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Schlagwort-Archive: Mai 2014

26. 05. 2014 – Montagsfrage: Original vs. Übersetzung

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Es ist Montag, das heißt, es ist wieder einmal Zeit für die Montagsfrage von Libromanie. Diese Woche geht es um folgende Frage:

Gibt es AutorInnen, die du lieber im Original liest?

Für mich ist diese Frage nicht schwer zu beantworten, denn prinzipiell lese ich alle Bücher lieber im Original. Ähnlich wie bei Nina beschränkt sich das auf englische Bücher, denn mein Französisch ist massiv eingerostet und mein Spanisch… nun ja, ich würde wohl nicht verhungern, würde man mich mitten in der spanischen Pampa aussetzen, aber da hört es dann auch schon auf. Ich muss aber hinzufügen, dass ich kaum Werke von französischen und/oder spanischen AutorInnen lese. Ich bin mir nicht sicher, wieso das so ist, aber irgendwie begegnen mir nur sehr selten Bücher, die nicht von deutschen, britischen oder amerikanischen AutorInnen stammen. Das überrascht mich selbst; es scheint etwas mit dem Algorithmus von Seiten wie amazon oder Goodreads zu tun haben. Von diesen Websites beziehe ich den Großteil meiner personalisierten Empfehlungen, die ja auf den Büchern basieren, die ich bereits besitze, gelesen oder auf meine Wunschliste gesetzt habe. Da diese auch Großteils aus Deutschland, Großbritannien und Amerika kommen, werden mir vermutlich nur sehr wenige Bücher aus anderen Ländern vorgeschlagen. Verrückt, oder?
Back to topic. Ich habe mehrere Gründe, warum ich lieber Originale lese, soweit es englischsprachige AutorInnen betrifft:

  1. Die Schönheit der Sprache bleibt erhalten. Viele englische Witze, Metaphern, Vergleiche u.ä. gehen durch die Übersetzung verloren.
  2. Es gibt keine Irritation durch einen sinnlosen, falsch übersetzten Titel, von Eigenerfindungen des Verlags ganz zu schweigen (s. Rachel – Morgan – Reihe von Kim Harrison).
  3. Ich bin nicht auf Gedeih und Verderb der deutschen Verlagspolitik ausgeliefert. Dieser Punkt betrifft vor allem Reihen. Deutsche Verlage schauen bei der Veröffentlichung einer Reihe nur auf den Profit, das heißt, sie splitten gern mal ganze Bände auf, sie stellen Reihen manchmal mittendrin ganz ein und weigern sich, weitere Bände zu übersetzen. Die Wartezeit zwischen zwei Bänden beträgt oft Monate, manchmal sogar Jahre, obwohl sie auf dem britischen/amerikanischen Markt schon längst erschienen sind. Das ärgert mich maßlos; ich möchte unabhängig von diesen Machenschaften sein.
  4. Es gibt in Amerika und Großbritannien keine Buchpreisbindung, dadurch sind Bücher aus diesen Ländern oft wesentlich günstiger als deutsche Ausgaben. Es kann zwar manchmal ein paar Monate dauern, bis diese Ausgaben veröffentlicht werden, aber man kann sich in der Regel sicher sein, dass irgendein britischer oder amerikanischer Verlag versuchen wird, einen finanziellen Vorteil durch günstige Ausgaben zu erringen. Wer sich für das Thema Buchpreisbindung und deren Zweckmäßigkeit interessiert, sollte das Thema übrigens mal googlen. An dieser Regelung gibt es nämlich eine Menge negativer Aspekte.
  5. Die Auswahl bezüglich der Ausgaben ist größer. Dieser Punkt ergibt sich natürlich aus Punkt 4, ich halte es aber für einen tollen Vorteil. Ich suche mir gern aus, welche Ausgabe ich in mein Regal stelle und nehme natürlich immer die, die ich persönlich am schönsten finde.
  6. Der zeitliche Vorsprung des amerikanischen und britischen Markts ist enorm. Das Thema habe ich in Punkt 3 bereits angeschnitten, aber ich möchte es trotzdem noch mal gesondert besprechen, da es eben nicht nur Reihen betrifft. Mir ist bis heute nicht klar, warum wir in Deutschland so unglaublich weit hinterher hinken; warum die Zusammenarbeit zwischen britischen/amerikanischen und deutschen Verlagen nicht besser ist, obwohl das sicherlich möglich wäre. Ich gehe davon aus, dass auch das mit der Buchpreisbindung zusammenhängt; deutsche Verlage können es sich leisten, ihre KundInnen warten zu lassen, was natürlich nicht sehr kundenfreundlich ist.
  7. Englische Ausgaben zu lesen fördert meine Fähigkeiten in der englischen Sprache. Es erweitert meinen Wortschatz und mein Verständnis für die Grammatik. Mein Englisch ist während des Studiums sehr fachspezifisch geworden; ich benutze oft Formulierungen, die man im Alltag und umgangssprachlich niemals verwenden würde. Mir ist wichtig, beides gut zu beherrschen, sowohl Fachsprache als auch Umgangssprache und dabei helfen mir englische Bücher.

Wenn ich jetzt noch länger überlegen würde, würden mir sicher noch mehr Argumente einfallen, aber ich belasse es erst mal bei diesen sieben. Kurz gesagt lese ich also alle muttersprachlich-englischen AutorInnen lieber im Original.
Es gibt allerdings eine Einschränkung. Obwohl ich in den meisten Fällen auf englische Originale umgestiegen bin, gibt es bestimmte Bücher, die ich immer noch auf Deutsch lese. Das hängt damit zusammen, dass ich eine gute Tochter sein möchte. 😀 Meine Ma tut sich ein bisschen schwer mit englischen Originalen. Ich versuche schon seit einer Weile, sie dazu zu überreden, sich mehr zuzutrauen und es einfach zu versuchen, aber bisher habe ich nur kleine Fortschritte gemacht. Ich fände es dementsprechend sehr unfair, bei bereits begonnenen Reihen, die wir beide lesen möchten, einfach zu den englischen Versionen zu wechseln. Ein gutes Beispiel ist die Anita – Blake – Reihe von Laurell K. Hamilton. Ich würde so gern umsteigen, aber ich verzichte für meine Mutter darauf. Noch zumindest. 😉

 

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24. 05. 2014 – Lesen: eine Gefahr für die Psyche?

Ihr kennt sicher alle die hübschen Warnungen auf Zigarettenschachteln, die auf die Gefahren des Rauchens hinweisen sollen. „Rauchen kann tödlich sein“, „Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung THX to slog.thestranger.comerheblichen Schaden zu“ und ähnliches, über deren Zweck man sich sicher streiten kann.
Geht es nach den StudentInnen der University of California in Santa Barbara, sollen nun auch Bücher solche Warnhinweise auf dem Cover tragen, sogenannte „Trigger Warnings“ (zu Deutsch etwa: „Auslöse Warnungen“). Die Studentenschaft verlangt dies, weil Bücher, die sensible, grenzwertige Themen wie Selbstmord, Gewalt, Rassismus oder Vergewaltigung ansprechen, möglicherweise Erinnerungen an vergangene Traumata wecken könnten und somit eine Gefahr für die psychische Gesundheit der StudentInnen darstellten. Sollte dieser Forderung nachgegeben werden, könnten die StudentInnen in Zukunft anhand der Warnungen selbst entscheiden, ob sie die im Seminar besprochene Lektüre lesen möchten oder nicht (gleiches gilt übrigens auch für Filme). Dies würde natürlich vor allem stark gesellschaftskritische Klassiker betreffen wie „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald.
Die Lehrkörperschaft steht dieser Forderung der StudentInnen eher ablehnend gegenüber; einerseits, weil eine allgemeine Regelung für alle StudentInnen in die falsche Richtung gehe, andererseits, weil schwierige, provokante Themen zum Studium dazu gehörten und es wichtig sei, darüber zu diskutieren.

Ich bin hinsichtlich dieser Thematik zwiegespalten. Persönlich brauche ich keine Warnhinweise auf Büchern, denn aus meiner Vergangenheit gibt es keine Traumata, an die ich durch eine Lektüre erinnert werden könnte. Doch ich möchte nicht unsensibel sein und schließe deshalb nicht von mir auf andere. Ich bin überzeugt, es gibt dort draußen LeserInnen, die fürchterliche Erinnerungen mit sich herumtragen, welche beim Lesen an die Oberfläche treten könnten. Das Erinnern sollte ihnen meines Erachtens nach definitiv erspart bleiben, doch ich bin mir nicht sicher, ob „Trigger Warnings“ wirklich der richtige Weg sind. Wie so oft ist die Frage der Grenzziehung meine größte Sorge. Wo beginnt potentiell verstörende Literatur und wo hört sie auf? Ist Kurt Vonneguts „Slaughterhouse 5“ ein Kandidat für einen Warnhinweis, weil es den Zweiten Weltkrieg und das Bombardement Dresdens thematisiert? Wie ist es mit „The Help“ von Kathryn Stockett, das vom subtilen Alltags-Rassismus in den Südstaaten der 60er Jahre handelt?
Wohin führen uns „Trigger Warnings“? Ist das nicht irgendwie eine Vorstufe der Zensur? Bieten sie StudentInnen nicht eine Ausrede, um sich nicht mit unbequemen Themen auseinander setzen zu müssen, die vielleicht auch gar nichts mit ihren Traumata zu tun haben? Die Welt ist grausam, ungerecht und gewalttätig; es ist das Vorrecht der Kunst, in diesem Fall der Literatur, sie kritisch abzubilden. Wir brauchen Menschen, die uns den Spiegel vorhalten und uns auf die Dinge aufmerksam machen, die falsch laufen. Wir müssen uns mit den Fehlern unserer Gesellschaft beschäftigen, um die Welt zu einem besseren Ort machen zu können.
Außerdem befürchte ich, dass die „Trigger Warnings“ missbraucht werden könnten. Wenn es an der University of California Sitte ist, ein Buch nicht lesen zu müssen, wenn der Inhalt für die Psyche der StudentInnen gefährlich sein könnte, wie soll kontrolliert werden, dass StudentInnen nicht einfach behaupten, sich von diesem Buch gefährdet zu fühlen? Ich bin selbst Studentin, ich weiß, dass die Ausreden, warum man eine Lektüre nicht lesen konnte oder wollte, sehr kreative Ausmaße annehmen können. Niemand kann nachweisen, dass tatsächlich ein Trauma vorliegt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die TeilnehmerInnen eines Seminars verpflichtet wären, dieses psychologisch bestätigen zu lassen; dazu kann man einfach niemanden zwingen, das geht meines Erachtens zu tief in die Persönlichkeitsrechte hinein.

Ich denke, dass der Schutz psychisch traumatisierter StudentInnen der University of California ein wichtiges und richtiges Anliegen ist, das ich auch unterstützen kann. Doch es muss einen besseren Weg geben, als Bücher pauschal als potentiell gefährlich abzustempeln. Denn so weit waren wir schon einmal.

Wie seht ihr das? Findet ihr, dass „Trigger Warnings“ eingesetzt werden sollten?
Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare. 🙂

Quelle: „Trigger Warnings“ auf Büchern: Lesen auf eigene Gefahr – taz.de.

 

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21. 05. 2014 – Das Buch zum Skandal

Der große Verräter sitzt in Moskau, doch die Welt dreht sich weiter.
Heute las ich wieder einmal einen Artikel in der taz über ein neues Buch, das zum Thema Edward Snowden und NSA – Skandal erschienen ist. Dieses spezielle wurde vom Journalisten Glenn Greenwald verfasst, der beim Guardian angestellt ist und von Beginn an mit Snowden zusammen arbeitete. Es heißt „Die globale Überwachung“. Macht sich gut neben „Edward Snowden. Geschichte einer Weltaffäre“ von Luke Harding, der ebenfalls über den Guardian in Kontakt mit Snowden kam. Und neben „Der NSA – Komplex“ von Marcel Rosenbach und Holger Stark. Ach und natürlich neben „ÜBERWACHT: Warum die NSA – Aktivitäten nur die Spitze des Eisbergs sind und was Sie als Bürger, Konsument und Arbeitnehmer jetzt wissen müssen“ von Markus Stolpmann.
Vielleicht erkennt ihr bereits, worauf ich hinaus will. Ich würde gern eins dieser Bücher lesen. Aber ich weiß einfach nicht, welches, denn es sind zu viele. Ich sehe nicht ein, alle zu kaufen, denn man kann wohl davon ausgehen, dass sich die Informationen ab einem gewissen Punkt überschneiden werden. Außerdem bin ich so ehrlich, zuzugeben, dass ich es einfach nicht fertig bringe, vier Bücher (und mehr) zu einem einzigen Thema zu lesen.

Ich möchte eigentlich nur wissen, was in den Dokumenten steht, die Edward Snowden illegal kopierte und an die Presse weitergab. Ich muss nicht wissen, dass er sich während einer Passwort – Eingabe eine Decke über den Kopf zieht, weil er Angst hat, Kameras an der Decke des Hotelzimmers könnten sein Passwort ausspähen, wie es Glenn Greenwald beschreibt. Ich muss auch nicht wissen, dass er auf Kung Fu, Mangas und die Waffe Walther P-22 steht, worüber Luke Harding seine LeserInnen informiert. Ich wünsche mir ein Buch, das ohne großes Drumherum die Essenz dieses Skandals erklärt. Doch wenn mir schon, ohne überhaupt in diese Richtung zu recherchieren, vier verschiedene Bücher vor die Füße geworden werden, habe ich schon keine Lust mehr, herauszufinden, welches meine Fragen am treffendsten beantwortet. Es ist zu viel. Reizüberflutung.

Einige mögen mir jetzt vorwerfen, dass ich zu schnell aufgebe. Ja, das stimmt. Wenn ich wirklich wollte, könnte ich herausfinden, welches das beste Buch für mich ist. Aber wisst ihr, ich glaube, ich bin mit meiner mangelnden Motivation gar nicht so allein. Für viele Menschen ist es schon schwer genug, sich überhaupt dazu zu motivieren, ihre Passwörter regelmäßig zu ändern. Dass es ihnen dann auch schwer fällt, das eine Buch auszusuchen, das ihnen den Überwachungsskandal erklärt, ohne um den heißen Brei herum zu quatschen und auch für Laien verständlich ist, kann ich absolut nachvollziehen. Ich finde, Autoren wie Glenn Greenwald stören die Botschaft, die sie eigentlich vermitteln wollen. Sie wollen aufklären, informieren und sensibilisieren, aber durch die Flut an Veröffentlichungen fühlt man sich übersättigt und verwirrt, was wirklich schade ist, denn ihre Arbeit ist durchaus wichtig. Dieser Wunsch mag naiv sein, aber ich wünschte, sie hätten sich einfach zusammengesetzt und gemeinsam EIN Buch geschrieben, das alle Fragen beantwortet. Von mir aus auch in mehreren Bänden, als Reihe.

Wie denkt ihr darüber? Habt ihr auch schon mit dem Gedanken gespielt, euch ein Buch zum Thema NSA – Skandal anzuschaffen? Wenn ja, welches?
Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare. 🙂

Buch über Edward Snowden: Der Mann, der aus dem Internet kam – taz.de.
NSA-Buch des Guardian-Journalisten: Bericht aus dem Reich des Bösen – taz.de.
Sachbuch „Der NSA-Komplex“: Goldenes Zeitalter – taz.de.

    Die globale Überwachung - Glenn Greenwald Der NSA Komplex - Marcel Rosenbach & Holger Stark     Edward Snowden: Geschichte einer Weltaffäre - Luke Harding     "Überwacht" - Markus Stolpmann

 

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20. 05. 2014 – Montagsfrage: Plus oder Minus?

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Libromanie – Bloggerin Nina hat sich für diese Woche eine Frage ausgedacht, die offenbar vielen Buch – Bloggern Kopfzerbrechen bereitet. Sie lautet: „Hand auf’s Herz: Habt ihr euren SuB seit Anfang des Jahres abbauen können oder ist er gestiegen?“

Als ich diese Frage las, musste ich tatsächlich erst mal überlegen, wofür SuB denn überhaupt steht. Es ist die Abkürzung für den „Stapel ungelesener Bücher“. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie viele der Bücher in meinem Regal noch ungelesen sind. Das hat für mich einfach nie eine Rolle gespielt, denn es war schon immer so, dass ich von Unmengen ungelesener Bücher umgeben war. Meine Eltern haben mindestens genauso viele Bücher wie ich; ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem eine Wand komplett von einem Bücherregal eingenommen wird. Ich bin daran gewöhnt, mich vor eine riesige Sammlung zu stellen, meine Augen über die Buchrücken wandern zu lassen und so zu entscheiden, welche Lektüre meine nächste sein soll.
Mein Stapel ungelesener Bücher steigt permanent. Ich sammle einfach gern und kann dem Impuls, immer wieder neue Bücher zu kaufen, nur schwer widerstehen. Wollt ihr wissen, was ich mir zu meinem Geburtstag nächsten Monat gewünscht habe? Ein neues Bücherregal. Schon jetzt erstreckt sich meine private Bibliothek fast über eine ganze Wand und sie platzt aus allen Nähten. Es wird Zeit, anzubauen, denn lieber schaffe ich ein neues Regal an, als auf den Kauf neuer Bücher zu verzichten. Zum Glück setze ich voll auf System-Bücherregale, die man beliebig erweitern kann.

Zusätzlich kann ich nicht immer etwas dafür, dass ständig neue Bücher hinzu kommen. Einerseits kauft auch meine Mutter fleißig neue Werke, die ich dann zum Teil bekomme, sobald sie sie ausgelesen hat. Das neuste Beispiel ist die „Mistborn“ – Reihe von Brandon Sanderson. Den ersten Band habe ich gekauft, kam aber noch nicht dazu, ihn zu lesen. Meine Ma bat mich vor ein paar Wochen, ihr diesen mitzubringen. Ich kam ihrer Bitte natürlich nach. Nach der Lektüre war sie so begeistert, dass sie die restlichen Bände besorgte; da die Reihe aber von mir begonnen wurde, wandern die Fortsetzungen in mein Regal und nicht in ihres.
Andererseits ist da noch immer die sehr umfangreiche Bibliothek meines Großvaters. Nach seinem Tod entschied meine Omi, dass sie einige seiner Bücher loswerden möchte. Mein Opi besaß unglaublich viele Werke „großer Autoren“. Goethe, Tucholsky, Frisch, Hemingway – ihr wisst, was ich meine. Diese Bücher sind wahre Schätze, alte DDR – Ausgaben (z.B. Verlag Volk und Welt), die teilweise schon 60 Jahre und mehr auf dem Buckel haben. Selbstredend, dass ich diese Bücher nicht verschenken oder verkaufen möchte. Also landen auch diese in meinem Regal.

Laut Goodreads umfasst mein Regal ungelesener Bücher („bought“-shelf) zur Zeit 214 Werke.
Ich habe mir angesehen, wie andere Buch-Blogger Ninas Frage beantwortet haben. Dabei stellte sich heraus, dass ich mit meinem dreistelligen SuB offenbar eine ziemliche Ausnahme bin. Diejenigen meiner kleinen Stichprobe, die die Frage konkret beantworten konnten und Zahlen genannt haben, variieren etwa zwischen zehn und 60 Büchern. Mir macht das allerdings nichts aus. Ich sehe das so: es wird sowieso immer mehr Bücher geben, als ich Lebenszeit zur Verfügung habe. Ich werde niemals alles lesen können, was ich lesen möchte. Aber ich kann mir zu meinen Lebzeiten eine Buch – Auswahl zusammen stellen, die mich davor bewahrt, jemals NICHT das Buch zur Hand zu haben, dass ich genau in diesem Moment lesen möchte. Ich liebe es, dass ich mir niemals Gedanken darüber machen muss, nicht genug Bücher im Haus zu haben. Ich liebe es, im Genre frei wechseln zu können, je nach aktueller Vorliebe. Vermutlich braucht man keine 200 Bücher in Reserve. Aber wisst ihr was? Bei Büchern gilt für mich: lieber erst mal haben als nicht haben. 😀

 

 

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13. 05. 2014 – Die Montagsfrage von Libromanie

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Die aktuelle Montagsfrage von Libromanie lautet: Autor oder Autorin? Von wem lest ihr mehr Bücher?
Ich habe mich – bewaffnet mit Zettel und Stift – vor meine Goodreads – Buchliste gesetzt und eine Strichliste angefertigt. Dabei habe ich lediglich diejenigen AutorInnen mitgezählt, die ich auch tatsächlich gelesen habe, die „To Read“ – Liste fiel also komplett weg. Das Ergebnis sieht aus wie folgt:

11949849671589982655male_symbol_dan_gerhards_01.svg.med  Männer: 123                           220px-Venus_symbol.svg   Frauen: 54

Offensichtlich sind die Männer eindeutig die Sieger, zumindest hinsichtlich der totalen AutorInnen – Anzahl. Das bedeutet nicht unbedingt, dass ich insgesamt mehr Bücher von Autoren im Regal stehen habe. Schließlich umfasst allein die Anita – Blake – Reihe von Laurell K. Hamilton bereits 13 Bände und die Chicagoland – Vampires – Serie von Chloe Neill sieben Bände, ich habe aber beide Autorinnen nur jeweils einmal dazu gerechnet.
Das Fazit, das ich aus dieser Zählung ziehen kann, ist also maximal eine Tendenz oder Neigung zu männlichen Autoren. Um ein genaues Verhältnis zu ermitteln, müsste ich erst einmal alle meine Bücher zählen, dann die Zahl der Bücher von weiblichen Autorinnen ermitteln und sie der Zahl der Bücher von männlichen Autoren gegenüber stellen. Wollte ich es ganz genau machen, würde das die Wunschliste einschließen, sowie alle Bücher, die ich mir irgendwann einmal ausgeborgt habe. Ich bin ehrlich: darauf habe ich absolut keine Lust. 😉 Laut Goodreads habe ich zur Zeit 801 Bücher in meinen virtuellen Regalen; gelesene, ungelesene, geborgte, verborgte, wieder verkaufte, verlorene, noch nicht gekaufte und so weiter und so weiter und so fort. Ich bin mir relativ sicher, dass diese Anzahl noch nicht mal vollständig ist, weil ich mich an die vielen Bücher, die ich mir von meinen Eltern geliehen oder gelesen habe, als ich noch bei ihnen wohnte, Großteils nicht mehr erinnern kann. Ihr seht, für ein absolut relevantes und aussagekräftiges Ergebnis müsste ich mir unfassbar viel Arbeit machen. Nehmt es mir nicht übel, dass ich davor ein wenig zurück schrecke und meine Zeit lieber sinnvoller nutze. Zum Beispiel zum Lesen. 😀

++ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde übertragen. Erstellungsdatum ist der 13.05.2014!++

 

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10. 05. 2014 – Gegen das Vergessen

DSCF8924Das Thema meines heutigen Eintrags ist mehr als ernst und liegt mir so sehr am Herzen, dass es wohl ein längerer Text wird, den ich hier verfassen werde. Ich war heute, begleitet von meinem Partner und meiner Hündin, auf dem Bebelplatz (vormals Opernplatz) in meiner Heimatstadt Berlin. Dort fand eine Veranstaltung der Partei Die Linke statt, die jährlich am heutigen Datum begangen wird; gegen das Vergessen, für das Erinnern.

Am 10. Mai 1933, also heute vor genau 81 Jahren verbrannten Studenten der Berliner Humboldt – Universität im Zuge der nationalsozialistischen „Aktion wider den undeutschen Geist“ auf dem Bebelplatz/Opernplatz etwa 25.000 Bücher von insgesamt 94 jüdischen, pazifistischen und/oder links eingestellten Autoren.
Kennt ihr die Szene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, in der die deutsche Archäologin Dr. Elsa Schneider einer Bücherverbrennung in Berlin beiwohnt und ihr Tränen über die Wangen laufen, obwohl sie mit den Nazis zusammen arbeitet? Für diejenigen, denen die Szene nicht geläufig ist, ich habe sie für euch verlinkt. Der Youtube-Clip ist zwar auf Englisch, doch das spielt keine Rolle, mir geht es nur um die Emotion, die Dr. Schneider vermittelt: Szene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (etwa ab Minute 01:00). Genau das, was Dr. Schneider in dem Film empfindet, fühle auch ich jedes Mal, wenn ich an dieses abscheuliche Verbrechen an der Literatur vor 81 Jahren denke.

DSCF8926Darum war es für mich selbstverständlich, dass ich an der heutigen Veranstaltung der Linken teilnehme. Sie trägt das Motto „Lesen gegen das Vergessen“ und beinhaltet Lesungen einiger öffentlicher Personen aus Texten, die entweder am gleichen Ort 1933 verbrannt wurden oder die aufgrund ihres Inhalts verbrannt worden wären. Eingerahmt wird diese Lesung von der Aktion „Ein Ort zum Lesen“; diese einfache, aber wunderschöne Kunstinstallation besteht aus 30 Stühlen (lt. Website der Aktion), die rund um eine Regalskulptur aufgestellt wurden. Sowohl auf den Stühlen als auch im Regal selbst wurden Werke platziert, die der „Liste der verbrannten Bücher“ entstammen. Dank der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Bookcrossing“ sind all diese Bücher ausdrücklich zum Verschenken gedacht; ein Stück Geschichte, das mit nach Hause genommen werden kann.
Die Lesung selbst wurde von Gesine Lötzsch geleitet und musikalisch von der Big Soul DSCF8922Band der Gustav-Heinemann-Schule untermalt. Ich empfand das ganze Event als sehr schön und dem Gedenken der Bücherverbrennungen 1933 würdig.
Als wir ankamen, war es bereits ziemlich voll (für so eine Veranstaltung, wenn zeitgleich Hertha BSC zu Hause gegen Borussia Dortmund spielt) und wir waren auch ein wenig spät dran, um 15 Uhr sollte es losgehen. Daher hatten wir nicht mehr viel Zeit, um in den Büchern der Aktion „Ein Ort zum Lesen“ zu DSCF8923schmökern und auch unsere Hoffnungen auf einen Sitzplatz verflogen recht schnell. Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns ein Plätzchen hinter den Bankreihen zu suchen und dort Aufstellung zu beziehen. Immerhin konnte ich so ein paar annehmbare Fotos für euch schießen. 🙂

Als erstes las die mittlerweile 103 – jährige (!) Autorin Elfriede Brüning. Leider habe ich gepennt, als angesagt wurde, was sie vorlesen wird und habe mir keine Notizen dazu gemacht, aber ich vermute ganz stark, dass es die Novelle „Der Frankfurter Buchbrand“ von Heinrich Eduard Jacob war, die 1933 in der Sammlung „Novellen deutscher Dichter der Gegenwart“ erschien. Jacob selbst nannte das Werk die „Goethe – Novelle“, da er darin schildert, wie der 14 – jährige Goethe eine Bücherverbrennung erlebt. Unglücklicherweise konnte ich im Netz keine Version dieser Novelle finden. Ich fand es schwer, Frau Brüning zu folgen, da ihre Stimme natürlich nicht mehr ganz so kräftig ist. Trotzdem hat mich das, was sie gelesen hat, berührt, daher ist es umso enttäuschender, dass die Novelle online nicht zu finden ist. Micha Ullman
Vor dem nächsten Beitrag holte Gesine Lötzsch den israelischen Künstler Micha Ullman auf die Bühne, der das Mahnmal zum Gedenken an die Bücherverbrennung geschaffen hat. Das Denkmal ist eine unterirdische, leere, mit einer Glasplatte bedeckte Bibliothek. Ullman sagte im Wortlaut, dass es gerade die Leere seiner Bibliothek sei, die für sich spräche und ich muss ihm da zustimmen. Von den Bronzeplatten, die den Besucher über das Mahnmal aufklären, habe ich Fotos machen können.
Als nächstes las die Sängerin Barbara ThalheimBarbara Thalheim über ihren Vater. Ich muss zugeben, dass das Zuhören für mich ein wenig befremdlich war. Ihr Vater war Kommunist und flüchtete 1933 vor dem NS-Regime erst nach Frankreich und später nach Algerien, wurde jedoch von der Gestapo festgenommen und im KZ Dachau interniert, welches er glücklicherweise überlebte. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie es sein mag, wenn die Vergangenheit des eigenen Vaters von Flucht, Gewalt und Angst geprägt war. Barbara Thalheim selbst sagte, dass sie mit ihrem Vater nie viel über die Umstände während der Nazizeit gesprochen hätte.
Während Barbara Thalheims Beitrag relativ lang war, glänzte der evangelische Theologe und ehemalige Rektor der Humboldt – Universität, Heinrich Fink, durch prägnante, eingängige Kürze. Er las aus seinem eigenen Werk „Wie die Humboldt – Universität gewendet wurde“ und erinnerte daran, dass das von Magnus Hirschfeld geleitete Heinrich FinkInstitut für Sexualwissenschaft am 06. Mai 1933 überfallen, die umfangreiche Bibliothek geplündert und zerstört, sowie der Bestand der Bibliothek später verbrannt wurde, das Institut jedoch bis heute nie wieder aufgebaut wurde.
Anschließend hieß es, Gojko Mitić würde nun lesen. Mitić, Mitić, Mitić… Den Namen kannte ich bereits. Doch woher? Ich fand es erst heraus, als ich zu Hause die verschiedenen LeserInnen recherchierte. Mitić wird auch der „Winnetou des Ostens“ genannt; er spielte in zahlreichen Gojko MiticDDR-Produktionen Vertreter der nordamerikanischen indigenen Bevölkerung. Heute las er Kurt Tucholskys „An das Publikum“ und Erich Kästners „Hymnus auf die Bankiers“. Bedenkt man, das beide Texte um 1930 herum erschienen sind, überraschen sie durch eine frappierende Aktualität. Ich kann nur empfehlen, sie beide zu lesen.
Die Schauspielerin und Sängerin Gina Pietsch wählte einen Text von Volker Braun; auch hier kann ich jetzt nicht mehr rekonstruieren, welchen sie vorlas. Das ist schade, weil mich Frau Pietsch Gina Pietsch 1durchaus beeindruckte, da sie ihren gesamten Beitrag auswendig rezitieren konnte, ohne ablesen zu müssen.
Als nächstes war ein Gruppe StudentInnen von der University of Michigan an der Reihe, die ein sehr kurzes Stück aufführten, von dem ich glaube, dass es um die Gefahren mangelnder Individualität ging. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, da die StudentInnen zum Teil erst seit Januar diesen Jahres Deutsch lernen und dementsprechend nicht so gut zu verstehen waren. Im Anschluss rezitierte ihre Dozentin gemeinsam mit einem etwas fortgeschritteneren Studenten und einer Violinistin das „Kriegslied“ von Erich Mühsam, ein wunderschönes Gedicht über die Sinnlosigkeit und Gewalt eines Krieges. Ich kannte es schon, doch es hat mir auch heute wieder einen Schauer über den Rücken gejagt.
Ernst-Georg SchwillDie Bühne wurde dann erneut an einen Schauspieler übergeben, nämlich an Ernst-Georg Schwill, der sich ebenfalls für einen Text von Kurt Tucholsky entschieden hatte: „Der Mensch“. Diesen verfasste Tucholsky jedoch unter dem Pseudonym Kaspar Hauser. Diese Wahl gefiel mir sehr gut, denn es ist ein satirisch-ironische Betrachtung der Gattung Mensch, die Schwill letztendlich auch einige Lacher einbrachte.
Es folgte der Auftritt der Schauspielerin Nadja Engel, die aus Käthe Reichels Werk „Dämmerstunde. Erzähltes aus der Kindheit“ vorlas. Ihre Lesung gefiel mir am besten, denn in dem Ausschnitt geht es um Demokratie und die Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit; er regte mich zum Nachdenken an und ich werde wohl versuchen, das Buch zu erstehen.
Nach diesem für mich beeindruckenden Auftritt folgte ein meines Erachtens nach eher schwacher: die Schauspielerin und Regisseurin Ursula Karusseit las den Epilog aus Ernst Tollers „Das Schwalbenbuch“. Dieser ist ein nette kleine Anekdote, die thematisiert, dass auch die Nazis in ihrem Kontrollwahn keine allumfassende Macht erreichen konnten. Symbolisch steht hier eine Schwalbenfamilie für den Widerstand im Dritten Reich. Mich hat dieser Text nicht sonderlich berührt, vermutlich unter anderem, weil ich mit Vögeln nicht viel anfangen kann. Zusätzlich war mir die Symbolik ein bisschen zu offensichtlich.
Nun wurde das Publikum erneut mit Kurt Tucholsky beglückt: der Student Fabian Wolf präsentierte „Aussage eines Nationalsozialisten vor Gericht“. Ich möchte zu diesem Text nicht zu viel sagen, da er sehr kurz ist und herrlich für sich selbst spricht. Bitte lest ihn einfach. 🙂
Erneut kam im Folgenden eine Sängerin zu Wort, Johanna Arndt. Sie hatte sich für drei kurze Texte entschieden, den Anfang machte Masha Kalékos Gedicht „Emigranten-Monolog“, das die Vertreibung wertvoller deutscher LiteratInnen und PoetInnen thematisiert. Als zweiten Text hatte sie Erich Kästners Zeugnis der Bücherverbrennung in Berlin ausgewählt. Als Augenzeuge erlebte Kästner hautnah mit, wie seine Werke auf dem Scheiterhaufen landeten. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sich für den großartigen Autor anfühlte, sein Schaffen in Flammen aufgehen zu sehen. Zu guter Letzt trug Frau Arndt noch ein weiteres Gedicht vor, allerdings ist mir auch hier der Titel entfallen. Ich habe mir zwar eine einprägsame Zeile notiert, doch leider reichte diese nicht aus, um das Gedicht im Netz zu finden.
Eine Rezitation ohne Ablesen finde ich immer beeindruckend. Doch der Schauspieler Jens-Uwe Bogadtke Jens Uwe Bogadtkeüberzeugte mich auch durch seine volle, alles einnehmende Stimme und den lebhaften Stil seines Vortrags. Er hätte das Mikro nicht gebraucht. Er hat mich wirklich in die zwei Gedichte von Heinrich Heine, die er präsentierte („Die Wahlesel“ und „Die Wanderratten“), mitgenommen. Heine ist nicht immer leicht zu verstehen, doch Bogadtkes Intonation vereinfachte es, ihm zu folgen.
Der folgende Auftritt war vermutlich der emotionalste von allen. Beate Klarsfeld, Journalistin und sehr aktiv in der Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen, hatte sich Auszüge aus dem „Tagebuch der Denise Bardet“ herausgesucht und las diese vor. Denise Bardet war eines von 642 Opfern des Massakers von Oradour in Oradour-sur-Glane und obwohl sie bereits vor ihrem gewaltsamen und grausamen Tod Schwierigkeiten durch die deutsche Besatzung durchlebte, empfand sie keinerlei Hass auf die Deutschen. Auf die Nazis, ja, vielleicht. Aber sie war in der Lage, zwischen Deutschen und Nazis zu unterscheiden, eine zu dieser Zeit wirklich außergewöhnliche Fähigkeit. Frau Klarsfeld konnte man die unterdrückten Tränen in ihrer Stimme anhören. Das hat mich berührt. Ich möchte Denise Bardets Tagebuch in jedem Fall haben und selbst Bekanntschaft mit dieser freundlichen jungen Frau machen.
Gregor Gysi 1Zu guter Letzt trat nun noch der vermutlich bekannteste „Promi“ auf, Linksfraktionsvorsitzender Gregor Gysi. Er las aus dem „Heeresbericht“ von Edlef Köppen, der vor 81 an genau der gleichen Stelle verbrannt worden war. Dieser ist quasi ein pazifistisches Manifest, das der Autor schrieb, um seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg zu verarbeiten. Köppen betont die Sinnlosigkeit des Krieges; dass Krieg, egal ob gewonnen oder verloren, immer mit Blut, Gewalt und Tod einhergeht.
Ich empfand diesen Auszug als gelungenen Abschluss der Lesung.

Mein Beitrag ist nun wirklich sehr lang geworden; so lang, dass ich nicht viel Hoffnung habe, dass ihn überhaupt jemand zur Gänze liest. Doch es war mir ein intensives Anliegen, von meinen heutigen Erfahrungen ausführlich zu berichten; Autoren und Werke zu verlinken und sie euch somit näher zu bringen. Vielleicht konnte ich ein paar unter euch ja auch dazu bewegen, sich ebenfalls an Aktionen wie dieser zum Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 zu beteiligen. Erinnern ist wichtig. Vergessen ist gefährlich. Und es geht so schnell. Ich finde, wir müssen lernen, einen Bezug zu den Verbrechen unserer Vergangenheit aufzubauen, um niemals wieder zuzulassen, dass solche Gräueltaten begangen werden können. Ich möchte mit einem Zitat von Peter Suhrkamp schließen, das er 1947 auf eben jenem Bebelplatz/Opernplatz formulierte:

„Die Flammen, die zuerst über den Bücherhaufen prasselten, verschlangen später im Feuersturm unsere Städte, menschliche Behausungen, die Menschen selbst. Nicht der Tag der Bücherverbrennung allein muß im Gedächtnis behalten werden, sondern diese Kette: von dem Lustfeuer an diesem Platz über die Synagogenbrände zu den Feuern vom Himmel auf die Städte.“

Book_Burning_by_MaruLovesStamps

++ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde übertragen. Erstellungsdatum ist der 10.05.2014!++

 
 

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