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Schlagwort-Archive: Magie

Leigh Bardugo – Siege and Storm

Leigh Bardugo ist die erste und einzige Autorin, die ich kenne, die offen zugibt, dass sie beinahe an ihrer Vorstellung der Schriftstellerei gescheitert wäre. Bevor sie über Nacht berühmt wurde, glaubte sie, nur Vollzeitschriftsteller_innen seien „richtige“ Schriftsteller_innen. Weil sie Rechnungen bezahlen musste und sich diesen Luxus nicht leisten konnte, fraßen sie ihre Selbstzweifel und -vorwürfe schier auf. Erst, als sie erkannte, dass sie auch neben ihrem damaligen Beruf als Maskenbildnerin schreiben konnte, fand sie eine gesunde Routine. Sie berichtet, dass sich die Selbstzweifel noch heute hin und wieder melden, sie aber Bestätigung aus dem überwältigenden Erfolg ihrer Romane schöpft. „Siege and Storm“ ist der zweite Band ihrer „Grisha Trilogy“, mit der sie die New York Times Bestsellerliste stürmte.

Nach den schrecklichen Ereignissen im Schatten-Spalt flohen Alina und Mal aus Ravka. Sie segelten über die Wahre See nach Novyi Zem, um im Westen ein neues Leben zu beginnen und zu vergessen, was sie hinter sich ließen. Doch der Dunkle überlebte – verändert, grausamer und ehrgeiziger denn je. Solange er Ravka mithilfe von Alinas Magie zu unterwerfen plant, kann sich ihr Traum einer friedlichen Zukunft niemals erfüllen. Aus der Ferne wird es Alina nicht gelingen, ihn aufzuhalten. Sie muss nach Ravka zurückkehren. Unerwartet bietet sich der berüchtigte Freibeuter Sturmhond als Verbündeter an und bringt Alina und Mal nach Hause. Sie finden Ravka tief gespalten vor. Will Alina ihr Land auf einen erneuten Angriff des Dunklen vorbereiten, muss sie sich auf ein riskantes Spiel um Macht und Einfluss einlassen, während ihr die Kontrolle ihrer verstärkten Kräfte zunehmend schwerer fällt. Gerade jetzt braucht sie Mals Unterstützung, aber er scheint ihr von Tag zu Tag mehr zu entgleiten. Wird sie sich zwischen ihrer Heimat und ihrer Liebe entscheiden müssen?

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Ein Kommentar

Verfasst von - 17. November 2020 in Fantasy, High Fantasy, Rezension, Young Adult

 

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 4 – Conan: Der texanische Barbar (Teil 3)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Heute schließen wir die theoretische Analyse der Conan-Geschichten ab. Gestern haben wir erfahren, dass Robert nach 12 Erzählungen eine Auszeit von Conan nahm und etwa sechs Monate später mit „The Devil in Iron“ wieder einstieg. Während dieses Abenteuer eher durchschnittlich ist, zeigte er mit der folgenden Geschichte „The People of the Black Circle“ abermals, dass er ein Meister der Action war…

Weird Tales Ausgabe vom September 1934, in der „The People of the Black Circle“ das Coverfeature war, illustriert von Margaret Brundage, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

„The People of the Black Circle“ war die erste Conan-Novelle und bietet eine komplexe, intelligente Handlung voller Action, Schwertkämpfe und auf Hypnose basierender Magie. Ich erinnere mich an einige epische Szenen. Conan, der zu einer Besprechung durch ein hochgelegenes Fenster erscheint, wutschnaubend und eindrucksvoll. Verfolgungsjagden zu Pferd. Eine sensationelle Belagerungsschlacht vor einem Berg. Wilde, gefährliche Magie. Robert E. Howard konzipierte „The People of the Black Circle“ sehr anschaulich und greifbar; er zeigt seinen Leser_innen, was passiert, statt sie darüber in Dialogen aufzuklären, wie er es zuvor oft tat. Dieser Unterschied ist spürbar und gestaltet die Lektüre rasant und nervenaufreibend. Die wichtigste Figur neben Conan ist Prinzessin Yasmina, die Schwester des Königs von Vendhya, der von den Hexern des Schwarzen Zirkels tödlich verflucht wurde. Yasmina schwört Rache und plant, Conan als ihr Werkzeug einzusetzen. Sie bietet ihm an, seine inhaftierten Männer freizulassen, wenn er dafür den Schwarzen Zirkel unschädlich macht. Wie zu erwarten war, ist Conan von diesem Erpressungsversuch nicht begeistert und entführt Yasmina kurzentschlossen durch das oben erwähnte Fenster (noch so eine epische Szene), um ebenfalls über ein Druckmittel zu verfügen. Die Entführung läuft allerdings nicht ganz wie angenommen, denn Yasmina ist alles andere als eine furchtsame, devote Maid. Sie gibt Conan Kontra, zankt mit ihm und als sie sich letztendlich zusammenraufen, weil sich ihre Interessen dann doch überschneiden, findet er in ihr eine kluge, unabhängige, einfallsreiche Frau, die mit allen Wassern gewaschen ist.

Zum zweiten Mal nach Bêlit versuchte Robert, eine weibliche Figur zu integrieren, deren Persönlichkeit nicht dem typischen Fräulein in Nöten entspricht. Obwohl Yasmina diese Rolle rein strukturell durchaus erfüllt, ist sie kein Opfer, sondern nimmt aktiv Einfluss auf die Handlung. Auch verfällt sie Conan nicht blindlings, wie so viele ihrer Vorgängerinnen. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, aber Yasmina behält ihren gesunden Menschenverstand und vergisst niemals ihre Verantwortung gegenüber ihrem Heimatland. Sie ist eine Weiterentwicklung von Bêlit und hätte für Conan eventuell eine wunderbare Partnerin sein können, stünden sie nicht auf gegensätzlichen politischen Seiten. Es ist möglich, dass die Begegnung mit Novalyne Price 1933 Robert zu Yasminas Entwurf inspirierte, ich halte das jedoch für eher unwahrscheinlich, weil Robert meiner Ansicht nach erst spät mit aller Konsequenz aufging, dass Novalyne eine Frau und somit mögliche Partnerin war. Mark Finn konstatiert, dass es ebenso möglich ist, dass er die Nase voll vom Figurentyp des Fräuleins in Nöten hatte, denn er mochte die melodramatischen Romanzen in Westernfilmen nie und beschwerte sich in seiner Korrespondenz offen über die Rolle weiblicher Figuren in Seabury Quinns „Jules de Grandin“ – Geschichten. Diese Erklärung erscheint mir plausibler, weil Novalyne Price erst im Herbst 1934 nach Cross Plains zog und es – soweit ich weiß – nach ihrem ersten Treffen bis dahin keinen Kontakt zwischen ihr und Robert gab. Man sollte Novalynes Einfluss nicht überschätzen; Robert hatte durchaus auch ein eigenes Interesse an starken weiblichen Charakteren.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 4 – Conan: Der texanische Barbar (Teil 2)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern wurden wir Zeug_innen von Conans Geburt und haben erfahren, dass Roberts Behauptung, der Barbar hätte seine Fantasie voll ausschattiert betreten, definitiv geflunkert war. Heute finden wir heraus, wie Conan Weird Tales eroberte, obwohl Farnsworth Wright zuerst nicht allzu begeistert von ihm war…

Antwortschreiben von Farnsworth Wright mit der Ablehnung von „The Frost-Giant’s Daughter“ und den Änderungswünschen an „The Phoenix on the Sword“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Als Robert E. Howard im Sommer 1932 seine ersten drei Conan-Geschichten an Weird Tales schickte, lehnte Herausgeber Farnsworth Wright „The Frost-Giant’s Daughter“ und „The God in the Bowl“ rundheraus ab. An „The Phoenix on the Sword“ verlangte er Änderungen, war aber grundsätzlich bereit, sie zu veröffentlichen. Nun, die Kundschaft ist König, also kam Robert Wrights Wünschen nach, statt auf seiner originalen Version zu bestehen. Das Positive an dieser Überarbeitung war, dass er nun bereits „The Hyborian Age“ konsultieren und einen Teil des darin enthaltenen Hintergrundwissens in „The Phoenix on the Sword“ aufnehmen konnte. Soweit ich es verstanden habe, integrierte er während dieser Überarbeitung auch den mittlerweile als ikonisch betrachteten Auszug aus den fiktiven „Nemedian Chronicles“ als Vorwort, in dem er seinen Leser_innen einen ersten Ausblick darauf gewährte, welchen epischen Helden sie kennenlernen würden:

„Hither came Conan, the Cimmerian, black-haired, sullen-eyed, sword in hand, a thief, a reaver, a slayer, with gigantic melancholies and gigantic mirth, to tread the jeweled thrones of the Earth under his sandaled feet.“

(„Hierher kam Conan, der Cimmerier, schwarzhaarig, mit mürrischen Augen, Schwert in der Hand, ein Dieb, ein Plünderer, ein Mörder, mit gigantischer Melancholie und gigantischer Fröhlichkeit, um die juwelenbesetzten Throne der Erde mit seinen in Sandalen gehüllte Füßen zu betreten.“)

(Howard, Robert E.: The Conan Chronicles Volume 2: The Hour of the Dragon. London: Gollancz, 2001. Seite 295)

Die Änderungen zahlten sich aus, Wright akzeptierte und veröffentlichte „The Phoenix on the Sword“ im Dezember 1932.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 4 – Conan: Der texanische Barbar (Teil 1)

Der große Tag ist gekommen. Wir haben uns endlich zum Herz dieser Beitragsreihe vorgearbeitet. Ab heute beschäftigen wir uns mit Conan, Robert E. Howards berühmtester Schöpfung. Seinetwegen lernte ich Robert E. Howard kennen. Die Kurzgeschichten um den wehrhaften, legendären Cimmerier werden heute von so vielen Autor_innen als Inspiration und Einfluss angegeben, dass ich einfach wissen wollte, wie das bitte mit meinem damaligen Bild von Arnold Schwarzenegger im Lendenschurz zusammenpasste. Ich habe gelernt, dass es überhaupt nicht zusammenpasst. Diese Erkenntnis ist der Grund, warum es diese äußerst umfangreiche Beitragsreihe gibt.

Conan der Cimmerier – oder Conan der Barbar, ein Titel, den er Weird Tales – Herausgeber Farnsworth Wright verdankt – ist eine literarische Figur, die in den beinahe 90 Jahren seit ihrer Entstehung in einem Ausmaß das Opfer popkultureller Verklärung wurde, das kaum vorstellbar und vergleichbar ist. Fragt man heute jemanden nach Conan, erinnert sich diese Person höchstwahrscheinlich an den jungen, aufstrebenden Schauspieler und Bodybuilder aus Österreich, dessen damals stark akzentuiertes Englisch dank der wenigen Dialoge im Film „Conan der Barbar“ von 1982 kein Hindernis war. Alternativ erinnert sie sich vielleicht an Comics, Cartoons und Spiele (Brettspiele, Rollenspiele, Computerspiele) oder an die Neuverfilmung von 2011 mit Jason Momoa in der berühmten Hauptrolle. Kaum jemand weiß, dass Conan ein Star der Pulp – Literatur der 1930er Jahre war und der kreative Texaner, der gerade einmal 30 Jahre alt wurde, ist als sein Schöpfer beinahe ganz in Vergessenheit geraten. Ich betrachte es als meine Aufgabe, dieser ungerechten Entwicklung entgegenzuwirken. Gerade weil Conan immensen Einfluss auf das popkulturelle Bild des Barbaren und auf zahlreiche Autor_innen hat, verdient Robert E. Howard die Anerkennung, die sich daraus ergibt. Darum habe ich dieses Projekt auf die Beine gestellt. Ehre, wem Ehre gebührt.

In diesem Kapitel zu Conan werden wir uns mit mehreren Unterpunkten auseinandersetzen. Wir werden uns einen Überblick über seine Entstehung und Veröffentlichungsgeschichte verschaffen und einige Kurzgeschichten auseinandernehmen, um zu erörtern, wie Robert E. Howard die Themen, die ihn stets beschäftigten, im Kontext dieser Fantasy-Reihe verarbeitete. Danach werde ich von meinen persönlichen Erfahrungen mit Conan im Rahmen einer Rezension zu den beiden Sammelbänden, die ich gelesen habe, berichten. Im nächsten Kapitel werden wir uns Robert E. Howards Vermächtnis ansehen, in dem Conan eine Sonderrolle einnimmt. Abschließend werde ich euch mit einer Conan-Leseanleitung hoffentlich klüger in die Welt entlassen. So sieht der weitere Fahrplan dieser langen Reise aus; ich hoffe, ihr habt Lust und seid gewappnet, tief in die Dimension des berühmtesten Barbaren der Literaturgeschichte einzutauchen.

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Montagsfrage: Wo bist du?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe gute Neuigkeiten. Es sieht so aus, als könnten wir im September tatsächlich in Urlaub fliegen! Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt für die meisten Länder außerhalb Europas zwar noch bis 31. August und bisher habe ich keine Mail mit den Worten „Ihre Reise wird stattfinden“ erhalten, aber es gibt einige Hinweise, die mich optimistisch stimmen. Erst einmal öffnet Sri Lanka seine Grenzen ab 01. August für Touristen. Die Einreisebedingungen sind etwas verschärft und verlangen unter anderem Corona-Tests kurz vor der Abreise aus Deutschland und bei Einreise in Sri Lanka, eine nachweisbare Krankenversicherung und genaue Angaben zu Reiseroute und Unterbringung, doch das sind Komplikationen, die ich gern in Kauf nehme, wenn wir dafür unseren Urlaub realisieren können. Des Weiteren ist die Corona-Situation auf der kleinen Insel gut unter Kontrolle. Beinahe alle, die sich dort infiziert hatten, sind mittlerweile wieder gesund und es wurden Maßnahmen ergriffen, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern, zum Beispiel Ausgangssperren. Zu guter Letzt wurde der fette, unübersehbare, dauerhafte Warnhinweis, den das Vergleichsportal, über das wir die Reise gebucht haben, über die Buchungsinformationen gepostet hatte und in dem stand, dass der Reiseveranstalter die Durchführung der Reise aktuell für unwahrscheinlich hält, entfernt. Kommentarlos. Jetzt steht da gar nichts mehr, was mich darauf hoffen lässt, dass der Veranstalter die Lage neubewertet hat. Das heißt, im Moment hängt es offenbar nur noch an der deutschen Regierung, doch da Sri Lanka aus wirtschaftlichen Gründen sehr daran interessiert sein dürfte, den Tourismus wieder aufzunehmen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass rechtzeitig eine Einigung erreicht wird.

Für uns bedeutet das, dass wir die Urlaubsvorbereitungen mit neuem Elan angehen. Ich hole heute meinen Reisepass ab, was oberste Priorität hatte. Morgen lasse ich meine Impfungen auffrischen. Ich habe für uns eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und bereits den ersten Bikini im Schrank, der zweite ist unterwegs. Als nächstes kümmere ich mich um meine Reise-Yogamatte und dann werde ich Stück für Stück unsere weitere Ausstattung zusammenstellen. Die Visa kann ich erst ab August beantragen, das hat also noch etwas Zeit. Ich freue mich wahnsinnig, jetzt nicht mehr untätig rumsitzen und abwarten zu müssen, wie sich die Lage entwickelt. Hach, alles wird gut. Ganz bestimmt.
Bevor ich mich nachher auf den Weg zum Bürgeramt mache, möchte ich aber noch die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworten.

Wo genau befindest du dich gerade in deiner momentanen Lektüre?

Ich befinde mich gerade auf Seite 290 von „The Queen of Blood“ (The Queens of Renthia #1) von Sarah Beth Durst, tief in den äußeren Wäldern des Landes Aratay auf dem Kontinent Renthia, in einem Dorf, das einst Greytree hieß, bis sich dort vor neun Jahren eine furchtbare Tragödie ereignete. Ich bin in Gesellschaft der Protagonistin Daleina und allen anderen aktuellen Kandidatinnen, die Erbin des Throns von Aratay werden wollen. Sie müssen in dem ehemaligen Greytree eine Prüfung erfüllen, um sich als mögliche Erbinnen zu beweisen. Eine Zeitrechnung wurde bisher nicht explizit erwähnt, ich weiß nur, dass in Jahren gezählt wird und es momentan Herbst ist.

Das sagt euch erst mal nicht viel, oder? In Ordnung, ein bisschen Kontext. „The Queen of Blood“ ist der Auftakt einer sehr femininen High Fantasy – Trilogie. Die Welt Renthia ist in mehrere Länder strukturiert, die jeweils von einer Königin regiert werden. Der Grund dafür liegt in der dominanten Besonderheit dieser Welt: die Menschen teilen sie sich mit einer Vielzahl von Naturgeistern. Nun sind diese Geister, die nach ihrem Element kategorisiert werden, jedoch keineswegs friedlich oder freundlich. Ihr Instinkt verlangt von ihnen, die Menschheit auszulöschen und die einzige Person, die das verhindern kann, ist die Königin. Sie verfügt über die Fähigkeit, die Geister zu kontrollieren. Diese Macht manifestiert sich ausschließlich in Frauen, weshalb jedes Mädchen in Renthia, das eine Affinität für Geister zeigt, ausgebildet und trainiert wird. Die Stärksten unter ihnen werden von Champions erwählt, die sie dann darauf vorbereiten, den Status einer Erbin zu erlangen, wodurch eine von ihnen eines Tages vielleicht der aktuellen Königin auf den Thron folgt, wenn diese stirbt oder ihre Macht schwindet. Im Idealfall stehen zu jeder Zeit mehrere Erbinnen zur Verfügung, denn die Wahl der neuen Königin treffen nicht die Menschen, sondern die Geister. Sie entscheiden, wem sie dienen wollen.

Daleina ist in der Reihe der Kandidatinnen ein Sonderfall, weil sich ihre Fähigkeit speziell äußert. Sie ist selten in der Lage, den Geistern einfach ihren Willen aufzuzwingen, wie es die anderen können. Sie kann die Instinkte der Geister nicht unterdrücken, sie kann sie meist nur umlenken. Deshalb glaubt sie, dass sie schwächer und nicht zur Erbin geeignet ist. Ich vermute allerdings, dass die Ausprägung ihres Talents bald äußerst wichtig wird, denn in Aratay gehen seltsame Dinge vor sich. Die Kontrolle der amtierenden Königin Fara scheint nicht lückenlos zu sein. Immer wieder geschehen Unfälle, Überfälle von Geistern, die ganze Dörfer abschlachten. Das ist bereits schlimm genug, doch ich habe den Eindruck, dass die Situation nach einem ungeheuerlichen Geheimnis stinkt. Seit einiger Zeit wirken die Todesfälle nicht mehr zufällig und ich frage mich langsam, ob Königin Fara wirklich schwächelt oder ob sie einen perfiden Plan ausheckte, um ihre Krone zu behalten.

Ich habe noch knapp 100 Seiten zu lesen und werde wohl bald lernen, was da in Aratay tatsächlich los ist. Vorausgesetzt, die Autorin verschiebt die Antworten nicht in die beiden Folgebände, die ich aber ohnehin lesen möchte. Die Lektüre gefällt mir bisher sehr gut, weil das gesamte Konzept der Naturgeister einige interessante Aspekte des Verhältnisses zwischen Mensch und Umwelt aufwirft. Im Kern scheint es mir um das Gleichgewicht zwischen Menschheit und Natur zu gehen. Renthia ist eine faszinierende Welt und Dursts Beschreibungen verzaubern mich, von ganzen Städten, die weit über dem Boden in den Bäumen gewachsen sind, bis zu den einzelnen Geistern, deren Vielfalt ebenso fantastisch wie beeindruckend ist. Ich möchte herausfinden, warum die Geister eigentlich diesen Hass auf die Menschen empfinden und wie viel über sie bekannt ist, denn bisher sind die Informationen recht karg. Mit diesem Buch habe ich genau das bekommen, was ich mir zu Beginn gewünscht habe: eine feminine Geschichte voller Magie und Heldinnenmut.

Wo befindet ihr euch in eurer aktuellen Lektüre?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen optimistischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Weihnachtswunschliste 2019?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Einmal nicht aufgepasst und schwupps, schon haben wir Dezember. Das Jahresende 2019 nähert sich mit riesigen Schritten. Wie die Zeit fliegt. Der Dezember wird ein straffer Monat für mich, denn aufgrund von Krankenstand, Urlaub und Feiertagen sind wir bedenklich unterbesetzt. Das heißt, ich muss viel arbeiten – gut für’s Konto, schlecht für den Blog. Ich bezweifle, dass ich die üblichen wöchentlichen zwei Rezensionen liefern kann. Aber irgendwie bin ich ohnehin gewillt, das Jahr 2019 einfach sang- und klanglos abzuhaken. Ich werde meine Lesechallenge von 85 Büchern voraussichtlich nicht schaffen, meine Rezensionsquote wird unterirdisch sein und überhaupt habe ich das Gefühl, so gut wie keins meiner Leseziele erreicht zu haben. Ich weiß natürlich, warum das so ist. Es war ein schlimmes Jahr, in dem ich wirklich andere Sorgen hatte. Lasst uns bitte so tun, als wäre es schon vorbei, okay?
Für die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise finde ich glücklicherweise immer etwas Zeit. Hier kommt meine heutige Antwort:

Welches Buch gehört dieses Jahr unbedingt auf die Weihnachtswunschliste?

Hab ichs doch gewusst, dass die Weihnachtsfragen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Diese spezielle Frage stellte uns Antonia schon einmal 2018, damals habe ich sie mit vier Büchern beantwortet, deren Erscheinen längst überfällig ist. Leider wurden meine Wünsche nicht erfüllt – kein einziges wurde veröffentlicht. Daraus schließe ich, dass all mein Gejammer und Geflehe keinen Effekt hat und ich es mir demzufolge sparen kann. Grmpf.

Stattdessen möchte ich euch eine Trilogie ans Herz legen, die wie keine andere in die dunkle, kalte Jahreszeit passt: „The Winternight Trilogy“ von Katherine Arden. Der Reihentitel sagt ja eigentlich schon alles aus. Winternacht.
Die drei Bände „The Bear and the Nightingale“, „The Girl in the Tower“ und „The Winter of the Witch“ erzählen die Geschichte von Vasja. Vasja wächst mit der besonderen Magie des Landes auf, das eines Tages Russland heißen wird. Es handelt sich um eine wundervolle Adaption russischer Märchen, Legenden und Folklore, mit tiefem Schnee und eisbedecktem Zauber. Das Finale ist im Januar auf Englisch erschienen und ich freue mich sehr, dass es der erste Band im Oktober auch auf den deutschen Buchmarkt geschafft hat, als „Der Bär und die Nachtigall“. Wenn ihr also nach einer Lektüre sucht, die hervorragend unter den Weihnachtsbaum passt, greift zu.

Außerdem möchte ich den Romantiker_innen unter euch das Debüt meiner Schwester im Geiste Marina aka DarkFairy empfehlen. Ihr Roman „Frei und nicht allein“ hat zwar nichts mit Weihnachten zu tun, aber gefühlsbetonte Geschichten passen ja immer in die besinnliche Zeit. Diese spielt sehr nah am Herz und eignet sich deswegen ebenfalls wunderbar als weihnachtliche Lektüre.

Welche Bücher dürfen auf eurer Weihnachtswunschliste auf keinen Fall fehlen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen besinnlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Genevieve Cogman – The Masked City

Rezensionsheader The Masked City

Die Reihe „The Invisible Library” von Genevieve Cogman ist das Ergebnis einer wilden Mischung literarischer Einflüsse. Die Idee einer interdimensionalen Bibliothek borgte sich die Autorin von Terry Pratchett, Neil Gaiman und aus dem französischen Rollenspiel „In Nomine Satanis“. Die Magie ist von Ursula K. Le Guins „Erdsee“-Saga inspiriert, die Drachen durch die chinesische Mythologie und „Sherlock Holmes“ prägte sie ebenfalls. Das Konzept von Ordnung und Chaos hingegen ist eine Exploration dessen, was ihr in Michael Moorcocks „Elric“-Romanen begegnete. Das Ranking, das die Unsichtbare Bibliothek verwendet, um alternative Welten hinsichtlich Ordnung oder Chaos zu klassifizieren, spielt im zweiten Band „The Masked City“ eine entscheidende Rolle.

Endlich fand Irene eine Heimat. Sie ist nun dauerhaft in einem alternativen viktorianischen London als Agentin der Unsichtbaren Bibliothek stationiert. Keine Reisen durch die Welten mehr, ausschließlich Aufträge mit überschaubarem Risiko. Irene ist zufrieden. Doch die Idylle ihres neuen Lebens währt nur kurz. Ihr Lehrling Kai wird von den Fae entführt. Kais Onkel, der König der Drachen, wertet den Zwischenfall als offene Kriegserklärung. Wutschnaubend beauftragt er Irene, seinen Neffen zurückzubringen. Sollte sie scheitern, wird er die Welt, aus der Kai verschleppt wurde, restlos zerstören, um ein Exempel zu statuieren. Irene findet heraus, dass Kai in eine hochgradig vom Chaos infizierte Welt gebracht wurde, in ein alternatives Venedig der Masken und Illusionen, in der der Karneval niemals endet. Irgendwie muss sie dort hingelangen, obwohl die zur Neutralität verpflichtete Bibliothek es Mitgliedern untersagt, sich in das Ringen der Mächte der Ordnung und des Chaos einzumischen. Auf sich allein gestellt bricht Irene zu einer verzweifelten Rettungsmission auf, die alles aufs Spiel setzt: Kai, ihren Job und ihr Leben.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 29. Oktober 2019 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Robert V.S. Redick – The Red Wolf Conspiracy

Rezensionsheader The Red Wolf Conspiracy

Robert V.S. Redick hat einen Master in Tropenschutz. Während seines Studiums arbeitete er in Argentinien, an der Patagonischen Küste. Elf Tage verbachte er auf Valdés, einer kleinen Halbinsel mit atemberaubender Flora und Fauna. Eines Morgens ging er allein spazieren. Es war neblig. Er sah hinaus auf den Südatlantik und plötzlich überfiel ihn die Vision eines gigantischen Schiffes, das vor seinen Augen an den Klippen zerschellte. Einige Jahre später wurde er auf die Libertad eingeladen, ein Segelschulschiff der argentinischen Kriegsmarine. An Bord erinnerte er sich an seine Vision und legte den Grundstein für seine High Fantasy – Reihe „The Chathrand Voyage“, die mit „The Red Wolf Conspiracy“ beginnt.

Sechs Jahrhunderte war die IMS Chathrand das Juwel der arqualischen Schifffahrt. Ihre gigantischen Ausmaße waren legendär, sie erlebte Kriege und Piraterie, bereiste die entlegensten Ozeane Alifros‘ und legte unzählige Seemeilen zurück. Sie war die letzte ihrer Art, ein Relikt einer vergangenen Epoche. Ihr allein gebührte es, zu der vielleicht wichtigsten diplomatischen Mission ihrer reichen Geschichte aufzubrechen: bemannt von 800 Seelen sollte sie Frieden zwischen Arqual und Mzithrin stiften. Doch an Bord gingen seltsame Dinge vor sich. Soldat_innen und Assassinen mischten sich unter die Seeleute, in den Eingeweiden des Schiffes versteckte sich das verhasste Volk der Ixchel und ein Schiffsjunge namens Pazel erlebte Fluch und Segen seiner rätselhaften Sprachtalente. Magie, Intrigen und Verschwörungen brachten sie auf ihrer bedeutenden Fahrt vom Kurs ab, bis eines Tages keine Nachrichten mehr in ihrer Heimat eintrafen. Vor der Insel Talturi, nicht weit entfernt von der Küste Mzithrins, wurde das Wrack ihres Langbootes und die Leichen der Besatzung gefunden. Ganz Arqual fragt sich: was ist mit der Chathrand geschehen? Kann das gewaltige Schiff tatsächlich verschollen sein?

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Thilo Corzilius – Ravinia

Rezensionsheader Ravinia

Thilo Corzilius‘ Debütroman „Ravinia“ erschien 2011, während seines Studiums der Evangelischen Theologie. Ein Jahr später erhielt er sein Diplom und war ein wenig verloren, denn er hatte entschieden, doch kein evangelischer Pfarrer werden zu wollen. Das Schreiben füllte die Lücke. Als freier Schriftsteller veröffentliche Corzilius bis 2017 Romane und Kurzgeschichten. Er war erfolgreich genug, um sein Leben zu finanzieren, aber was für andere die Erfüllung eines Traums darstellt, befriedigte den jungen Theologen nicht. Deshalb hängte er seine Vollzeit-Autorenkarriere 2017 an den Nagel, ließ sich zum alt-katholischen Priester weihen und wurde Vikar in Freiburg im Breisgau. Ich finde das interessant, denn normalerweise läuft es ja umgekehrt: aus dem Hobby wird ein Beruf. Ich bin gespannt, ob Corzilius zukünftig dennoch Bücher veröffentlichen wird.

Wieso schenkt jemand einer 16-Jährigen einen altmodischen Schlüssel? Natürlich ist Lara mit den gelegentlichen Verrücktheiten ihres Großvaters vertraut, aber dieses seltsame Geschenk ist selbst für ihn ungewöhnlich. „Victoria Street, Edinburgh“ ist in den Schlüsselkopf eingraviert. Neugierig beschließt Lara, den Schlüssel an der erstbesten Tür auszuprobieren, die ihr begegnet: ihrer Haustür. Sie staunt nicht schlecht, als der Schlüssel nicht nur passt, sondern die Tür zu ihrem Haus plötzlich auf die Victoria Street in Edinburgh führt. Unmöglich! Oder nicht? Dort angekommen, trifft sie den exzentrischen alten Schlüsselmacher Mr. Quibbes und seinen Gesellen Tom, die ihr seelenruhig erklären, dass ihr Schlüssel magisch und nicht der einzige seiner Art ist. Mr. Quibbes bietet ihr an, bei ihm in die Lehre zu gehen und sie in die Geheimnisse seiner Zunft einzuweihen. So lernt Lara Ravinia kennen, eine magische Welt, eine Zuflucht für alle mit besonderen Talenten. Doch Ravinia ist in Gefahr. Die Stadt droht, von einer Verschwörung in ihren Grundfesten erschüttert zu werden – und Lara ist die einzige, die sie aufhalten kann.

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