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Jahresrückblick 2020: Ein Buchjahr zwischen Pandemie, radikalen Veränderungen und Wertschätzung

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist ein weiteres Mal vollbracht, ein weiteres Mal habe ich das Kunststück bewerkstelligt: Mein Jahresrückblick 2020 ist innerhalb des ersten Monats des neuen Jahres online! Ich stelle fest, dass ich mittlerweile eine gewisse Routiniertheit entwickelt habe und mir die Zusammenstellung deutlich schneller und leichter gelingt. Obwohl ich für die Ausgabe 2020 ein paar Änderungen vorgenommen habe, weiß ich, worauf es ankommt und halte mich nicht mehr ewig an Kleinigkeiten auf. Dank dieser Vertrautheit mit dem Prozess können wir heute gemeinsam auf meine vergangenen 12 Monate literarisch zurückblicken – wie gewohnt umfangreich, detailliert und gespickt mit Zahlen.

Um mein Lesejahr 2020 angemessen zu resümieren, habe ich die zweigeteilte Struktur, die sich in den letzten Jahren bewährt hat, beibehalten. Der erste Part befasst sich mit den reinen Fakten meines Leseverhaltens. Alle Aspekte, die sich in Zahlen wiedergeben lassen, habe ich statistisch ausgewertet, in Diagramme verwandelt und daraus Infografiken erstellt. Dafür habe ich dieses Jahr zum ersten Mal wirklich mit Excel gearbeitet (statt mit handschriftlichen Notizen und einem Taschenrechner) und habe darüber hinaus nur sehr begrenzt auf Piktochart zurückgegriffen. Die Online-Software zur Kreation von Infografiken hat mir in den vergangenen Jahren gute Dienste geleistet, aber mittlerweile sind die grafischen Darstellungsoptionen für mich zu eingeschränkt. Stattdessen habe ich die meisten Grafiken frei Hand mithilfe eines Grafikprogramms und die Diagramme mithilfe von Word entworfen. Ich bin ziemlich stolz darauf, wie weit sich meine grafischen Fähigkeiten verbessert haben, sodass ich die hilfreiche Krücke, die Piktochart lange Zeit darstellte, nun nicht mehr brauche.

Dieses Jahr habe ich Infografiken zu acht verschiedenen Kategorien erstellt, nach denen ich mein Leseverhalten analysiert habe. Ich werde euch jede Folie einzeln präsentieren und anschließend eine Einordnung vornehmen, um herauszufinden, wie sich diese Zahlen in meine bisherige Lesekarriere einreihen. Ich werde kommentieren, interpretieren und bewerten, damit ihr genau versteht, was diese Statistiken für mich konkret bedeuten. Falls ihr Schwierigkeiten habt, die Schrift zu lesen, könnt ihr jede Folie anklicken, dann öffnet sie sich größer in einem neuen Tab. Wie bereits angedeutet, gibt es dieses Jahr jedoch ein paar Veränderungen, die die Kategorien betreffen und mir notwendig erschienen.

Ich habe auf die Auswertung meiner Rezensionsquote verzichtet, weil ich denke, dass dieser Prozentsatz 2020 nicht realistisch widerspiegelt. Ich weiß, dass ich vom vergangenen Jahr noch einen riesigen Stapel ausstehender Rezensionen abzuarbeiten habe, weil ich das Frühjahr fast ausschließlich mit meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ verbrachte. In der Rezensionsquote wären diese Beiträge und die viele Arbeit, die ich dafür aufgewendet habe, nicht abgebildet, deshalb empfinde ich sie für 2020 als nicht aussagekräftig. Vielleicht wird es diese Auswertung für 2021 wieder geben, das weiß ich noch nicht, aber in diesem Jahr schenken wir uns diese Zahl, die ohnehin recht deprimierend ausfallen würde.

Die Kategorie „Sprachenverteilung“, die in der Vergangenheit analysierte, wie viele Bücher ich in englischer und deutscher Sprache gelesen habe, habe ich komplett gestrichen. Ich halte sie für überflüssig, da ich seit einigen Jahren grundsätzlich alle Bücher, die im Original in Englisch erscheinen, auch im Original lese. Es erscheint mir nicht mehr wichtig, wie hoch der Anteil englischer und deutscher Werke nun ist, denn das sagt nichts mehr über mich aus. Mein Englisch hat sich so weit entwickelt, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, ob ich ein Buch lieber übersetzt in meiner Muttersprache lesen sollte. Ebenso habe ich die merkwürdige Annahme, es gäbe eine Konkurrenz zwischen deutschen und englischen Büchern, endlich vollständig abgelegt. Ich behandle sie gleichwertig und habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich häufiger zu englischen Büchern greife. Ich lebe vollkommene literarische Zweisprachigkeit und bin damit sehr zufrieden – es besteht kein Grund mehr, diese Harmonie zu untersuchen.

Außerdem habe ich wie angekündigt die Kategorie „Autor_innen“ neu aufgezogen. Bisher habe ich hierfür stets das Verhältnis von Autoren zu Autorinnen in meiner Lektüreauswahl analysiert, aber diese binäre Einteilung ist meiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß. Erstens zeichnet sich bei mir seit Jahren der Trend ab, dass ich überwiegend zu Büchern greife, auf deren Covern ein männlicher Name prangt. Zweitens finde ich, dass die traditionelle Geschlechtereinteilung nach Männern und Frauen heutzutage gefährlich exkludierend ist. Das Risiko, jemanden zu verletzen, weil ich dieser Person beiläufig eine Binarität aufzwinge, der sie sich selbst vielleicht nicht zugehörig fühlt, ist mir einfach zu groß. Offenheit und Toleranz, immer und überall, im Großen wie im Kleinen.

Nach diesem Ausflug in das aufregende, exotische Land statistischer Zahlen gehen wir zum gemütlichen Teil über. Im zweiten Part des Jahresrückblicks lasse ich 2020 emotional an mir vorüberziehen und beantworte 30 Fragen, die Martina Bookaholics bis 2016 als Formular auf ihrem Blog anbot. Sie selbst verzichtet seit einigen Jahren auf diese kleine Tradition, aber da ich finde, dass die Fragen eine ideale Möglichkeit sind, mein Buchjahr unter emotionalen Aspekten zu resümieren, erhalte ich sie hier am Leben und werde mich ihnen auch für 2020 erneut stellen!

Seid ihr bereit, noch einmal in das seltsame Jahr 2020 abzutauchen? Dann macht es euch bequem, folgt mir in die gar nicht so lang zurückliegende Vergangenheit und lasst euch erzählen, wie 2020 für mich literarisch war!

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Verfasst von - 19. Januar 2021 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Können Genrewechsel funktionieren?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe fantastische Nachrichten. Mein Jahresrückblick 2019 ist fertig! Konfetti und Sekt bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihn so zügig zusammenstellen konnte und freue mich darauf, ihn euch gleich morgen zu präsentieren. Das bedeutet, jetzt kann das Jahr 2020 richtig losgehen. Na ja, fast. Da sind ja noch ein paar übriggebliebene Rezensionen aus 2019, die abgearbeitet werden wollen. Aber nachdem ich doch recht lange mit Statistiken und Diagrammen zu Werke war, kann ich es kaum erwarten, endlich wieder eine Besprechung zu schreiben und das sind ja eigentlich recht gute Voraussetzungen, oder nicht? Ich strenge mich an, zur nächsten Woche wieder das normale Programm hier auf dem Blog fahren und euch die üblichen zwei Rezensionen pro Woche bieten zu können. Auf in den Alltag! 😀
Zum normalen Blogprogramm gehört selbstverständlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, der ich mich heute widme!

Können Autor_innen in mehreren Genres brillieren?

Als ich die Frage zuerst las, dachte ich ohne zu zögern und im Brustton der Überzeugung: „Ja, klar, selbstverständlich können sie das!“ Der nächste Gedanke lautete „Okay. Beispiele?“ und schon begannen meine Schwierigkeiten. Mir fielen einige Autor_innen ein, die den großen Genrewechsel wagten. J.K. Rowling, die Antonia ebenfalls nennt, war eine der ersten, die sich meldeten. Seit 2012 veröffentlicht die Mutter unseres liebsten Zauberlehrlings Krimis, teilweise unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith. Antonia hat natürlich Recht, dass auch die „Harry Potter“-Romane eine kriminalistische Ebene aufweisen und dieser Schritt für Rowling daher vermutlich naheliegend war; den Wechsel von Jugendliteratur zu erwachsener Literatur kann ihr hingegen niemand absprechen. Unglücklicherweise kann ich nicht beurteilen, ob sie in dieser Sparte ebenso brilliert. Ich habe bisher keinen ihrer Krimis gelesen und ich habe es auch nicht vor. Meine Beziehung zu Krimis ist kompliziert und ich möchte meine Einstellung zu J.K. Rowling, die durch diverse unschöne Äußerungen in den Medien ohnehin harte Schläge einstecken musste, nicht zusätzlich belasten, indem ich sie in einem Genre kennenlerne, das mich nur in Ausnahmefällen begeistert. Rein wirtschaftlich hatten ihre Krimis nicht denselben Erfolg wie HP – doch da es sich dabei um eine Messlatte von astronomischer Höhe handelt, sehe ich die Gültigkeit dieses Arguments ziemlich kritisch. Kurz: ich weiß nicht, ob Rowling in ihren Krimis brilliert.

Die nächste, der ich meine Aufmerksamkeit widmete, ist Marie Lu. Lu gelang der Durchbruch mit ihrer dystopischen Jugend-Trilogie „Legend“, die mich nach einem etwas schwachen Start sehr gut unterhielt. Als bekannt wurde, dass sie einen Genrewechsel von Science-Fiction zur Königsdisziplin der High Fantasy riskieren würde, war ich extrem neugierig und freute mich auf die Trilogie „The Young Elites“. Leider kann ich nicht behaupten, dass ihr dieser Wandel gut gelang. In der Rezension zum Finale „The Midnight Star“ fragte ich mich, ob sie für die High Fantasy vielleicht noch nicht bereit war, weil mich ihr Worldbuilding nicht überzeugte. Damit kann Marie Lu also nicht als positives Beispiel dienen.

Ein weiterer Autor, der mir einfiel, ist Markus Heitz. In Heitz‘ Bibliografie finden sich zahlreiche Genres, er hat viele Kategorien ausgetestet und mal den großen Zeh ins Wasser gehalten: High Fantasy, Urban Fantasy, Historische Fiktion, Thriller, Horror, Dystopien. Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass er ein Fan vom Crossgenre ist. Seine Thriller weisen häufig paranormale Elemente auf und in seinen Fantasy-Romanen finden sich Thriller-Elemente. Neben der High Fantasy, die er meist klassisch und traditionell angeht, fällt mir lediglich ein Vertreter ein, der einem einzigen Genre zugeordnet werden kann: der Thriller „Totenblick“. Das heißt, sein Schaffen lebt hauptsächlich von Überschneidungen; von revolutionären Experimenten kann ich nicht sprechen. Dennoch sind seine Genre-Mixe normalerweise durchaus glaubwürdig und unterhaltsam. Ich würde ihn als halbes Positivbeispiel gelten lassen.

Robert E. Howard wäre für die heutige Frage ein passender Fall, weil seine Kurzgeschichten in vielen verschiedenen Genres verortet sind. Dummerweise habe ich bisher nur seine Conan-Geschichten gelesen und vermute, dass es problematisch wird, seine anderen Werke zu beschaffen, weil es jahrzehntelang Streitigkeiten um sein Vermächtnis gab und ich noch nicht weiß, ob es heutzutage überhaupt Sammlungen seiner übrigen Geschichten zu kaufen gibt. Auch hier kann ich daher kein Urteil abgeben.

Zu David Safier, den Antonia ebenfalls nennt, kann ich mich nicht äußern. Ich habe Safier noch nicht gelesen, obwohl sein hochgelobter Roman „28 Tage lang“ in meinem Regal auf seinen großen Auftritt wartet. Ich bezweifle jedoch, dass ich jemals den Vergleich zu seiner humoristischer Literatur ziehen können werde, weil ich mit lustigen Büchern selten etwas anfangen kann.
Meinen Anteil der Stücke Shakespeares habe ich natürlich gelesen, sowohl Komödien als auch Tragödien, aber irgendwie empfinde ich seine Vielfalt nicht als Genrewechsel. Ich muss gestehen, ich kenne mich mit der Theorie des Theaters nicht gut aus, deshalb agiere ich in seinem Fall lediglich auf einer intuitiven Basis, doch ich glaube mich zu erinnern, dass Komödie und Tragödie verwandt sind und lediglich geringe strukturelle Unterschiede aufweisen (die dafür allerdings gewaltige Auswirkungen haben). Grundsätzlich finde ich es schwierig, Bühnenstücke mit Prosa zu vergleichen, weil sie komplett anderen Regeln folgen.

All diese Überlegungen zwingen mich, meine ursprüngliche Einschätzung ein wenig zu korrigieren. Ich kann nicht mit völliger Sicherheit schlussfolgern, dass Autor_innen in verschiedenen Genres gleichermaßen brillieren können. Mir fehlt einfach die Erfahrung für ein Fazit. Also formuliere ich meinen ersten Gedanken um: „Ja, wahrscheinlich können sie das“. Ich glaube nicht, dass Genrewechsel immer zum Scheitern verurteilt sind oder immer gelingen. Vermutlich kommt es stets auf den Autor oder die Autorin an. Talent ist und bleibt Talent, unabhängig vom Genre. Dennoch denke ich, dass nicht alle Autor_innen ihr Talent in jedem Genre unter Beweis stellen können. Ich glaube, dass einige unter ihnen die speziellen Rahmenbedingungen ihres Heimatgenres brauchen, um sich entfalten zu können. Man denke nur an all die Krimi- bzw. Thriller-Autor_innen, die selbst eine berufliche Vergangenheit in der Strafverfolgung haben. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es eine gute Idee wäre, würde es sich Jilliane Hoffman in den Kopf setzen, einen High Fantasy – Roman zu schreiben. Ebenso wenig sehe ich Steven Erikson einen Liebesroman verfassen. Suchen sich Schriftsteller_innen hingegen neue Genres aus, die ihnen gleichermaßen liegen, kann der Wechsel ohne Weiteres funktionieren.

Wie schätzt ihr Genrewechsel von Autor_innen ein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen furiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jahresrückblick 2016: Statistiken zu Schönheitsköniginnen, tanzenden Zombies und High Fantasy

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist Zeit, einen detaillierten Blick auf mein Leseverhalten des letzten Jahres zu werfen. Der Jahresrückblick 2016 steht an!
Wie bereits die letzten beiden Jahre ist dieser zweigeteilt. Zuerst schauen wir uns die harten Fakten meines Lesejahrs an. Dafür habe ich wieder eine Infografik erstellt, die in ein paar Statistiken zusammenfasst, wie 2016 für mich gelaufen ist. Zu jeder Folie werde ich ein paar Worte sagen und den Vergleich mit 2015 anstellen. Was war besser, was schlechter, was hat sich verändert?

Danach beantworte ich erneut die 30 Fragen von Martina, die das Formular netterweise auf ihrem Blog Bookaholics zur Verfügung stellt. Auf diese Weise kann ich das Jahr 2016 auch noch einmal emotional Revue passieren lassen und mich gemeinsam mit euch an all die tollen Geschichten erinnern, die meinen Weg gekreuzt haben.

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Marie Lu – The Midnight Star

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Im Nachwort meiner Ausgabe von „The Midnight Star“, Finale der „The Young Elites“ – Trilogie, schreibt die Autorin Marie Lu, dass es ihr immer ein wenig peinlich ist, zuzugeben, dass die Protagonistin Adelina von ihr selbst inspiriert ist. Ich sehe dafür keinen Grund. Im Gegenteil, ich finde, sie sollte stolz darauf sein, dass sie ihre dunkle Seite anerkennt und akzeptiert. Wir alle tragen ein Biest in uns. Nur ist es dankenswerterweise nicht bei allen so ausgeprägt und lebendig wie bei Adelina. 😉

Adelina Amouteru hat all ihre Ziele erreicht. Sie ist die Königin von Kenettra. Sie befreite die malfettos. Ihre Streitmacht erobert in ihrem Namen zusätzliches Territorium. Die Inquisition folgt allein ihren Befehlen. Einzig die Liebe ihrer Schwester Violetta bleibt Adelina verwehrt. Seit sie aus dem Palast floh, ist Violetta verschwunden. Bis eines Tages ein Brief eintrifft und kaum verheilte Wunden aufreißt. Raffaele teilt Adelina mit, dass sich Violetta bei den Daggers aufhält. Sie liegt im Sterben. Ihre Kräfte zerreißen sie von innen. Raffaele erinnert Adelina an seine Theorie, dass die menschlichen Körper der Young Elites nicht für die göttliche Macht ihrer Fähigkeiten geschaffen sind. Er schlägt eine Allianz vor, um die Elites ein für alle Mal von ihrem Leiden zu erlösen. Adelina wittert eine Falle, doch sie kann nicht leugnen, dass auch ihre Fähigkeiten mehr und mehr außer Kontrolle geraten. Ihre Grausamkeit wächst von Tag zu Tag. Die Dunkelheit in ihrem Herzen flüstert ihr furchtbare Dinge zu, verhöhnt sie und quält sie selbst im Schlaf. Wird sie das Risiko eingehen, ihren Feinden zu vertrauen, um das Leben ihrer Schwester zu retten und sich selbst von den Stimmen zu befreien?

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Verfasst von - 19. November 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension, Young Adult

 

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Montagsfrage: Offenes Ende oder Cliffhanger?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Es soll echt noch mal warm werden diese Woche. Ich hab ja nicht mehr damit gerechnet und ehrlich gesagt wäre es für mich völlig okay, wenn es bei Temperaturen um die 20° bleiben würde. Ich brauche es nicht so heiß, auch Ende August nicht. Ändern kann ich es allerdings nicht, also mache ich das Beste draus und werde schauen, ob ich meine Lesestunden auf meinem Balkon oder sogar in den Park verlegen kann. 🙂
Nachdem ich euch letzte Woche mein kleines Sonderprojekt über James Frey präsentiert habe, geht es diese Woche wieder ganz normal zu. Ich arbeite schon an meinem Rezensionsstapel, der sich durch Zauberhand und ganz von selbst wieder erhöht hat. Erst einmal ist aber Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Wie kommst du mit einem offenen Ende oder einem Cliffhanger klar?

Im Großen und Ganzen komme ich mit beidem ganz gut zurecht.
Ich würde nicht behaupten, dass ich ein großer Fan offener Ausgänge in Büchern bin, aber wenn es zur Handlung passt, kann mich auch so ein Ende zufriedenstellen. Dann stört es mich nicht, mir selbst auszumalen, wie es für die Figuren weitergeht. Es gibt allerdings ein Genre, in dem unkonkrete Abschlüsse meiner Meinung nach überhaupt nichts zu suchen haben: Thriller. Lese ich einen Thriller, will ich am Ende sehen, dass die Verbrechenswelle aufgehalten oder der/die Täter_in sogar geschnappt wurde. Ich möchte nicht mit mehr Fragen zurückgelassen werden, als sich zu Beginn des Buches stellten. Ich lese Thriller, weil ich Spaß am Rätselraten habe und gern in die Rolle einer Hobby-Detektivin schlüpfe. Erhalte ich nicht die Antworten, die ich haben möchte, frustriert mich das.
Cliffhanger sind hingegen immer frustrierend. Es ist gemein, die Handlung an der spannendsten Stelle zu unterbrechen und den Leser_innen zu sagen „Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Jahr, wenn der nächste Band erscheint“. Das ist fies. Darum habe ich mir angewöhnt, meist mehr als einen Band einer Reihe im Regal stehen zu haben. Bei Trilogien warte ich oft bis alle drei Bände erschienen sind, bevor ich mit dem Lesen beginne. Ich möchte mir die Möglichkeit offenlassen, direkt weiterzulesen, wenn mir danach sein sollte. Mittlerweile klappt das ganz gut, meine Fähigkeit zur Geduld hat sich maßgeblich verbessert. Ein paar Ausnahmen gibt es aber natürlich dennoch. Manchmal kaufe ich nur den ersten Band eines Mehrteilers, weil ich erst herausfinden möchte, ob mir dieser gefällt und sich die Fortsetzungen für mich lohnen. Ein aktuelles Beispiel sind „The Lunar Chronicles“ von Marissa Meyer. Bisher besitze ich nur den ersten Band „Cinder“, weil ich noch nicht überzeugt bin, dass diese Lektüre das Richtige für mich ist. Sollte dieses Buch mit einem Cliffhanger enden und mich begeistern, habe ich eben Pech gehabt. Ich gehe das Risiko bewusst ein. In anderen Fällen kann ich einfach nicht genug Geduld aufbringen, um zu warten. Marie Lus Trilogie „The Young Elites“ habe ich bereits begonnen, obwohl das Finale erst im Oktober erscheint. Ich warte jetzt sehnsüchtig auf „The Midnight Star“. Allerdings habe ich die Lektüre des zweiten Bandes so getimet, dass die Wartezeit nicht allzu lang ist; diesen habe ich im Mai gelesen. Glücklicherweise endeten die ersten beiden Bände nicht mit richtigen Cliffhangern, dadurch ist es nicht ganz so schlimm. Kurz gesagt kann ich also behaupten, dass ich die Wirkung von Cliffhangern meistens umgehe, indem ich einfach geduldig bin. Für mich funktioniert das prima. 🙂

Wie kommt ihr mit einem offenen Ende oder Clifhangern zurecht?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen fabelhaften Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli

 
11 Kommentare

Verfasst von - 22. August 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Marie Lu – The Rose Society

2016-05-07 - Lu The Rose Society

Seit ich den gleichnamigen Auftakt von Marie Lus neuster Trilogie „The Young Elites” im Mai 2015 voller Begeisterung gelesen habe, fieberte ich der Fortsetzung „The Rose Society“ entgegen. Diese erschien im Oktober 2015, ich versuchte jedoch, mich zurückzuhalten, weil ich wusste, dass das Finale „The Midnight Star“ erst ein Jahr später im Oktober 2016 veröffentlicht würde. Im Mai 2016 hielt ich es nicht länger aus. Ich musste einfach wissen, wie es mit Adelina und den Young Elites weitergeht.

Adelina Amouteru wurde verraten. Familie und Freunde ließen sie im Stich, ihre Verbündeten wandten sich von ihr ab, weil sie ihre ungezügelte Macht fürchten. Adelina schwört, Rache zu nehmen. Begleitet von ihrer kleinen Schwester Violetta flieht sie nach Merroutas, um Kenettras Inquisition unter Teren Santoro zu entkommen und andere malfettos zu finden, die ähnliche Kräfte wie sie selbst besitzen. Sie plant, ihre eigene Gesellschaft von Elites zu gründen und mit ihrer Hilfe sowohl die Inquisition als auch die Dagger Society zu zerschlagen. Sie alle werden büßen für das Leid, das Adelina erdulden musste. Sie alle werden vor ihr zittern. Sie alle werden den Tag bereuen, an dem sie die Weiße Wölfin herausforderten. In ihrem blinden Bestreben nach Macht und Vergeltung bemerkt Adelina nicht, dass ihre Fähigkeiten, die sich von Schmerz und Angst nähren, sie zu verschlingen drohen. Sie verliert die Kontrolle. Die Dunkelheit ist ein Teil ihrer Seele – wird sie sich ihren Einflüsterungen hingeben oder an dem Guten in sich festhalten?

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Gemeinsam Lesen

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Jahresrückblick 2015

Hallo ihr Lieben!

Gestern habe ich euch versprochen, dass wir heute gemeinsam einen Blick auf mein Lesejahr 2015 werfen. Ich halte meine Versprechen. 😉
Wie bereits 2014 habe ich auch den Jahresrückblick für 2015 zweigeteilt. Im ersten Teil präsentiere ich euch ein paar Statistiken, die mein Leseverhalten in schön greifbaren Zahlen zusammenfassen. Im zweiten Teil beantworte ich dann 30 Fragen von Martina Bookaholic, die euch einen eher emotionalen Überblick über meine Lesehighlights im Jahr 2015 verschaffen sollen.
Fertig? Alles verstanden? Na dann los! 😀

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Montagsfrage: Vorbestelltes Buch?

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Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Heute ist mein erster Arbeitstag nach meiner Blinddarm-OP. Auf das frühe Aufstehen hätte ich durchaus noch eine Weile verzichten können, aber was muss, das muss eben. Doch bevor mich der Alltag nachher wieder einholt, beantworte ich noch schnell die heutige Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Falls du aktuell Bücher vorbestellt hast, welches erscheint als nächstes?

Diese Frage kommt mir mal so gar nicht entgegen, weil ich nur ganz ganz selten Bücher vorbestelle. Im Moment habe ich nichts in der Warteschleife. In der Regel bin ich einfach geduldig. Beispielsweise ist am 06. Oktober der zweite Band der Young Elites – Trilogie von Marie Lu erschienen, „The Rose Society“. Ich will das Buch unbedingt haben, denn schließlich fand ich „The Young Elites“, den ersten Band, großartig. Aber das bedeutet nicht, dass ich es sofort haben muss. Der finale Band erscheint sowieso erst nächstes Jahr, also kann ich mir Zeit lassen. Mein SuB ist groß, ich habe genug Bücher hier – kein Grund, Stress zu machen.
Irgendwie widerstrebt es mir auch, etwas zu bestellen, das ich nicht sofort bekommen kann. Ist eine Bestellung erst einmal im Äther, ist es nämlich vorbei mit meiner Geduld. 😀

Habt ihr aktuell Bücher vorbestellt? Welches bekommt ihr als nächstes?

Ich freue mich wie immer auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart!
Alles Liebe,
Elli

 
11 Kommentare

Verfasst von - 19. Oktober 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion findet wöchentlich bei Schlunzen-Bücher statt; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Sharps“ von K.J. Parker und befinde mich auf Seite 221 von 449.

Sharps

 

For the first time in nearly forty years, an uneasy truce has been called between two neighbouring kingdoms. The war has been long and brutal, fought over the usual things: resources, land, money…
Now, there is a chance for peace. Diplomatic talks have begun and with them, the games. Two teams of fencers represent their nations at this pivotal moment.
When the future of the world lies balanced on the point of a rapier, one misstep could mean ruin for all. Human nature being what it is, does peace really have a chance?

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„‚Fine,‘ Suidas growled.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Hui war das schwer, nach „End of Days“ (Penryn & the End of Days #3) von Susan Ee eine neue Lektüre auszusuchen. Ich denke aber, mit „Sharps“ habe ich eine gute Wahl getroffen. Ich wollte ein erwachsenes Buch lesen, das weit weg von der YA-Literatur ist. Besser hätte ich es im Grunde gar nicht machen können.
„Sharps“ ist ein wirklich anspruchsvoller High Fantasy – Roman, sehr intelligent geschrieben und konstruiert. Ich glaube, mir ist noch nie eine epische Fantasywelt begegnet, die politisch und wirtschaftlich dermaßen detailliert durchdacht ist. Die Situation in den beiden Ländern Scheria und Permia ist höchst kompliziert. Soweit ich es verstanden habe, hat Scheria zwar durchaus eine Regierung, wird aber in Wahrheit von Banken regiert, weil die Bevölkerung der Regierung nach Jahrzehnten des Krieges nicht vertraut und diese recht entscheidungsunfähig wirkt. In Permia ist es vermutlich ähnlich, da das gesamte Land von der Förderung von Silber abhängig ist. Demzufolge sind es die Minenbesitzer, die das Land regieren. Wir haben also als Ausgangssituation zwei ehemals verfeindete Länder mit schwachen Regierungen, die der Wirtschaft nichts entgegen zu setzen haben. Ein Zyniker, wer da einen Bezug zu unserer Realität sieht… 😉 Nach 40 Jahren des Krieges soll die Tour des Fechtteams aus Scheria zur Völkerverständigung und Festigung des Friedens beitragen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass die ganze Sache zum Himmel stinkt. Es gibt eine Menge Ungereimtheiten und schon die Tatsache, dass keine/r der FechterInnen wirklich freiwillig an der Tour teilnimmt, spricht Bände. Sie wurden alle mehr oder weniger erpresst. Der Titel des Buches bezieht sich auf die scharfen Klingen, mit denen sie in Permia kämpfen müssen, obwohl der Fechtsport in Scheria normalerweise mit beschichteten Klingen ausgeübt wird, die die SportlerInnen daher nicht verletzen können. Nur wusste das vorher niemand von ihnen. Sie werden von einem politischen Offiziellen begleitet, der ganz zufällig einst ein Oberst der Armee Scherias war, im Krieg gekämpft hat und darüber hinaus auch noch der Cousin so-und-so-vielten Grades eines hochrangigen Bankangestellten ist. Ich weiß zwar noch nicht, wohin K.J. Parker mit mir möchte, aber ich vermute, dass die ganze Fechttour nur ein Alibi für irgendeine politische, wirtschaftliche und/oder militärische Schweinerei ist.

4. Hast du schon Mal ein Buch gelesen, das du eigentlich nie lesen wolltest (nicht dein Genre, Klappentext spricht dich nicht an), es dann aber doch getan hast, weil „jeder“ so begeistert von diesem Buch war?

Durchaus, allerdings nicht oft. Spontan fallen mir nur drei Beispiele ein: die Legend-Trilogie von Marie Lu, die Reihe The Mortal Instruments von Cassandra Clare und prinzipiell alles von Stephen King.
„Legend“ (Rezension: HIER) ist mir lange bevor ich mich dazu entschieden habe, es zu lesen, das erste Mal auf Amazon begegnet. Da hatte ich noch keinen Blog, war nicht bei Goodreads angemeldet und überhaupt hatte ich keine Ahnung, wie viele Möglichkeiten das gute alte Internet einem Bücherwurm bietet. Ich musste mich also auf die Rezensionen auf Amazon verlassen, die zu dieser Zeit ziemlich gemischt waren. Ich erinnere mich, dass ich eine gelesen habe, in der sich der/die RezensentIn darüber beschwert hat, wie unrealistisch die ganze Kletterei sei und dass die Grundstory einfach flach ist. Ich entschied mich dagegen, das Buch zu lesen. Dann begann der Hype, alle waren dermaßen begeistert. Und ich dachte „Man, das muss doch einen Grund haben“. Dieser Gedanke führte dann schnell zu „Ach, was soll’s“. 😀 Heute bin ich sehr froh, dass ich mich habe verführen lassen, denn mir hat die Trilogie ausnehmend gut gefallen.
Um den ersten Band der Mortal Instruments, „City of Bones“ (Rezension: HIER), bin ich sehr lange herum geschlichen, tendierte aber fast ebenso lange eher dazu, ihn nicht zu lesen. Ich kann heute nicht mehr vollständig nachvollziehen, warum ich mich dann doch dafür entschied, bin mir aber sicher, dass das Erscheinen des Films eine wichtige Rolle spielte. Ich wollte die Verfilmung sehen, musste dafür aber unbedingt vorher das Buch lesen. Der Hype bestand ja bereits, also warf ich meine Zweifel hinsichtlich der vielen Klischees, die ich befürchtete, einfach über Bord und vertraute darauf, dass sich so viele begeisterte LeserInnen nicht irren könnten. Nun ja. Meine Befürchtungen waren durchaus begründet und letztendlich habe ich die Reihe nach dem zweiten Band abgebrochen. Ich bereue trotzdem nicht, dass ich dem Hype und Film nachgegeben habe.
Meine Beziehung zu Stephen King war sehr lange von Vorurteilen geprägt. Ich war jahrelang fest überzeugt, dass jemand, der so schnell so viel schreibt, gar nicht gut schreiben könne. Es erschien mir unmöglich, dass King ein guter Schriftsteller sein sollte. Meine Mutter hingegen mochte King schon so lange, wie ich mich erinnern kann. „ES“ stand Jahr um Jahr im Wohnzimmer auf Augenhöhe im Bücherregal und grinste mich an. Obwohl ich mich weigerte, das Buch zu lesen, zog es meine Augen nahezu magisch an (das ist übrigens bis heute so). Ich wusste, worum es darin ging, weil Mama mir die Geschichte im Groben erzählt hatte. Ich wusste auch, dass das Monster häufig als Clown auftrat, was meinen Entschluss, es nicht zu lesen, nur noch weiter festigte, denn ich habe schreckliche Angst vor Clowns. Außerdem hatte sie mir auch erzählt, dass ihr „ES“ Albträume beschert hatte. Kurz: ich war fest überzeugt, es niemals zu lesen. Als ich älter wurde, wurde mir jedoch irgendwann bewusst, dass „ES““ eines DER großen Werke von King ist, die alle Welt großartig findet. Gruselig, ja, aber eben auch hoch gelobt und von seinen Fans geliebt. Ich begann, an meinem eigenen Entschluss zu zweifeln. Wann immer ich mit jemandem sprach, der/die Romane von King gelesen hatte, hörte ich ausschließlich Lob. Das musste irgendwie begründet sein und eigentlich war ich ja auch kein kleines Kind mehr. Ich schätzte das Risiko, dass ich von einem Buch Albträume bekommen könnte, immer geringer ein und eines schönen Tages war es dann soweit: ich lieh mir „ES“ von meiner Mutter aus. Ohne die Begeisterung, die an mich herangetragen wurde, hätte ich das vermutlich niemals getan. Jetzt im Nachhinein sehe ich, wie dumm es war, Stephen King aufgrund von Vorurteilen keine Chance einräumen zu wollen. Er schreibt großartig. „ES“ hat mir zwar tatsächlich solche Angst eingejagt, dass ich Albträume hatte, aber es ist auch ein fabelhaftes Buch. Trotzdem möchte ich es nicht hier haben. Meine Mutter hat es mir angeboten, aber ich bin der Meinung, dass ich ein Buch, vor dem ich mich so sehr gefürchtet habe, nicht in meiner Wohnung haben sollte. Das mag übertrieben klingen, doch ich bin besorgt, dass die Nähe zu dem Buch weitere Albträume auslösen könnte. Das muss wirklich nicht sein. Man muss ja nichts riskieren. 😉

Was lest ihr im Moment? Hat euch ein Hype schon einmal verführt, ein Buch zu lesen, das ihr eigentlich nie lesen wolltet?

Ich freue mich wie üblich sehr auf eure Geschichten und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Dienstag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
 

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