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Schlagwort-Archive: Mai 2020

Montagsfrage: Blut ist dicker als Wasser?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ein Tusch bitte! Ab heute sind die Bürgerämter in Berlin wieder geöffnet! Es wurde allerhöchste Zeit. Da ich heute Frühschicht hatte und daher bereits seit einer absolut unchristlichen Uhrzeit auf den Beinen bin (deshalb kommt mein Beitrag auch so spät), habe ich mich bereits in die digitale Prügelei gewagt und mit etwas Glück und viel Hartnäckigkeit einen Termin am Freitagabend ergattert. Das heißt, mein Reisepass ist sicher. Wir sind unserem Traumurlaub im September in Sri Lanka wieder ein Stück näher. Kürzlich hat das Vergleichsportal, über das wir die Reise gebucht haben, auch die Hinweise aktualisiert und diese klingen nun deutlich optimistischer als noch vor ein paar Tagen. Die Reisewarnung der Bundesregierung für Sri Lanka endet am 14. Juni. Der Veranstalter geht zur Zeit davon aus, dass unsere Reise stattfinden kann, natürlich vorausgesetzt, dass das Auswärtige Amt die Warnung nicht verlängert. Ich denke, ich werde so langsam einige der Besorgungen angehen, die für den Urlaub anstehen – es kann ja nicht schaden, den Bikini und die Reise-Yogamatte schon mal im Schrank zu haben. Mit allem weiteren wie Reiseapotheke, Strandausrüstung, Adapter und so weiter werde ich hingegen noch warten und diese Punkte erst nach dem 14. Juni anvisieren. Dasselbe gilt für unsere Auslandskrankenversicherung und die Visa, die ich ja ohnehin erst mit gültigen Reisepässen beantragen kann. Ich will nur vermeiden, dann alles auf einmal erledigen zu müssen und irgendetwas wichtiges zu vergessen, also halte ich es für sinnvoll, das zumindest ein bisschen aufzuteilen: Prä-14.Juni und Post-14.Juni. Drückt die Daumen, dass nicht doch noch irgendwas dazwischen kommt und Sri Lanka beispielsweise entscheidet, dieses Jahr gar keine Tourist_innen mehr ins Land zu lassen.
Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich dementsprechend wesentlich hoffnungsvoller als noch letzte Woche.

Welches Buch, in dem Geschwister eine zentrale Rolle spielen, kennt ihr eigentlich?

Ich bin ein bisschen verblüfft angesichts dieser Frage. Ich denke, dass Geschwister sehr oft in den Büchern auftauchen, die ich lese. Keine Ahnung, wieso das bei Antonias Lektüreauswahl merkwürdigerweise anders ist. 😀 Ich habe in meinem Leben bereits unzählige Bücher gelesen, in denen Geschwister eine prominente Rolle einnehmen. Angefangen bei Märchen wie „Hänsel und Gretel“, über „Harry Potter“ bis hin zu „A Song of Ice and Fire“. Die Parade bedeutender Verwandter ist endlos. Deshalb habe ich mich entschieden, heute nur die Bücher mit Geschwistern aufzuzählen, die ich dieses Jahr gelesen habe:

„What’s Left of Me“ (Hybrid Chronicles #1) von Kat Zhang
„Deadhouse Gates“ (Malazan Book of the Fallen #2) von Steven Erikson
„Der Krieg der Zwerge“ (Die Zwerge #2) von Markus Heitz
„The Hate U Give“ von Angie Thomas
„Splitter“ von Sebastian Fitzek
„Die Arena“ von Stephen King
„Narcissus in Chains“ (Anita Blake #10) von Laurell K. Hamilton
„Strange the Dreamer“ (Strange the Dreamer #1) von Laini Taylor
„Muse of Nightmares“ (Strange the Dreamer #2) von Laini Taylor
„Memories of Ice“ (Malazan Book of the Fallen #3) von Steven Erikson
„House of Chains“ (Malazan Book of the Fallen #4) von Steven Erikson
„No Parking at the End Times“ von Brian Bliss

In 2020 habe ich bisher 31 Bücher gelesen, in 12 davon tauchten Geschwister auf und waren mehr oder wenig entscheidend für die Handlung. Das entspricht knapp 40%. Ich gebe zu, ein paar bewegen sich allerdings in einer Grauzone.
In „What’s Left of Me“ werden die beiden Seelen Eva und Addie in denselben Körper geboren. Sie verstehen sich als Schwestern, aber sie sind nicht im herkömmlichen Sinne verwandt.
„Die Arena“ spielt in der Kleinstadt Chester’s Mill. Dort treffen wir viele verschiedene Charaktere unter haarsträubenden Umständen (eben typisch King) und einige sind Geschwister, aber das spielt für die Geschichte tatsächlich keine große Rolle, weil King jede auftretende Figur als Individuum behandelt und sie niemals über ihre Verwandtschaftsverhältnisse definiert.
„Narcissus in Chains“ ist vielleicht sogar ein kleines bisschen geschummelt. Es gibt in diesem Band eine Szene, in der Anita in ihrer Rolle als Königin der Werleoparden einen ihrer Leoparden dazu bringen muss, sich zu verwandeln, damit seine potenziell tödlichen Wunden heilen können. Sie hat keine Ahnung, wie sie das anstellen soll. Um die Verwandlung zu begünstigen, lässt sie seinen Bruder anrücken, einen Werwolf, weil sie hofft, dass dessen Vertrautheit dazu beiträgt, dass ihr Schäfchen (Darf man in diesem Kontext von Schäfchen sprechen?) die Gestalt wechselt. Der Bruder nimmt nur eine winzige Rolle ein, aber er ist da und wird zumindest bei seinem Namen genannt.
Ich möchte unbedingt vermeiden, bei „Strange the Dreamer“ und „Muse of Nightmares“ zu spoilern, daher kann ich nicht allzu viel verraten, doch ich muss eingestehen, dass wir es hier maximal mit Halbgeschwistern zu tun haben. Für mich ist das allerdings nicht wichtig, denn die entsprechenden Figuren wachsen als vollwertige Geschwister miteinander auf und empfinden im Großen und Ganzen auch so.

Beim Rest handelt es sich um einwandfreie Geschwisterbeziehungen, die die Handlung definitiv beeinflussen. Tatsächlich stehen sich die Geschwister meist sogar sehr nah und teilen eine einzigartige Verbindung. Ihr seht, für mich ist es überhaupt nicht schwer, Bücher zu finden, in denen Geschwister auftreten. Offenbar ist meine Lektüreauswahl deutlich Geschwister-freundlicher als Antonias. 😉

Fallen euch spontan Bücher mit Geschwistern ein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen optimistischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Neu ist immer besser?

Hallo ihr Lieben! 🙂

So langsam läuft das öffentliche Leben in Berlin wieder an. Geschäfte sind offen, man kann wieder auswärts essen, Kulturstätten besuchen und die Fußball-Bundesliga durfte den Betrieb fortsetzen. Ab 25. Mai dürfen sogar wieder touristische Übernachtungen angeboten werden. Was bei uns allerdings immer noch nicht normal geöffnet hat, sind die Bürgerämter. Bisher ist es nicht möglich, online einen Termin zu buchen; auf der Website steht weiterhin, dass ausschließlich Notfallkunden nach vorheriger telefonischer Abstimmung abgefertigt werden. Das beunruhigt mich sehr, denn obwohl unser Traumurlaub im September noch in den Sternen steht, würde ich mich gern vorsorglich um meinen Reisepass kümmern. Wird die Reise abgesagt, ist das eine Sache, aber wenn sie stattfindet, wir sie jedoch nicht antreten können, weil die Bürgerämter nicht oder zu spät geöffnet haben, um den Pass zu beantragen und wir uns deshalb kein Visum ausstellen lassen können, wäre das für mich katastrophal. Ein Visum für Sri Lanka kann man auch vor Ort erwerben, doch das funktioniert nur mit einem vollwertigen Reisepass, ein vorläufiger reicht nicht aus. Die Uhr tickt. Wir sollen in 125 Tagen fliegen. Ich beobachte all die Öffnungen in meiner Stadt und frage mich, wann die Bürgerämter endlich nachziehen. Das macht mir Sorgen. Mehr als die Möglichkeit, mich anzustecken. Welche Themen beschäftigen euch jetzt, da bundesweit Lockerungen durchgesetzt werden?
Um mich ein bisschen von diesen negativen Gedanken abzulenken, kommt mir die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise gerade recht.

Welche Neuerscheinung des Jahres hat dich bisher richtig umgehauen?

Tja, schade. Mit dieser Frage klappt das Ablenken nicht wirklich, denn ich habe in diesem Jahr noch keine einzige Neuerscheinung gelesen. Bisher habe ich in 2020 vergleichsweise wenig Bücher gekauft. Es war keines dabei, das gerade erst veröffentlicht wurde und das ich sofort lesen wollte. Ich glaube, das einzige Buch, das ich erworben habe und überhaupt dieses Jahr erschienen ist, war der erste Teil von „Das Reich der Grasländer“ von Tad Williams. Da es sich dabei allerdings lediglich um den ersten Part des zweiten Bandes von „Der Letzte König von Osten Ard“ handelt, habe ich beschlossen, mit der Lektüre zu warten. Durch die Teilung für den deutschen Markt vergeht zwischen der Veröffentlichung der einzelnen Bände recht viel Zeit und ich möchte vermeiden, alles wieder zu vergessen. Vermutlich werde ich sogar warten, bis die Trilogie komplett auf Deutsch erschienen ist. Die beiden Teile des ersten Bandes „Die Hexenholzkrone“ habe ich zwar schon gelesen, werde sie dann aber wahrscheinlich noch einmal lesen. Deshalb steht „Das Reich der Grasländer“, Part 1 noch eingeschweißt in meinem Regal.

Neuerscheinungen sind mir nur in Ausnahmefällen wichtig. Es geschieht selten, dass ich ein frisch veröffentlichtes Buch sofort lesen möchte, selbst wenn ich es vorbestellt habe, was ich durchaus hin und wieder tue. Das mache ich jedoch nicht, um die Lektüre noch am Veröffentlichungstag beginnen zu können, sondern um den Autor oder die Autorin zu unterstützen. Sogar diese Werke wandern in der Regel erst einmal auf den SuB. Normalerweise kaufe ich Bücher aber ohnehin gebraucht und bin deshalb daran gewöhnt, geduldig darauf zu warten, dass Neuerscheinungen verfügbar und für einen akzeptablen Preis zu haben sind. Bis das der Fall ist, sind es meist längst keine Neuerscheinungen mehr.

Hat euch eine Neuerscheinung aus 2020 begeistert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen grandiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: In der Kürze liegt die Würze?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Oh man. Dieses Conan-Projekt. Seien wir ehrlich, das wird keine Aktionswoche. Eher sowas wie ein Aktionsmonat. Ich schreibe und schreibe, sehe, wie sich immer mehr Seiten anhäufen und weiß wirklich noch nicht, wie ich diese Länge in irgendetwas umwandeln soll, dass sich tatsächlich auf einem Blog umsetzen lässt. Aber darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist. Erst mal müssen die Texte fertig werden. Ich glaube, es handelt sich wirklich um das umfangreichste Projekt, das ich je für den wortmagieblog auf die Beine gestellt habe. Ich verspreche euch, wenn es irgendwann (momentan ist nicht absehbar, wann) online geht, wisst ihr alles über Robert E. Howard und Conan den Cimmerier, was es zu wissen gibt. Witzig, dass sich die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ausgerechnet um Kurzgeschichten dreht.

Wie steht ihr zu Kurzgeschichten?

Aktuell habe ich mit Kurzgeschichten ein extrem enges Verhältnis. Hätte mein Hirn einen Schoß, hätten sich Kurzgeschichten darauf richtig schön eingekuschelt und häuslich eingerichtet. Das liegt natürlich daran, dass Robert E. Howard beinahe ausschließlich für seine Kurzgeschichten bekannt ist und sie einen großen Anteil seines literarischen Vermächtnisses darstellen. Er war auch ein talentierter Lyriker und versuchte sich in seiner kurzen, intensiven Karriere hin und wieder an einem Roman, aber (finanziellen) Erfolg hatte er im Grunde nur mit seinen Kurzgeschichten. Ich bin gern bereit, zuzugeben, dass ich erst seinetwegen wirklich mit dieser Gattung warm geworden bin.

Eigentlich passen Kurzgeschichten nicht in meinen Lesealltag. Dachte ich zumindest immer. Ich kann das nicht einmal richtig erklären, ich hatte einfach das Gefühl, dass sie nichts Halbes und nichts Ganzes sind. Viel zu kurz für meinen Geschmack. Ich habe lange Geschichten immer bevorzugt, weil ich gern mehr Zeit mit Figuren und in Welten verbringe und den Eindruck hatte, dass Kurzgeschichten eher Momentaufnahmen sind. Sicher hat das auch bei mir mit meinen Erfahrungen in meiner Schulzeit zu tun, denn die Kurzgeschichten, die wir damals gelesen haben, waren meist wie Fenster in eine bestimmte Situation. Dass es so nicht sein muss, hat mir erst Robert E. Howard beigebracht. Er lehrte mich, dass auch kurze Geschichten vollständige Handlungen vermitteln können und nicht zwangsläufig darauf beschränkt sein müssen, dass zwei Personen am Tisch sitzen und sich unterhalten. Howard war ein Meister darin, innerhalb weniger Seiten Action und Spannung aufzubauen, Sympathie zu erzeugen und exakt die Geschichte zu erzählen, die ihm vorschwebte. Zu seiner Zeit war er der König der Kurzgeschichte.

Seinetwegen hat sich mein Respekt für diese Gattung unermesslich gesteigert. Ich glaube mittlerweile, dass sie die schwierigste Disziplin ist, die es in der Literatur gibt. Sie erfordern technisch sehr viel mehr Aufwand als ein hunderte Seiten langer Roman. Jedes Wort, jeder Satz, jede Szene muss sitzen. Autor_innen von Kurzgeschichten können es sich nicht erlauben, herumzuschwafeln, sie müssen ihre Handlung erbarmungslos vorantreiben, um in ihrem engen Rahmen ihr Ziel zu erreichen und auszudrücken, was sie sagen wollen. Das heißt, sie müssen genau überlegen, was sie wie inszenieren, wer was sagt und sich wie verhält. Füllmaterial ist einfach nicht drin. Eine gute Kurzgeschichte ist meiner Meinung nach präzise und zielorientiert. Auf irgendeiner Ebene war mir das bereits vor meiner Auseinandersetzung mit Robert E. Howard bewusst, aber er war derjenige, der mir zeigte, wie gut das Konzept der Kurzgeschichte funktionieren kann.

Ich denke, dass ich der Gattung der Kurzgeschichte in Zukunft eher einen Platz in meinem Lesealltag einräume. Das wird nicht heißen, dass ich demnächst losziehe und mir eine Anthologie nach der nächsten besorge, doch ich glaube, dass ich eher bereit bin, Kurzgeschichten von Autor_innen zu lesen, die mich interessieren. Ich kann mir nicht vorstellen, Kurzgeschichten als Einzelwerke in meine Lektüreauswahl zu integrieren; ich kann mir jetzt allerdings durchaus vorstellen, eine Sammlung von einem bestimmten Autor oder einer bestimmten Autorin in meine Bibliothek aufzunehmen. Ich habe die Conan-Geschichten ja auch nicht einzeln gelesen, sondern am Stück, indem ich sie einfach wie Kapitel behandelt habe. Diese Taktik hat für mich definitiv Potential und ich bin dankbar, dass Robert E. Howard meinen literarischen Horizont erweiterte.

Lest ihr Kurzgeschichten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen angenehmen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Die Katze im Sack verschenken?

Hallo ihr Lieben! 🙂

So, nun ist mein Urlaub fast vorbei. Am Mittwoch muss ich wieder arbeiten gehen. Es war (und ist) wirklich schön, einfach nur zu Hause zu sein und nirgendwohin zu müssen. Leider bin ich mit meinem Conan/Howard-Projekt allerdings nicht so zügig vorangekommen, wie ich gehofft hatte. Ich bin erst beim dritten Kapitel. Geplant sind fünf. Allein die Biografie von Robert E. Howard hat mich sehr viel Zeit gekostet. Das heißt, vermutlich werdet ihr noch ein bisschen auf Beiträge außer der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, die ich selbstverständlich auch heute beantworte, verzichten müssen. Ich möchte das Conan-Projekt wirklich erst fertigstellen, bevor ich wieder anfange, Rezensionen zu schreiben. Es ist einfach sinnlos, jetzt zu unterbrechen, so gut im Thema bin ich vermutlich nie wieder. Wir werden also sehen, was die nächsten Wochen bringen. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden. 🙂

Verschenkt ihr Bücher auch, wenn ihr sie selbst nicht gelesen habt?

Ich verschenke selten Bücher. So gern ich das ändern würde, es liegt einfach daran, dass es sehr sehr wenige Menschen in meinem Umfeld gibt, die wirklich gern und regelmäßig lesen. Die einzigen, deren Leseverhalten meinem ähnlich ist, sind meine Eltern. Bei allen anderen empfinde ich es als völlig unberechenbar, wann sie zu einem Buch greifen. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass nicht alle Menschen immer eine aktuelle Lektüre haben und es offenbar viele gibt, die ein Buch lesen – und danach eine Pause machen. Als mir das aufging, war ich erst einmal perplex. Ich verstehe das noch immer nicht. In meiner Welt ist es unvorstellbar, nicht sofort das nächste Buch anzufangen. Aber gut, Menschen sind unterschiedlich und vielfältig, ich akzeptiere das. Ich verstehe es nicht, aber ich akzeptiere es. Jedenfalls ist es für mich deshalb sehr schwierig, einzuschätzen, wer sich überhaupt über ein Buch freuen würde. Ich fühle mich aufdringlich, wenn ich über ein unangefordertes Buchgeschenk nachdenke, weil mir durchaus bewusst ist, dass meine Leidenschaft für Bücher und das Lesen in meinem Freundeskreis als geekiger Tick belächelt wird. Ziehe ich in Betracht, ein Buch zu verschenken, fühlt es sich an, als würde ich versuchen, jemandem meine Begeisterung aufzudrängen, denn wenn man ein Buch geschenkt bekommt, ist daran ja die Erwartung geknüpft, dass es auch gelesen wird. Diese Situation möchte ich vermeiden. Ich möchte, dass sich der Empfänger oder die Empfängerin über das Geschenk freut und sich nicht unter Druck gesetzt fühlt. Ich möchte auch nicht enttäuscht sein, weil das Buch ungelesen im Regal vergammelt. Um zu verhindern, dass es soweit kommt, sehe ich normalerweise von Buchgeschenken ab.

Zusätzlich ist es nicht gerade einfach, ein Buch zu verschenken, wenn der/die Empfänger_in selbst nicht so genau weiß, was er oder sie eigentlich gern liest. Innerhalb eines Gesprächs kann ich meinen Freunden eigentlich immer eine Empfehlung aussprechen, aber dazu müssen wir uns ihrem aktuellen literarischen Appetit langsam und stückweise nähern und eingrenzen, was gerade in Frage kommt. Sie sind da anders als ich – ich weiß immer, worauf ich gerade Lust habe und was ich ganz generell bevorzuge. Mit High Fantasy kann man bei mir zum Beispiel nicht viel falsch machen, niemals. Diesen Punkt der Selbsterkenntnis erreichte ich aber nur, weil ich viel lese, mich mit Genreeinordnungen auskenne und über die Jahre Autor_innen entdeckt habe, mit denen ich auf einer Wellenlänge schwinge. Wer weniger liest, hat diesen Vorteil nicht. Ich habe eine Freundin, die alles inhaliert, was Sebastian Fitzek schreibt, darüber hinaus aber lediglich ausdrücken kann, dass sie „Familiensagas“ mag. Das ist ziemlich ungenau und für mich zu wenig, um ihr selbstständig ein Buch zu schenken. Ich habe es einmal versucht und für sie im Auftrag des Freundeskreises zwei Bücher ausgewählt, die ich schon gelesen hatte. Eines war ein Volltreffer, zu dem anderen habe ich nie eine Rückmeldung bekommen. Ich nehme an, dass sie es entweder bis heute nicht gelesen hat oder es ganz schrecklich fand, obwohl ich das Buch kannte und deshalb sicher war, ihren Geschmack zu treffen. Wir unterhalten uns im Freundeskreis viel zu wenig über Bücher, als dass ich eine konkrete Vorstellung der jeweiligen Vorlieben entwickeln könnte.

Aus diesen Gründen würde ich ein Buch, das ich selbst nicht gelesen habe, nur dann verschenken, wenn sich die Person ausdrücklich dieses Buch gewünscht hat. Es ist ja schon schwer genug, überhaupt eine Ahnung herauszubilden, was Menschen, die deutlich weniger lesen als ich, bevorzugen. Würde ich Bücher verschenken, die ich selbst nicht kenne, ohne dass ein entsprechender Wunsch ausgesprochen wurde, wäre das Risiko, völlig daneben zu liegen, sehr groß. Das will doch niemand.
Meiner Mutter schenke ich einmal im Jahr zu ihrem Geburtstag Bücher. Das sind aber grundsätzlich Bücher, die ich bereits auf Englisch gelesen habe. Ich schenke ihr deutsche Ausgaben der Werke, bei denen ich absolut sicher bin oder zumindest den starken Verdacht habe, dass sie ihr gefallen werden. Das hat mittlerweile beinahe Tradition, die aber nur deshalb funktioniert, weil ich sehr genau weiß, was sie mag.

Verschenkt ihr Bücher, die ihr selbst nicht kennt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabelhaften Start in die neue Woche! Oh und: May the Force be with you. 😉
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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