist beispiellos. Der Gedanke an sie wird mich für immer daran erinnern, dass es bloß zwei Menschen, Liebe und Vertrauen braucht, um die Welt zu verbessern. Und ihre Geschichte wird mich davor warnen, dass es leider auch nur einen hasserfüllten Menschen braucht, um sie zu verschlechtern.
New World zu verlassen fällt mir unsagbar schwer. Trotz des hoffnungsvollen Endes schmerzt es mich einfach so sehr, Todd, Viola und all ihre Freunde gehen zu lassen.
Die Chaos Walking – Trilogie ist in meinen Augen viel zu unbekannt. Lest sie und verbreitet es, wo immer ihr könnt: Patrick Ness ist ein großartiger, fabelhafter, denkwürdiger Autor.

Chaos Walking – Die Rezensionen zur Trilogie im Überblick:

Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“
Chaos Walking #3: „Monster of Men“

 
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Verfasst von - 13. Dezember 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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Patrick Ness – The Ask and the Answer

„The Ask and the Answer“

the ask and the answer

Reihe: Chaos Walking #2

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 553

Verlag: Walker Books

Sprache: Englisch

ISBN: 1406344478

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 30.11.2014

Bewertung:

Haven sollte Todds und Violas sicherer Hafen sein. Doch ihre letzte Hoffnung wurde zu einem Gefängnis. Mayor Prentiss kam ihnen zuvor und übernahm die Stadt mithilfe seiner Armee. Sofort beginnt er, neue Regeln zu diktieren. Seiner Ansicht nach muss New World revolutioniert werden; die Menschen müssten sich auf das besinnen, was sie wirklich sind. Dazu trennt er nicht nur sofort Todd und Viola, nein, er unterteilt auch die Bewohner Havens in Männer und Frauen und isoliert sie voneinander. Außerdem hält er das Heilmittel für den Noise, das in Haven erfunden wurde, unter Verschluss. Aus Angst, dass Prentiss Viola etwas antun könnte, erklärt sich Todd bereit für ihn zu arbeiten. Er würde alles tun, um sie zu beschützen.
Viola wiederum erholt sich im Haus der Heilung von der Schusswunde, die ihr Davy Prentiss Jr. zugefügt hat. Dort lernt sie die begnadete Heilerin Mistress Coyle kennen, die mehr als nur ein paar Zweifel bezüglich Mayor Prentiss‘ Absichten hat. Sie glaubt, dass der Mayor seine Macht missbrauchen wird, um die Frauen New Worlds auszurotten und die Männer in eine tyrannische Diktatur zu zwingen. Viola entdeckt, dass Mistress Coyle bereits dabei ist, den Widerstand zu organisieren. Auf einmal geht alles ganz schnell: unter der Führung der Mistress verlassen die Rebellen die Stadt und beginnen einen Guerillakrieg gegen Prentiss und seine Soldaten. Während Bomben das Land erschüttern und Unschuldige sterben, befinden sich Todd und Viola plötzlich auf entgegengesetzten Seiten des Konflikts. Können sie Mistress Coyle und Mayor Prentiss aufhalten und zusätzlich ihre Freundschaft retten?

Beim Lesen ist mir nicht aufgefallen, wie komplex der zweite Band der Chaos Walking – Trilogie ist. Doch jetzt, während ich versuchte, den Inhalt zusammen zu fassen, sind mir die vielen Wendungen und Details der Handlung bewusst geworden. Wenn ihr mich fragt, genau in diesem Punkt zeigt sich großes schriftstellerisches Können. Patrick Ness hat eine umfangreiche, genau ausschattierte Handlung konstruiert, ohne seine LeserInnen spüren zu lassen, wie viel sie verarbeiten. Ich glitt butterweich durch die Story, weil er deren Komplexität geschickt hinter seinem leichten, flüssigen Schreibstil versteckte. Obwohl in „The Ask and the Answer“ unglaublich viel geschieht, fühlte ich mich nie überwältigt und hatte kein einziges Mal Probleme, die Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Im Fokus der Geschichte stehen selbstverständlich wieder Todd und Viola, schließlich schildert Ness die Ereignisse abwechselnd aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Umstände sind eine ungemeine Belastungsprobe für ihre Freundschaft und ihr Vertrauen in einander. Durch den Einfluss von Mistress Coyle und Mayor Prentiss, die sich im Übrigen wesentlich ähnlicher sind, als sie selbst je zugeben würden, schleichen sich bei beiden erhebliche Zweifel ein. Das Interessante an der Situation ist, dass Patrick Ness subtil vermittelt, wie leicht Todd und Viola zu zweiten Versionen beider AnführerInnen hätten werden können, wären sie nie Freunde geworden. Ihre Beziehung erdet sie und erinnert sie in brenzligen Momenten daran, das Richtige zu tun.
Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht auch Fehler machen. Vor allem Todd lässt sich von Prentiss erst erpressen und dann einlullen, obwohl er tief in seinem Inneren weiß, dass dem Mann nicht zu trauen ist. Er möchte so sehr an das glauben, was Prentiss zu Beginn öffentlich erklärt, „The war is over“, dass er nicht sieht, dass der physische Kampf vielleicht vorbei sein mag, die psychische Seite aber gerade erst begonnen hat.
Mayor Prentiss ist ein Lügner und Manipulator und Mistress Coyle steht ihm da in nichts nach – aber sie sind auch hervorragend ausgearbeitete Figuren, so wie alle Nebencharaktere. Ich empfand sie alle als absolut real, lebendig und individuell. Durch den Noise entsteht ansatzlos eine unfassbare Nähe, mit der Patrick Ness auf erstaunliche Weise spielt. Selbst mit den Tieren fühlte ich mich verbunden, weil ich ihre Gedanken hören/lesen und mir so ein klares Bild ihrer Persönlichkeit machen konnte. In Bezug auf den Protagonisten Todd unterstützt Ness diesen Eindruck zusätzlich, indem er sehr lange Sätze verwendet, wann immer Todd von seinen eigenen Gedanken überflutet wird. Auf manche mag das eigenartig wirken, doch ich empfand es als extrem realistisch. Es gibt der Geschichte und natürlich Todd selbst etwas sehr Eigenes, Besonderes.

„The Ask and the Answer“ steht dem Vorgänger „The Knife of Never Letting go“ in nichts nach. Ich bin mir unsicher, ob Patrick Ness Chaos Walking überhaupt zielgerichtet als Trilogie schrieb, oder ob er schlicht drauf los erzählte und seine Geschichte später an passenden Punkten trennte. Es wirkt einfach nicht so, als hätte er zwischen Band eins und zwei gedanklich abgesetzt. Sie greifen in einander und gehören als Einheit zusammen. Es ist daher auch nicht möglich, „The Ask and the Answer“ zu lesen, ohne den Auftakt gelesen zu haben.
Tatsächlich glaube ich, dass Chaos Walking auch denjenigen LeserInnen gefällt, die sonst nicht viel mit dem Young Adult Genre anfangen können. Die Geschichte bietet so viel an, so viele Facetten, dass ich finde, so etwas wie eine Zielgruppe gibt es in diesem Fall nicht. Man kann sich ihrem Sog einfach nicht entziehen, unabhängig vom Alter. Patrick Ness ist ein Genie; er weckte in mir äußerst intensive Gefühle und selten war ich in einem Buch so tief drin wie in „The Ask and the Answer“. Diese Rezension fiel mir deswegen unglaublich schwer. Ich hoffe, ich habe sie so schreiben können, dass ihr meine Begeisterung spürt und gleichzeitig erkennt, wie außergewöhnlich dieses Buch ist.

(Nächster Band: Chaos Walking #3 – „Monsters of Men“ – Patrick Ness – ISBN: 0763676195)

 
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Verfasst von - 11. Dezember 2014 in Dystopie, Science Fiction, Young Adult

 

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03. 12. 2014 – Tränen für The Land

Ich weiß, es ist spät. Ich muss eigentlich auch ins Bett. Aber wie das so ist, habe ich natürlich Vor-dem-Schlafen-gehen-Rituale, wie vermutlich viele andere Menschen auch. Das letzte, was ich abends tue, bevor ich ins Schlafzimmer watschel, ist, noch ein paar Seiten zu lesen. Und jetzt sitze ich hier und weine, weil ich eine der furchtbarsten Stellen meiner ganzen Lesekarriere direkt vor dem Schlafengehen lesen musste. Hätte ich nur bis morgen gewartet. Diese Szene verfolgt mich bis in meine Träume, das weiß ich jetzt schon. Und da dachte ich, wozu habe ich einen Buchblog, wenn ich so intensive Gefühle nicht rauslasse und mit euch teile?

Um es zu verstehen, braucht ihr ein bisschen Hintergrund-Wissen. In der gesamten Chaos Walking – Trilogie geht es um Gedanken, denn New World ist ein Ort der konstanten Informationsflut. Stets können die Menschen dort hören, was ihr Gegenüber gerade denkt (es sei denn, es ist eine Frau, aber das ist eine andere Geschichte). Tiere, Männer… niemand außer den Frauen kann die eigenen Gedanken verbergen. Auf New World gibt es eine indigene Spezies, die von den Menschen „Spackles“ genannt wird. Sie selbst nennen sich „The Land“, denn sie sind ein kollektiver Organismus. Sie denken GEMEINSAM. Es ist ihre Art der Kommunikation, denn sie artikulieren sich nicht wie Menschen. Im Laufe der Geschichte kam es, wie es kommen musste. Es geschah das, was immer passiert, wenn Menschen sich überlegen fühlen. Sie versklavten einen Teil von The Land. Sie „heilten“ den Noise (die hörbaren Gedanken) und gaben diese „Heilung“ auch The Land. Sie beraubten sie ihrer einzigen Kommunikationsmöglichkeit. Und dann… töteten sie sie. Weil es ihren eigenen Interessen diente, begangen sie Massenmord. Genozid.

Das ist schon grauenhaft genug, aber in der Szene, die ich gerade gelesen habe, schildert der einzige Überlebende des Massakers seine Eindrücke. Ich will dazu gar nicht mehr sagen, sondern es einfach zitieren:

„Not when they lined us up and began to kill us. Shooting us, hacking at us, making that high stuttering sound they call laughing. Killing the old and the young, mothers and babies, fathers and sons. If we tried to resist, we were killed. If we did not resist, we were killed. If we tried to run, we were killed. If we did not run, we were killed.
One after the other after the other after the other.
With no way to share our fear. No way to coordinate and try to protect ourselves. No way to be comforted as we died.
And so we died alone. Every one of us.“                 („Monsters of Men“, S. 116)

Oh Gott, ich zittere am ganzen Körper, wenn ich mir vergegenwärtige, was es bedeutet, so zu sterben. Unter Tausenden, doch mutterseelenallein. Das ist das Schlimmste, was man jemandem antun kann. Brutal, abscheulich, grausam. So furchtbar, dass mir die Worte fehlen, um meine Gefühle wirklich auszudrücken.
Bitte verzeiht, wenn ich euch damit ebenso traurig gemacht habe, wie ich mich gerade fühle. Aber ich konnte nicht… ich kann nicht ins Bett gehen, so lange das in mir wütet. So konnte ich zumindest einen Teil meiner Trauer (und Wut) rauslassen.

 
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Verfasst von - 3. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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02. 12. 2014 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Es ist wieder Zeit für die Aktion Gemeinsam Lesen, die abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut wird. Die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild.
Los geht’s! 😀

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Buch Nummer drei der Chaos Walking – Trilogie von Patrick Ness, „Monsters of Men“, und bin auf Seite 31.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Das wird wieder ein längerer Satz. Diesmal schauen wir in den Kopf von Viola, die im Augenblick wirklich sehr aufgeregt ist.

„And I’m overwhelmed by seeing them, so much so I can’t speak for a minute, and I pull a little away from Bradley and the light catches his face and I see him, really SEE him, see his kind brown eyes, his skin the same dark shade as that Corinne’s was, his short curly hair, graying at the temples, Bradley who was always my favorite on the convoy, who used to teach me arts and math, and I look over and see the familiar freckled skin of Simone, too, the red hair tied back in a ponytail, the teeny tiny scar on the rise of her chin and I think, in all that’s happened, how much they disappeared to the back of my mind, how much the process of just surviving on this stupid, stupid world made me forget that I came from a place where I was loved, where people cared for me and for each other, where someone as beautiful and smart as Simone and as gentle and funny as Bradley would actually come after me, actually want what was best.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Das Finale von Chaos Walking. Ich bin gespannt. Jetzt gerade kann ich mir nicht vorstellen, New World, Todd und Viola zu verlassen. Die Geschichte ist einfach so wundervoll. Ich weiß gar nicht, wieso ich so lange damit gewartet habe, die Folgebände zu kaufen und weiter zu lesen.

4. Aus welcher Perspektive ist dein aktuelles Buch geschrieben? Bevorzugst du sie beim Lesen oder ist es dir egal? (Auktorial, Personal oder Ich-Perspektive)

Hauptsächlich schildert Patrick Ness die Geschichte abwechselnd aus Todds und Violas jeweiliger Ich-Perspektive. Aber dieses Mal ist da auch noch mehr. Als ich durch das Buch geblättert habe (so mit dem Daumen, ihr kennt das), habe ich gesehen, dass es noch eine dritte Perspektive geben muss. Jeder Erzähler bekommt in Chaos Walking nämlich seine eigene Schriftart. Ich habe bereits eine Vermutung, wer jetzt hinzugekommen sein könnte.
Ich mag (wechselnde) Ich-Erzähler allgemein gern, in diesem Fall könnte ich mir aber auch nicht vorstellen, wie man Chaos Walking anders konstruieren könnte, weil die Gedankenwelt der Charaktere eine so große Rolle spielt. Ansonsten interessiert mich die Erzählperspektive  weniger, es sei denn, der/die AutorIn wollte damit etwas bestimmtes erreichen. Das kommt in alltäglicher Literatur allerdings eher selten vor. Wenn man sehen möchte, was der Wechsel von Erzählperspektiven ausmachen kann, muss man schon zu AutorInnen wie Kurt Vonnegut oder John Steinbeck greifen. Ich denke auch, es gibt einfach nicht viele Schreiberlinge, die ihr Fach so gut beherrschen, dass sie damit zielgerichtet spielen könnten. Da ist es mir dann lieber, sie lassen es und beschränken sich auf eine Erzählperspektive.

Was lest ihr im Moment? Spielt die Erzählperspektive für euch eine Rolle?

Ich freue mich schon auf eure Antworten und Kommentare! 🙂

 
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Verfasst von - 2. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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